Plattenverschiebung
Am 1. Januar sind fünf weitere Staaten der “BRICS”-Wirtschaftsunion beigetreten, was weltökonomisch einer tektonischen Plattenverschiebung gleichkommt: der “globale Süden” schließt sich zusammen – mit dem Rohstoffriesen Russland und dem Produktionsriesen China on top – und lässt den G7-Club augenblicklich klein und überholt erscheinen: Märkte, Herstellungskapazitäten und Energieversorgung der Zukunft befinden sich weder in Europa noch in den USA, sondern in den BRICS-Ländern. Auch wenn eine gemeinsame Währung noch nicht aus dem Boden gestampft werden kann , wird der bilaterale Handel mit den “5-R” -Landeswährungen (Renmibi/Real/Rupie/Rubel/Rand) dem “Petrodollar” und dem haushoch überschuldeten US-Hegemon langsam aber sicher das Wasser abgraben.
In Europa gehen unterdessen auch ohne BRICS die Lichter schon aus:”Die Fabriken in der Eurozone beendeten das Jahr 2023 mit einer rückläufigen Entwicklung, nach 18 Monaten mit schrumpfender Produktion”, meldet Reuters., packt diesen Stand der De-Industrialisierung aber unter die Headline “Eurozone economy likely entered recession last year.” Was nach durchgehenden 18 Monaten Produktionsrückgang noch “wahrscheinlich”, “scheinbar” eine Rezession sein soll, können Ihnen die Neusprech-Linguistiker der Agentur likely erklären.
Dass sie eintreten und Realität wird, war in der bescheidenen Glaskugel dieses Blogs schon im Sommer 2022 zu lesen:
Vorgestern noch Export-Weltmeister, gestern noch viertgrößte globale Wirtschaftsmacht, heute erstmals mit negativer Handelsbilanz, und morgen vom Weltmarkt abgehängte Kolonie des niedergehenden US-Imperiums. So schaut´s aus, wenn Gas aus ist. Und billiges Öl boykottiert wird. Und nachhaltige, erneuerbare Energie erst einen Bruchteil des aktuellen Bedarfs decken und erst in 20-30 Jahren fossile Energieträger ersetzen kann. Und sich Deutschland und Europa von den USA in einen Krieg treiben lassen, der weder militärisch noch wirtschaftlich gewonnen werden kann, weil er von grundlegend falschen Voraussetzungen ausgegangen ist. Nämlich erstens, dass die russische Wirtschaft etwa auf dem Niveau von Italien liegt und Sanktionen in kürzester Zeit zum ökonomischen Zusammenbruch und einem Regierungswechsel führen; und zweitens, dass die von der NATO zur größten europäischen Landstreitmacht hochgerüstete und ausgebildete ukrainische Armee die Donbass-Region und die Krim militärisch erobern könnte. Tatsächlich aber hat sie nicht einmal gegen die zahlenmäßig unterlegene Truppen der “Speziellen Militäroperation” ein Chance und wird von der russischen Artilleriewalze systematisch zermürbt und zermahlen.
Womit wir bei dem von Beginn an ungewinnbaren Krieg sind, zu dem der Westen die Ukraine angetrieben und hochgerüstet und noch immer kein Einsehen in die Sinnlosigkeit hat, weitere Menschenleben und Dollarmilliarden dafür zu opfern. Der einstige Oberfalke und Chefberater von Präsident Zelenski, Aleksey Arestovich, plädiert mittlerweile nicht nur für einen Friedensschluss mit Russland, sondern auch dafür, dann gemeinsam die NATO-Staaten wegen Kriegsverbrechen zu verklagen. Auch wenn es dazu sicher nicht kommen, zeigt diese 180-Grad-Wende eines Spindoktors, wie verzweifelt und hoffnungslos die Lage in der Ukraine tatsächlich ist. Auch Springers “Welt”, allzeit rühriges Kampfblatt für alle US-Kriege, muss jetzt erstaunt feststellen dass der Iwan nicht über rostige Kalaschnikows, sondern überlegene, hypersonische Waffen verfügt. Ja sowas! Nachdem man das Publikum zwei Jahre lang mit Leoparden, Geparden und anderen Wundertieren im Siegesrausch gehalten und Fake News über “Russlands Schwäche” verkündet hat, kommt man jetzt damit um die Ecke, dass gegen Kinzhal & Co. kein Kraut gewachsen ist, weil kein Regierungssitz, kein Hauptquartier, keine Waffenfabrik auf der Welt gegen einen Einschlag dieser Raketen verteidigt werden kann. Auch wenn die ukrainische Luftabwehr in ihren Meldungen stets mehr Raketen abfängt als überhaupt verschossen wurden kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den Tagen über den Jahresbeginn hunderte vorallem in Munitions,-und Waffenfabriken überall im Land eingeschlagen sind und ein Ende dieses Feuerwerks nicht abzusehen ist.
Jacques Baud, auf dessen ausgezeichnete Analysen ich hier schon häufiger hingewiesen habe, hat ein neues Buch geschrieben. Hier (auf englisch) der Vorabdruck des Kapitels “The Russian Art of War” – Wie der Westen die Ukraine in die Niederlage führte, in dem er zusammenfasst:
“Der Grund, warum die Russen in der Ukraine besser sind als der Westen, ist, dass sie den Konflikt als einen Prozess sehen, während wir ihn als eine Reihe von Einzelaktionen betrachten. Die Russen sehen die Ereignisse wie einen Film. Wir sehen sie als Fotografien. Sie sehen den Wald, während wir uns auf die Bäume konzentrieren. Deshalb setzen wir den Beginn des Konflikts auf den 24. Februar 2022 oder den Beginn des Palästinakonflikts auf den 7. Oktober 2023. Wir ignorieren die Zusammenhänge, die uns stören, und führen Konflikte, die wir nicht verstehen. Deshalb verlieren wir unsere Kriege…”
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Auch Israel, das auf den Hamas-Anschlag mit völkermörderischen Bombardements reagierte, kann in diesem Krieg nur verlieren, denn die “Teile und Herrsche”-Strategien des Westens funktionieren nicht mehr:
“Jahrzehnte westlich geprägter Erzählungen, die dazu dienten, Differenzen in Westasien auszunutzen, Zwietracht unter den unzähligen Gemeinschaften der Region zu säen und westliche außenpolitische Ziele über die Köpfe der streitenden Einheimischen hinweg durchzusetzen liegen nun in Trümmern”.
So Sharmine Narwani auf The Cradle: “Für Washington und seine Verbündeten wird es keine Erleichterung geben, wenn sich der Krieg ausweitet. Je mehr sie daran arbeiten, die Hamas zu besiegen und den Gazastreifen zu zerstören, und je mehr sie den Jemen, den Irak und Syrien mit Raketen beschießen und die Widerstandsachse belagern, desto wahrscheinlicher ist es, dass die arabische Bevölkerung die Narrative “Sunniten gegen Schiiten”, “Iran gegen Araber” und “Säkulare gegen Islamisten”, die die Region jahrzehntelang gespalten und zerstritten gehalten haben, aufgibt.”
