Als ich diesen Blog vor vielen Jahren startete und als Parole/Missionsbeschreibung/Motto die Unterzeile “Question Authority -Think For Yourself!” hinschrieb, hatte ich eigentlich vor, diesen Satz regelmäßig auszutauschen. Was dann in Vergessenheit geriet, weil mir kein passenderes Statement einfiel als diese Aufforderung, die von Tim Leary stammt. Dem einstigen „Staatsfeind Nr.1“ für den US-Präsidenten Richard Nixon, dem Hohepriester und Lehrmeister für die Gegenkultur der 1960er Jahre; dem Gejagten, Gefangenen und in Einzelhaft Gehaltenen. Er war Provokateur, Politiker und Popstar – und er war Psychologe, Philosoph und Pionier der Bewusstseinsforschung. Für die neueste Ausgabe von Lucys Magazin habe ich über den Timothy Leary in seinen drei letzteren Eigenschaften geschrieben, über seine Zeit an der Harvard-Universität und die akademischen Schriften zu LSD und Psilocybin. Diese sind in einer sehr gut editierten Ausgabe vor kurzem erschienen ( James Penner (Hrsg.): „Timothy Leary – The Harvard Years. Early Writings on LSD and Psilocybin with Richard Alpert, Huston Smith, Ralph Metzner and others“, Park Street Press, 2014, 400 Seiten, 19,95 $ ) und ermöglichen einen Blick auf den wissenschaftlichen Forscher und mutigen Pionier Tim Leary im. Ausgelöst wurden Learys wissenschaftliche Abenteuer im Weltraum der Seele, nachdem er im Urlaub in Mexiko magische Pilze gegessen hatte, die sein Leben und seine Arbeit völlig umkrempelten: .„In diesen vier Stunden am Pool in Cuernavaca lernte ich mehr über das Bewusstsein, das Gehirn und seine Strukturen als in den fünfzehn Jahren davor als eifriger Psychologe“. Leary hatte begonnen Autoritäten zu hinterfragen und selbst zu denken – woran ich wiederum denken mußte, als mir Ben Roth von seinem Blog Door of Perception heute dieses Bild schickte.
Lucys Magazin ist im gut sortierten Hanf,- und Hedadshop-Handel erhältlich und kann hier online bestellt werden. Mein Fazit zu dem akademischen Werk Learys dort lautet: “Von dem „wissenschaftlichen“ Leary sollte sich niemand schrecken lassen, denn auch schon aus diesen frühen akademischen Schriften atmet der Geist und die grundlegenden Prinzipen, die seine Existenz geleitet haben. In seinem nach seinem Tod 1996 erschienen „Totenbuch“ hat er es so formuliert: “Bewahren Sie Ihren Humor. Befolgen Sie die Gesetze der Leichtfertigkeit. Denken Sie. Stellen Sie Autorität in Frage. Feiern Sie das Chaotische. An Erkenntnis und Verständnis gewinnen ist ein Mannschaftssport. Sei es Leben oder Sterben… tun Sie´s immer mit Freuden.”






