Die unwahrscheinliche Unperson

ken-facebook-02Unter dem Titel: “Die unwahrscheinliche Unperson Ken Jebsen” hat der Wirtschaftsjournalist und Buchautor Norbert Häring das Buch besprochen, das ich mit Ken Jebsen gerade gemacht habe:

“Der Kopf hinter dem erfolgreichen Videoportal KenFM, Ken Jebsen, hat einen sehr zweifelhaften Ruf. Nach einer Auswertung von Twitter-Aktivitäten der Anti-Querfront-Szene ist Ken Jebsen der schlimmste “neurechte” Verschwörungstheoretiker und Antisemit im deutschsprachigen Raum. Weil ich sehr neugierig war, ob daran vielleicht doch irgendetwas Wahres ist, las ich das Buch „Der Fall Ken Jebsen“ von der ersten bis zur letzten Seite. Es lohnte sich.

Als mich Ken Jebsen im Frühjahr zu einem Interview über das Thema meines Buches „Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen“ einlud, riet mir mein Buchverlag trotz der großen Reichweite des Videoportals KenFM ab. Damit würde ich meiner Positionierung als Autor schaden. Auch ein bekannter investigativer Journalist war sehr skeptisch und riet ab. Jebsen sei ein Verschwörungstheoretiker mit Hang zu durchgeknallten Theorien, wie der Chemtrail-Verschwörung. Ich schaute mir die Website von KenFM, einige Texte und Videos an, und was man auf die Schnelle so im Internet über Ken Jebsen lesen kann. Ich fand nichts, was unseriös auf mich wirkte, dafür sehr viel was darauf hindeutete, dass hier ein unbequemer Zeitgenosse gezielt und kampagnenhaft diskreditiert werden sollte. Die Kritiker führen nämlich selten etwas an, was er sagt oder tut, sondern fast nur angebliche oder tatsächliche Fehltritte oder Defizite von Leuten, mit denen er geredet hat oder auch nur früher mal auf der gleichen Veranstaltung aufgetreten ist. Also sagte ich zu, weil ich es unerträglich finde, wenn Menschen durch vielstimmiges Geraune zu Aussätzigen gemacht werden, zu Unpersonen, mit denen man – bei Strafe eigenen Ausschlusses aus der Gemeinschaft- nicht reden darf.

Jebsen war sehr gut auf das Interview vorbereitet, das etwa 90 Minuten dauerte und soweit ich sehen konnte, ungekürzt auf KenFM erschien. Im Vorgespräch fragte ich ihn, was er von den Chemtrail-Theorien halte. Er sagte, diese Theorien würden ihm immer wieder angetragen, aber weil ihm bisher noch keiner irgendwelche Belege oder starke Indizien präsentierte, habe er noch nichts dazu gemacht. Später erinnerte ich den investigativen Journalisten, mir die versprochenen Links zu Chemtrail-Videos mit Jebsen zu schicken, vergebens.

Umso mehr habe ich das Buch „Der Fall Ken Jebsen“ mit großem Interesse gelesen, das der Journalist Mathias Bröckers auf Basis eines langen Gesprächs mit Jebsen veröffentlicht hat, alle 256 Seiten, damit mir auch kein Hinweise auf problematische Gesinnung Jebsens entgehen würde. Das ganze Buch zu lesen war ein unerwartetes Vergnügen. Jebsen ist ein Mensch mit sehr interessantem Lebenslauf und  interessanten Gedanken, die er auch noch in einer lebhaften Sprache ausdrückt. Liest man das Buch, wird sehr deutlich, was für ein Mensch das ist. Ich will ihn für sich selbst sprechen lassen.” Weiter gehts hier.

“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 S., 18,00 Euro) ist ab sofort im Buchhandel und direkt beim Verlag erhältlich.

