Lückenpresse

Dass der aktuelle “Fake-News”-Hype, bei dem die sogennannten “Qualitätsmedien” den schlechten Journalismus ausschließlich bei anderen entdecken, zu einem Wiedergewinn von Glaubwürdigkeit führt, ist nicht zu erwarten. Denn der Grund für diese Glaubwürdigkeitskrise sind natürlich nicht die Fehler der anderen, sondern die eigenen. Für Ulrich Teusch sind das vor allem zwei Defizite:  die Unterdrückung wesentlicher Informationen und das Messen mit zweierlei Maß. Über sein Buch Lückenpresse – Das Ende des Journalismus wie wir ihn kannten hat Ken Jebsen mit ihm gesprochen:

 

Question Authority – Think For Yourself

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“In der Generalaussprache hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für neue Regeln ausgesprochen, um besser mit sogenannten Fake-News umzugehen. Während für Journalisten bestimmte Regeln der Sorgfaltspflicht gelten würden, nutzten die Menschen inzwischen aber andere und viel weniger kontrollierte Medien zur Meinungsfindung, sagte sie im Bundestag“. Wie diese neuen Regeln zur Kontrolle der Meinungsfindung aussehen sollen ist eine spannende Frage: wird es eine Fake-Taskforce  der Bundesregierung geben, die festlegt, welche Meldungen zur Meinungsfindung ungeeignet sind; wird es Prüfsiegel für Webseiten, Blogs, Facebooks-Accounts geben, WÜV-Plaketten vom Wahrheits-Überwachungs-Verein ? Oder erstmal nur Listen wie die von der Washington Post, auf denen einfach sämtliche alternativen Nicht-Mainstream-News-Seiten und Blogs an den Pranger gestellt werden… und dann, “neue Regeln”, im nächsten Wahlkampf besser gleich  ganz abgeschaltet werden, damit unkontrollierte Wahlergebnisse nicht mehr vorkommen ? Wir dürfen gespannt sein, was unsere Regierung da an Regeln und Gesetzen vorschlägt, ich befürchte eher Fürchterliches. Vor allem, weil davon ausgangen wird, “dass für Journalisten bestimmte Regeln der Sorgfaltspflicht gelten”, diese also von den neuen Anti-Fake-News Regulierungen offenbar ausgenommen  werden sollen.

Was aber wenn offiziell bestallte Journalisten  diese Regeln der Sorgfaltspflicht mißachten, nicht einmal, zweimal aus Versehen, sondern systematisch und mit Methode ?  Nicht nur, indem sie selbst Fakes verbreiten, sondern vor allem indem sie durch Unterlassen, Schweigen und Wegschauen die Regierungen und Konzerne mit ihren Falschmeldungen, Halbwahrheiten und Lügen einfach durchkommen lassen. Beispiele: 9/11 und das Märchen, dass Bin Laden und 19 Teppichmesser ganz allein die drei WTC-Türme zum Einsturz brachten. Oder die Massenvernichtungswaffen des Irak oder der russische Einmarsch in der Ukraine oder der Hufeisenplan oder oder oder…die Liste wäre leicht zu verlängern und für jeden Punkt läßt sich unzweifelhaft nachweisen, dass die Presse ihre Sorgfaltspflichten verletzt hat. Statt als kritischer Kontrolleur der Macht hat sie als ihr willfähriger Lautsprecher fungiert  und Fake-News verbreitet: Propaganda. Deren Urvater und “Erfinder” Edward Bernays schrieb 1928:

„Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen grösstenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Grosse Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.“ (Edward Bernays, Propaganda, 1928)

Dass dieser geringen Zahl an Personen und ihren Konzernen diese Fäden durch das Internet und die sozialen Medien zumindest so weit aus der Hand genommen wurden, dass sie das “öffentliche Denken” und somit auch die Wahlergebnisse nicht mehr vollständig kontrollieren können, sorgt bei der “unsichtbaren Regierung” verständlicherweise für Panik. Dass man dann erstmal mit dem Finger auf einen “Schuldigen” zeigt, wie die verzweifelte “Washington Post” mit ihrer grotesken Fake-News-Liste, ist  ebenso nachvollziehbar wie kindisch, denn nach wie vor sollen “die Russen” es gewesen sein, die den amerikanischen Wählern “Trump” einflüsterten. Hier ist dieses Märchen, erzählt von der großen Nachrichtenagentur Bloomberg, noch einmal nachzulesen, wobei dem Autor ganz am Ende doch noch der Gedanken kommt, dass man sich vielleicht an die eigenen Nase fassen muss: “How did we end up more mistrusted by a large segment of Western readers and viewers than state-funded Sputnik or RT? Did we perhaps follow government narratives too closely and uncritically?”