Zu der Klage gegen Israel wegen Völkermords, die Südafrika beim Internationale Strafgerichtshof eingereicht hat, wird kommende Woche eine erste Anhörung stattfinden. Dies könnte, so der britische Ex-Diplomat Craig Murray, eine Wende bedeuten:
“Wenn Sie heute die Polizei bitten, gegen den britischen Premierminister Rishi Sunak wegen Beihilfe zum Völkermord zu ermitteln, wird sie Sie auslachen und sagen, dass es keinen Völkermord gibt. Nach einem Urteil des Internationalen Strafgerichtshof können sie das nicht mehr tun. Nun bin ich nicht naiv. So wie unsere Machthaber glauben, dass ihnen Karim Khan vor dem Internationalen Strafgerichtshof den Rücken freihält, so glauben sie auch, dass ihnen im Vereinigten Königreich die Bestimmung, dass jede Strafverfolgung mit Zustimmung des Generalstaatsanwalts erfolgen muss, den Rücken freihält.” So sieht es, was die Strafverfolgung betrifft, auch in Deutschland aus. Wo aus politischen Gründen ja auch die Nordstream-Attacke als “Terroranschlag unter Freunden” mit Augenzwinkern durchgewunken wird. Und so wundert es nicht, dass die deutsche Regierung jetzt “prüft” die Koalition der Willigen unterstützen wird, die im Roten Meer als “Wächter des Wohlstands” dafür sorgen sollen, dass die Houthi-Milizen im Jemen keine Frachtlieferungen nach Israel blockieren. Da bei der Operation mit 2 Millionen Dollar-Raketen auf 2000 Dollar-Drohnen gefeuert werden soll und Anlieger des Roten Meers auch über Hyperschallraketen verfügen, gegen die es keine Verteidigung gibt, droht hier ein weiteres militärisches Debakel
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Ende August war ich mit dem “gefährlichsten Anführer” der Querdenker (Die Zeit) und seinem Rechtsbeistand Ralf Ludwig in Klausur. um mir von Michael Ballweg seine abenteuerliche Geschichte erzählen zu lassen: von einem “unpolitischen” Menschen, der eigentlich nur auszog um sein Recht auf Versammlungs,-und Debattenfreiheit zu verteidigen – und die größte außerparlamentarische Opposition der Bundesrepublik auf die Straße gebracht hat: für den Erhalt der Demokratie und des Grundgesetzes, gegen diktatorische Hygieneverordnungen, für die offene Debatte fragwürdiger Maßnahmen und gegen die Total-Desinfizierung des Meinungskorridors.
Dafür hat ihn die Staatsanwaltschaft Stuttgart unter der fadenscheinigen Anklage des Betrugs verhaftet, neun Monate in Untersuchungshaft gehalten und sein gesamtes Vermögen arrestiert. Das Landgericht Stuttgart hat dann Anfang Oktober sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen und will kein Strafverfahren eröffnen, denn es gibt keine Betrogenen und keinen Betrüger. Doch nicht nur die Staatsgewalt hat Michael Ballweg mit falschen Vorwürfen schikaniert und ins Gefängnis werfen lasse, auch die Medien haben mit Falschbehauptungen und Diffamierungen operiert. Genug für mehr als nur eine “Richtigstellung” – so der Titel des Buchs, das im Dezember erschienen ist – die von den Großmedien, die Ballweg zu Unrecht beschuldigten, freilich nicht als notwendig betrachtet wird. Zumindest ist mir von dieser Seite bis dato keine Rezension des Buchs bekannt. Auch den “Angeklagten” zu Wort kommen zu lassen – mit solchen Old-School-Grundsätzen fairer Berichterstattung hat die Journaille unserer Tage nichts mehr am Hut.
Anders der Kollege Norbert Haering, der das Buch in zwei Teilen besprochen hat, mit einer Replik von Michael Ballweg: “Das Buch ist ein wichtiges, kurzweiliges und schockierendes Zeitdokument. Ballwegs konstruktive Haltung zur Digitalisierung hat mich zum Widerspruch gereizt.”
Die Debatte um “digitalen Aktivismus” vs. Digitalskepsis haben wir bei unseren Gesprächen nicht geführt, mir ging es darum, den zum Staatsfeind Nr.1 abgestempelten und nach Stammheim verfrachteten Michael Ballweg zu Wort kommen zu lassen. Die dezentralen Peer-to-Peer-Server und das apple- und googlefreie Handy, an denen er arbeitet, finde ich höchst richtig und wichtig. Gleichwohl sind auch die Einwände Norbert Haerings relevant und diskussionswürdig. Vielleicht sollten wir dazu auch einmal eine Gesprächsrunde machen….
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Neues aus der Mottenkiste der Durchhalteparolen: DOMINO
2023 war ziemlich aufregend und 2024 verspricht keine De-Eskalation, auch wenn der Krieg in der Ukraine vermutlich zu Ende gehen wird. Dass jeder Tag, den er dauert, nicht Russland schwächt, sondern die Verhandlungsposition der Ukraine und des Westens, hatte ich in den Notizen hier vom ersten Tag an festgehalten und schon im Mai 2022 überlegt, wie die Perle des Schwarzen Meers – Odessa – retten und der Rumpf-Ukraine einen Meerzugang erhalten könnte:
“Dass das Verteidigungsministerium in dieser Woche eine große Multimedia-Dokumentation zur historischen “Schlacht um den Dnjepr” online gestellt hat, könnte Zufall sein, aber auch die nächsten Schritte der “Operation Z” anzeigen – und das Ziel, die merhheitlich russischsprachigen Regionen der Ukraine zu einer Föderation von Volksrepubliken zu vereinen. Dass die Falle, die das US-Imperium Russland mit dem Ukraine-Konflikt stellen will – die Verwicklung in einen endlosen, zähen Guerillakrieg a la Afghanistan – in diesen russland-freundlichen Gebieten nicht wirklich funktionieren wird, ist anzunehmen. Dass es zuvor aber um die wunderbare Stadt Odessa zu einem langen, zerstörerischen Kampf wie in Mariupol kommen wird, das kann und will ich mir nicht vorstellen und nur hoffen, dass es schon vorher zu Friedensverhandlungen kommt. Vielleicht, fiel mir heute Nacht ein, wäre es eine Lösung, dass diese Perle am Schwarzen Meer zu einer (zoll-)freien Enklave und Hafenstadt wird, zu der auch die künftige Rumpf-Ukraine Zugang erhält. Ich weiß nicht, ob solch ein Status, etwa wie früher Hongkong, verhandelbar ist, doch um Odessa vor der Belagerung und Raketen zu retten, sollte für Ukrainer und Russen kein Kompromiss zu schlecht sein….”
Dass Russland auf die Regionen Odessa und Charkow nicht verzichten wird, sieht auch Ex-General Harald Kujat – hier ein lesenswertes aktuelles Interview mit dem einst höchsten NATO-Militär und Generalinspekteur der Bundeswehr, der schon lange für Verhandlungen plädiert, weil militärisch gegen die Russen nicht zu gewinnen ist (und der deshalb in den Mainstream-Medien gecancelt wurde). Die Vision für Odessa schien vor 1,5 Jahren, als die westlichen “Experten” von Gegenoffensiven und Leopard-Attacken schwärmten, weit her geholt aber richtig, weil mir die “Zukunftskarte der Ukraine” eines russischen Bloggers weitaus realistischer schien als der westliche Siegesrausch:
“In diese Richtung wird es laufen, auch wenn “uns” im Westen das nicht gefällt”, schrieb ich damals dazu. Mittlerweile ist es an der Zeit, sich mit Landkarten und Verhandlungen in dieser Richtung anzufreunden – bevor Zelensky mit dem Volkssturm aus 16 und 60-jährigen, den er jetzt einberufen will, weitere sinnlose Menschenopfer auf dem Altar des Imperiums darbringt.
