In der gerichtsmäßigen Verhandlung über die Anerkennung meiner Kriegsdienstverweigerung hatte ich es nicht erwähnt, aber eine wichtige Rolle bei meinem Entschluss, den “Dienst an der Waffe” zu verweigern, hatte ein Lied gespielt, das ich einige Jahre zuvor zum ersten Mal und dann immer wieder gehört hatte: “Universal Solider” von Donovan. In Kombination mit den schrecklichen Bildern aus dem Vietnamkrieg, wo Reisbauern bombardiert wurden um “unsere Freiheit” zu verteidigen, machte die Botschaft dieses Songs mir klar, dass es in Sachen Krieg eigentlich nur eine Lösung gibt: nicht mitmachen. Das Stück, geschrieben von der Kanadierin Buffy Sainte Mary , war in der Version von Donovan in den deutschen Hitparaden gelandet, seine “philosophische” Message hatte sich als kategorischer Imperativ meinem jugendlichen Hirn unmittelbar erschlossen. Ich weiß nicht, ob es für die heutigen 15/16-jährigen, die ja in noch größerem Ausmaß mit Kriegsbildern und mit Popmusik bombardiert werden, auch noch solche Songs gibt, die sie bei ihrem aktuellen Nachdenken über die Welt begleiten und beeinflussen. Wahrscheinlich schon, auch wenn “Krieg” aktuell kein Thema zu sein scheint für diese Altersgruppe. Wir hatten die Reste des letzten Kriegs noch vor Augen, in Form von Ruinen und Bombenkratern und in Form von schwach re-sozialisierten Nazi-Lehrern als nunmehr Oberstudienräten und waren empfänglich und dankbar für Alternativen, deren Botschaften in Form von Musik kamen und zum Denken anregten, wie Bob Dylans “Back Pages – I was so much older then, I`m younger than that now” . Oder wie Joe Cockers “With a little help from my friends” 1969 in Woodstock – eine der besten Live-Performances des 20. Jahrhunderts – Visionen einer bessern, friedlicheren Welt evozierten. Die machbar ist. Dachten wir. Wenn wir nur die Arschlöcher einfach rausschmeißen: Kick out the Jams! Die Pioniere aus der MotorCity Detroit – MC5 – haben damals den Punk erfunden und traten im “Beat Club” bei Radio Bremen auf. Heute jünger als 1969 bleibt die Feststellung: ist nicht so einfach mit dem Rausschmeißen. Aber wir ließen uns nicht mehr verarschen: Won`t get fooled again! Und selbstverständlich: Keine Macht für niemand!
Manchmal kommt es mir so vor, als ob es zu jeder Stimmung, die einen in dieser Zeit erfasste, den passenden Song gab, der kreative Boom in der Popmusik ab Mitte der 1960er, die “Demokratisierung” des Radios mit dem Casettenrecorder als Plattensammlung des kleinen Mannes… man musste taub sein, um da nicht “seine” Musik zu finden – Who do you love? – oder “unsere”: “Do you feel like I do?“. Was Beatles, Stones, Kinks, Cream u.a. vorgelegt hatte, erstrahlte in einem Feuerwerk musikalischer Facetten, Nuancen, Varianten, mit Can bis hinein in die kleinste Krautrock-Nische… Kann es sein, dass gigantische kleine Live-Bands heute nicht mehr gebacken werden, wir also das Glück hatten, mit dem Gold-Standard der Livemusik groß zu werden (Drums, Gitarren, Bass und drei Verstärker) bevor sie zum Stadionrock aufgeblasen wurde: Did you hear about the Midnight Rambler? Nicht nur Performance, sondern auch Töne (der junge Mick Taylor ab 7:20) zum Niederknien. Finden in Kantinen noch Jamsessions statt wie die von “Traffic”: Gimme Some Lovin ? Werden 3-Akkord-Songs noch von epischen Intros eingeführt, symphonischen Präludien, die dann beethovenartig in einen Hammer-Riff münden – wie hier von Steve Hunter 1970 live zelebriert für Lou Reeds “Sweet Jane” ? Ich weiß es nicht – es waren aufbrechende revolutionäre Zeiten, während es 50 Jahre später eher stagnierend und schwer restaurativ zugeht, und entsprechend dumpf tönt es, wenn ich mal kurz die aktuellen Hitparaden anklicke. Nichts wie weg hier…und back to the Sixties, als es noch kryptische Nazareth-Geschichten mit kommunitären Weihnachtsbotschaften gab: – ein jeder trage des anderen Last. Seit das Stück von The Band im “Easy Rider”-Soundtrack verewigt wurde zählt es zu meinen All-Time-Favoriten. Und wurde 50 Jahre nach seinem Erscheinen von einer All-Star-Band nochmals eingespielt: Take a Load off Any, take a Load For Free.
Und jeden Tag pfadfindermäßig eine gute Tat. In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser, Frohe Weihnachten, Happy Holidays und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!
3. JT # 86: Real – Irreal – Hyperreal
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 63
Auch wenn das Jahrhundertverbrechen vom 11. September 2001 zu meinen “Fachgebieten” gehört und ich über die Suche nach der Wahrheit drei Bücher mit mehr als 1.000 Seiten geschrieben habe, gibt es einige Forscher, die sich noch weitaus hartnäckiger mit der Dekonstruktion der offiziellen Legende – dem Räubermärchen von Osama und den 19 Teppichmessern als Alleintätern – beschäftigt haben. Der hervorragendste unter ihnen, David Ray Griffin, hat am 26. November im Alter von 83 Jahren die Erde verlassen. Als Professor der Religionsphilosophie und Theologie in Clearmont hatte er vor 50 Jahren mit einem Kollegen ein “Zentrum für Prozess Studien” gegründet, das in Anlehnung an die Philosophie von Alfred North Whitehead die Abkehr von einem mechanistischen Materialismus winziger, statischer Bauklötze propagierte, zu einem Denken der Welt in zusammenhängenden, ereignishaften “Prozessen”. Metaphysischen Problemen- den Fragen nach “Wahrheit”, nach “Gott” – auf rationale, kohärente Weise näher zu kommen, war das Ziel von “Prozess-Theologen” wie David Ray Griffin. Und so methodisch wie an derart “letzte Fragen”, so wissenschaftlich strukturiert ging er dann nach 9/11 auf die Suche nach den Fakten hinter dem 9/11 Mythos der Alleintäterschaft von “Al Qaida”, die er wie viele anfangs gar nicht bezweifelt hatte.
