Das große Aussterben

Es gibt ja immer noch Leute, die den Ausstoß von Treibhausgasen für unbedenklich halten, weil das Klima auf diesem Planeten sich ja sowieso ändert wie es will. Und dass man da einfach nichts machen kann. Und dass diejenigen, die behaupten, dass man etwas machen kann und sogar machen muss – wie zum Beispiel die Kids der “Fridays for Future”- Demos – auf einem völligen Irrweg sind. Irgendwie ferngesteuert, gehirngewaschen, wie auch ca. 95 % aller Wissenschaftler und Forscher, die sich mit dem Thema beschäftigen. Auch wenn man eine solche Massengehirnwäsche nie ganz ausschliessen kann, scheint sie mir in diesem Fall recht unwahrscheinlich. Zumal ziemlich unklar ist, wer denn und zu welchem Behufe diese Großverschwörung inszeniert und steuert – außer den NWO-Illuminaten, die uns sowieso alle knechten und versklaven wollen bzw. seit Jahrhunderten schon haben. Okay, da kann man einfach nichts mehr machen.

Vielleicht hilft ein kleiner Perspektivwechsel. Ein Blick auf das Ganze, das lebende Gesamtssystem Erde, für das der Astrophysiker James Lovelock und die Mikrobiologin Lynn Margulis den Namen “Gaia” geprägt haben – und aufzeigten, wie abhängig die sichtbare Biosphäre von unsichtbaren Kleinstlebewesen und Bakterien ist, da von ihnen die genaue Gaszusammensetzung der Atmosphäre gesteuert wird. “Klima” ist nicht einfach da, es wird jeden Tag rund um die Uhr hergestellt. Und das seit vier Milliarden Jahren.

“Wenn wir diese vier Milliarden Jahre zu einem Kurzfilm zusammenfassen, sehen wir, wie sich das Gesicht der Erde ständig verändert, wie es auf seine Umgebung reagiert und seinerseits, mit strengem Mie­nenspiel, auf sie Einfluß nimmt. Manchmal antwortet es für einen Moment mit eisiger Strenge – und während der Eiszeiten wirkten große Teile des Gesichts tatsächlich wie erstarrt -, doch nachher zeigt sich, daß auch dies nur ein Mittel war, ein Trick, um nicht aus dem Gleichgewicht zu kommen. Wie heute manche Lebensmittel bedurfte auch das Leben selbst auf dem langen Weg der Evolution offenbar bis­ weilen der Konservierung durch Tiefkühlung.

Die letzte Sekunde des Films zeigt die Erdgeschichte der vergange­nen 50 000 Jahre bis heute. In Zeitlupe betrachtet, können wir die fi­nale Menschwerdung des Affen beobachten: Durch eine neue Techno­logie, die Handhabung des Feuers, ist er weniger klima- und standort­abhängig als alle anderen Tiere und breitet sich bald überall aus. Dann ist ein weiteres faszinierendes Ereignis zu beobachten: die Entstehung einer Speichertechnologie, mit der sich die Menschen nun auch zeit­unabhängig machen – dank der Sprache können sie erworbenes Wissen konservieren und weitergeben. Dieser Informationsvorsprung scheint sie allen anderen Lebensformen nun endgültig überlegen zu machen. Mit den letzten Bildern des Films jedoch werden wir Zeuge einer dramatischen Situation: So plötzlich hat Gaia ihr Gesicht noch nie verändert. Blitzartig verschwinden die Waldflächen in Afrika, Eu­ropa und Nordamerika – und auf dem letzten Bild des Films, dem Be­ginn des Industriezeitalters, beginnt die Atmosphäre, sich durch Rauch und Abgase zu verdunkeln. Das Licht geht wieder an. Der Film ist zu Ende. Wir sind wieder in der Wirklichkeit.

Einen so starken C02-Anstieg wie zur Zeit erlebte Gaia das letzte­ mal vor etwa 65 Millionen Jahren: Damals, gegen Ende der Kreidezeit, verwandelte sich die Erde in einen Backofen, und mit den Sauriern gingen 90 Prozent aller höheren Arten zugrunde. Auslöser der C02- Katastrophe war, so weiß man mittlerweile, der Aufprall eines größe­ren Himmelskörpers. Heute müssen über den Auslöser keine Vermu­tungen angestellt werden – die Menschen, denen die Handhabung des Feuers einst den entscheidenden Evolutionsvorteil sicherte, scheinen an der Perfektionierung ebendieser Technologie jetzt zu scheitern: Sie fahren wider besseres Wissen fort, den Planeten in einen giftigen Backofen zu verwandeln. Das Artensterben hat heute schon wieder dasselbe Tempo erreicht wie in der Kreidezeit – die Saurier indessen leben noch.”

