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May, 2014

Too Zbig to jail

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20.03.14 09:19-BildschirmkopieZbigniew Brzezinski – nationaler Sicherheitschef unter Jimmy Carter, außenpolitischer Berater von  vier weiteren Präsidenten inkl. Barack Obama –  ist neben “Bloody Henry” Kissinger  der große alte Mann der amerikanischen Geopolitik. 1979 bewaffnete und motivierte er die “Freiheitskämpfer” der Mujaheddin gegen die Russen in Afghanistan (“Gott ist an eurer Seite!”)   und kann somit als Erfinder des terroristischen Islamismus und “Al CIAda” gelten. In seinem Buch “Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft” (1997) – bei Amazon wird das Fischer-Taschenbuch gebraucht für 200,00 EURO angeboten, hier gibts ein PDF – beschreibt er sehr weitsichtig die geopolitische Strategie, der die US-Politik bis heute folgt, auch aktuell in der Ukraine:

“Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Menschen, bedeutenden Bodenschätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Russland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden.Verlöre die Ukraine ihre Unabhängigkeit, so hätte das unmittelbare Folgen für Mitteleuropa und würde Polen zu einem geopolitischen Angelpunkt an der Ostgrenze eines vereinten Europas werden lassen. Eine langfristige amerikanische Geostrategie für Europa wird die Fragen der europäischen Einheit und echter Partnerschaft mit Europa mit aller Bestimmtheit angehen müssen. Eine Politik für ein geeintes Europa wird sich außerdem – wenn auch gemeinsam mit den Europäern – der hochsensiblen Frage nach Europas geographischer Ausdehnung stellen müssen. Wie weit soll ich die Europäische Union nach Osten erstrecken?”

Diese Frage ist mittlerweile beantwortet, denn mit ihrem Entweder/Oder-Angebot an die Ukraine haben EU und NATO klar gemacht, dass sie bis an die russischen Grenzen vorrücken und sich im Schwarzen Meer festsetzen wollen. Dazu wurde eine Putsch-Regierung in Kiew installiert und eine faschistische Sturmabteilung aufgehetzt, für die dieselbe Parole gilt, mit der Brezinski seinerzeit seine Gotteskämpfer in Afghanistan in den Krieg schickte: “Soviel russisches Blut wie möglich vergiessen!” Dass der rechte Sektor sie beherzigt, wurde gerade im Gewerkschaftshaus in Odessa grausam unter Beweis gestellt. Doch Tragödien wie diese sind genau das Richtige, um den Konflikt und die Spaltung des Landes weiter anzuheizen – und die feuchten Träume amerikanischer Hegemonie auf dem eurasischen Schachbrett wahr werden zu lassen. Dazu wurde schon 2008 in Georgien gezündelt, um die russische Kontrolle über die Baku/Ceyhan-Pipeline zu unterniminieren, denn die Kontrolle der Öl,-und Gasreserven des kaspischen Beckens sind für die “einzige Weltmacht” von zentraler Bedeutung :

“Amerikas primäres Interesse muß folglich sein…dass keine einzelne Macht die Kontrolle über dieses Gebiet erlangt und dass die Weltgemeinschaft ungehinderten finanziellen und wirtschaftlichen Zugang zu ihr hat…Somit kann das Bemühen Russlands, allein über den Zugang zu bestimmen, nicht hingenommen werden, da es der regionalen Stabilität abträglich ist.”

Wobei Brzezinski unter “Weltgemeinschaft” natürlich eine von den USA und Big Oil dominierte Truppe versteht, die aus seiner Sicht aber unabdingbar ist, um “regionale Stabilität” bei Russlands direkten Nachbarn zu garantieren. Bei soviel imperialem Klartetxt stellt sich die Frage, ob Brzezinskis 10-EuroTaschenbuch vielleicht deshalb nicht mehr nachgedruckt wird, weil hier einfach zu klar und prägnant dargelegt wird, um was es jenseits des Blablas um Demokratie und Menschrechte eigentlich geht. Oder anders gesagt: wer “Putinversteher” nicht verstehen kann – oder einer putinistischen Weltverschwörungstheorie anhängt – sollte Brzezinski lesen. Dass der große Schachspieler und Ziehvater Osama Bin Ladens auch nichts dagegen hat, jetzt in der Ukraine faschistische Strumtruppen zu bewaffnen, ist eigentlich selbstverständlich. In einem aktuellen Artikel fordert er die Obama-Regierung auf, die US-Bevölkerung endlich zum Krieg zu mobilisieren und die “Freiheitskämpfer” in Kiew mit Waffen für den Bürgerkrieg auszurüsten:

The Ukrainians will fight only if they think they will eventually get some help from the West, particularly in supplies of the kind of weaponry that will be necessary to wage a successful urban defense. They’re not going to beat the Russians out in the open field, where thousands of tanks move in. They can only beat them through prolonged urban resistance. Then the war’s economic costs would escalate dramatically for the Russians, and it would become futile politically. But to be able to defend a city, you have to have handheld anti-tank weaponry, handheld rockets and some organization.

