Lektüre für alle Drogenbeauftragten

WEST_Broeckers_Hanf_lay_3_1Daniel Haufler über “Keine Angst vor Hanf ” in der Berliner Zeitung: 

“Gegen all die falschen Informationen über und Vorurteile gegen Cannabis schreibt Mathias Bröckers seit Jahren an. Schon 1993 brachte er die deutsche Ausgabe des Klassikers „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ heraus. Seitdem schreibt er über das Thema und setzte sich für die Legalisierung von Cannabis ein. So auch in seinem neuen Essay „Keine Angst vor Hanf“, in dem er auf ebenso kundige wie unterhaltsame Weise die Geschichte der Pflanze und ihrer heilsamen wie entspannenden Nutzung Revue passieren lässt. (…)Dank seiner langjährigen Beschäftigung mit Hanf ist er wissenschaftlich auf dem neuesten Stand und liefert ein kleines Handbuch, das bei jedem Drogenbeauftragten stets griffbereit auf dem Schreibtisch liegen sollte.”

“Stürmer”-Stil beim EhNaMag

spiegel-putinBeim ehemaligen Nachrichtenmagazin hageln wegen des infamen Titels der jüngsten Ausgabe offenbar massenhaft Proteste und Abbestellungen, das Internet-Forum auf SpOn hat man deswegen schnell wieder ausgeschaltet – und gestern eine Rechtfertigung ins Netz gestellt. Dass die Opfer des Flugzeugabsturzes für eine neue Eskalations-Stufe des Russland-Bashings instrumentalisiert werden, finden man beim “Spiegel” durchaus  in Ordnung, denn:

“Niemand im Westen zweifelt noch ernsthaft daran, dass das Flugzeug mit einem Buk-Luftabwehrsystem abgeschossen wurde, das die Separatisten höchstwahrscheinlich aus Russland erhalten haben. Einer ihrer Anführer hat selbst zugegeben, dass sie über ein solches System verfügten, und die Indizienkette ist eindeutig.”

Wie in einer Nußschale haben wir in diesem Satz die Ingredienzien zusammen, aus denen in Kriegszeiten Propagandalügen gebastelt werden. Fakt ist:

– der Absturz der MH-17 ist nach wie vor nicht aufgeklärt. Außer den überprüfbaren Radar,- und Satellitenbildern, die der russische Generalstab veröffentlicht hat,  sind keine forensisch verwertbaren Daten (Radar,- und Funk der ukrainischen Luftüberwachung, US- Satellitenbilder, Auswertung der Flugschreiber) bekannt.

– dass die Maschine von einem Buk-System abgeschossen wurde ist bis dato aufgrund fehlender Auswertung der Flugschreiber und Wrackteile nicht  bewiesen.  “Buk”-Raketenwerfer sind ein komplexes System, das von untrainierten Milizien nicht einfach mal nebenbei eingesetzt werden kann – hier wird es in einem östereichischen Luftfahrtmagazin von einem Fachmann erklärt. Die Möglichkeit, dass andere Geschosse für den Absturz verantwortlich waren, kann  zur Zeit ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Laut dem ehemaligen DDR-Flakoffizier und Dozenten an der Militärakademie Bernd Biedermann gerät eine unter 20.000 Meter fliegende Maschine beim Treffer durch eine Flak-Rakete sofort in Brand, was bei der MH-17  nicht der Fall war

– dass die Separatisten über ein Buk-Sytem verfügten und es “höchstwahrscheinlich” von Russland erhalten haben, ist eine Spekulation, für die es ebenfalls noch keinen Beweis gibt.  Wegen der  Charakteristik der Buk-Systeme – ein stark “leuchtendes” Radar, das die Radardetektoren anderer Flugzeuge sofort erkennen und –  sofern sie bewaffnet sind – mit einer Rakete eliminieren können, werden drei oder vier solcher Systeme synchron an verschienden Orten eingesetzt. Die Separatisten hätten also mehr als ein System und eine ganze Truppe Spezialisten gebraucht – aber selbst wenn sie nur eines verwendeten, müsste dieses und der Abschuss einer Rakete auf Satellitenfotos der USA zu sehen sein

– dass “einer ihrer Anführer” selbst zugegeben hätte, dass sie über ein solches System verfügen ist schon seit Tagen als Lügengeschichte entlarvt, wie der von Agentur Reuters Interviewte anhand eines Videomitschnitts beweisen konnte, hatte er so etwas nie gesagt.

