Dass die politische Struktur der Vereinigten Staaten, das “Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln” (Gore Vidal), immer weniger einer Demokratie und immer mehr einer Oligarchie oder Plutokratie gleicht, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Aber in den geleakten Clinton-Mails zu lesen, wie verrottet das System tatsächlich ist, kann dann doch erstaunen. Etwa wie Hillarys Gegenkandidat Bernie Sanders ausmanöveriert wurde, der nicht nur die Mehrheit der demokratischen Wähler überzeugt, sondern auch locker gegen Trump gewonnen hätte. Da schreibt zum Beispiel ein Senior-Berater des Wahlkampfchefs Podesta, Joel Johnson, im Februar 2016 : “Bernie needs to be ground to a pulp. We can’t start believing our own primary bullshit. This is no time to run the general. Crush him as hard as you can.” Er sei ein “Obama betrayer (Wh will affirm). Hapless legislator (Senators/members will affirm). False promiser (policy elites will affirm). Can’t win (black people will affirm).” Worauf Podesta zurückfragt:“I agree with that in principle. Where would you stick the knife in?” Neben solchen Interna der Demokraten sind aber vor allem die Belege für die vielfältigen Bestechungen interessant, die über zweistellige Millionenzahlungen an die Clinton-Stiftung liefen. So zahlte der König von Marokko 12 Mio. $ für eine Audienz bei Hillary (und durfte dann mit Waffen für 120 Mio. beliefert werden). Auch die Saudis, Katar und die Emirate gehören zu den Großfinanziers – sowohl der Clinton Inc. als auch von Al Qaida, ISIS & Co.
Mehr noch als durch die Beweise einer zutiefst bananenrepublikanische Korruptions,-und Gefälligkeitswirtschaft dürfte die Clinton-Maschine durch die geleakten Informationen ins Stottern geraten, die die Aktionen nach Bekanntwerden des gehackten Privatservers von Hillary Clinton dokumentieren: die Versuche, belastetende mails verschwinden zu lassen, ihre Header und Absender zu manipulieren und die Lügen und Eide gegenüber Kongress und FBI, sämtliches Material den Behörden ausgehändigt zu haben. Alles außer den 650.000 Mails, die auf dem privaten Laptop von Huma Abedin, Hillarys engster Mitarbeiterin, gefunden wurden, von dem ihr (nunmehr Ex-) Gatte Anthony Weiner Sexnachrichten mit Minderjährigen austauschte. Diese Passion hatte den Ex-Abgeordneten, der zur Behandlung seiner Sexsucht jetzt in einer Reha-Klinik in Tennesee abgetaucht ist, schon 2013 seine Kadidatur zum Bürgermeister von New York gekostet – und könnte jetzt auch die Karriere seiner Frau und ihrer Chefin zerstören. Denn selbst wenn Hillary die Wahl gewinnen sollte sind die Ermittlungen des FBI nicht aus der Welt – und es geht dabei nicht nur um Korruption und Geldwäsche, sondern auch um Geheimnisverrat, Spionage und um einen weiteren Sexskandal Bill Clintons, der 26 mal den “Lolita-Express” zur Privatinsel des pädophilen Milliardärs Jeffrey Eppstein genutzt haben soll.
Während das Clinton-Lager in dieser Schlammschlacht mit Schweinkram schon das Gegenfeuer eröffnet hat – mit einer Klage gegen Donald Trump und Jeffrey Eppstein wegen sexuellen Mißbrauchs einer Minderjährigen – wird es in Sachen Spionage und Verrat für das Glamour-Paar Abedin/Weiner eng. Denn was 650k Mails mit Staatsgeheimnissen auf dem privaten Rechner eines perversen Halodris zu suchen haben, der auch als radikaler Pro-Israel-Lobbyist agiert und das Laptop mit seiner Gattin teilt, die als “saudische Prinzessin” familiäre Verbindungen zur Muslimbruderschaft hat, dürfte schwer zu erklären sein. Ebenso wie die Frage, warum sie über 10.000 mails aus ihrer Zeit als Bürochefin der Außenministerin Clinton in einem Ordner namens “Life Insurance” gebunkert hat. Wenn diese mails ihr Leben jetzt retten, müsste ihre Karriere wohl ebenso beendet sein wie die von Hillary Clinton. Unterdessen behauptet der Gründer des privaten Militärkonzerns “Blackwater” unter Berufung auf Quellen der New Yorker Polizei, dass Huma die Seiten gewechselt habe und eng mit den Behörden kooperieren würde. Dazu würde passen, dass Hillary ihre bisherige “zweite Tochter” mittlerweile nur noch als “eine meiner Helferinnen” bezeichnet.
Und wer ist schuld an dem ganzen Debakel ? Während die US-Presse wird nach wie vor nicht müde wird, die faktenfreie Story von russischen Hackern und Putin als großem Wahl-Manipulator durchzuleiern, teilt der Chef der “Homeland Security” mit, Clintons Privatserver sei auch von China, Iran und anderen Ländern gehackt worden, denn auch im Ausland habe Hillary gegen jeden Rat ihre privaten Gerätschaften genutzt. Und das alles, weil die zickige Vizepräsidentin nicht so ein super-gesichertes POTUS-Blackberry bekam und deshalb die Computer in ihrem Büro im State Department laut Aussage von Huma gar nicht nutzte. Wahrscheinlicher als Putin oder andere fremde Böslinge als Quelle für die Wikileaks -Mails ist deshalb die Behauptung des Ex-CIA und Statedepartment Whistleblowers Steven Pieceznik, dass es “brave men in the CIA, FBI and the intelligence community” gewesen seien, die Wikileaks diese Mails zugespielt haben. Wer auch immer es war, fest steht: der Gewinner des Trump-Clinton-Debakels am Dienstag wird umgehend zivile Klagen, strafrechtliche Klagen und Impeachments an der Backe haben. Und falls Obama die Siegerin Hillary wie einst Gerald Ford seinen Vorgänger Nixon noch schnell begnadigen sollte, gibt es einen Aufstand in den USA. Verglichen mit den sich offenbarenden Clinton-Skandalen war Watergate nur eine kleine Lachnummer…