Yes, kann man da nur antworten, und nicht nur “perhaps”, sondern “for sure”.  Und das haben die Zuschauer und Leser gecheckt. Es ist kein Zufall, dass “russia today” auf youtube in den USA mittlerweile doppelt soviel Zuschauer hat wie CNN – obwohl sie in den “Qualitätsmedien” doch täglich darauf hingewiesen werden, dass es sich um Putin-Propaganda handelt und diese “state funded” ist, nehmen die Leute sie offenbar interessiert zur Kenntnis – als Alternative und Korrektiv der “corporated funded” Fake-News. Eigentlich ein durchaus wünschenswerter Wettstreit der Meinungen im Sinne “herrschaftsfreier Kommunikation” ( hier übrigens ein aktuelles Interview mit Habermas zur Frage, wie man dem Rechtspoulismus den Boden entzieht), der mit der Hatz auf “Fake News” aber eher im schlechten alten McCarthy Stil betrieben wird und auf nichts anderes als digitale Bücherverbrennung hinausläuft.

Vor zwei Jahren hatte ich unter dem Titel “Rumorkliniken und Gerüchteküchen”  schon die Einrichtung von “investigativen Intensivastationen” gefordert, die Tatsachen von Gerüchten, Realität und Fiktion auf  “klinische” Weise auseinanderhalten. Das war möglicherweise etwas naiv bzw. weit in die Zukunft gedacht. Aktuell bleibt nichts anderes als sich möglichst vielfältig und kontrovers zu informieren und den Mühen unseres Blog-Mottos zu folgen:  Autoritäten hinterfragen und selbst denken.

Und hier kommen die Fake News

PropagandaGerade hatte ich noch über die Trump-Wahl als Niederlage der Großmedien geplaudert und verwundert festgestellt, dass sie  noch immer  den Schuss nicht gehört und offenbar gar nicht geschnallt haben, dass sie nicht einfach so weiter machen können mit dem Konstruieren medialer Parallel-Realitäten, die mit der wirklichen Welt nichts zu haben. Und dass es eine völlig falsche Kommunikationstrategie der Clinton-Maschine war, die von keiner Evidenz belegte Geschichte von russischen Hackern und Trump als Putin-Troll ad nauseam zu wiederholen… da machen sie nicht nur genau so weiter, sondern legen noch eine Schippe drauf.

Laut “Washington Post” haben jetzt “zwei Teams unabhängiger Forscher” herausgefunden, dass es “russische Propaganda” war, die mit “Fake News” die Wahlen manipuliert hat. Was bisher also nur eine Vermutung war ist nunmehr “wissenschaftlich” bewiesen: “The way that this propaganda apparatus supported Trump was equivalent to some massive amount of a media buy,” said the executive director of PropOrNot, who spoke on the condition of anonymity with the Post.”  Das kann man verstehen, ich wäre als “Executive Director” auch lieber anonym geblieben, wenn ich derart idiotische “Beweise” für den “Propaganda-Apparat” vorgelegt hätte. Eine Liste mit über 200 Webseiten, die nahezu alles enthält, was es an alternativen Nicht-Mainstream-News in den USA gibt: von rechts bis links, von seriös bis Boulevard, von völlig schräg bis höchst solide. Also alles, was nicht in die Filterblase der Corporate News hineinpaßt.