Der “Spiegel” aber behauptet zu diesen ungeklärten Zusammenhängen und offenen Fragen: “die Indizienkette ist eindeutig.” Und nimmt sich wegen dieser selbst zurechtgelogenen  Eindeutigkeit dann das Recht,  die Opfer des Unglücks für seine Politik der Konfrontation benutzen, sie auf das Cover zu knallen und ihren Tod “Putin” in die Schuhe zu schieben. Das ist Gossen-Journalismus a la bonheur – doch diesen hetzerischen Dreck dann auch noch zu verteidigen und die berechtigte Kritik des Publikums auszusperren, statt sich bei ihm zu entschuldigen und Besserung zu geloben, ist kaum noch zu unterbieten.

Als ich 2003  bei “Spiegel”-TV  mit zwei Redakteuren über meine Bücher zu den unaufgeklärten  9/11-Anschlägen  diskutiert hatte – denen sie in der Sendung “Verschwörungstheorie”, “schlechte Recherche” “Spekulation” etc. vorgeworfen hatten –  sprachen wir danach  in der Kantine noch länger über verschiedene Aspektedes Falls  und sie fragten mich, warum ich das Kapitel über die mangelnden Flugkünsten der “Hijacker” nicht dem “Spiegel” angeboten hätte. “Wenn ihr das gedruckt hättet,”, sagte ich, “hättet ihr doch alles andere was ihr zu 9/11 verzapft habt in die Tonne treten müssen.” Worauf sie “och, naja” nichts antworteten aber dann meinten, dass ich doch ihre scharfe Kritik in der Sendung eben nicht übel  und persönlich nehmen soll und dass meine Bücher ja schon ganz gut geschrieben seien… nur eins fänden sie gar nicht gut: “Dass Sie den “Spiegel” immer  “das ehemalige  Nachrichtenmagazin” nennen.” Das war mir bei einem Vortrag im Jahr zuvor mal spontan rausgerutscht, weil die Bezeichnung “Nachrichtenmagzin” für die Wiedergabe der ganzen 9/11-Märchen einfach nicht mehr passend war. Es gab einen Lacher, wurde wiederholt und hat sich mittlerweile weitläufig eingebürgert. Nach dem infamen Titel in dieser Woche scheint mit” EhNaMag”  aber zu niedlich und ehrenwert… es braucht  eindeutig schärfere Sanktionen!

UPDATE: “Bild-Blog” hat bei der Chefredaktion nachgefragt, wo sie die Bilder her haben und ob ihr das Einverständnis der Angehörigen für den Abdruck vorlag. Die braucht’s nicht, findet der “Spiegel”:

“Wir halten die Optik für angemessen, denn es handelt sich um Opfer der ruchlosen Machtpolitik des russischen Präsidenten Putin. Dies rechtfertigt nicht nur eine so starke, emotionale Optik, es macht sie geradezu notwendig – und zwar im Interesse der Opfer und ihrer Angehörigen.”

Wenn das kein ruchloser Journalismus ist, der nicht nur starke emotionale Empörung rechtfertigt, sondern schärfere Sanktionen notwendig macht…. was dann?