Yankee and Cowboy War 2.0 – 6. Folge

coz_b_9xeaattrl-646x437Dass Donald Trump, auch wenn er während es Wahlkampfs stets gegen das “Establishment” wetterte, natürlich ein Teil desselben ist und “Yankees” und “Cowboys”  nur verschiedene Clubs derselben Eliteliga hatten wir in den vorhergehenden Folgen schon betont. Dass er nun sein Kabinett mit bekannten Figuren der Wallstreet und von Goldman Sachs besetzt, die er als Wahlkämpfer noch dem “Sumpf” zugeordnet hatte, den er “trocken legen” wollte, macht das ebenso deutlich, wie die Börsen, die nach dem Wahlsieg sofort auf neue Höchststände sprangen. Was kein Wunder ist, wenn man das finanzstarke rechtskonservative Netzwerk der Männer hinter Trump betrachtet, deren marktradikale, gewerkschaftsfeindliche Haltung die Börsen logischerweise stimuliert.  Ebenso wie die angekündigte Senkung der Unternehmenssteuer von 35% auf 15%, mit denen eine weiterer Abzug von Arbeitsplätzen ins Ausland gestoppt und neue im Inland gefördert werden sollen. Weil Konzerne und Milliardäre geschont werden können die Steuereinnahmen dann natürlich nicht reichen, schon gar nicht für das große Infrastrukturprogramm, das Trump angekündigt hat. Zu erwarten ist also, dass die “Trumponomics” analog zu den berüchtigten “Reaganomics” verlaufen werden: mit einem gigantischen Anstieg der ohnehin astronomischen Staatsschulden.

Während hier also eher business as usual zu erwarten ist, verspricht die Ära Trump außenpolitisch eine deutliche Wende: den Bruch mit der von CIA und Militär seit den 80er Jahren geopolitischen Strategie der Aufrüstung islamistischer Söldner und Terroristen:

“Wir möchten eine starke Armee – und wir wollen sie nicht einsetzen müssen. Idealerweise werden wir sie nicht einsetzen müssen. Aber wir werden ISIS zerstören. Gleichzeitig werden wir eine neue US-Außenpolitik verfolgen, die endlich aus den Fehlern der Geschichte lernt. Wir werden mit dem Versuch aufhören, Regime zu Fall zu bringen und Regierungen zu stürzen. Erinnern Sie sich: Sechs Billionen Dollar haben wir an Kosten im Nahen Osten ausgeben. Unser Ziel ist Stabilität, nicht Chaos. Denn wir wollen unser Land aufbauen – es ist an der Zeit“, sagte Trump bei einer Rede am Donnerstag in Ohio.

Dies sagte Trump ohne Not, denn der Wahlkampf  ist vorüber. Man kann also davon ausgehen, dass die neue US-Regierung diese Wende tatsächlich vollziehen will.  Die Nominierung seines Sicherheitsberater,  des Ex-Generals Michael Flynn, der als Chef des Militärgeheimdiensts DIA seiner Regierung 2012 dringende Massnahmen gegen das im Aufbau befindliche”Kalifat” des IS empfahl –  was Obama ignorierte und ihn 2014 feuerte –  scheint ebenfalls dafür zu sprechen, dass es mit der einst von Zbigniew Brzezinski (Zbig To Jail) entworfenen Strategie eines radikalisierten und militarisierten Islam zur gewaltsamen Durchsetzung amerikanischer Interessen tatsächlich zu Ende gehen könnte. Gerade wo jetzt die letzten “Rebellen” (= islamistische USA/NATO Söldner) aus Ost-Aleppo vetrieben werden  und  der Stellvertreterkrieg in Syrien eine Ebene nach oben rückt – schon rufen kinderfressende Monster-Falken wie Madeleine Albright zum letzten Bombengefecht – wäre es für eine solche Wende der amerikanischen Außenpolitik allerhöchste Zeit.

Lückenpresse

Dass der aktuelle “Fake-News”-Hype, bei dem die sogennannten “Qualitätsmedien” den schlechten Journalismus ausschließlich bei anderen entdecken, zu einem Wiedergewinn von Glaubwürdigkeit führt, ist nicht zu erwarten. Denn der Grund für diese Glaubwürdigkeitskrise sind natürlich nicht die Fehler der anderen, sondern die eigenen. Für Ulrich Teusch sind das vor allem zwei Defizite:  die Unterdrückung wesentlicher Informationen und das Messen mit zweierlei Maß. Über sein Buch Lückenpresse – Das Ende des Journalismus wie wir ihn kannten hat Ken Jebsen mit ihm gesprochen:

 

