Der Grüne Planet

Was passiert, wenn Außerirdische die Erde besuchen ? Irgendwann in den 80ern besuchte ich einmal eine Konferenz zum Thema und interviewte einige Experten. So auch Erich von Däniken, der einige Bestseller darüber verfaßt hatte, dass die Erde eigentlich eine Kolonie extraterrestrischer Astronauten ist. Wenn diese These stimmt, fragte ich ihn, warum dann diese ganzen immer unscharfen UFO-Fotos und stets mysteriösen Begegnungen, warum landen die Aliens nicht einfach vor dem Weissen Haus und nehmen diplomatische Beziehungen mit uns auf ? Da sah mich von Däniken etwas erstaunt an und sagte: “Würden Sie diplomatische Beziehungen mit Hühnern aufnehmen ?”Continue reading →

Das Flugverbot als Einstiegsdroge

Das Flugverbot ist die Einstiegsdroge – und einmal mehr wird sie von den üblichen Kriegstreibern herbeigeredet: The neocons are trying to talk us into war — again. Nachdem es jahrzehntelang kein Schwein interessiert hat, wieviele Menschen der libysche Diktator einkerkert, foltert und ermordet, machen seine Opfer jetzt stündlich Nachrichten – und wenn das allen noch ein paar Tage lang permanent ins Hirn getrommelt wird,  ist die Mehrheit für eine “humanitäre Intervention” erreicht. Schon wird gemeldet , dass der Widerstand auch in Deutschland bröckelt und Westerwelle mit seiner Forderung, nur im Einvernehmen mit der UNO und der Arabischen Liga zu handeln, schon fast allein auf weiter Flur steht. Dass es zur Errichtung einer Flugverbotszone notwendig ist, die Luftabwehr ab Boden auszuschalten – also das Land zu bombardieren – scheint  auch den olivgrünen Joschka Fischer nicht weiter zu stören, der von der EU Aktionimsus fordert, um die “libysche Jugend” zu retten. Dass  der Pipeline-Berater Fischer sich in dieser Sache als Nachwuchs-Kissinger geriert, macht natürlich Sinn, denn es  geht bei der “Operation Libyen” einmal mehr um nichts anderes als Öl.

American War Machine

Ein nettes Interview mit dem Drogengeldfahnder Robert Mazur, der Ende der 80er zu den Ermittlern gehörte, die die berüchtigte BCCI-Bank auffliegen liessen, der Top-Kunden  nahezu auschließlich aus Diktatoren, Drogendealern, Waffenhändlern, Terroristen und anderen suspekten Kreisen stammten. Einer der BCCI-Direktoren war James A.Bath, Partner in George W.Bushs  Ölfirma “Arbusto Energy” und US-Vermögensverwalter der Familie Bin Laden. Eine Connection, die die lakonische Antwort des Geldwäscheexperten Mazur auf die Frage erklärt, ob seine Fahndungserfolge dazu beigetragen, das heute weniger Geld über amerikanische Banken gewaschen wird: “Leider scheinen die Regierungen kein Interesse zu haben, einzuschreiten.”Continue reading →

Freiheit für Bradley Manning!

Im Dezember und im Januar hatte ich hier schon einen Appell für Bradley Manning gepostet: Kriegsverbrechen anzuzeigen ist kein Verbrechen! – und auf die perversen Einzelhaftbedingungen hingewiesen, denen der eigentliche Held der Wikileaks-Veröffentlichungen ausgesetzt ist. Jetzt berichtet die “New York Times” von den Foltermethoden, mit denen die US-Army den Gefangenen gefügig machen und zu einer Aussage gegen Julian Assange bringen will. Am vergangenen Mittwoch mußte er nach Angaben seines Anwalts sieben Stunden lang nackt in seiner Zelle verbringen. Ebenfalls am Mittwoch wurde die Anklage gegen Bradley Manning auf 22 Punkte erweitert, darunter “aiding the enemy” (Unterstüzung des Feinds), worauf die Todesstrafe verhängt werden kann. Wofür ? Manning hat Dokumente weitergegeben, die Kriegsverbrechen im Irak aufgedeckt haben, darunter das “Collateral Murder”-Video und sich über seine Motive dafür deutlich  geäußert
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(..)well, it was forwarded to [WikiLeaks] – and god knows what happens now – hopefully worldwide discussion, debates, and reforms – if not, than [sic] we’re doomed – as a species – i will officially give up on the society we have if nothing happens – the reaction to the video gave me immense hope; CNN’s iReport was overwhelmed; Twitter exploded – people who saw, knew there was something wrong . . . Washington Post sat on the video… David Finkel acquired a copy while embedded out here. . . . – i want people to see the truth . . . regardless of who they are . . . because without information, you cannot make informed decisions as a public.

