Im Mai 2014 waren us-amerikanische Armdrücker und IWF- “Hitmen” nach Bulgarien und Ungarn gereist, um die Regierungen zum Ausstieg aus dem Pr0jekt der “South-Stream” – Pipeline zu zwingen. Das hatte jetzt Erfolg – Russland hat das Ende des Projekts bekanntngegeben. In der Legende zu der Grafik über die verschiedenen Pipelineprojekte heißt es in unserem Buch :
“Die North-Stream-Pipeline liefert seit 2013 Erdgas direkt von Russland nach Deutschland durch die Ostsee. Die South-Stream-Pipeline befindet von russischer Seite im Bau und führt durch das Schwarze Meer über Bulgarien und Ungarn nach Österreich, mit einem Abzweig nach Italien. Die USA üben Druck auf die EU aus, die vertraglich vereinbarte Fertigstellung zu verhindern. Die Gazprom-Pipeline Blue Stream läuft bereits bis in die Türkei, ihre geplante Verlängerung nach Syrien und ans Mittelmeer spielt unter anderem auch für den dortigen Konflikt eine Rolle. Die Nabucco-Pipeline, von einem europäischen Konsortium unter Beteiligung der deutschen RWE projektiert, gilt seit 2013 als gestorben, weil Kasachstan seine Gasreserven an China und Russland verkauft hat. Mit der Eskalation des Russland-Konflikts machen sich die Planer aber wieder Hoffnungen. (…) Die durch das Schwarze Meer laufende (South Stream) Pipeline soll bis nach Österreich führen, ist von Russland mit den Transitstaaten vertraglich vereinbart und für den wachsenden Energiebedarf Europas ebenfalls sinnvoll. Dass die USA dagegen vorgehen und Brüssel zu ihrem Handlanger machen, liegt definitiv nicht im europäischen Interesse, sondern ist allein dem geopolitischen Ziel der einzigen Weltmacht geschuldet.”
That’s it. “Eine persönliche Niederlage für Putin” freut sich die FAZ – ganz auf dem Kindergartenniveau des transatlantischen Trendsports “Putin-Bashing”, und ohne eine Erwähnung, dass das Ende dieses Projekts eine politische Niederlage Europas bedeutet, das auf eine zuverlässige Energieversogrung angewiesen ist und deshalb schon mit der Sowjetunion und dann mit Russland seit Jahrzehnten einträglichen Öl,-und Gashandel treibt. Nach den von Washington angezettelten und durchgesetzten Sanktionen, mit denen sich die EU ins eigene Fleisch schneidet, ist das Ende von “South Stream” nun ein weiterer Schritt, mit dem sich Europa schwächt um der anglo-amerikanischen Dominanzdoktrin – Konfrontation und Kontrolle Russlands – Folge zu leisten.
Dass diese Politik nicht nur dumm, sondern auch gefährlich ist – gerade und vor allem für Europa, das 25 Jahre nach Fall der Berliner Mauer mit den USA eine neue Mauer an der russischen Grenze hochzieht und im Falle eines Kriegs zum nuklearen Schlachtfeld zu werden droht – hat Pepe Escobar in einem aktuellen Artikel deutlich gemacht – und einen interessanten Vorschlag gemacht ( den Lars Schall dankeswerterweise gleich mal übersetzt hat), wie man dieses Problem zivilisiert lösen könnte:
Ein bescheidener Vorschlag
Der Spin in den USA ist unerbittlich gewesen; Russland expandiert zu einem Imperium des 21. Jahrhunderts.
Hier erklärt der russische Außenminister Sergej Lawrow im Detail, dass das unverdünnter Müll ist. Was tatsächlich passierte, ist, dass Moskau den Brzezinski-inspirierten Bluff in der Ukraine – mit all seinen Obertönen – geschickt durchschaute. Kein Wunder, dass das Reich des Chaos (Empire of Chaos) wütend ist.
Und doch gibt es eine Lösung, um den derzeitigen, hysterischen Sturm der Kriegslogik zu entschärfen. Hier habe ich im Detail untersucht, wie Washington russisches Roulette spielt. Jetzt ist es an der Zeit, einen bescheidenen Vorschlag vorzubringen – wie er von einigen besorgten Analysten aus den USA, Europa und Asien diskutiert wurde.
Im Wesentlichen ist es sehr einfach. Es liegt an Deutschland. Und es dreht sich alles darum, Stalin rückgängig zu machen.Stalin nahm zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Ostpreußen aus Deutschland heraus und zog den östlichen Teil Polens in die Ukraine. Die Ostukraine kam ursprünglich aus Russland; sie ist ein Teil von Russland und wurde von Lenin der Ukraine gegeben.
Lassen Sie uns also Ostpreußen an Deutschland zurückgeben; der östliche Teil Polens geht an Polen zurück; und der Osten der Ukraine sowie die Krim – die Chruschtschow der Ukraine gab – kehren nach Russland zurück.
Jeder bekommt seinen Anteil. Kein Stalin mehr. Keine willkürlichen Grenzen. Das ist, was die Chinesen als “Triple-Win-Situation” definieren. Natürlich würde das Empire of Chaos diese Lösung bis zum Tode bekämpfen; es gäbe kein Chaos mehr, das sich manipulieren ließe, um einen Kreuzzug gegen eine fingierte russische “Aggression” zu rechtfertigen.
Der Ball ist in der Spielhälfte Deutschlands. Jetzt liegt es an den Ostpreußen, Angela Merkel die Fakten zu präsentieren. Mal sehen, ob sie in der Lage ist, die Nachricht zu verstehen.