 

Lüge in Kriegszeiten

putin-pariahAuf Telepolis habe ich heute einen Artikel über die Lüge in Kriegszeiten veröffentlicht:

Am Beispiel des Ersten Weltkriegs formulierte Arthur Ponsonby 1928 die Strukturgesetze der Kriegspropaganda – sie gelten, wie die aktuelle Berichterstattung über die Ukraine zeigt, noch immer. Von Lord Arthur Ponsonby (1871–1946), einem britischen Politiker und Friedensaktivisten, stammt nicht nur das berühmte Diktum, dass das erste Opfer des Kriegs die Wahrheit ist – “When war is declared, truth is the first casualty”. In seinem 1928 veröffentlichten Buch “Falsehood in Wartime” (“Lüge in Kriegszeiten”) versuchte Ponsonby auch die Strukturelemente dieser Lügen und Fälschungen zu beschreiben, wie er sie am Beispiel des Ersten Weltkriegs beobachtet hatte:

1) Wir wollen den Krieg nicht.

2) Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.

3) Der Führer des Gegners ist ein Teufel.

4) Wir kämpfen für eine gute Sache.

5) Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.

6) Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.

7) Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.

8) Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.

9) Unsere Mission ist heilig.

10) Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

…Ponsonbys Prinzipien scheinen tatsächlich so etwas wie die zehn Gebote der medialen Kriegsführung darzustellen – und sind auch in dem aktuellen Konflikt um die Ukraine Punkt für Punkt zu beobachten.

Weiter gehts hier.

Was lange währt…

5272-DrugWar…wird endlich gut. Wobei es in Sachen Hanf / Cannabis / Marihuana noch immer nicht so weit ist. Weshalb es schon einen weiteren kleinen Schritt bedeutet, dass das paper of the record, die weltweit angesehenste bürgerliche Zeitung, die New York Times,  sich in einem Editorial dafür einsetzt, die Prohibition endlich zu beenden.  Dass es dafür in der Tat höchste Zeit ist – und warum – habe ich in dem soeben erschienen Buch “Keine Angst vor Hanf” zusammengefasst und mit einigen aktuellen Zahlen untermauert. Wenn das Mutterland der Hanf-Prohibition nunmehr schon deutlich zurückrudert, weil es die Irrationalität und Destruktivität dieser Politik verstanden hat,  sollte es auch in den Kolonien des US-Imperiums keine Denkverbote mehr geben. Und auch keine Blockaden einer Reform der als falsch und unwirksam erkannten Betäubungsmittelgesetze.

Wer keine Fakten hat, dem bleibt Hetze

putin-pariahDas dröhnende Schweigen, mit dem USA/NATO/EU auf die Veröffentlichung von Radar,-und Satellitendaten zum MH-17-Absturz durch den russischen Generalstab reagierte, spricht Bände – nicht nur in Bezug auf die Qualität der zuvor geäußerten wüsten Anschuldigung in Richtung Russland, sondern auch auf die Verkommenheit der westlichen Medien, die eine Aufklärung der Unglücksursache und eine Offenlegung der ukrainischen und amerikanischen Daten nicht einmal fordern. Geschweige denn, ihre Regierungen für diese Nicht-Aufklärung in irgendeiner Weise kritisieren. Dass die russische Darstellung der Radarbilder vor dem Absturz – und die Anwesenheit eines ukrainischen  Jets in der Nähe der Maschine – korrekt ist, mußte eine Sprecherin des Weissen Hauses bei einer Pressekonferenz mittlerweile schon zugeben (Transkript hier), und die Agentur Reuters wurde überführt, die Behauptung eines Separatistenführers im Besitz von BUK-Raketen, gefälscht zu haben.

Auch wenn also  zehn Tage nach dem Unglück die Argumentation des Westens in Sachen MH-17 als  faktenfreie Propaganda entlarvt ist, muß diese Linie jetzt offenbar gnadenlos weitergefahren werden. Wer keine Fakten zu bieten hat, dem bleibt nur Hetze. Dass die Propagandisten des Imperiums bei Edward Bernays  und seinem erfolgreichen Schüler Joseph G. in die Lehre gegangen sind zeigt  das Cover der aktuellen Ausgabe des “Newsweek”-Magazins. “Jetzt reicht es!” – hat der langjährige Vizepräsident der OSZE, Willy Wimmer, diese neue Eskalationsstufe der Propaganda kommentiert – zu befürchten ist leider, dass das Empire of Chaos noch lange nicht genug hat….