Um weltweite Diskussionen, Debatten und Reformen auszulösen und weil er die Wahrheit für alle Menschen ans Licht bringen wollte “weil man ohne Informationen als Öffentlichkeit keine begründeten Entscheidungen treffen kann”  hat Mannings seinen Schritt gewagt – und die Weltöffentlichkeit muß ihm dafür dankbar sein. Nicht nur, weil er auf das grausame Morden im Irak aufmerksam gemacht hat, sondern auch weil  die Publikation der US-Diplomatenpost auf Wikileaks und die veröffentlichten Informationen über das gigantische Ausmaß der Korruption in Tunesien den Volksaufstand dort gefördert haben. Bradley Mannings ist ein Held und die Brutalität, mit der das US-Imperium diesen vorbildlichen Bürger in Uniform foltert und mit dem Tod bedroht, nur noch ekelerregend…

Wiki Killed The Mediastar

(1 Update) Video Killed The Radio Star hieß ein schöner Popsong, der Ende der 1970er den technologischen Sprung vom Radio zum Video, den Aufstieg von MTV,  thematisierte – und ähnlich  könnte man über 30 Jahre später jetzt wieder texten, nachdem das GuttenPlagWiki den Superstar der alten Medien zur Strecke gebracht hat. Wiki Killed the Mediastar. Die alte Schule der politischen Skandalbewältigung  – Abstreiten, Kleinreden, Aussitzen und immer auf das “Vergessen” der Medien hoffen – hat ebenso versagt,wie noch die von Gerhard Schröder dumpf beschworenen Hauptwerkzeuge postmoderner Regierungskunst, “Bild” und “Glotze”. Ohne das Web 2.0, ohne die Schwarmintelligenz des Wiki, wäre der Fälscher und Hochstapler  zu Guttenberg immer noch im Amt  und mit diesen alten Methoden und Werkzeugen vermutlich sogar durchgekommen.Continue reading →

Gutt Bye

Das “Kairos”, den rechten Augenblick,  hat er verpaßt. Allerspätestens letzte Woche im Bundestag wäre der Punkt gewesen,  konsequent und halbwegs ehrenvoll von allen Ämtern zurückzutreten. Jetzt ist der freiwillige Rücktritt nur noch die Notlösung, um  nicht mit einem Strafbefehl vom Hof gejagt zu werden. In ein paar Jahren, rehabilitiert mit einer echten Doktorarbeit, kann die fränkische Wettertanne vielleicht nochmal wiederkommen. Jetzt aber ist erstmal Schluß mit wichtig- und das ist gut so.

Kein Frieden ohne ein Ende der Drogen-Prohibition

Heute in “Neues Deutschland”: »Die Drogenlüge – Warum Drogenverbote den Terrorismus fördern und Ihrer Gesundheit schaden« heißt das neue Buch von Mathias Bröckers. Darin spricht sich der langjährige Kultur- und Wissenschaftsredakteur der taz für eine kontrollierte Freigabe aller Drogen aus. Im Interview mit dem ND-Mitarbeiter Fabian Lambeck spricht Bröckers über den Zusammenhang zwischen Drogen, Geheimdiensten, Banken und Terror.

ND: In Ihrem Buch »Die Drogenlüge« fordern Sie die Freigabe und Legalisierung sämtlicher Drogen. Kokain im Kaufhof – ist das wirklich die Lösung des Drogenproblems?
Bröckers: Kokain im Kaufhof wäre in der Tat gefährlich. Noch gefährlicher wäre es, Werbung für Drogen zu erlauben. Eine Legalisierung aller Substanzen muss mit einem Reklameverbot und einer kontrollierten Abgabe verknüpft werden. Das heißt, wenn wir über die Legalisierung von Drogen reden, dann geht es nicht darum, sie dem freien Markt zu überlassen. Wenn Werbung für Kokain gemacht wird und das weiße Pulver in jedem Supermarkt verkauft wird, kann das natürlich zu einem schweren Missbrauchsproblem führen.

Wie kann man das verhindern?
Eine Legalisierung muss einhergehen mit einem strikten Werbeverbot – auch für Alkohol und Zigaretten – sowie natürlich mit einer alterskontrollierten Abgabe dieser Substanzen. Außerdem sollten wir das gesamte Geld, welches wir durch das Ende der Prohibition einsparen, in Präventionskampagnen stecken.Continue reading →

“Als Vorgesetzter disqualifiziert”

Was hier am 25.2.  schon ahnungsvoll angedeutet wurde – dass es auch schon bei der  ersten juristischen Staatsprüfung zu Guttenbergs nicht so ganz kosher zugegangen sei – hat sich mittlerweile bestätigt. Bis zum 23.2. befand sich  auf der Homepage des Hochstaplers neben der Promotion (“summa cum laude”)  auch der Hinweis auf ein juristisches   “Prädikatsexamen”, doch ein solches hat der Freiherr gar nicht abgelegt. Continue reading →