Washington und London haben den Komiker in diesen aussichtslosen Krieg getrieben und von dort muss die Blutmühle, der schon Hunderttausende zum Opfer gefallen sind, gestoppt werden. Jetzt, und nicht erst in drei, fünf, acht Monaten wenn weitere Zigtausende ihr Leben gelassen haben. “
“Die Ukraine braucht nicht ihr gesamtes Territorium, um Putin zu besiegen” wird in der “New York Times” unterdessen an einem neuen Narrativ gebastelt, das freilich von der Realität genauso wenig gedeckt ist, wie die Erzählungen, mit denen das westliche Publikum seit zwei Jahren eingeseift wird. Und weiter auf dem Kurs gehalten, dass es nur noch ein paar hundert Milliarden für neue Wunderwaffen braucht, um “Putin zu besiegen”, wenn man ein paar territoriale Zugeständnisse macht. Wir wissen nicht, was diese Spin-Doktoren geraucht haben, sicher ist nur, dass sie völlig ahnungslos zu sein scheinen und die militärische und ökonomische Wirklichkeit völlig ausblenden. Denn in der sitzt “Putin” fester im Sattel denn je, brummt die russische Wirtschaft mit über 5% Plus und fährt das Team NATOstan auf dem Schlachtfeld eine demütigende militärische Niederlage ein. Die auch mit dem neuesten Clou der inkompetenten Chefstrategen , “Hold and Build” (Rückzug und Nachrüstung”), nicht abzuwenden ist. Schurnalisten und Pre$$titutes, die das barbarische Massaker im Auftrag ihrer Geldgeber und ohne jede Recherche herbeigeredet und angefeuert haben und es noch immer schönfärben, dürfen eigentlich nicht mit einem Achselzucken (“Russland wurde eben unterschätzt”) davonkommen, für die von der Leyens, Baerbocks und Strack-Zimmermänner gilt das nämliche; Schreib,-Sende,-Politikverbot für diese verantwortungslosen Gestalten sind das Mindeste. Okay…dazu wird es nicht kommen, aber auch nach Weihachten darf man sich ja noch was wünschen…
Aus der Mottenkiste der Durchhalteparolen hat Joe Biden mittlerweile die “Domino”-Theorie wiederbelebt, mit der ich seit frühester Jugend vertraut bin: wenn wir die Reisbauern in Vietnam nicht bombardieren, ist “unsere Freiheit” im Westen bedroht, denn wenn dort die “Kommunisten” siegen, wird ein Land nach dem anderen fallen. Jetzt heißt es, dass “Putin”, wenn er nicht besiegt wird, an den ukrainischen Grenzen natürlich nicht halt machen wird, er hat sogar schon die Windmühlen und Holzschuhe Hollands im Fadenkreuz, weshalb der niederländische Armeechef dazu aufruft, sich für den Krieg gegen Russland vorzubereiten. Ins selbe Horn (“Mehr Geld!”) bläst auch Boris Pistorius, der die Bundeswehr “kriegstüchtig” machen und die Wehrpflicht wieder einführen will.
Nach den USA ist Deutschland schon jetzt der größte Sponsor des verlorenen Ukrainekriegs, aber wo jetzt “Domino” droht, ist das natürlich nicht genug. Dass in der Wirklichkeit Russland keinerlei territoriale Interessen in der Ukraine hatte, dass ein großer Krieg noch im April 2022 absolut vermeidbar war weil sich Kiew und Moskau in Istanbul weitestgehend über einen Kompromiss geeinigt hatten und es die USA und Großbritannien waren, die die Ukrainer in diesen aussichtslosen Krieg getrieben haben…derlei reale Fakten müssen für das “Domino”-Narrativ ausgeblendet werden. Ebenso wie die Tatsache, dass NATOstan mit der größten Proxy-Armee aller Zeiten eine fürchterliche militärische Abreibung erleidet – einen Friedhof nicht nur von hunderttausenden Leichen, sondern auch von milliardenteuren Leoparden, HIMARS, IRIS, PATRIOT und anderen Waffen.
Nachdem am vergangenen Freitag mehr als 100 russische Raketen und Drohnen in der gesamten Ukraine eingeschlagen sind – nicht in Hospitälern und Kindergärten, wie Kiew behauptet ,sondern gezielt in Waffen,-und Munitionsfabriken – will der Ex-Chef der Münchner Unsicherheitskonferenz Ischinger jetzt TAURUS-Raketen an Kiew zu liefern, und der ehemalige Botschafter von Fritsch “warnt eindringlich vor den Folgen, falls Russland den Krieg gewinnen sollte. »Es würde den Weg ebnen zu einer Fortsetzung der neoimperialistischen Gewaltpolitik Wladimir Putins«, sagte Fritsch der »Augsburger Allgemeinen«. Ein russischer Sieg wäre »nicht allein das Ende einer freien, unabhängigen Ukraine«, sondern Putin ziele insgesamt auf Selbstbestimmung und Freiheit des Westens.” Bingo! bzw. Domino!
Keine Kapitulation, weiter kämpfen (lassen), bis zum allerletzen Ukrainer. Auf dass man in der Kirche der Angst den Eltern weiter Schrecken einjagen kann, dass demnächst ihre Söhne und Töchter dran sind, wenn die Putins “Gewaltpolitik” bis zum Rhein vorstößt. Etwas anderes als “Die Russen kommen!” hat der Westen nicht mehr zu bieten, es ist der letzte Strohhalm, um an der gescheiterten Kriegspolitik gegenüber Russland weiter festzuhalten.
Zum Abschluss hier noch zwei Videos, von Max Blumenthal über den aktuellen Völkermord in Gaza: “What is Wrong With Israel?”(nur für starke Nerven), und der Ausblick auf die Zukunft einer derart “regelbasierten” internationalen Ordnung von vier geschätzten Kollegen (Dirk Pohlmann, Milosz Matuschek, Ulrich Mies und Walter van Rossum): Die Sintflut-Surfer
Ich danke für die Aufmerksamkeit in diesem Jahr und wünsche einen guten Rutsch ins Neue. Nicht vergessen: Auch wenn die Lage oft hoffnungslos scheint, ist sie nie ernst.
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Mathias Bröckers: JFK -Staatsstreich in Amerika, Westend (Oktober 2023), 304 Seiten, 14 Euro
Herodes reloaded
Es fällt schwer weiter hinzusehen, auf den Massenmord an Frauen und Kindern in Gaza. Es fällt noch schwerer weiter zuzuhören, wenn aus allen Kanälen tönt, dass das grausame Schlachten notwendig sei, um “Hamas zu vernichten”. Und dass es in Deutschland “Staatsräson” wäre, Israel und seine rechtsextreme Regierung bei diesen barbarischen Massakern uneingeschränkt zu unterstützen. Wo Herodes Netanjahu mit der Ration von 136 getöteten Kindern pro Tag seinen biblischen Vorgänger als Statthalter des Imperiums in Palästina in den Schatten stellt, fällt es auch schwer, die Floskel vom “Existenzrecht” Israels ernst zu nehmen, bei der nie dazu gesagt wenn, wo denn die Grenzen dieser Existenz liegen.
