You break it – you own it

11.08.14 20:55-Bildschirmkopie“You break it – you own it” – was du kaputt machst, mußt du bezahlen. Beziehungsweise, wie Colin Powell Präsident Bush warnte (bevor er dann der UNO mit gefälschten Dokumenten dem Irak-Krieg als gerecht und notwendig verkaufte): “Wenn du in ein Land einbrichst, dann gehört es dir und du bist verantwortlich für 26 Millionen Menschen….”. Dass das Imperium dieser Verantwortung nicht nachkommt machen die Milizen des “Islamischen Staats” (IS) auf erschreckende Weise klar. Diese sind natürlich nicht einfach so mal aus dem Nichts entstanden, wie es in den Medien meist dargestellt wird, um als Geisterarmee mir nichts dir nichts ein Drittel des Iraks zu erobern. Sie wurden herangezüchtet und ausgerüstet, um “im Namen Gottes” gegen das säkulare Regime Assads zu kämpfen – und wie das so ist, wenn Geister erstmal aus der Flasche sind: sie machen sich selbstständig und die Hexenmeister werden sie nicht mehr los. So wie es die Zauberlehrlinge in Washington jetzt erfahren: die islamistischen Hardcore-Barbaren gehören ihnen.

Und sie kommen wie gerufen, um den “War on Terror” und “Enduring Freedom” fortzusetzen. Vergessen wir OBL ( Osama Bin Laden), hier kommt BAB (Bakr al-Baghdadi) – und schon trommeln die üblichen Verdächtigen hierzulande dafür, dass man den Amerikanern die Bekämpfung dieser  neuen Mega-Terroristen doch nicht alleine überlassen und die Bundeswehr deren “Völkermord” nicht einfach tatenlos zusehen könne. Da kann man nur ganz laut “Stopp” rufen: der Irak ist eine amerikanische Kolonie, er wurde  völkerrechtswidrig  bombardiert, besetzt und mit einer Marionettenregierung ausgestattet, die jetzt in einen Bürgerkrieg verwickelt ist. Von einer terroristischen Miliz, die  von den USA (und ihren Alllierten in Riad und Katar) geschaffen wurde um ( ebenfalls völkerrechtswidrig) einen souveränen Staat (Syrien) anzugreifen. Nachdem sie dort auf massiven Widerstand stießen und nicht vorankamen – trotz einer “False Flag” Operation mit Giftgas, die Assad in die Schuhe geschoben wurde und dank des russischen Geheimdiensts gerade noch rechtzeitig vor einem NATO-Bombardement auf Damaskus aufgedeckt wurde – wandten sie sich endgültig gegen ihre Herren und riefen ihr eigenes Kalifat aus. Das war für das Imperium noch kein Grund zum Eingreifen. Erst als sich die IS-Milizien jetzt gegen den kurdischen Teil des Iraks wandten – dessen Ölvorkommen sich Exxon gesichert hat – sahen die USA ihre “Kerninteressen” bedroht und verordneten Luftangriffe. Nach dem Prizip des “Teile und Herrsche” bestehen seitens Washington gegen einen zersplitterten Irak keine grundsätzlichen Einwände, ans Eingemachte, also ans Geschäft, dürfen diese Separationen aber nicht gehen. Deshalb muß den IS-Separatisten jetzt Einhalt geboten werden. Mrs. Clinton – man weiß nicht ob man sie Killary oder Hitlary nennen soll – tönt unterdessen, man hätte einfach Syrien bombardieren und die Islamisten dort an die Macht bringen müssen, dann wäre das mit dem Kalifat erst gar nicht passiert.

Ob diesem jetzt allein mit der Luftwaffe Einhalt geboten werden kann ist fraglich. Keine Frage aber ist, dass dieser Schaden von dem zu verantworten ist, der in den Irak eingebrochen ist und das Chaos angerichtet hat. Die einzige militärische Supermacht auf Erden wird ja wohl eine entlaufene und wild gewordene Meute ihrer Kettenhunde einfangen können. Daraus jetzt einen “Bündnisfall” zu konstruieren und wg. “Völkermord” zum “humanitären” Bundeswehreinsatz zu blasen ist nichts anderes als eine weitere Instrumentalisierung der Opfer wie wir sie derzeit schon im Falle MH-17 erleben.