Diesen kleinen Kurzfilm der Erde schrieb vor über 20 Jahren, als Kommentar zu den Umweltkonferenzen in Rio 1992 und  in Kyoto 1997. Der lebende Saurier hieß damals George Bush und trat bei der UN-Versammlung nur unter der Bedingung an, dass keine Reduzierung von Treibhausgasen beschlossen wird. Sein Nachfolger Trump hat 20 Jahre später sämtliche Abkommen gekündigt.

Er und seine Freunde werden sich dann auch von dem jüngsten UN-Bericht zum Artensterben nicht beirren lassen – so wie es schon immer mal wärmer oder kälter war auf der Erde, so sind doch auch schon immer Tier,-und Pflanzenarten verschwunden. Dass der Schwund jetzt noch schneller vorangeht als damals in der Kreidezeit – da kann man halt nichts machen. Und bewiesen, dass es sich um menschengemachte Zerstörung ist es schließlich auch nicht, wie eine Studie von Professor Koofmich von der Discount-Universität doch gerade wieder gezeigt hat. Man kann jede Wette eingehen, dass Donald Trump an einer UN-Konferenz zur Biodiversität nur teilnimmt, wenn keine konkreten Schritte zu ihrem Erhalt beschlossen werden. Die Kids müssen wohl bald auch noch von Montags bis Donnerstags demonstrieren…

Auch als Podcast auf KenFM

Impfzwang rettet Millionen!

Mit Robert und Dirk habe ich mal wieder die Themen der Woche ventiliert. Es geht um Impfpflicht, Massenaussterben, den Militärisch-industriellen Komplex als einen der größten Umweltsünder und um Julian Assange in Isolationshaft. Sowie um die   Gelbwesten, den vorerst gescheiterten Staatsstreich Venezuela und um Liebesgrüße aus Murmansk: Putins “Killerwal”.

PS: Auch Internet-TV verursacht Aufwand und Kosten und von den GEZ-Gebühren, die ihr brav zahlt, bekommen wir nichts ab. Das Dritte Jahrtausend ist auf freiwillige Unterstützung angewiesen, ohne Spenden können wir nicht senden!

Willkommen im UKSSR Justizsystem!

Julian Assange muss 50 Wochen ins Gefängnis, weil er gegen Kautionsauflagen verstossen hat – so hat eine britische Richterin heute geurteilt. Willkommen im “UKSSR”-Justizsystem  , wo es natürlich keine politischen Urteile gibt, wo aber vor zwei Wochen ein “Speedboat-Killer”, gegen den wegen Tötung einer Frau ermittelt wurde, wegen des selben Vergehens nur 6 Monate bekam. Für Julian Assange musste das vorgesehene Strafmaß dann aber voll ausgeschöpft werden – dass er sich aus Angst vor Auslieferung und Todesstrafe 2012 in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet hatte, wurde als mildernder Umstand nicht anerkannt. Genausowenig wie die Tatsache, dass die von Beginn an dubiose Vergewaltigungs-Anklage aus Schweden, die der Grund für seine Verfolgung in England und die erlassenen Kautionsauflagen waren,  schon vor zwei Jahren fallen gelassen wurde. Hier das Schreiben seiner Anwälte dazu.

Es besteht also eigentlich gar kein Grund mehr, warum sich der Australier Julian Assange jetzt vor einem britischen Gericht verantworten muss, weil er sich einem schwedischen Auslieferungsersuchen durch Flucht in die Botschaft entzogen hat, da er wohl nicht zu Unrecht befürchten musste, von den Schweden in die USA weitergereicht zu werden. Dies haben die Vereinigten Staaten jetzt in Großbritannien direkt beantragt und die erste Verhandlung darüber soll am 2. Mai stattfinden. Als Begründung führen die USA an, Assange habe der Whistleblowerin Chelsea Manning beim Knacken eines Passworts geholfen  und unerlaubten Zugang auf Datenbanken des US-Militärs verschafft. Das ist ein sehr plumper falscher Vorwurf, denn Manning hatte “security clearance” und brauchte gar keine Hilfe bei Passwörtern. Aber darum geht es dem US-Imperium auch gar nicht, das nicht nur eine weitere Anklage nach dem “Espionage Act” von 1917  sondern auch weitere “Vergehen” in der Hinterhand hat, um den Wikileaks-Gründer auf Lebenszeit einzusperren – wenn er denn erst mal ausgeliefert ist. Der Whistleblower Daniel Ellsberg, der einst die Pentagon Papers veröffentlichte, hat zuerst auch nur eine und am Ende 12 Anklagen am Hals.  In Sachen Assange soll  es jetzt mit einem  vergleichbar harmlosen, mit 5 Jahren Höchststrafe belegten Verbrechen, der britischen Justiz leicht gemacht werden, den Auslieferungswünschen des großen Bruders nachzukommen. Und nach dem Verlauf des heutigen Verfahrens steht zu befürchten, dass dabei nicht nach Recht und Gesetz, sondern nach politischen Maßstäben geurteilt wird. Und damit ein weltweit  bedeutendes Exempel statuiert: Wer die Verbrechen des Imperiums aufdeckt, ist selbst Verbrecher und wird zum Schweigen gebracht.