In zwei Monaten Angriffskrieg auf Gaza haben die israelischen Invasoren jetzt schon mehr Zivilisten getötet als nach knapp zwei Jahren durch den russischen Einmarsch in der Ukraine ums Leben gekommen sind – was nach der geltenden Doktrin des Netanjahu-Regimes auch gerechtfertigt ist, denn sämtliche Einwohner sind “Hamas”: entweder Terroristen, oder Sympathisanten, oder “menschliche Schutzschilde”.
Nicht nur der Wertewesten und seine angeblich “regelbasierte” internationale Ordnung verlieren mit der Akzeptanz dieses Massenmords ihre letzten Hauch moralischer Autorität, auch Israel schießt sich mit Vertreibung und Vernichtung der Bevölkerung aus Gaza und der Westbank selbst in den Fuß.
Dass Netanjahu bei der UN schon Landkarten vorzeigt, auf denen Palästina gar nicht mehr existiert, ist gelinde gesagt voreilig, denn Millionen Menschen zu töten oder zu vertreiben kann und wird die Weltgemeinschaft nicht zulassen. Noch liefert das Imperium in Washington massenweise Waffen und der doppelzüngige “Sultan of Swing” Erdogan den Sprit (40% des israelischen Öls kommen via Türkei), ohne den die Bombardements auf seine Muslimbrüder in Palästina nicht laufen könnten; noch sind keine massiven Sanktionen gegen Israel in Sicht und die Neocons im Pentagon träumen vom Krieg gegen Iran, den man mit jüdischen Fanatikern als Proxy jetzt wunderbar anzetteln könnte… aber das wird schiefgehen – wie alles, was das US-Imperium mit seinen NATO-Vasallen in diesem Jahrhundert militärisch angerichtet hat. Schamlose Propaganda und notorisches Lügen wird nicht helfen. Wenn in Gaza und Westbank Millionen ermordet und vertrieben werden, kann das Land niemals in Frieden leben – an der “Shalom Aleikum”-Ein-Staaten-Lösung, führt letztlich kein Weg vorbei
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Dass der 2014 angezettelte Proxy-Krieg in der Ukraine nur schiefgehen konnte, weil gegen eine 10-fach überlegene Armee militärisch nicht zu gewinnen ist, habe ich hier auf dem Blog und in einem Buch seit zwei Jahren ad nauseam beschrieben und begründet. Und für sofortige Verhandlungen plädiert. Man musste kein Hellseher sein, um zu dieser Einsicht zu kommen, sondern nur das erste Gebot jeder Kriegführung beachten: “Kenne deinen Gegner!” Doch wie schon ihre Vorgänger hier im Bild haben auch die heutigen Imperatoren diese goldene Regel einfach ignoriert und ein halbe Million Ukrainer in der Blutmühle Donbas verrecken lassen. Weil sie damit “Russland schwächen” wollten. Um zwei Jahre und Berge von Leichen und Milliarden Dollar später erstaunt festzustellen, dass sie ihre eigenen Länder ruinieren und in die Rezession treiben. Allen voran die Deutschen als Mustervasallen, die wie Olaf der Dumme sogar noch dazu grinsen, wenn der Imperator ihnen die Energieversorgung abklemmt und sie zur Deindustrialisierung verdonnert. Der hier seit 2 Jahren angemahnte Morgenthau-Habeck-Plan, Deutschland in ein Agrarland zu verwandeln, liegt indessen noch immer nicht vor, aber die Ampelregierung hat weiter grün und fährt das Land an die Wand.
Und was sagt der CDU-Ostlandritter Kiesewetter ? “Wenn Europa die Energiewende vollziehen will, braucht es eigene Lithium-Vorkommen. Die größten Lithium-Vorkommen in Europa liegen im Donezk-Lugansk-Gebiet. (…) Also wir haben hier auch ganz andere Ziele noch im Hintergrund.” Wir erinnern uns: Ein Bundespräsident musste 2010 schon mal zurücktreten, als er den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr nicht mit “Anti-Terror”-Geschwurbel, sondern mit dem Klartext begründete, man müsse eben die “Handelswege” sichern. Nach der “Zeitenwende” (Scholz) müssen jetzt Grundgesetz und Verfassung freilich zurückstehen, wenn Wirtschaftskriege angesagt sind, die gute alte Kanonenbootpolitik gehört schließlich seit je zur anglo-amerikanischen “regelbasierten internationalen Ordnung.”
Insofern ist damit zu rechnen, dass sich die Dummdeutschen jetzt auch der Koalition der Willigen anschließen, um im Roten Meer mit einem Flotteneinsatz die Blockade israelischer Öllieferungen durch die jemenitischen Houthi aufzuheben – unter dem Titel “Operation Prosperity Guardian” ,womit die “Genocid Prosperity”, wie Pepe Escobar es nennt , sichergestellt werden soll. Allen voran mit dem US-Flugzeugträger “Eisenhower”, von dem man glaubt, dass sich Feinde davon erschrecken lassen. Wobei es den Chefplanern solcher Einsätze offenbar entgangen zu sein scheint, dass der Gegner über Schwärme preiswerter Drohnen verfügt und den milliardenschweren Elefanten einfach versenken kann. Wundern wir uns also nicht, wenn möglicherweise bald ein 9/11 auf See stattfindet.
Bevor das Imperium und seine NATOstan-Helfer von der Barfußtruppe der Taliban aus Afghanistan verjagt wurden, hatte man im Pentagon erkannt, dass es wenig Sinn macht “mit 2-Millionen-Dollar Raketen auf 2-Dollar-Zelte” zu feuern. Diese Erkenntnis hat aber nicht davon abgehalten, in der Ukraine dann mit diesen teuren “Wunderwaffen” auf die Russen loszugehen, als ob die wie die Taliban nur mit rostigen Kalaschnikows ausgestattet wären. Das schreckliche Desaster dieser Ignoranz und Arroganz lässt sich mittlerweile auch mit Propagandalügen nicht mehr vertuschen – wer seinen Gegner nicht kennt wird jeden Krieg verlieren.
*
In der letzten 3.JT-Sendung hatten wir uns zum Jahresausklang nur gute Nachrichten vorgenommen, was angesichts dieser sinnlosen Kriege schwer gefallen ist. So wie es weiterhin schwerfällt, diesen Schrecken anzusehen, wahrzunehmen, festzuhalten, statt einfach wegzuschauen und abzuschalten. Zumal an Weihnachtstagen, vor denen terroristische Zionisten damit drohen, am besten die Geburtskirche in Betlehem in die Luft zu jagen und die Alqsa-Moschee auf dem Tempelberg gleich noch dazu. Hört der Wahnsinn denn nie auf ?
Wolfgang Neuss, dessen 100. wir gerade in Berlin gefeiert haben, hattte die These, dass der Wahnsinn nie aufhört, weil die Seelen, die dafür verantwortlich sind, sich ja wieder inkarnieren, um es in anderer Gestalt besser zu machen: “Wir müssen Hitler solange wiederholen bis er ein Hit ist!” Wie die alten Nazi-Seelen gerade wieder wüten in Gaza und in Kursk scheint es noch in weiter Weg in die Hitparade des Humanen, und zum Bestehen der seelischen Reifeprüfung, aber nicht vergessen:
Die Erde läuft gut
Die Erde,
wie sie da ist,
wo wir draufsitzen,
die Erde,
— die Erde sagt:
“HÖR MAL ZU”,
sagt die Erde,
“DIE WELT LÄUFT IMMER GUT WIE SIE LÄUFT”.
