The Best Hemp Poster Ever Made

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Als ich vor mehr als 20 Jahren das HanfHaus startete, weil sich mit der Herstellung von Hanfpapier für “Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf” und  dem Erscheinen des Buchs eine große Nachfrage nach Produkten aus der nützlichsten Pflanze der Welt entstanden war, kam mir die Idee, die Geschichte und die erstaunliche Vielfalt des verbotenen Krauts auf einem Plakat darzustellen. Und weil mein Freund Gerhard Seyfried ein Meister der Zeichnerei und quasi der Erfinder des Wimmelbilds  ist, war klar, wer sämtliche historischen, botanischen und politischen Informationen auf über 500 Seiten des Buchs auf einem einzigen Bild unterbringen musste. Der Tatsache, dass er diesen Auftrag annahm, verdanken wir das beste und bunteste Hanfplakat aller Zeiten – oder, um es mit den Worten meines Ko-Autors Jack Herer auszudrücken, der es über dem Schreibtisch hängen hatte: “The Best Hemp Poster Ever Made!”
Seit gestern hat Gerhard eine neue Webseite mit Infos über seine Comics und Romane, sowie einem Shop, über die man das Poster online bestellen kann: http://gerhardseyfried.de/

Nora ist da!

Nora

Ein freudiges Ereignis ist zu vermelden: Nora Felicitas Bröckers ist am 18.Mai 2014 sicher und wohlbehalten auf der Erde gelandet. Die Eltern Boris und Jasmin freuen sich ebenso wie Bruder Juri (2), Cousin Hugo (5), Cousine Clara (3) und die ganze Familie sowie natürlich yours truly, der nunmehr vierfache Großvater.

Beleidigte Pre$$titutes

Dont-Trust-the-Presstitutes

Auf der ersten Seite des “Tagesspiegel” antwortet Josef Joffe auf vier Fragen und dem Titel “Was macht die Welt?” und jedesmal empfinde ich eine gewisse Bewunderung, wie so man tief im Auspuff neo-liberaler Think-Tanks hausen und deren Parolen in derart selbstgefälliger Witzischkeit als seine eigenen zu präsentieren kann, ohne auch nur einen Moment rot zu werden. Das ist schon die hohe Kunst der Pre$$titution und als Herausgeber der “Zeit” und Mitglied in gut einem Dutzend transatlantsicher Elite-Zirkel hat es Joffe in der Branche ja auch weit gebracht. Dass seine hoch dekorierten Aktivitäten freilich wenig bis nichts mit echtem Journalismus zu tun haben, sondern auschließlich mit  Lobbyismus und Propaganda, hört Jockel Joffe nicht gerne – er schickte dem ZDF eine Unterlassungerklärung und beschwerte sich: weil die Satire-Sendung “Die Anstalt” kurz aufgezeigt hatte, wessen Lied der Bauchredner Joffe seit Jahren singt. Das sei, moniert er, “kein guter Journalismus” und die dem Beitrag zugrunde liegende Dissertation des Leipziger Medienwissenschaftlers Uwe Krüger  über die engen Verbindungen zwischen Leitartiklern und Machteliten  “keine gute Wissenschaft.”  Na klar, einer wie Joffe muß das ja wissen, denn er ist ja nicht nur Groß-Journalist, sondern derzeit auch Lehrbeauftragter an der Universität Standford. Neben Joffe werden in der “Anstalt” auch noch ein paar andere NATO-Versteher und Pentagon-Lautsprecher der hiesigen Leitmedien identifiziert – aber nur weil sie von denselben Zirkeln gesponsort werden heißt das ja nicht, das sie alle dieselbe Meinung haben: “Ich glaube für alle “Ko-Konspiratoren” zu sprechen, wenn ich mit dem gebotenen Hohn zurückweise, wir dächten und schrieben alle irgendwie gleich.” Nein, natürlich nicht, denn dann würde ja noch viel eher auffallen, dass alle derselben Agenda folgen und die sogenannten Journalisten der Springer(-stiefel)presse sogar in den Arbeitsverträgen dazu verpflichtet sind, das “transatlantische Bündnis” zu unterstützen.

