Die 50. Ausgabe von Ken Jebsens Medienmagazin behandelt des Thema Framing und ist sehr sehenswert, vorallem für jene, die dem Frame dass KenFM irgendwie “rechts” sei, noch immer auf den Leim gehen.
Das Krankensystem meiden und gesund bleiben
Auf das neue Buch meines Freunds Sven Boettcher “Rette sich wer kann – Das Krankensystem meiden und gesund bleiben” hatte ich schon hingewiesen. Jetzt hat er beim SWR darüber gesprochen
Vorsicht! Verschwörungstheoretiker sind kriminell und antisozial
Als ich im Sommer 2001 an einem Buch arbeitete, das eine Art Meta-Theorie von Verschwörungstheorien werden sollte – und eine Ergänzung von Robert Anton Wilsons “Lexikon der Verschwörungstheorien”, das ich zwei Jahre zuvor herausgegeben hatte – stellte ich am Ende des ersten Teils einige allgemeine Thesen über deren Struktur und Funktion auf. Diese sollten dann weiter ausgeführt und belegt werden, wozu es aber nicht kam, weil die 9/11-Anschläge stattfanden und in der Folge das, was ich strukturell und historisch untersuchen wollte, live und sozusagen auf freier Wildbahn zu beobachten war. Und das in derart monströsem, welterschütternden Ausmaß, dass ich mir vorkam wie ein Saurier-Forscher, der in einen realen “Jurasic Park” versetzt wird. Denn spätestens als nach zwei Tagen bekannt wurde, dass in dem einzigen bei den Flügen hängen gebliebenen Koffer sämtliche Beweise für die Motive der Täter, inkl. Koran und Testament von Mohamed Atta gefunden wurden und in ihrem Mietauto ein Zettel mit der Telefonnummer von…..Tusch!…Osama Bin Laden, war ziemlich klar, dass es sich hier nicht um eine Verschwörung authentischer Terroristen, sondern um einen Staatsaktion handeln muss. Derartige Dinosaurier-Spuren mussten natürlich weiter beobachtet werden, was ich dann in den folgenden Monaten auch tat und im Sommer 2002 das Buch dann unter dem erweiterten Titel “Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.” veröffentlichte. Da der Fall weiter unaufgeklärt blieb folgten 2003 und 2011 zwei weitere Bücher – und in keinem wurde irgendeine Theorie über die Täter aufgestellt, sondern stattdessen aufgezeigt und belegt, dass es sich bei der offziellen Story von Osama und den 19 Teppichmessern als Alleintätern um eine lupenreine unbewiesene Verschwörungstheorie handelt. In allen drei Büchern wurde dann eine grundlegende Neu-Ermittlung der Anschläge gefordert, sowie eine Revision des forschenden, akademischen Umgangs mit dem Thema Verschwörungen, hin zu einer rationalen wissenschaftlichen “Konspirologie”.
Von Letzterem sind wir nach wie vor genauso weit entfernt wie von einer neuen 9/11-Ermittlung, wobei hier aber mittlerweile immerhin ein Antrag bei einem New Yorker Gericht vorliegt. Die Konspirologie indessen, die akademische Befasssung mit dem Thema Verschwörungen, hat bis dato in der Regel nur Studien hervorgebracht, die – gäbe es ein Wissenschafts-Gericht – als “Bullshit-Sciene” umgehend verurteilt und bestraft werden müssten. Stattdessen aber werden sie, wie das Forschungsnetzwerk “Comparative Analysis of Conspiracy Theories (COMPACT)” , von der EU gefördert, dessen Vizechef, ein Amerikanistik-Professor Michael Butter der Uni Tübingen, im vorigen Jahr ein pseudo-wissenschaftliches Buch im ehemals ehrenwerten Suhrkamp-Verlag vorlegte. Jetzt ist diesem Netzwerk eine “Studie” entschlüpft, die einen Zusammenhang von “Glaube an Verschwörungstheorien und Bereitschaft zur Alltagskriminalität” ermittelt haben will: Verschwörungstheoretiker fahren bei Rot über die Ampel. Da die auf 250 Online-Interviews beruhende “Studie” nicht im “Postillon” erschien, sondern im renommierten “British Journal of Social Psychology”, ist sie offiziell zitierfähig und macht denn auch in großen Medien fröhlich die Runde. Dass es sich um Bullshit-Science handelt schadet dabei nicht – wenn die Story paßt sind die Fakten für die Relotius-Medien bekanntlich zweitranging, zumal wenn sie mit der Autorität von Forschungsinstituten und Professoren daher kommt. “Verschwörungstheorien könnten Menschen dazu bringen, sich aktiv antisozial zu verhalten”, lautet in diesem Fall ihr Fazit. “Am Ende”, so Kollege Paul Schreyer in seinem Artikel über diesen neuerlichen Tiefpunkt der Verschwörungswissenschaft, geht es einmal mehr um die Deutungshoheit: “Kriminell sind nicht etwa etablierte Kreise an der Spitze der Gesellschaft, sondern vor allem diejenigen Zweifler, die den Etablierten Böses zutrauen.”
