Krieg gegen Medical Marihuana gestoppt!

31.05.14 09:16-Bildschirmkopie-2

Das “Marihuana Policy Project” feiert einen historischen Sieg: am 29. 5. entzog  der Kongress den US-Bundesbehörden die Mittel, das in 20 Bundesstaaten legale medizinische Cannabis weiter mit der “Drug Enforcement Agency” zu verfolgen: “The amendment (…) prohibits the Department of Justice, including the DEA, from spending funds to prevent states from implementing their own medical marijuana laws.” Sieben Mal schon stand die Gesetzesnovelle seit 2003 zur Abstimmung, jetzt erreichte sie mit 219 Stimmen eine Mehrheit, 170 Demokraten und 49 Republikaner stimmten dafür.

Damit dürfte der erste Schritt getan sein, die medizinischen Eigenschaften der Hanfpflanze in den USA nun auch bundesweit anzuerkennen – fast 20 Jahre nachdem die Bürger Kaliforniens dies per Volksentscheid taten und als erster Bundesstaat Patienten legalen Zugang zu ihrer Medizin gewährten. Als ich mit meinem Ko-Autor und Freund Jack Herer, einem der führenden Aktivisten dieser Kampagne, 1995 auf der Promenade in Venice Beach Flugblätter für die Volksabstimmung verteilte, hielten viele Passanten (und nahezu alle Politiker) die Argumente für die medizinische Verwendung für einen Trick: “Ihr wollt ja nur in Ruhe kiffen und erzählt uns einen von Medizin.” Doch  diese Unterstellung ist mittlerweile vollkomen obloset,  hunderte neue medizinische Studien haben die erstaunliche Heilwirkung von Cannabinoiden seitdem belegt. „Wäre Cannabis eine unbekannte Substanz und Biologen hätten sie in einer abgelegenen Felsenkluft in den Bergen entdeckt, würde das zweifellos als medizinischer Durchbruch bejubelt“, schrieb dazu der britische „Economist“ schon 2006, „Wissenschaftler würden sein Potential bei der Behandlung von Schmerzen bis Krebs preisen und über die umfangreichen pharmazeutischen Qualitäten staunen.“ So aber werden auch Patienten bis heute von Polizei und Justiz verfolgt, wenn sie sich die verbotene Medizin beschaffen oder in ihrem Garten anbauen. Das muß auch in Deutschland und Europa endlich ein Ende haben, deshalb haben Franjo Grotenhermen von der „Arbeitsgemeinschaft Cannabismedizin“ und andere im April 2014 eine Petition an den Deutschen Bundestag eingereicht. Wie können also gespannt sein, ob sich die von den deutschen Abgeordneten derzeit gern beschworenen “Wertegemeinschaft” mit den “amerikanischen Freunden” nur auf Militäreinsätze und Spitzelätigkeiten beschränkt….

P.S.: Meine kleine Streitschrift zum Thema “Keine Angst vor Hanf! – Warum Cannabis legalisiert werden muß”, die  gerade korrigiert und in Form gebracht wird, erscheint in Kürze als e-Book und Anfang August dann als Buch.

NSA Bespitzelung ist legal !