Zbig ist immer noch stolz darauf, dass er den Russen einst in Afghanistan “ihr Vietnam” bereitete und bereut die Aufrüstung des Islamismus keine Minute – (wie auch, wo jetzt Al CIAda in Syrien hilft, die Interessen von Big Oil durchzusetzen. Wundere sich also niemand, wenn zur Unterstützung der Nazi-Milizien in der Ukraine demnächst auch noch ein paar radikale Wickelmützen aufkreuzen, wie sie in anderen ehemaligen Sowjetpubliken von den USA auch schon erfolgreich in Stellung gebracht wurden.) Dass derlei rücksichtslose Durchsetzung größenwahnsinniger Weltmachtphantasien eigentlich ein Fall für’s Gefängnis oder den Psychiater wäre spielt im “Great Game” leider keine Rolle – Ideen und Typen wie Brzezinski sind “too zbig to jail.” Und damit solche Forderungen erst gar nicht aufkommen, haben sie ihre Zöglinge, die ihre schnöden Interessen ins (menschen-)rechte Licht rücken, wie etwa Jockel Fischer, der einst mit der Auschwitz-Tränendrüse zum Balkankrieg blies und jetzt (als Angestellter der Brzezinski-Schülerin Madeleine Albright und Handelsvertreter in Pipelineistan) kräftig ins Kriegshorn trompetet: “Putin will die Weltmacht!” Is klar: der Iwan will uns alle holen – er hat sein Land schon direkt an unsere Militärbasen gerückt.

Kommentare

54 Kommentare zu “Too Zbig to jail”

  1. primal am 20.05.2014 um 16:28 Uhr 

    http://de.ria.ru/politics/20140520/268537358.html

    “Wegen der anhaltenden Aufregung in westlichen Staaten bringt Russland seine Truppen noch weiter von der ukrainischen Grenze weg.”

    Vielleicht irre ich mich,aber wenn das mal keine Einladung ist…

    Weshalb soll ein Staat plötzlich kein Recht mehr darauf haben seine Truppen an jeder Grenze zu Stationieren ? Gilt Verteidigungsbereitschaft bereits als Angriffsdrohung nur weil es die Amerikaner so sehen wollen ?
    Das Radar der Flugzeugabwehr reicht schliesslich auch Kilometerweit in andere Territorien.

     
  2. André am 22.05.2014 um 15:44 Uhr 

    @roc

    Das mit den Thesen von Hr. Weizsäcker ist, gelinde gesagt, sehr frei interpretiert.
    Im Allgemeinen wäre es sehr schön, wenn alle Poster ihre Quellen auch einmal tatsächlich prüften, und wenn das nicht geht, auch einmal von einem Post Abstand nehmen würden.

    Hier geht es zum besagten Buch Hr. Carl Friedrich v Weizsäckers: “Der bedrohte Friede – heute”
    https://drive.google.com/file/d/0B_9rdevalyaWWTZ1amJSX3RCYTg/edit?usp=sharing

     
  3. roc am 22.05.2014 um 20:23 Uhr 

    @André am 22.05.2014 um 15:44 Uhr
    Auf welchen Beitrag von “roc” nehmen Sie Bezug ?

    Ukraine geht übrigens aus wie das Hornberger Schießen…und bald wird wieder eine neue Sau durchs Mediendorf getrieben….und wir dürfen mit unseren Einträgen die Datenbank von NSA und Co füllen….sei’s drum
    Auf Blogger wie uns ( From the Outside looking in wrongly for the most part ) sind die sowieso nicht scharf
    http://www.zerohedge.com/contributed/2014-05-19/nsa-spying-power-grab

     
  4. Real Game of Thrones: Feng Qingyang bringt König Donald in die Zwickmühle : Mathias Broeckers am 31.01.2017 um 23:13 Uhr 

    […] – der Großmeister Kissinger, den man nur “Bloody Henry” nannte und Dr. “Zbig To Jail” Brzezinski, der schon ein halbes Dutzend Könige beriet  – für die kommenden Züge im […]

     

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