Newtons Gespenst und Goethes Polaroid
“Die Wissenschaft hilft uns vor allem, dass sie das Staunen, wozu wir berufen sind, einigermaßen erleichtere.” Mit diesem Zitat auf der Rückseite endet mein Buch über den Anfang von Goethes lebenslanger Erforschung von Steinen und Pflanzen, Menschen und Tieren, Licht und Farben – und über den Text, der den Auftakt und das Programm für diese wissenschaftlichen Arbeiten liefert: das “Fragment über die Natur”. Auch wenn er diese Aphorismen nicht verfasst hat und sie wahrscheinlich von Georg Christoph Tobler stammen, auch wenn Goethe sie nur bearbeitet und bei einer Zeitschrift eingereicht hatte, wo sie anonym erschienen, stehen diese hymnischen Zeilen als herausragender Schlüsseltext für das Denken Goethes über die Natur. Dass dieses Denken seiner Zeit weit voraus war, dass man den Naturwissenschaftler Goethe keineswegs als dilettantischen Amateur abtun sollte und seine Haltung gegenüber seinen Forschungsgegenständen für die Zukunft relvanter sind als je zuvor, versuche ich in diesem Essay zu zeigen. Dass Newtons “spectre” (engl.: Gespenst), das er an der Wand seiner dunklen Kammer entdeckte als er einen Lichstrahl durch ein Prisma fallen lies, keineswegs die ganze Wahrheit über die Natur des Lichts und der Farben darstellte, wie Goethe gegen die gesamte etablierte Wissenschaft behauptete, war kein Irrtum. Doch es dauerte fast 150 Jahre, bis Goethes Erkenntnisse und Methoden wieder aufgegriffen wurden und der Physiker Edwin Land im Stile der Goetheschen Farbenlehre experimentierte und die farbige Polaroid-Fotografie erfand. Deshalb heißt das Buch “Newtons Gespenst und Goethes Polaroid” und es ist seit heute überall im Buchhandel und online direkt beim Verlag erhältlich. Das Bild auf dem Umschlag ist die “Tabula Smaragdina” von Matthäus Merian, auf dem der berühmte Kupferstecher im Jahr 1618 das gesamte Wissen über Mikrokosmos und Makrokosmos vereinigen wollte.
Spannend und aufrüttelnd
Im Blog des Magazins “Freitag” wurde “Wir sind immer die Guten” rezensiert:
” Ein spannendes, aufrüttelndes Buch, dessen geschichtlichen Aspekte („Konfliktreich: Eine kurze Geschichte der Ukraine“ (ab S. 31) „CIA: Sechzig Jahre Erfahrung in der Ukraine“ (ab S. 72) zum Verständnis auch entstandener gegenwärtiger Situationen und damit verbundenen Spannungen unverzichtbar sind.
Es enthält jede Menge Seiten mit auffrischenden, lehrreichen Informationen, wie sie eben leider kaum oder gar nicht in den Medien vor- und zum Tragen kommen.