Dann aber, aufgerüttelt von den ersten Blogs und Publikationen über die haarsträubenden Ungereimtheiten und Nicht-Ermittlungen in diesem Fall, hat David Griffin wie kein anderer daran gearbeitet, sie zu dokumentieren – in mehr als einem Dutzend Büchern, die auch auf deutsch erschienen sind , und 2018 als Leiter des 9/11 “Consensus Panel”mit 23 Forschern die Kategorien auflistete, in denen die Faktenlage der offiziellen Version klar widerspricht:
Die Zerstörung der Twin Towers (1),
Die Zerstörung des WTC 7 (2),
Der Angriff auf das Pentagon (3),
Die 9/11-Flüge (4),
Die Anrufe aus den 9/11-Flügen (5),
Die Militärübungen (6),
Das Verhalten der Militär- und Politikführung (7),
Osama Bin Laden und die »Hijacker« (8)
Das Insider Trading an den Börsen (9).
Die Indizien zu jedem dieser Punkte entlarven das offizielle 9/11-Narrativ als gigantischen Schwindel, als schicksalhafte Mutter aller Fake News des 21. Jahrhunderts, die fruchtbarer denn je scheint und aus deren Schoß immer neue Lügen-Monster kriechen (“Killervirus”, “Killerrussen”) und die Welt in den Krieg treiben. Umso wichtiger sind unbestechliche Aufklärer, die sich von Diffamierungen als “Verschwörungstheoretiker” nicht irre machen lassen. Und nicht daran verzweifeln, dass sie als Forscher und Dokumentaristen nicht mehr tun können, als die Indizien für den “Inside Job” 9/11 und die Spuren zu den Tätern und Hintermännern offenzulegen, doch keine Möglichkeit haben, sie weiter zu verfolgen, zu ermitteln und zur Anklage zu bringen. Das können nur Staatsanwälte, Polizei und Gerichte und so lange sie es nicht tun, wird der Massenmord vom 11.9.2001 ungesühnt bleiben und die Ermittlung der Wahrheit über 9/11 den Historikern der Zukunft vorbehalten. Dass sie dabei zuallererst auf das umfangreiche und bestens dokumentierte Werk eines gelernten Theologen und Philosophen zurückgreifen werden, wäre keine Überraschung: schon in den vorigen Jahrhunderten waren es Wahrheitssucher aus diesem Berufsstand, die die großen Tabus und Dogmen erschütterten. Und im 21. Jahrhundert hat an dem Glaubensbekenntnis des sogenannten “freien Westens”, am 9/11-Tabu und den Dogmen der “Church of Free Fall” niemand heftiger gerüttelt als David Ray Griffin.
Ein Nachruf auf einen führenden 9/11-Forscher passt also Notiz vom “Ende der unipolaren Welt” : 9/11 fungierte als Schlachtruf für das letzte Aufbäumen des US-Imperiums, als Fanal für die letzte große Schlacht zur Erringung der Weltherrschaft. Für die Behauptung, dass es sich dabei um einen “gerechten” Verteidigungskrieg handelt, ist das Märchen eines überraschenden äußeren Angriff unabdingbar und muss als Wirklichkeit herhalten, solange dieser imperialitische Krieg…gegen Terroristen/Islamisten/Russen/Chinesen/name it…weiter geht.
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Nach der Partei der Linken hatte auch die AfD eine Anfrage an die Bundesregierung über den Anschlag auf die Nordstream-Pipeline gestellt, doch das merkwürdige Desinteresse an Ermittlung und Aufklärung der Täterschaft hält an. Hier zwei aktuelle Beiträge dazu:
Wer verübte Nord-Stream-Anschlag? Bundesregierung mauert noch immer und verweist auf „Geheimhaltungsinteresse“
Bundesregierung verweigert Antworten auf Fragen zur Nord-Stream-Sprengung
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Soeben erschienen:
Mathias Bröckers : Vom Ende der unipolaren Welt , Fifty-Fifty (2022), 288 Seiten, 20 Euro
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 62
Präsident Putin hat Kanzler Scholz am Freitag am Telefon noch einmal erklärt, dass die Raketenangriffe auf die ukrainische Energieversorgung als Antwort auf die Angriffe ziviler russischer Infrastruktur wie die Krim-Brücke und die Nordstream-Pipelines zu verstehen sind. Auf der Berliner Sicherheitskonferenz sagte Scholz dennoch, dass Russland „diesen Krieg nicht mehr gewinnen“ kann und kündigte den Einkauf von F-35 Kampfjets an. Woher er diese Siegeszuversicht nimmt ist unklar, an den überteuerten Stealth-Kampfjets kann es eigentlich nicht liegen. Um eine russische S-400 Abwehrbatterie zu eliminieren braucht es etwa ein Dutzend F-35 von denen 11 nicht wieder nach Hause kommen, las ich unlängst in einem Military-Blog, aber selbst wenn nur 8 oder 9 von 12 Jets getroffen werden: eine F-35 kostet jetzt 100 Millionen Dollar (im vergangenen März waren es angeblich noch 80 Mio.), und das gesamte Paket von 35 Maschinen inklusive Munition und Support, das Scholz kaufen will, soll laut Haushaltsausschuss mit schlappen 9,9 Milliarden zu Buche schlagen. Da Russland über mindestens 50 “IADS” (Integrated Air Defense Systeme) verfügt, die den vermeintlichen Tarnkappen-Bomber schon in 200 km Entfernung sichten, würde die F-35-Flotte der Bundesluftwaffe bei einem Einsatz in der Ukraine in zwei, drei Tagen verschrottet. Auch wenn die Maschinen sicherer fliegen als der einstige “Witwenmacher” F-104 scheint dieser Deal ein wenig zu riechen wie seinerzeit die “Starfighter”-Affäre….
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Das Ursula von der Leyen die dümmste Verteidigungsministerin in der Geschichte der Bundeswehr war, ist weitgehend unbestritten, insofern wundert es nicht, dass sie diese Top-Platzierung nun auch in der Rolle der EU – Kommissarin einnimmt. John Helmer berichtet dazu aus Moskau:
“Seit Beginn des Krieges im Februar hat von der Leyen bis zum 30. November kein einziges wahres Wort gesagt, bis sie bekannt gab, dass die Zahl der ukrainischen militärischen Todesopfer mehr als 100.000 und die der zivilen Todesopfer mehr als 20.000 betragen hat. Innerhalb weniger Stunden wurden diese Zahlen aus dem veröffentlichten Protokoll ihrer Rede entfernt. Von der Leyens Eingeständnis implizierte, dass die Zahl der ukrainischen Verwundeten mehr als 300.000 beträgt und dass die Summe der militärischen und zivilen Opfer bereits eine halbe Million erreicht hat. Von der Leyen bestätigte damit die russischen Schätzungen und widersprach der Propaganda des Kiewer Regimes.
Im September kündigte von der Leyen ihre Unterstützung für eine Preisobergrenze für den internationalen Handel mit russischem Pipelinegas und Flüssigerdgas (LNG) an. Im vergangenen Monat erklärte sie, die Europäische Union sei “bereit, eine Preisobergrenze für russische Ölexporte einzuführen”.
Der europäische und asiatische Gas- und Ölhandel widerspricht jedoch nicht nur den Behauptungen von der Leyens, sondern zeigt auch, dass er von ihren öffentlichen Lügen profitiert. Auf dem Gasmarkt gibt es neue Beweise dafür, dass die französische, die niederländische und die belgische Regierung den Kauf von Rekordmengen an importiertem russischem Flüssiggas (LNG) und den Reexport dieses Gases mit Gewinn in andere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, zulassen. Die Arbitrage – d. h. der Gewinn aus dem Kauf von russischem LNG zum russischen Verkaufspreis und dem anschließenden Weiterverkauf mit einem Aufschlag an europäische Verbraucher – ist so lukrativ, dass die Chinesen ihre vertraglich vereinbarten Mengen an russischem LNG nach Europa umleiten. Olga Samofalova, die Energiemarktanalystin von Vzglyad , berichtete gestern darüber, wie die Märkte die Sanktionen überwinden. (weiterlesen hier)
Dass der “Ölpreisdeckel”, den von der Leyen propagiert und der heute in Kraft tritt ebenso nach hinten losgeht (d.h. nicht Europa, sondern vorallem den USA nützt),wie die anderen EU-Sanktionen “aus der Hölle”, ist absehbar.
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Was im Krieg gegen Russland schon den Truppen Napoleons und Hitlers widerfuhr, scheint jetzt auch den unter NATO-Regie operierenden Soldaten in der Ukraine zu blühen: wenn Väterchen Frost und General Winter das Regiment übernehmen, taugt diee westliche Ausrüstung nicht mehr. Der Telegram-Kanal Intelslava meldet:
“Aufgrund des Temperatursturzes im Bezirk Bakhmut hat sich das Problem mit Ersatzteilen und Gummi für ausländische Ausrüstung für die Streitkräfte der Ukraine verschärft, worüber die Militärchronik bereits berichtete. Tagsüber wird der unpassierbare Schlamm durch starken Frost ersetzt, was den Einsatz der gepanzerten Radfahrzeuge MaxxPro, Bushmaster, Sisu und Kirpi erschwert. Für die Lieferung von Munition, Medikamenten und Lebensmitteln an die Garnison der Stadt verwenden die ukrainischen Bodentruppen sowjetische gepanzerte Mannschaftstransportwagen MT-LB, die in den Regionen Dnepropetrowsk und Charkow ausgelagert waren.”
Aber nächste Woche soll es etwas tauen, dann soll laut NATO wieder angegriffen werden. Auf dass ein weiterer “ukrainischer Sieg” verkündet werden kann. Über diese Siege im “Goldlöckchen-Krieg” hat Dmitry Orlov, dessen “Lehre vom Kollaps” ich vor zwei Jahren übersetzt habe, gerade einen sehr schönen Essay geschrieben. Hier ein kleiner Auszug:
Fairerweise muss man sagen, dass das taktische Katz-und-Maus-Spiel der Russen in diesem Konflikt nichts weniger als ärgerlich war. Die Russen haben einige Zeit damit verbracht, Kiew zu umzingeln, um die ukrainischen Truppen vom Donbass wegzulocken und einen ukrainischen Angriff auf den Donbass zu verhindern; als das geschafft war, zogen sie sich zurück. Ein großer ukrainischer Sieg! Sie verbrachten auch einige Zeit damit, die Schwarzmeerküste bei Odessa zu umrunden und mit einer Invasion auf dem Seeweg zu drohen, um die ukrainischen Truppen in diese Richtung abzulenken, griffen aber nie ein. Ein weiterer ukrainischer Sieg! Die Russen besetzten einen großen Teil der Region Charkow, den die Ukrainer weitgehend unverteidigt ließen, und zogen sich dann, als die Ukrainer endlich auf sie aufmerksam wurden, teilweise hinter einen Fluss zurück, um Ressourcen zu sparen. Ein weiterer ukrainischer Sieg! Die Russen besetzten/befreiten die Regionalhauptstadt Cherson, evakuierten alle Menschen, die evakuiert werden wollten, und zogen sich dann in eine verteidigungsfähige Stellung hinter einem Fluss zurück. Wieder ein Sieg! Bei all diesen ukrainischen Siegen ist es wirklich ein Wunder, dass es den Russen gelungen ist, etwa 100 km2 des wertvollsten Grundbesitzes der ehemaligen Ukraine zu erobern, über 6 Millionen Einwohner zu gewinnen, einen Landweg zur Krim zu sichern und einen lebenswichtigen Kanal zu öffnen, der die Krim mit Bewässerungswasser versorgt und den die Ukrainer vor einigen Jahren blockiert hatten. Das sieht ganz und gar nicht wie eine Niederlage aus, sondern wie ein hervorragendes Ergebnis einer einzigen, begrenzten Sommerkampagne.
Russland hat bereits mehrere seiner strategischen Ziele erreicht; der Rest kann warten. Wie lange sollten sie warten? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir über den begrenzten Rahmen von Russlands Sondereinsatz in der Ukraine hinausblicken. Russland hat größere Fische zu braten, und Fische zu braten braucht Zeit, weil der Verzehr von unzureichend gekochtem Fisch unangenehme Parasiten wie Bandwürmer und Leberegel verursachen kann. Deshalb möchte ich Sie in die geheime Küche Mütterchen Russlands einladen, um zu sehen, was auf dem Schneidebrett liegt, und um abzuschätzen, wie viel thermische Verarbeitung nötig ist, um daraus eine sichere und nahrhafte Mahlzeit zu machen.”
Wer zu wenig Englisch kann, sollte den ganzen Text in automatischer Übersetzung lesen. Es lohnt sich….
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Wäre der Skandal um das Laptop und die Korruption von Hunter Biden von den Großmedien nicht als “russische Desinformation” verkauft und verfälscht worden und hätte “Twitter” den ausführlichen Bericht der “New York Post” nicht gnadenlos zensiert, wäre sein Vater Joe Biden heute wahrscheinlich nicht Präsident. Weil soviel Sex, Drugs & Crime in der Familie eines Staatsoberhaupts eigentlich nur nur noch in 110-prozentigen Bananenrepubliken durchgeht. So aber wurde der Fall in den Russiagate-gestählten Großmedien ohne mit der Wimper zu zucken als Fake-News deklariert und unter dem Teppich gehalten, bis “Sleepy Joe” gewählt war. Jetzt hat der neue Twitter Chef Elon Musk Dokumente freigegeben, die belegen, wie die Zensur vonstatten ging. Es war anfangs gar nicht die Geschäftsleitung, es war die Schere im Kopf der “liberalen” Mitarbeiter, die zensierten, weil sie den mißliebigen Kandiaten Trump verhindern wollten. Vom FBI hatte Twitter ebenso wie Facebook zuvor die “Warnung” erhalten, dass es sich bei der Laptop-Story um russische Propaganda handelt.
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Seit Chile 1962 verfolge ich die Weltmeisterschaften im Fußball und dass sie dieses Mal in einer korrupten Feudalmonarchie stattfinden, kann daran nichts ändern. Dass die Deutschen nur mit ihrer affigen Mundhalte-Geste statt mit gutem Fußball auffielen und schnell ausschieden, war nach der kläglichen Performance bei der WM 2018 und der EM 2020 keine Überraschung. Auch wenn Manuel Neuer komplett in Regenbogenfarben und “One Love”-Röckchen eingelaufen wäre hätte es nichts geholfen. Wer im Vorfeld als Mannschaft mehr mit Armbinden und Wokeness zu tun hat als mit dem nächsten Spiel, fliegt halt raus. Ganz so, wie Deutschland bei den geopolitischen Weltmeisterschaften mit seiner “feministischen Außenpolitik” gerade rausfliegt und hinter dem Eisernen Vorhang als Kolonie künftig nur noch in der zweiten US-Liga kicken kann. Die WM-Gastgeber – wie die Abbildung oben zeigt – haben die woke Gurkentruppe aus Germany immerhin politisch korrekt verabschiedet….
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3. JT #85: China Zero
Die Chinesen haben es satt und protestieren nicht nur gegen die Corona-Maßnahmen sondern sogar gegen die Kommunistische Partei. Wie geht das weiter? Außerdem: Das deutsche Außenministerium setzt in Zukunft auf Krawall mit China und verschärft den Konflikt um Taiwan. Währenddessen bauen die nicht-westlichen Nationen weiter an einem internationalen Zahlungssystem jenseits des US-Dollars. Und was gibt’s Neues von Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer und Mathias Bröckers in Ausgabe #85 des 3. Jahrtausends.
Abschied von der unipolaren Welt
Auf Rubikon ist vergangene Woche ein Auszug aus meinem neuen Buch erschienen:
“Ob Moralpredigten ankommen, hängt sehr stark auch von der Glaubwürdigkeit der Moralisten ab. Das westliche Bündnis hat nach unzähligen Kriegen, die allesamt in den betroffenen Ländern Chaos und Leid verursacht haben, sehr viel an Kredit eingebüßt. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks träumte man teilweise von einem Ende der Geschichte. Gemeint war eine stabile, nicht mehr veränderliche Ordnung, die auf dem einseitigen Diktat der „freien Welt“ beruhen sollte. Eine solche sei durch die Überlegenheit westlicher Werte, aber auch durch die Unbesiegbarkeit des NATO-Bündnisses gewährleistet. Für eine solche Zukunftsvision sind spätestens mit dem Russland-Ukraine-Krieg die Grundlagen weggebrochen. Nicht nur die Moralvorstellungen des Westens sind obsolet geworden, auch die Fähigkeit des Bündnisses, diese global durchzusetzen, schwindet. Der Autor erklärt hier in acht knappen Thesen schlüssig, warum gerade die Geschehnisse des aktuellen Krieges in dieser Beziehung einen historischen Wendepunkt markieren. Exklusivabdruck aus der Einleitung des Buches „Vom Ende der unipolaren Welt: Warum ich gegen Krieg, aber noch immer ‚Putinversteher‘ bin“.
1
„Das Glück ist immer auf der Seite der großen Bataillone“ — die auch vom Preußenkönig Friedrich II. überlieferte französische Redensart muss im 21. Jahrhundert umformuliert werden. Nachdem The (Real) Revolution in Military Affairs stattgefunden hat, so das gleichnamige Buch von Andrei Martyanov (2019), ist das Kriegsglück jetzt auf der Seite der „hypersonischen Waffen“: Präzisionsraketen, die aufgrund ihrer extremen Geschwindigkeit von keinem Luftabwehrsystem abgefangen werden können und ihr Ziel aus Tausenden Kilometern Entfernung auf den Meter genau treffen. Da nur Russland (und demnächst auch China) über solche Waffen verfügt — und ganz abgesehen davon, dass diese Raketen auch mit Nuklearsprengköpfen ausgestattet sein können —, sind USA und NATO in jeder direkten militärischen Auseinandersetzung unterlegen. Auch ihre vielfach größeren Bataillone können da nicht helfen. Selbst ein massiver nuklearer „Erstschlag“ auf Moskau und Sankt Petersburg kann eine durchschlagende Antwort auf Washington, New York oder London nicht verhindern — gegenseitige Vernichtung ist garantiert. Oder besser: war garantiert. Denn die überlegenen Luftverteidigungssysteme (S-400/S-500) können den russischen Luftraum für ballistische Raketen schließen und den „Erstschlag“ höchstwahrscheinlich abfangen. Doch auf den russischen Gegenschlag gibt es im Westen keine Verteidigung. Deshalb kann und wird die NATO in der Ukraine militärisch nicht direkt eingreifen.
2
Mit der Ankunft hypersonischer Präzisionswaffen auf dem Schlachtfeld — im Rahmen der russischen „Militäroperation“ in der Ukraine wurden solche „Kinschal“-Raketen erstmals eingesetzt — verändert sich die militärische Lage für das US-Imperium grundsätzlich und dramatisch. Nicht nur ist die Doktrin militärischer „Full Spectrum Dominance“ des Globus haltlos geworden, erstmals in seiner Geschichte ist das „Homeland“ der USA selbst nicht mehr sicher. Aus ihrer günstigen Lage — „Die Amerikaner sind ein sehr glückliches Volk. Sie sind im Norden und Süden von schwachen Nachbarn umgeben und im Osten und Westen von Fischen“, hatte sie einst Otto von Bismarck angeblich mal umschrieben — können sie keinen Gewinn mehr ziehen. Das Zeitalter der „billigen Kriege“ und von Gegnern, vor denen man zu Hause nichts zu befürchten hatte, ist vorbei und wird nicht wiederkehren. Deshalb wird Russland mit seinen wohl noch auf längere Zeit unbesiegbaren Waffen seine im Dezember 2021 in Washington vorgebrachten Sicherheitsinteressen — militärische Neutralität der Ukraine, Rückzug von NATO-Mittelstrecken Raketen aus Osteuropa — so lange mit „militärisch-technischen Mitteln“ durchsetzen, bis wasserdichte und schusssichere Verträge darüber vorliegen. Die USA können diesen Prozess in die Länge ziehen, indem sie weiter „bis zum letzten Ukrainer“ (oder Europäer) kämpfen lassen, doch verhindern sie können sie ihn nicht.
3
Die geopolitische Strategie des kollektiven Westens — mit dem Ukrainekonflikt und wirtschaftlichen Sanktionen einen Regime Change in Moskau herbeizuführen und dann den „Endgegner“ China anzugehen — ist zum Scheitern verurteilt. Die Sanktionen haben sich schon jetzt als gefährlicher Bumerang erwiesen, weil sie Europa stärker treffen als Russland, das international keineswegs isoliert, sondern jenseits von NATOstan (in etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung) mit dem Rest der Welt weiter bestens im Geschäft ist und mit China wirtschaftlich und militärisch so eng zusammenarbeitet wie nie zuvor. Gegen den Rohstoff-Giganten Russland — es verfügt über mehr als ein Drittel aller fossilen Energien und Rohstoffe der Erde — und die mit ihm vereinte weltgrößte Hightech-Werkstatt China einen Krieg gewinnen zu wollen, ist eine selbstmörderische Illusion.
Mit der absehbaren militärischen Niederlage in der Ukraine ist ein entscheidender geopolitischer Wendepunkt markiert: das Ende einer von Washington diktierten und militärisch durchsetzbaren „regelbasierten internationalen Ordnung“. Und damit auch ein Ende der Rolle des „Petrodollars“ als erzwungener internationaler Reservewährung sowie des US-Dollars als „billigem Geld“, das in Unmengen gedruckt werden konnte, ohne an Wert zu verlieren, weil die ganze Welt, um ihr Öl und Gas zu bezahlen, für stetige Dollar-Nachfrage sorgte. Die letzten beiden Staatsmänner, die das Petro-Dollar-Monopol brachen und ihr Öl gegen Landeswährung anboten — Iraks ehemaliger Staatspräsident Saddam Hussein und Libyens ehemaliges Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi — konnten von NATOstan noch weggebombt werden. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Schon zahlt etwa Indien sein Öl in Rubel gegen Rupien und weitere Länder werden dem Beispiel folgen. Ein alternatives globales Geld- und Finanzsystem mit einer rohstoff- und goldgedeckten internationalen Währung ist im Entstehen begriffen, das die globale Alleinherrschaft des Dollars und des westlichen Finanzkapitals beenden wird.
4
Eine Europäische Union (EU), die sich auf Befehl der USA selbst stranguliert und von billiger Energiezufuhr aus Russland abschneidet, gibt nicht nur ihre wirtschaftliche Zukunft auf, sondern auch jede Souveränität. Sobald der Bumerangeffekt der Sanktionen richtig zuschlägt — bisher hat Russland seine „Energiewaffe“ noch gar nicht eingesetzt und beliefert Deutschland über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 vertragsgemäß weiter — müssen sich vor allem die großen europäischen Nationen fragen, ob sie sich einem Schicksal als abgehängte Kolonien des US-Imperiums wirklich ergeben wollen. Und wenn ja, wie sie als Regierende ihren arbeitslosen, verarmenden, frierenden Bürgern eine derart aussichtslose Zukunft verkaufen können, ohne mit Schande aus dem Amt gejagt zu werden. Dass „Freiheit und Demokratie“ jetzt für die nächsten 20 Jahre statt am Hindukusch am Donbass verteidigt werden müssen, wird ihnen niemand mehr abkaufen. Eine EU ohne billige russische Rohstoffe ist global nicht wettbewerbsfähig und wird auseinanderfallen. Die Nationen werden sich entscheiden müssen: für den permanenten Krieg als Vasallen Washingtons, mit dem Ziel Regime Change in Moskau und Peking; oder für Handel und Wandel mit Russland und Eurasien, mit dem Ziel eines neuen Sicherheits- und Friedensvertrags in Europa.
5
Weil im ersten Kalten Krieg die militärischen und wirtschaftlichen Fähigkeiten der Sowjetunion im Westen regelmäßig überschätzt wurden, kam ihr Zusammenbruch 1990/91 völlig überraschend. Der Kreml-Propaganda war es über Jahre gelungen, negative Entwicklungen schlicht unter dem Teppich zu halten. Im nunmehr neuen Kalten Krieg hat sich die Lage grundlegend verändert: Russland wird militärisch und wirtschaftlich heftig unterschätzt und die USA sind in einen Modus permanenter Erschaffung „alternativer“ Realitäten verfallen, gegen den die gute alte Sowjetpropaganda geradezu verblasst. „Russiagate“ zum Beispiel, die von A bis Z erfundene Story, dass Donald Trump von Wladimir Putin erpresst und die US-Wahl von unsichtbaren „russischen Hackern“ manipuliert wird, wurde fünf Jahre lang über alle Kanäle als Wirklichkeit präsentiert, samt Hillary Clinton, die so die „Putin = Hitler“-Gleichung schon 2016 in die Welt setzen konnte. Nicht nur die Medien waren in tragender Rolle als „Lügenpresse“ in die Scharade involviert, auch Geheimdienste, FBI und der US-Kongress spielten ungeniert mit. Mit dieser faktenfreien Fake-News- Kampagne wurde der Grundstein für das antirussische Narrativ gelegt, das mit der Zuspitzung des Ukrainekonflikts dann in den Turbomodus überführt wurde. In dem dann die beispiellose Sanktionskampagne startete, die aber auf einer weiteren Fehleinschätzung der Fähigkeiten Russlands beruhte. Dieses Mal einer groben Unterschätzung: Völlig überraschend für die US-Thinktanker und „Experten“ stellte sich heraus, dass sich die russische Wirtschaft und der Rubel nicht durch „Einfrieren“ (vulgo: Diebstahl) der russischen Dollar- und Euro-Reserven einfach ruinieren lässt. Russland hat trotz Sanktionen in den ersten fünf Monaten 2022 um 50 Prozent mehr mit dem Export von Öl und Gas eingenommen als im Vorjahreszeitraum und wird auch fortan unter den Sanktionen weitaus weniger leiden als der Westen. Und der Rubel, den Joe Biden zu „Rubble“ (deutsch: „Schutt“) zertrümmern wollte, ist die stärkste Währung des Jahres 2022.
6
Dass die NATO schon lange kein „Verteidigungsbündnis“ mehr ist, sondern seit 1999 mit Angriffskriegen mehr Verwüstung und Katastrophen gestiftet hat als jedes andere Militärbündnis, ist keine russische Verschwörungstheorie, sondern historische Tatsache. Wie von Jugoslawien gingen auch vom Irak, von Libyen, Syrien oder zuletzt Afghanistan keine Gefahren für die USA oder Europa aus — und dennoch „verteidigte“ die NATO dort kräftig mit, als Vasall der geopolitischen Interessen des US-Imperiums.
Diese angeblich zwecks Verbreitung von „Demokratie“, „Freiheit“ und „Menschenrechten“ geführten Kriege haben nichts als mörderisches Chaos angerichtet und dazu geführt, dass es etwa in Libyen — dem zuvor prosperierendsten Land Afrikas — mittlerweile wieder offene Sklavenmärkte gibt.
Und jetzt in der Ukraine Bataillone lupenreiner Nazis, die von der NATO trainiert und aufgerüstet wurden, um als Speerspitze den Kampf gegen Russland und gegen die russischsprachigen Ukrainer in der Donbass-Region zu führen. Diese Angriffe, die seit 2014 mehr als 13.000 zivile Opfer gefordert haben, zu beenden, ist das erklärte Ziel der sogenannten russischen „Militäroperation“, das mutmaßlich bald erreicht sein wird, da die ukrainische Armee derzeit (Mitte Juni 2022) täglich 500 getötete oder verletzte Soldaten verliert. Für die NATO, die diese Armee und den Krieg mit allen Mitteln (außer mit Bodentruppen) unterstützt und sich — gerade von einer Barfußtruppe aus Afghanistan vertrieben — dank der russischen Intervention wieder „vereint wie nie“ fühlt, würde dies eine weitere, demütigende Niederlage bedeuten. Weil Russland seine Sicherheitsinteressen nicht nur in der Ukraine, sondern auch in den Nachbarländern notfalls „militärisch-technisch“ durchsetzen wird — und die NATO nichts dagegen unternehmen kann —, macht sie sich als „Schutzmacht“ definitiv überflüssig. Und damit macht sie zugleich den Weg frei für eine neue Sicherheitsarchitektur für Europa und Asien, die von Lissabon bis Peking reicht.
7
Nicht die „Ostpolitik“ von Willy Brandt und Egon Bahr („Wandel durch Annäherung“), die von dumpfen Bellizisten derzeit als „historischer Fehler“ beschimpft wird, war falsch, sondern die Politik der USA, ihre Raketen um jeden Preis, auch um den eines Kriegs, in der Ukraine aufzustellen. Nicht Russlands Drängen auf eine Wiedervereinigung nach den Minsk-Abkommen war der historische Fehler, sondern die Ignoranz gegenüber russischen Sicherheitsbedenken und die Aufrüstung der Ukraine. Und nicht die zuverlässige, nahe liegende und günstige Versorgung Deutschlands mit russischem Öl und Gas ist der „Jahrhundertfehler“ (Der Spiegel), sondern die angloamerikanische Strategie das Zusammenwachsen Eurasiens, besonders eine deutsch-russische Kooperation, zu verhindern. Zweimal ist das im vergangenen Jahrhundert gelungen, um den Preis zweier Weltkriege.
Wenn Europa nicht erneut zum Schlachtfeld eines Weltkriegs werden will, darf es sich nicht länger vor den Karren dieser geopolitischen Strategie spannen lassen. Ihr Scheitern ist mit dem russischen Einmarsch in der Ukraine evident geworden.
Es markiert das Ende der unipolaren Welt und dem von den amerikanischen Neokonservativen seit drei Jahrzehnten betriebenen Projekt, in jeder Region der Welt über die militärische Vormachtstellung zu verfügen, die jede aufstrebende Macht zur Unterwerfung zwingt. Damit ebenfalls beendet wird die Hegemonie des von der Wall Street und der City of London kontrollierten Finanzkapitals und der globalen Währungspolitik. Mit der gold- und rohstoffgedeckten Verrechnungseinheit auf Rubel/Yuan-Basis entsteht für 85 Prozent der Welt eine höchst willkommene Alternative zum schuldenbasierten FIAT-Money, den Dollars und Euros der westlichen Hemisphäre.
8
„Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen“, hat Albert Einstein gesagt. Heute, da wir über das verfügbare Arsenal ziemlich sicher sind, ist seine Warnung dringlicher denn je. Wem es um ein Ende des Konflikts geht, darf keine Waffen liefern, wer das Leid der Menschen in der Ukraine beenden will, muss verhandeln statt schießen, wer Frieden will, darf nicht dem Plan der angloamerikanischen Geostrategen folgen, den Russen in der Ukraine „ihr Afghanistan“ zu bereiten und sie in einen endlosen Guerillakrieg zu verwickeln. Und schon gar nicht darf er sich dazu — zumal als Deutscher — mit lupenreinen Nazis des Asow-Regiments verbünden. Und sollte sich fragen, was eigentlich verdammt noch mal gegen die Sicherheitsforderungen Russlands — eine militärisch neutrale Ukraine — spricht. Und warum man diese nicht ernst nehmen und um des lieben Friedens willen endlich akzeptieren kann. Bis es so weit ist, bleibe ich „Putinversteher“ und bitte alle NATO-Versteher und Freunde der Jugoslawien-, Irak-, Libyen-, Syrien- und Afghanistan- Kriege, ihre Position zu überdenken. Peace!