Question Authority – Think For Yourself

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“In der Generalaussprache hat Bundeskanzlerin Angela Merkel sich für neue Regeln ausgesprochen, um besser mit sogenannten Fake-News umzugehen. Während für Journalisten bestimmte Regeln der Sorgfaltspflicht gelten würden, nutzten die Menschen inzwischen aber andere und viel weniger kontrollierte Medien zur Meinungsfindung, sagte sie im Bundestag“. Wie diese neuen Regeln zur Kontrolle der Meinungsfindung aussehen sollen ist eine spannende Frage: wird es eine Fake-Taskforce  der Bundesregierung geben, die festlegt, welche Meldungen zur Meinungsfindung ungeeignet sind; wird es Prüfsiegel für Webseiten, Blogs, Facebooks-Accounts geben, WÜV-Plaketten vom Wahrheits-Überwachungs-Verein ? Oder erstmal nur Listen wie die von der Washington Post, auf denen einfach sämtliche alternativen Nicht-Mainstream-News-Seiten und Blogs an den Pranger gestellt werden… und dann, “neue Regeln”, im nächsten Wahlkampf besser gleich  ganz abgeschaltet werden, damit unkontrollierte Wahlergebnisse nicht mehr vorkommen ? Wir dürfen gespannt sein, was unsere Regierung da an Regeln und Gesetzen vorschlägt, ich befürchte eher Fürchterliches. Vor allem, weil davon ausgangen wird, “dass für Journalisten bestimmte Regeln der Sorgfaltspflicht gelten”, diese also von den neuen Anti-Fake-News Regulierungen offenbar ausgenommen  werden sollen.

Was aber wenn offiziell bestallte Journalisten  diese Regeln der Sorgfaltspflicht mißachten, nicht einmal, zweimal aus Versehen, sondern systematisch und mit Methode ?  Nicht nur, indem sie selbst Fakes verbreiten, sondern vor allem indem sie durch Unterlassen, Schweigen und Wegschauen die Regierungen und Konzerne mit ihren Falschmeldungen, Halbwahrheiten und Lügen einfach durchkommen lassen. Beispiele: 9/11 und das Märchen, dass Bin Laden und 19 Teppichmesser ganz allein die drei WTC-Türme zum Einsturz brachten. Oder die Massenvernichtungswaffen des Irak oder der russische Einmarsch in der Ukraine oder der Hufeisenplan oder oder oder…die Liste wäre leicht zu verlängern und für jeden Punkt läßt sich unzweifelhaft nachweisen, dass die Presse ihre Sorgfaltspflichten verletzt hat. Statt als kritischer Kontrolleur der Macht hat sie als ihr willfähriger Lautsprecher fungiert  und Fake-News verbreitet: Propaganda. Deren Urvater und “Erfinder” Edward Bernays schrieb 1928:

„Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Wer die ungesehenen Gesellschaftsmechanismen manipuliert, bildet eine unsichtbare Regierung, welche die wahre Herrschermacht unseres Landes ist. Wir werden regiert, unser Verstand geformt, unsere Geschmäcker gebildet, unsere Ideen grösstenteils von Männern suggeriert, von denen wir nie gehört haben. Dies ist ein logisches Ergebnis der Art wie unsere demokratische Gesellschaft organisiert ist. Grosse Menschenzahlen müssen auf diese Weise kooperieren, wenn sie in einer ausgeglichen funktionierenden Gesellschaft zusammenleben sollen. In beinahe jeder Handlung unseres Lebens, ob in der Sphäre der Politik oder bei Geschäften, in unserem sozialen Verhalten und unserem ethischen Denken werden wir durch eine relativ geringe Zahl an Personen dominiert, welche die mentalen Prozesse und Verhaltensmuster der Massen verstehen. Sie sind es, die die Fäden ziehen, welche das öffentliche Denken kontrollieren.“ (Edward Bernays, Propaganda, 1928)

Dass dieser geringen Zahl an Personen und ihren Konzernen diese Fäden durch das Internet und die sozialen Medien zumindest so weit aus der Hand genommen wurden, dass sie das “öffentliche Denken” und somit auch die Wahlergebnisse nicht mehr vollständig kontrollieren können, sorgt bei der “unsichtbaren Regierung” verständlicherweise für Panik. Dass man dann erstmal mit dem Finger auf einen “Schuldigen” zeigt, wie die verzweifelte “Washington Post” mit ihrer grotesken Fake-News-Liste, ist  ebenso nachvollziehbar wie kindisch, denn nach wie vor sollen “die Russen” es gewesen sein, die den amerikanischen Wählern “Trump” einflüsterten. Hier ist dieses Märchen, erzählt von der großen Nachrichtenagentur Bloomberg, noch einmal nachzulesen, wobei dem Autor ganz am Ende doch noch der Gedanken kommt, dass man sich vielleicht an die eigenen Nase fassen muss: “How did we end up more mistrusted by a large segment of Western readers and viewers than state-funded Sputnik or RT? Did we perhaps follow government narratives too closely and uncritically?”

