17
Jan, 2017

Yankee and Cowboy War 2.0 (9)

    comments Kommentieren

Wenige Tage vor den großen Krönungsfeierlichkeit hat sich das Real Game of Thrones im exzeptionalistischen Königreich noch einmal zugespitzt. Ein führendes Mitglied des Senats sagte, König Donald sei “wirklich dumm” wenn er sich mit den Meistern der Intelligence anlegt, denn die hätten “den Sonntag und sechs Tage” es ihm heim zu zahlen. Wie das geschehen könnte, lies der Senator offen. Der abgesetzte Intelligence-Großmeister Brennan warnte den neuen König ganz offen “seinen Mund zu hüten” – eine Frechheit, die sich die stets diskreten Meister eigentlich nie herausnehmen. Angesichts solcher Drohungen  steigen die Befürchtungen im Lande, dass es dem neuen Herrscher genauso gehen könnte wie dem letzten König der es gewagt hatte, sich mit den unsichtbaren Meistern der Intelligence anzulegen.

König Jack, den alle nur JFK nannten, wollte damals den Konflikt mit dem Reich des Ultrabösen nicht mit immer mehr Waffen, sondern durch Gespräche und Abrüstung beenden und war damit nicht nur den Meistern, sondern auch der mächtigen Gilde der Waffenschmiede in die Quere gekommen. Jener Gruppe, die  Jacks Vorgänger, der alte General Ike, der die Armeen im letzten Weltenkrieg zum Sieg geführt hatte, bei seinem Abschied  “den militärisch-industriellen Komplex” genannt und vor ihrem gefährlichen Einfluß gewarnt hatte. Nachdem König Jack dann durch gedungene Heckenschützen ermordet worden war hatten sich alle seine Nachfolger an die unausgesprochene Warnung gehalten, den Waffenschmieden und den Meistern der Intelligence nicht ungefällig zu sein. So waren die Rüstungskammern des exzeptionalistischen Köngreichs in immer exzeptionalistischere Dimensionen gewachsen, ebenso wie die Büros und Budgets der Meister der Intelligence.

Aus den Tiefen des Staats hielten die Meister  diese Maschine am Laufen, indem sie ständig neue  “Feinde” ausmachten. Oder, wenn  keine in Sicht waren,  etwas nachhalfen um die Bedrohung sichtbar zu machen. Das fiel ihnen leicht, denn ihm Rahmen der Operation Mockingbird hatten sie in der Gilde der Herolde und Einflüsterer  an den wichtigsten Stellen eigene Leute platziert, die die Fake News der Meister über drohende Gefahren jederzeit unter das Volk brachten.

read more…

14
Jan, 2017

Yankee and Cowboy War 2.0 – (8)

    comments 11 Kommentare

Das Real Game of Thrones, der Krieg gegen den Cowboy, der nach Jahrzehnten der Yankee-Herrschaft kurz davor steht ins Weiße Haus einzuziehen, ist in eine entscheidende Runde gegangen. Nachdem die alten Herrscher auf dem Schlachtfeld der Wahl verloren hatten, weil der Herausforder die meisten Wahlmänner hinter sich versammeln konnte, blieb ihnen nur noch,  eine geordnete Übergabe der Macht zu gewährleisten.  Und während der neue König aus den reichsten Männern des Landes und erfahrenen Generälen eine Regierungsmannschaft aufstellte, der das Parlament zustimmte, hielt der scheidende König  eine ergreifende Abschiedsrede vor seinen Untertanen und verdrückte  ein paar Tränen im Knopfloch. Auch wenn er in seinem letzten Amtsjahr 26.172 Bomben abwerfen lies und damit einen persönlichen Mord-Rekord aufstellte,  galt er ja als friedlicher Kerl und wollte seinem Nachfolger keine Steine in den Weg legen.

In den Tiefen des Königreichs aber grummelte es, die mächtigen Meister der Intelligence mochten sich mit dieser Niederlage nicht abfinden. Dass weder ihr Netzwerk von  Lauschern, Spionen und Agenten, noch das der Herolde, Trommler und Einflüsterer es geschafft hatte, ihre Kandidatin durchzuboxen, lag ihnen nicht nur im Magen. Sie fürchteten auch einen schweren Machtverlust, da der neue König schon mehrfach deutlich sein Mißfallen über ihre Arbeit geäußert und zudem angedroht hatte, ihr seit Jahrzehnten liebevoll kultiviertes Spezialfach des regime change abzuschaffen und nicht mehr dauernd über andere Länder herzufallen. Deshalb, so hatte er verfügt, brauche er auch nicht mehr die täglichen Briefings der Meister, sondern würde sie nur noch einmal die Woche empfangen. So etwas tut man nicht ungestraft und schon warnte der berühmteste Herold, die alte Tante “Times”: “Könige, die sich mit den Meistern anlegen, leben gefährlich” – und erinnerte damit an die magische Kugel, der einst der beliebte König Jack, den alle nur JFK nannten,  zum Opfer gefallen war. Nachdem er angekündigt hatte, das Büro der Meister der Intelligence “in tausend Stücke zu zerschlagen und in alle Winde zu zerstreuen”. Jacks korrupte königliche Leibwache hatte den Heckenschützen damals freie Bahn geliefert, weshalb der neue König jetzt sicherheitshalber schon mal seine eigenen Leibwächter mitbringt.

Er weiß, dass mit den Meistern nicht zu spassen ist – sie haben nicht nur Augen und Ohren überall im Reich und besitzen “Kompromat” über fast jeden und jede, sondern kontrollieren auch die wichtigsten Lautsprecher und Einpeitscher. Sein hochmodernes Zwitscher-Gerät, dank dem er alle seine Freunde im Volk jederzeit erreichen kann und  auf Herolde wie “Times” nicht mehr angewiesen, kommt gegen die mächtige Orgel der Meister allein nicht an. Und bevor der Neue nächste Woche inauguriert wird, haben sie noch einmal alle Register hochgefahren, um zu zeigen, wer in Brainwashington D.C. die Hosen an hat.

Damals, als man gegen den Saddam ziehen sollte, hatten 16 Großmeister der Intelligence bestätigt, das dieser Massenvernichtungswaffen besitzt – und jetzt, wenige Tage vor der feierlichen Krönung, bestätigen 17 Großmeister, dass der neue König eigentlich eine Marionette des ultrabösen Herrschers Putin sei.  Dieser hätte ihn einst in sein Dunkelreich gelockt, zu perversen Orgien verführt und ihn seitdem in der Hand. Fünf Jahre verwandte er, ihn zu formen und vorzubereiten, dann sandte er seine Agenten aus, überall im Lande das üble Gift der “Fake News” zu verbreiten und schickte unsichtbare  Häscher, um die Post der Vizekönigin Hillary zu erbeuten. Die lies er dann, “auf verschlungenen Wegen”, einem weltbekannten Piraten zukommen der sie dann dem Volk präsentierte – und ihr alle Chancen nahm,  die Wahlschlacht zu gewinnen, weil offenbar wurde, wie kalt, korrupt und kriegslüstern die Vizekönigin war.  So hievte der raffinierte Ultraböse den unflätigen Cowboy nicht nur auf den Thron, sondern wird ihn künftig wie eine Marionette steuern und die Fäden im ganzen Königreich ziehen.

Mit dieser Geschichte erkärten die Meister der Intelligence aus den Tiefen des Staats dem forschen neuen König den Krieg. Sie  veröffentlichten ein Dossier über die perfide Manipulation der Wahl und der Unterstützung des neuen Königs durch den Ultrabösen.  Sie konnten dafür keine Beweise vorlegen und sagten, als solche verlangt wurden, dass ihr Geheimgeschäft es leider nicht zuließe,  “Quellen und Methoden” offen zu legen. Und dass die Autorität von sage und schreibe 17 Intelligence-Großmeistern, die sich seit Jahrzehnten rund um die Uhr für Sicherheit der Bevölkerung einsetzen,  ja wohl genügen müsse, die Wahrheit dieser Geschichte anzuerkennen.

