Ray McGovern, der einst bei der CIA für das tägliche Briefing des Präsidenten zuständig war und insofern als echter Experte im Umgang mit “Top Secrets” gelten muss, hat in einem Gespräch mit Judge Napolitano noch einmal verdeutlicht, dass es für einen Airforce-Gefreiten im untersten Dienstgrad eigentlich unmöglich ist, an die umfangreiche Sammlung von Dokumenten zu kommen, die mit den “Pentagon Leaks” vorliegt. Nur “ziemlich weit oben”, so McGovern – im Joint Chiefs of Staff oder der Nationalen Intelligence Aufsicht – hat man Zugang zu den Briefings sowohl des Militärs, wie auch der Geheimdienste, wie auch des State Departments. Irgendwer auf diesem hohen Level, so McGoverns Einschätzung, hat den Jungen benutzt. Nicht nur weil bei dem Gespräch hinter ihm “JFK and the Unspeakable” steht – das hervorragende Buch von James W. Douglass – taucht in den Kommentaren zum Video gleich der Name “Lee Harvey Oswald” auf. Mittlerweile berichten “New York Times” und “Washington Post”, die angeblich die insgesamt 300 Dokumente “einsehen” konnte (die so streng geheim offenbar nicht sein können, wenn man sie Schurnalisten anvertraut ) scheibchenweise immer neue Sachen aus den “Pentagon Leaks”; “Newsweek” publizierte sogar das Datum, an dem die ukrainische “Frühjahrsoffensive” starten soll: den 30. April.
Gut, dass man das schon vorab meldet, denn wenn es jetzt schon am 28.4. oder erst am 2.5. oder überhaupt nicht losgeht, war es trickreiche Desinformation zur Verwirrung des Gegners. Wir können gespannt sein, wie die Salamitaktik der Leak-Inflation weitergesponnen wird. Wenn die Operation nur von weit oben bzw. aus dem deep state eingefädelt worden sein kann, wie McGovern meint, und man nach dem Motiv und dem Cui Bono? fragt, dann nützen diese Leaks nur den “Realisten” im US-Establishment, die gegen Bidens Neocon-Ukrainepolitik sind – und durchaus auch weit oben in der Hierarchie angesiedelt sein können. Hier zwei weitere ausgewiesene Fachleute – Ex-UN-Waffeninspekteur Scott Ritter und CIA-Veteran Larry Johnson – im Gespräch über die Hintergründe der Leaks und die geopolitische Plattenverschiebung mit der Koalitition von Russland und China (Age Of The New Psy Ops) Ebenfalls – wie immer – sehr empfehlenswert ist die Analyse des Schweizer Ex-Geheimdienst-Offiziers und ebenfalls UN-Waffeninspekteurs Jacques Baud.
Wie aber der vermeintliche “patsy”, der Sündenbock Jack Teixeira, instrumentalisiert und gefüttert wurde, ist noch völlig unklar. Zudem sind jetzt Gerüchte aufgetaucht, dass Teixiera Mitglied des “102.Intelligence Wing” gewesen sein soll, und schon seit einem Jahr zuerst in seinem Freundeskreis geheime Dokumente geteilt hätte.
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Unterdessen sind jenseits dieses Psyop-Spionage-Kinos auf dem geopolitischen Schachbrett Positionsverschiebungen von fundamentalem Ausmaß im Gange: China hat die verfeindeten islamischen Brüder – das sunnitische Saudia-Arabien und den schiitischen Iran – an den Verhandlungstisch gebracht, Syriens Assad wieder zurück in die Arabische Liga, das Ende des von CIA und Saudis inszenierten Kriegs im Yemen eingeleitet und bietet jetzt auch an, Friedensgespräche zwischen Israel und Palästina zu moderieren. Weil “Frieden im Nahen Osten” ein no go für das Imperium und dem MICIMATT ein Horror ist – und die über 800 US-Militärstützpunkte weltweit dafür nicht gedacht sind – können wir uns schon auf eine Serie von Sabotageversuchen dieser Initiativen einstellen. Die aber vergeblich bleiben werden. So wie die peinlichen Versuche der Ministerin unseres Äußersten, China unter die Knute der Washingtoner “Internationalen Ordnung” zu zwingen. “Wir brauchen Gespräche auf Augenhöhe, keine Lehrmeister aus dem Westen”, wurde sie vom chinesischen Kollegen trocken mit einem Satz diplomatisch ausgeknockt. Nachdem “Russland ruinieren” schon nach hinten losgegangen ist, jetzt noch schnell den wichtigsten Handelspartner verprellen – die gelernte “360-Grad”-Trampolinspringerin stolpert von einem außenpolitischen Desaster ins nächste.