MH 17 – keine weiteren Fragen ???

07.08.14 20:18-Bildschirmkopie

 

Auf Facebook wurde dieser Flyer gepostet, der schön zusammenfasst was wir hier  schon mehrfach moniert haben: den unverschämten Zynismus mit dem das Unglück instrumentalisiert wird, ohne seiner Ursache auf den Grund zu gehen. Ein wenig fühle ich mich fast schon in die Tage nach 9/11 zurückversetzt, als die schon gleich offensichtlichen Ungereimtheiten des Hergangs völlig ignoriert, keine weiteren Fragen gestellt und nur noch mit Gebrüll auf einen Sündenbock gezeigt wurde.  Wie im Kaspertheater.

US analysts conclude MH17 downed by aircraft – meldet mittlerweile die malaysische Presse unter Berufung auf Analysen der Wrackteile, die auf einen Beschuss durch Flugzeuge hindeuten. Diese Indizien decken sich mit russischen Radarbildern eines Militärflugzeugs in der Nähe der MH-17, mit den direkt nach dem Absturz gegebenen Aussagen von Augenzeugen, die Kampfflugzeuge gesehen haben. Das nunmehr schon dreiwöchige Schweigen der Verwantwortlichen in  Kiew und ihrer Herren Washington kann eigentlich nur den Grund haben, dass diese Indizien den Fakten näher kommen als die nach wie vor unsubstantiierten Beschuldigungen des Westens.

Und doch bleiben Fragen: wenn der Abschuss eine “False Flag”-Operation der Putschregierung war, die den “Separatisten” in die Schuhe geschoben werden sollte, warum eine derart dilletantische und durchschaubare Durchführung ? Oder geschah  der Abschuß  aus Versehen – nicht durch eine BUK-Raketen vom Boden, mit deren komplizierten System unbedarfte “Separatisten” ein bißchen  rumspielten,  sondern durch ukrainische Kampfjets, die eigentlich  die Maschine von Präsident Putin attackieren wollten, die  mit 30-minütiger Verspätung auf derselben Strecke  unterwegs war? Anhand der Black-Boxes, des Funkverkehr und der Satelliten,- und AWACS-Bilder der USA müßten diese Fragen beantwortbar sein. Doch an Antworten sind weder Politik noch Medien interessiert…

Das ehemalige Nachrichtenmagazin beantwortet die Frage “Was Sie zur MH17-Untersuchung wissen müssen “ heute: “Zwar ist relativ unstrittig, dass die Boeing 777 abgeschossen wurde. Es gibt allerdings keine Beweise, anhand derer sich ein Schuldiger eindeutig festmachen ließe.” Das klang vor einigen Tagen und Wochen zwar noch ganz anders, aber egal. Bis dato kennt der “Spiegel” nur die Indizien, die auf die “Separatisten” hinweisen, alles andere wird einfach ausgeblendet – und schon mal angedeutet, dass es dabei bleiben wird: “Es zeichnet sich ab, dass die Schuldfrage kaum abschließend zu klären sein wird.” Bitte weiter gehn, hier ist nichts zu sehen….

Zu sehen war unterdessen, in der Show des bekanntesten ukrainischen Talkmasters, ein General der Armee, der Klartext über den Krieg im Osten redet – gegen 6 Millionen ukrainische Staatsbürger – und den Präsidenten Poroschenko, der beklagt dass er keinen Sprit mehr hat, für seine Firmenwagen. Auf dem Maidan wird unterdessen wieder gekämpft, gegen das letzte Häuflein aufrechter Demonstranten, die ihr Protest-Camp nicht räumen wollen: sie hatten nicht für einen Putsch und einen Oligarchenwechsel gekämpft, sondern für Demokratie und Bürgerrechte und wollen nicht weichen bis ihre Ziele erfüllt werden. Es kann nicht mehr lange dauern, bis auch sie, wie die 6 Millionen Bürger im Donbass, zu “Terroristen” erklärt werden – und erfahren, dass sie nur nützliche  Idioten in einem Machtspiel waren, in dem es nicht um Demokratie geht, sondern nur um den Austausch eines gegenüber dem Westen “unfreundlichen” Regimes. Und da tut es eben auch ein neuer Oligarch, eine neue Militärjunta oder ein  korrupter Autokrat…

In dem vom Westen gestarteten idiotischen Sanktionszirkus scheint sich indessen die Regel “Obama spielt Monopoly, Putin spielt Schach” einmal mehr zu bestätigen: Aeroflot hat bei Boeing 16 Maschinen Typ 737-800 bestellt und  anbezahlt  – Politik der Umarmung zum Stückpreis von 93 Millionen $. Mal schaun, wie weit die Sanktionslüste Washingtons reichen – Airbus würden die Russen sicher auch kaufen….