US-(t)-A-United-Stasi-of-America-T-ShirtsDass der Generalbundesanwalt Harald Lange nach monatelanger “Prüfung” nun mittgeteilt hat, wegen der Massenüberwachung der NSA nicht zu ermitteln, hat vielfach zu empörten Kommentaren geführt. Da ist dann von “Rechtsbeugung” und davon die Rede, dass wir damit defintiv in einer Bananenrepublik angekommen sind. Wenn man die Begründung für dass Nichtstun der Bundesanwaltschaft liest – leider keine Zeugen und Dokumente verfügbar ! – kann man sich in der Tat nur an den Kopf fassen, denn ein 1a Kronzeuge namens Edward Snowden ist ja bekannt und aussagebereit. Zu behaupten, es gäbe ihn nicht ist schlicht eine Unverschämtheit.  Dass der oberste Strafverfolger der Republik mit einer derart plumpen Ausrede an die Öffentlichkeit tritt, hat aber einen triftigen Grund, den er freilich nicht nennt, weil das die Öffentlichkeit wohl noch mehr erregen würde: selbst wenn die verfassungswidrige Massenüberwachung mit Zeugen und Dokumenten wasserdicht belegt wäre, könnte er gar nichts tun. Denn die Abhöraktivitäten der NSA sind völlig legal. Nach dem mit der Adenauer-Republik geschlossenen und bei der Wiedervereinigung nicht beendeten, sondern verlängerten “Deutschlandvertrag”, der den militärischen und geheimdienstlichen Aktivitäten der USA auf deutschem Boden völlige Freizügigkeit gestattete, können die West-Alliierten bis heute tun und lassen was sie wollen. Solange diese Verträge nicht aufgehoben oder verändert werden, müssen die Deutschen die totale Kontrolle durch die USA schlicht hinnehmen. Dass kein Politiker ernsthaft dagegen vorzugehen wagt ist kein Wunder: wer seit Jahrzehtnen alles auschnüffelt, hat gegen jeden von der Kanzlerin abwärts genügend “Kompromat”, um ihn oder sie zum Schweigen zu bringen….

UPDATE, 3.6.2014: Der Generalbundesanwalt tediere jetzt doch dazu, Ermittlungen aufzunehmen, berichtet die Süddeutsche Zeitung

“Die Drogenlüge” und “11.9. – Zehn Jahre danach” auf Serbisch

lazi_o_drogama_s 11_09_-_deset_godina_kasnije-matijas_brekers-_kristijan_k_valter_s

Zwei meiner Bücher – “Die Drogenlüge” und “11.9. -Zehn Jahre danach”  – sind jetzt auch in serbischer Sprache erhältlich, erschienen im Laguna-Verlag , Belgrad. Über das Netz hatte ich sie bisher nicht gefunden,  den Grund erfuhr ich als jetzt die Belegexemplare eintrafen: “Mathias” und  “Broeckers” waren auf der Verlags-Website nicht auffindbar, weil die Serben, wie mir ein sprachkundiger Kollege steckte, fremdländische Namen phonetisch schreiben. So kommt es dann zu Matijas Brekers. Und weil sie dann aus “C.” ein “K.” und aus “W” ein “V” machen heißt der Kollege jetzt eben  Kristijan K. Valter. Schaut zwar ungewohnt aus, aber weil  Name eh Schall und Rauch ist, kann einem das durchaus Conchita oder Wurst sein – Hauptsache der Inhalt taugt. Und das ist imho natürlich der Fall 🙂 .

The Best Hemp Poster Ever Made

poster-hanf

Als ich vor mehr als 20 Jahren das HanfHaus startete, weil sich mit der Herstellung von Hanfpapier für “Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf” und  dem Erscheinen des Buchs eine große Nachfrage nach Produkten aus der nützlichsten Pflanze der Welt entstanden war, kam mir die Idee, die Geschichte und die erstaunliche Vielfalt des verbotenen Krauts auf einem Plakat darzustellen. Und weil mein Freund Gerhard Seyfried ein Meister der Zeichnerei und quasi der Erfinder des Wimmelbilds  ist, war klar, wer sämtliche historischen, botanischen und politischen Informationen auf über 500 Seiten des Buchs auf einem einzigen Bild unterbringen musste. Der Tatsache, dass er diesen Auftrag annahm, verdanken wir das beste und bunteste Hanfplakat aller Zeiten – oder, um es mit den Worten meines Ko-Autors Jack Herer auszudrücken, der es über dem Schreibtisch hängen hatte: “The Best Hemp Poster Ever Made!”
Seit gestern hat Gerhard eine neue Webseite mit Infos über seine Comics und Romane, sowie einem Shop, über die man das Poster online bestellen kann: http://gerhardseyfried.de/

Nora ist da!