Augenöffnend das Kapitel 5 „Besser als Krieg: Farb-Revolutionen und Fake-Demokratie“ (S. 65). Nicht zu verachten auch das Kapitel 9 „Schnittstelle im Machtpoker: Der Atlantic Council“ (S. 101), Kapitel 11 „Im Gleichklang: Leitmedien und Lobbynetzwerke“ (S. 116), Kapitel 13 „Instrumentalisierung statt Aufklärung: Der MH17-Absturz“ (S. 140) sowie Kapitel 14: „Instrumentalisierung statt Aufklärung II: „Nowitschok“ (S. 154).
Man möchte das Buch gar nicht wieder aus der Hand legen! Unverzichtbar in Gänze, Seite für Seite. Aber Vorsicht: die eigne Gesichtsfarbe könnte angesichts der auftauchenden Fakten abwechselnd von bleich auf tiefrot wechseln.”
Die ganze Besprechung hier.
Einen exklusiven Auszug aus dem Vorwort des Buchs gibt’s auf Rubikon
Bestseller Nr.1 in “Kalter Krieg”
Drei Tage nach der Erscheinen von “Wir sind immer die Guten” zeichnet sich ab, dass das Interesse an diesem Buch, dessen Erstausgabe ja schon vor fünf Jahren erschien, noch nicht abgerissen ist. Das Gespräch, das KenFM mit Paul Schreyer und mir darüber führte, hatte seit Sonntag schon über 50.000 Zuschauer, das lange Interview auf RT, das am Montag online ging haben auch schon knapp 14.000 Menschen gesehen, auf Telepolis ist das Interview, das Marcus Klöckner mit mir führte, gestern einer der meistkommentierten Artikel. Und auch das Gespräch auf den Nachdenkseiten sowie der Podcast von Sputnik liefen sehr gut.
Dass wir Autoren und der Verlag sich darüber freuen würden, ist klar. Meine Freude wäre sogar noch ein wenig “diebisch” wenn es einmal mehr gelänge, gegen den ganzen Mainstream ein Buch durchzusetzen. Seit das Jack Herer und mir 1993 mit “Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf” erstmals gelang – das Buch liegt mittlerweile in der 43. Auflage vor- und dann nach dem 11.9.2001 noch einmal mit den Büchern über 9/11, die allesamt sehr große Auflagen erzielten obwohl ( oder weil?) sie von den Leitmedien entweder ignoriert oder mit Abscheu in die Tonne getreten wurden, sind mir solche Erfolge ein besonderes Vergnügen. Auch die Erstausgabe von “Wir sind die Guten”, von den Relotius-Medien als “Kreml-Propaganda” eingestuft, war ja dann für viele Woche in der “Spiegel”-Liste und eines der bestverkauften Sachbücher im Herbst 2014. Es wäre zu schön, wenn das jetzt mit der erweiterten Neuausgabe nochmal klappt. Beim Großversender Amazon wird die Neuausgabe in der Kategorie “Kalter Krieg” schon als Bestseller Nr.1 geführt, wenn es aber nicht nur in solchen Schubladen, sondern auf die allgemeine Bestseller-Liste für Sachbücher kommen soll, müssen noch viele Menschen schnell in ihren Buchladen gehen und eins kaufen.
PS: Ab heute abend ich auf dem Elevate-Festival in Graz. Ich werde einen kleinen Vortrag über Verschwörungstheorien halten und auf dem Podium über “Fake/Real” diskutieren. Pamela Anderson, die sich vorbildlich für Julian Assange einsetzt, kommt auch. Wenn ich zu einem Selfie mit Pam komme, wird es natürlich gepostet (-; .
Telepolis-Interview
Telepolis hat Marcus Klöckner mit mir über die Neuausgabe von “Wir sind immer die Guten” gesprochen”„Es geht nicht um Fakten, es geht um eine große Erzählung“
Mein Gespräch mit Jasmin Kosubek über das neue Buch, die Lage in der Ukraine fünf Jahre nach dem Putsch, das Versagen der Medien und die Notwendigkeit einer friedensfördernden Politik.
Hetzen ist gut für’s Geschäft
Mit Klaus Hartmann und Paul Schreyer habe ich anläßlich der Neuausgabe von “Wir sind immer die Guten” bei KenFM über die Produktion von Feindbildern gesprochen:

