20
Apr, 2015

Hanf für alle!

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20.04.15 21:59-Bildschirmkopie

Es ist jetzt schon bald ein Vierteljahrhundert her, dass ich mit Jack Herer das Buch “Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf” veröffentlichte, in dem sämtliche  Argumente und Dokumente versammelt sind, die ein Ende der Prohibition unausweichlich machen.  Als ich Mitte der 90er mit Jack auf Vortragstour war, kam in der anschließenden Diskussion oft die Frage, wie lange es denn mit der Legalisierung noch dauern würde – und meine Antwort “Nicht mehr in diesem Jahrhundert” wurde dann gern als zu pessimistisch ausgelegt. Wo jetzt doch die ökologische, ökonomische und medizinische Einzigartigeit dieser Pflanze so offensichtlich und eindeutig belegt sei, müsse dies doch morgen zu einer Änderung der Politik führen, dachten damals viele. Und unterschätzten die tiefsitzende Wirkraft der Mythen, die Harry Anslingers Anti-Marihuana-Kampagne in die Welt gesetzt hatten,  und die politischen und ökonomischen Interessen hinter dem “War on Drugs”.

Geht es denn jetzt, wo schon die konservative “Wirtschaftswoche” mit dem Wirtschaftswunderminister und Zigarrenliebhaber Ludwig Erhard auf dem Cover “Haschisch für alle” fordert und titelt “Spitzenökonomen fordern die Freigabe von Cannabis”, endlich voran ? Es wäre  natürlich höchste Zeit, dem Schwachsinn der Prohibition ein Ende zu setzen, aber angesichts der Dumpfbacken, die in Berlin und Brüssel Politik machen, würde ich auf die oben zitierte Frage  immer noch ähnlich “realistisch” antworten: “Nicht mehr in diesem Jahrzehnt.”

19
Apr, 2015

Game Of Drones

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17.04.15 19:45-Bildschirmkopie

Als 2003 bei der Bundesanwaltschaft Anzeigen gegen die Regierung Schröder eingingen, weil  sie in dem  von den  USA geführten Irak-Krieges Überflugs,- und  Transportrechte gewährte und sich die Bundeswehr mit AWACS-Aufklärungsflügen auch beteiligte, beschied der Generalbundesanwalt Kay Nehm, dass es keine hinreichenden Gründe für Ermittlungen gäbe.  Da die Bundesrepublik nicht “in massiver Weise beteiligt” sei, werde weder der Artikel 26 des Gundgesetzes (Verbot eines Angriffskrieg) noch der daraus abgeleitete § 80 des Strafgesetzbuches (Vorbereitung eines Angriffskriegs) verletzt. Diese Vorschriften müßten, so der oberste Strafverfolger der Republik, “einschränkend” ausgelegt werden, die Bundesrepublik dulde ja nur  die militärischen Aktivitäten der USA auf deutschem Boden und hätte deutlich erklärt, sich nicht an dem Militärschlag zu beteiligen. Deshalb sei auch  eine  Völkerrechtswidrigkeit dieses Kriegs bei der Prüfung des § 80 nicht relevant.

Diese Rechtsauffassung dürfte auch nach wie vor Geltung haben, denn sonst hätten die Bundesstaatsanwälte schon vergangene Woche massiv aktiv werden müssen, nachdem das Magazin The Intercept und der Spiegel Dokumente veröffentlichten, die  die zentrale Rolle des US-Stützpunktes Ramstein bei den US-Drohneneinsätzen belegen. Die Tatsache, dass von dem Stützpunkt in der pfälzischen Provinz das massenhafte und eindeutig völkerrechtswidrige Morden per Drohne koordiniert wird, ist dank  der “einschränkenden” Auslegung der deutschen Gesetze weiterhin legitim, denn auch hier ist die Bundeswehr ja nicht “in massiver Weise” beteiligt. Auch Einwohner von Ramstein, die  es nicht hinnehmen wollen, dass vor ihrer Haustür per Knopfdruck weltweit gemordet wird, haben rechtlich keine Chance – sie seien, beschied  ein Gericht 2014 , davon ja garnicht betroffen .

