Zur Ausweispflicht für Terroristen

Bei einer Explosion auf dem Weihnachtsmarkt in Aleppo hatte die Bevölkerung der umkämpften Stadt gestern keine Opfer zu beklagen, in Berlin indessen ringen die Ärzte immer noch um das Leben zahlreicher Verletzter und die Angehörigen trauern um die bisher 12 Menschen, die auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ums Leben kamen. Auch wenn das Bekenntnis des “IS”, dass es sich bei demTäter um einen “Bruder” gehandelt habe, keinerlei Beweiskraft hat, würde es in das Muster der dem “Islamischen Staat” und seinen Sympathisanten zugeschriebenen Attacken passen. Dass diese Terroristen jetzt nicht mehr nur in Syrien aktiv werden, sondern auch zunehmend in Europa, enstpricht der Gefechtslage “vor Ort”, wo es dank der Erfolge der syrischen und irakischen Armeen für das “Kalifat” immer enger wird. Und so erreicht der “Heilige Krieg” nicht nur die Weihnachtsmärkte in Aleppo, sondern auch die in Berlin.

Als heute Nachmittag die Nachricht kam, dass in dem Tatfahrzeug Papiere eines Tunesiers gefunden wurde, der Kontakte zur salafistischen Szene und auch zu einem dort tätigen V-Mann des Verfassungsschutzes gehabt haben soll, kam mir natürlich sofort die “Ausweispflicht für Terroristen” in den Sinn, die seit 9/11 dafür sorgt, dass Identitätspapiere der Täter regelmäßig an den Tatorten gefunden werden. Diesesmal soll es sich um eine in Fussraum des Lkws entdeckte “Duldungsbescheinigung” handeln.

Dass dieser Fund und die öffentliche Fahndung nach dem Verdächtigen namens Anis Amri erst 36 Stunden nach der Tat erfolgte, nachdem die Medien zuvor 1,5 Tage  in Endlosschleife Nachrichten ohne Nachrichten über das Ereignis sendeten, ist sehr merkwürdig, denn Tatfahrzeuge werden wie jeder Tatort-Zuschauer weiß, nicht erst am nächsten Tag im “Labor”, sondern schon vor Ort untersucht. Ein zerknülltes Dokument im Fußraum des Wagens hätte also spätestens nach einer Stunde auffallen und der Verdächtige sofort zur Fahndung ausgeschrieben werden müssen. Warum also so spät ? Ein Experte in Polizei,- und Ermittlungssachen, den ich dazu befragte, sagte: “Ich kann mir ja gut vorstellen, dass du – Stichwort “Gladio”, staatlich organisierter Terror – gleich wieder eine Großverschwörung witterst. Es könnte aber auch eine kleinere sein: über den  als “Gefährder” schon polizeibekannten Verdächtigen lagen Erkenntisse von Geheimdiensten vor, gegenüber V-Leuten hat er über sein Vorhaben möglicherweise schon gesprochen, für den Richter reichen solche Geheimdiensthinweise aber als Gründe für einen Haftbefehl oft nicht aus. Die Dienste erzählen bekanntnlich viel und längst nicht alle Richter folgen diesen Geschichten. Wenn  die Erkenntnisse aus illegalen Telefonüberwachungen von NSA oder BND stammen sind sie gerichtlich ohnehin nicht verwertbar. Die Polizei hat also durchaus Erkenntnisse über den Verdächtigen, kriegt ihn aber damit nicht zu fassen. Also läßt man das Fahrzeug nochmal vom BKA untersuchen – und “findet” dann das Dokument, das man vorher schnell kopiert hat.” – Und das Muster der immer wieder bei Terroranschlägen gefundenen Ausweise ? – “Das allein sagt eigentlich noch nichts. Der IS und auch die Hamas und andere islamistische Organisationen unterstützen die Familien der Selbstmordattentäter, die deshalb ein Interesse an Identifizierung haben.”

Dass jetzt alle auf dem Terror ihr Süppchen kochen, von Seehofer über das Innenministerium bis zu den rechtsextremen Geiern, macht das Terror-Bingo komplett.   . Als ob irgendeine “Obergrenze” für Flüchtende verhindern könnte, dass Terroristen mit Sattelschleppern in Menschenmengen rasen, als ob sich “Sicherheit” herstellen liese, indem man nur noch blonde und blauägige Asylbewerber zuläßt, als ob man in einer globalisierten Welt mit Bomben und Drohnen fröhlich Kriege führen kann ohne dass zu Hause irgendetwas zurückschlägt. Innenpolitisch läßt sich gegen solchen Terror nur sehr wenig machen; nur eine außenpolitische Wende, ein Stop des “war on terrors”, der die Welt mit Terror überzieht, kann ihn eindämmen. Bis dahin bleibt die Autobombe  die Airforce des kleinen Mannes.

UPDATE: Zu der oben zitierten These, dass mit Beweisen “nachgebessert” wurde, spricht die heutige Meldung, dass der Pegida- Gründer Lutz Bachmann schon zwei Stunden nach der Tat von einem tunesischen Verdächtigen twitterte und sich auf Ermittlungen der Berliner Polizei berief.