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Am Finanzhorizont schleicht mittlerweile die Dollardämmerung mit nie dagewesenem Tempo voran: waren vor zwei Jahren noch 66% der globalen Reservewährungen US-Dollars, sind es jetzt nur noch 47%….und der Absturz wird weitergehen: das Ende des “Petrodollars” ist eingeläutet, der “globale Süden” zahlt seine Rohstoffe und Produkte zunehmend in Landeswährung, Yuan und Rubel und eine gemeinsame “BRICS+”-Verrechnungseinheit (ähnlich wie der ECU als Euro-Vorläufer), an der gearbeitet wird, wird die Währungs,-und Finanzhegemonie des Dollars brechen. Der Rubel, den Joe Biden zu “rubbish” zertrümmern wollte, war 2022 die weltweit stärkste Währung, trotz einer nie dagewesenen Sanktionswelle legte der Außenhandel Russlands um 8 Prozent zu, der Handelsüberschuss verdreifachte sich, auf ein Plus von 332 Milliarden US-$ – was einmal mehr zeigt: NATOstan ist nicht die “internationale Gemeinschaft”, als die sich ihre Vertreter gerne aufschwingen, sondern zählt nur 15% der globalen Köpfe (Kunden). Und der schon geschrumpften “G7” droht, wie der bald ruinierten EU, in der multipolaren Finanz-und Wirtschaftswelt ein Zwergendasein verglichen mit “BRICS+”, wo der Produktionsriese China mit dem Rohstoffriesen Russland und dem ganzen großen Rest Eurasiens Geschäfte macht. Während der einstige Rothschild-Banker Emanuel Macron diese Witterung schon aufgenommen zu haben scheint und versucht, noch auf den Zug zu kommen, sendet Scholz eine woke Moralintante, um den transsibirschen Hyperspeed-Express aufzuhalten – Mickymaus vs. Roadrunner. Sie hinterlässt sofort eine Lücke, die sie voll ersetzt…. was ihre Skriptwriter in Brainwashington natürlich wissen und sicherheitshalber schon mal 200 Soldaten nach Taiwan geschickt haben, als Trainer. Anders als mit dem Schüren von immer neuen Konflikten, Terror und Krieg kann das US-Imperium nicht überleben – es ist sein Geschäftsmodell.
“Man kann nur hoffen, dass es keinem Russland-Falken in Washington oder London gelingt, mit schmutzigen Tricks oder einem inszenierten Angriff eine russische Antwort zu provozieren”, hatte ich hier am 12. Februar 2022 – 12 Tage vor vom Einmarsch geschrieben, der dann mit massiven Angriffen auf die “Separatisten” tatsächlich provoziert wurde – und dringend davor gewarnt, sich mit diesen beiden Riesen anzulegen.
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität”
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Ich ging Februar vor dem Einmarsch davon aus, dass ein möglicher Krieg in Kürze beendet sei, weil das russische Militär der ukrainischen Armee um ein Vielfaches überlegen ist – was den Tatsachen entspricht – aber ich nahm bei dieser Einschätzung fälschlicherweise an, dass die Russen im “american style” Krieg führen würden: die wichtigsten Stützpunkte mit massivem Bombardement angreifen, ganze Städte plattmachen, zigtausend Leichen produzieren und nach ein paar Wochen “mission accomplished” verkünden. Doch die “Spezielle Militäroperation”, die dann begann, verlief völlig anders; der Krieg ist auch nach 14 Monaten noch nicht zu Ende und solange NATOstan-Häuptlinge wie Jens Stoltenberg weiter verkünden, dass die NATO “der richtige Platz” für die Ukraine sei, solange wird er weiter gehen… bis es die Ukraine (und die NATO ?!) , wie wir sie kannten, mehr gibt. Was war der Plan der anglo-amerikanischen Strategen, mit den Attacken auf den Donbass ab 14. Februar 2022 einen russischen Einmarsch zu provozieren ? An den Grenze zu den östlichen Gebieten hatten die Ukrainer acht Jahre massive Verteidigungsanlagen errichtet, deren Überwindung einen materiellen und personellen Großeinsatz der russischen Armee erzwingen und ihre Kräfte binden würde – was “uns”, der ukrainischen Proxie-Armee, dann ermöglicht, blitzartig nach Süden durchzustoßen, und die Krim “heim ins Reich” zu holen: Sewastopol, Kontrolle über das Schwarze Meer, während sich Putins Truppen im Donbass die Zähne ausbeißen und die Sanktionen die russische Ökonomie ruinieren und zu seinem Sturz frühren. So etwa sah der feuchte Traum der Geostrategen in London und Washington aus, auf den die Schachspieler im russischen Generalstab dann reagierten und so taten, als wollten sie Kiew erobern, was die ukrainische Armee – Krim hin, Krim her – natürlich nicht zulassen konnte…und zack, hatten die Russen im Süden die Landverbindung zur Krim unter Kontrolle. Damit war für NATOstan schon nach ein paar Wochen das schon 2014 entflohene Sahnehäubchen auf dem Ukrainekuchen in unerreichbare Ferne gerückt, – aber einen “Plan B” gab es offenbar nicht. Die Ukrainer waren nach drei Monaten verhandlungsbereit, wurden aber von Boris Johnson und Biden weiter in die Schlacht getrieben. Man kann nur spekulieren, ob der vorausschauende russische Generalstab auch diesen Zug vorausgesehen hat – und deshalb für mindestens 30 Monate Artilleriemunition bereitgestellt hat, um den Festungswall der Ukrainer langsam aber sicher – ohne große eigene Verluste – zu zermürben. Und nicht nur die Ukraine, sondern auch das Pentagon und ganz NATOstan zu demitlitarisieren, die jetzt schon keine Munition mehr nachliefern können.
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