Außer mit den Untiefen der Politik, der Unausweichlichkeit des Scheiterns, der Geschichte des Hanfs , der Entdeckung des LSD und einigem anderen habe ich mich seit vielen Jahren immer auch mit dem sogenannten Übernatürlichen beschäftigt, den Fragen von Geist und Materie, Bewusstsein und Realität und den Grenzen unserer Erkenntnismöglichkeiten. Dabei habe ich versucht, mich an das Motto des heiligen Augustinus zu halten – “Wunder geschehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern im Gegensatz zu dem, was wir von der Natur wissen” – und nicht davon auszugehen, dass der derzeitige Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und das daraus resultierende materialistische Weltbild defintiv und endgültig sind. Neue Werkzeuge, wie einst das Fernrohr des Galilei, können seit Jahrhunderten defintive und endgültige wissenschaftliche Vorstellungen schlagartig verändern und – auch wenn die Beharrungskräfte des Bestehenden einen Paradigmenwechsel noch lange herauszögern – unser Weltbild revolutionieren.
Ein solcher Paradigmenwechsel scheint sich mir auch in den Forschungen einiger westlicher Pioniere anzubahnen, die in den vergangenen 50 Jahren neue Ansätze des Zugangs zu Bereichen des Bewußtseins untersucht haben, die traditionell als die tiefsten spirituellen Mysterien angesehen werden. Zu den bekanntesten dieser Untersuchungen gehört die Erforschung der Nahtod-Erfahrungen, die durch die Verbesserungen der Notfallmedizin auf einen immer größer werdenden Fundus empirischer Daten zurckgreifen können. Auch deshalb, weil immer mehr Betroffene draüber reden, ohne Angst zu haben, gleich für verrückt erklärt zu werden, wenn sie von Lichtwesen, Engeln oder ihrem Kontakt mit verstorbenen Familienangehörigen berichten.
Mein Freund Ralph Metzner, Professor am “Institute for Integral Studies” in San Francisco, hat sich seit seiner Zeit als Assistent von Timothy Leary beim Psilocybin-Forschungsprojekt der Harvard-Universität Anfang der 1960er Jahre mit der Erforschung veränderter Bewußtseinszustände beschäftigt – sowohl als Lehrender, wie als Psychotherapeut und als Feldforscher. Sein jüngstes Buch “Der Lebenszyklus der Menschenseele: Inkarnation – Empfägnis – Geburt – Tod -Nachtod – Reinkarnation” habe ich übersetzt und es ist soeben im Nachtschatten-Verlag erschienen. Es behandelt die Erfahrungen der Geburt und des pränatalen Lebens, die unbewussten psychischen Prägungen bei der Ermpfängnis, die Erfahrung des Tods des physischen Körpers und das Leben der Seele in den Zwischenbereichen vor der Wahl einer Wiedergeburt in ein neues Leben. Ralph Metzner bezieht dabei empirische Beobachtung aus psychedelischen Erfahrungen, Meditation und Nahtoderlebnissen ebenso ein wie die Erkenntnise über prä,- und perinatale Bewußtseinszustände, die sein Kollege Stanislav Grof gewonnen hat. Wie einst die Feinde Galileis, die sich weigerten, durch sein Ferhrohr zu schauen und ihn als Ketzer und Idioten abtaten, lehnen auch heute viele Zeitgenossen die neuen Werkzeuge der Bewußtseinsforschung ab, die es ermöglichen, den Weltraum der Seele zu erkunden. Ihnen wird auch mit diesem Buch kaum zu helfen sein, weil sie ja “wissen”, dass es eine Seele gar nicht gibt – so wie ihre zahlreichen Vorgänger im 16. Jahrhundert defintiv wußten, dass es ein um die Sonne kreisendes Planetensystem nicht geben kann. Allen anderen aber können sich mit dieser konzisen Zusammenfassung über die letzten (und die ersten) Dinge auf den aktuellen Stand der Wissenschaft bringen lassen – von einem der führenden Bewußtseinsforscher und integralen Psychologen unserer Tage.