 

MH17 – bitte melden!

20.03.14 09:19-Bildschirmkopie

Es sind jetzt achtzehn Tage seit dem Absturz des Flugs MH 17 der  malaysischen Airline in der Ukraine vergangen, zehn Tage seit Bergung und Übergabe der “Black Boxes” mit den Voice-Recordern an holländische bzw. englische Behörden, vierzehn Tage seit der Pressekonferenz des russischen Generalstabs und seiner Forderung an die ukrainischen bzw. us-amerikanischen Behörden nach Veröffentlichung ihrer Radar-und Satellitendaten – und von Seiten des Westens  kam bis dato: Null, Niente, Nothing, Nichts. Was war im Cockpit der Maschine vor dem Absturz los, warum wich sie schon vorher von ihrem Kurs ab, von welcher Art von Geschossen  wurde sie getroffen ? Anhand der “Black Box” Daten müssen diese Fragen wenn nicht erschöpfend so doch zu wesentlichen Teilen zu beantworten sein.

Hallo Kollegen, Journalisten, Redakteure, Chefredakteure, Medienschaffende  – seid ihr jetzt  allesamt derart zu Pre$$titutes und NATO-Nutten verkommen, dass ihr zwar pfeilschnell und flächendeckend die Verschwörungstheorien und  Schuldzuweisungen des Imperiums verbreitet, an Aufklärung und Wahrheitsfindung aber keinerlei Interesse mehr habt ? Wollt ihr nicht, dürft ihr nicht oder ist es euch einfach nur sch***egal, was ihr eurem Publikum als Realität präsentiert, Hauptsache am Monatsersten ist das Gehalt da ? Was ist da los ? Sind wir jetzt endgültig im Kindergarten und spielen nichts anderes mehr als das Blame Game ? Fast scheint es so, wenn der “Spiegel” mit der Kritik an seiner infamen Ausschlachtung der Opfer und dem Vorwurf der Propaganda so umgeht, dass er mit einem lachhaften Artikel über die fürchterliche  Propaganda in Russland kontert  – in dem keine Zeile über den ungeklärten Absturz steht, der jetzt zum Anlass von Sanktionen, Aufrüstungsforderungen und Kriegsgeschrei genommen wird.

Ist es euch noch nicht in den Sinn gekommen, dass die Nicht-Aufklärung des Unglücks seitens der USA und ihres Marionetten-Regimes in Kiew mittlerweile streng nach einer False Flag Operation riecht, wo die CIA nun schon fast drei Wochen braucht um irgendwelche Aluminiumröhren als Massenvernichtungswaffen Beweise herbei zu konstruieren ? Oder brauchts nicht mal mehr solche Konstrukte, weil die Journallie schon gar nicht mehr danach fragt und  alles nachjault was ihnen die großen Hunde vorbellen ?  Und als Meute willig folgt, wenn die westliche Plutokratie auf Bärenjagd geht ?

Vor ein paar Tagen schrieb ich im Vorwort für das kommende Buch ” Wir sind die Guten”– es geht in dieser Woche in den Druck und erscheint am 1.September:

»Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen,« notierte der Wiener Schriftsteller Karl Kraus, nachdem auf eine Falschmeldung der deutschen und österreichischen Presse über einen französischen Bombenabwurf auf Nürnberg Ende Juli 1914 unmittelbar die Kriegserklärung an Frankreich erfolgt war. Dieser fingierte Bericht war für ihn die Urlüge und das Paradebeispiel für die Manipulation der Massen in Kriegszeiten, die Kraus dazu führte, »den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen«. Als einer der Pioniere der Medienkritik hatte Kraus erkannt, dass die Medien die Wirklichkeit nicht abbilden, sondern erzeugen, dass Meinungen und Stimmungen nicht einfach entstehen, sondern gemacht werden: »Ich habe erlebt, wie Krieg gemacht wird, wie Bomben auf Nürnberg, die nie geworfen wurden, nur dadurch, dass sie gemeldet wurden, zum Platzen kommen.«