– Was denn,
auch mit den Tausend Toten auf den Zebrastreifen,
durch Autos? –
Die Welt läuft immer gut,
wie sie läuft,
die Erde läuft immer gut wie sie läuft,
— Was denn,
auch mit den Morden, Frau Bachmeister,
die da erschoß, wasdenn
— der Libanon, haste das Massaker??! –
Die Erde läuft immer gut,
wie sie läuft, sagt die Welt.
Die Welt sagt:
“Die Erde läuft gut,
wie sie läuft,
die läuft gut wie sie läuft.
Seit Milliarden Jahren”,
sagt die Erde,
“die Welt läuft gut,
wie sie läuft!”
– Ja, aber, haste denn nicht Auschwitz gesehn –
“Die Erde läuft gut,
wie sie läuft,
die Welt läuft gut,
wie sie läuft”
— und jetzt kommen wir,
wir alle,
wir jungen,
und wir alten,
und wir alle,
wir Menschen,
und sagen:
“Aber FORTSCHRITT muß doch sein!” –
Da sagt die Erde:
“Die Erde läuft gut wie sie läuft,
die läuft GUT wie sie läuft!”
– Dat ist der Fortschritt;
wir wolln trotzdem den Fortschritt!
Wir wolln ändern, immer,
und die Erde sagt da ununterbrochen,
das ist die Tatsache:
– ein Gesetz:
“Die Erde läuft gut wie sie läuft”,
das ist der URGEIST!!
Der sagt das.
Und da ist auch NICHTS dran zu rütteln
“Die Erde läuft gut wie sie läuft.”
Und da kommen WIR an und icke besonders,
Neussi, und sage:
“Aber die Welt muß doch TOTAL GEÄNDERT werden,
und -Strauß, na aber, und Willy Brandt”
– ja und der Fortschritt?! –
ist dünn.
Warum denn ist er dünn?
Nicht weil das boshaft ist,
nicht weil jemand nicht will,
nicht weil jemand besonders will —
sondern weil die Erde gut läuft wie sie läuft.
DARUM ist der Fortschritt immer so dünn.
Wir Menschen erreichen halt doch etwas.
Aber dünn. Dünn.”
(Wolfgang Neuss: Der gesunde Menschenverstand ist reines Gift”, 1985)
In diesem Sinne, mit einem Lichtstrahl Hoffnung: schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
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3. JT #98: Shalom Aleikum
Schlechte Nachrichten gibt es derzeit überall, aber kann es im dritten Jahrtausend so weitergehen?Am Ende des Jahres wollen wir versuchen Perspektiven zu entwickeln: Nicht nur für Palästina und Israel. Sondern wir schauen in dieser Sendung auch ins Jenseits und in die geheimen UFO-Bergungsprogramme der USA. Außerdem gibt es Einiges zu gewinnen – und was gibt’s Neues von Julian Assange? All das und noch viel mehr besprechen Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers im 3. Jahrtausend #98.
Shalom Aleikum!
Neueste Sprachregelungen im Wertewesten: Massenmord an Kindern heißt jetzt “Hamas”, Vernichtung der Zivilbevölkerung nennt sich “Krieg gegen Terror” und Kritik an diesen Vorgängen und ihren Umbenennungen ist “Antisemitismus”. Man kommt kaum noch hinterher, sich risikofrei politisch korrekt auszudrücken ohne dem Minenfeld der Cancelkultur zum Opfer zu fallen. Sicher aber ist, wie oben im Bild dargestellt, dass ohne das Feuer von Miss Liberty Israels Massaker in Gaza unmöglich wären. Willkommen in der “regelbasierten internationalen Ordnung”, in der jetzt auch barbarische Schlachtfeste inkludiert sind.
Als ich neulich nachts in meinem Bett so auf und ab ging, im Kopf mit diesen schrecklichen Bildern und Fragen, wie dieser Horror beendet werden kann, dämmerte mir plötzlich die Lösung. Mit den USA und Israel, bzw. ihren amtierenden Regierungen, die das Schlachtfest fortsetzen möchten und bei der UN Veto gegen Waffenstillstand eingelegt haben, wird sie nicht zu erreichen sein, aber der Rest der Welt könnte es. Wenn die von Netanjahu & Co. seit Jahrzehnten sabotierte “Zwei-Staaten-Lösung” seit dem 7. Oktober definitiv passé ist und ein ethnisch gesäubertes “Groß-Israel” nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unmöglich, kann es in Zukunft nur einen Staat auf dem Gebiet der ehemaligen britischen Kolonie “Palästina” geben. Eine Freundin, mit der ich diese Lösung besprach, schlug als Arbeitstitel für den Staatsnamen “Shalom-Aleikum” vor, was wir hier erst mal festhalten bevor wir zu der Liste von “Ja,aber..,” kommen. Es geht um die Schweiz des Nahen Ostens, eine föderale Genossenschaft von jüdischen, muslimischen, christlichen und säkularen Kantonen mit einem gemeinsamen Parlament und Bundesrat in Jerusalem.
Warum soll im 21. Jahrhundert nicht möglich sein, was in den Reformationskriegen des 16. Jahrhunderts schon machbar war ? Was hindert vernunftbegabte Einwohner Palästinas (Karte von 1948) eine solche Lösung anzustreben, als Kompromiss und Win-Win für alle ? Fiktive Texte aus dem Alten Testament, die als Katasterdokumente und Grundbucheintrag verstanden werden, können es nicht sein, genauso wenig wie irgendwelche andere “heilige” Schriften. Weil im künftigen “Shalom-Aleikum”-Land selbstverständlich Religionsfreiheit herrscht, darf natürlich jeder glauben was er will, als Gesetz aber gilt die gemeinsame, rechtsstaatliche Verfassung, der das Treiben in jüdisch-orthodox geprägten Kantonen ebenso untergeordnet ist wie in den muslimischen. Gebetet und gepredigt werden darf jeweils nach Gusto, Straßenverkehrsordnung, Steuerpflichten und andere Gesetze gelten für alle. Warum ist das nicht machbar, Herr Nachbar? Wäre eine solche Schweiz des Orients nicht überaus wünschenswert?
Damit wären wir bei der Liste von “Ja…aber”, die ich bei einer kleinen Umfrage im privaten Umfeld zusammenstellte.
1: “Die Juden wollen das nicht”. Das mag sein, die Buren wollten die Unterdrückung der Schwarzen auch nicht aufgeben und warfen Mandela Jahrzehnte ins Gefängnis. Internationaler Druck hat die Apartheid in Südafrika zu Fall gebracht. Das würde in Palästina ebenso gehen.
2: “Das US-Imperium braucht permanenten Krieg und hat kein Interesse an friedlichen Lösungen” Das stimmt zwar, nationalistische Fanatiker aufzurüsten und Proxy-Kriege führen zu lassen, war und ist das Mittel der Wahl im anglo-amerikanischen Empire. Doch es ist zuletzt mit ISIS in Irak und Syrien gescheitert, geht mit den Asov-Nazis in der Ukraine gerade auf riesigen Leichenbergen zu Ende und ist auch in Palästina aussichtslos: “Israel is loosing this war”, so zwei Kenner der Region, Tony Karon und Daniel Levi, in “The Nation”.