Bei einer Fußballreportage, deren Reporter verpflichtet wäre, eine bestimmte Manschaft zu unterstützen und dann kleine Rempler des Gegners  als üble Fouls und  eigene Blutgrätschen als faire Härte kommentiert, könnte man den Ton eigentlich abschalten. Er liefert nämlich keine echten Informationen und kein zusätzliches Hintergrundwissen Einem solchen Sportreporter wäre in den Medien zu Recht keine große Karriere beschieden , wo es aber um Welt,-und Geopolitik geht – bei Reportagen über das “Great Game” der großen Nationen um die Ressourcen des Planeten – scheint das anders zu sein, sonst hätte ein Vogel wie Joffe  sich niemals zum großspurigen Welterklärer aufschwingen können. Und dann als Pre$$titute at large noch politisches Kabarett wegzensieren wollen, weil es mal auf den Punkt bringt, in welch niederem Gewerbe die transatlantischen Werbefuzzis vom Kaliber Joffe tätig sind,  und derart peinliche Briefe zu schreiben ohne rot zu werden, das hat schon was. Und erklärt im Übrigen auch, warum die  veröffentlichte Meinung, die  diese Reklameschranzen aktuell über Russland, Ukraine, Putin etc.  verbreiten und die öffentliche Meinung derzeit so weit auseinander klaffen. Die Leute lassen sich von Journalistendarstellern wie Joffe nicht mehr verarschen – sie schenken eher den Komikern Glauben, die im Kabarett echten Journalismus machen.

Barbarossa 2.0

Woikow-Huette
Nach der Befreiung der Krim im Mai 1944 demontiert ein Rotarmist das zwischenzeitlich angebrachte Hakenkreuz über der Pforte zur ­eisenverarbeitenden Woikow-Hütte. (Foto: Jewgeni Chaldej/ Aus: Heinz Krimmer, Ernst Volland (Hrsg.): Jewgeni Chaldej: Kriegstagebuch. Das Neue Berlin, Berlin 2011)

 

Jetzt müssen Rubel rollen: als Reaktion auf die westliche Sanktionen will Russland für Gas-und Öl-Lieferungen an die EU künftig in Rubel bezahlt werden. Diese gewagte Variante im geopolitischen Schach hatten auch schon Saddam Hussein und der Libyer Gadahfi versucht, was sie nicht lange überlebten, den wenn es gegen seine offene Flanke, den US-Dollar geht kennt Uncle Sam kein Erbarmen. Dass das globale Spielgeld, das FED und Wall Street in beliebiger Menge aus dem Nichts produzieren, nach wie vor die Leitwährung der Welt ist und einen Wert besitzt, hat nämlich nur damit zu tun, dass jedes Land der Welt, das anderswo Öl oder Gas einkaufen will, einem Zwangsumtausch in US-Dollar unterworfen ist. Mit einem “freien Markt” – der neben “Demokratie” und “Menschrechte” essentiellen Parole auf den Kriegsfahnen des Westens – hat das natürlich wenig zu tun, die “unsichtbare Hand”, die nach der liberalen Ideologie Alles zum Wohle Aller bestens zwischen Angebot und Nachfrage austariert,  funktioniert de facto nur mit der militärischen Faust im Hintergrund. Irak und Libyen haben ihre Attacke auf den Dollar nicht lange überlebt, Russland aber ist da ein ganz anderes Kaliber. Klar aber ist, dass der Konflikt damit eine Spirale höher geht – und der ohnehin nur symbolische “Runde Tisch” wird daran auch nichts änderen und sein logisches Scheitern dreht das Ganze dann nochmal weiter.

Dass dies alles NICHT im Interesse Europas und Deutschland sein kann, hatten wir hier schon mehrfach aufgezeigt – und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wer hier die Strippen zieht: der Sohn des US-Vizepräsidenten und der beste Kumpel von Außenministers John “Skull & Bones” Kerry steigen in den Vorstand des größten privaten ukrainischen Gasunternehmens ein – zuständig für “Expansion”. Schon im Januar war der größte Agrarkonzern der USA , Cargill, mit 200 Mio. beim größten Landwirtschaftsbetrieb der Ukraine eingestiegen. Vermittelt von einem Spezi der US-Diplomatin Victoria “F*ck EU” Nuland und ihres Mannes, Robert Kagan, seines Zeichens Mitgründer des Neocon-Thinktanks “PNAC” (“Project For A New American Century”) ;  jenem Club von Cheney, Rumsfeld und Co. der  sich 1999 “ein neues Pearl Harbour” wünschte, um weitere militärische Eroberungen durchzuziehen.