Da kann man  eben nichts machen,  es ist ganz so wie in “Game Of Thrones”, dem mörderischen Fantasy-Mittelalter-Spektakel, in dem stets der Stärkere und Intrigantere regiert und in jeder Folge ein, zwei Hauptfiguren vergiftet, geköpft oder sonstwie umgebracht werden. Rechtsstaat, Völkerrecht, territoriale Souveränität und dergleichen sind in der Saga von den sieben Königreichen, die sich seit Generationen bekriegen, schlicht noch unbekannt. Demokratie natürlich auch – wenn der König befiehlt, haben die Vasallen zu parieren. Bei einem Gespräch mit dem Kriegsminister des Imperiums, Chuck Hagel, hatten laut “Spiegel” die Vertreter der Bundesregierung nicht einmal die Courage, “rechtliche Fragen” auch nur anzusprechen. Da wünscht man sich doch glatt eine “Mother of Dragons” zur Kanzlerin, die ihre feuerspeinden Superdrohnen zum Einsatz bringt….

 

15
Apr, 2015

(K)ein Aufruf zum Hanfanbau

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15
Apr, 2015

Günter Grass und Lord Voldemort

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Nachdem ich den Roman “Die Rättin” im Frühjahr 1986 mit scharfen Worten (und guten Argumenten) als “gescheiterten Tierversuch” verrissen hatte, nahm  Günter Grass das wohl ziemlich übel, denn er verweigerte der “taz” fortan Interviews. Ich fand das ziemlich kleinlich, zumal der Großmeister für sein Werk von den Königspudeln  des Feuilletons wie Fritz Raddatz oder Joachim Kaiser gebührend gelobt worden war – da sollte man doch generös aushalten können, von einem  kleinen Kläffer  auch mal angeblafft zu werden. Wie auch immer – als er Jahrzehnte später “mit letzter Tinte” das Großtabu brach, die Gefahr von Israels Atomwaffen anzusprechen, sprang ich ihm nunmehr als kleiner Blogger zur Seite,  nachdem  ein Shitstorm sondergleichen über ihn hereingebrochen war. Mit drei hier erschienen Artikeln unter dem Titel “Günter Grass und Lord Voldemort” . Die Sache war ihm wichtig und ihm dürfte klar gewesen sein, dass er sich damit Ärger einhandelt- dass Grass ihn, um der Sache willen, auf sich nahm ehrt ihn. Denn schon ein Blick auf die Landkarte – den von potentiellen Nuklearstützpunkten umzingelten Iran – zeigt das falsche Spiel des Westens. Als ewiger Mahner ist Günter Grass vielen – auch mir – oft auf den Zeiger gegangen, seine letzte große Mahnung aber war richtig und wichtig.  Deshalb sei als Gegengift zu allen nachrufenden Naserümpfern hier noch einmal daran erinnert.

 

Iran-encircled2-440x363Günter Grass hat in einem Leitartikel-Gedicht die israelischen Atomwaffen als Gefahr für den Weltfrieden angeprangert, und da schrillen umgehend sämtliche Alarmsirenen. Mit den israelischen Atomsprengköpfen verhält  es sich nämlich so wie bei  Harry Potter mit dem,  “dessen Namen nicht genannt werden darf”.  Wie in Hogwart das Aussprechen des Namens “Lord Voldemort”  mit einer “magischen Verfolgungsmarke” belegt ist, die sofort meldet, wenn dieser Name irgendwo fällt, wird im politischen Diskurs sofort Antisemitismus-Alarm ausgelöst sobald die Massenvernichtungswaffen Israels benannt werden – so umgehend und flächendeckend, dass es fast schon magisch anmutet. Der Automatismus des Entrüstungssturms deutet an, dass hier ein Tabu verletzt wurde – und in der Tat, noch die Invektiven, die die Entrüsteten dem “Täter” entgegenschleudern, vermeiden es durch die Bank, das dunkle Geheimnis auch nur beim Namen zu nennen. Als ob Lord Voldemort sie stehenden Fusses mit dem Blitz erschlüge, wenn sie das A-Wort im Zusammenhang mit Israel in den Mund nehmen. Stattdessen beeilen sich alle den Gegenzauber anzuwenden und  sagen – wie auswendig gelernt in der Zauberschule Hogwart – ihren Spruch auf: dass die eigentliche Gefahr für den Weltfrieden  von  den nicht vorhandenen  Atomwaffen des Iran ausgeht.