Der Trend geht zum Zweitbuch!

Zum vierten Advent bitte ich die Leserschaft dieses Blogs um ein wenig Unterstützung. Denn dass hier seit Jahren frisch und fröhlich  gebloggt wird wäre gar nicht möglich, wenn ich  für meine guten Worte nicht irgendwo auch Geld bekommen würde. Wie  für meine Bücher, die ja nicht nur sehr gut sind, sondern sich auch hervorragend als Geschenk eignen. Vor allem wenn sie ein Interesse oder einen Nerv der Beschenkten treffen und tatsächlich gelesen werden. Deshalb im Folgenden eine kleine Handreichung für wen was besonders geeignet ist:

dgw-cov-2Kaum schreibt man ein Buch mit dem Titel “Die ganze Wahrheit über alles” schon werden “Fake News” und das “postfaktische Zeitalter” zum Thema.  Dabei ist die  Wahrheit eigentlich ganz einfach: wir könnten die Erde ohne Weiteres in das Paradies verwandeln, das sie ja eigentlich ist, wenn wir die guten Ideen zur Lösung sämtlicher Probleme endlich umsetzen. In 72 Kapiteln zeigt das Buch nicht nur auf was gnadenlos schiefläuft in der Welt, sondern auch wie wir  es besser machen können. Mehr dazu hier sowie in diesem ausführlichen Interview über das Buch.  Laut Umfragen glaubt in Deutschland zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg eine Mehrheit der Eltern nicht mehr, dass es ihren Kindern einmal besser gehen wird. Für alle, denen die Zukunft nicht egal ist, ist dieses Buch unverzichtbar.

der-fall-ken-jebsen-coverWenn jemand im Familien,-oder Freundeskreis “irgendwas mit Medien” zu tun hat, sei es weil er oder sie dort arbeitet oder gern arbeiten würde, oder viel im Netz unterwegs ist, weil die Fake News der etablierten Medien genauso nerven wie die auf Facebook, oder sich ernsthaft Sorgen macht über die Zeitungskrise und den Niedergang der öffentlich-rechtlichen Programme – dann ist  das soeben erschienene Buch  “Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” ein Muss. Denn es zeigt nicht nur, was schiefläuft im Medienbetrieb, sondern auch, wie man es richtig macht. Nach seinem Rauswurf bei der ARD nahm sich Ken Jebsen 2012 einen Keller, lieh sich eine Kamera und rief die Zuschauer zur Unterstützung auf. Heute ist KenFM einer der erfolgreichsten unabhängigen und crowd-finanzierten Kanäle im Netz.

wsdg-coverMenschen, die sich für Welt,-und Geopolitik interessieren, und den Konflikt mit Russland und der Ukraine verfolgen und nicht wirklich verstehen, können mit “Wir sind die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren” ihren Horizont deutlich erweitern. Das im Herbst 2014 erschienene Buch liegt mittlerweile in der 10. Auflage vor, im Januar 2017 wird es bei Rosspen Publishers auch in russischer Übersetzung erscheinen, auf Tschechisch ist es schon länger erhältlich. Dass das Buch noch immer hochaktuell ist, hat auch damit zu tun, dass das Bashing des russischen Präsidenten mittlerweile geradezu groteske Formen angenommen hat: nun soll Putin persönlich ja sogar Hillarys emails gehackt und Donald Trump inthronisiert haben. Wären diese haarsträubenden Verschwörungstheorien nicht ernst gemeint, könnte man nur darüber lachen. Wer die Hintergründe verstehen will, ist mit diesem Buch bestens beraten.

816UV-zrvQLHaarsträubende Verschwörungstheorien von zutreffenden, Fake News von Real News zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Deshalb habe ich schon 1999 das “Lexikon der Verschwörungstheorien” von Robert Wilson auf Deutsch herausgebracht – ein Klassiker, der in diesem Sommer in einer Neuausgabe endlich wieder greifbar bist. Wie bewegt man sich in diesem kultischen Zwielicht am Besten und welchen Erkenntnisgewinn man aus diesem Kaleidoskop von Verschwörungen ziehen ? Die Antwort lautet: „Du solltest die Welt als eine Verschwörung sehen, die von einer sehr eng verbundenen Gruppe nahezu allmächtiger Leute betrieben wird, und du solltest daran denken, dass es sich bei diesen Leuten um dich und deine Freunde handelt.“  Wer ketzerisches Querdenken, beißende Polemik und schwarzer Humor mag, auch (und gerade) wenn es um weltbewegende Ereignisse geht, wird dieses Buch lieben. Denn das sind Markenzeichen des Robert Anton Wilson, denen  man auf seinem Streifzug durch die Welt der Verschwörungstheorien immer wieder begegnet.