Nazi-Deutschlands “Unternehmen Barbarossa” – der 1940 geschmiedete geheime Plan, Russland zu überfallen und blitzkriegartig zu besiegen – endete bekanntlich in einer Tragödie und mit 20 Millionen toten Russen und Ukrainern. Vor 70 Jahren, am 11. Mai 1944, vertrieb die Rote Armee die letzten Faschisten von der Halbinsel Krim.  Dass  Russland sie jetzt wieder, völkerrechtlich fragwürdig,  annektierte – nachdem der alte Schlawiner Nikita Chrustschow die Krim 1954 seiner alten politischen Heimat  Ukraine, völkerrechtlich fragwürdig, einfach geschenkt hatte – um sie vor dem aus Kiew herannahenden “Rechten Sektor” zu schützen entbehrt insofern nicht einer gewissen Konsequenz. Denn auch wenn diese echten Faschisten nur einen Teil der amtierenden Putsch-Regierung ausmachen und Jateznjuk “nur ” eine zivile CIA-Marionette ist  – was da unter dem “Stars & Stripes”-und EU-Banner läuft kann man durchaus als “Barbarossa 2.0” sehen: ein bißchen mehr “Soft Power”, ein bißchen weniger Rassismus und Nazi-Brutalität (wobei: Maidan-Scharfschützen, Odessa, Mariupol…  schon sehr heftig), und reichlich mehr Propaganda, dass wir doch die “Guten” sind. Immer noch “Die Wohlgesinnten” (der beste Tatsachen-Roman über “Barbarossa 1” und die Folgen).
Neben dem Zugriff  den Ölvorkommen im Kaukasus ging es damals vor allem um das, wie es im Barbarossa-Plan heißt,   “wehrwirtschaftlich wichtige Donezbecken” – und so ähnlich sehen das jetzt ja auch die PNAC-Strategen, denn dort ist neben 80 % der ukrainischen Rohstoffe auch die Schwerindustrie angesiedelt, weshalb diese Region den Braten wohl als erste gerochen hat und mit der neuen Pseudo-Demokratie aus Kiew nichts zu tun haben will. Und weshalb diese “Separatisten” jetzt auch nicht an den runden Tisch eingeladen, sondern militärisch bekämpft werden – wie damals die Wehrmacht müssen jetzt USA/NATO das  Gebiet unter Kontrolle bekommen, wenn es mit der “Expansion” etwas werden soll. Die gegen Korruption und Kleptokratie demonstrierenden Bürger werden davon wenig haben, denn die oben angedeuteten Geschäftstätigkeiten bedeuten ja nur, dass die alten Oligarchen und Kleptokraten durch neue – “unsere” –  ersetzt werden.

Am Nasenring von Brainwashington

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Es ist schon toll: da richten die Bundeskanzlerin und EU an den neuen Superschurken aus dem Reich des Bösen – Osama Bin Putin – die “dringende Forderung”, die “Destabilisierung” der Lage in der Ukraine zu unterlassen, während gleichzeitig  gemeldet wird, dass 400 Söldner der privaten US-Firma Academi (ehem. Blackwater) in der Ostukraine im Einsatz sind, um Seit an Seit mit dem “Rechten Sektor” für Ordnung zu sorgen. Dies hatte “Bild am Sonntag” unter Berufung auf den Bundesnachrichtendienst (BND) berichtet, es wurde von einer Sprecherin des akademisch getauften paramilitärischen Unternehmens zwar umgehend dementiert, doch da die Putschriegreung in Kiew sich schon länger von “Experten” der CIA und des FBI beraten lässt,und die Heckenschützen des “Rechten Sektors” unter US-Anleitung in Polen trainiert wurden, paßt die Nachricht, dass auch private US-Spezialkommandos aktiv sind durchaus ins Bild. Schon im März hatten russische Agenturen gemeldet, dass zwei von der Putschregierung als Gouverneure eingesetzte Oligarchen Söldner des Blackwater-Ablegers Greystone engagiert hätten. Schmutzige Operationen von privaten Killerkommandos erledigen zu lassen, die an keinerlei (Kriegs)-Recht gebunden sind und juristisch nicht belangt werden können, gehört seit langem zu den Standards der amerikanischen Kriegsführung – und der Verdacht, dass die Scharfschützen auf dem Maidan ebenfalls zu einem solchen Kommando gehörten, wiegt mit jedem Tag, an dem dieser Massenmord nicht aufgklärt wird, schwerer.