Wo eine dunkles Geheimnis, dessen Name nicht genannt werden darf, verdrängt und auf ein eingebildetes Konstrukt übertragen wird, spricht der Psychiater von Projektion, einem Abwehrmechanismus, der die inneren Konflikte nach außen, auf andere überträgt. In seiner pathologischen Form wird dieser Projektionswahn Paranoia genannt. In Bezug auf sein Land Israel nennt Gilad Atzmon diesen Befund “Pre-Traumatic-Stress-Disorder” – und nur einem solchen prä-traumatischen Syndrom kann es geschuldet sein, wenn aus der obenstehenden Karte herausgelesen wird, dass das  aggressive und waffenstarrende Mullahregime des Iran (* stehen für potentielle Nuklearstützpunkte) der “Freiheit des Westens” immer hartnäckiger auf die Pelle rückt. Und ohne Frage den Holocaust wiederholt, wenn man ihm nicht sofort Einhalt gebietet.

Eben dies ist aber exakt das Mem, das Mantra, das gebetsmühlenartig durch sämtliche Medien hallt. Dass dieses Mantra mit der Realität wenig zu tun hat, zeigt ein einziger unbefangener Blick auf die Karte – es ist ein Konstrukt, eine Projektion, ein Schattentheater, in dem die Rollen von Angreifer und Verteidiger, Täter und Opfer vertauscht sind. Diesen faulen Zauber entlarvt und die Rollen des von Feinden umzingelten Opfers und des nuklearen Aggressors klargestellt zu haben, ist Grass’ Verdienst – und weil die “magischen Verfolgungsmarken” (“Antisemit”, “Mullah-Verharmloser”, “Holocaust-Leugner”) einem 85-jährigen Großmagier nichts mehr wirklich anhaben können, jaulen  die Schrei,- und Schreibkräfte in Lord Voldemorts Illusionstheater umso heftiger. Sie tappen dabei weiter um den heißen atomaren Brei, “dessen Name nicht genannt werden darf” und werfen dem Nobelpreisträger  “Selbstüberschätzung”, “Eitelkeit”, “Ressentiment” usw. vor  und dass er mit “Klischees” und “Stereotypen” operiere.  Das mag auf das literarische Werk des Autors durchaus zutreffen – und ähnliche Vokabeln habe ich  glaube ich auch selbst verwandt, als ich einst den Roman “Die Rättin” in der taz als “gescheiterten Tierversuch” sezierte  – doch gerade dieses Gedicht hat damit nichts zu tun. Denn es benennt ein Klischee “dessen Name nicht genannt werden darf”, das aber als unausgesprochener Standard der westlichen Doktrin gilt: dass Internationales Recht und Atomwaffensperrverträge für alle Nationen gelten, außer für Israel.

Hätte Günter Grass die nicht vorhandenen Atomwaffen des Irans gegeisselt, und sei es in einem noch so holprigen Leitartikel-Gedicht, das Feuilleton und die Medien hätten den 84-jährigen zu Ostern als “Gewissen der Nation” wieder auferstehen lassen, als notwendigen “Mahner” und weisen “Ratgeber”, der das große Schweigen, die Absenz der Intelektuellen in diesem Land endlich durchbricht und noch mit seiner letzten Tinte für den Weltfrieden kämpft und gegen den “neuen Hitler in Teheran”. Vor allem diese Formulierung des Nobelpreisträgers hätte es den Chefredakteuren und Kommentatoren angetan – endlich einer der “Klartext” redet und gegen das “linke Meinungskartell”, gegen  die ” fundamentalistisch Friedensbewegten” und  alle “Islamversteher” die Stimme hebt. Und die drohende Gefahr eines “neuen Holocaust” deutlich benennt. Keine Frage, der alte Blechtrommler und Zwiebelhäuter wäre gefeiert worden – und dass er so lange verheimlichte, sich 1944/45 der SS angeschlossen zu haben ? Mein Gott, er war 17 und ahnungslos, eine Jugendsünde,  er hat doch nur  ein bißchen gezogen, aber nie inhaliert – daraus nach fast 70 Jahren einen Vorwurf zu konstruieren ist absurd. Zumal bei einem Autor, der mit seinem Leben und Werk wie kaum ein anderer für aufrechten Antifaschismus im Nachkriegsdeutschland steht. Und dafür, dass man gerade als Beteiligter am Völkermord der Nazis  jeden “neuen Holocaust” mit allen Mitteln zu verhindern usw. usf….