Wie verzweifelt  muß man sein, als ehemalige “Qualitätszeitung”, dass man alles außerhalb der eigenen Käseglocke zum Fake, zur Lüge und zum Machwerk feindlicher Mächte erklären muss ? Offenbar fällt den Medienbossen und Topjournalisten angesichts ihrer peinlichen Niederlage im Wahlkampf nichts mehr anderes ein, als nun auch ihrerseits den ideolgischen Holzhammer “Lügenpresse”  zu schwingen und auf alternative Nachrichten und Blogs einzuschlagen. Was ist da passiert ?

Die alte Goebbels’sche Regel, dass man eine große Lüge nur oft genug wiederholen muß, “dann werden die Leute sie am Ende glauben”, scheint nicht mehr  zu greifen: die Leute glauben einfach nicht mehr jeden Schleim, der aus dem Volksempfänger quillt. Die Leute haben andere Möglichkeiten, sich zu informieren und sie nutzen sie. Und den gefährlichsten und größten Fake-News Verbreitern überhaupt, die wie “Washington Post” und  “New York Times” der Welt Alumiumröhren als Massenvernichtungswaffen und einen  Krieg verkauften, der 1,5 Millionen Menschen das Leben kostete – diesen als unabhängige Journalisten getarnten Propagandakompanien vertrauen die Leute immer weniger. Und das ist gut so.

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Yankee and Cowboy War 2.0 – 5.

trumprevolutionDass Donald Trump “kein Ideologe, sondern Pragmatiker” sei, hatte Obama das erste längere Gespräch mit seinem Nachfolger kommentiert, wobei man nicht so genau weiß, wie sehr er damit nur seine betrübten Mitarbeiter und sich selbst trösten wollte. Dass es sooo schlimm schon nicht kommen wird. Aber es wird auf jeden Fall anders. Zum Einstieg hat Trump gleich mal den Großmedien sehr pragmatisch die Fresse poliert: er hat die zu einem vertraulichen Gespräch geladenen Medienbosse, Star-Moderatoren und Journalisten derart beschimpft, dass sie hinterher kaum noch an sich halten konnten  – und entsetzt von Trumps verbalen Attacken berichteten. Er hätte sie allesamt der Lüge bezichtigt: ‘We’re in a room full of liars, the deceitful dishonest media who got it all wrong.”

So was hatten die versammelten Pre$$titutes und Edelfedern noch nie gehört und dass es trotz vereinbarter Vertraulichkeit sofort in den Medien landete, beweist schlagartig, wie zutreffend Trumps Vorwürfe sind.  Schon die gesamte Wahlkampfberichterstattung war ja durchweg erbärmlich, weil sie von Clinton nur Gutes und von Trump nur Übles berichtete und wie die geschockten Reaktionen auf Trumps Beschimpfung zeigen, sind die Medienmacher in der Echokammer ihrer selbst produzierten Realityshow noch immer nicht aufgewacht. Sonst hätten sie die Zähne zusammengebissen und sich an die “off the record”-Vereinbarung gehalten – aber Donald der Schlaufuchs ahnte natürlich, dass sein Klartext nach außen dringen wird und hat die Kommunikationsprofis erfolgreich reingelegt.  Ganz anders dann das “on the record” Interview mit der New York Times in dem Trump die unfaire Berichterstattung zwar auch kristisierte, sich ansonsten aber sehr moderat gab. Und dennoch Sätze sagte, die den Neocon-Liberalen die Haare zu Berge stehen lassen, etwa auf die Frage, wie er es mit Russland halten wolle: “Wouldn’t it be nice, I’d say this in front of thousands of people…wouldn’t it be nice if we actually got along with Russia, wouldn’t it be nice if we went after ISIS together…and the people will stand up and give me a massive hand.”

Es kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung nicht nur der USA, sondern auch Europas ein solches russisch-amerikanisches Joint-Venture gegen den IS, seine Geldgeber in den Golfstaaten und ihre salafistische Ideologie begrüßen würde. Und das nicht, weil sie “dumm” wären, wie der dämliche Politologe Münkler unlängst meinte, und auch nicht weil sie “rechts” sind, sondern weil sie über einen Restbestand an Vernunft und Menschlichkeit verfügen und den mörderischen Wahnsinn der Kriege im Nahen Osten beendet sehen wollen. Schon hat sich ein Unterhändler Trumps, sein Sohn, mit einer Vertreterin der pro-russischen syrischen Opposition getroffen,  und die israelischen Debka-Files berichten von geheimen Gesprächen, die Trumps Sicherheitsberater General Michael Flynn mit seinen russischen und türkischen Kollegen führt. Es scheint, als ob der “Macher” Trump seine Pläne tatsächlich schon umzusetzen beginnt, bevor er im Weissen Haus einzieht. Die Cowboys brechen so mit einer außenpolitischen Strategie, mit denen die Yankees drei Jahrzehnte gefahren sind: der Militarisisierung und Aufrüstung von Islamisten und ihrem Einsatz als Söldner für regime changes.

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“Illegales kann sofort erledigt werden, Verfassungswidriges dauert etwas länger” – das Henry Kissinger zugeschriebene Diktum über den Zusammenhang von offizieller Politik und verdeckten Operationen macht den Unterschied deutlich, der zwischen Verbrechen im Namen des Staats und solchen im Namen gewöhnlicher Krimineller besteht. Letztere müssen die Strafgesetze nur umgehen, Regierungen müssen sie zusätzlich hochhalten und den Schein wahren, dass sie natürlich nicht korrupt und nicht kriminell sind. Die Clintons bekamen da zuletzt ziemliche Schwierigkeiten, unter anderem weil arabische Kopf-ab-Regierungen ihre Stiftung mit zweistelligen Millionenbeträgen bestückten, der König von Marokko  erstmal 12 Mio. spenden mußte, bevor er eine Audienz bei der Ministerin bekam und auch ansonsten fröhliches “pay f0r play” herrschte.  (Was allerdings das Bundesunternehmen GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) bewegte, der Clinton-Stiftung einstellige Millionenbeträge rüber zu schieben, ist unbekannt. Da es sich um Steuergelder handelt, wäre hier vielleicht eine parlamentarische Anfrage angebracht.)

Wie sich derlei Günstlingswirtschaft  und Vermischung von Staats,-und Privatgeschäften jetzt unter Trump anlässt, dürfte interessant werden, diskreten Geschäften mit noch diskreteren Gestalten war er, wie wir in der letzten Folge gesehen haben, noch nie abgeneigt. Auf sein Präsidentengehalt freilich hat Donald der Großzügige schon mal generös verzichtet. Dass Trump aber wie Obamas Vize Joe Biden, der nach erfolgreichem Putsch in der Ukraine seinen Filius auf den Chefsessel des führenden Energiekonzerns hievte, auch den einen oder anderen Spezi belohnen wird, darf erwartet werden.  Der Sumpf wird nicht ausgetrocknet, sondern mit neuen Kröten bestückt, wobei die alten zwar rausfliegen, aber nicht weiter verfolgt werden. Die Ermittlungen gegen die Clinton-Stiftung und wegen Geheimnisverrats über Hillarys Privatserver wird Trump als Präsident nicht weiter führen: die Clintons, so meinte er jetzt, seien “gute Leute”,  die er “nicht verletzten” wolle. Wiegesagt: anderer Club, selbe Liga…

So einig sich Yankees und Cowboys dann  auch immer wieder sind –  ganz nach dem Motto “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich” –  was die Konzepte der Wirtschafts,- und Außenpolitik betrifft, die Cowboy Trump verkündet hat,  unterscheiden sie sich deutlich von dem Programm, das die Yankees mit Bush/Clinton/Obama gefahren haben. Deregulierten Märkte, globalistischem Freihandel und militärischem Interventionismus hat Trump im Wahlkampf lautstark den Kampf angesagt, also den drei zentralen Dogmen der US-Politik der letzten 25 Jahre. Sollte es ihm gelingen, an ihnen ernsthaft zu rütteln,  wäre das ein Wunder – aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Andere sind da optimistischer, weil sie glauben, dass Trump das Desaster nicht beenden, sondern auf die Spitze treiben wird. Etwa der Historiker und Autor Douglas Valentine, neben Peter Dale Scott und Alfred McCoy einer der führenden Erfroscher des Tiefenstaats und der verdeckten Operationen des internationalen Drogenhandels und der Geheimdienste. Seine Arbeiten über die systematische Anwendung von Terror im Vietnamkrieg (“The Phoenix Program”) und die geheime Geschichte des War On Drugs (“The Strength of The Wolf”) gelten als Standardwerke. Sein soeben erscheinendes neuestes Buch gibt schon im Titel an, womit sich Doug Valentine seit Jahrzehnten beschäftigt hat: “The CIA as organized crime”.  Auch das wird Trump sicher nicht beenden, gerade hat er einen Folter-Fan als neuen CIA-Boss nominiert, und doch (oder deswegen)  glaubt Valentine, dass Trump für die Linke das Beste ist, was Amerika passieren konnte:

Good god almighty, Trump is the best thing that ever could have happened to America, if you’re a socialist or a revolutionary. Sure, the environment will deteriorate faster than ever before, but it’s going down anyway. And sure, the One Percent will amass more of your Social Security, savings and pensions (assuming you have any) while bunkering down in walled compounds like Zionists in the West Bank or white supremacists in some South African Bantustan. Cops and imperial wars will proliferate, but that too was going to happen anyway – short of some mutiny in the military. No, Trump is the guy who will finally make the contradictions of capitalism clear to all the dopes who bought his bill of goods. The Donald is going to bring about the final phase. He is the man! Glory in his spectacle! Let the mockery begin!

(to be continued)

 Hier  Teil 1  –  Teil 2Teil 3

Yankee and Cowboy War 2.0 – 3

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Nach der plötzlich eingetretenen Schockstarre, in die der Wahlsieg Trumps  Mainstreammedien und Politik hierzulande versetzt hat, und dem darauf folgende Kater, der in paranoischen Schüben und geradezu apokalyptische Kopfschmerzen mündete, zeitigt die allgemeine Trumpophobie mittlerweile Symptome von  Hirnerweichung. Zumindest die Kanzlerin kann nicht mehr ganz richtig im Kopfe sein, wenn sie zum Abschied von Häuptling Big Ear in Berlin verkündet: “Deutschland hat von den USA viel Hilfe bekommen. Jetzt ist Deutschland in der Lage, die Ordnung der Welt aufrecht zu erhalten.”

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Mit  “Wir schaffen das”  als  globalem  Exportartikel ? Mit Mutti und Flinten-Uschi im frei werdenden Büro des Weltsheriffs ? Gegen Dirty Donald, der schneller twittert als sein Schatten? Falls ihr so was vorschwebt ist unsere Kanzlerin wirklich irre geworden. *( Update) Aber damit keineswegs allein. Auch in der “Frankfurter Allgemeinen”  liegen die Nerven blank, vorallem bei den Fanboys des globalistischen Monopolys: “Es macht eben einen Unterschied, ob jemand Vereinvorsitzender von Attac oder amerikanischer Präsident wird. Künftig regiert die Occupy-Bewegung im Weißen Haus, um gegen Neoliberalismus und globalen Kapitalismus Front zu machen, dessen Zentrum paradoxerweise das postmaoistische China sein soll.”

Es mag noch dauern bis die FAZ  und ihr “Ressortleiter Wirtschaft”, Rainer Hank,  aus ihrem neoliberalistischen Wolkenkuckucksheim aufwachen, wo sie sich von Attac und Occupy derart verfolgt fühlen, dass sie Donald Trump, ein Mitglied der 0,01 % Elite, als deren Vorsitzenden halluzinieren und zum Großfeind erklären. In einem  Milliardär und Ziehsohn des Juristen Roy Cohn, der mit Joe McCarthy Kommunisten jagte bevor er den jungen Trump in die Welt der Politik, der Immobilien, Casinos und der “ehrenwerten Gesellschaft” einführte, einen Frontkämpfer gegen den globalen Kapitalismus zu sehen – derart krasse Wahrnehmungsverzerrungen sind mit Alkohol oder herkömmlichen Drogen eigentlich nicht zu erklären.