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Der internationale Bestseller über die Geschichte und Hintergründe des Ukraine-Kriegs:
Gespräch über “Materialermüdung”
Dietrich Brüggemanns “Materialermüdung” hatte ich auf dem Blog schon empfohlen, hier nun ein Gespräch mit dem Autor, den ich auf der Frankfurter Buchmesse traf. Ich rede zwar ein bißchen zu viel, aber trotzdem ist das Gespräch durchaus unterhaltsam.
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 61
“Ami go home” – das Lied von Ernst Busch und Hans Eissler aus dem Jahr 1952 wird gerade aktueller denn je: das Pentagon richtet in Stuttgart ein neues Hauptquartier ein und schickt einen 3-Sterne-General mit 300 Mann um den Ukraine-Krieg zu “koordinieren”.
” Im Pentagon ist ein 3-Sterne-General für Kriegseinsätze zuständig – nicht für die Bestandsaufnahme. Und man braucht keinen 300-köpfigen Hauptquartierstab, um ein Audit durchzuführen. Es ist ein Hauptquartierstab für den Krieg. Wir werden gegen Russland in den Krieg ziehen, es sei denn, das amerikanische Volk findet einen Weg, dies zu verhindern!”, schreibt Professor Francis A. Boyle dazu. Danach sieht es leider nicht aus, denn das “Volk” hat im amerikanischen “Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln” kaum noch Einflussmöglichkeiten, das auf permanenten Krieg angelegte System zu stoppen.
Oskar Lafontaine drückt sich als elder statesman etwas höflicher aus als vor 70 Jahren Ernst Busch: “Ami, it`s time to go home” lautet der Titel seines dieser Tage bei Westend erscheinenden “Plädoyer für die Selbstbehauptung Europas”. Ob ein Europa, das die “Enthauptung” seiner Hauptschlagader “Nordstream” derart achselzuckend hinnimmt, aber noch zu irgendeiner eigenständigen, autonomen Selbstbehauptung fähig ist – oder sich schon mit der aus Washington von Vicky “Fuck EU” Nuland vorgegebenen Rolle als abgefuckte Kolonie schon abgefunden hat. Dass in Berlin, Paris, Rom oder Brüssel ein Verantwortlicher ernsthaft glaubt, dass es ihnen mit Hilfe von Uncle Sam endlich gelingen kann, was ihren Vorgängern Napoleon und Hitler versagt blieb – nämlich Russland zu unterwerfen – ist eigentlich kaum vorstellbar, aber sie betreiben nichts anderes als Krieg…
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Allen voran in “dienender Führungsrolle” (Habeck) der Kriegstreiberei marschieren hierzulande die “Grünen”, auch wenn es in ihrem Programm nach wie vor heißt: “Unsere Politik zielt auf die Verhinderung gewaltsamer Konflikte, die Beseitigung von Gewalt- und Fluchtursachen und eine aktive zivile Krisenprävention und Konfliktlösung.” Darauf angesprochen sagt Antje Vollmer, eine der letzten bei Verstand Gebliebenen der ehemaligen “Friedenspartei”:
Aber das sind erst mal nur Behauptungen, und sie werden verschoben auf die “Zeit danach”, die Zeit nach dem Krieg, die Zeit nach dem Sieg im Systemkonflikt. Es gibt keine inhaltliche Debatte über die jetzt brennende Frage: Wie kommen wir denn zum Frieden hin? Das Wort Verantwortung wird inflationär gebraucht als Ausdruck pathetischer Selbstvergewisserung. Führende Grüne bezeichnen sich und die Partei als staatstragend. Aber wo tragen Sie diesen Staat hin? In Richtung einer Führungsrolle in Europa? In Richtung zukünftiger Wirtschaftskriege? In Richtung neuer Aufrüstungsspiralen? Oder wollen wir vor allem Weltmeister der Moral werden?
Niemand hat bislang die Frage zufriedenstellend beantwortet, wie wir in diesem Europa, das in so einen desaströsen Zustand geratenen ist, wieder zu einer stabilen Friedensordnung kommen. Offenbar soll darüber erst nach dem Sieg über den verhassten Putin nachgedacht werden.
Das zweiteilige Interview mit ihr ist lesenswert – als Erinnerung, was diese Partei heute sein könnte, wenn sie sich nicht vor den “neoliberalen” transatlantischen Karren hätte spannen lassen.
Wenn irgendwo jemand mit einer Kalashnikov erschossen wird, waren es die Russen! Diese Lektion wurde den Medienkonsumenten diese Woche eingebläut, nachdem ein Traktor in Polen von einer S-300 Luftabwehrrakete getroffen wurde. “Die russische Armee hat Polen bombardiert!” verkündete BILD umgehend – und lies davon auch nicht ab, als klar wurde, dass es sich um eine ukrainische Rakete handelte, die als Irrläufer oder Provokation – Larry Johnsons Analyse spricht eher für Letzeres – knapp hinter der polnischen Grenze eingeschlagen war. Aber selbst dann, so BILD, wären “die Russen schuld. Denn sie spielen an der Nato-Grenze mit dem Feuer. Der irre Tyrann bringt uns immer näher an einen dritten Weltkrieg.” Und wenn er es nicht tut, dann sorgen Desinformation und Hasspropaganda aus dem Hause Springer dafür…
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Pepe Escobar berichtet über den geopolitischen Tanz beim G-20 Gipfel auf Bali:
“Das traditionelle Gruppenfoto vor dem G20-Gipfel – ein fester Bestandteil jedes Gipfels in Asien – musste verschoben werden. Denn – wer sonst – “Biden” und Sunak, USA und Großbritannien, weigerten sich, mit Lawrow auf einem Bild zu sein. Solch kindische, undiplomatische Hysterie ist zutiefst respektlos gegenüber der rituellen balinesischen Anmut, Höflichkeit und einem nicht konfrontativen Ethos.