3: “Nach 75 Jahren Vertreibung und Ermordung können sich die Palästinenser niemals mit Israel versöhnen.” Für eine radikale muslimische Minderheit trifft das sicher zu, ebenso wie auf der anderen Seite auf die radikalen jüdischen Siedler. Realpolitik lässt sich mit solchen Extremisten nicht machen, mit der großen Mehrheit der Menschen aber schon. Für religiöse Fundamentalisten und Fanatiker können in den jeweiligen Kantonen dann Reservate eingerichtet werden, wo sie – in Rahmen der freiheitlich, demokratischen Grundordnung – autonom unter sich bleiben können.
4: “Mit der demographischen Welle bei einer Rückkehr der Vertriebenen wären die Juden schnell in der Minderheit.” Das ist in der Shalom-Aleikhum-Föderation kein Problem, weil auch kleinere Kantone dieselbe Stimme haben wie die größeren.
5:”Ich hab lange aufgehört, mir darüber den Kopf zu zerbrechen, diese levantinischen Wüstenvölker, die Semiten – Juden, Moslems und alle anderen, kennen seit tausenden Jahren doch nichts anderes, als sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen.” Okay, wenn, mit Karl May, gilt “Der Türke an sich ist bieder und ehrlich” (was angesichts des doppelzüngigen Sultans Erdogan aktuell freilich zweifelhaft scheint), dann könnte man den “Araber an sich” als schnell beleidigt und aufbrausend bezeichnen und den Juden als dauerbetroffenes Opfer mit Täterfreibrief. Anderswo auf der Welt leben sie allerdings auch völlig entspannt zusammen. Dass irgendwelche geophysikalischen Schwingungen für besonders aggressive Vibes in diesem “(Un-)Heiligen Land” sorgen, ist nicht bekannt.
Soviel zu den “Ja, aber…” Einwänden in dieser keinesfalls repräsentativen Umfrage. Ich finde, an einem wiedervereinigten Palästina führt kein Weg vorbei. Zwei Staaten sind nichts anderes als die alte imperiale “Teile &Herrsche”-Strategie und die Alternativen – judenfreie Theokratie “Palästina” oder rassereine Theokratie “Israel” – sind keine. Anders als eine föderale Shalom-Aleikum Republik, die als friedlicher, neutraler Knotenpunkt und Hub für Handel und Wandel zwischen Asien und Europa prosperiert, die Erdgasfelder an der Küste von Gaza nutzt, sie mit dem Roten Meer vebindet (Stichwort: Ben-Gurion Kanal)und die Negev-Wüste wieder begrünt. Wie zu Zeiten von Kain und Abel.
Das könnte so laufen im neuen Palästisrael, aber nur wenn sich die beiden vertragen. Ansonsten wird auf Jahrzehnte Krieg und Terror herrschen, egal wer “gewinnt”.
Die Weihnachtsfeiern in Bethlehem fallen unterdessen dieses Jahr aus: Jesus burried under rubble in Bethlehem. Die Rolle des “König” Herodes, der als Statthalter des römischen Imperiums Kinder ermorden liess, um seine Macht zu sichern, hat heuer “König” Bibi übernommen, der als Statthalter des debilen Kaisers Joe Biden schon 8.600 Kinder beseitigt hat, um sich im Amt zu halten. Wieviele es bis zum Fest noch werden sollen, ist unklar. Sicher aber scheint schon jetzt, dass es kein gutes Ende mit ihm nehmen kann, wie mit Herodes, der nicht als guter “König der Juden” sondern als paranoider, bösartiger Geisterkranker in die Geschichte eingegangen ist….
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Mathias Bröckers: JFK -Staatsstreich in Amerika, Westend (Oktober 2023), 304 Seiten, 14 Euro
100 Jahre Wolfgang Neuss

Wie auf dem Foto von Anita Rehm sah es aus bei dem wachsten und witzigsten Menschen, den ich je kennenlernte und in den letzten 8 Jahren seines Lebens mindestens einmal pro Woche besucht habe.
Am 3. Dezember wäre Wolfgang Neuss (1923-1989) 100 Jahre alt geworden und wird in der UFA-Fabrik Berlin in einer großen Hommage gefeiert. Am Sonntag und am Dienstag bin ich dabei.
Untenstehend meine Würdigung der gesammelten Werke “Der totale Neuss”, die Volker Kühn – “Ich kenne niemanden, der mehr mit dem Bauch gedacht und mit dem Kopf gefühlt hat als Wolfgang” – 1997 herausgegeben hat.
“An jenem Tag im Frühjahr 1943, als Professor Albert Hofmann in Basel das LSD entdeckte, schoß ich mir bei dem weißrussischen Ort Rshew in meine linke Hand,” antwortete Neuss Mitte der 80er Jahre auf die Journalistenfrage nach dem wichtigsten Ereignis in seinem Leben – und streckte dem Kollegen die zeigefingerlose linke Hand entgegen: “Symbol für Kunst statt Krieg. Selbstverstümmelung war und ist eine gute Friedensbewegung !”.
Zuvor hatte man den Schlachtergesellen und MG-Schützen Hans Otto Wolfgang Neuss nach einer Verwundung mit dem EK 1 ausgezeichnet. Doch er wollte zurück ins Lazarett, Verwundeten Witze erzählen. “Die Feigheit brachte mich zum Fortschritt.” Mit 14 war er aus Breslau nach Berlin abgerückt, um Clown zu werden, der Ausflug endete auf der Wache am Bahnhof Zoo. Jetzt, im Lazarett und später im Internierungslager, versuchte er sich als als Truppenbetreuer bei bunten Abenden: “Ich merkte, daß ich Witze besser erzählen konnte als die, von denen ich sie hatte.” Nach der Entlassung tingelt er als “Hansi Neuss” (der “Wolfgang” kam erst ab 1950) mit einem Leiterwagen und einem Geiger durch norddeutsche Gasthöfe, das “Reichs Kabarett der Komiker (ReKaDeKo)” gibt das Programm “Lachkalorien” – Gagenminimum: ein Abendessen. Neuss conferiert, spielt Sketche, reißt Witze, ein US-Kontrolloffizier drückt ihm Tucholsky in die Hand – und legt mit dieser reeducation den Grundstein zu einer beispielhaften deutschen Karriere.
“Wolfgang Neuss ist tot, reden wir über die Weltliteratur”
“Wolfgang Neuss ist tot, reden wir über die Weltliteratur” schrieb Matthias Beltz 1989 in seinem Nachruf auf den Kabarett- Meister. Das war schon damals kein Witz, beziehungsweise einer, der es in sich hatte – jetzt, wo seine Gesammelten Werke erschienen sind, lässt sich das auch für Außenstehende ermessen. Der kleine Mann aus Breslau, der in den 50ern zu d e r Berliner Großschnauze wurde, der vom Filmstar und Playboy zur Instanz des politischen Kabaretts mutierte, vom trällernden Räuber aus dem “Wirtshaus im Spessart” zum Schrecken Adenauerscher Rundfunkräte, vom komischen Knallchargen zum Lautsprecher der APO, und dann, vom Anmacher und Unruhestifter zum Aussteiger, Haschisch-Orakel und Meditationsmeister – dieser “Zwerg Mundwerk”, wie ihn die FAZ einst titulierte, war nicht nur ein Hanf Dampf in allen Gassen.