lalalalalalala

Mit meinem Ko-Piloten Sven Boettcher habe ich ja nicht nur “Die ganze Wahrheit” und das zum Verbrechen des Jahrhunderts nach wie vor defintive “11.9. -Zehn Jahre danach” geschrieben, sondern (unter dem Namen John S.Cooper) auch zwei Polit-Thriller, die ich allen, denen Sachbücher zu anstrengend sind,  empfehlen kann. In “Das fünfte Flugzeug” geht es um die Aufklärung von 9/11, in der Fortsetzung “Zero” um die Finanzkrise und eine virtuelle Währung, die den (2010 noch nicht existierenden vorhandenen) Bitcoin vorwegnimmt. Beides sind spannnende page turner die  man nicht aus der Hand legen kann wenn man einmal drin ist – das sage nicht ich, sondern sehr viele Leserinnen und Leser. Sven und ich hatten das Ganze eigentlich als Trilogie konzipiert, doch zum dem  dritten Cooper-Band  sind wir bisher nicht gekommen – vielleicht schaffen wir’s nächstes Jahr. Dann gibts Weihnachten die Fortsetzung…

11.9. - zehn Jahre danach_ Der Einsturz eines LügengebäudesSeit fünf Jahren auf dem Markt, und immer noch “Bestseller Nr.1 in Geschichte des 11. Septembers”, was keine Überraschung ist, denn schließlich zeigt  “11.9. -Zehn Jahre danach – Der Einsturz eines Lügengebäudes”, dass es sich bei der offiziellen Geschichte des 11.9. mit 99,9-prozentiger Sicherheit um die Fake News des Jahrhunderts handelt. In diesem Buch, wie auch in meinen anderen Arbeiten zu 9/11, wird keine Theorie über die wahren Täter und Hintermänner aufgestellt – das können nur Gerichte, die Zeugen vorladen und zurückgehaltene Dokumente sichten können – sondern dokumentiert, dass es sich bei der offiziellen Version um eine unbewiesene und haarsträubende Verschwörungstheorie handelt. Und das an einer Neu-Untersuchung dieses Jahrhundertsverbrechens, in dessen Folge der “war on terror” in den letzten 15 Jahren schon über 1,5 Millionen Leichen produziert hat, kein Weg vorbeiführt.

 

seyfried-broeckers_hanf_im_Ok…auch wenn all diesen Büchern immer wieder bescheinigt wurde, dass sie gut geschrieben und leicht zu lesen sind, ist das doch alles mehr oder weniger heavy stuff . Damit will man vielleicht ja nicht jede/n unbedingt beladen. Deshalb hier noch ein Klassiker, der seit je für Hochstimmung vor allem in jenen Haushalten sorgt,  in denen Weihnachten nach dem Motto “Rauche, staune, gute Laune” gefeiert wird: “Hanf im Glück”. Zusammen mit meinem Freund Seyfried verfiel ich vor langer Zeit einmal in eine Woche des Reimzwangs und so schrieben wir die ganze Geschichte der unterdrückten Wunderpflanze Hanf in Versen auf : “Also sprach Konfuzius/Natürlich unter Hanfeinfluss/Die Welt teilt sich in Yang und Yin/im Hanf jedoch ist beides drin” Hier eine kleine Kostprobe, des mittlerweile in 4. Auflage vorliegenden Lyrikbands, dem viele Fans einen sehr hohen kosmischen Kicherfaktor bescheinigt haben. Das Werk ist  sowohl gedruckt wie auch als Hörbuch erhältlich.

Alle Bücher sind im lokalen Buchhandel erhältlich oder kommen mit einem Klick auf den Titel per Versand.

Yankee and Cowboy War 2.0 – 7. Folge

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Die Welle von Fake News, nach der die Russen bzw. Putin persönlich Trump auf den Trohn verholfen haben, weil “russische Hacker”  bzw. Putin persönlich kompromitierende Mails der Demokraten an Wikileaks gegeben hätten, nimmt kein Ende. Dass die Story komplett auf Gerüchten beruht und es sich somit um eine lupenreine Verschwörungstheorie handelt tut ihrer faktenfreien Fortsetzung offenbar keinerlei Abbruch. Dass an vordester Front der Kampagne mit der New York Times und der Washington Post zwei Urgesteine der CIA-Fakes tätig sind wundert nicht und entspricht dem aktuellen Frontverlauf zwischen Yankees und Cowboys: CIA, Neocons,  Großmedien und Obama-Regierung auf der einen Seite – und FBI, NSA, DIA (Militärgeheimdienst) auf der Seite Trumps. Letztere, inklusive des DNI (Direktor sämtlicher Geheimdienste) Clapper, bestehen darauf, das es allenfalls Vermutungen und Hinweise, aber keinerlei Beweise für einen russischen Hack gäbe, dazu kommen von namhaften Zeugen, wie der ehemaligen UK-Botschafter Craig Murray und Julian Assange, die darauf schließen lassen, dass es sich gar nicht um einen Hack, sondern um ein Leak handelt. Dennoch wird die Story in den Großmedien weiter und weiter gekocht, die scheinbar nicht einmal merken, wie sie sich mit dieser Dauerproduktion von Fake News immer weiter in die Bredouille bringen als selbst ernannte Verbreiter von Real News.