Der Westen behauptet, dass “die meisten G20-Länder” Russland in der Ukraine verurteilen wollten. Das ist Unsinn. Diplomatische Quellen deuten darauf hin, dass die Meinungen in der Tat 50/50 geteilt sind. Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Südkorea, das Vereinigte Königreich, die USA und die EU sprachen sich für eine Verurteilung aus. Nicht verurteilt wird sie von Argentinien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Saudi-Arabien, Südafrika, der Türkei und natürlich Russland Grafisch dargestellt: Der globale Süden gegen den globalen Norden.Die gemeinsame Erklärung wird sich also auf die Auswirkungen des “Krieges in der Ukraine” auf die Weltwirtschaft beziehen, und nicht auf “Russlands Krieg in der Ukraine”. (…)
Das plötzliche Gesprächsinteresse der Amerikaner und die Annäherung von Macron und Scholz an Lawrow weisen auf den Kern der Sache hin: Die EU und das Vereinigte Königreich könnten den nächsten Winter, 2023-2024, ohne Gazprom nicht überleben. Die IEA hat errechnet, dass sich das Gesamtdefizit bis dahin auf 30 Milliarden Kubikmeter belaufen wird. Und das setzt “ideale” Bedingungen für den kommenden Winter voraus: überwiegend warm; China noch immer unter Abriegelung; viel geringerer Gasverbrauch in Europa; sogar erhöhte Produktion (aus Norwegen?) Die Modelle der IEA gehen von zwei oder drei Wellen von Preissteigerungen in den nächsten 12 Monaten aus. Die EU-Haushalte sind bereits in Alarmbereitschaft, um die durch den derzeitigen Energieselbstmord verursachten Verluste zu kompensieren. Bis Ende 2023 könnten sich diese auf 1 Billion Euro belaufen.
Alle zusätzlichen, unvorhersehbaren Kosten im Laufe des Jahres 2023 bedeuten, dass die EU-Wirtschaft vollständig zusammenbricht: Stillstand der Industrie auf der ganzen Linie, Euro im freien Fall, Anstieg der Inflation, Schulden, die alle Breitengrade von den Club-Med-Ländern bis Frankreich und Deutschland zersetzen. Die Dominatrix Ursula von der Leyen, an der Spitze der Europäischen Kommission, sollte all das natürlich – im Interesse der EU-Staaten – mit den Global Players in Bali besprechen. Stattdessen war ihre einzige Agenda wieder einmal die Dämonisierung Russlands…”
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Was den Rückzug der russischen Truppen hinter das Ufer des Dnjepr in der Region Kherson betrifft, die von Zelensky mittlerweile als “D-Day” gefeiert wird, habe ich zur Beurteilung der Situation noch einmal das vielleicht wichtigste Fachbuch über russische Kriegsführung und strategische Rückzüge vorgenommen: Lew Tolstojs “Krieg und Frieden”. Über die Schlacht bei Borodino, die der kollektive Westen unter Napoleon aus taktischer Sicht gewonnen hatte, am Ende aber den Krieg verlor, weil die Russen durch den geordneten Rückzug, der sogar die Preisgabe Moskaus einschloss, die Kampfkraft ihrer Armee trotz hoher Verluste konserviert hatten. Während die Franzosen mit noch höheren Verlusten immer weiter vom Nachschub abgeschnitten und demoralisiert waren, als sie ein von Menschen und Vorräten evakuiertes Moskau vorfanden – und von Alexanders Armee frierend zum Rückzug getrieben wurden. Was Kherson betrifft, würde ich keine voreiligen Schlüsse ziehen. Dass die Russen ihre Truppen zurückziehen, nachdem Kiew angedroht hat, den Dnjepr-Staudamm zu zerstören, was eine Überflutung der Region zur Folge hätte, sieht eher nach sinnvoller Prävention, als nach “Niederlage” aus… Aber ich bin durch die 2000 Seiten noch nicht durch….Hier ein schöner Essay von Nora Hoppe zum Thema.
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And now something (not so) completly different:
“Wenn solche Erfindungen zu Waffen werden, verschiebt sich das Schlachtfeld. Die französische Toxikologin Chantal Bismuth hat versucht, der Entwicklung mit einer neuen Klassifikation näher zu rücken. Sie spricht von „Angriffsmedikamenten”, von Technologien der „vierten Generation”.
Sie meint damit, daß das Spektrum konventioneller Waffen … nunmehr dank Nano- und Biotechnologie fast beliebig erweiterbar ist. Während die (konventionellen und die nicht-tödlichen) Waffen mit dem Körper und dem Nervensystem interagieren und die gewünschten (Verhaltens-)Effekte durch die Anwendung mehr oder minder brachialer Gewaltanwendung erzielen, operieren die „biologischen Agenten” der nächsten Generation erheblich sublimer. Indem sie sich – einmal abgeschossen – oft unbemerkt in den Körper einschleichen oder – wie bei vielen Psychopharmaka und modifizierten Nahrungsmitteln – sogar freiwillig eingenommen werden, erreichen sie ihren Kontrolleffekt oder ihre militärische Wirkung auf erheblich „feinere” Weise….”
schrieb Olaf Arndt in seinem Essay Demonen (2005). Jetzt hat er sich die “Chimären” des SARS-Cov-2 Virus einmal genauer angesehen, die ich im Juni 2021 hier als “Frankenstein-Viren aus der “Eco-Health”-Hexenküche” porträtiert hatte. Ein langer, empfelenswerter Text: “Wurde SARS-CoV2 synthetisch erzeugt, um als Waffe zu dienen? Eine aktuelle Analyse.”
(wird fortgesetzt)
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Soeben erschienen:
Mathias Bröckers : Vom Ende der unipolaren Welt , Fifty-Fifty (2022), 288 Seiten, 20 Euro
Der internationale Bestseller über die Geschichte und Hintergründe des Ukraine-Kriegs:
Gespräch mit Tom Wellbrock
Mit dem Wohlstandneurotiker und Neulandrebellen Tom Wellbrock habe ich am vergangenen Montag über das Ende der unipolaren Welt gesprochen.
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Mathias Bröckers : Vom Ende der unipolaren Welt , Fifty-Fifty (2022), 288 Seiten, 20 Euro
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