Könnte es sein, dass man auch beim BND einen solchen Verdacht hegt – und deshalb nicht länger den Pudel von NSA und CIA spielt und der “Bild”-Zeitung eine solche Meldung steckt, die ja die bisherige Propgandawelle über die Alleinschuld des Superagressors Putin unterminiert ? Will sich etwa die Bundesreigerung nicht länger am Nasenring von Washington in einen Krieg treiben lassen ? Wäre man Optimist, könnte man dieses Leck beim BND als erstes Anzeichen dafür werten. Andererseits besteht die Politik der Bundeskanzlerin ja bekanntlich darin, keine Politik zu machen, weshalb man es statt mit derlei Hoffnungern doch lieber mit dem Realisten Willy Wimmer (CDU), der einen mittlerweile Krieg für unvermeidlich hält:

Genf, das waren die ehrbaren Bemühungen der Mittelmächte wie Frankreich und Deutschland – und vielleicht auch Großbritannien –, um es in Europa nicht zum Schlimmsten kommen zu lassen. Doch der umgehende Besuch des CIA-Direktors in Kiew – und leider auch des amerikanischen Außenministers John Kerry unmittelbar nach Beendigung des Genfer Treffens dort selbst – haben jedenfalls einen deutlichen Zusammenhang zwischen deren Besuchen und dem militärischen Losschlagen der Kiewer Machthaber gegen die Protestbewegung in der Ostukraine hergestellt.

Genf und die dortigen Überlegungen haben in Kiew niemanden interessiert, und es ist in Europa ein einmaliger Vorgang, mit Panzern, Artillerie und Kampfflugzeugen gegen Demonstranten und Hausbesetzer vorzugehen. Die lendenlahmen Erklärungen der deutschen Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, und ihres Gastes auf Rügen, des französischen Staatspräsidenten Francois Hollande, in Richtung Kiew zwecks dortiger Mäßigung zeigen doch in aller Deutlichkeit, dass sich die Junta in Kiew taub stellt, wenn Paris und Berlin anmahnen, die Vereinbarung von Genf einzuhalten.

„Its masters voice“ sitzt eben in Washington und notfalls kommt der berüchtigte Senator John McCain eben höchstpersönlich. Würde EU-Europa seine Werte ernst nehmen, stünde dieser Herr schon längst auf der Liste derjenigen, die mit Einreiseverboten belegt werden müssen. Das Vorgehen der Junta-Kräfte gegen die Ostukraine – und das kann man nach der Art und Weise des Vorgehens deutlich sehen – dient nur einem Zweck: es soll in der Ostukraine eine Bürgerkriegslage geschaffen werden, die örtliche russische Potentaten zu jener Form von Abwehr veranlassen, an die in diesen Tagen aus Gründen, die 69 Jahre zurückliegen, besonders gedacht wird.