Wie das hierzulande abläuft hat Kollege Paul Schreyer gerade sehr schön am Beispiel der FAZ demonstriert, die aus vagen “Hinweisen auf russische Angriffskampagnen”, die der deutsche Verfassungsschutz in einem Newsletter veröffentlichte, in einem Leitartikel auf der ersten Seite “präzise Erkenntnisse” macht,  “dass Cyberangriffe auf deutsche Politiker und politische Institutionen wie den Bundestag vom russischen Staat geführt werden.” Ein Lehrstück, wie kluge Köpfe mit Fake News hinters Licht geführt werden – vorgegeben von den transatlantischen Spin-Doktoren, die diese Story ad nauseam  als Real News nur deshalb durchpeitschen, weil sie damit 37 Wahlmänner des “Electoral College” beeinflussen wollen, ihre Stimme am 19.Dezember nicht für Trump abgzugeben – gegen das Votum ihrer Wähler, denen sie den Platz in diesem Gremium verdanken.  Was die “Yankees” da genau vorhaben hat der stets gut informierte  Blog “Moon of Alabama” zusammengefasst:

  • There is an “elite” coup attempt underway against the U.S. President-elect Trump.
  • The coup is orchestrated by the camp of Hillary Clinton in association with the CIA and neoconservative powers in Congress.
  • The plan is to use the CIA’s “Russia made Trump the winner” nonsense to swing the electoral college against him. The case would then be bumped up to Congress. Major neocon and warmonger parts of the Republicans could then move the presidency to Clinton or, if that fails, put Trump’s vice president-elect Mike Pence onto the throne. The regular bipartisan war business, which a Trump presidency threatens to interrupt, could continue.
  • Should the coup succeed violent insurrections in the United States are likely to ensue with unpredictable consequences.

Weitere Details dazu und  Links hier.  Was los wäre, wenn bei umgekehrtem Wahlausgang die Cowboy-Fraktion solche Versuche unternommen hätte, die Wahl nachträglich zu manipulieren, kann man sich vorstellen. Ich wage aber die Prognose, dass die “Yankees” damit nicht durchkommen – dazu ist der Nonsens dieses Fakes einfach zu durchsichtig.

Die vorherigen Folgen dieser kleinen Serie hier

Putintrolle kommen als Weihnachtsmann

santa-mushroomManipulieren die Russen außer den Wahlen jetzt auch noch Weihnachten? Wenn in diesen Tagen überall rundliche Männer in roten Mänteln mit weißem Pelzbesatz auftauchen, wissen alle Kinder, dass bald Weihnachten ist. Die Erwachsenen erzählen ihnen die Geschichte, dass der Weihnachtsmann im Rentier-Schlitten über den Himmel gezogen wird und überall Geschenke verteilt. Die liefert er, indem er mit seinem Sack durch den Kamin hinabsteigt und sie unter dem grünen Baum ablegt, den die Menschen zu Weihnachten in ihren Häusern aufstellen. Um sodann mit einem fröhlichen “HoHoHo” auf seinem magischen Schlitten wieder zu verschwinden.

Soweit der alte Mythos, oder wie es neuerdings heißt, die “Fake News”, der sich die allgemeine Beliebtheit des Weihnachtsmanns verdankt. Klopft man diese nun auf ihren Realitätsgehalt ab – wie es neuerdings Großmedien und Regierungen tun, um die merkwürdige Beliebtheit des Präsidenten mit der Eichhörnchenfrisur zu entschlüsseln -, kommt man in Sachen Weihnachtsmann erstaunlicher Weise zu demselben Ergebnis wie die “Washington Post” in Sachen Trump: Die Russen stecken dahinter!

Der Mann, der uns mit roten Backen, weißem Bart und rot-weißem Mantel von jedem Werbeplakat und jeder Schoko-Verpackung anlacht, ist tatsächlich Russe. Er stammt aus Sibirien. Bevor er als “Nikolaus” oder “Santa Claus” weltweit bekannt und zu einer mythischen Figur wurde, arbeitete er als Schamane bei den halb-nomadischen Stämmen, die im Nordosten der sibirischen Tundra in symbiotischer Gemeinschaft mit ihren Rentier-Herden lebten. Diese Tiere sicherten ihnen in den eisigen Wintern nicht nur ihre Existenz, sie teilten mit ihren Hirten auch die Vorliebe für das Sakrament, das im Zentrum der schamanischen Kultur Sibiriens stand: Amanita muscaria, der Fliegenpilz.

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Endlich: Fake News werden illegal

roter Hinweis-Zettel an Volksempfänger (DKE GW 110-240): “Denke daran”