Update: Auch das ehemalige Nachrichtenmagazin heizt die Hetze nochmal richtig an und ist dabei  soagr noch einen Zacken infamer als Newsweek: es instrumentalisiert die Opfer des Flugzeugabsturzes, zu dessen Aufklärung es nichts beigetragen hat. Ekelhaft.

spiegel-putin

Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach

putin-schachRussland hat geliefert: in einer Pressekonferenz  (Mitschnitt mit englischer Übersetzung hier ) präsentierten zwei Generäle des Verteidigungsministeriums Luftaufnahmen und Radaraufzeichnungen im Zusammenhang mit dem Absturz der malaysischen Boeing 777.  Die Bilder zeigen den An-und Abstransport von Boden-Luft-Raketen in die Nähe der Separatisten-Gebiete in den Tagen vor und nach der Tragödie – sowie die Anwesenheit eines SU-25 Fighter-Jets der ukrainischen Armee in der Nähe der Boeing vor und nach dem Absturz. Anders als das Weisse Haus und die Regierung in Kiew, die weiterhin nur behaupten, dass die Maschine von den Rebellen (“Terroristen”) beschossen worden sei, liegen nunmehr erste Fakten auf dem Tisch. Ob es Fälschungen sind dürfte einfach zu überprüfen sein, denn auch die ukrainische Flugüberwachung und die us-amerikanische Satelliten-Observation müßte solche Bilder und Aufzeichnungen haben.

In ihrer Präsentation zeigen oder  behaupten die Generäle nicht explizit, dass die Boeing von dieser SU-25  beschossen wurde, verlangen aber Aufklärung was sie überhaupt dort zu suchen hatte (was Kiew bis dato einfach nur abstreitet) – und sie weisen  darauf hin, dass der Treffer einer BUK-11 Boden-Luft-Rakete die Maschine sofort zur Explosion gebracht hätte, während eine Luft-Luft-Rakete, wie sie die SU-25 feuern, sie so ins Trudeln bringen würde, wie es der Verlauf und der Höhenverlust beim Absturz zeige. Ich bin kein Waffenexperte, gehe aber mal davon aus, dass die russischen Militärs in einer live im ersten TV-Programm ausgestrahlten Pressekonferenz keinen sofort widerlegbaren Unsinn erzählen. Was nicht heisst, das ihre These der Wahrheit entspricht – die Fragen aber, die sie aufwirft, können und müssen beantwortet werden. CIA und NSA sind dank  der globalen Radar,- und Satelliten-Augen ihres NRO (National Reconnaissance Office) in der Lage, quasi jedes Nummernschild auf Erden lesen und sollten es den Russen jetzt nachtun – Start und Flug einer aus Rebellengebiet gefeuerten Rakete über 10 Kilometer am 17. Juli müssen dokumentierbar sein, ebenso wie die Abwesenheit einer SU-25 in der Nähe des Unglücksflugzeugs.

Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach. Die vor  der Weltöffentlichkeit jetzt aufgeworfenen Frage “SU-25 oder BUK-11 ?”  kann nicht ohne Weiteres als “Theorie” oder “Propaganda” abgetan werden – sie beruft sich auf überprüfbare Belege. Das Deutungsmonopol des Westens dagegen, das  bis dato auf reinen Behauptungen beruht, ist erschüttert. Der Westen ist am Zug…

Update: Der ausgezeichnete Journalist und frühere AP-Reporter Robert Parry zitiert eine (anonyme) Quelle, nach der es US-Satellitenbilder geben soll, die eine Raketenbatterie zeigen, von dem das Flugzeug beschossen wurde – und die unter der Kontrolle der ukrainischen Armee zu stehen schien:

“What I’ve been told by one source, who has provided accurate information on similar matters in the past, is that U.S. intelligence agencies do have detailed satellite images of the likely missile battery that launched the fateful missile, but the battery appears to have been under the control of Ukrainian government troops dressed in what look like Ukrainian uniforms.The source said CIA analysts were still not ruling out the possibility that the troops were actually eastern Ukrainian rebels in similar uniforms but the initial assessment was that the troops were Ukrainian soldiers. There also was the suggestion that the soldiers involved were undisciplined and possibly drunk, since the imagery showed what looked like beer bottles scattered around the site, the source said.”

