Something is happening…

“… but you don’t know what it is. Do you Mr. Jones?” fragte einst Bob Dylan.   Das Lied war seine Antwort auf eine Zeit, in der ihm laufend zu viele Fragen gestellt wurden. So geht es mir auch gerade, wenn ich die Nachrichten durchzappe. Das ist einfach alles zuviel, um zu darauf zu antworten, zumal ich gerade noch ein eiliges Buchprojekt auf dem Schreibtisch habe.  Leser Stefan hat dankenswerterweise in einem Kommentar   schon mal zusammengefasst, was da so alles abgeht im Moment:

“Was braut sich hier zusammen?

– die zentralen EU-Mächte werden von Amok und Anschlägen getroffen

– UK sagt sich doch relativ überraschend von der EU los

– die EU-Länder untereinander sind in den meisten Fragen zerstritten und die Union steht vor Handlungsunfähigkeit und Auflösung

– nach Europa schieben sich gewaltige Migrationsströme; gleichzeitig spalten sich Gesellschaften durch Verlagerung politischer Gewichte von der Mitte zu den (meist rechten aber auch linken) Rändern hin

– Russland und die NATO sind in den Kalten Krieg mit gefährlichen Manövern, Rüstungswettlauf, Propagandaschlachten und Drohungen zurückgekehrt

– am Rande Europas ist der Kalte Krieg heiß geworden, auch Nazis spielen wieder eine Rolle (Ukraine)

– in der Türkei gibt es bewaffnete Machtkämpfe und die Entwicklung zur Diktatur zeichnet sich ab

– im Pazifik wachsen militärisch akzentuierte Spannungen zwischen China und von den USA soufflierten Ländern um Einflusszonen und Lagerstätten

– dass der nahe / mittlere Osten ein einziges (vom Westen initiiertes) Schlachthaus ist (und damit Ursache vieler o.g. Prozesse) scheint inzwischen kaum noch eine Erwähnung wert

– die “Weltführungsmacht” USA wird von Rassenunruhen erschüttert; gleichzeitig finden Präsidentschaftswahlen mit offenbar unklaren Konsequenzen statt, bei denen der eine Kandidat einen zwar verwirrten, aber gegen das Establishment und dessen bisherige Politik gerichteten Eindruck macht (Isolationismus statt Interventionismus)

– das Weltwirtschafts- und Währungssystem wird nur noch künstlich beatmet und niemand weiß, wie lange dies noch funktioniert

– das Leben unbescholtener Bürger in Freiheit wird aus zwei Richtungen angegriffen: von der (zunehmend berechtigten) Furcht vor verwirrten Gewalttätern einerseits und einem totalen, orwellschen Überwachungs- und Manipulationssystem andererseits

Bestimmt habe ich nicht alles erfasst. Mein Eindruck ist, seitdem ich die Nachrichtenlage halbwegs verfolge, gab es noch nie eine solche Konzentration von Krisen und Negativtrends und hier kulminiert etwas sehr Bedrohliches.

Ich hoffe sehr, mich zu irren und das ist nur “german angst”. “

White Punks On Dope (II)

Aus aktuellem Anlass – auch der Münchner Amokläufer war in psychiatrischer Behandlung – hier zwei Blogbeiträge aus dem Jahr 2012:

“Nach dem Amoklauf in Newtown wird wieder einmal allenthalben gerätselt, wie es zu solchen grausamen Attacken kommen kann und wie man sie am besten verhindert. Im schiessfreudigen Amerika dreht sich diese Diskussion vor allem um Waffenkontrolle und Präsident Obama, der in aller Welt mit seinen Drohnen rumballert, will jetzt zu Hause Schnellfeuerwaffen verbieten. Ob’s hilft ist allerdings fraglich. Auch in Deutschland wird in diesem Zusammenhang wieder diskutiert, über Videoüberwachung und Sicherheitseinrichtungen an Schulen. Kaum Beachtung findet indessen die wichtigste Zutat , die bei nahezu sämtlichen dieser durchgeknallten Amokläufer im Spiel ist:  der  Einfluß von SSRI.   Die “Selective Serotonin Reuptake Inhibitors” – Serotonin-Wiederaufnahmehemmer – sind Antidpressiva,  die die Serotonin-Konzentration im Gehirn erhöhen. Der Markt für diese Substanzen boomt unaufhaltsam – derzeit  sind es 5 Milliarden Dollar per anno in den USA – und solange das so weitergeht, werden auch solche Amokläufe weitergehen. Anhand dieser Liste von  einigen tausend Berichten über “School shootings” wird deutlich, dass diese Form des Massakers erst “erfunden” wurde, nachdem die SSRI-“Medikamente” auf den Markt kamen. Schnellfeuerwaffen gab es schon viel länger, aber erst seit Mitte der 80er dieser Stoff auf den Markt kam werden sie auch an Schulen eingesetzt….” ( https://www.broeckers.com/2012/12/20/white-punks-on-dope/ )