Genau hundert Jahre später sind wir wieder an diesem Punkt. Ich war damals nicht auf der Welt, kann aber hier und heute kaum anders als mit Karl Kraus »den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen.«

Lektüre für alle Drogenbeauftragten

WEST_Broeckers_Hanf_lay_3_1Daniel Haufler über “Keine Angst vor Hanf ” in der Berliner Zeitung: 

“Gegen all die falschen Informationen über und Vorurteile gegen Cannabis schreibt Mathias Bröckers seit Jahren an. Schon 1993 brachte er die deutsche Ausgabe des Klassikers „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ heraus. Seitdem schreibt er über das Thema und setzte sich für die Legalisierung von Cannabis ein. So auch in seinem neuen Essay „Keine Angst vor Hanf“, in dem er auf ebenso kundige wie unterhaltsame Weise die Geschichte der Pflanze und ihrer heilsamen wie entspannenden Nutzung Revue passieren lässt. (…)Dank seiner langjährigen Beschäftigung mit Hanf ist er wissenschaftlich auf dem neuesten Stand und liefert ein kleines Handbuch, das bei jedem Drogenbeauftragten stets griffbereit auf dem Schreibtisch liegen sollte.”

“Stürmer”-Stil beim EhNaMag

spiegel-putinBeim ehemaligen Nachrichtenmagazin hageln wegen des infamen Titels der jüngsten Ausgabe offenbar massenhaft Proteste und Abbestellungen, das Internet-Forum auf SpOn hat man deswegen schnell wieder ausgeschaltet – und gestern eine Rechtfertigung ins Netz gestellt. Dass die Opfer des Flugzeugabsturzes für eine neue Eskalations-Stufe des Russland-Bashings instrumentalisiert werden, finden man beim “Spiegel” durchaus  in Ordnung, denn:

“Niemand im Westen zweifelt noch ernsthaft daran, dass das Flugzeug mit einem Buk-Luftabwehrsystem abgeschossen wurde, das die Separatisten höchstwahrscheinlich aus Russland erhalten haben. Einer ihrer Anführer hat selbst zugegeben, dass sie über ein solches System verfügten, und die Indizienkette ist eindeutig.”

Wie in einer Nußschale haben wir in diesem Satz die Ingredienzien zusammen, aus denen in Kriegszeiten Propagandalügen gebastelt werden. Fakt ist:

– der Absturz der MH-17 ist nach wie vor nicht aufgeklärt. Außer den überprüfbaren Radar,- und Satellitenbildern, die der russische Generalstab veröffentlicht hat,  sind keine forensisch verwertbaren Daten (Radar,- und Funk der ukrainischen Luftüberwachung, US- Satellitenbilder, Auswertung der Flugschreiber) bekannt.

– dass die Maschine von einem Buk-System abgeschossen wurde ist bis dato aufgrund fehlender Auswertung der Flugschreiber und Wrackteile nicht  bewiesen.  “Buk”-Raketenwerfer sind ein komplexes System, das von untrainierten Milizien nicht einfach mal nebenbei eingesetzt werden kann – hier wird es in einem östereichischen Luftfahrtmagazin von einem Fachmann erklärt. Die Möglichkeit, dass andere Geschosse für den Absturz verantwortlich waren, kann  zur Zeit ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Laut dem ehemaligen DDR-Flakoffizier und Dozenten an der Militärakademie Bernd Biedermann gerät eine unter 20.000 Meter fliegende Maschine beim Treffer durch eine Flak-Rakete sofort in Brand, was bei der MH-17  nicht der Fall war

– dass die Separatisten über ein Buk-Sytem verfügten und es “höchstwahrscheinlich” von Russland erhalten haben, ist eine Spekulation, für die es ebenfalls noch keinen Beweis gibt.  Wegen der  Charakteristik der Buk-Systeme – ein stark “leuchtendes” Radar, das die Radardetektoren anderer Flugzeuge sofort erkennen und –  sofern sie bewaffnet sind – mit einer Rakete eliminieren können, werden drei oder vier solcher Systeme synchron an verschienden Orten eingesetzt. Die Separatisten hätten also mehr als ein System und eine ganze Truppe Spezialisten gebraucht – aber selbst wenn sie nur eines verwendeten, müsste dieses und der Abschuss einer Rakete auf Satellitenfotos der USA zu sehen sein

– dass “einer ihrer Anführer” selbst zugegeben hätte, dass sie über ein solches System verfügen ist schon seit Tagen als Lügengeschichte entlarvt, wie der von Agentur Reuters Interviewte anhand eines Videomitschnitts beweisen konnte, hatte er so etwas nie gesagt.

Der “Spiegel” aber behauptet zu diesen ungeklärten Zusammenhängen und offenen Fragen: “die Indizienkette ist eindeutig.” Und nimmt sich wegen dieser selbst zurechtgelogenen  Eindeutigkeit dann das Recht,  die Opfer des Unglücks für seine Politik der Konfrontation benutzen, sie auf das Cover zu knallen und ihren Tod “Putin” in die Schuhe zu schieben. Das ist Gossen-Journalismus a la bonheur – doch diesen hetzerischen Dreck dann auch noch zu verteidigen und die berechtigte Kritik des Publikums auszusperren, statt sich bei ihm zu entschuldigen und Besserung zu geloben, ist kaum noch zu unterbieten.

Als ich 2003  bei “Spiegel”-TV  mit zwei Redakteuren über meine Bücher zu den unaufgeklärten  9/11-Anschlägen  diskutiert hatte – denen sie in der Sendung “Verschwörungstheorie”, “schlechte Recherche” “Spekulation” etc. vorgeworfen hatten –  sprachen wir danach  in der Kantine noch länger über verschiedene Aspektedes Falls  und sie fragten mich, warum ich das Kapitel über die mangelnden Flugkünsten der “Hijacker” nicht dem “Spiegel” angeboten hätte. “Wenn ihr das gedruckt hättet,”, sagte ich, “hättet ihr doch alles andere was ihr zu 9/11 verzapft habt in die Tonne treten müssen.” Worauf sie “och, naja” nichts antworteten aber dann meinten, dass ich doch ihre scharfe Kritik in der Sendung eben nicht übel  und persönlich nehmen soll und dass meine Bücher ja schon ganz gut geschrieben seien… nur eins fänden sie gar nicht gut: “Dass Sie den “Spiegel” immer  “das ehemalige  Nachrichtenmagazin” nennen.” Das war mir bei einem Vortrag im Jahr zuvor mal spontan rausgerutscht, weil die Bezeichnung “Nachrichtenmagzin” für die Wiedergabe der ganzen 9/11-Märchen einfach nicht mehr passend war. Es gab einen Lacher, wurde wiederholt und hat sich mittlerweile weitläufig eingebürgert. Nach dem infamen Titel in dieser Woche scheint mit” EhNaMag”  aber zu niedlich und ehrenwert… es braucht  eindeutig schärfere Sanktionen!

UPDATE: “Bild-Blog” hat bei der Chefredaktion nachgefragt, wo sie die Bilder her haben und ob ihr das Einverständnis der Angehörigen für den Abdruck vorlag. Die braucht’s nicht, findet der “Spiegel”:

“Wir halten die Optik für angemessen, denn es handelt sich um Opfer der ruchlosen Machtpolitik des russischen Präsidenten Putin. Dies rechtfertigt nicht nur eine so starke, emotionale Optik, es macht sie geradezu notwendig – und zwar im Interesse der Opfer und ihrer Angehörigen.”

Wenn das kein ruchloser Journalismus ist, der nicht nur starke emotionale Empörung rechtfertigt, sondern schärfere Sanktionen notwendig macht…. was dann?