Trump ist so wenig Anti-Kapitalist wie robin-hood-artiger Rächer der Enterbten. Selbst wenn er wie angekündigt die Bankentrennung wieder einführt, zieht er nur ein paar absolut notwendige Leitplanken wieder ein. Er ist auch kein Anti-Militarist und Peacenik, der es erforderlich machen würde, dass Frau Merkel als Führerin der freien Welt die Ordnung derselben retten müßte. Und wenn Trump das Chaos der Kriege stoppt, mit dem die “Yankees” in den vergangenen 15 Jahren mindestens 1,5 Millionen Menschen getötet und 6 Billionen Dollar dafür ausgegeben haben – “damit hätten wir unser Land zwei mal wiederaufbauen können”, sagte Trump in “60 Minutes” – dann kann jeder nur halbwegs vernünftige Mensch den “Cowboys” nur die Daumen drücken.

Trump ist auch kein Libertärer, der das Geldsystem und die FED reformieren wird, auch wenn er im Wahlkampf ein paar Spitzen in diese Richtung losgelassen hat. Und schon gar nicht wird er eine Neuuntersuchung von 9/11 angehen, wie es in einigen Fake-Meldungen behauptet wird, denn das würde nicht nur die “Yankees”, sondern das gesamte kriminelle Königreich des Tiefenstaats erschüttern. Dass die Börsen auf die überraschende Niederlage Clintons nur einmal  kurz nach unten zuckten um dann sofort auf neue Höchststände zu klettern, zeigte denn auch schon deutlich, wie wenig die Finanzeliten von Trump zu befürchten haben. Er stammt aus einem anderen Club, aber aus derselben Liga…

Dass die Wahl dennoch solche Erschütterungen hervorruft hat wohl auch damit zu tun, dass das Team der “Yankees”, Serienmeister beim Rennen ums Weisse Haus, zu siegessicher war: seit 25 Jahren hatten sie mit den Bushs, den Clintons und zuletzt Obama stets beide Flügel des Einparteiensystems  und fast alle Medien unter Kontrolle. Die von Bush sen. ausgerufene “Neue Weltordnung” verbunden mit militärischer “Full Spectrum Dominance” und gleichzeitiger Deregulierung der (Finanz-)Märkte wurde mal unter demokratischem mal unter republikanischem Parteifähnchen vorangetrieben. “Rechts” und “Links” unterschieden sich  in Fragen der Kultur, des Stils und der political correctness, aber nicht in der Wirtschafts,- oder Außenpolitik. Auf diesen Feldern haben die “Cowboys angegriffen und gewonnen: mit Argumenten gegen den neoliberalistischen Globalismus und gegenden  interventionistischen Militarismus. An der Überlegenheit des US-Militärs aber wird das Team Trump genausowenig rütteln wie am Kapitalismus.

Dass Trump 1987 mit “Resorts International” einen Casino-Konzern mit engen Mafia Verbindnungen übernommen hatte, der einst von dem CIA-Strohmann James Crosby zusammen mit dem legendären Mobster-CEO Meyer-Lansky als Geldwaschanlage auf den Bahamas gegründet worden war, hatten wir hier schon angemerkt. Später auf diesen Hintergrund angesprochen beteuerte Trump, davon  nichts gewußt zu haben, er hätte die Aktien von den Erben der Familie Somoza übernommen. Der nicaraguanische Diktator Anastasio Somoza hatte  – wie Howard Hughes und der Schah von Persien – zu den Klienten von James Crosby’s Sicherheitsfirma “Intertel” gehört. Dass Trump aber den suspekten Casinokonzern völlig blauäugig übernahm und  aus diesem lange zurückliegenden Deal keineswegs auf dauerhafte Verbindungen des künftigen Präsidenten zur organisierten Kriminalität geschlossen werden kann – diese Legende darf getrost als  frommer Wunsch bezeichnet werden.
Trump Mansion Sold to “Mobsters Sans Frontières”  überschrieb der Investigativ-Reporter Daniel Hopsicker 2008 seine Recherche über den russischen “Düngemittel-Milliardär” Dmitry Rybolovlev, dem Trump ein Anwesen in Palm Beach für 100 Mio. $ verkauft hatte – und fragte sich, wie man den Bullshit glauben kann, dass jemand mit Pferdeshit in Kürze Milliardär werden kann.  Mehr über  Donald und die Mafiosi ohne Grenzen in Florida  hier und hier. Dass im August der Chefmanager der Trump-Kampagne, Paul Manafort, zurücktrat, weil er 12,7 Millionen von dem russischen Oligarchen und Mafia-Don Oleg Deripaska kassiert haben soll, passt in dieses Bild. Dass der “Sumpf”  in Washington jetzt “ausgetrocknet” wird, wie Trump es stets angekündigt hat, sollte also niemand erwarten, er wird nur durch einen anderen Sumpf ersetzt.