“Ich bin der Joker”  hatte sich James Holmes der Polizei vorgestellt, als sie ihn nach dem Mordanschlag hinter dem Kino in  Aurora/Colorado festnahm – und soll später zu Protokoll gegeben haben,   100 mg Vicodin genommen zu haben. (…) Er reiht sich damit ein in eine lange Reihe von Schülern  und Studenten, die unter dem Einfluß von  Psychopharamaka grauenhafte Mordtaten begangen:  “Antidepressant medication is the common ingredient in nearly every school shooting in history.”  Eine solche Medikamentierung  ist auch eine der Zutaten , mit der manchurische Kandidaten – gehirngewaschene, ferngesteuerte Agenten – gezüchtet werden, wie es u.a. in dem hier unlängst erwähnten MK Ultra Projekt versucht wurde.”  Weiter hier.

 

9/11: Limited Hangout

Wie schon zuletzt hier, hier, hier und hier beschrieben, ist die Veröffentlichung der bisher geheim gehaltenen 28 Seiten des 9/11-Kongressreports keine wirkliche Enthüllung, sondern ein “Limited Hangout” – die Veröffentlichung von ohnehin bekannten und daher nicht mehr wirklich “geheimen” Informationen.

Paul Craig Roberts sieht das ähnlich, das Fragezeichen hinter dem Titel seines jüngsten Artikels ist eher rhetorischer Art: Ist Geschichte um Finanzierung von 9/11 durch die Saudis Teil der Täuschung?

Deterriorialisierter und territorialer Terror

Kaum ist man übers Wochenende mal nicht auf der Brücke, schlägts ringsum ein: Terror-Lkw fährt Amok in Nizza,  ein blutiger Putsch in der Türkei und zwischendurch veröffentlicht die US-Regierung die ominösen 28-Seiten der Senats-Untersuchung von 9/11. Wie soll man da noch hinterherkommen ? Deshalb nur ein Kurzbulletin:

-wenn der Täter in Nizza Verbindungen zum “islamischen Staat” hat, bedeutet das eine neue Drehung in der endlosen Spirale des “war on terror” – die Deterritorialisierung. Das Kalifat braucht kein Territorium mehr – es kann überall zuschlagen, wo Lastwagen verwendet werden.

– als mich auf einer ganz anderen Baustelle die Kurzmeldung “Putsch in der Türkei” erreichte, war mein erster Gedanke: Prima, Erdogan ist weg. Das kemalistisch säkular eingestellte türkische Militär hatte in der Vergangenheit ja schon öfter dafür gesorgt, dass die Türkei nicht ins osmanische Mittelalter zurückfällt. Aber diesmal waren es nur fünf Panzer und zwei Flugzeuge, mit denen die Putschisten die Macht ergreifen wollten und der ganze Spuk war nach ein paar Stunden vorüber. Als “mastermind” wurde der Luftwaffenchef benannt und verhaftet, obwohl Erdogan während des Putsches fröhlich in seinem Privatjet unterwegs war – aus der Luft also offenbar nichts zu befürchten hatte. Mir riecht das ganze weniger nach Inszenierung (MIHOP), als nach LIHOP (Let It Happen On Purpose):  einige unzufriedene höhere Offiziere planen einen Putsch, Erdogan-Ergebene Kollegen kriegen Wind davon, beenden die Sache aber nicht, sondern unterstützen die Verschwörung zum Schein, um die Putschisten dann hängen zu lassen und einen nützlichen Event zu produzieren, der Sultan Erdogan endgültig unantastbar machen wird.