Yes, kann man da nur antworten, und nicht nur “perhaps”, sondern “for sure”.  Und das haben die Zuschauer und Leser gecheckt. Es ist kein Zufall, dass “russia today” auf youtube in den USA mittlerweile doppelt soviel Zuschauer hat wie CNN – obwohl sie in den “Qualitätsmedien” doch täglich darauf hingewiesen werden, dass es sich um Putin-Propaganda handelt und diese “state funded” ist, nehmen die Leute sie offenbar interessiert zur Kenntnis – als Alternative und Korrektiv der “corporated funded” Fake-News. Eigentlich ein durchaus wünschenswerter Wettstreit der Meinungen im Sinne “herrschaftsfreier Kommunikation” ( hier übrigens ein aktuelles Interview mit Habermas zur Frage, wie man dem Rechtspoulismus den Boden entzieht), der mit der Hatz auf “Fake News” aber eher im schlechten alten McCarthy Stil betrieben wird und auf nichts anderes als digitale Bücherverbrennung hinausläuft.

Vor zwei Jahren hatte ich unter dem Titel “Rumorkliniken und Gerüchteküchen”  schon die Einrichtung von “investigativen Intensivastationen” gefordert, die Tatsachen von Gerüchten, Realität und Fiktion auf  “klinische” Weise auseinanderhalten. Das war möglicherweise etwas naiv bzw. weit in die Zukunft gedacht. Aktuell bleibt nichts anderes als sich möglichst vielfältig und kontrovers zu informieren und den Mühen unseres Blog-Mottos zu folgen:  Autoritäten hinterfragen und selbst denken.

Und hier kommen die Fake News

PropagandaGerade hatte ich noch über die Trump-Wahl als Niederlage der Großmedien geplaudert und verwundert festgestellt, dass sie  noch immer  den Schuss nicht gehört und offenbar gar nicht geschnallt haben, dass sie nicht einfach so weiter machen können mit dem Konstruieren medialer Parallel-Realitäten, die mit der wirklichen Welt nichts zu haben. Und dass es eine völlig falsche Kommunikationstrategie der Clinton-Maschine war, die von keiner Evidenz belegte Geschichte von russischen Hackern und Trump als Putin-Troll ad nauseam zu wiederholen… da machen sie nicht nur genau so weiter, sondern legen noch eine Schippe drauf.

Laut “Washington Post” haben jetzt “zwei Teams unabhängiger Forscher” herausgefunden, dass es “russische Propaganda” war, die mit “Fake News” die Wahlen manipuliert hat. Was bisher also nur eine Vermutung war ist nunmehr “wissenschaftlich” bewiesen: “The way that this propaganda apparatus supported Trump was equivalent to some massive amount of a media buy,” said the executive director of PropOrNot, who spoke on the condition of anonymity with the Post.”  Das kann man verstehen, ich wäre als “Executive Director” auch lieber anonym geblieben, wenn ich derart idiotische “Beweise” für den “Propaganda-Apparat” vorgelegt hätte. Eine Liste mit über 200 Webseiten, die nahezu alles enthält, was es an alternativen Nicht-Mainstream-News in den USA gibt: von rechts bis links, von seriös bis Boulevard, von völlig schräg bis höchst solide. Also alles, was nicht in die Filterblase der Corporate News hineinpaßt.

Wie verzweifelt  muß man sein, als ehemalige “Qualitätszeitung”, dass man alles außerhalb der eigenen Käseglocke zum Fake, zur Lüge und zum Machwerk feindlicher Mächte erklären muss ? Offenbar fällt den Medienbossen und Topjournalisten angesichts ihrer peinlichen Niederlage im Wahlkampf nichts mehr anderes ein, als nun auch ihrerseits den ideolgischen Holzhammer “Lügenpresse”  zu schwingen und auf alternative Nachrichten und Blogs einzuschlagen. Was ist da passiert ?

Die alte Goebbels’sche Regel, dass man eine große Lüge nur oft genug wiederholen muß, “dann werden die Leute sie am Ende glauben”, scheint nicht mehr  zu greifen: die Leute glauben einfach nicht mehr jeden Schleim, der aus dem Volksempfänger quillt. Die Leute haben andere Möglichkeiten, sich zu informieren und sie nutzen sie. Und den gefährlichsten und größten Fake-News Verbreitern überhaupt, die wie “Washington Post” und  “New York Times” der Welt Alumiumröhren als Massenvernichtungswaffen und einen  Krieg verkauften, der 1,5 Millionen Menschen das Leben kostete – diesen als unabhängige Journalisten getarnten Propagandakompanien vertrauen die Leute immer weniger. Und das ist gut so.

