Ich gehe zwar nicht davon aus, dass sich die Leser/innen dieses Blogs ein wissenschaftliches Grundlagenwerk zulegen werden, das zu einem Preis von 99 Euro in einem Fachverlag erschienen ist, anzeigen möchte ich das Erscheinen hier aber trotzdem. Denn ich freue mich darüber mehr, als wenn Bücher aus meiner eigenen Feder und nach oft langer und anstrengender Arbeit endlich erscheinen. Denn dieses Mal ist es die Arbeit meines Sohns Boris Bröckers, deren Abschluss wir im Oktober gefeiert haben und die jetzt schwarz auf weiß und für lange Lebensdauer fest gebunden erschienen ist. In der Reihe “FUNDAMENTA JURIDICA – Beiträge zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung” des Nomos-Verlags, unter dem Titel “Strafrechtliche Verantwortung ohne Willensfreiheit”.
Wenn, wie die moderne Neurowissenschaft behauptet, unser Gehirn schon entschieden hat welche Handlung wir begehen – bevor wir glauben, diese Entscheidung selbst zu treffen, wenn also der freie Wille nur eine Illusion ist und unser Handeln quasi ab ovo determiniert ist: dürfen wir dann jemanden für sein Handeln bestrafen ? Diese Frage hat Boris viele Jahre lang erforscht und das Ergebnis, auf 422 Seiten zusammengefasst, liegt jetzt vor. Im Klappentext heißt es dazu:
Gibt es „Strafrechtliche Verantwortung in einer determinierten Welt“? Viele Hirnforscher verneinen dies und plädieren für ein reines Schutzstrafrecht. Doch seit der Antike gibt es Philosophen, die „Kompatibilisten“, die für eine Vereinbarkeit von Determinismus und Verantwortung plädieren und zu belegen versuchen, dass wir auch in einer vollständig determinierten Welt für unsere Entscheidungen und unser Handeln verantwortlich sind. Dagegen bestreiten die „Inkompatibilisten“, dass moralische Verantwortung und Determinismus miteinander kompatibel sind.
Dieses strafrechtsphilosophische Werk wertet die umfangreiche philosophische Literatur zu dem Streit aus und macht sie anschlussfähig für eine rechtswissenschaftliche Diskussion. Die Untersuchung weist damit zugleich die Hirnforschung in ihre Schranken: Ein hirnkompatibles Recht gibt es nicht. Aber es gibt ein Recht, dass begründeten ethischen Grundsätzen und Prinzipien Rechnung trägt und mit der These des Determinismus kompatibel ist.
Für Interessierte sei hinzugefügt: Der Preis eines Buchs wird vom Verlag festegelegt, weder der Autor noch gar sein Vater haben Einfluss darauf. Das Werk wird aber sicher alsbald in den Universitätsbibliotheken zur Ausleihe zur Verfügung stehen.