 

 

 

Stop The Blame Game!

Als nach dem Einsatz von Giftgas in der syrischen Stadt Ghuta  im August 2013 die hiesigen Medien auf Hochtouren liefen und den  “Schlächter” Assad anklagten, der  nunmehr sogar “Kinder” vergast , lagen zwar keine Beweise dafür vor, dass die Kampfstoffe von syrischen Truppen eingesetzt worden sind,  das hinderte die Sessel-Puper und Laptop-Bomber in den Redaktionen indessen nicht, lauthals ein militärisches Eingreifen und Bomben auf Damaskus zu fordern.

Der Hype um das Überschreiten der “roten Linie” durch den Einsatz von Sarin-Gas führte dazu, dass Präsident Obama den Termin des Bombenangriffs auf den 2. September festsetzte, England verlegte ein U-Boot und Kampfflugzeuge nach Zypern, eine Staffel der französische Luftwaffe wurde in Bereitschaft versetzt. Ohne Frage wäre es zu diesem Angriff auf Syrien  gekommen – der US-Präsident hatte ihn sogar schon öffentlich angekündigt. Dass er im letzten Moment abgewendet wurde, verdankte sich einem russischen Agenten, der dem britischen Geheimdienst MI 6 ein Muster des in Ghuta verwendeten Giftgases zukommen lies – samt eines vertrauenswürdigen Belegs, dass dieses nicht aus russischen Beständen stammte und daher auch nicht im Arsenal von Assad gewesen sein konnte. Nachdem die Chemiker des MI 6 dies geprüft hatten, funkten sie eilig nach Washington: „Wir wurden reingelegt!“

Wie dies geschah, deckte Seymour Hersh in zwei investigativen Reports ( “Whose Sarin? ”  und “The Red Line and the Rat Line”  ) einige Monate später auf: als eine klassische „False Flag“- Operation hatten die „Rebellen“ selbst das Giftgas eingesetzt. Die Kampfstoffe stammten aus der Türkei und waren auf der von der CIA eingerichteten „Rattenlinie“ zur Versorgung der Aufständischen nach Syrien gebracht worden. Mit dem von der Türkei, Katar und Saudi-Arabien ausgeheckten Plot sollten die Großmächte in den Konflikt hineingezogen werden, was Russland verhinderte und danach einen Deal mit Assad aushandelte, sämtliche syrischen Chemiewaffen zu vernichten. Dass “unsere” Verbündeten im Bürgerkrieg in Syrien derlei perverse Waffen und Methoden einsetzen war den Medien, die sich zuvor in Anklagen gegen Assad geradezu überschlagen hatten, kaum noch eine Kurzmeldung wert. Ebensowenig wie die Tatsache, dass die Scharfmacherei, die sie aufgrund unbewiesener Behauptungen betrieben, um ein Haar zu einem Bombardement, unzähligen zivilen Opfern und der Zerstörung einer der älteste Städte der Welt geführt hätte.