Die Leute draußen im Lande kratzten sich am Kopf: war nicht “Glauben” schon vor Jahrhunderten im ganzen Königreich abgeschafft und durch “Wissen” ersetzt worden ? Musste nicht jeder vor Gericht Beweise und Zeugen vorbringen für seine Anschuldigungen ? War es nicht auch den Herolden und Einpeitschern seit langem verboten,  Gerüchte und Vermutungen einfach als echte Nachrichten in die Welt zu setzen ? Und hatte man diese strengen Regeln nicht gerade deshalb eingeführt, weil falsche Nachrichten und Behauptungen der Meister der Intelligence in der Vergangenheit so oft zu schrecklichen Kriegen geführt hatten ?  So war es doch. Und jetzt sollte man den unsichtbaren Meistern wieder einfach nur Glauben schenken und nichts mehr wissen dürfen ? Und das alles nur, weil der neue König gesagt hatte, der Ultraböse sei eigentlich gar nicht so schlimm und er würde mit ihm schon klarkommen ?

Die Leute verstanden es nicht und beschlossen, sich erst Mal Popcorn zu holen, für die nächste Folge im Real Game of Thrones….

Auch erschienen auf Telepolis, die bisherigen Folgen unserer kleinen Serie hier

 

11
Jan, 2017

Bullshit mit Pipifax

    comments 7 Kommentare

“Russische Hacker” sind das neue “Der Hund-hat-meine-Hausaufgaben-gefressen” titelte Telepolis treffend zu der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der US-Geheimdienste über die die angebliche Beeinflussung der Wahlen durch Russland, denn ihre Hausaufgaben, nämlich “intelligence” – Wissen, Kenntnisse, Beweise – beizubringen, das haben die Intelligence Agencies schlicht nicht gemacht. Stattdessen wimmelt es in ihrem Bericht  nur so von Einschätzungen, Annahmen und Vermutungen – also all dem, was an wilden Verschwörungstheorien seit Monaten in den Qualitätsmedien geköchelt wird. Einen Knochen oder sogar etwas Fleisch daran, irgendein “hard fact”, haben die Dienste nicht geliefert, aber in guter Tradition nehmen die Staats,-und Konzernmedien die Vermutungen und Annahmen für bare Münze und Beweis, dass “Putin persönlich” dahinter steckt. Und kochen den Bullshit weiter und weiter…

Wie hohl diese Geschichte ingesamt ist, läßt sich an Robert Kirby, dem stammelnden Sprecher des State Departments beobachten, der zuerst zugibt, dass der veröffentlichte Bericht keine Beweise für russische Hacker und die Weitergabe an Wikileaks enthält und das dann damit begründet, dass Geheimdienste selbstverständlich “ihre Quellen und Methoden schützen müssen” und nicht alles veröffentlichen können. Auf die Frage, ob die Öffentlichkeit nicht doch Anspruch auf irgendeinen nachvollziehbaren Beweis habe, antwortet er mit dem Hinweis, dass schließlich alle  17 Geheimdienste zu derselben “Einschätzung” (assessment) gekommen seien, das käme selten genug vor und sollte  wohl genügen. Einen Vergleich mit den assessments zu den WMD des Irak hielt Mr. Kirby für unangebracht – diese Fehler seien 15 Jahre her und seitdem hätten sich die Geheimdienste wesentlich verbessert.

Die peinliche Nummer ergänzt unsere Diagnose von der Intensivstation, dass es sich bei dieser ganzen Story um russische Hacker und Wahlbeeinflussung um eine klasssische Variante von “Fake News” handelt: zu Fakten aufgeblasene Gerüchte mit politischer Agenda.  Eine weitere Variante –  zu Fakten aufgeblasene gefälschte Dokumente – wurde pünktlich zur ersten Pressekonferenz von Donald Trump von CNN und Buzzfeed präsentiert: die haarsträubende “Golden-Shower”-Story, dass Trump im Ritz Hotel Moskau das Zimmer verlangt hätte, das Obama dort einmal belegt hatte und dann Prostituierte auf sein Bett pinkeln lies. Das 35-seitige Dossier mit  diesen Räuberpistolen, nach denen Russland über reichlich kompromitierendes Material über Trump verfügt –  angeblich das   “Geheimdokument” eines britischen James Bond-Kollegen vom MI6 – kuriserte seit Monaten unter Journalisten.  Einige Andeutungen daraus landeten schon im Herbst in verschiedenen Storys, die Trump als Marionette Russlands porträtierten. Doch schon der Seitenkopf des Dokuments zeigt, dass es sich um eine Fälschung handeln muss,   “Confidential/Sensitive Source” schreibt kein Geheimdienst über seine Papiere, “Sensitive Source” deutet sofort auf Fake.

Dass der Buzzfeed-Chef Ben Smith seinen Fake-Journalismus mit dem Hinweis begründet, “die Öffentlichkeit” solle über die Echtheit und die Vorwürfe entscheiden und damit versucht, seinem blöden Laden einen Hauch von Wikileaks-Nimbus zu verpassen, ist unverschämt. Kein einziges der von Wikileaks seit zehn Jahren publizierten Dokumente hat sich als Fälschung erwiesen, alles war echt. Wie zuletzt die Mails der demokratischen Partei, die nicht durch  Hackerzar Putin, sondern durch ein internes Leak zu Wikileaks kamen. Dafür gibt es Zeugen – doch sie passen nicht in das Narrativ, das sich die Yankees und die Clinton-Maschine für ihre selbstverschuldete Niederlage erfunden haben und mit Hilfe ihre Bataillone in Medien und Geheimdiensten durchdrücken wollen. Nachdem der Untersuchungsbericht über den Russenhack niemanden mit IQ über Bordsteinkante überzeugen konnte, wirkt der Pipifax-Bullshit von Buzzfeed wie das letzte verzweifelte Gefecht eines Kampfs,  Trump zu delegitimieren und seine Inauguration zu verhindern.

Mit dieser plumpen Fälschung, die  darauf zurückgeht, dass  die Clinton-Kamapagne einen Spezialisten beauftragte, Schmutz gegen Trump aufzutreiben – Moon of Alabama spekuliert anhand einiger Indizien des Papiers über eine Conncetion zu ukrainischen Nazis – erweisen sich die Demokraten nicht nur als schlechte Verlierer, sondern auch der Demokratie einen Bärendienst. Für die Debatte um Fake News indessen ist der Mythos Nr. 1 – Fake News machen immer nur die Anderen –  mit dieser Kampagne schon mal nachhaltig demontiert…

UPDATE Gut gegeben: Trump moderiert den Reporter von CNN, die den Pipifax-Bullshit  gesendet haben, in der Pressekonferenz ab:

10
Jan, 2017

BGH: Journalistendarsteller dürfen als Lobbyisten enttarnt werden

    comments 6 Kommentare

Über die Klage der beleidigten Pre$$titute Josef Joffe gegen das Kabarett “Die Anstalt” hatten wir vor zwei Jahren mit der gebührenden Verachtung berichtet. Der transatlantische Großschurnalist hatte auf Unterlassung geklagt, weil sich die Satiriker bei der Anzahl der Lobbyorganisationen, denen er angehört, auf einer Schautafel verzählt hatten. Das Landgericht Hamburg sah in dieser Ungenauigkeit nur einen unwesentlichen Fehler und lehnte das Ansinnen ab, denn dass Joffe bis zur Halskrause im Auspuff neo-liberaler Think-Tanks steckt läßt sich nicht bestreiten.
Und soeben kommt ein Ticker rein, der bestätigt, dass anders als auf hochdekorierte Journalistendarsteller auf unseren hohen Gerichte doch noch halbwegs Verlass ist:

“Zeit”-Journalisten scheitern vor BGH in Streit mit Satireformat “Die
Anstalt”

Karlsruhe (AFP) – Der Herausgeber der Wochenzeitung “Die Zeit”, Josef
Joffe, und der “Zeit”-Journalist Jochen Bittner sind mit
Unterlassungsklagen gegen die ZDF-Satiresendung “Die Anstalt” endgültig
gescheitert. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte am Dienstag
weitgehend ein Urteil des Landgerichts Hamburg. Gestritten wurde über
Angaben zur Mitgliedschaft in Lobbyorganisationen. (Az. VI ZR 561/15 und
VI ZR 562/15)

In der Sendung vom 29. April 2014 war die Frage der Unabhängigkeit von
Journalisten beim Thema Sicherheitspolitik thematisiert worden. Dabei
wurde angegeben, Joffe sei Mitglied, Vorstand oder Beirat in acht und
Bittner in drei entsprechenden Lobbyorganisationen. Laut BGH stimmten
die Angaben zu den Interessenkonflikten wegen unstreitiger
Mitgliedschaften in Lobbyorganisationen grundsätzlich. Dass eine
Schautafel dazu fehlerhaft gewesen sei, spiele in einer satirischen
Sendung keine entscheidende Rolle.

Laut BGH muss in einem satirischen Fernsehbeitrag zudem beachtet werden,
“welche Botschaft bei einem unvoreingenommenen und verständigen
Zuschauer angesichts der Vielzahl der auf einen Moment konzentrierten
Eindrücke ankommt”. Der Sendung lasse sich deshalb im Wesentlichen nur
die Aussage entnehmen, es bestünden “Verbindungen zwischen den Klägern
und in der Sendung genannten Organisationen”. Diese Aussage sei zutreffend.

UPDATE: Fachanwalt Markus Kompa hat die Sache hier und hier im Detail analysiert.

7
Jan, 2017

“Fake News” auf der Intensivstation

    comments 16 Kommentare

Wo Medien,-und Web-Konzerne international gerade eine ganz  große Koalition gegen Fake News bilden, will dieser kleine Blog natürlich nicht zurückstehen. Wir werden hier künftig deshalb gelegentlich “News” auf den Seziertisch legen und auf “Fake-News”-Indikatoren durchleuchten. Heute geht es um  einen “Spiegel Online”-Artikel, der schon in der Überschrift klar machte, dass es um einen Akut-Patienten handelt, der dann auch umgehend in die investigative Intensivstation eingeliefert wurde. 

 

Russland soll Mails über Umwege an WikiLeaks weitergegeben haben

Die US-Geheimdienste wissen nach eigenen Angaben, wer die E-Mails über die Demokraten an WikiLeaks weitergeleitet hat. Das geht aus einem von US-Präsident Obama angeordneten Geheimbericht hervor.

( Der Konjunktiv als engster Mitarbeiter und wichtigstes Werkzeug jeder Fake-News-Produktion kommt hier gleich in der Überschrift um Einsatz. „Soll“, „könnte“, hätte“ sind Fake-News-Indikatoren par excellence, die zeigen, dass es sich hier nicht um eine Nachricht, sondern um ein Gerücht handelt. In diesem Fall die Behauptung, dass Mails von Russland an Wikileaks gegangen sein sollen. Über „Umwege“ deutet dann an, dass man weder wirklich weiß, ob die Mails von Russland an Wikileaks gegangen sind, noch wie, auf welchem Weg, außer auf irgendwelchen Umwegen. Die „US-Geheimdienste“ aber wissen „nach eigenen Angaben“ wer es war und haben einen „Geheimbericht“ verfasst, aus dem das hervorgeht. Nun sind Geheimberichte aus denen etwas hervorgeht ja nicht mehr geheim, was einerseits die Spannung auf den Artikel steigert – andererseits aber sind anonyme „Angaben“ von „Geheimdiensten“ eine ebenso starker Indikator für Fake-News wie der Konjunktiv. )

Die US-Geheimdienste wollen die “Akteure” identifiziert haben, über die russische Hacker die erbeuteten E-Mails der Demokraten an WikiLeaks weitergegeben haben. Das berichten die “Washington Post” und CNN, die sich auf einen Geheimbericht berufen, den US-Präsident Barack Obama am Donnerstag erhalten hat. Demnach sind sich die Geheimdienste sehr sicher, dass Russland hinter den Hackerangriffen steckt.Die erbeuteten Daten sollen vom militärischen Geheimdienst GRU über einen “verschlungenen Weg” zu WikiLeaks gelangt sein. So sollte die Quelle verschleiert werden.

(Die Geheimdienste behaupten, Akteure identifiziert haben und haben außer dem Präsidenten auch Washington Post und CNN in ihren „Geheimbericht“ schauen lassen. Wer die angeblich identifizierten Akteure wirklich sind, wird nicht mitgeteilt, was aber die Hintermänner betrifft sollen die Geheimdienste „sehr sicher“ sein, dass Russland dahintersteckt, denn die Mails „sollen“ über den GRU auf “verschlungenen Wegen” zu Wikileaks gelangt sein. Hier wird der Feind, der russische Militärgeheimdienst, beim Namen genannt, im Konjunktiv der Tat bezichtigt und ihm dabei eine besondere Heimtücke unterstellt: Statt einfach bei Assange in der Botschaft anzurufen, sollen die raffinierten Russen einfach die Quellen „verschleiert“ haben. Gemein!)

Als weiteres Indiz führen die Geheimdienste demnach an, dass russische Regierungsmitglieder den Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl als einen geopolitischen Erfolg für Moskau gefeiert hätten. Das soll aus abgefangener Kommunikation zwischen hohen russischen Beamten hervorgehen.

(Diese barbarischen Russen, feiern die Wahlniederlage der Dame, die ihren Präsidenten als erste Politikerin als „Hitler“ diffamiert hat und lassen die Korken knallen! Dieses „Indiz“, angeblich aus abgehörten Gesprächen von namenlosen „hohen russischen Beamten“, ist ohne Kenntnis der O-Töne zwar wertlos und nur ein Gerücht, leitet aber die neueste Enthüllungsstory der WaPo ein, und sorgt gleich für den richtigen psychologischen “Freund/Feind”-Spin)
read more…

2
Jan, 2017

Nafris, Rubus und andere Abkürzungen

    comments 21 Kommentare

Ein Twitter der Kölner Polizei, die eine große Gruppe Nordafrikaner als “Nafris” abkürzte wird derzeit in politisch korrekten Kreisen als menschenverachtend kritisiert, und die Tatsache, dass die massenweise angereisten Jungmänner am Bahnhof Personenkontrollen unterzogen wurden, als “rassistisches Profiling” verdammt. Da kann man eingedenk des Dramas vor dem Kölner Bahnhof vor einem Jahr nur fragen: gehts noch ? Was soll die Polizei angesichts dieser Vorfälle  denn tun außer genau diese Gruppe, die ostentativ und provokativ zum “Tatort” zurückkehrt, genauestens unter die Lupe zu nehmen ? Was ja wohl nichts anderes heißt,  als jeden Nafri einer Personenkontrolle zu unterziehen, zumal wenn sie zu Hunderten in Gruppen anreisen. Einer Horde Fußballfans, die ein Jahr zuvor an selber Stelle derart “gefeiert”  hätte, wäre es sicher nicht anders ergangen, man hätte sie vielleicht auch mit “Hools” abgekürzt und genau kontrolliert, obwohl längst nicht alle gewaltbereite Hooligans sind . So wie unter den Nafris längst nicht alle Antänzer, Grapscher oder Taschendiebe sind. Letzere werden im Polizeijargon, wenn sie in Gruppen vermutlich rumänisch-bulgarischen Ursprungs auftreten, auch als “Rubus” abgekürzt. Sich nach dem Hype um Köln 2015/16 über solche Abkürzungen, die in jedem Arbeitsbereich und in jeder Branche an der Tagesordnung sind,  ernsthaft aufzuregen und der Polizei Rassismus vorzuwerfen, weil sie ihren Job macht, ist realitätsblind und dumm. Und nur etwas für Leute, deren PC-Macke sich auch schon ins Tierreich erstreckt: sie sprechen dann nicht mehr von Ratte, sondern nur noch von “Nagetier mit Kanalisationshintergrund”…

