Was die Geschichte des Universums betrifft, habe ich es seit je eher mit Kosmologen wie Fred Hoyle oder Halton Arp gehalten, als mit dem Standardmodell der Urknall-Theorie, das von diesen beiden Top-Wissenschaftlern zeitlebens kritisiert wurde. Ihre Einwände und die Belege für diese Ablehnung wurden jedoch vom Mainstream der Astrophysik stets als “Spinnerei” oder gar als “Verschwörungstheorie” abgetan und marginalisiert. Doch wie das gut belegte “Verschwörungstheorien” so an sich haben – sie werden zuerst lächerlich gemacht, dann bekämpft und am Ende heißt es, sie seien doch selbstverständlich und gar nichts Neues. Dieses letzte Stadium scheint jetzt die Kritik am Urknall langsam zu erreichen – wie man an dieser aktuellen BBC-Dokumentation zu der Frage “Was war vor dem Urknall?” gut sehen kann.
In einigen Artikeln und den Büchern “Das sogenannte Übernatürliche” (1998) und “Cogito Ergo Bumm” (2007) habe ich über den notwendigen Abschied von der durchgeknallten Urknalltheorie schon öfter geschrieben, im Folgenden – aus letzterem – “Bye Bye Big Bang”:
“Wenn sich schon herausgestellt hat, dass die Schwarzen Löcher weder schwarz noch Löcher sind, dann sollte es uns eigentlich nicht überraschen, dass auch der Urknall, mit dem das Universum begann, ein Fehlschlag war. Alles deutet vielmehr darauf hin, dass der Big Bang weder »big« noch ein »bang« war. Weil aber die Idee eines Big Bang für unsere wissenschaftlichen Institutionen ebenso fundamental ist wie zu Zeiten Galileis die Vorstellung von der Erde als Mittelpunkt des Universums, sträuben sich die astrophysikalischen Gralshüter gegen die Aufgabe liebgewordener Glaubenssätze und verweigern – ihres Weltbilds und der Forschungs- und Fördermittel willen – den Blick durch das Fernglas. Vor allem den durch das Teleskop des Astronomen Halton Arp, dessen Beobachtungen das Urknall-Modell des Universums widerlegen. In den USA, wo er seit den sechziger Jahren forschte, wollte man von seinen ketzerischen Erkenntnissen nichts wissen und reduzierte die Teleskopzeiten des Professors so massiv, dass er nach Deutschland auswanderte und im Max-Planck-Institut heimisch wurde.
Als schlagender Beweis für die Richtigkeit der Urknallhypothese galt bisher die so genannte »Rotlichtverschiebung«, nach der sich observierte Lichtstrahlen um so stärker ins Rötliche verschieben, je weiter sich die Strahlungsquelle entfernt. Da seit dem Big Bang vor 15 Milliarden Jahren alles auseinander stiebt und die Astronomen deshalb von einem expandierenden Universum ausgehen, gelten die Himmelskörper mit der stärksten Rotlichtverschiebung als die ältesten. Mit Halton Arp nun istdiese Verwendung des Rotlichts als Geschwindigkeits- und Entfernungsmesser erschüttert worden: Er entdeckte »uralte« Quasare mit einer hohen Rotverschiebung, die sich eigentlich schon jenseits des sichtbaren Universums befinden müssten, in nächster Nähe zu sehr jungen, schwach rötlichen Galaxien. Ein Ding der Unmöglichkeit.
“Seeing Red” lautet der doppeldeutige Titel eines Buchs, das er 1998 darüber veröffentlichte – nicht nur hatte er als einer der führenden Beobachtungsastronomen etwas Rotes da entdeckt, wo es nicht sein dürfte, auch das wissenschaftliche Establishment sah rot, denn mit diesen Bildern war ihrer liebgewordenen Urknalltheorie der Boden entzogen. Deshalb verweigert die Mehrheit der Wissenschaftler lieber den Blick durch Haltons Teleskop – oder sie übt sich, angesichts der Evidenz, im wortreichen Wegerklären. Und so gilt Halton Arp als »widerlegt« und der Big Bang samt expandierendem Universum weiterhin als unangefochtenes Standardmodell. In Wirklichkeit verlief aber alles ganz anders – und ohne hier jetzt in kosmogonische und kosmologische Details einzusteigen, können wir zumindest eines sicher feststellen: Am Anfang war Murphys Gesetz, und schon beim Big Bang ist deshalb alles schiefgegangen. Möglicherweise hat es nicht einmal geknallt oder es waren viele kleine Mini-Bangs statt einem großen Wumm, weshalb jetzt eben nicht alles schön gleichmäßig auseinander, sondern ziemlich durcheinander fliegt und sich uralte Quasare in Teenager-Galaxien tummeln.