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Yankee and Cowboy War 2.0 – 5.

trumprevolutionDass Donald Trump “kein Ideologe, sondern Pragmatiker” sei, hatte Obama das erste längere Gespräch mit seinem Nachfolger kommentiert, wobei man nicht so genau weiß, wie sehr er damit nur seine betrübten Mitarbeiter und sich selbst trösten wollte. Dass es sooo schlimm schon nicht kommen wird. Aber es wird auf jeden Fall anders. Zum Einstieg hat Trump gleich mal den Großmedien sehr pragmatisch die Fresse poliert: er hat die zu einem vertraulichen Gespräch geladenen Medienbosse, Star-Moderatoren und Journalisten derart beschimpft, dass sie hinterher kaum noch an sich halten konnten  – und entsetzt von Trumps verbalen Attacken berichteten. Er hätte sie allesamt der Lüge bezichtigt: ‘We’re in a room full of liars, the deceitful dishonest media who got it all wrong.”

So was hatten die versammelten Pre$$titutes und Edelfedern noch nie gehört und dass es trotz vereinbarter Vertraulichkeit sofort in den Medien landete, beweist schlagartig, wie zutreffend Trumps Vorwürfe sind.  Schon die gesamte Wahlkampfberichterstattung war ja durchweg erbärmlich, weil sie von Clinton nur Gutes und von Trump nur Übles berichtete und wie die geschockten Reaktionen auf Trumps Beschimpfung zeigen, sind die Medienmacher in der Echokammer ihrer selbst produzierten Realityshow noch immer nicht aufgewacht. Sonst hätten sie die Zähne zusammengebissen und sich an die “off the record”-Vereinbarung gehalten – aber Donald der Schlaufuchs ahnte natürlich, dass sein Klartext nach außen dringen wird und hat die Kommunikationsprofis erfolgreich reingelegt.  Ganz anders dann das “on the record” Interview mit der New York Times in dem Trump die unfaire Berichterstattung zwar auch kristisierte, sich ansonsten aber sehr moderat gab. Und dennoch Sätze sagte, die den Neocon-Liberalen die Haare zu Berge stehen lassen, etwa auf die Frage, wie er es mit Russland halten wolle: “Wouldn’t it be nice, I’d say this in front of thousands of people…wouldn’t it be nice if we actually got along with Russia, wouldn’t it be nice if we went after ISIS together…and the people will stand up and give me a massive hand.”

Es kann kaum ein Zweifel daran bestehen, dass eine große Mehrheit der Bevölkerung nicht nur der USA, sondern auch Europas ein solches russisch-amerikanisches Joint-Venture gegen den IS, seine Geldgeber in den Golfstaaten und ihre salafistische Ideologie begrüßen würde. Und das nicht, weil sie “dumm” wären, wie der dämliche Politologe Münkler unlängst meinte, und auch nicht weil sie “rechts” sind, sondern weil sie über einen Restbestand an Vernunft und Menschlichkeit verfügen und den mörderischen Wahnsinn der Kriege im Nahen Osten beendet sehen wollen. Schon hat sich ein Unterhändler Trumps, sein Sohn, mit einer Vertreterin der pro-russischen syrischen Opposition getroffen,  und die israelischen Debka-Files berichten von geheimen Gesprächen, die Trumps Sicherheitsberater General Michael Flynn mit seinen russischen und türkischen Kollegen führt. Es scheint, als ob der “Macher” Trump seine Pläne tatsächlich schon umzusetzen beginnt, bevor er im Weissen Haus einzieht. Die Cowboys brechen so mit einer außenpolitischen Strategie, mit denen die Yankees drei Jahrzehnte gefahren sind: der Militarisisierung und Aufrüstung von Islamisten und ihrem Einsatz als Söldner für regime changes.