1
Jan, 2017

Hardware der Grizzly Steppe entdeckt

    comments 3 Kommentare

Zum neuen Jahr hat die amerikanische Regierung nun endlich Belege dafür geliefert, dass die bisher immer nur behaupteten Angriffe russischer Hacker zwecks Manipulation der US-Wahlen nicht nur tatsächlich stattgefunden haben, sondern dass die “Cyberkriminellen” auch im direkten Auftrag der Regierung tätig geworden sind. Dazu hat die NSA zu Sylvester jetzt ein Foto veröffentlicht, das letzte Zweifel ausräumt. Es zeigt das aus russischer Produktion stammende Spionage-Tool, das an den Servern Hillary Clintons und in der Demokratischen Parteizentrale sichergestellt wurde und eindeutig zeigt wohin der digitale Output der Betroffenen auf direktem Wege umgeleitet wurde

Nachdem die vom Weissen Haus letzte Woche veröffentlichten Beweise über einen von den russischen Hacker-Bären verwendeten Code namens “Grizzly Steppe” in Technikerkreisen eher Kopfschütteln und Lachsstürme erzeugten –  weil der vom Homeland Security Ministerium so bärig getaufte Sourcecode im Netz jedermann und keineswegs nur Russen zugänglich ist – dürfte mit dem nunmehr vorliegenden Fotobeweis auch die Bevölkerung überzeugt werden, die je nach Umfrage zwischen 60% und 80% die ganze Russenhacker-Story  nach wie vor für Fake News hält. Doch an diesen harten Fakten kommt jetzt niemand mehr vorbei. Wie der hier stark vergrößerte Nanotech-Datensauger in die streng gesicherten Rechner gelangen konnte,  wird derzeit noch ermittelt, die Beschriftung läßt allerdings keinen Zweifel mehr zu, wer für die Angriffe auf die amerikanische Demokratie direkt verantwortlich ist.

UPDATE: (vom Schockwellenreiter): Neben der CIA, dem FBI und dem Secret Service wurden auch Batman und Captain America zur Aufklärung des Falles hinzugezogen. Das zeigt, wie ernst in den USA die russische Bedrohung gesehen wird.

31
Dec, 2016

Nirgendwo in Blüte

    comments 1 Kommentar

Unsere Neujahrsansprache ist dieses Jahr zwar schon fast 500 Jahre alt, das Problem, das sie benennt, spitzt sich allerdings immer gefährlicher zu.  Einige Lösungswege haben wir in “Die ganze Wahrheit über alles” aufgezeigt. 2017 wäre es an der Zeit, sie zu gehen, denn wenn alles so weiter geht, geht bald nichts mehr… Guten Rutsch!

»Wenn ich daher alle unsere Staaten, die heute nirgendwo in Blüte stehen, im Geiste betrachte, und darüber nachsinne, so stoße ich auf nichts anderes, so wahr mir Gott helfe, als auf eine Art Verschwörung der Reichen, die den Namen und Rechtstitel des Staates missbrauchen, um für ihren eigenen Vorteil zu sorgen. Sie sinnen und hecken sich alle möglichen Methoden und Kunstgriffe aus, zunächst um ihren Besitz, den sie mit verwerflichen Mitteln zusammengerafft haben, ohne Verlustgefahr festzuhalten, sodann um die Mühe und Arbeit der Armen so billig als möglich sich zu erkaufen und zu missbrauchen. Haben die Reichen erst einmal im Namen des Staates, das heißt also auch der Armen, den Beschluss gefasst, ihre Machenschaften durchzuführen, so erhalten diese sogleich Gesetzeskraft.«

Thomas Morus (1478-1535), Utopia

30
Dec, 2016

Nicht rechts, sondern echt

    comments 2 Kommentare

Der Macher von KenFM, Ken Jebsen,  wurde in den Medien immer wieder als irgendwie “rechts” oder gar als Anführer einer “Querfront” von Rechten und Linken bezeichnet, was mir aber nie aufgefallen war – weder bei den Interviews, die er noch als ARD-Mann und später auf KenFM mit mir führte, noch bei der Sichtung des Programms von KenFM. Stattdessen entdeckte ich ein  aufklärerisches, linkes Programm – und einen Moderator und Macher, der nicht „rechts“ ist, sondern echt: als Kriegsgegner und Anti-Militarist, als Vertreter sozialer Gerechtigkeit und scharfer Kritiker des neoliberalen „Jeder gegen Jeden“, als Anti-Rassist und strikter „Anti-Anti-Semit“, der Israel oft bereist und seine Verwandten dort besucht hat – und mit 545 Folgen „RückblickKEN“ den ARD-Rekord im Warnen vor Faschismus, Gewalt  und Holocaust hält. Dass das öffentlich-rechtliche Radio Ken Jebsen rausekelte, weil ein  berüchtigter Denunziant, der  Journalist der Springer-Presse Henryk Broder, ihn als „Holocaustleugner“ diffamierte, ist insofern ein echter Treppenwitz. Zumal KenFM als nutzerfinanzierte Plattform im Netz jetzt mehr Menschen erreicht als jemals im rbb-Radio.

Weil mich dieser Skandal und der Erfolg von KenFM interessierte, den ich als eine Art “best practice” im Zeitalter der Zeitungskrise sehe, habe ich Ken Jebsen im Sommer drei Tage lang interviewt und daraus ein Buch gemacht. Es ist sehr gut geworden und für alle, die  “irgendwas mit Medien” am Hut haben eigentlich Pflichtlektüre:
“Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” (256 Seiten, 18 Euro), eine Sneak Preview auf das Vorwort gibt es hier und um Bestellungen beim Verlag  (notfalls auch bei den üblichen Verdächtigen) wird gebeten.
Hier die 29. Folge des Medienmaganzins “Me, Myself & Media”, die am 24.12. erschienen ist und unter anderem die nach wie vor höchst merkwürdigen Ungereimtheiten des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt zum Thema hat:

28
Dec, 2016

Real News aus Pipelinestan

    comments 1 Kommentar

Die Mainstreammedien in den USA beginnen in Sachen Syrien zurückzurudern und ihre bisherigen “Nachrichten” über den Konflikt als das zu diskreditieren, was sie waren: Fake News. Siehe zum Beispiel diesen “Reality Check” auf CBS, der “3 Facts the National Media Isn’t Telling You About Aleppo” richtigstellt, auf denen die hier erzählte Legende bisher basierte: Erstens die Tatsache, dass es keine “moderaten Rebellen” sind, die in Syrien gegen Assad kämpfen, sondern islamistische Kopf-Ab-Briagden; zweitens, dass die syrische Armee nicht “die eigene Bevölkerung bombardiert”, sondern die einzige Kraft in Syrien ist, die mit Hilfe Russlands gegen ISIS und Al Qaida vorgeht; und drittens, dass die “White Helmets” keine neutrale Sanitätsabteilung sind, sondern eine vom Westen finanzierte Kriegspartei und Propagandatruppe.