Nora

Ein freudiges Ereignis ist zu vermelden: Nora Felicitas Bröckers ist am 18.Mai 2014 sicher und wohlbehalten auf der Erde gelandet. Die Eltern Boris und Jasmin freuen sich ebenso wie Bruder Juri (2), Cousin Hugo (5), Cousine Clara (3) und die ganze Familie sowie natürlich yours truly, der nunmehr vierfache Großvater.

Beleidigte Pre$$titutes

Dont-Trust-the-Presstitutes

Auf der ersten Seite des “Tagesspiegel” antwortet Josef Joffe auf vier Fragen und dem Titel “Was macht die Welt?” und jedesmal empfinde ich eine gewisse Bewunderung, wie so man tief im Auspuff neo-liberaler Think-Tanks hausen und deren Parolen in derart selbstgefälliger Witzischkeit als seine eigenen zu präsentieren kann, ohne auch nur einen Moment rot zu werden. Das ist schon die hohe Kunst der Pre$$titution und als Herausgeber der “Zeit” und Mitglied in gut einem Dutzend transatlantsicher Elite-Zirkel hat es Joffe in der Branche ja auch weit gebracht. Dass seine hoch dekorierten Aktivitäten freilich wenig bis nichts mit echtem Journalismus zu tun haben, sondern auschließlich mit  Lobbyismus und Propaganda, hört Jockel Joffe nicht gerne – er schickte dem ZDF eine Unterlassungerklärung und beschwerte sich: weil die Satire-Sendung “Die Anstalt” kurz aufgezeigt hatte, wessen Lied der Bauchredner Joffe seit Jahren singt. Das sei, moniert er, “kein guter Journalismus” und die dem Beitrag zugrunde liegende Dissertation des Leipziger Medienwissenschaftlers Uwe Krüger  über die engen Verbindungen zwischen Leitartiklern und Machteliten  “keine gute Wissenschaft.”  Na klar, einer wie Joffe muß das ja wissen, denn er ist ja nicht nur Groß-Journalist, sondern derzeit auch Lehrbeauftragter an der Universität Standford. Neben Joffe werden in der “Anstalt” auch noch ein paar andere NATO-Versteher und Pentagon-Lautsprecher der hiesigen Leitmedien identifiziert – aber nur weil sie von denselben Zirkeln gesponsort werden heißt das ja nicht, das sie alle dieselbe Meinung haben: “Ich glaube für alle “Ko-Konspiratoren” zu sprechen, wenn ich mit dem gebotenen Hohn zurückweise, wir dächten und schrieben alle irgendwie gleich.” Nein, natürlich nicht, denn dann würde ja noch viel eher auffallen, dass alle derselben Agenda folgen und die sogenannten Journalisten der Springer(-stiefel)presse sogar in den Arbeitsverträgen dazu verpflichtet sind, das “transatlantische Bündnis” zu unterstützen.

Bei einer Fußballreportage, deren Reporter verpflichtet wäre, eine bestimmte Manschaft zu unterstützen und dann kleine Rempler des Gegners  als üble Fouls und  eigene Blutgrätschen als faire Härte kommentiert, könnte man den Ton eigentlich abschalten. Er liefert nämlich keine echten Informationen und kein zusätzliches Hintergrundwissen Einem solchen Sportreporter wäre in den Medien zu Recht keine große Karriere beschieden , wo es aber um Welt,-und Geopolitik geht – bei Reportagen über das “Great Game” der großen Nationen um die Ressourcen des Planeten – scheint das anders zu sein, sonst hätte ein Vogel wie Joffe  sich niemals zum großspurigen Welterklärer aufschwingen können. Und dann als Pre$$titute at large noch politisches Kabarett wegzensieren wollen, weil es mal auf den Punkt bringt, in welch niederem Gewerbe die transatlantischen Werbefuzzis vom Kaliber Joffe tätig sind,  und derart peinliche Briefe zu schreiben ohne rot zu werden, das hat schon was. Und erklärt im Übrigen auch, warum die  veröffentlichte Meinung, die  diese Reklameschranzen aktuell über Russland, Ukraine, Putin etc.  verbreiten und die öffentliche Meinung derzeit so weit auseinander klaffen. Die Leute lassen sich von Journalistendarstellern wie Joffe nicht mehr verarschen – sie schenken eher den Komikern Glauben, die im Kabarett echten Journalismus machen.

Barbarossa 2.0

Woikow-Huette
Nach der Befreiung der Krim im Mai 1944 demontiert ein Rotarmist das zwischenzeitlich angebrachte Hakenkreuz über der Pforte zur ­eisenverarbeitenden Woikow-Hütte. (Foto: Jewgeni Chaldej/ Aus: Heinz Krimmer, Ernst Volland (Hrsg.): Jewgeni Chaldej: Kriegstagebuch. Das Neue Berlin, Berlin 2011)

 

Jetzt müssen Rubel rollen: als Reaktion auf die westliche Sanktionen will Russland für Gas-und Öl-Lieferungen an die EU künftig in Rubel bezahlt werden. Diese gewagte Variante im geopolitischen Schach hatten auch schon Saddam Hussein und der Libyer Gadahfi versucht, was sie nicht lange überlebten, den wenn es gegen seine offene Flanke, den US-Dollar geht kennt Uncle Sam kein Erbarmen. Dass das globale Spielgeld, das FED und Wall Street in beliebiger Menge aus dem Nichts produzieren, nach wie vor die Leitwährung der Welt ist und einen Wert besitzt, hat nämlich nur damit zu tun, dass jedes Land der Welt, das anderswo Öl oder Gas einkaufen will, einem Zwangsumtausch in US-Dollar unterworfen ist. Mit einem “freien Markt” – der neben “Demokratie” und “Menschrechte” essentiellen Parole auf den Kriegsfahnen des Westens – hat das natürlich wenig zu tun, die “unsichtbare Hand”, die nach der liberalen Ideologie Alles zum Wohle Aller bestens zwischen Angebot und Nachfrage austariert,  funktioniert de facto nur mit der militärischen Faust im Hintergrund. Irak und Libyen haben ihre Attacke auf den Dollar nicht lange überlebt, Russland aber ist da ein ganz anderes Kaliber. Klar aber ist, dass der Konflikt damit eine Spirale höher geht – und der ohnehin nur symbolische “Runde Tisch” wird daran auch nichts änderen und sein logisches Scheitern dreht das Ganze dann nochmal weiter.

Dass dies alles NICHT im Interesse Europas und Deutschland sein kann, hatten wir hier schon mehrfach aufgezeigt – und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wer hier die Strippen zieht: der Sohn des US-Vizepräsidenten und der beste Kumpel von Außenministers John “Skull & Bones” Kerry steigen in den Vorstand des größten privaten ukrainischen Gasunternehmens ein – zuständig für “Expansion”. Schon im Januar war der größte Agrarkonzern der USA , Cargill, mit 200 Mio. beim größten Landwirtschaftsbetrieb der Ukraine eingestiegen. Vermittelt von einem Spezi der US-Diplomatin Victoria “F*ck EU” Nuland und ihres Mannes, Robert Kagan, seines Zeichens Mitgründer des Neocon-Thinktanks “PNAC” (“Project For A New American Century”) ;  jenem Club von Cheney, Rumsfeld und Co. der  sich 1999 “ein neues Pearl Harbour” wünschte, um weitere militärische Eroberungen durchzuziehen.