Yankee and Cowboy War 2.0 – 4

general trump

“Illegales kann sofort erledigt werden, Verfassungswidriges dauert etwas länger” – das Henry Kissinger zugeschriebene Diktum über den Zusammenhang von offizieller Politik und verdeckten Operationen macht den Unterschied deutlich, der zwischen Verbrechen im Namen des Staats und solchen im Namen gewöhnlicher Krimineller besteht. Letztere müssen die Strafgesetze nur umgehen, Regierungen müssen sie zusätzlich hochhalten und den Schein wahren, dass sie natürlich nicht korrupt und nicht kriminell sind. Die Clintons bekamen da zuletzt ziemliche Schwierigkeiten, unter anderem weil arabische Kopf-ab-Regierungen ihre Stiftung mit zweistelligen Millionenbeträgen bestückten, der König von Marokko  erstmal 12 Mio. spenden mußte, bevor er eine Audienz bei der Ministerin bekam und auch ansonsten fröhliches “pay f0r play” herrschte.  (Was allerdings das Bundesunternehmen GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) bewegte, der Clinton-Stiftung einstellige Millionenbeträge rüber zu schieben, ist unbekannt. Da es sich um Steuergelder handelt, wäre hier vielleicht eine parlamentarische Anfrage angebracht.)

Wie sich derlei Günstlingswirtschaft  und Vermischung von Staats,-und Privatgeschäften jetzt unter Trump anlässt, dürfte interessant werden, diskreten Geschäften mit noch diskreteren Gestalten war er, wie wir in der letzten Folge gesehen haben, noch nie abgeneigt. Auf sein Präsidentengehalt freilich hat Donald der Großzügige schon mal generös verzichtet. Dass Trump aber wie Obamas Vize Joe Biden, der nach erfolgreichem Putsch in der Ukraine seinen Filius auf den Chefsessel des führenden Energiekonzerns hievte, auch den einen oder anderen Spezi belohnen wird, darf erwartet werden.  Der Sumpf wird nicht ausgetrocknet, sondern mit neuen Kröten bestückt, wobei die alten zwar rausfliegen, aber nicht weiter verfolgt werden. Die Ermittlungen gegen die Clinton-Stiftung und wegen Geheimnisverrats über Hillarys Privatserver wird Trump als Präsident nicht weiter führen: die Clintons, so meinte er jetzt, seien “gute Leute”,  die er “nicht verletzten” wolle. Wiegesagt: anderer Club, selbe Liga…

So einig sich Yankees und Cowboys dann  auch immer wieder sind –  ganz nach dem Motto “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich” –  was die Konzepte der Wirtschafts,- und Außenpolitik betrifft, die Cowboy Trump verkündet hat,  unterscheiden sie sich deutlich von dem Programm, das die Yankees mit Bush/Clinton/Obama gefahren haben. Deregulierten Märkte, globalistischem Freihandel und militärischem Interventionismus hat Trump im Wahlkampf lautstark den Kampf angesagt, also den drei zentralen Dogmen der US-Politik der letzten 25 Jahre. Sollte es ihm gelingen, an ihnen ernsthaft zu rütteln,  wäre das ein Wunder – aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.

Andere sind da optimistischer, weil sie glauben, dass Trump das Desaster nicht beenden, sondern auf die Spitze treiben wird. Etwa der Historiker und Autor Douglas Valentine, neben Peter Dale Scott und Alfred McCoy einer der führenden Erfroscher des Tiefenstaats und der verdeckten Operationen des internationalen Drogenhandels und der Geheimdienste. Seine Arbeiten über die systematische Anwendung von Terror im Vietnamkrieg (“The Phoenix Program”) und die geheime Geschichte des War On Drugs (“The Strength of The Wolf”) gelten als Standardwerke. Sein soeben erscheinendes neuestes Buch gibt schon im Titel an, womit sich Doug Valentine seit Jahrzehnten beschäftigt hat: “The CIA as organized crime”.  Auch das wird Trump sicher nicht beenden, gerade hat er einen Folter-Fan als neuen CIA-Boss nominiert, und doch (oder deswegen)  glaubt Valentine, dass Trump für die Linke das Beste ist, was Amerika passieren konnte:

Good god almighty, Trump is the best thing that ever could have happened to America, if you’re a socialist or a revolutionary. Sure, the environment will deteriorate faster than ever before, but it’s going down anyway. And sure, the One Percent will amass more of your Social Security, savings and pensions (assuming you have any) while bunkering down in walled compounds like Zionists in the West Bank or white supremacists in some South African Bantustan. Cops and imperial wars will proliferate, but that too was going to happen anyway – short of some mutiny in the military. No, Trump is the guy who will finally make the contradictions of capitalism clear to all the dopes who bought his bill of goods. The Donald is going to bring about the final phase. He is the man! Glory in his spectacle! Let the mockery begin!

(to be continued)

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