Das Muster ist aus dem Jugoslawien-Krieg bekannt, an dem Deutschland  nicht nur wegen seiner Blitzanerkennung der kroatischen Separatisten entscheidend beteiligt war, – am Nasenring der USA, denen nicht an einem einigen, starken Jugoslawien, sondern an einem halben Dutzend schwacher, schutzbedürftiger Kleinstaaten gelegen war. So wie es jetzt darum geht, nicht mit friedlichen Mitteln eine vereinte, blockfreie, als Brückenkopf mit Russland UND der EU kooperierende Ukraine zu schaffen, sondern mit Krieg eine Reihe von Kleinstaaten, die sich entweder unter den Rettungsschirm (die “Knute”)  von Mütterchen Russland oder unter die Knute (den “Rettungsschirm”) des IWF und der NATO flüchten müssen. Dass dabei eine kaum mehr als 20 Jahre existierende Nation zerrissen wird, geht dem weit entfernten Uncle Sam naturgemäß am Arsch vorbei – er rückt mit der “Eroberung” der Westukraine dem neuen “Reich des Bösen”  wieder ein Stück weiter auf die Pelle. Uns aber als direkten Nachbarn in Deutschland und Europa kann und darf das nicht egal sein. Selbst wenn es “unter Freunden” mittlerweile OK sein soll, massenhaft die Verfassung zu brechen und Bundesbürger bis in die Unterhose auszuschnüffeln: wenn Krieg vor der Haustür angezettelt wird, ist die rote Linie defintiv überschritten!

Too Zbig to jail

20.03.14 09:19-BildschirmkopieZbigniew Brzezinski – nationaler Sicherheitschef unter Jimmy Carter, außenpolitischer Berater von  vier weiteren Präsidenten inkl. Barack Obama –  ist neben “Bloody Henry” Kissinger  der große alte Mann der amerikanischen Geopolitik. 1979 bewaffnete und motivierte er die “Freiheitskämpfer” der Mujaheddin gegen die Russen in Afghanistan (“Gott ist an eurer Seite!”)   und kann somit als Erfinder des terroristischen Islamismus und “Al CIAda” gelten. In seinem Buch “Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft” (1997) – bei Amazon wird das Fischer-Taschenbuch gebraucht für 200,00 EURO angeboten, hier gibts ein PDF – beschreibt er sehr weitsichtig die geopolitische Strategie, der die US-Politik bis heute folgt, auch aktuell in der Ukraine:

“Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Russland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden.Verlöre die Ukraine ihre Unabhängigkeit, so hätte das unmittelbare Folgen für Mitteleuropa und würde Polen zu einem geopolitischen Angelpunkt an der Ostgrenze eines vereinten Europas werden lassen. Eine langfristige amerikanische Geostrategie für Europa wird die Fragen der europäischen Einheit und echter Partnerschaft mit Europa mit aller Bestimmtheit angehen müssen. Eine Politik für ein geeintes Europa wird sich außerdem – wenn auch gemeinsam mit den Europäern – der hochsensiblen Frage nach Europas geographischer Ausdehnung stellen müssen. Wie weit soll ich die Europäische Union nach Osten erstrecken?”

Diese Frage ist mittlerweile beantwortet, denn mit ihrem Entweder/Oder-Angebot an die Ukraine haben EU und NATO klar gemacht, dass sie bis an die russischen Grenzen vorrücken und sich im Schwarzen Meer festsetzen wollen. Dazu wurde eine Putsch-Regierung in Kiew installiert und eine faschistische Sturmabteilung aufgehetzt, für die dieselbe Parole gilt, mit der Brezinski seinerzeit seine Gotteskämpfer in Afghanistan in den Krieg schickte: “Soviel russisches Blut wie möglich vergiessen!” Dass der rechte Sektor sie beherzigt, wurde gerade im Gewerkschaftshaus in Odessa grausam unter Beweis gestellt. Doch Tragödien wie diese sind genau das Richtige, um den Konflikt und die Spaltung des Landes weiter anzuheizen – und die feuchten Träume amerikanischer Hegemonie auf dem eurasischen Schachbrett wahr werden zu lassen. Dazu wurde schon 2008 in Georgien gezündelt, um die russische Kontrolle über die Baku/Ceyhan-Pipeline zu unterniminieren, denn die Kontrolle der Öl,-und Gasreserven des kaspischen Beckens sind für die “einzige Weltmacht” von zentraler Bedeutung :

“Amerikas primäres Interesse muß folglich sein…dass keine einzelne Macht die Kontrolle über dieses Gebiet erlangt und dass die Weltgemeinschaft ungehinderten finanziellen und wirtschaftlichen Zugang zu ihr hat…Somit kann das Bemühen Russlands, allein über den Zugang zu bestimmen, nicht hingenommen werden, da es der regionalen Stabilität abträglich ist.”