Nun macht zwar eine kleine “Real News”-Schwalbe auf CBS noch keinen Sommer, aber deutet immerhin an, dass die ersten nicht völlig verblendeten und gehirngewaschenen Journalisten kapieren, dass sie mit der Story vom “demokratischen” Kampf gegen einen “blutigen Diktator” einem ähnlichem Fake aufgesessen sind wie 2003 mit den Massenvernichtungswaffen Iraks. Dass die angeblich massakrierte Zivilbevölkerung in Aleppo massenhaft jubelte und die dort lebenden Christen erstmals seit Jahren friedliche Weihnachten feiern konnten,war in den noch auf Fake News geeichten Leitmedien zum Fest allerdings nicht die Top-Meldung, sondern fiel in der “Lückenpresse” weitgehend unter den Tisch. Immerhin konnte Götz Aly in der Berliner Zeitung darauf aufmerksam machen, dass es an der Zeit ist, die Polit-Märchen über Syrien zu beenden und statt ideologischem Wunschdenken wieder Realpolitik zu betreiben.

Dies bedeutet, nach dem Scheitern von Plan A – dem Regime Change in Damaskus – jetzt auch den Plan B, die Zerschlagung und Balkanisierung des syrischen Territoriums fallen zu lassen, und eine echte Friedenspolitik für Syrien zu betreiben. Nicht wie die Briten und die USA, die sich mit der Niederlage nicht abfinden wollen und weitere Waffenlieferungen an die Al Nusra-Terroristen planen, sondern eher so wie es die Russen tun, denen es bereits Anfang Dezember gelungen ist, einen der Hauptfinanziers der Dschihadisten in Syrien – Katar – umzudrehen und einen Stopp der Geldströme zu erreichen – indem sie ein Fünftel der Aktien von “Rosneft”, des größten russischen Energiekonzerns, an Katar verkauften. Wer die Hintergründe des ganzen Syrienkriegs kennt – die Tatsache, dass es dabei nicht um “Menschenrechte” und “Demokratie”, sondern um Öl und Gas (-Pipelines) geht, kann die Bedeutung dieses Deals zwischen Moskau und Doha ermessen: hinter den Kulissen haben sich die beiden größten Erdgas-Produzenten der Welt geeinigt und betreiben nun gemeinsame Geschäfte.

Ob nun Gazprom seine schon bis in die Türkei führende “Blue Stream”-Pipeline verlängert und/oder der Iran sein Öl künftig ans syrische Mittelmeer liefert und/ oder am Ende  doch noch Katar und Saudi-Arabien mit ihren Plänen zum Zuge kommen, deren Absage durch Assad dazu führte, dass der  “sympathische Augenarzt” Assad in den Medien zum “blutigen Diktator” mutierte, der entfernt werden musste – dieser Ausgang der Schlacht um Pipelinenistan ist noch nicht entschieden. Mit der Vertreibung der Dschihadisten aus Aleppo scheint aber ein entscheidender Schritt gemacht, dem Treiben der islamistischen Söldner in Syrien und ihrem ISIS-“Kalifat” ein Ende zu setzen. Dann ist noch immer kein Frieden, aber das tägliche Morden und die Vertreibung wären weitgehend eingedämmt. Und auf Basis von Real News könnte Politik gemacht werden, statt mit Fake News immer nur Krieg…

26
Dec, 2016

Gestrüpp unter Nase – Old Shatterhands sehr deutscher Bart.

    comments 1 Kommentar

Gestern abend schaute ich “Winnetou”. Es war gewissermaßen Pflichtprogramm und  lief erstaunlicherweise ohne Werbung, als ob  RTL zum Fest einen Adblocker eingebaut hätte. Karl May  war mein erster Lieblingsschriftsteller. Nach Wilhelm Busch und den Brüdern Grimm, die ich vom Vorlesen kannte  war das erste Buch, das ich mit 8 oder 9 Jahren selbst und bis zuende gelesen hatte Sammy Drechsels Fußballroman “Elf Freunde müßt ihr sein”. Und danach kam dann bald alles, was von den dicken, dunkelgrünen  Karl May Bänden in der Leihbibliothek verfügbar war. Weil wie im Fußball auch bei der Literatur die Regel “Einmal Fan, immer Fan” gilt, ließ ich auch später auf den sächsischen Großepiker nichts kommen, auch und gerade nachdem ich gelernt hatte, dass er seine Reisen durch den Wilden Westen und das wilde Kurdistan nur halluziniert hatte und kritische Germanisten ihn als “Protofaschisten” porträtierten, den auch schon der junge Hitler gut gefunden hätte. Da hielt ich es eher mit Ernst Bloch, der Karl May  neben Hegel stellte und in “Erschschaft dieser Zeit” notierte: “Old Shatterhand trägt einen sehr deutschen Bart, und seine Faust schmettert imperialistisch herab.”

Das scheinen auch die Autoren der Neuverfilmung gelesen zu haben, denn dort fragt Winnetou den zum Eisenbahnbau ins Apatschen-Land gekommenen Deutschen, warum er eigentlich einen Schnauzbart (“Gestrüpp unter Nase”) trage. Nicht zufällig ist der zum Anti-Imperialismus und Völkerverständigung neigende Indianerfreund Shatterhand am Ende dann so glatt rasiert wie weiland Lex Barker in den 1960ern. Diese Filme gehörten damals ebenfalls zum Pflichtprogramm, wurden Kult taugen heute aber allenfalls noch zu Nostalgiezwecken. Von daher hatte ich von einer Neuverfilmung eher wenig erwartet und war dann sehr angenehm überrascht, wie dem alten Stoff ein irgendwie neues, zeitgemäßes Leben eingehaucht wurde.

Da wünscht man sich fast, dass nach dem humanistischen Indianderfreund Shatterhand alsbald auch der Orientexperte Kara Ben Nemsi einer Neuinszenierung unterzogen wird. Denn auch wenn man das christlich-pazifistische Weltbild des Maysters, seine Hoffnung dass  von “der Liebe dem Hasse das Schwert aus der Hand gewunden wird”, als naiv abtun kann – seine Expertise zur “orientalischen Frage”, die mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches Ende des 19. Jhds. und Aufständen auf dem Balkan und in Asien das große geopolitische Thema der Zeit war, in der May diese Romane schrieb, scheint angesichts eines “Islamischen Staats” und eines Sultans Erdogan durchaus wieder aktuell.