– die “28 Pages” habe ich jetzt einmal überflogen – und finde mit einigen zusätzlichen Details alles bestätigt, was ich in drei Büchern und zuletzt hier, hier, hier und hier schon über die “Saudi-Connection” geschrieben habe. Erwartungsgemäß keine Hinweise fand ich zu der Frage, wie und warum es saudischen Agenten mit engsten Verbindungen zum Königshaus und zur Botschaft in Washington ohne Wissen der CIA möglich gewesen sein soll, die späteren “Hijacker” nach Strich und Faden zu pampern. Und wie es kommen konnte, bzw. wieviel es gekostet hat, dass diese Informationen 13 Jahre lang geheim gehalten wurden bzw. nur durch “Verschwörungstheoretiker” wie yours truly an die Öffentlichkeit sickerten. Aber – clever gelauncht am Freitagnachmittag – zwischen Nizza, Türkei und den anstehenden Groß-Konvents der Parteien, waren die 28 pages dann auch nur 10 Minuten lang Breaking News…

UPDATE: “LIHOP” scheint sich zu bestätigen: der türkische Geheimdienst informierte Top-Generäle Stunden vor dem Putsch

Wer nicht kucken will, kann hören

Das Interview zum Buch auf Ken FM erfreut sich im Netz großer Beliebtheit – in den ersten zehn Tagen über 60.000 Views auf youtube und eine lebhafte Diskussion mit mittlerweile über 400 Kommentaren. Dass Ken Jebsen und sein kleines Team den derzeit erfolgreichsten, crowdfinanzierten politischen TV-Kanal im Internet machen, hat sich mittlerweile ja schon herumgesprochen. Weniger bekannt ist, dass auch Nicht-Internet-TV-Kucker in den Genuss der Sendungen kommen können – alle Gespräche stellt Ken FM auch als kostenlosen MP-3-Download zum Hören zur Verfügung. Das ganze Gespräch über die ganze Wahrheit – 2 Std. 4 Minuten, für die nächste längere Zug,- oder Autofahrt – gibt’s hier.

Alles unter Kontrolle

816UV-zrvQL Heute war sie im Briefkasten, in den nächsten Tagen wird sie im Buchhandel erhältlich sein: die Neuauflage von Robert Anton Wilsons “Lexikon der Verschwörungstheorien”. Erstmals auf deutsch im Jahr 2000 erschienen, übersetzt von Gerhard Seyfried, herausgegeben von yours truely, ist das Werk mittlerweile ein Klassiker der Verschwörungsliteratur und erscheint unverändert. Schon allein deshalb, weil jede Aktualisierung den Rahmen massiv gesprengt hätte.  Hier ein Auszug aus dem Vorwort für die Neuausgabe:

“Mit „Illuminatus“ schrieb Robert Anton Wilson (mit Robert Shea) 1975 den Klassiker der Verschwörungsliteratur schlechthin. Er verschaffte damit nicht nur einem Professor in Ingolstadt, dem Aufklärer Adam Weishaupt, der 1776 den schon nach wenigen Jahren von der Staatsregierung wieder verbotenen Orden der Illuminaten gegründet hatte, neue Aufmerksamkeit, sondern auch vielen anderen vergessenen Gestalten und Organisationen der Weltgeschichte. Einer Geschichte, die sich in dieser psychedelisch überdrehten Romantrilogie in einer Klarheit und logischen Einfachheit zeigt, wie sie in der komplexen und verwirrenden Realität der wirklichen Welt nie zu finden ist. Nimmt man freilich an, dass im Untergrund mächtige und seit Jahrtausenden geheim agierende Strippenzieher, die „Illuminaten“, am Werke sind, dann machen die absurdesten Zufälle und die verrücktesten Zusammenhänge plötzlich Sinn. Und wenn sie einmal keinen machen, dann waren eben die großen untergründigen Gegenspieler der Illuminaten, die „Diskordianer“ am Werk – und schon ist wieder alles klar. Und alles unter Kontrolle.Continue reading →

Hu!