(to be continued)

 Hier Teil 1 und Teil 2

UPDATE: So wie das ZDF es auf  seinem Twitterkanal kolportierte, hat Merkel das nicht gesagt. Wörtlich sagte sie, Deutschland sei nach der Wiedervereinigung “noch stärker in der Lage, seinen Beitrag zu leisten, um die Ordnung, die wir lieben, für die sich auch die Menschen in der DDR eingesetzt haben, weltweit aufrecht zu erhalten, oder zumindest in unseren Ländern aufrecht zu erhalten.” Reicht ja auch vollkommen…

Yankee and Cowboy War 2.0 – 2

Auch wenn Barack Obama bei seinem derzeitigen Abschiedsbesuch in Berlin noch mit Beifall rechnen kann,  obwohl er als Friedensnobelpreisträger von Krieg  (U.S. Dropped 23,144 Bombs in 2015 Under Command of Nobel Peace Prize Winner President Obama) und Massenüberwachung  nicht lassen konnte – die “Hope” und “Yes We Can” Euphorie seiner Anhänger ist weitgehend verflogen. Ob und wann es den Fans von Trump und “Make America Great Again” ähnlich ergehen wird, steht noch nicht fest –  und wird auch davon abhängen, welche Truppen The Donald in der Neuauflage  des Yankee and Cowboy War hinter sich versammeln kann. Dass er in diesem verdeckten Fraktionskrieg der Machteliten aber der einsame Cowboy ist, der auf seinem Pferd in die Stadt geritten kommt und  allein mit eiserner Hand Recht und Ordnung wiederherstellt, dieses nostalgische Bild kann schon jetzt als Mythos entlarvt werden.

1987 erwarb Donald Trump seine erste Casino-Beteiligung und übernahm 93 % von “Resorts International”, einem auf den Bahamas angesiedelten Unternehmen, das  in den 50er Jahren von einem Strohmann der CIA in Kooperation mit dem Mafia-Boss Meyer Lanski gegründet worden war. Es operierte in Zusammenarbeit mit den Banken des CIA-Manns Paul Heliwell als Geldwäscheanlage im  internationalen Waffen, -und Drogenhandel, “ a two-time laundromat for the Lansky mob and the CIA”, wie der führende Erforscher des US-Tiefenstaats, Prof. Peter Dale Scott, schreibt. Von diesen Hintergründen und Hintermännern muss Trump nichts gewußt haben, als er den Hotel-und Casinobetrieb übernahm und dessen Spielbetrieb bald auch auf Atlantic City ausweitete, mit dem Mob aber war er über seinen 1986 verstorbenen Mentor und Freund, den Mafia-Anwalt Roy Cohn, durchaus und lange vertraut. Bei Cohns Kokspartys im legendären “Studio 54” hatten Mobster und Milliardäre mit Politikern und Lobbyisten gefeiert, der junge Baulöwe Donald Trump stets mittenmang.