Wobei Brzezinski unter “Weltgemeinschaft” natürlich eine von den USA und Big Oil dominierte Truppe versteht, die aus seiner Sicht aber unabdingbar ist, um “regionale Stabilität” bei Russlands direkten Nachbarn zu garantieren. Bei soviel imperialem Klartetxt stellt sich die Frage, ob Brzezinskis 10-EuroTaschenbuch vielleicht deshalb nicht mehr nachgedruckt wird, weil hier einfach zu klar und prägnant dargelegt wird, um was es jenseits des Blablas um Demokratie und Menschrechte eigentlich geht. Oder anders gesagt: wer “Putinversteher” nicht verstehen kann – oder einer putinistischen Weltverschwörungstheorie anhängt – sollte Brzezinski lesen. Dass der große Schachspieler und Ziehvater Osama Bin Ladens auch nichts dagegen hat, jetzt in der Ukraine faschistische Strumtruppen zu bewaffnen, ist eigentlich selbstverständlich. In einem aktuellen Artikel fordert er die Obama-Regierung auf, die US-Bevölkerung endlich zum Krieg zu mobilisieren und die “Freiheitskämpfer” in Kiew mit Waffen für den Bürgerkrieg auszurüsten:

The Ukrainians will fight only if they think they will eventually get some help from the West, particularly in supplies of the kind of weaponry that will be necessary to wage a successful urban defense. They’re not going to beat the Russians out in the open field, where thousands of tanks move in. They can only beat them through prolonged urban resistance. Then the war’s economic costs would escalate dramatically for the Russians, and it would become futile politically. But to be able to defend a city, you have to have handheld anti-tank weaponry, handheld rockets and some organization.

Zbig ist immer noch stolz darauf, dass er den Russen einst in Afghanistan “ihr Vietnam” bereitete und bereut die Aufrüstung des Islamismus keine Minute – (wie auch, wo jetzt Al CIAda in Syrien hilft, die Interessen von Big Oil durchzusetzen. Wundere sich also niemand, wenn zur Unterstützung der Nazi-Milizien in der Ukraine demnächst auch noch ein paar radikale Wickelmützen aufkreuzen, wie sie in anderen ehemaligen Sowjetpubliken von den USA auch schon erfolgreich in Stellung gebracht wurden.) Dass derlei rücksichtslose Durchsetzung größenwahnsinniger Weltmachtphantasien eigentlich ein Fall für’s Gefängnis oder den Psychiater wäre spielt im “Great Game” leider keine Rolle – Ideen und Typen wie Brzezinski sind “too zbig to jail.” Und damit solche Forderungen erst gar nicht aufkommen, haben sie ihre Zöglinge, die ihre schnöden Interessen ins (menschen-)rechte Licht rücken, wie etwa Jockel Fischer, der einst mit der Auschwitz-Tränendrüse zum Balkankrieg blies und jetzt (als Angestellter der Brzezinski-Schülerin Madeleine Albright und Handelsvertreter in Pipelineistan) kräftig ins Kriegshorn trompetet: “Putin will die Weltmacht!” Is klar: der Iwan will uns alle holen – er hat sein Land schon direkt an unsere Militärbasen gerückt.

Kein Angst vor Hanf!

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So, das Cover ist schon da, das Manuskript ist auch fertig und wenn jetzt noch ein wenig lektoriert, korrigiert und gesäzzt wird steht einem Erscheinen dieser kleinen Streitschrift (ca. 96 Seiten) nichts mehr im Wege. Warum mehr als 20 Jahre nach der “Hanfbibel”, wie “Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf” von vielen genannt wird und in der nach vor alles steht, was man über diese Pflanze und ihr Verbot wissen sollte,  noch einmal ein Plädoyer für die Legalisierung von Hanf ? Weil die letzten beiden Jahrzehnte nicht nur die herausragenden medizinischen und ökologischen Eigenschaften von Cannabis weiter bestätigt haben, sondern vor allem die absolute Untauglichkeit und Schädlichkeit der Cannabis-Prohibition. Obwohl sich die Zahl der Strafermittlungen wg. Hanf seit Anfang der 80er Jahre mehr als vervierfacht hat (auf über 130.000 Verfahren im letzten Jahr), hat sich die Zahl der Konsumenten mehr als verdoppelt. Der “Krieg gegen Drogen” wird nach wie vor primär gegen Hanf geführt und nährt seinen milliardenschweren Apparat nach wie vor mit Angstpropaganda. Nur als “Kirche der Angst” kann der Prohibitions-Apparat sein ineffizientes  und irrationales Milliardengeschäft noch aufrecht erhalten: durch ständige Dämonisierung des “Feindes” und der Beschwörung, dass sich bei einer Legalisierung die Tore der Hölle öffnen. “Keine Angst vor Hanf!” kontert diese Horrorgeschichten mit nüchternen Zahlen, Daten und Fakten – und zeigt, warum es höchste Zeit ist, sich von der Irrlehre der Prohibition zu verabschieden und der Friedenschluß im “Krieg gegen Drogen” mit Cannabis beginnen muß.