Wäre es Grass nur um Publicity gegangen, wie sein Altfeind  Reich-Ranicki  dem “ekelhaften” Gedicht  heute in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” diffamierend unterstellt – mit dem Schlagen der Kriegstrommel gegen Iran wäre der PR-Effekt viel höher gewesen. Statt eines rufmörderischen Tsunamis wäre ein Schwall von Lob und Hudel auf den Poeten niedergegangen. Die “Bild” hätte neben der Serie “Der neue Hitler aus Teheran” sofort die GG-Wochen gestartet und jeden Tag ein Grass-Gedicht gedruckt, um den “größten lebenden Dichter der Deutschen” zu ehren, Broder hätte ihn umgehend im Netzwerk der islamophoben Laptopbomber willkommen geheißen und die Bundesregierung gegen die Kritik aus der Linken verlautbart, dass die Meinungsfreiheit “das höchste Gut der Demokratie” und jeder in Deutschland “gut beraten sei”, die Worte eines “international anerkannten Schriftstellers und Nobelpreisträgers zur Kenntnis und ernst zu nehmen.”

So oder so ähnlich wäre es gelaufen, jede Wette. Und in New York hätte man dem “grand old poet”  noch irgendeinen “Samuel Goldberg-Preis” für Völkerverständigung samt  1 Mio. $ verliehen.  So aber – weil er  auf die Gefahren der vorhandenen Atomwaffen Israels aufmerksam machte, statt auf die imaginierten des Iran – muß sich das antifaschistische, sozialdemokratische Urgestein Günter Grass  auf seine alten Tage weltweit als Antisemit und Holocaust-Verharmloser beschimpfen lassen. Die Reflexhaftigkeit und mediale Flächendeckung des Diffamierungs-Bombardements zeigt, dass das “Meinungskartell” keineswegs ein “linkes” oder “liberales” ist, sondern ein “militaristisch-zionistisches”. Zu verbrecherischen Angriffskriegen “Nein” zu sagen ist in Deutschland und im gesamten Westen mittlerweile verboten, wenn diese Kriege im Interesse Israels sind. Die schief übersetzten Äußerungen eines iranischen Präsidenten zum Popanz eines geplanten Vernichtungskriegs aufzublasen und die konkreten Kriegsdrohungen des israelischen Präsidenten zu ignorieren, die  Bringschuld und Transparenz  der zivilen Atomnutzung  Irans permanent zu fordern und die atomaren Massenvernichtungswaffen Israels dabei keinesfalls erwähnen, diktatorische Apartheid und Rassismus überall und notfalls mit Gewalt zu bekämpfen, aber in Israel darüber hinwegzusehen – all das ist erwünscht und hierzulande Staatsräson.  Wer dagegen verstößt, hat in dieser Republik nichts mehr zu melden und wird mit der Höchststrafe am öffentlichen Pranger bestraft: Judenhasser, Holocaustleugner, Nazi…

Teil 3 hier

13
Apr, 2015

Warum Unfrieden in Europa essentiell für die USA ist

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Auf den geopolitischen Klartext von George Friedman vom “Stratfor” – Institut – dass die globale Vormachtstellung der USA nur zu halten ist wenn zwischen Russland und Deutschland Unfriede herrscht  – hatten wir unlängst schon hingewiesen. Hier  nun nochmals in deutscher Übersetzung Friedman (ab Min. 3:30) und eine “Gegendarstellung” von Wladmir Putin (ab Min. 16:40).