Als dann in den 90ern die Immobilienpreise in New York fielen und die hoch beliehenen Casino-Betriebe in Atlantic City vom Konkurs bedroht waren, wurde Trump von Baron Edmond de Rothschild gerettet, dem – laut einer “Spotlight”-Recherche von 1978 –  einstigen Mit-Gründer des Geldwaschsalons “Resorts International”.  Die Rothschild Inc. als einen mover und shaker hinter den Projekten und Gebäuden mit dem Namen TRUMP zu sehen ist deshalb keine Verschwörungstheorie.  Dazu paßt, dass Trump sich geradzu euphorisch zur rechtsgerichteten Politik Israels und seinem Führer Netanjahu geäußert hat und  dass eine seiner Zielscheiben im Wahlkampf  der Oligarch George Soros war. Den würde man ja eher im Rothschild-Lager vermuten, aber seit ein von ihm finanzierter Verein 2014 die “Panama Papers” veröffentlichte  und dort fast auschließlich Rothschild-Banken und ihre Klienten “geleakt” wurden, kann Soros den “Yankees”, dem Rockefeller-Syndikat,  zugeschlagen werden. Seine Stiftungen fungierten weltweit als “ziviler” Arm der neokonservativen Außenpolitik und  finanzierten nicht nur fröhliche “colour revolutions”, sondern auch gewalttätige “regime changes”. Jetzt führen Soros-Organisationen wie “move on” und “change.org” die Mobilisierung für die Anti-Trump-Demonstrationen an. Aber einen “Maidan” in Washington wird es nicht geben – der große Spieler Soros hat sich verzockt.

Die Polarisierung  solcher Lager von  Yankees/Cowboys und Rockefeller/Rothschild ist in jedem Fall holzschnittartig und von einem “Krieg der Machteliten” zu sprechen nur dann angemessen, wenn klar ist, dass diese Fraktionen in der Regel und durchaus an einem Strang ziehen, aber eben nicht immer. Und der Überaschungssieger Trump  das Ergebnis eines solchen unterirdischen Bebens sein könnte. Weil niemand in den USA Präsident werden kann, ohne über Verbindungen  zum Tiefenstaat, zum Königreich der Geheimdienste und des organisierten Verbrechens, zu verfügen – auch  Vater Joe Kennedy musste die letzten fehlenden Stimmen für seinen Sohn  bei seinen alten Mob-Kumpanen in Nevada kaufen, um “Cowboy” Nixon mit dem knappsten Vorsprung aller Zeiten noch zu schlagen – lohnt sich auch bei Trump ein Blick auf seine Connections. Bill Engdahl hat ihn als “Mafia Don With a Pompadour”, als Mafiaboss mit Schmalzlocke beschrieben:

 “Zwei mögliche Schlussfolgerungen sind aus den oben gemachten Angaben über die fast 50-jährige Geschichte des Geschäftsmannes Donald Trump und seiner unübersehbaren Schar von Geschäftspartnern mit Beziehungen zur Mafia zu ziehen. Entweder ist es, wie er immer wieder sagt, wahr, dass er von deren Mafiaverbindungen nichts gewusst und mit ihnen wegen ihrer überlegenen unternehmerischen Fähigkeiten zusammengearbeitet hat. In diesem Fall ist Don Trump, nachdem er es 50 Jahre lang auf erbärmliche Weise an der elementaren Sorgfaltspflicht hat fehlen lassen, die Hintergründe derjenigen zu überprüfen, mit denen er in sehr heiklen Positionen zusammengearbeitet hat, schon aus Gründen der nationalen Sicherheit nachweislich nicht qualifiziert, auch nur Gärtner im Weißen Haus zu werden. Andererseits wäre Don Trump, falls diese Beziehungen zu Roy Cohn bis hin zu den anderen Kontakten der letzten Jahre bewusst und in klarer Absicht unterhalten wurden, ein pathologisch narzisstischer Immobilien- und Casino-Gangster, der niemals in die Nähe des mächtigsten Amtes der Erde gelangen sollte.”

Auch wenn die Unberechenbarkeit des “Horrorclowns” Trump von den Demokraten im Wahlkampf immer wieder angeführt wurde, sahen die  Wähler das offenbar anders. Auch seine Mob-Connections spielten keine Rolle, wobei die Clintons  diese Karte auch sehr bewusst nicht spielten, da sie selbst ohne diese Verbindungen niemals aufgestiegen wären  (siehe  dazu die   “Clinton Chronicles”  oder “Mobpresident Clinton” ). Der einzige Unterschied scheint zu sein, dass die aktuellen Yankees es eher mit den Erben der italienischen Cosa Nostra halten – wie der Gambino Familie –  und Cowboy Trump mit der jüdischen Kosher Nostra und dem Casino-Magnaten Sheldon Adelson im Boot ist.
(to be continued)
Teil 1 hier