Obstructiongate

Auf die wunderbare  Fleißarbeit der russischen Botschaft in Washington, die  die wichtigsten Fake-News der vergangenen drei Jahre – mit hunderten von Links – zusammengestellt hat und einen massiven Fall von Russophobie daiagnostzierte : THE RUSSIAGATE HYSTERIA:A CASE OF SEVERE RUSSOPHOBIA , hatte ich hier schon alle verwiesen, die “irgendwas mit Medien” studieren oder sich für den tragischen Zustand der einstigen “vierten Gewalt” interessieren. Die Dokumentation ist eine Fundgrube und ein Fallbeispiel par excellénce.

Vor allem für jene sogenannten „Experten“ die Kritik an regierungsoffiziellen Narrativen mit der Keule „Verschwörungstheorie“ bearbeiten. Denn mit „Russiagate“ haben wir eine solche „Theorie“ jetzt seit Jahren auf freier Wildbahn, die sich als tatsächliche Verschwörung herausgestellt hat. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von Angehörigen des FBI, der CIA, der Obama-Regierung und der Partei der Demokraten sowie fast allen Großmedien, die sich im Geheimen absprachen, die Wahl des Kandidaten Trump zu verhindern und als das nicht gelang, ihn als Präsidenten anzuklagen und zu stürzen.

Aber keiner der „Experten“ nimmt dafür das böse V-Wort in den Mund, auch wenn es sich bei dieser Konspiration von Behörden, Politik, Geheimdiensten und Medien um die bedeutendste und offensichtlichste Verschwörung der letzten Jahre handelt. (Wo bleibt eigentlich Prof. Butter wenn man ihn mal braucht? ) Und wir merken uns: Verschwörungstheorien sind nur dann „krude“, „gefährlich“ und „Demokratie gefährdend“ wenn sie von Kritikern und Opponenten der Regierungen kommen, wenn sie aber von Regierungen, Behörden, Polizei und Geheimdiensten verbreitet werden, sind sie in voll Ordnung. Und es ist nicht einmal peinlich, wenn sie sich als haltlos, erstunken und erlogen herausstellen – die Großmedien orgeln einfach weiter.

Man kann ja Donald Trump weiterhin unsympathisch, unmöglich und unerträglich finden, aber man muss ihm zugestehen, dass er zu Unrecht beschuldigt wurde und dass er Recht hatte immer nur noch von „Fake News Medien“ zu sprechen. Dass ihm dieser Bonus nun voraussichtlich die Wiederwahl bescheren wird, haben sich Demokraten einzig und allein selbst zuzuschreiben, allen voran Hillary Clinton, die lautstärkste Verbreiterin der Russigate-Verschwörungstheorie.

Nun ist Hillary ja keineswegs dumm, genauso wenig wie die führenden FBI und CIA-Leute und die ganzen Journalisten, Leitartikler, Chefredakteure, die immer neue „Breaking Fake News“ verbreiteten. Haben all diese Leute, die an der Anti-Trump-Operation mitstrickten, diese erfundenen Geschichten am Ende selbst geglaubt und Trump für einen russischen Agenten gehalten ?

Wenn man die oben erwähnte Dokumentation liest, kann man sich kaum vorstellen, dass die von Beginn an heiße Luft wirklich ernstgenommen wurde. Spätestens seit das von Clintons Partei finanzierte „Steele“-Dossier zerpflückt wurde, nach dem Trump erpressbar sein soll weil ihn Putin mit geheimen Pippi-Videos in der Hand hat, war die Luft aus dieser Russennummer eigentlich komplett raus. Wieso wurde dieser tote Gaul dann noch zwei Jahre weiter geritten ?  Zum einen ging es sicher darum, Trumps im Wahlkampf immer wieder angekündigte Wende in der Außenpolitik – dass er „mit Putin verhandeln“ und „mit Russland klar kommen“ wolle – zu verhindern, was bisher auch ziemlich gut funktioniert hat.