 

Lüge in Kriegszeiten

putin-pariahAuf Telepolis habe ich heute einen Artikel über die Lüge in Kriegszeiten veröffentlicht:

Am Beispiel des Ersten Weltkriegs formulierte Arthur Ponsonby 1928 die Strukturgesetze der Kriegspropaganda – sie gelten, wie die aktuelle Berichterstattung über die Ukraine zeigt, noch immer. Von Lord Arthur Ponsonby (1871–1946), einem britischen Politiker und Friedensaktivisten, stammt nicht nur das berühmte Diktum, dass das erste Opfer des Kriegs die Wahrheit ist – “When war is declared, truth is the first casualty”. In seinem 1928 veröffentlichten Buch “Falsehood in Wartime” (“Lüge in Kriegszeiten”) versuchte Ponsonby auch die Strukturelemente dieser Lügen und Fälschungen zu beschreiben, wie er sie am Beispiel des Ersten Weltkriegs beobachtet hatte:

1) Wir wollen den Krieg nicht.

2) Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.

3) Der Führer des Gegners ist ein Teufel.

4) Wir kämpfen für eine gute Sache.

5) Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.

6) Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.

7) Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.

8) Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.

9) Unsere Mission ist heilig.

10) Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

…Ponsonbys Prinzipien scheinen tatsächlich so etwas wie die zehn Gebote der medialen Kriegsführung darzustellen – und sind auch in dem aktuellen Konflikt um die Ukraine Punkt für Punkt zu beobachten.

Weiter gehts hier.

Was lange währt…

5272-DrugWar…wird endlich gut. Wobei es in Sachen Hanf / Cannabis / Marihuana noch immer nicht so weit ist. Weshalb es schon einen weiteren kleinen Schritt bedeutet, dass das paper of the record, die weltweit angesehenste bürgerliche Zeitung, die New York Times,  sich in einem Editorial dafür einsetzt, die Prohibition endlich zu beenden.  Dass es dafür in der Tat höchste Zeit ist – und warum – habe ich in dem soeben erschienen Buch “Keine Angst vor Hanf” zusammengefasst und mit einigen aktuellen Zahlen untermauert. Wenn das Mutterland der Hanf-Prohibition nunmehr schon deutlich zurückrudert, weil es die Irrationalität und Destruktivität dieser Politik verstanden hat,  sollte es auch in den Kolonien des US-Imperiums keine Denkverbote mehr geben. Und auch keine Blockaden einer Reform der als falsch und unwirksam erkannten Betäubungsmittelgesetze.

Wer keine Fakten hat, dem bleibt Hetze

putin-pariahDas dröhnende Schweigen, mit dem USA/NATO/EU auf die Veröffentlichung von Radar,-und Satellitendaten zum MH-17-Absturz durch den russischen Generalstab reagierte, spricht Bände – nicht nur in Bezug auf die Qualität der zuvor geäußerten wüsten Anschuldigung in Richtung Russland, sondern auch auf die Verkommenheit der westlichen Medien, die eine Aufklärung der Unglücksursache und eine Offenlegung der ukrainischen und amerikanischen Daten nicht einmal fordern. Geschweige denn, ihre Regierungen für diese Nicht-Aufklärung in irgendeiner Weise kritisieren. Dass die russische Darstellung der Radarbilder vor dem Absturz – und die Anwesenheit eines ukrainischen  Jets in der Nähe der Maschine – korrekt ist, mußte eine Sprecherin des Weissen Hauses bei einer Pressekonferenz mittlerweile schon zugeben (Transkript hier), und die Agentur Reuters wurde überführt, die Behauptung eines Separatistenführers im Besitz von BUK-Raketen, gefälscht zu haben.

Auch wenn also  zehn Tage nach dem Unglück die Argumentation des Westens in Sachen MH-17 als  faktenfreie Propaganda entlarvt ist, muß diese Linie jetzt offenbar gnadenlos weitergefahren werden. Wer keine Fakten zu bieten hat, dem bleibt nur Hetze. Dass die Propagandisten des Imperiums bei Edward Bernays  und seinem erfolgreichen Schüler Joseph G. in die Lehre gegangen sind zeigt  das Cover der aktuellen Ausgabe des “Newsweek”-Magazins. “Jetzt reicht es!” – hat der langjährige Vizepräsident der OSZE, Willy Wimmer, diese neue Eskalationsstufe der Propaganda kommentiert – zu befürchten ist leider, dass das Empire of Chaos noch lange nicht genug hat….