Aufmerksamen Lesern dieses kleinen Blogs ist ja nicht entgangen, dass es in Syrien nicht um die Durchsetzung von “Menschenrechten” und Beseitigung eines “Diktators” geht, sondern um Öl,-und Gas-Pipelines, wie schon 2012 hier und danach zB hier und hier berichtet wurde. Und wer einem berühmt-berüchtigten Konspirologen wie yours truly nicht traute konnte es auch in der sogennanten “Qualitätspresse” nachlesen, zB am 24.7.2012 ausführlich in der FAZ. Dort wie im gesamten Mainstream hatten solche echten Hintergrundinformationen aber keine Chance und ertranken in den Fluten von “Fake News” über Fassbomben, Giftgas und die als “moderate Rebellen” verkleideten Al Qaida-Truppen. Nachdem Bashar Assad die Pipeline abgesagt hatte, mit der Kataris und Saudis ihre Rohstoffe zum Mittelmeer pumpen wollten, mutierte er vom “sympathischen Augenarzt” in Windeseile zum “Schlächter von Damaskus”, vom säkularen, weltoffenen Präsidenten zum Tyrannen eines Terrorstaats. Nachdem nun Ost-Aleppo von der Besetzung durch Al Qaida-Terroristen befreit und der von USA und Nato mithilfe ihrer arabischen Kopf-Ab-Kameraden inszenierte regime change vor dem endgültigen Scheitern steht, müssen die Medien nun ihre Erzählung erneut revidieren. Statt Fake News aus und über  Aleppo wäre wieder  wirklicher Journalismus gefragt – statt Geschwätz von Pseudo-Korrespondenten, die aus Kairo oder Beirut oder Berlin “live” über Syrien berichten, echte Journalisten vor Ort, wie etwa Robert Fisk oder Karin Leukefeld oder Eva Bartlett, statt den “Schlächter” zu beseitigen, müssen die Medien sich nun wieder mit dem “Augenarzt” arrangieren. Vorerst tut man sich aber noch  schwer mit dem zurückrudern und ballert noch mal volle Breitseiten mit Fake News über “Grausamkeiten” , die auschließlich von syrischen Truppen und nie von “unseren” salafistischen Söldnern begangen werden.

Aber, und das ist die Nachricht des Tages, mit solchen einseitig gefälschten Nachrichten wird es bald ein Ende haben, Rechtspolitiker der CDU wollen ein neues Gesetz gegen Fake News: “Gezielte Desinformation zur Destabilisierung eines Staates sollte unter Strafe gestellt werden.”  Desweiteren “müssen wir überlegen, ob es eine Art “Prüfstelle” geben soll, die Propaganda-Seiten aufdeckt und kennzeichnet.”  Bis zur  schon erwähnten WÜV-Plakette vom “Wahrheits Überwachungs Verein” wird es bis zum Wahlkampf wohl nicht mehr reichen, aber so einen offiziellen Pranger für sämtliche alternativen Nicht-Mainstream-News-Seiten und Blogs könnte die Regierung noch hinbekommen. Und damit wären wir dann fast schon wieder bei der Geschichte meines Großvaters, der in einem Schrank auf dem Dachboden ein Radio versteckt hatte und heimlich “Feindsender” hörte, um über den Krieg informiert zu sein. Aber soweit muss es nicht kommen, denn zahlreiche Ratgeber warnen die Bürgerinnen und Bürger derzeit ja quasi rund um die Uhr: “Praktischer Nebeneffekt für Leuchttürme der Glaubwürdigkeit wie Spiegel.de, Bild.de, die Tagesschau oder focus.de: Wer über Fake-News berichtet, erscheint automatisch wie ein glaubwürdiger True-News-Verbreiter.”

“It’s a leak, not a hack!”

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Hat der laufende Irrsinn seit der Trump-Wahl irgendwie den Turbo eingelegt ? Es scheint so, denn anders als mit einem bizarren Hyper-Modus kann man kaum erklären, was Medien und Politik derzeit produzieren:  Großwarnungen vor  dem “postfaktischen Zeitalter” und “Fake News” einerseits – bei gleichzeitig permanenter Großproduktion derselben durch Verbreitung der Verschwörungstheorie, dass die US-Wahlen durch russische Hacker manipuliert worden seien.  Dass die von Wikileaks publizierten emails der demokratischen Parteizentrale Hillary Clinton geschadet haben ist zwar ziemlich sicher,  aber weder handelte es sich dabei um “Fakes” – keines der von Wikileaks seit zehn Jahren publizierten Dokumente hat sich bisher als Fälschung erweisen – noch liegt bis heute irgendein Belege vor, dass die Daten gehackt wurden,  dass es sich bei den Hackern um russische Staatsbürger handelt und dass sie gar im Auftrag ihrer Regierung gehandelt haben. Die gesamte story beruht einzig auf Behauptungen von  anonymen “senior officials” der CIA  und “17 US intelligence agencies” , doch selbst wenn es nächste Woche alle 24 Schlapphut-Dienste der USA wären  und nochmal hunderte Artikel und Sendungen mit demselben Geschwalle durchgenudelt werden, wird es davon nicht wahrer. Dass der Kreml bestreitet, mit der Sache zu tun zu haben – geschenkt; dass Julian Assange mehrfach klargestellt hat, dass die Quelle der Mails keine russische sei, ist  dagegen schon deutlich schwerwiegender, zumal wenn ein weiterer, sehr glaubwürdiger Zeuge – der Universiätsprofessor und ehemalige britische Botschafter in Usbekistan Craig Murray – Assanges Aussage explizit bestätigt. Murray hat die Quelle der DNC-Mails persönlich getroffen und sagte es sei ein Insider gewesen.  Der “Guardian” brachte dieses Zitat Murrays am Sonntag für drei Stunden auf der Startseite, um den Artikel dann schnell mit einem “passenden” zu ersetzen, der die Russenstory weiterspinnt. Craig Murray sagte:

“I’ve met the person who leaked them, and they are certainly not Russian and it’s an insider. It’s a leak, not a hack; the two are different things. If what the CIA are saying is true, and the CIA’s statement refers to people who are known to be linked to the Russian state, they would have arrested someone if it was someone inside the United States. America has not been shy about arresting whistleblowers and it’s not been shy about extraditing hackers. They plainly have no knowledge whatsoever.”