In “Von Bagdad nach Stambul” fragt Sir David Lindsay Kara Ben Nemsi nach seiner Ansicht zur Lage im Mittleren und Nahen Osten und Karl May holt zu einer längeren Lektion aus, die in einer durchaus weihnachtlichen Predigt mündet:

“Ich habe mich niemals leidenschaftlich mit Politik beschäftigt, und die orientalische Frage ist mir gar ein Greuel. Wer sie erst definieren kann, der mag sie danach lösen. Sie und der sogenannte „kranke Mann“ haben mich selbst in der lebhaftesten Gesellschaft stets zum sofortigen Schweigen gebracht. Ich habe nicht politische Medizin studiert und kann also nicht sagen, an welcher Krankheit dieser Mann leidet; aber ich meine sehr, daß grad ganz in seiner Nähe Zustände herrschen, welche ich nicht gesund nennen möchte. Der Türke ist ein Mensch, und einen Menschen macht man nicht damit gesund, daß die Nachbarn sich um sein Lager stellen und mit Säbeln ein Stück nach dem andern von seinem Leibe hacken, sie, die sie Christen sind. Einen kranken Mann macht man nicht tot, sondern man macht ihn gesund, denn er hat ein ebenso heiliges Recht, zu leben, wie jeder andere. Man entzieht seinem Körper die Krankheitsstoffe, welche ihm schädlich sind, und reicht ihm dagegen das Mittel, welches ihn heilt und wieder zu einem leistungsfähigen Menschen macht. Der Türke war einst ein zwar rauher, aber wackerer Nomad, ein ehrlicher, gutmütiger Gesell, der gern einem jeden gab, was ihm gehörte, sich aber auch etwas. Da wurde seine einfache Seele umsponnen von dem gefährlichen Gewebe islamitischer Phantastereien, Lügen und Widersprüche; er verlor die Klarheit seines ja sonst schon ungeübten Urteiles, wollte sich gern zurecht finden und wickelte sich desto tiefer hinein. Da ward der bärbeißige Gesell zornig, zornig gegen sich und andere; er wollte sich einmal Gewißheit schaffen, wollte einmal sehen, ob es wahr sei, daß das Wort des Propheten auf der Spitze der Schwerter über den Erdkreis schreiten werde. (…)
Nur ein einziger steht von ferne, mit christlicher Teilnahme im Herzen. Er war ihm einst ein ehrlicher Feind und möchte ihm nun auch ein ehrlicher Freund sein. Er hat eingesehen, daß der Türke ein ebenso großes Recht hat, sein Land zu behalten, wie Preußen sein Schlesien, Sachsen und Hannover behalten hat. Dem Kranken, um welchen die Geier lauern, ist schon der aufrichtige Blick dieses Einen eine Bürgschaft der Genesung, und darum fühlt er sich bereit, ihm zuliebe selbst das zu thun, was er sich von anderen nie erzwingen ließe.
Dieser Einzige ist der Deutsche. Ist dem Germanen wirklich die weltgeschichtliche Rolle zugeteilt, der Träger christlicher Humanität zu sein, so ist er sicher überzeugt, daß Mekka einst veröden wird, wenn die Liebe dem Hasse das Schwert aus der Hand gewunden hat. Oder ist es vielleicht Wahnsinn, zu glauben, daß der Türke ein Christ werden könne? Das hieße nichts anderes, als die Macht des Evangeliums verleugnen.
– – –
Warum aber diese Einleitung? Einfach darum: Ich hasse den Türken nicht, sondern er dauert mich, weil ich ein Christ bin, und es thut mir immer wehe, wenn ich einen Türkenfresser behaupten höre, daß dem Osmanen nicht zu helfen sei. Das ist Pharisäer-Hochmut, aber kein Christensinn. Die Streiter unserer heiligen Kirche besitzen mächtigere Waffen, als Schwerter und Kanonen es sind. Diese Waffen haben Weltreiche ohne Blut erobert. Warum soll diese Eroberung des Friedens nicht still und kräftig weiterschreiten? Das ist die Lösung der orientalischen Frage, wie der Christ sie sich denkt.”

24
Dec, 2016

Make Love Great Again

    comments 8 Kommentare

Die Weihnachtskarte von Freund Seyfried aus 2011 paßt immer noch – und gerade jetzt besonders. Denn wir haben den Terror ja nicht wegen der Flüchtlinge, sondern wir haben die Flüchtlinge wegen des Terrors. Dies gilt es bei allen “Konsequenzen”, die jetzt gefordert werden, immer zu bedenken. In diesem Sinne wünsche ich allen friedliche Weihnachten und ein frohes Fest. Die Parole für 2017 lautet: Make Love Great Again!

24
Dec, 2016

Same procedure as every year, James!

    comments 5 Kommentare

Mit dem Terror ist es wie beim “Dinner For One”,  zu  dem Miss Sophie an ihrem Geburtstag imaginäre Gäste empfängt, deren sämtliche Gläser dann der Butler leeren muss. Um auf seine Nachfrage vor jeder neuen Runde, ob alles wie im letzten Jahr laufen soll, die ikonisch gewordene Antwort  “Same procedure as every year, James!” zu erhalten. Für das Drehbuch von Terroranschlägen ist die Zeile mittlerweile aber ebenso angebracht: sie laufen immer nach demselben Muster, mit imaginären weil verstorbenen Gästen, die aber namentlich bekannt sind. Seit der unkaputtbare  magische Pass des Satam Al Suqami, eines der vermeintlichen “Hijacker” des 11.Spetember 2001, den Crash in das World Trade Center überlebte, hinterlassen Terroristen regelmäßig ihre Ausweise am Tatort: wie in Nizza und Paris jetzt auch in Berlin. Dort hatte der Amokfahrer Anis Amri nicht nur seine Ausweispapiere, sondern auch eine Geldbörse und sein Handy zurück  gelassen. Über die merkwürdige Verspätung, mit der diese Fundstücke auftauchten, hatte ich im letzten Beitrag schon vermutet, dass es sich dabei um “Nachbesserungen” der Beweislage handeln könnte, weil bis dahin die vorliegenden Informationen über den Verdächtigen nicht gerichtsfest waren und aus Geheimdienstquellen stammten.

Dass der Pegida-Gründer Bachmann schon zwei Stunden nach der Tat am Montagabend von einem tunesischen Verdächtigen twitterte und sich auf Ermittlungen der Berliner Polizei berief   – die zu diesem Zeitpunkt noch einen vom Tatort geflüchteten Pakistani verhörte ( und sehr schnell wieder laufen lies)  –  passt zu dieser Vermutung.  Ebenso wie die mittlerweile bekannt gewordene Fakten aus der jüngsten Vergangenheit des Asin Amri, der nicht nur der Polizei, sondern auch den Geheimdiensten bestens bekannt war und von März  bis September 2016 observiert wurde. Denn der junge Mann war kein Flüchtling des “arabischen Frühlings”, sondern ein gewalttätiger Krimineller, der in Italien schon mehrere Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Weil Tunesien nach der Entlassung Amris aus dem italienischen Knast die Annahme des abzuschiebenden Klienten verweigerte und seine Identität anzweifelte – eine auch von Marokko und anderen nordafrikanischen Staaten gern angewandte Methode, um ihre kriminellen Landsleute fern zu halten – konnte er 2015 ungehindert nach Deutschland reisen, obwohl seine Akte in die Schengen-Datenbank eingespeist war.   Auch nachdem er hier gegenüber V-Leuten Interesse an Waffen und gewalttätigen Aktionen geäußert hatte, sahen die Behörden noch keinen Grund zum Eingreifen. In Berlin sei er nicht durch Kontakte zur radikal-islamischen Szene, sondern nur als Kleindealer im Görlitzer Park aufgefallen, heißt es. Im Sommer wurde Amri mit falschen Ausweispapieren in Ravensburg in Abschiebehaft genommen  – und wird tags darauf, obwohl sowohl sein krimineller wie auch sein islamistischer Hintergrund aktenkundig sind, wieder freigelassen. Wirklich verfolgt scheint sich der junge Mann auch nach seiner schrecklichen Tat nicht gefühlt haben, er besuchte laut rbb eine als Islamistenzentrale bekannte Moschee in der Perleberger Straße in Mobait, direkt gegenüber der Polizeidirektion 3.