Zum anderen aber hatte die Kampagne mit Russen und Russland gar nichts zu tun – im Kern war „Russiagate“ nämlich – wie der in Berlin lebende amerikanische Autor C.J.Hopkins scharfsinnig festgehalten hat – ein „Obstructiongate“. Die erfundenen Vorwürfe und Verdächtigungen sowie die ganze Mueller-Ermittlung waren eine Falle, mit der Trump zu einer „obstruction of justice“, einer illegalen Behinderung der Justiz, gelockt werden sollte, mit der dann ein Amtsenthebungsverfahren begründet werden könnte. Trump hat diese Intrige offenbar gewittert. Und immer nur getwittert, dass es sich um einen Shitstorm mit Fake News handelt, sich ansonsten aber zurückgehalten, hinter den Kulissen dagegen vorzugehen. Die „Obstruction“-Falle konnte also nicht zuschnappen – und jetzt sind mehrere Dutzend Anzeigen und Anklagen gegen diejenigen anhängig, die sie präpariert und aufgestellt haben. Diese Verfahren werden schön für Trump und bitter für alle Russiagate-Verschwörungstheoretiker. Schon deshalb muss der Weltfeind Putin weiter an die Wand gemalt werden und deshalb ist abzusehen, dass alsbald ein neuer Trump-Skandal Schlagzeilen machen wird – „Steuerhinterziehungs“-Gate, „Pussygrabscher-Gate“ oder „Was auch immer“-Gate“. Es bleibt weiter intrigant im Washingtoner Real Game of Thrones und das Popcorn sollte uns nicht ausgehen…

Die Russiagate Hysterie

Sie können es einfach nicht lassen, als ob sie von einer Seuche, einem Fluch, einem Zauber befallen wären, wie die White Walker in “Game of Thrones” marschieren die Russiagater als eiskalte Krieger sturheil voran. Da mag auch auf 400 Seiten Mueller-Report kein einziger Beweis für irgendwelche Manipulationen der US-Wahl zu finden sein und nichts über Absprachen zwischen Trump und Russland oder gar mit dem Ultrabösen persönlich, da mögen sich hunderte, tausende “Breaking News” der letzten zwei Jahre als Fakes und haltlose Verschwörungstheorien herausgestellt haben – es ficht die Propaganda-Truppen des “Nachtkönigs” nicht an. Vergessen wir “medling” und “collusion”, Russiagate war nur ein Vorspiel, der eigentliche Plot kommt erst noch, denn der Ultraböse interessiert sich eigentlich gar nicht für irgendwelche Wahlen: Putin will die Weltmacht! Nicht erst seit Henry Luce den Zapruder-Film über die Schüsse auf John F.Kennedy kaufte und mehr als zehn Jahre unter Verschluss hielt, ist das “Time”-Magazin zuverlässiges Organ der CIA und des gesamten  MICCIMATT-Komplexes – und gibt mit diesem Cover die neue Marschroute gegen das Reich des Ultrabösen vor. Mit einer martialischen Grafik welche, würde sie statt Putin etwa Netanjahu zeigen, sogleich entrüstete Proteste sämtlicher Antisemitismus-Beauftragten zur Folge hätte; und die zugleich in bester 50er-Jahre CDU-Tradition perfekt in den neuen kalten Krieg passt, wo Antirussismus-Beauftragte nicht zu befürchten sind.

Wer sich die Gruselstory über den Ultrabösen, der sich mit einer Reihe finsterer Schurkenstaaten ein Imperium zimmert, gegeben hat, sollte im Anschluss ein Dokument zur Kenntnis nehmen, um die Glaubwürdigkeit von Geschichten wie diesen und Organen wie “Time”, “New York Times”, Washington Post” etc. zu testen. In einer braven Fleissarbeit hat die russische Botschaft in Washington die wichtigsten Fake-News der vergangenen drei Jahre – mit hunderten von Links – zusammengestellt und diagnostiziert einen massiven Fall von Russophobie: THE RUSSIAGATE HYSTERIA:A CASE OF SEVERE RUSSOPHOBIA(PDF). Für alle, die “irgendwas mit Medien” studieren oder sich für den tragischen Zustand der einstigen “vierten Gewalt” interessieren, ist die Dokumentation eine Fundgrube und ein Fallbeispiel par excellénce.