Fuck EU ? Fuck USA!

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Ein wesentlicher  Unterschied zwischen Russland und Ukraine ist: in Moskau bestimmt die Politik, welche Oligarchen Geschäfte machen dürfen, in der Ukraine bestimmten die Oligarchen, wer in Kiew Politik machen darf. Solange Gorbi und der ewig besoffene Jeltzin die Amerikaner Geschäfte machen liessen, war alles OK, erst als Putin den Ausverkauf stoppte und Handlanger wie Chodorowski ins Gefängnis steckte, wurde die Politik des Kremls zum Problem. In Kiew ging auch alles lange einigermaßen gut, bis sich die USA mit CIA und deren NGOs einmischten, um eine “orangene” Revolution vom Zaum zu brechen. Seitdem sprechen sich die Oligarchen nicht mehr alle miteinander ab, sondern sind gespalten – in ein eher dem Westen und ein dem Osten zugeneigetes Lager. Zu letzterem zählte die Regierung Janukowitsch, die deshalb mit Unterstützung des Westens weggeputscht  und durch ein westlich orientiertes Marionettenregime ersetzt wurde. Dass auch unzufriedene weil verarmte und perspektivlose Bürger auf dem Maidan protestierten ist völlig unbestritten, ebenso klar sollte aber auch sein, dass diesen bei dem regime change nur eine Statistenrolle zukam – erzwungen und durchgeführt wurde er von den faschistischen Sturmtruppen des “rechten Sektors” und dann, – zwei Tage nach der Vertragsunterzeichnung  für einen friedlichen Übergang mit Neuwahlen zwischen Janukowitsch und Steinmeier und seinen EU-Kollegen – von den Scharfschützen, die auf dem Maidan wahllos in die Menge feuerten. Dass es sich bei diesen Killern um  Söldner handelte, die weder von der amtierenden ukrainischen Regierung, noch seitens der EU oder Russlands, sondern von den USA angeheuert waren – dieser Verdacht erhärtet sich mit jedem Tag, den das neue Regime in Kiew diesen Massenmord nicht untersucht und aufklärt. Gäb es nur den Anschein eines handfesten Beweises, dass die Russen oder der ihnen freundlichen gesonnene Janukowitsch an dieser Eskalation des Konflikts beteiligt waren – wir können sicher sein, dass er uns im Breitbandformat präsentiert worden wäre. Nein: dass Steinmeier und seine EU-Kollegen vorgeführt und ihr Vertrag nach kaum 48 Stunden Makulatur wurde, konnte weder im Interesse Putins noch Janukowitschs liegen. Letzterer wurde dann mit Gewalt abgesetzt und verjagt, und Putin sah sich gezwungen, seinen Stützpunkt in Sewastopol zu sichern – was mit einer halbwegs verläßlichen Regierung in Kiew völlig unnötig gewesen wäre, nicht aber bei einem von den USA installierten Putschregime.

Das Schwarze Meer ist für Russlands Gas,- und Ölverkäufe in den Süden essentiell – und eben darum geht es “Big Oil”, den Oligarchen der USA, die den frisch eroberten Rohstoff aus Irak und Libyen über eine Pipeline gern an Jordanien, Israel, Libanon und Syrien verkaufen wollen. Weil der Syrer Assad dann aber lieber einen Deal mit Putin abschloss, um die schon bis in die Türkei führende russische Blue Stream Pipeline ans Mittelmeer zu verlängern, wurde der “regime change” in Syrien angezettelt und mit Hilfe alliierter Al CIAda-Kämpfer zum Bürgerkrieg eskaliert. Auch in Syrien geht es natürlich nicht um “Demokratie”, “Menschenrechte” oder Beseitigung eines Diktators, sondern um das Geschäft, das man sich von Russland nicht verderben lassen will. Weshalb der Hegemon aus Amerika auch schon lange Russlands eurasische Zoll,-und Handelsunion auf dem Kieker hat – dass China, Indien und andere mit den Russen Milliardendeals abschliessen und neuerdings ihre Energie nicht mehr in $ sondern in Landeswährung bezahlen können, kann nicht dulden, wer “einzige Weltmacht” sein will. Wie grotesk es aber ist, Russland als “Regionalmacht” und Pariah zu ignorieren, weil man glaubt mit dem Fall der Sowjetunion schon den Endsieg der neoliberalen Globalisierung erreicht zu haben, hat Pepe Escobar in einer schönen Analyse auf Asian Times gerade beschrieben. Und auch sein Verwundern darüber ausgedrückt, dass Deutschland in seiner Schlüsselposition nicht eine völlig andere Politik macht:

“German interest in this key strategic relationship has been reciprocal. Amplified to other nations, that implies in the long run a full European Union-Russia economic/trade integration, and, in the bigger picture, a step closer to Europe-Asia integration. Which translates as absolute anathema for the embattled, Monopoly-addicted hyperpower/hegemon.”

Was hindert Deutschland und die EU eigentlich  daran, an einer Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking zu arbeiten ?  Warum fährt Frau Merkel, die doch mal Russisch gelernt hat, nicht nach Moskau um eine solche Integration anzubahnen, statt sich bei Obama für den NSA-Skandal zu entschuldigen ? Wäre eine gute Zusammenarbeit mit unseren östlichen Nachbarn nicht viel eher  in unserem ureigenen und langfristigen Interesse, als die permanenten Kriege einer monopol-süchtigen Imperialmacht und ihrer Oligarchen zu unterstützen ? Ist es die Bevölkerung, oder nur eine Bande von gekauften Schurnalisten und Medienmanipulateuren, die eine solche friedensstiftende Politik verhindern ? Bestimmen  auch in Deutschland – wie in der Ukraine, oder in den USA –  ein paar Oligarchen, welche Politik gemacht wird ? Wenn nein, wie kommt es dann, dass eine große Koalition des Parlaments eine Politik betreibt, die nicht dem Land, und auch nicht Europa, sondern primär und hauptsächlich den USA dient ? Eine Politik, die Deutschland und die EU schwächt, die sich mit der Ukraine ein weiteres Armenhaus an Land ziehen soll, die dafür selbst einen Bürgerkrieg anzetteln hilft und einen schweren Konflikt mit dem wichtigsten kontinentalen Nachbarn und Handelspartner. Wem nützt das alles bitteschön ?

Wir schlittern in einen Krieg – wie der Russland-Experte Stephen Cohen in diesem lesenswerten Interview deutlich macht – den niemand wollen kann, der aber definitiv nicht von Russland angezettelt wurde, sondern von den USA, der EU und ihrer NATO, die den Russen seit 1991 systematisch auf die Pelle rückt. Eigentlich hätte man dieses nord-atlantische Verteidigungsbündnis damals auflösen oder in ein atlantisch-eurasisches Bündnis transformieren müssen. Wäre die Bundeskanzlerin nicht nur Stiefelleckerin, sondern Weltpolitikerin, sie müßte nach dem Besuch in Washington sofort nach Moskau, um ein solches auf den Weg zu bringen –  die “peinliche Politik”, die ihr die US-Neocons schon jetzt vorwerfen, muß unbedingt richtig in Gang gebracht werden. Wenn Obamas Chefdiplomatin (ehemals Assistentin von  Dick “Darth Vader” Cheney) “Fuck EU” spricht, kann gelegentlich ein beherztes “Fuck USA”  nur angebracht sein, – und dem Frieden dienlich…