Wie auch immer, die Kulturhistoriker der Zukunft werden uns einst in eine Reihe stellen mit den Naturvölkern, die ihre Kosmologien und Welterklärungen aus der sie umgebenden Umwelt schöpften – um im Zeitalter des Explosionsmotors, des Automobils und der Atombombe dann eine phantastische Ur-Explosion zu erfinden und haarklein zu »beweisen« … Zugegeben fällt es schwer, dem guten alten Big Bang »Bye-bye« zu sagen, ohne gleich in großes »Hallo« für ein neues, besseres Modell auszubrechen. Diskreditierte Weltbilder sterben langsam, selbst wenn sie, wie der Big Bang, der Logik eigentlich Hohn sprechen. Denn wenn alles in einem großen Knall entstanden sein soll, müssten ja zuvor schon die physikalischen Gesetze, nach denen es knallt, existiert haben. Ohne Knallgesetz keine Explosion. Wer also weiter an den Big Bang glaubt, muss auch an das Knallgesetz glauben – und bewegt sich damit, was die Kuriosität seines Glaubensmodells betrifft, durchaus auf dem Niveau der Kreationisten, die annehmen, der liebe Gott hätte die Erde am 18. Januar 4777 v.Chr. um 16 Uhr geschaffen. Wobei der Vorteil dieses Modells immerhin darin besteht, dass ein solcher Schöpfungsakt halbwegs geräuschlos vonstatten gegangen sein dürfte..”
Nachtrag: Auch die oben verlinkte, sehenswerte BBC-Doku hat sich vom Urknall-Paradigma noch nicht verabschiedet. Die Tatsache aber, dass überhaupt darüber nachgedacht wird, dass der Urknall eben nicht der Anfang von allem war, sondern “davor” irgendetwas gewesen sein muss, scheint schon mal ein Fortschritt. Insgesamt ist die Beschäftgigung mit dieser Frage ein dickes Brett und ich würde nie behaupten, es durchbohrt zu haben. “Gefühlt” scheint mir aber ein Universum, dass einfach schon immer da war (Fred Hoyles “Steady State”-Theorie) und sich ständig erneuert und dabei ausdehnt (die in der Doku angesprochene “ewige Inflation”) sehr viel naheliegender als ein Knall, mit dem alles anfängt. Als einer der ersten Kosmologen der Geschichte, Gautama Budhha, einmal von einem Schüler gefragt wurde, was das kürzeste Zeitereignis sei, anwortete er, dass dieses während eines Wimperschlags 26.884.578.303.147- mal stattfindet (ich finde die genaue, ellenlange Zahl, die von ihm genannt wird gerade nicht, diese hier nur als Platzhalter und “Hausnummer”)… und jedesmal ( also in billionenfachen “Mini Bangs” jeden Augenblick) wird das Universum neu geschaffen.

Peter Gente, Mitgründer von “Merve”, ist 77-jährig in Thailand gestorben.
Dass der “War On Terror”, ebenso wie der “War On Drugs”, primär dem Geschäft ihrer Veranstalter dient und nicht dem Schutz der Bevölkerung vor Terroristen oder gefährlichen Drogen, diese Erkenntnis ist nichts wirklich Neues für halbwegs ausgeschlafene Zeitgenossen. Dass Medienleute und Politiker entweder nicht zu dieser Gruppe zählen, oder eben dafür bezahlt werden, ohne jede Hemmung die Propaganda dieser absurden Kriege zu verbreiten, ist ebenfalls keine Neuigkeit. Gestern morgen aber prustete ich fast die köstliche Mischung aus Brötchten, Butter, Bio-Ei und Kaffee wieder auf den Frühstückstisch, als im Radio eine Warnung vor Zahnpasta-Terroristen durchgegeben wurde. Nicht in einer Satire,-oder Unterhaltungssendung, sondern in den Hauptnachrichten. Auf Flügen zur Olympiade nach Russland könnten, laut einer Warnung des US-Heimatschutzministeriums, Terroristen Sprengstoffe in Zahnpastatuben schmuggeln, betroffen seien “vermutlich” nur Direktflüge aus Europa – so lautete in etwa die Meldung, der dann der Nachsatz folgte: “Konkrete Hinweise” auf derartige Anschläge gäbe es nicht.