Update: Auch das ehemalige Nachrichtenmagazin heizt die Hetze nochmal richtig an und ist dabei  soagr noch einen Zacken infamer als Newsweek: es instrumentalisiert die Opfer des Flugzeugabsturzes, zu dessen Aufklärung es nichts beigetragen hat. Ekelhaft.

spiegel-putin

Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach

putin-schachRussland hat geliefert: in einer Pressekonferenz  (Mitschnitt mit englischer Übersetzung hier ) präsentierten zwei Generäle des Verteidigungsministeriums Luftaufnahmen und Radaraufzeichnungen im Zusammenhang mit dem Absturz der malaysischen Boeing 777.  Die Bilder zeigen den An-und Abstransport von Boden-Luft-Raketen in die Nähe der Separatisten-Gebiete in den Tagen vor und nach der Tragödie – sowie die Anwesenheit eines SU-25 Fighter-Jets der ukrainischen Armee in der Nähe der Boeing vor und nach dem Absturz. Anders als das Weisse Haus und die Regierung in Kiew, die weiterhin nur behaupten, dass die Maschine von den Rebellen (“Terroristen”) beschossen worden sei, liegen nunmehr erste Fakten auf dem Tisch. Ob es Fälschungen sind dürfte einfach zu überprüfen sein, denn auch die ukrainische Flugüberwachung und die us-amerikanische Satelliten-Observation müßte solche Bilder und Aufzeichnungen haben.

In ihrer Präsentation zeigen oder  behaupten die Generäle nicht explizit, dass die Boeing von dieser SU-25  beschossen wurde, verlangen aber Aufklärung was sie überhaupt dort zu suchen hatte (was Kiew bis dato einfach nur abstreitet) – und sie weisen  darauf hin, dass der Treffer einer BUK-11 Boden-Luft-Rakete die Maschine sofort zur Explosion gebracht hätte, während eine Luft-Luft-Rakete, wie sie die SU-25 feuern, sie so ins Trudeln bringen würde, wie es der Verlauf und der Höhenverlust beim Absturz zeige. Ich bin kein Waffenexperte, gehe aber mal davon aus, dass die russischen Militärs in einer live im ersten TV-Programm ausgestrahlten Pressekonferenz keinen sofort widerlegbaren Unsinn erzählen. Was nicht heisst, das ihre These der Wahrheit entspricht – die Fragen aber, die sie aufwirft, können und müssen beantwortet werden. CIA und NSA sind dank  der globalen Radar,- und Satelliten-Augen ihres NRO (National Reconnaissance Office) in der Lage, quasi jedes Nummernschild auf Erden lesen und sollten es den Russen jetzt nachtun – Start und Flug einer aus Rebellengebiet gefeuerten Rakete über 10 Kilometer am 17. Juli müssen dokumentierbar sein, ebenso wie die Abwesenheit einer SU-25 in der Nähe des Unglücksflugzeugs.

Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach. Die vor  der Weltöffentlichkeit jetzt aufgeworfenen Frage “SU-25 oder BUK-11 ?”  kann nicht ohne Weiteres als “Theorie” oder “Propaganda” abgetan werden – sie beruft sich auf überprüfbare Belege. Das Deutungsmonopol des Westens dagegen, das  bis dato auf reinen Behauptungen beruht, ist erschüttert. Der Westen ist am Zug…

Update: Der ausgezeichnete Journalist und frühere AP-Reporter Robert Parry zitiert eine (anonyme) Quelle, nach der es US-Satellitenbilder geben soll, die eine Raketenbatterie zeigen, von dem das Flugzeug beschossen wurde – und die unter der Kontrolle der ukrainischen Armee zu stehen schien:

“What I’ve been told by one source, who has provided accurate information on similar matters in the past, is that U.S. intelligence agencies do have detailed satellite images of the likely missile battery that launched the fateful missile, but the battery appears to have been under the control of Ukrainian government troops dressed in what look like Ukrainian uniforms.The source said CIA analysts were still not ruling out the possibility that the troops were actually eastern Ukrainian rebels in similar uniforms but the initial assessment was that the troops were Ukrainian soldiers. There also was the suggestion that the soldiers involved were undisciplined and possibly drunk, since the imagery showed what looked like beer bottles scattered around the site, the source said.”