Lars Schall arrangierte gestern via Skype ein Gespräch, das ich mit Professor Peter Dale Scott führen konnte, dem “Dean” der JFK-Forschung und einem der Autoren, dem ich für meine Arbeit sehr viel verdanke – nicht nur im Zusammenhang mit dem Mord an John F.Kennedy, sondern auch für meine Bücher über den “War on Drugs” und über 9/11. Peter prägte mit dem Begriff und der Analyse von “deep politics” – “All those political practices and arrangements, deliberate or not, that are usually repressed in public discourse rather than acknowleged.“ – ein wichtiges Werkzeug, um die Hintergründe und Tiefen des politischen Geschehens zu verstehen: die Aktivitäten jener verborgenen Kräfte, die mit verdeckten Operationen und illegalen Kriegen die Weltpolitik entscheidend beeinflussen, P.D. Scotts Bücher kann ich allesamt eindringlich empfehlen, vor allem Cocaine Politics: Drugs, Armies, and the CIA in Central America (in collaboration, 1991, 1998), Deep Politics and the Death of JFK (1993, 1996), Deep Politics Two: Essays on Oswald, Mexico, and Cuba (1995, 2007), Drugs, Oil and War (2003), The Road to 9/11: Wealth, Empire and the Future of America (September 2007), American War Machine: Deep Politics, the CIA Global Drug Connection, and the Road to Afghanistan (2010). Auch wenn wir beim Anhören eben wegen meines unflüssigen broken english die Resthaare zu Berge standen, hier mit Dank an Lars Schall und Peter Dale Scott die Aufzeichnung unseres Gesprächs:
Dem Staatsstreich auf der Spur
Paul Schreyer hat das Kennedy-Buch für den “Ossietzky” rezensiert. Hier ein Auszug :
“Bücher zum Kennedy-Mord gibt es Dutzende, doch eine zusammenfassende Betrachtung zum 50. Jahrestag ist sinnvoll, da entscheidende Informationen erst in jüngster Zeit öffentlich wurden. Wirklich erstaunlich ist deren Menge. Vieles davon basiert auf der Arbeit des »Assassination Records Review Board«, eines vom US-Kongreß eingesetzten Ausschusses, der von 1994 bis 1998 mehrere Millionen Seiten freigegebener Dokumente unter die Lupe nahm und zahlreiche Zeugen vernahm. Die Einrichtung dieses Ausschusses folgte übrigens dem öffentlichen Druck, den Oliver Stones Spielfilm »JFK« (1991) ausgelöst hatte – ein seltenes Beispiel für aufklärerischen politischen Einfluß Hollywoods.
Bröckers‘ Verdienst ist nun nicht nur die Sichtung all der neuen Dokumente und Bücher (die Bibliographie im Anhang listet 120 Titel auf), sondern vor allem auch die Kürze und Strukturiertheit seiner Darstellung. So beginnt das Buch mit mehreren kompakten Einleitungsabschnitten, betitelt »Eine kurze Geschichte der CIA«, »Eine kurze Geschichte der Mafia« sowie »Eine kurze Geschichte der kubanischen Revolution«, die zusammengenommen ein Schnellseminar in Geschichte bieten – sachlich und unpolemisch. Schnell wird klar: Der Autor will hier keine Theorie verkaufen, sondern den Dingen einfach auf den Grund gehen.
Bröckers schildert Kennedys Wandlung vom überzeugten Kalten Krieger zum auf Ausgleich und Verhandlungen mit der Sowjetunion bedachten Staatsmann, der versuchte, sich den Einflüsterungen der Hardliner in Militär und Geheimdiensten immer mehr zu entziehen. Wie so oft im Leben, spielte wohl auch bei dieser Wandlung eine Frau eine wichtige Rolle – Kennedys wenig bekannte Vertraute und Geliebte Mary Pinchot Meyer.
Ebenso wie Kennedy dem Ostküsten-Establishment entstammend, und – anders als viele seiner zahlreichen Gespielinnen – ihm auch intellektuell gewachsen, hatte Meyer den späteren Präsidenten schon 1935 auf einem College-Ball kennengelernt. Anfang der 60er Jahre, als sie zu Kennedys Vertrauter in mehrfacher Hinsicht wurde, hatte sie bereits eine Ehe mit dem CIA-Spitzenmann Cord Meyer hinter sich. Vor diesem Hintergrund wußte die gebildete und attraktive Frau ziemlich genau, wie die Machtelite tickt – und kannte viele ihrer Vertreter persönlich. Zugleich hatte sie einen freigeistigen Lebensstil entwickelt, inklusive Malereistudium, Selbsterfahrungstherapie und Experimenten mit LSD – das damals noch legal war und weltweit von Ärzten in der Psychotherapie eingesetzt wurde. Eine ganze Reihe von Indizien, die Bröckers präsentiert, legen nahe, daß Mary Pinchot Meyer als Präsident Kennedys politische Vertraute und Geliebte auch diesem das LSD nahebrachte, quasi als friedensstiftende Bewußtseinserweiterung. Ganz im Sinne von Hollywoodstar Cary Grant, der seinerzeit bekannte: »Ich mag eigentlich keine Drogen, aber LSD hat mir sehr gut getan. Ich finde, alle Politiker sollten LSD nehmen.«
Doch unabhängig davon, ob diese konkrete – und zumindest originelle – Vermutung zutrifft: Fest steht, daß Kennedy in Folge des Schweinebucht-Desasters von 1961 und der Raketenkrise von 1962 seinen politischen Kurs änderte. Tatsächlich, und entgegen der gegenteilig kolportierten Behauptung, hatte er vor, die sogenannten Militärberater aus Vietnam abzuziehen. Er wollte einen internationalen Teststop für Atombomben erreichen – und er skizzierte in einer Schlüsselrede vom Juni 1963, fünf Monate vor seinem gewaltsamen Tod, eine globale Friedensvision, die in ihrer Radikalität und Konkretheit weit von jeder Sonntagsrede entfernt war. Kennedy hatte sich nach drei Jahren im Amt ohne Frage zu einer Bedrohung für das herrschende System entwickelt.”
Tough gegen TAFTA
Dass eine Transatlantische Freihandelszone (Transatlantic Free Trade Area, Tafta) nichts anderes ist als ein trojanisches Pferd, das den Zugriff globaler Großkonzerne auf kommunale, regionale und nationale Märkte ausweiten soll, wird schon daran deutlich, dass die Verhandlungen und Spezifikationen dieses Abkommens ähnlich wie bei den unlängst gescheiterten ACTA-Vereinbarungen weitgehend im Geheimen stattfinden. Wer den ausführlichen und gut recherchierten Bericht in der aktuellen Ausgabe der “Le Monde Diplomatique” – TAFTA – Die große Unterwerfung – gelesen hat, wird zustimmen, dass die Parole künftig nur “tough gegen TAFTA” heißen kann – solange bis dieses Unterwerfungsgesetz vom Tisch ist.
JFK: CIA und New York Times lügen weiter
“We will never know, we will never know…” das ist das Mantra, wenn es um die Wahrheit des Kennedy-Mordes geht und das die Mainstream-Medien in den nächsten Wochen gebetsmühlenartig orgeln werden – um gleichzeitig mit pseudo-journalistischen Ergüssen, wie dem hier am 4. November zitierten oder dem gequirlten Schwachsinn mit dem die “Welt” gestern aufwartete, dafür zu sorgen, dass dieses Mantra zur selbsterfüllenden Prophezeiung gerät. Mit haltlosen Behauptungen wie: “Alle Beweise deuten auf den Ex-Marine Lee Harvey Oswald. ” – selbst einstige Hardcore-Apologeten der “Lone Gunman”-Theorie wie Gerald Posner (“Case Closed”) sagen mittlerweile, dass Oswald, wäre es zu einem Prozess gekommen, mangels Beweisen hätte freigesprochen werden müssen – oder mit der Aufzählung möglichst vieler und möglichst iditotischer “Verschwörungstheorien”, mit denen jede Kritik an den haltlosen Behauptungen kontaminiert wird, um dem unvoreingenommenen Leser angesichts der selbst gestifteten Verwirrung dann mit dem seufzenden Mantra zu kommen, dass wir “es wohl nie erfahren werden.”
Und das ist wohl wahr – solange solcher Un-Journalismus die historische Wahrheitsfindung behindern und die Deutungshoheit über das Ereignis massenmedial durchsetzen kann. Selbst wenn schon ein einziges Foto – und die Aussagen des links hinter der Präsidentenliomusine auf Motorräder fahrenden Polizisten Bobby Hargis vor der Warren-Kommission – “…when President Kennedy straightened back up in the car the bullet him in the head, the one that killed him and it seemed like his head exploded, and I was splattered with blood and brain, and kind of bloody water, It wasn’t really blood.” – völlig ausreichen würde, um defintiv einen Schuß von vorne zu beweisen und Oswald als Todesschützen von hinten zu entlasten. Dass dies die Nicht-Ermittler der Warren Kommission damals nicht interessierte, entsprach ihrem Auftrag – und dass Journalisten, Historiker und Wissenschaftler diese skandlöse Nicht-Ermittlung bis heute verteidigen, zeigt, dass dieser Auftrag, im Namen der Staatsräson zu lügen, ganz offensichtlich bis heute gilt. Denn, wie David Talbot in einem sehr lesenwerten Essay deutlich macht: CIA and New York Times still lying to us.
JFK und die Glaubensgemeinschaft der “magischen Kugel”.
Gestern hat die “Washington Post” nochmals ein langes AP-Feature veröffentlicht, das schon im Mai 2013 publiziert wurde und das ich in meinem JFK-Buch als phänotypisches Beispiel für die “faktenfreien Verlautbarungen der Glaubensgemeinschaft der magischen Kugel” kommentiert habe. Dass eines der angeblich seriösen”Leitmedien” des Landes diesem pseudo-journalistischen Junk ein weiteres Mal seine Seiten öffnet zeugt einmal mehr vom Niedergang der Medien und der zu reinen Propagandamaschinen verkommenen Pre$$titutes. Hier dazu ein Auszug aus “JFK – Staatsstreich in Amerika”, S. 248 ff.:
Ein Beispiel, was da auf allen Kanälen auf uns zukommen wird, lieferte Anfang Mai 2013 ein langes Feature der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), das in der New York Times, der Washington Post und zahlreichen weiteren Zeitungen gedruckt wurde. Dessen These:
Es sei allein die »Verschwörungstheorie-Industrie«, die die Zweifel am Einzeltäter Oswald hochhalte und damit seit 50 Jahren »Kasse macht«. Ganz im Sinne der CIA-Anweisung von 1967 wird hier schon in der Überschrift (»Five decades after JFK’s assassination, the lucrative conspiracy theory industry hums along«) die Pejorativvokabel »Verschwörungstheorie« mit dem niederem Motiv der Geldmacherei zusammengebracht – um dann aber mit ganzen zwei Beispielen für die angeblich brummende Industrie aufzuwarten: Mark Lanes Bestseller Rush to Judgment von 1965 und Oliver Stones Film JFK von 1992. Diese Jahrzehnte alten Werke sind zwar durchaus nach wie vor empfehlenswert, aber man tut ihnen zu viel Ehre an, wenn man den Unglauben der Bevölkerung an den Einzeltäter Oswald auf sie zurückführt. Andere Beispiele lukrativer Verschwörungsbestseller hat der AP-Autor Allen Breed offenbar nicht auftun können, und eine kurze Recherche über die Entwicklung des Glaubens bzw. Unglaubens an die offizielle Legende hätte die Behauptung seiner Überschrift denn auch sofort ad absurdum geführt.
Nach einer Umfrage, die Ende November 1963 wenige Tage nach dem Mord von Demographen der Uni Chicago durchgeführt wurde – als noch keines dieser Produkte der »Verschwörungstheorie-Industrie« auf dem Markt war, die geniale Polizei in Dallas und das FBI den Fall aber schon »aufgeklärt« hatten –, glaubten 62 Prozent der über 1000 befragten US-Bürger, dass mehr als ein Täter für den Mord verantwortlich ist, nur 24 Prozent hielten Oswald für den Alleinschuldigen.Es waren (und sind) also nicht perfide Einflüsterer einer lukrativen Industrie, die Zweifel an der Einzeltätertheorie säen, es waren (und sind) die Umstände dieses Mords und seiner Nicht-Aufklärung selber, die den gesunden Menschenverstand an Oswald und seiner magischen Kugel zweifeln lassen. Die Zahlen haben sich denn auch, wie eine aktuelle AP-Umfrage im April 2013 zeigt, nicht groß verändert: Nach wie vor glauben über 60 Prozent der Amerikaner an eine Verschwörung, und nur ein Viertel hält Oswald für den Einzeltäter. Und dies, obwohl der Warren-Report seit fünf Jahrzehnten von allen Kanzeln und Kanälen als heilige Schrift und historische Wahrheit gepredigt wird – und trotz der vom Mainstream hochgejubelten und tatsächlich lukrativen Megaseller wie Killing Kennedy, dase Buch des ultrarechten Moderators Bill O’Reilly, von dem in den ersten fünf Monaten des Jahres 2013 in den USA ein Million Exemplare verkauft worden sind.
An dieser Diskrepanz zwischen dem mit massenmedialer Autorität verbreiteten Dogma und einer nach wie vor ungläubigen, skeptischen Bevölkerung hätte echter Journalismus anzusetzen – informierend, analysierend, erklärend. Dieses AP-Stück aber, das die sogenannte Qualitätspresse des Landes ungeniert verbreitet, tut das Gegenteil: Es erfindet Fakten wie eine »brummende Verschwörungstheorie-Industrie«, es verdreht die Realität, in der sich Antiverschwörungsbücher wie O’Reillys Machwerk millionenfach verkaufen, und es ignoriert die Tatsache, dass Regierung, CIA und FBI seit 50 Jahren keine überzeugende Erklärung für den Mord an JFK liefern können. Es deklariert damit die rational und skeptisch denkende Mehrheit der Bevölkerung zu Idioten und erklärt den irrationalen Glauben an verrückte Einzeltäter und magische Kugeln zur allein seligmachenden Wahrheit.
Da zu befürchten steht, dass wir zum Jahrestag des Kennedy-Mords mit derlei pseudojournalistischen Ergüssen regelrecht bombardiert werden, gilt es, sich gegen diesen Propagandafeldzug zu immunisieren. Ein erster Schritt kann darin bestehen, dass man der Inflation des diffamierenden Dummworts »Verschwörungstheorie« Rechnung trägt, es als Währung in der Debatte schlicht nicht mehr akzeptiert und überall dort, wo es im Zusammenhang mit den Morden an JFK, MLK und RFK auftaucht, »Staatsverbrechen gegen die Demokratie« einsetzt. Was nicht nur den Vorteil hat, dass aller spekulativer Hokuspokus von Elvis bis zu den Marsmännchen außen vor bleibt, sondern dass die Erörterung dieser ungeklärten Verbrechen auch in dem notwendigen politischen Kontext stattfindet und sich nicht in verwirrenden Mikroanalysen verliert. Denn entscheidend sind ja nicht einzelne Details – etwa die Frage, ob JFKs maßgeschneidertes Jackett beim Winken während des Autokorsos um acht Zentimeter hochgerutscht ist oder ob die Eintrittswunde im Obduktionsbericht nach oben manipuliert wurde, um auch die fünf Verletzungen Conallys mit dieser Kugel zu erklären. Entscheidend ist die schiere Masse dieser Ungereimtheiten, die als Zufall nicht mehr erklärbar sind, sowie der Kontext, in dem sie stehen.
Es gibt keinen Zweifel, dass die Vereinigten Staaten und die Welt heute anders – gerechter, demokratischer, friedlicher – aus- sähen, wären die drei Reformer nicht gewaltsam daran gehindert worden, ihre Ziele umzusetzen. So aber wurde mit diesen drei Morden innerhalb von fünf Jahren ein neues, ganz anderes Paradigma für die amerikanische Politik gesetzt: Wer der Agenda des militärisch-industriellen Big Business in die Quere kommt, wird gnadenlos eliminiert.
Ströbele meets Snowden
Die Grünen sind, seit sie Olivgrün wurden, nicht mehr meine Partei, aber Christian Ströbele hat auch bei der letzten Wahl meine Erststimme bekommen – und das war gut so. Als erster Politiker überhaupt hat er sich heute in Moskau mit Edward Snowden getroffen – und wird dessen Brief an die Bundesregierung, den Bundestag und den Generalbundesanwalt morgen auf einer Pressekonferenz bekannt machen. Laut Stroebele soll Snowden grundsätzlich bereit sein, als Zeuge bei der Untersuchung der illegalen Ausspähungen zur Verfügung zu stehen. Da die USA, nachdem sie von dem Treffen erfuhren, vorsorglich einen Auslieferungsantrag gestellt haben, wäre Snowden sicher gut beraten, nicht nach Deutschland zu kommen. Als Vasallenstaat der USA kann die BRD nicht für seine Sicherheit garantieren, denn weil CIA, NSA & Co. hierzulande treiben können was sie wollen würden sie wohl auch nicht davor zurückschrecken, sich ihres aktuellen Staatsfeinds Nr. 1 mit Gewalt zu entledigen oder ihn in eines ihrer Foltergefängnisse zu entführen. Was auch immer aus dem Kontakt des Abgeordneten Ströbele mit dem Whistleblower folgen wird – als Zeichen der Anerkennung für die Courage Edward Snowdens, der als investigative Ein-Mann-Armee mehr geleistet hat als der gesamte Berufsstand derer, die sich “Journalisten” nennen, war ein solches Treffen mehr als überfällig.
Reclaiming Parkland
Der umfangreichste, aber trotz 1600 Seiten in keiner Weise überzeugende Versuch, den Einzeltäter Lee Harvey Oswald als Mörder John F. Kennedys zu überführen und das Ergebnis des Warren-Reports von 1964 zu rechtfertigen, stammt von Vincent Bugliosi und erschien 2007: “Reclaiming History”. Weil Bugliosi ein berühmter Ex-Staatsanwalt und Strafverteidiger ist, erzielte sein gescheiterter Versuch, die Geschichte zurückzugewinnen, große Aufmerksamkeit und Tom Hanks erwarb die Rechte an einer Verfilmung des Buchs. Das Ergebnis, der Film “Parkland”, lief Anfang Oktober in den USA an, und hat sich trotz des bekannten Produzenten und einer Starbesetzung an der Kinokasse als fundamentaler Flop erwiesen. Das will an sich noch nichts sagen, viele gute Filme waren und sind anfangs kein großer Erfolg und ihre Qualität stellt sich erst später heraus. Doch das wird dieser Hollywood-Großproduktion, die zum Jahrestag des Mords auf Pro 7 laufen wird, nicht widerfahren, wie schon in meinem letzten Posting zum Thema aufgezeigt. Denn dass mehr als ein Dutzend Zeugen auf der Notfallstation des Parkland-Hospitals das große Loch in JFKs hinterem Schädel gesehen haben und die Ärzte dies als Austrittswunde identifizierten, kommt in diesem Film nicht vor, genausowenig wie die Aussage des damaligen Autopsie-Fotografen, der dem vom Kongreß 1994 eingesetzten “Assasination Records Review Board” (ARRB) bestätigte, dass die im National Archiv lagerenden Fotos vom Schädel des toten Präsidenten NICHT die sind, die er damals gemacht hat. Schon allein diese vom ARRB aufgedeckte Manipulation, die auch Bugliosi in seinem Mammut-Schinken nicht erwähnt, machen Buch und Film zu einem Fall für die Mülltonne. Doch Jim di Eugenio, der mit “Destiny Betrayed: JFK, Cuba, and the Garrison Case” (über die Obstruktion des Garrison-Prozesses durch die Geheimdienste) und “The Assassinations: Probe Magazine on JFK, MLK, RFK and Malcolm X” (einer umfangreichen Sammlung von Analysen und Artikeln über diese Morde) schon zwei sehr brauchbare Bücher zum Thema vorgelegt hat, hat in seinem jüngsten Werk “Reclaiming Parkland: Tom Hanks, Vincent Bugliosi, and the JFK Assassination in the New Hollywood” noch viele weitere Punkte aufgeführt, warum die Werke von Bugliosi/Hanks defintiv gescheiterte Versuche sind. Im folgenden Video steht diEugenio dazu ausführlich Rede und Antwort:
Sweet Lou – RIP!