Craig Murray war 2004 von seinem Job als Botschafter zurückgetreten, nachdem er den massenhaften Herointransport über die afghanisch-usbekische Grenze dokumentiert hatte, die Blair-Regierung aber nicht dagegen einschritt, weil sie ihren Warlord General Dostum damit finanzierte ( in “Die Drogenlüge” habe ich ausführlich darüber geschrieben) – der Mann kennt sich aus im “deep state”. Ebenso wie Edward Snowden, der schon im Juli mitteilte, dass die NSA den DNC-Hack durchaus attributieren kann, also weiss wohin die Datenpakete gegangen sind.  Ein weiterer NSA-Whistleblower, William Binney, sagte dasselbe.

Diese namhaften Zeugen und Sachverständigen müssen nicht zwingend recht haben, aber vertrauenswürdiger als die notorisch anonymen “senior officials”  der CIA sind sie allemal. Und wenn selbst schon der für ein Ministeramt im Trump-Team gehandelte Neocon (und somit False Flag Spezialist) John Bolton laut “False Flag” ruft, sollte man den russsichen Hack definitiv in die Tonne treten. Aber nein, die Spindoktoren sind im Hyper-Mode und stricken das Garn jetzt auch nach Europa und Deutschland weiter: der böse Dr.Putin und seine Cyberarmeen planen auch hier den Umsturz. „Es ist schon jetzt absehbar, dass von Russland gesteuerte Online-Medien Fehldeutungen und Falschinformationen verbreiten. Das ist die Spitze des Eisbergs. Damit soll unser Land destabilisiert und die AfD gestärkt werden.“ Nötig seien „Qualitätsmedien“,  so FDP-Chef-Lindner .Letzterem stimmen wir vollen Herzens zu, sobald dieselben aufhören, uns nicht nur permanent Fehldeutungen und Falschinformationen zuzumuten, sondern auch 100-prozentigen Bullshit wie diesen Russenhack für “Qualität” halten.

Die geheime Sprache der Bäume

Als Ken Jebsen und ich uns für unser Gespräch trafen, aus dem das jetzt erschienene Buch wurde – “Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” ist überall im Buchhandel erhältlich und kann auch direkt beim Verlag versandkostenfrei (Code: portofreijebsen) bestellt werden – kam das KenFM-Team gerade von einem Drehtermin in Östereich zurück. Sie hatten dort Gespräche mit verschiedenen Menschen geführt, deren Arbeit in der neuen KenFM-Reihe über Pioniere und Macher porträtiert werden soll. Am meisten beeindruckt war Ken von dem Holzpionier Erwin Thoma und dessen 100% recycelfähigen und klimaneutralen Holzhäusern, die auch bei Frost im Inneren ihre Temperatur halten – ohne Heizung! Nachdem er mir bei unserem Gespräch davon berichtet hatte, besorgte ich mir sofort Erwin Thomas Buch “Die geheime Sprache der Bäume: Die Wunder des Waldes für uns entschlüsselt”. Hier nun das Gespräch mit dem ehemaligen Förster und promovierten Ingenieur, der einen vergessenen “Aggregatzustand” der Bäume wiederentdeckte und für die Zukunft nutzbar gemacht hat.

Postfaktisch – Ein Kampfbegriff als Wort des Jahres

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Um die Ursprünge der modernen “Fake News” in den Blick zu nehmen, hatte ich im letzten Beitrag auf die “Operation Mockingbird” , die große Unterwanderung der “freien” Presse durch die CIA, verwiesen, mit der das “Postfaktische” von 1950 an seinen Lauf nahm – wenn auch weitgehend unbemerkt, denn das Publikum konnte ” Real News” und “Fake News” nur schwer unterscheiden.  Um z.B. schon  1964 über den Fake des  Zwischenfalls im Golf von Tonkin zu erfahren, mit dem das Massenbombardement Vietnams begründet wurde, musste man den Newsletter des Guerilla-Journalisten I.F.Stone lesen, sämtliche Großmedien hingegen verbreiteten  die CIA-Story von einem Angriff auf amerikanische Kriegsschiffe.  So wurden  auch die von der Warren Kommission produzierten und äußerst zweifelhaften Untersuchungsergebnisse des Mords an John F. Kennedy in den Medien unisono als Fakten präsentiert, bis 1967 auch juristische Zweifel  an dem angeblichen  Einzeltäter Lee Harvey Oswald zur Eröffnung eines Verfahrens  und einer ersten Überprüfung dieser Fakten führten. Die Regierung versuchte darauf, mit einer Sabotage des Verfahrens einen umfangreichen Fakten-Check zu verhindern und die CIA startete eine Mockingbird-Offensive mit jenem berüchtigten Memo, das alle Stationen dazu aufforderte, ihre Medienkontakte zu nutzen und für Kritik an der Einzeltäterthese die Bezeichnung “Verschwörungstheorie” zu lancieren.  Diese Betriebsanleitung zur Diskreditierung von Dissidenz feierte dann nach 9/11 fröhliche Urstände und führte zu einem geradezu inflationären Gebrauch des Begriffs, der seitdem zur Diskurskeule Nr. 1 geworden ist. Als Kampfbegriff mit dem jede nicht der Orthodoxie entsprechende Sichtweise aus der öffentlichen Debatte herausgehalten werden soll.