Kleine Lebenskunde

Zum Frühjahrsbeginn empfiehlt der Westendverlag diese kleine Buchreihe, die von mir betreut, bevorwortet und nun mit dem Goethe-Büchlein auch bestückt wurde. Unbedingt dazu gehört auch noch “Der symbiotische Planet” von Lynn Margulis,  das im letzten Jahr neu erschienene Grundlagenwerk einer post-darwinistischen, anti-neodarwinistischen Naturwissenschaft.

Der heute nahezu unbekannte Maurice Maeterlinck war um die vorletzte Jahrhundertwende ein weltberühmter Autor, seine Stücke wurden auf internationalen Bühnen gespielt, seine Bücher waren Bestseller, 1911 erhielt der den Literatur-Nobelpreis. Er „schreibt mit der Vorstellungskraft eines Schlafwandlers und dem Geist eines träumenden Visionärs, aber immer mit der Präzision eines großen Künstlers“, hieß es in der Preisrede, zu dessen Verleihung sich der öffentlichkeitsscheue Autor krank gemeldet hatte. Sein wunderbarer Essay über “Die Intelligenz der Blumen” erschien erstmals 1907: “Ich will weiter nichts, als die Aufmerksamkeit auf einige interessante Vorgänge richten, die rings um uns stattfinden in einer Welt, in der wir uns ein wenig zu eitel für privilegierte Wesen halten“.

Durchaus einer ähnlichen Intention folgte auch Helmut Salzinger (1935-1993) mit seinem letzten Buch “Der Gärtner im Dschungel”. Er “war Literaturkritiker der „Zeit“ und Schriftsteller (“Swinging Benjamin”, „Rockpower – Wie musikalisch ist die Revolution ?“ ), Pionier und „Übervater der deutschen Pop-Kritik“ (Deutschlandfunk) und einer der ersten, die im Zuge der Hippie,-und Alternativbewegung aufs Land zogen, um sich fortan möglichst biologisch aus dem eigenen Garten zu ernähren. Das ging –  wie bei einem Stadtmenschen und Intellektuellen kaum anders zu erwarten – ziemlich schief. Doch „Der Gärtner im Dschungel“, ein Jahr vor Salzingers Tod erschienen, erzählt nicht nur die Geschichte dieses Scheiterns, sondern auch den daraus resultierenden Erkenntnisgewinn:  aus dem Herrn und Meister der Natur wird eine Mitkreatur, die den Wesen um sich herum beim Wachsen zuschaut….” heißt es im Vorwort, das hier zu lesen ist. Ebenso wie ein kleiner Auszug über “Das allgemeine Frühlingsgetue und -geturtel”

Nicht nur Pflanzen, auch “Die lustige Tierwelt und ihre ernste Erforschung” ist ein wichtiges lebenskundliches Thema und Helmut Höges gleichnamiges Werk ist ein Tierbuch der besonderen Art. Ein Kompendium (von Ameise bis Zitteraal) das noch in den unscheinbarsten Tierchen äußerst überraschende Eigenschaften entdeckt.Dass die moderne Wissenschaft glaubt, Erkenntnisse über die Natur nur aus Erforschungen im Labor und der Gene ziehen zu können, hält Höge für einen gefährlichen Irrweg. Für ihn ist es der enge Kontakt zu Tieren und Pflanzen, die uns ihrem eigentlichen Wesen näher bringt – und damit auch den eigentlichen Erkenntnissen über das Leben und die Natur überhaupt.

Goethe nannte eine solche Forschung “zarte Empirie” und um diese Methode geht es unter vielem anderen in “Newtons Gespenst und Goethes Polaroid” zu dem  hier auf dem Blog schon einiges zu lesen war. Das Zitat auf dem Rückumschlag ist zwar von Geothe, trifft aber auf alle vier Titel dieser kleinen Lebenskunde zu: “Die Wissenschaft hilft uns vor allem, dass sie das Staunen, zum dem wir berufen sind, einigermaßen erleichtere.”

 

Debunking All The Assange Smears

Die wunderbare Caitlin Johnson hat auf ihrem Blog alle Dreckskübel identifiziert und widerlegt, die über Julian Assange ausgekippt wurden und werden – und die allesamt über die faschistoide Niedertracht hinwegtäuschen sollen, mit der das US-Imperium und seine britischen Handlanger gegen unliebsame Journalisten und die Pressfreiheit vorgehen. Es ist ein langes Stück, denn auch die Liste der Diffamierungen und Denunziationen ist lang, mit denen der wichtigste Journalist unserer Zeit zum Schweigen gebracht werden soll. Wer das nicht zulassen will, muss sich die Zeit zum Lesen nehmen…