John Pilger hat auf dem Logan Symposium, das am vergangenen Wochenende vom “Centre for Investigative Journalism” in London organisiert wurde – ‘Building an Alliance Against Secrecy, Surveillance & Censorship’ über den War by Media und den Triumph der Propaganda gesprochen (hier das Video, hier eine deutsche Übersetzung).Das australische Urgestein des investigativen Journalismus berichtet da unter anderem aus Gesprächen, die er mit Kollegen nach der Invasion des Irak führte:
“2003 nahm ich in Washington ein Interview mit Charles Lewis auf, dem herausragenden amerikanischen investigativen Journalisten. Wir diskutierten die Invasion in den Iraq, die einige Monate zuvor begonnen hatte. Ich fragte ihn: „Was wäre geschehen, wenn die freiesten Medien der Welt ernsthaft George [W.] Bush und Donald Rumsfeld herausgefordert und ihre Behauptungen überprüft hätten, anstatt das weiter zu reichen, was sich als grobe Propaganda erweisen sollte?“ Er antwortete, wenn wir Journalisten unseren Job richtig gemacht hätten, hätte es „eine sehr sehr gute Chance gegeben hätte, dass wir nicht in den Iraq-Krieg gezogen wären.“
Das ist eine schockierende Feststellung, und zudem eine, die von führenden / berühmten Journalisten bestätigt wurde, denen ich ebenfalls dieselbe Frage stellte. Dan Rather, früher bei der CBS, gab mir dieselbe Antwort. David Rose vom Observer und leitende Journalisten und Produzenten in der BBC, die wünschen, anonym zu bleiben, gaben mir dieselbe Antwort.
Mit anderen Worten: Hätten Journalisten ihren Job gemacht, hätten sie die Propaganda-Behauptungen untersucht und in Frage gestellt, anstatt sie zu verstärken, dann könnten Hunderttausende Männer, Frauen und Kindern heute noch leben….”
…und er zitiert den Kollegen Robert Parry, der einst für dieNachrichtengentur AP die “Iran-Contra-Affäre” aufdeckte und zu dem aktuellen Medienversagen schrieb:
„Wenn Sie sich wundern wie die Welt in den Dritten Weltkrieg stolpern konnte – fast so wie in den Ersten vor einem Jahrhundert –, müssen sie sich nur den Wahnsinn anschauen, der praktisch die gesamte politische und Medien-Struktur der USA hinsichtlich der Ukraine erfasst hat, wo eine falsche Erzählung von Weißen Hüten gegen Schwarze Hüte (i.S.v. „Gute“ gegen „Böse“) sich schon früh etabliert hat – abgeschottet gegen Fakten oder Vernunft.“
Mit dem Buch “Wir sind die Guten” haben wir versucht dieses Spiel als das zu entlarven , was es ist: ein betrügerisches Hütchenspiel bei dem das Publikum über den Tisch gezogen wird. Dass 60 renommierte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur eine drängende Resolution für Entspannungspolitik veröffentlichen, ist da dann auch kein Thema für ARD und ZDF, schließlich muß die “Tagesschau” ja die wichtige Nachricht absetzen, dass wegen des plötzlichen Wintereinbruchs irgendwo in den USA der Strom ausgefallen ist. Man will ja schließlich wissen, was im Ausland so los ist. Unwichtige Nachrichten, wie die vom US-Kongress bei nur 10 Gegenstimmen beschlossene Resolution 758, mit der in einer vor Propaganda nur so triefenden Diktion Russland der Krieg erklärt wird – Obama darf ab sofort ohne Rückfragen bombardieren – müssen da natürlich entfallen.