Nazi-Deutschlands “Unternehmen Barbarossa” – der 1940 geschmiedete geheime Plan, Russland zu überfallen und blitzkriegartig zu besiegen – endete bekanntlich in einer Tragödie und mit 20 Millionen toten Russen und Ukrainern. Vor 70 Jahren, am 11. Mai 1944, vertrieb die Rote Armee die letzten Faschisten von der Halbinsel Krim.  Dass  Russland sie jetzt wieder, völkerrechtlich fragwürdig,  annektierte – nachdem der alte Schlawiner Nikita Chrustschow die Krim 1954 seiner alten politischen Heimat  Ukraine, völkerrechtlich fragwürdig, einfach geschenkt hatte – um sie vor dem aus Kiew herannahenden “Rechten Sektor” zu schützen entbehrt insofern nicht einer gewissen Konsequenz. Denn auch wenn diese echten Faschisten nur einen Teil der amtierenden Putsch-Regierung ausmachen und Jateznjuk “nur ” eine zivile CIA-Marionette ist  – was da unter dem “Stars & Stripes”-und EU-Banner läuft kann man durchaus als “Barbarossa 2.0” sehen: ein bißchen mehr “Soft Power”, ein bißchen weniger Rassismus und Nazi-Brutalität (wobei: Maidan-Scharfschützen, Odessa, Mariupol…  schon sehr heftig), und reichlich mehr Propaganda, dass wir doch die “Guten” sind. Immer noch “Die Wohlgesinnten” (der beste Tatsachen-Roman über “Barbarossa 1” und die Folgen).
Neben dem Zugriff  den Ölvorkommen im Kaukasus ging es damals vor allem um das, wie es im Barbarossa-Plan heißt,   “wehrwirtschaftlich wichtige Donezbecken” – und so ähnlich sehen das jetzt ja auch die PNAC-Strategen, denn dort ist neben 80 % der ukrainischen Rohstoffe auch die Schwerindustrie angesiedelt, weshalb diese Region den Braten wohl als erste gerochen hat und mit der neuen Pseudo-Demokratie aus Kiew nichts zu tun haben will. Und weshalb diese “Separatisten” jetzt auch nicht an den runden Tisch eingeladen, sondern militärisch bekämpft werden – wie damals die Wehrmacht müssen jetzt USA/NATO das  Gebiet unter Kontrolle bekommen, wenn es mit der “Expansion” etwas werden soll. Die gegen Korruption und Kleptokratie demonstrierenden Bürger werden davon wenig haben, denn die oben angedeuteten Geschäftstätigkeiten bedeuten ja nur, dass die alten Oligarchen und Kleptokraten durch neue – “unsere” –  ersetzt werden.

Am Nasenring von Brainwashington

20.03.14 09:19-Bildschirmkopie

Es ist schon toll: da richten die Bundeskanzlerin und EU an den neuen Superschurken aus dem Reich des Bösen – Osama Bin Putin – die “dringende Forderung”, die “Destabilisierung” der Lage in der Ukraine zu unterlassen, während gleichzeitig  gemeldet wird, dass 400 Söldner der privaten US-Firma Academi (ehem. Blackwater) in der Ostukraine im Einsatz sind, um Seit an Seit mit dem “Rechten Sektor” für Ordnung zu sorgen. Dies hatte “Bild am Sonntag” unter Berufung auf den Bundesnachrichtendienst (BND) berichtet, es wurde von einer Sprecherin des akademisch getauften paramilitärischen Unternehmens zwar umgehend dementiert, doch da die Putschriegreung in Kiew sich schon länger von “Experten” der CIA und des FBI beraten lässt,und die Heckenschützen des “Rechten Sektors” unter US-Anleitung in Polen trainiert wurden, paßt die Nachricht, dass auch private US-Spezialkommandos aktiv sind durchaus ins Bild. Schon im März hatten russische Agenturen gemeldet, dass zwei von der Putschregierung als Gouverneure eingesetzte Oligarchen Söldner des Blackwater-Ablegers Greystone engagiert hätten. Schmutzige Operationen von privaten Killerkommandos erledigen zu lassen, die an keinerlei (Kriegs)-Recht gebunden sind und juristisch nicht belangt werden können, gehört seit langem zu den Standards der amerikanischen Kriegsführung – und der Verdacht, dass die Scharfschützen auf dem Maidan ebenfalls zu einem solchen Kommando gehörten, wiegt mit jedem Tag, an dem dieser Massenmord nicht aufgklärt wird, schwerer.