An diesem Vorfall gilt es zu erinnern, wo aufgrund des nach wie vor ungeklärten Absturzes des Flugs MH-17 nun einmal mehr die Schuldzuweisungen auf Hochtouren laufen, ohne dass belastbare Fakten auf dem Tisch liegen. Weder die Daten der ukrainischen Luftüberwachung, in deren Luftraum sich die Maschine befand, noch irgendwelche Satellitenaufnahmen, anhand derer sowohl eine mögliche Rakete als auch ihr Abschussort identifizierbar sein müssten. Deshalb kann die Aufforderung an die Medien nur heißen, mit dem Blame Game aufzuhören und wie im Kindergarten mit dem Finger auf irgendeinen Schuldigen zu zeigen, anstatt zu sagen was Sache ist: wir wissen nur, dass ein Flugzeug abgestürzt ist und 298 Menschen ums Leben kamen: Wir wissen nicht,  wie es zu dem Absturz kam und wer dafür verantwortlich ist. Und bis wir darüber Genaueres wissen werden wir uns hüten, in einer ohnehin krisen,-und kriegsgeschüttelten Region mit wilden Schuldzuweisungen Öl ins Feuer zu giessen. Punkt.

Weckruf MH-17

Während die hiesigen Medien weiter wild Spuren in Richtung Osama Bin Putin  und  “pro-russische Separatisten” legen um über die Ursachen des Absturzes der Boeing 777  irgendetwas Passendes zu verlautbaren, sind belastbare Beweise nach wie vor Mangelware. Auch US-Präsident Obama hatte in seinem jüngsten Statement nur indirekte Beschuldigungen aber nichts Konkretes zu bieten. Da liest sich der vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Lagebericht, den das Blog “Hinter der Fichte” dankenswerter Weise übersetzt hat, vergleichsweise sachlich und nüchtern:

“Angesichts der objektiven Untersuchung des Absturzes der Boeing 777, die auf dem Territorium der Ukraine abgestürzt ist, ist es notwendig, eine gründliche Untersuchung mit der Beteiligung aller interessierten internationalen Organisationen durchführen.

Im Katastrophengebiet sind Streitkräfte der Ukraine, mit Anti-Flugzeug-Raketensystemen “Buk-M1.”

Am nordwestlichen Rand von Donezk befindet das 156. Flugabwehrraketenregiment der Ukraine, mit siebenundzwanzig Raketen-Komplexen Buk M1. Sie sind in der Lage, Luftziele bis zu 160 km entfernt zu erkennen und in allen Höhen und bei einer Reichweite von über 30 km zu bekämpfen.

Über der Region Donezk fliegt die ukrainische Luftwaffe Jets, die mit verschiedenen Arten von Raketen ausgestattet sind

Die Behauptung des offiziellen Kiew, dass diese Komplexe oder Flugzeuge nicht geschossen hätten, wecken ernsthaften Zweifel. In so kurzer Zeit so eindeutige Schlussfolgerung in Bezug auf heftige Kämpfe in diesem Bereich! Solche Aussagen, die verantwortlich ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, erfordern umfassende Untersuchung.”

Bezüglich der Unterstellungen über Aktionen der Streitkräfte der Russischen Föderation in den Grenzregionen der Ukraine wird von russischer Seite erklärt:

“Am 17. Juli waren Jets der Luftverteidigung der Streitkräfte der Russischen Föderation in der Gegend nicht im Einsatz.

Flugzeuge der Luftwaffe Russlands haben auch im Bereich der Grenze zur Region Donezk, am 17. Juli dieses Jahres, keine Flüge durchgeführt. Diese Information wird vollständig durch objektive Kontrolle bestätigt.

Bitte beachten Sie, dass der Flug der Boeing 777 außerhalb der Luftverteidigungssysteme der Russischen Föderation durchgeführt wurde und sich im ukrainischen Luftraums unter der Kontrolle der dortigen Flugverkehrsüberwachung befand.

Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, eine gründliche Untersuchung des Absturzes mit maximaler Transparenz durchzuführen.”

(…) Unterdessen hat Putin  Obama am Telefon mitgeteilt, daß er weiß wer geschossen hat. (Die Russen hatten letztes Jahr bereits israelische seegestützte Raketen – aus dem Mittelmeer in Richtung Syrien abgeschossen – identifiziert, meint die Agentur AIS.) Darauf deuten die diplomatischen Formulierungen hin:

Putin sagte bereits, dass die Ursache für den Flugzeugabsturz ein “Verbrechen” sei, was er nicht sagen würde, wenn er sich dessen nicht sicher wäre und ein technisches Versagen in Frage käme.