Wolfgang Neuss hat auch ein Werk hinterlassen, das große Kunst genannt werden muß, auch wenn man hierzulande dafür nur den deutschen Kleinkunstpreis (5000 Mark, 1983) übrig hatte. Viele seiner Schüler und Adepten, allen voran der hochdekorierte Wolf Biermann, dem Neuss einst die erste West-Tournee ermöglichte, wurden vom Kulturbetrieb da ganz anders bedacht. Wenn jemand wirklich gute Witze macht, sitzt eben immer noch halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel – Neuss war zu roh, zu radikal, zu rebellisch, um als saturierter Literat zu enden. Und zu konsequent, um nach seinem Rückzug von der Bühne Mitte der 70er als angepasster Alter Ruhe zu geben. Da ging er lieber zum Sozialamt, schnorrte Kollegen und Freunde an und grüßte – zahnlos, aber bissig – als “Drogenwrack aus Charlottenburg”. Und wenn man ihn fragte, woran er gerade arbeite, antwortete er: “An mir.”
“Ich rauche den Strick an dem ich hängen würde”
Was der Neuss denn so mache, wo er denn stecke, das war, so die “Zeit” 1974, “jahrelang die nationale Frage”. Für Medienskandale sorgte während dieser Zeit allenfalls sein Aussehen, dass die Journaille unter “Zahnloses altes Weib” oder “Indiandersquaw” und zur Moritat ‘Vom Superstar zum Kellerkind` auschlachtete. Daß dieser frischfrechfröhliche Mann mit der Pauke und Tausendsassa der Medien, die Schandschnauze der Nation sich so einfach zurückzog und schwieg, wollte niemand so recht verstehen. Dabei tat er nichts anderes, als den Protest zu leben, den er zuvor hinausgeschrieen hatte: der schnieke Playboy und “Jaguar E” – Fahrer übte Konsumverzicht, verschenkte seine Habe und ließ sich statt im Luxus-Penthouse auf dem Meditationskissen einer leeren Zweizimmerwohnung nieder. Und er kurierte seine 20-jährigen Tabletten-und Alkohol-Orgien mit Cannabis: “Ich rauche den Strick an dem ich hängen würde”, verkündete er und wurde nicht müde, den Hanf als Medizin für Körper und Geist zu preisen.
Ich habe nie recherchiert, ob die tapfere “Friedensbewegung” des Humorsoldaten Neuss tatsächlich am selben Tag stattfand wie Albert Hofmanns Zufallsentdeckung des stärksten bekannten Psychedelikums – doch auch wenn das Datum nicht stimmt, bringt es die zwei einschneidenden Ereignisse seines Leben auf den Punkt. Den Schuß in’ s eigene Fleisch, um die Haut zu retten und als Witzbold zu überleben – und die spirituelle Erleuchtung, die ihm Anfang der 70er Jahre durch LSD zuteil wurde. Und die selbst dem Großmaul und Lautsprecher erstmal die Sprache verschlug: “Stell Dir vor, ganz Frankfurt entdeckt, dass der Mensch ein geistiges Wesen ist und überlebt. Die Leute bringen sich um vor Glück.(…) Nicht ungefährlich, denn Du kannst Dir vorstellen, was passiert, wenn Frau Müller aus Neukölln plötzlich entdeckt, dass sie mit zum Göttlichen gehört. Die springt vor Glück fünf Meter in die Luft, und es gilt darauf zu achten, dass sie weich landet. Darauf hat Dr. Hofmann immer wieder hingewiesen: Was auch passiert, Du bleibst sitzen. (…) Und wenn Du sitzenbleibst kriegst Du mit, wie die wirkliche Kommunikation funktioniert: schweigend.”
Diese geistige Aufrüstung war das, was Neuss der martialischen Aufrüstung der 68er Kulturrevolution zur RAF entgegensetzte – das Morden und Brandschatzen hatte er hinter sich. “Das letzte Mal war´n die späteren RAF-Leute bei mir nach der Baader-Befreiung und sagten: ‘Wolfgang, du musst uns helfen, wir brauchen dein Auto.’ Ich hab gebrüllt: ‘ Seid ihr wahnsinnig’ und nicht mitgemacht – leider, wie man heute sagen muß. Denn wäre ich Wahnsinniger damals eingestiegen, hätte das ganze Abenteuer keine drei Tage gedauert.” Ein Foto von Ulrike Meinhof und ihren Zwillingen hing dennoch bis zum Schluss in seinem zu einer einzigen Pinwand ausgewachsenen Zimmer. Für Neuss kam als Konsequenz aus der Radikalität der 60er Jahre kam nur das Abenteuer der Selbstfindung in Frage. Und als er wieder auftauchte, aus der inneren Versenkung, bricht er sein Schweigen mit Worten, die den alten Freunden irre und bizarr vorkommen. “Rauch nicht so viel von dem Zeug” mahnte Uwe Johnson, bevor er sich langsam tot soff. Daß kein Biermann oder Enzensberger, kein Hildebrandt, Hüsch oder ein anderer Kabarett-Kollege es ihm nach tat und asketisch auf der Meditationsmatte Platz nahm, um Einblicke ins Rad der ewigen Wiederkehr zu erhaschen, dass ihm kein Wolfgang Müller (sein Kabarett – Partner in den “goldenen” 50ern, der mit dem Flugzeug abstürzte) nachwuchs, nahm er keifend und zeternd übel.
“Wir müssen Hitler so lange wiederholen, bis er ein Hit ist ….ab 5 Uhr 45 wird zurückgelächelt.”
Ganz anders aber die Texte, die Neuss fortan produziert: immer noch der blitzschnelle Assoziations-Artist und Kalauer-König (“Die Nordsee ist umgekippt – hat mal jemand nen Lappen?”), aber er schöpft nicht mehr aus dem “Anti”, der Negation, dem permanenten Protest. Statt wie einst den Gegner mit verbalem Schnellfeuerbeschuß niederzumähen, übt sich der späte Neuss in der Zen – Politik der Umarmung, im “an die Wand lieben”: “Wir müssen Hitler so lange wiederholen, bis er ein Hit ist ….ab 5 Uhr 45 wird zurückgelächelt.”
Als ich die ersten Texte des “neuen” Neuss – “Freiwillige Selbstkontrolle”und “Happy End Auschwitz” – zu lesen bekam, richteten wir ihm 1982 im “taz”-Feuilleton sofort eine Kolumne ein. Und er sprach mir wöchentlich seinen aberwitzigen, buddhadaistischen Monolog auf Band, in dem Lokalklatsch und Globalstrategie, Privatclinch und Weltkrieg, Kleinkunst und Großkultur, Tagesaktualität und Ewigkeit auf holographische Art kollidierten. Spritztig, witzig und weise. Klaus Theweleit, Chef-Analytiker deutscher Männerphantasien, hat Neuss’ “genialen Zeilen” zum Faschismus später zitiert – neben Benn, Jünger, Pound, Hamsun, Elvis, im “Buch der Könige”. Da gehört er hin, der Neuss, als Schlachtergeselle zu den Dichterkönigen, als deutscher Trommler neben den Rock`n Roll King. Paradebeispiel für einen, der nicht Faschist geworden ist (oder, wie Elvis, als Drogenwrack zu den Narcs überlief).
“Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen”
“Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen” entbot er Richard von Weizsäcker bei seinem legendären Talkshow – Auftritt 1983 zum Gruße – der Spruch war ihm am Nachmittag auf einer Glückwunschkarte zum 60. Geburtstag zugeflogen, von einem Fan aus dem Knast. Ihn gleich am Abend vor einem Millionen-Publikum als Appell an “Häuptling Silberlocke” zu bringen, war nicht nur typisch für die Neussche Methode, es brachte auch das Phänotypische dieser deutschen Biographie auf den Punkt. Nicht den typischen Oberleutnant, mit Oberwasser unter aller Regimen, sondern einen deutschen Schweijk und Torpedokäfer: “Ich hab nie aufgehört von unten anzufangen.”
Die gesammelten Werke des Wolfgang Neuss präsentieren nicht nur die Geschichte eines einzigartigen Künstlers, sondern auch eine einzigartige Geschichte dieser Republik, gesehen von einem ihrer wachesten Zeitgenossen. Sie tauchen wieder auf, die militärischen Vierziger (“Herr Oberst, habe zehn Gefangene gemacht – Na bringen Sie sie her! – Geht nicht, sie halten mich fest”) , die Fünfziger des Wirtschaftswunders und der Wiederbewaffnung, der Adenauers und Erhardts, die Pinscher und Piefkes (“Die von der CDU werden noch so lange machen, bis der liebe Gott aus der Kirche austritt” ) und die Protest- und Aufbruchsära der Sechziger, die Neuss mit seinen über Jahre ausverkauften Solo-Programmen – “Das jüngste Gerücht”, “Neuss Testament” und “Asyl im Domizil” – entscheidend anblies (“Wir können hier richtig deutsch diskutieren, wir haben Verbandszeug im Hause“). Volker Kühn hat die wichtigsten Texte aus vier Jahrzehnten, darunter auch die Drehbücher zu den Filmen “Wir Kellerkinder” und “Genosse Münchhausen” zusammengestellt und um zahlreiche Lebenszeugnisse, Interviews und Bilder ergänzt. Ein wunderbares Buch, daß freilich nicht den “totalen Neuss” enthält, denn der war kein Schreiber, sondern ein Artist des gesprochen Worts, weshalb vieles in diesem Buch aufgezeichnet und abgehört wurde. Insofern bietet der Band, trotz seiner Fülle, nur Momentaufnahmen einer Persönlichkeit, die es in der allmählichen Verfertigung von Pointen beim Sprechen zu unerreichter Meisterschaft brachte. So wie einst Tucholsky den braunen Humorsoldaten Neuss zum kritischen Volksaufklärer transformierte, könnte auch dieses Buch eines Bildungslücke schließen. Im Zeitalter der trostlosen Commedy-Inflation sollte für die Akteure mehr denn je die Maxime des großen Vorsitzenden gelten: “Heut mach’ ich mir kein Abendbrot, heut mach ich mir Gedanken.”
Auf youtube finden sich vielen seiner Filme und Live-Programme
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Warum Querdenken richtig war und bleibt
“Michael Ballweg, IT-Unternehmer und Gründer der Querdenken-Bewegung, wurde im Juni 2022 verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Vorgeworfen wurde ihm Betrug und Geldwäsche: er hätte Spenden, die ihm für Querdenken zugeflossen waren, privat vereinnahmt. Der Nachweis, dass er für die Organisation der Querdenken-Demonstrationen mehr ausgegeben als über Spenden eingenommen hat, half ihm genauso wenig wie die Tatsache, dass keiner der über 9000 Spender sich geschädigt gefühlt und ihn angezeigt hat. Wegen „untauglichem versuchten Betrug“ war er neun Monate in der JVA Stuttgart-Stammheim in Untersuchungshaft und wurde Anfang April 2023 entlassen. Kurz zuvor hatte die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Stuttgart Klage eingereicht, die aber am 6.Oktober 2023 abgewiesen wurde. Die 10. Große Wirtschaftskammer des LG Stuttgart konnte in diesem Fall weder Betrogene noch einen Betrüger erkennen und will kein Strafverfahren eröffnen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Nichteröffnung beim Oberlandesgericht Beschwerde eingelegt.
Da hat einer die größten Demonstrationen einer außerparlamentarischen Opposition seit Bestehen der Bundesrepublik auf die Beine gebracht, die nicht mehr forderten als ihre von fragwürdigen Corona-Verordnungen außer Kraft gesetzten Grundrechte der Versammlungs- und Meinungsfreiheit – und wandert dafür ins Gefängnis? Dass kann eigentlich nicht sein, weshalb offensichtlich mit anderen Mitteln versucht wurde, ihn aus dem Verkehr zu ziehen: mit einer Anklage wegen Betrugs, die auf „versuchten Betrug“ und dann auf „untauglichen versuchten Betrug“ umgetextet wurde, weil es weder Betrogene noch einen Betrüger gibt. Absurd, aber als staatsanwaltliche Anklage weiterhin valide: Ballweg hat zwar niemanden betrogen, aber – so der Vorwurf – er wollte es eigentlich und war nur nicht fähig (zu blöd?) dazu, weshalb es sich um einen „untauglichen“ Betrugsversuch handelt. Also ein Gedankenverbrechen. Aber ausreichend für 9 Monate U-Haft und die Beschlagnahmung seines gesamten privaten Vermögens, das er in mehr als 20 Jahren als selbstständiger Software-Entwickler geschaffen hat.
Anfang September 2023 war ich mit Michael Ballweg und seinen Rechtsanwalt Ralf Ludwig eine Woche in Klausur und habe mir diese unglaubliche Geschichte angehört. Es ist die Geschichte eines »Unpolitischen«, der nie auf einer Demonstration war, bis er die erste seines Lebens selbst anmeldete; der von großen Konzernen als »Querdenker« engagiert und sehr gut bezahlt wurde, weil er über den Tellerrand ihrer Organisation und Systeme hinausschauen konnte; der sein eigenes Geld in die Hand nahm und die »Querdenken«-Bewegung initiierte, die Millionen inspiriert hat, ihre demokratischen Grundrechte einzufordern, die willkürlichen Notstandsmaßnahmen – Rodelverbot für Kinder! – zum Opfer gefallen waren; der die von Zensur und »Cancel-Kultur« verrammelten Debattenräume wieder öffnen und gewaltfreien Widerstand gegen eine zunehmend totalitäre Desinfektion des Meinungskorridors leisten wollte.”
Soweit ein Auszug aus dem Vorwort zu unserem Gespräch, das in der kommenden Woche in den Buchhandel kommt. Ich kann nicht nur ein unverzichtbares Dokument für die Aufarbeitung der staatlichen Übergriffe in Sachen Corona versprechen, sondern auch ein authentisches Porträt des “gefährlichsten Anführers” (Die Zeit, August 2023) der Querdenker. Mit jedem Tag, an dem das offizielle Narrativ der Phantom-Pandemie weiter zerbröckelt, zeigt sich, wie richtig “Querdenken” war und wie wichtig Michael Ballweg. In diesem Buch erzählt er seine Geschichte.
Wer schon jetzt ( vor dem offiziellen Erscheinen am 4.12.) bei den Buchkomplizen vorbestellt, bekommt das Buch für 20 (statt später 24 ) Euro.
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