Angesichts dieser “Karierre”  stellt sich die Frage:   ist dies alles ein grandioses Behördenversagen mit tragischem Ausgang – oder haben wir es mit  einem gewaltbereiten, an der langen Leine geführten inoffizieller Mitarbeiter der Geheimdienste zu tun, den man  im geeigneten Moment von der Kette läßt.  Ich weiß, dass man über so etwas nicht laut nachdenken soll, weil unsere Dienste ja die Verfassung und die Demokratie schützen und niemals solche Mordtaten begehen lassen würden. Doch in kalter machiavellistischer Perspektive macht es aus staatlicher Sicht durchaus Sinn, den Terror selbst zu veranstalten und dann  durch seine Bekämpfung und Beseitigung die eigene Macht,- und Kontrollposition weiter auszubauen – alles nach der Methode: “Bereite die Lösung vor und schaffe dann das Problem”, die  schon seit Marcus Crassus (70 v.Chr.) erfolgreich praktiziert wird. Nicht zufällig sprach Altkanzler Helmut Schmidt noch 2007  von Staatsterrorismus. Ob es sich bei der Operation Weihnachtsmarkt um einen solchen handelte, wird sich nicht wirklich klären lassen. Denn der  nach der vorhersagbaren “same procedure” auf der Flucht getötete Verdächtige sorgt jetzt nach wiederum derselben Prozedur dafür, dass eine wirkliche Aufklärung des Falles nicht mehr stattfinden wird. Täter tot, Klappe zu. Ausweise als Beweise müssen reichen

Wenn es aber nun keine Geheimdienstoperation war, um die Bevölkerung in Schrecken zu versetzen und weiter auf den “war on terror” einzuschwören, sondern es sich bei Asin Amri um einen authentischen Terroristen handelte, der infiltriert mit islamistischer Ideologie  diese Wahnsinnstat aus freien Stück begangen hat, dann wäre angesichts des institutionellen Großversagens der Rücktritt  der Verantwortlichen vom Minister abwärts eigentlich überfällig. Denn die Behörden kannten die Anschlagpläne dieses Herrn und liesen ihn weiter machen… womit wir dann schon wieder mittendrin wären, in der Schlapphut-Community a la NSU… Hach… ich kann nur sagen: I’m sick of this shit. Frohes Fest!

21
Dec, 2016

Zur Ausweispflicht für Terroristen

    comments 26 Kommentare

Bei einer Explosion auf dem Weihnachtsmarkt in Aleppo hatte die Bevölkerung der umkämpften Stadt gestern keine Opfer zu beklagen, in Berlin indessen ringen die Ärzte immer noch um das Leben zahlreicher Verletzter und die Angehörigen trauern um die bisher 12 Menschen, die auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ums Leben kamen. Auch wenn das Bekenntnis des “IS”, dass es sich bei demTäter um einen “Bruder” gehandelt habe, keinerlei Beweiskraft hat, würde es in das Muster der dem “Islamischen Staat” und seinen Sympathisanten zugeschriebenen Attacken passen. Dass diese Terroristen jetzt nicht mehr nur in Syrien aktiv werden, sondern auch zunehmend in Europa, enstpricht der Gefechtslage “vor Ort”, wo es dank der Erfolge der syrischen und irakischen Armeen für das “Kalifat” immer enger wird. Und so erreicht der “Heilige Krieg” nicht nur die Weihnachtsmärkte in Aleppo, sondern auch die in Berlin.

Als heute Nachmittag die Nachricht kam, dass in dem Tatfahrzeug Papiere eines Tunesiers gefunden wurde, der Kontakte zur salafistischen Szene und auch zu einem dort tätigen V-Mann des Verfassungsschutzes gehabt haben soll, kam mir natürlich sofort die “Ausweispflicht für Terroristen” in den Sinn, die seit 9/11 dafür sorgt, dass Identitätspapiere der Täter regelmäßig an den Tatorten gefunden werden. Diesesmal soll es sich um eine in Fussraum des Lkws entdeckte “Duldungsbescheinigung” handeln.

Dass dieser Fund und die öffentliche Fahndung nach dem Verdächtigen namens Anis Amri erst 36 Stunden nach der Tat erfolgte, nachdem die Medien zuvor 1,5 Tage  in Endlosschleife Nachrichten ohne Nachrichten über das Ereignis sendeten, ist sehr merkwürdig, denn Tatfahrzeuge werden wie jeder Tatort-Zuschauer weiß, nicht erst am nächsten Tag im “Labor”, sondern schon vor Ort untersucht. Ein zerknülltes Dokument im Fußraum des Wagens hätte also spätestens nach einer Stunde auffallen und der Verdächtige sofort zur Fahndung ausgeschrieben werden müssen. Warum also so spät ? Ein Experte in Polizei,- und Ermittlungssachen, den ich dazu befragte, sagte: “Ich kann mir ja gut vorstellen, dass du – Stichwort “Gladio”, staatlich organisierter Terror – gleich wieder eine Großverschwörung witterst. Es könnte aber auch eine kleinere sein: über den  als “Gefährder” schon polizeibekannten Verdächtigen lagen Erkenntisse von Geheimdiensten vor, gegenüber V-Leuten hat er über sein Vorhaben möglicherweise schon gesprochen, für den Richter reichen solche Geheimdiensthinweise aber als Gründe für einen Haftbefehl oft nicht aus. Die Dienste erzählen bekanntnlich viel und längst nicht alle Richter folgen diesen Geschichten. Wenn  die Erkenntnisse aus illegalen Telefonüberwachungen von NSA oder BND stammen sind sie gerichtlich ohnehin nicht verwertbar. Die Polizei hat also durchaus Erkenntnisse über den Verdächtigen, kriegt ihn aber damit nicht zu fassen. Also läßt man das Fahrzeug nochmal vom BKA untersuchen – und “findet” dann das Dokument, das man vorher schnell kopiert hat.” – Und das Muster der immer wieder bei Terroranschlägen gefundenen Ausweise ? – “Das allein sagt eigentlich noch nichts. Der IS und auch die Hamas und andere islamistische Organisationen unterstützen die Familien der Selbstmordattentäter, die deshalb ein Interesse an Identifizierung haben.”

Dass jetzt alle auf dem Terror ihr Süppchen kochen, von Seehofer über das Innenministerium bis zu den rechtsextremen Geiern, macht das Terror-Bingo komplett.   . Als ob irgendeine “Obergrenze” für Flüchtende verhindern könnte, dass Terroristen mit Sattelschleppern in Menschenmengen rasen, als ob sich “Sicherheit” herstellen liese, indem man nur noch blonde und blauägige Asylbewerber zuläßt, als ob man in einer globalisierten Welt mit Bomben und Drohnen fröhlich Kriege führen kann ohne dass zu Hause irgendetwas zurückschlägt. Innenpolitisch läßt sich gegen solchen Terror nur sehr wenig machen; nur eine außenpolitische Wende, ein Stop des “war on terrors”, der die Welt mit Terror überzieht, kann ihn eindämmen. Bis dahin bleibt die Autobombe  die Airforce des kleinen Mannes.

UPDATE: Zu der oben zitierten These, dass mit Beweisen “nachgebessert” wurde, spricht die heutige Meldung, dass der Pegida- Gründer Lutz Bachmann schon zwei Stunden nach der Tat von einem tunesischen Verdächtigen twitterte und sich auf Ermittlungen der Berliner Polizei berief.