Die Deutsche Bank findet, dass mal wieder 150 Milliarden zur Bankenrettung gebraucht werden und der Economist warnt schon mal vor, dass die maroden italienischen Banken demnächst ganz übel einknicken.  Mir fällt als Island-Fan dazu nur noch “Hu!” ein. Mit diesem Schlachtruf haben es die Inselbewohner in ihrem gallischen Dorf ja geschafft, ihre Groß-Banker zur Verantwortung zu ziehen und in den Knast zu bringen, statt sie für ihre Untaten mit Steuergeldern zu “retten”.  Nicht nur im Fußball sind die isländischen Fighter vorbildliche Europäer!

Ein derartiger Aufstand, wie ihn die Isländer erfolgreich gegen die Banker durchzogen, ist auch auf militärischem Feld überfällig. Nur mal vorsichtig das “Säbelrasseln” der NATO-Aufrüstung an der russischen Grenze zu kritisieren, wie es der Minister unseres Äußeren getan hat ist nun längst nicht das Äußerste, was man gegen eine Kriegtreiberei und Russen-Paranoia tun muss, die nicht nur Gorbatschow als  hochgefährlichen Übergang in einen “heißen Krieg” sieht .Continue reading →

Die ganze Wahrheit

Während sich die Rezensenten und Kritiker der Medien mit der Rezension unseres quasi-enzyklopädischen Werks”Die ganze Wahrheit über alles” noch schwer tun, erreicht uns von Seiten der Leser*innen eminenter Zuspruch. So schreibt etwa Kollege Paul Schreyer:

“Nicht kleckern sondern klotzen ist erkennbar das Motto der beiden nimmermüden Vielschreiber Sven Böttcher und Mathias Bröckers, die nun mit “Die ganze Wahrheit über alles” ein 330-seitiges Kompendium vorlegen, das dem eigenen Anspruch kaum weniger gerecht wird, als der enthaltenen Ironie. Das Autorenduo hat sich ein heeres Ziel gesetzt: den unter 25-jährigen die heutige Welt nicht nur – mal eben – zu erklären, und das gründlich und systematisch von A wie Arbeit über B wie Banken bis hin zu Z wie Zuwanderer, sondern der nachwachsenden Generation auch noch lohnende und machbare Alternativen anzubieten. Das Motto steckt schon im Untertitel des Buches: “Wie wir unsere Zukunft doch noch retten können”. Böttcher und Bröckers haben gründlich recherchiert, wofür eine zehnseitige (spannende) Literaturliste ebenso bürgt wie die 50 Seiten kleingedruckter Fußnoten am Buchende. Trotzdem ist das Werk kein schwer verdaulicher Stoff – alles andere hätte Kenner der Werke der beiden Autoren auch gewundert -, sondern liest sich flott weg, im Stil changierend zwischen engagiert, empört und launig.Continue reading →

Geht nicht ? Gibts nicht! Oder es gibt Krieg.

13613507_10154245066681678_346768096599780908_oMit der Demokratie und dem Wahlvolk ist es ja so eine Sache: wenn das Ergebnis paßt, ist alles dufte, aber wehe wenn nicht. Da stimmten zum Beispiel über 90 % der Bewohner der Republik Krim für einen Exit aus der Ukraine, nachdem dort eine neue Regierung mit  fragwürdigen Methoden an die Macht gekommen war. Weil die neue Regierung dem Westen paßte, war freilich die Abwahl der alten  – mit Maschinenpistolen beim Mißtrauensvotum im Parlament – demokratietechnisch kein großes Problem. Anders als das eindeutige Referendum der Krimbewohner, denn ein “Ukrexit” war unerwünscht und mußte deshalb als eine von kleinen grünen Männchen – bösen Russen ! –  irgendwie gewaltsam herbeigeführte “Annexion” dargestellt werden. Dass dann wenig später die Niederländer mit deutlicher Mehrheit (60%) den Assoziierungsvertrag mit der Ukraine ablehnten, paßte den EU-Oberen in Brüssel nicht – die Mehrheit der Holländer nun aber als Opfer perfider Putin-Propaganda hinzustellen hätte den Bogen der Russen-Paranoia dann doch überspannt. Jetzt sollen sie  neu abstimmen, bis das Ergebnis paßt und eine am Rande zum failed state und ökonomischen Bankrott stehende Nation nach Europa geholt werden kann.Continue reading →