Schon wieder ist ein großer Meister von uns gegangen- Lou Reed. Hier in memoriam seine beste Platte – oder zumindest die, die ich neben der wunderbaren und soften “Coney Island Baby” am meisten gehört habe. Vor allem das Eröffnungsstück “Sweet Jane” mit dem grandiosen Intro seines Gitarristen Steve Hunter, das sich langsam und genial an das zentrale Motiv heranschleicht, es umspielt, andeutet, phrasiert…und dann kickt der Rif ein, ein beethovenartiger Hammer, Rock’n Roll at it’s best.
Die JFK-Desinformation “Parkland”

Der 50. Jahrestag des Kennedy-Mords rückt näher und die Mainstream-Medien bereiten sich auf den großen Doppelschlag vor: die Apologie des Märchens vom Einzelschützen Lee Harvey Oswald auf der einen und die Diskriminierung jeder Widerlegung dieser Legende als Verschwörungstheorie bzw. das Wiederkäuen der besonders abstrusen Hypothesen über die Tat und den Täter, um damit pars pro toto jede Kritik an der offiziellen Geschichte ins Lächerliche zu ziehen. Bezeichnend für diese Doppelstrategie ist das Programm, das der TV-Sender Pro 7 für den 22. November ankündigt: zuerst wird der von Tom Hanks produzierte Film “Parkland” gezeigt, der die Rettungsversuche auf der Notfallstation des Parkland-Hospitals in Dallas dramatisiert und den Zuschauern unter der Hand den Einzelschützen Oswald verkauft – und dann wird mit der Dokumentation “JFK: The Smoking Gun” die ebenso alte wie abstruse Story aufgewärmt, nach der ein Bodyguard aus dem Wagen hinter der Präsidentenlimousine JFK den tödlichen Schuss abgegeben haben soll. Aus Versehen…
Neben den Massen von derlei aufwändig gequirltem Schwachsinn, mit denen die Hirne von Zuschauern und Lesern zum Jahrestag kontaminiert werden, gibt es aber auch einige sinnvolle und erkenntnisfördernde Publikationen und Veranstaltungen, wie etwa die dreitägige Konferenz in Pittsburgh Mitte Oktober, die kein irreführendes Re-Enactment wie der “Parkland”-Film präsentierten, sondern Robert McClelland zu Wort kommen lassen, der als erster Arzt den tödlich verletzten Präsidenten im Parkland-Hospital in Empfang nahm und das klaffende Loch im linken hinteren Schädel Kennedys eindeutig als Austrittswunde identifizierte – und nicht, wie der am Tag danach im Militärhospital in Washington erstellte Obduktionsbericht als Einschußloch. Dass es sich bei diesem Bericht, ebenso wie bei den im Nationalarchiv lagernden Fotos und Röntgenbildern um manipulierte Fälschungen handelt, wie die Kommission des “Asassinnation Records Review Board” Ende der 90er Jahre herausfand, wäre ein höchst brisanter Stoff für etliche TV-Dokus und Hollywoodstreifen – doch der kommt bei Pro7 und anderswo selbstverständlich nicht vor. Ebenso wenig wie die klaren und eindeutigen Aussagen der hinter der Limousine fahrenden Motorradpolizisten Hargis und Martin: ihre Windschutzscheiben und Brillen waren nach den Schüssen von Blut und Gehirnteilen verschmiert. Was von der Warren-Kommission notgedrungen ignoriert wurden, gleichwohl aber in der 26-bändigen Dokumentation der Zeugenaussagen nachlesbar ist – und logischerweise nur den Schluss zuläßt, dass der tödliche Schuss nicht von hinten gekommen sein kann – wo Oswald aus dem Schulbuchlager gefeuert haben soll – sondern von vorne rechts, vom “grassy knoll”. Mehr als diese Beweise von zwei Tatzeugen braucht es eigentlich nicht, um die Story von “lone gunman” Oswald als Märchen zu entlarven – weil dies seit 50 Jahren nicht geschieht habe ich mein Buch über den Kennedy-Mord geschrieben, das als wirksames Gegengift zu der anstehenden Desinformations-Orgie hiermit nochmals empfohlen sei…