17
Dec, 2016

Der Trend geht zum Zweitbuch!

    comments 3 Kommentare

Zum vierten Advent bitte ich die Leserschaft dieses Blogs um ein wenig Unterstützung. Denn dass hier seit Jahren frisch und fröhlich  gebloggt wird wäre gar nicht möglich, wenn ich  für meine guten Worte nicht irgendwo auch Geld bekommen würde. Wie  für meine Bücher, die ja nicht nur sehr gut sind, sondern sich auch hervorragend als Geschenk eignen. Vor allem wenn sie ein Interesse oder einen Nerv der Beschenkten treffen und tatsächlich gelesen werden. Deshalb im Folgenden eine kleine Handreichung für wen was besonders geeignet ist:

dgw-cov-2Kaum schreibt man ein Buch mit dem Titel “Die ganze Wahrheit über alles” schon werden “Fake News” und das “postfaktische Zeitalter” zum Thema.  Dabei ist die  Wahrheit eigentlich ganz einfach: wir könnten die Erde ohne Weiteres in das Paradies verwandeln, das sie ja eigentlich ist, wenn wir die guten Ideen zur Lösung sämtlicher Probleme endlich umsetzen. In 72 Kapiteln zeigt das Buch nicht nur auf was gnadenlos schiefläuft in der Welt, sondern auch wie wir  es besser machen können. Mehr dazu hier sowie in diesem ausführlichen Interview über das Buch.  Laut Umfragen glaubt in Deutschland zum ersten Mal seit dem 2. Weltkrieg eine Mehrheit der Eltern nicht mehr, dass es ihren Kindern einmal besser gehen wird. Für alle, denen die Zukunft nicht egal ist, ist dieses Buch unverzichtbar.

der-fall-ken-jebsen-coverWenn jemand im Familien,-oder Freundeskreis “irgendwas mit Medien” zu tun hat, sei es weil er oder sie dort arbeitet oder gern arbeiten würde, oder viel im Netz unterwegs ist, weil die Fake News der etablierten Medien genauso nerven wie die auf Facebook, oder sich ernsthaft Sorgen macht über die Zeitungskrise und den Niedergang der öffentlich-rechtlichen Programme – dann ist  das soeben erschienene Buch  “Der Fall Ken Jebsen oder Wie Journalismus im Netz seine Unabhängigkeit zurückgewinnen kann” ein Muss. Denn es zeigt nicht nur, was schiefläuft im Medienbetrieb, sondern auch, wie man es richtig macht. Nach seinem Rauswurf bei der ARD nahm sich Ken Jebsen 2012 einen Keller, lieh sich eine Kamera und rief die Zuschauer zur Unterstützung auf. Heute ist KenFM einer der erfolgreichsten unabhängigen und crowd-finanzierten Kanäle im Netz.

wsdg-coverMenschen, die sich für Welt,-und Geopolitik interessieren, und den Konflikt mit Russland und der Ukraine verfolgen und nicht wirklich verstehen, können mit “Wir sind die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren” ihren Horizont deutlich erweitern. Das im Herbst 2014 erschienene Buch liegt mittlerweile in der 10. Auflage vor, im Januar 2017 wird es bei Rosspen Publishers auch in russischer Übersetzung erscheinen, auf Tschechisch ist es schon länger erhältlich. Dass das Buch noch immer hochaktuell ist, hat auch damit zu tun, dass das Bashing des russischen Präsidenten mittlerweile geradezu groteske Formen angenommen hat: nun soll Putin persönlich ja sogar Hillarys emails gehackt und Donald Trump inthronisiert haben. Wären diese haarsträubenden Verschwörungstheorien nicht ernst gemeint, könnte man nur darüber lachen. Wer die Hintergründe verstehen will, ist mit diesem Buch bestens beraten.

816UV-zrvQLHaarsträubende Verschwörungstheorien von zutreffenden, Fake News von Real News zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Deshalb habe ich schon 1999 das “Lexikon der Verschwörungstheorien” von Robert Wilson auf Deutsch herausgebracht – ein Klassiker, der in diesem Sommer in einer Neuausgabe endlich wieder greifbar bist. Wie bewegt man sich in diesem kultischen Zwielicht am Besten und welchen Erkenntnisgewinn man aus diesem Kaleidoskop von Verschwörungen ziehen ? Die Antwort lautet: „Du solltest die Welt als eine Verschwörung sehen, die von einer sehr eng verbundenen Gruppe nahezu allmächtiger Leute betrieben wird, und du solltest daran denken, dass es sich bei diesen Leuten um dich und deine Freunde handelt.“  Wer ketzerisches Querdenken, beißende Polemik und schwarzer Humor mag, auch (und gerade) wenn es um weltbewegende Ereignisse geht, wird dieses Buch lieben. Denn das sind Markenzeichen des Robert Anton Wilson, denen  man auf seinem Streifzug durch die Welt der Verschwörungstheorien immer wieder begegnet.

lalalalalalala

Mit meinem Ko-Piloten Sven Boettcher habe ich ja nicht nur “Die ganze Wahrheit” und das zum Verbrechen des Jahrhunderts nach wie vor defintive “11.9. -Zehn Jahre danach” geschrieben, sondern (unter dem Namen John S.Cooper) auch zwei Polit-Thriller, die ich allen, denen Sachbücher zu anstrengend sind,  empfehlen kann. In “Das fünfte Flugzeug” geht es um die Aufklärung von 9/11, in der Fortsetzung “Zero” um die Finanzkrise und eine virtuelle Währung, die den (2010 noch nicht existierenden vorhandenen) Bitcoin vorwegnimmt. Beides sind spannnende page turner die  man nicht aus der Hand legen kann wenn man einmal drin ist – das sage nicht ich, sondern sehr viele Leserinnen und Leser. Sven und ich hatten das Ganze eigentlich als Trilogie konzipiert, doch zum dem  dritten Cooper-Band  sind wir bisher nicht gekommen – vielleicht schaffen wir’s nächstes Jahr. Dann gibts Weihnachten die Fortsetzung…

11.9. - zehn Jahre danach_ Der Einsturz eines LügengebäudesSeit fünf Jahren auf dem Markt, und immer noch “Bestseller Nr.1 in Geschichte des 11. Septembers”, was keine Überraschung ist, denn schließlich zeigt  “11.9. -Zehn Jahre danach – Der Einsturz eines Lügengebäudes”, dass es sich bei der offiziellen Geschichte des 11.9. mit 99,9-prozentiger Sicherheit um die Fake News des Jahrhunderts handelt. In diesem Buch, wie auch in meinen anderen Arbeiten zu 9/11, wird keine Theorie über die wahren Täter und Hintermänner aufgestellt – das können nur Gerichte, die Zeugen vorladen und zurückgehaltene Dokumente sichten können – sondern dokumentiert, dass es sich bei der offiziellen Version um eine unbewiesene und haarsträubende Verschwörungstheorie handelt. Und das an einer Neu-Untersuchung dieses Jahrhundertsverbrechens, in dessen Folge der “war on terror” in den letzten 15 Jahren schon über 1,5 Millionen Leichen produziert hat, kein Weg vorbeiführt.

 

seyfried-broeckers_hanf_im_Ok…auch wenn all diesen Büchern immer wieder bescheinigt wurde, dass sie gut geschrieben und leicht zu lesen sind, ist das doch alles mehr oder weniger heavy stuff . Damit will man vielleicht ja nicht jede/n unbedingt beladen. Deshalb hier noch ein Klassiker, der seit je für Hochstimmung vor allem in jenen Haushalten sorgt,  in denen Weihnachten nach dem Motto “Rauche, staune, gute Laune” gefeiert wird: “Hanf im Glück”. Zusammen mit meinem Freund Seyfried verfiel ich vor langer Zeit einmal in eine Woche des Reimzwangs und so schrieben wir die ganze Geschichte der unterdrückten Wunderpflanze Hanf in Versen auf : “Also sprach Konfuzius/Natürlich unter Hanfeinfluss/Die Welt teilt sich in Yang und Yin/im Hanf jedoch ist beides drin” Hier eine kleine Kostprobe, des mittlerweile in 4. Auflage vorliegenden Lyrikbands, dem viele Fans einen sehr hohen kosmischen Kicherfaktor bescheinigt haben. Das Werk ist  sowohl gedruckt wie auch als Hörbuch erhältlich.

Alle Bücher sind im lokalen Buchhandel erhältlich oder kommen mit einem Klick auf den Titel per Versand.

Next Page »