Er sagte, “der Staat über dessen Gebiet es passiert ist, ist für diese schreckliche Tragödie verantwortlich.”.

Putin hat versprochen, Beweise für seine Aussage zu liefern. (“Ich habe schon Anweisungen an die militärischen Abteilungen erteilt, dass sie die notwendige Unterstützung bei der Untersuchung dieses Verbrechens haben. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um ein objektives Bild von dem, was passiert ist, zu zeigen, der Öffentlichkeit, der Ukraine und der ganzen Welt “).

Putin hat sich also durchaus aus dem Fenster gehängt und wir können wohl davon ausgehen, dass er auch liefert – im fog of war der Propagandaschlachten sind die Russen längst nicht so ungeniert wie das US-Imperium. Für das ehemalige Nachrichtenmagazin freilich sind das alles nur “Verschwörungstheorien”. Obama hingegen, der ohne irgendein Untersuchungsergebnis behauptet , die Rakete sei von Separatisten abgefeuert worden, spricht natürlich nur die reine faktengesättigte Wahrheit.  Die er als  “Weckruf für Europa” bezeichnet, auf dass die kriegsmüden Deutschen nach 1914 und 1942 endlich wieder Lebensraum im Osten erobern helfen. Und auch der Franzose, dem scheinbar die Niederlage von 1812 noch im Nacken sitzt ( als Napoleon gen Russland zog,weil er die Lieferungen des damals wichtigsten russischen Export-Artikels – Hanf – an den Erzfeind England unterbinden wollte), muss motiviert werden. Es geht um das “wehrwirtschaftlich wichtige Donezbecken” (A.Hitler), das auch der IWF ins Auge gefasst hat, denn ohne die Wiedereingemeindung der Region will er der finanziell maroden Regierung keine Kredite geben.

Unterdessen sind  Beweise aufgetaucht, dass die angeblich mitgeschittenen Funkgespräche der “Rebellen”, in denen vom Abschuß eines Flugzeugs die Rede ist, schon einen Tag vor dem Absturz auf youtube hochgeladen wurden; des weiteren gibt es die brisante Aussage eines Fluglotsen der Luftüberwachung in Kiew, dass sich drei Jets der ukrainischen Armee in der Nähe der Maschine befanden. Es scheinen also durchaus auch Indizien  in Richtung Regierung zu deuten – und keineswegs nur, wie die NATO-Medien durchweg behaupten, auf die “Separatisten”.

Osama Bin Putin war’s!

Noch ist der Absturz des malayischen Flugzeugs in der Ukraine ungeklärt54055f31-b51a-45b3-8183-ccb13864e187. Nur an der britischen Propaganda-Front weiß man schon Bescheid: Osama Bin Putin war’s! Klare Sache – außer wilden Bezichtigungen der ukrainischen Putsch-Regierung und den Separatisten, die sich gegenseitig beschuldigen, gibts zwar keinen Beleg für irgendwas, aber das zeichnet Propaganda ja gerade aus. Auch die deutsche “Bild” weiß schon, dass die Maschine “abgeschossen” wurde. Dass auch ein technischer Defekt, oder eine Bombe an Bord zu einem Absturz führen können – geschenkt. Dass es auf die Frage, welches Interesse  die “Separatisten”  haben sollen, eine Zivilmaschine in 10 Kilometer Höhe zu beschiessen, keine Antwort gibt, ebensowenig wie auf die, was zum Teufel Putin damit bezwecken will, mal kurz 300 asiatische und europäische Touristen ins Jenseits zu befördern – macht nix. Eigentlich wartet man jetzt nur noch auf die Begründung vom Weißen Haus: “They hate our freedom.”