Welcher Irrsinn hat nun die “Gesellschaft für deutsche Sprache” nun geritten, “postfaktisch” nicht zum Unwort, sondern zum “Wort des Jahres” zu küren ?  Und nach der Inflation von “Verschwörungstheorie” nun gar ein ganzes “postfaktisches Zeitalter” auszurufen ?  “Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren, ” meint die  GdfS in der Begründung, fragt aber nicht, woher dieser “Widerwille” der Bevölkerung gegen die Obrigkeit kommt  – und schon gar nicht, ob dieser vielleicht damit zu tun haben könnte, dass “die da oben” und ihre Medien einfach oft genug beim Ignorieren von Tatsachen und auch beim offensichtlichen Lügen ertappt worden sind, dass ihren “Fakten” immer weniger Menschen trauen. Nicht aus dumpfem “Widerwillen”, sondern aus Erfahrung. Dies nun mit einem psychologischen Kampfbegriff, einer Diffamierungsvokabel zu kontern, die bei aller Unschärfe mit ihrem “post-“insinuiert, dass es mal ein “Prä”, eine Welt der Faktizität und “objektiv” berichtender Presse gegeben hätte – bis das böse Internet mit seinen perfiden “Fake News” dann zu lügen begonnen hat – scheint mir kein Zufall, sondern eher wie ein weiteres Aufbäumen der sterbenden Leitmedien, deren Herrschaft über die Konstruktion und Deutung von Wirklichkeit verloren gegangen ist.

“Die Rede vom “Postfaktischen” ist deshalb auch nicht einfach nur “postmoderner Unfug”, sondern die neueste Diskursstrategie im seit der letzten Jahrhundertwende tobenden Kampf um die Zuständigkeit für die Konstruktion jener Wirklichkeit  die Grundlage unserer Alltagsgewissheiten ist. Falls Niklas Luhmann (1995) mit seinen Analysen Recht hatte, haben die Massenmedien seit Entstehung der bürgerlichen Öffentlichkeit (dies wiederum beschrieb Jürgen Habermas 1962) eine zentrale Funktion: die Herstellung und Absicherung des verbindlichen Sinnhorizonts einer Kultur, also die Bestimmung all dessen, was als “wahr und wirklich” gilt. Wenn man Luhmanns These durch die wissenssoziologische Idee der Konkurrenz orthodoxer (fraglos geltender) und heterodoxer (kulturell zurückgewiesener, illegitimer) Wissensbestände ergänzt, zeigt sich, dass die Rolle der Massenmedien bei der Festlegung orthodoxen Wissens seit der Jahrtausendwende prekär geworden ist. Mit dem Aufstieg des Internets sind die traditionellen Leitmedien nicht mehr die unangefochtenen Konstrukteure von Wirklichkeit.” (Michael Schetschte:  Wider die Rede vom “Postfaktischen”)

That’s it. Weshalb  die “Washington Post”, das Ur-Biotop der CIA-Fakes, dann eben auch eine Schwarze  Liste der alternativen Konstrukteure von Wirklichkeit veröffentlicht und ganz im Stile der Inquisition “Maßnahmen” gegen deren “Fake News” fordert – und gleichzeitig selbst an diesem Wochenende wieder schwerwiegende und explosive “Fakten” produziert, die ganz offensichtlich nichts anderes sind als ein dumpfer Fake. Es gäbe, behauptet die WaPo, nun klare Indizien, dass russiche Hacker die Wahl zugunsten Trumps manipuliert hätten – und zitiert dazu ausschließlich anonyme Quellen. Die “New York Times” assistierte ebenfalls mit anonymen Geheimdienstinformationen, nach denen “Konsens” bestehe, dass die emails über russische Kanäle  an Wikileaks gegangen seien. Dem Kommentar  aus dem Trump-Transition-Team auf diese neuen Enthüllungen ist ausnahmsweise nichts hinzuzufügen: ‘These are the same people that said Saddam Hussein had weapons of mass destruction.”