Könnte es sein, dass man auch beim BND einen solchen Verdacht hegt – und deshalb nicht länger den Pudel von NSA und CIA spielt und der “Bild”-Zeitung eine solche Meldung steckt, die ja die bisherige Propgandawelle über die Alleinschuld des Superagressors Putin unterminiert ? Will sich etwa die Bundesreigerung nicht länger am Nasenring von Washington in einen Krieg treiben lassen ? Wäre man Optimist, könnte man dieses Leck beim BND als erstes Anzeichen dafür werten. Andererseits besteht die Politik der Bundeskanzlerin ja bekanntlich darin, keine Politik zu machen, weshalb man es statt mit derlei Hoffnungern doch lieber mit dem Realisten Willy Wimmer (CDU), der einen mittlerweile Krieg für unvermeidlich hält:

Genf, das waren die ehrbaren Bemühungen der Mittelmächte wie Frankreich und Deutschland – und vielleicht auch Großbritannien –, um es in Europa nicht zum Schlimmsten kommen zu lassen. Doch der umgehende Besuch des CIA-Direktors in Kiew – und leider auch des amerikanischen Außenministers John Kerry unmittelbar nach Beendigung des Genfer Treffens dort selbst – haben jedenfalls einen deutlichen Zusammenhang zwischen deren Besuchen und dem militärischen Losschlagen der Kiewer Machthaber gegen die Protestbewegung in der Ostukraine hergestellt.

Genf und die dortigen Überlegungen haben in Kiew niemanden interessiert, und es ist in Europa ein einmaliger Vorgang, mit Panzern, Artillerie und Kampfflugzeugen gegen Demonstranten und Hausbesetzer vorzugehen. Die lendenlahmen Erklärungen der deutschen Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, und ihres Gastes auf Rügen, des französischen Staatspräsidenten Francois Hollande, in Richtung Kiew zwecks dortiger Mäßigung zeigen doch in aller Deutlichkeit, dass sich die Junta in Kiew taub stellt, wenn Paris und Berlin anmahnen, die Vereinbarung von Genf einzuhalten.

„Its masters voice“ sitzt eben in Washington und notfalls kommt der berüchtigte Senator John McCain eben höchstpersönlich. Würde EU-Europa seine Werte ernst nehmen, stünde dieser Herr schon längst auf der Liste derjenigen, die mit Einreiseverboten belegt werden müssen. Das Vorgehen der Junta-Kräfte gegen die Ostukraine – und das kann man nach der Art und Weise des Vorgehens deutlich sehen – dient nur einem Zweck: es soll in der Ostukraine eine Bürgerkriegslage geschaffen werden, die örtliche russische Potentaten zu jener Form von Abwehr veranlassen, an die in diesen Tagen aus Gründen, die 69 Jahre zurückliegen, besonders gedacht wird.

Das Muster ist aus dem Jugoslawien-Krieg bekannt, an dem Deutschland  nicht nur wegen seiner Blitzanerkennung der kroatischen Separatisten entscheidend beteiligt war, – am Nasenring der USA, denen nicht an einem einigen, starken Jugoslawien, sondern an einem halben Dutzend schwacher, schutzbedürftiger Kleinstaaten gelegen war. So wie es jetzt darum geht, nicht mit friedlichen Mitteln eine vereinte, blockfreie, als Brückenkopf mit Russland UND der EU kooperierende Ukraine zu schaffen, sondern mit Krieg eine Reihe von Kleinstaaten, die sich entweder unter den Rettungsschirm (die “Knute”)  von Mütterchen Russland oder unter die Knute (den “Rettungsschirm”) des IWF und der NATO flüchten müssen. Dass dabei eine kaum mehr als 20 Jahre existierende Nation zerrissen wird, geht dem weit entfernten Uncle Sam naturgemäß am Arsch vorbei – er rückt mit der “Eroberung” der Westukraine dem neuen “Reich des Bösen”  wieder ein Stück weiter auf die Pelle. Uns aber als direkten Nachbarn in Deutschland und Europa kann und darf das nicht egal sein. Selbst wenn es “unter Freunden” mittlerweile OK sein soll, massenhaft die Verfassung zu brechen und Bundesbürger bis in die Unterhose auszuschnüffeln: wenn Krieg vor der Haustür angezettelt wird, ist die rote Linie defintiv überschritten!