Der Gesang der Spottdrossel

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Der Hype um die Invasion der Fake News läßt sich nur in historischer Perspektive  richtig verstehen.  Falsche Nachrichten und Desinformation gehören üblicherweise zum Arsenal  von  Geheimdiensten, die sich darum bemühen diese in den Medien zu lancieren und als “echte” Nachrichten erscheinen zu lassen. Dies wird vor allem in Kriegszeiten relevant, wenn es sowohl gilt, den “Feind” zu verwirren als auch die eigene Bevölkerung gegen den “Feind” zu mobilisieren – da landen dann Aluminiumröhren als angebliche Massenvernichtungswaffen Iraks auf der Titelseite der “seriösen” New York Times, ein erfundener “Hufeisenplan” in der FAZ oder das angebliche Giftgas Assads in der “Tagesschau”. Säßen in der Leitung dieser Medien nur echte Journalisten, die Verlautbarungen ihrer Regierungen grundsätzlich mißtrauen und sie nicht ohne Recherchen zur “News” machen, hätten die Kriege gegen Irak, Jugoslawien und Syrien so nicht stattfinden können. Erst die “Fakes”machten das möglich und dass sie als echt verkauft werden konnten, ermöglichten die falschen Journalisten in den Chefteagen der großen Medien.

Weil man nicht nur im heißen, sondern auch im kalten Krieg die Medien kontrollieren muss, wenn man als global intervenierende Macht ein “freiheitliches” Image bewahren wollte, betraute CIA-Chef Allan Dulles zwei seiner Spitzenleute – Frank Wisner und Cord Meyer – Anfang der 50er Jahre mit der “Operation Mockingbird” , deren Ziel war,   im In- und Ausland ein diskretes Netz aus einflussreichen Journalisten und Meinungsführern zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung aufzubauen. In einem Untersuchungsauschuss (Church-Kommitee) über illegale Aktivitäten der CIA kam 1977 ans Licht, das dieses strategische Mediennetzwerk aus über 400 Journalisten bestand. Frank Wisner hatte unter Kollegen damit geprahlt, dass ihm Leute in allen wichtigen Redaktionen “gehörten”; der für das Ausland zuständige Cord Meyer achtete bei seinen Aktionen und Akquisitionen besonders darauf, auch die “compatible left” in das CIA-Netzwerk einzubinden. Also nicht nur Bürgerlich-Konservative und Kommunistenfresser, sondern auch Liberale und Linke, sofern diese die imperialen Kriege  und “regime changes” der USA allenfalls oberflächlich kritisierten, also “kompatibel” waren.

Das Church-Kommittee kam damals zu dem Schluss, dass der Einfluß der CIA auf die Medien zwei schwere Bedenken aufwirft:  “Erstens, die Gefahr der heimlichen Einflussnahme auf die Medien um die amerikanische Öffentlichkeit durch Propaganda in die Irre zu führen. Zweitens, der Schaden an der Glaubwürdigkeit der Medien und deren Unabhängigkeit als freie Presse, durch die geheimen Verbindungen zu Journalisten und Medienhäuser.“ Das war vor 40 Jahren und auch wenn die CIA nach diesen Enthüllungen den offiziellen “Einkauf” von Journalisten per Erlass untersagte, brachen die Kontakte natürlich nicht ab. Die “Mighty Wurlitzer”, wie Frank Wisner sein Medienorchester (nach dem berühmten Orgel,-und Jukebox-Hersteller) einst genannt hatte, das der CIA  stets eine “freundliche Presse” sicherte, orgelte fröhlich weiter.

mockingbirdDer Mockingbird, die Spottdrossel, heißt Mimus polyglottos, weil sie mit ihrem Gesang die Rufe anderer Tiere und Geräusche nachahmt – und nichts anderes tat die CIA mit ihrer gleichnamigen Operation zur Manipulation der Medien: die Nachahmung echter, objektiver Berichterstattung durch Einschleusung echt und objektiv wirkender Fälschungen. Hier ist die eigentliche Geburtsstunde der modernen Fake News  zu datieren,  mit dem Gesang der Spottdrossel – und nicht erst 50 Jahre später wegen des Internets und social media – beginnt das “postfaktische” Zeitalter:  die zum wahrheitsgetreuen Report von Fakten verpflichtete “freie Presse” wird von Spindoktoren unterwandert und gibt deren Fiktionen als Fakten aus.

Dass ausgerechnet das Ur-Biotop der Spottdrossel-Operation, das CIA-Hausblatt “Washington Post” ( siehe dazu: Deborah Davis: Katharine the Great : Katharine Graham and Her Washington Post Empire, 1991) jetzt eine Kampagen gegen “Fake News” anführt und eine schwarze Liste von 200 Webseiten propagiert, um vor falschen Nachrichten zu warnen, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Auch wenn die hiesigen Pfeifen der großen Wurlitzer-Orgel – die auf der Atlantikbrücke versammelten Journalisten – in ihren Anstalten und Organen vor Fake News warnen sollte jedem klar sein, dass da Böcke als Gärtner auftreten.  Und zwar solche, die eben dank des Internets und social media mittlerweile immer öfter als Fälscher erwischt werden, weil das Publikum auf alternative Informationen zurückgreifen kann. Deshalb aber nun die Anbieter solcher Informationen – die politisch von ganz rechts bis ganz links und was die Qualität des Journalismus betrifft von sehr solide bis völllig daneben reichen – pauschal an den Pranger zu stellen, riecht dann doch schon arg nach McCarthy-Ära und Bücherverbrennung. Zum Wahrheitsministerium zur Kontrolle von Fake News ist es dann nicht mehr weit…