7
Apr, 2015

Die endlose Katastrophe

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Das Desaster in Fukushima ist fast vergessen, verdrängt und aus den Nachrichten verschwunden, doch diese Katatstrophe ist nicht vorbei – sie ist endlos. Nach wie vor läuft radioaktives Wasser direkt ins Meer und in die Erde und ein Ende ist nicht abzusehen. In einem Web-Comic hat Elisabeth Kmölniger jetzt einen Überblick  geschaffen: Die endlose Katastrophe

07.04.15 21:25-Bildschirmkopie

6
Apr, 2015

Faule Eier

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Ich bin mir ja machmal unsicher ob ich die kriegslüsterne Dame als “Hitlary” oder  “Killary” Clinton beschimpfen soll. Für ersteres spricht aktuell, dass sie  als erste im Konflikt mit Russland den bei Kriegspropaganda unvermeidlichen Hitler-Vergleich platzierte, für letzteres, dass in ihrer Außenministerschaft der globale Drohnenterror auf die Tagesordnung rückte. Jetzt könnte auch noch “Dollary” Clinton hinzukommen: Während ihrer Amtszeit hat ihre Familienstiftung 10 Millionen Dollar von ukrainischen Oligarchen kassiert  wie das Wall Street Journal berichtete (hinter einer Paywall, hier Auszüge):

In 2008, Mr. Pinchuk made a five-year, $29 million commitment to the Clinton Global Initiative, a wing of the foundation that coordinates charitable projects and funding for them but doesn’t handle the money. The pledge was to fund a program to train future Ukrainian leaders and professionals “to modernize Ukraine,” according to the Clinton Foundation. Several alumni are current members of the Ukrainian Parliament.

Mit dem Ende von Clintons Amtszeit im November 2013 waren dann offenbar genug “future leaders” trainiert um mit der “Modernisierung” zu beginnen. Dass Außenminister Stiftungen betreiben und in  “regime changes”  investieren hat ohne Frage ein Geschmäckle. Zumal Frau Clinton sich ja gerade für den nächsten Präsidentschaftswahlkampf warmläuft, ebenso wie auf der anderen Seite der nächste Bush.  Was wieder einmal Gore Vidals Diktum von Amerikas “Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln” in Erinnerung bringt – und die Tatsache, dass die Clintons und die Bushs schon seit der 80ern “dicke” sind. Damals ließ Bush als Vize-Präsident von seinem Adjutanten Ollie North Kokain schmuggeln, um den Terror der “Contras” in Nicaragua zu finanzieren. Als ihr Chefpilot, Barry Seal, nach einer Landung in Mena (Arkansas), mit Säcken voller Drogen und Dollars verhaftet und eingebuchtet wurde, war er nach zwei Tagen wieder auf freiem Fuß – dank einer Verfügung des amtierenden Oberstaatsanwalts von Arkansas, Bill Clinton.

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Dazu paßt die Meldung, dass Premierminister Jatsenjuk in Kiew vor der Abwahl stehen soll – wegen Korruption. Der Sprecher  der Petroschenko-Fraktion teilte mit, dazu in der kommenden Woche eine Parlamentskommission einzusetzen. Unterdessen entwickelt sich  die “Demokratie” in der Ukraine ganz prächtig: nach einem neuen Gesetz sind russlandfreundliche Filme ab sofort verboten.   Demnächst auch Bücher vom Tolstoij, Puschkin et. al.? Wie auch immer: zuerst mal beginnen 700 amerikanische “Ausbilder” mit dem Training der ukrainischen Nationalgarde, darunter auch die braunen Kameraden des Asov-Bataillons, die sich darüber besonders freuen, denn der Startschuß fällt an Hitlers Geburtstag.

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Dass bei dem, was dem erschrockenen Publikum als “Terrorismus” verkauft wird, in der Regel Geheimdienste bis Oberkannte Unterlippe involviert sind, ist ja leider nichts Neues. Der soeben in New York “gerade so eben noch verhinderte” Anschlag von ISIS bestätigt diese Regel einmal mehr. Mit Vorratsdatenspeicherung aber kann so etwas nicht mehr passieren, hat der große Vorsitzende Sigmar Gabriel soeben verkündet: “Hätten wir das bereits zum Zeitpunkt der ersten NSU-Morde gehabt, hätten wir weitere vermutlich verhindern können.” Ja klar, fragt sich nur wer “wir” ist, wenn die, die die Daten speichern dieselben sind, die unter ihren Schlapphüten Glatzen tragen und Nazi-Terroristen fördern…

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Die sich  abzeichnende Einigung im Atomstreit mit dem Iran hat in Teheran zu Freudenfeiern geführt und im Rest der Welt zu allgemeinem Aufatmen. Nur Bibi Netanjahu tingelt durch die Talkshows und erzählt, dass damit das “Überleben Israels”, also quasi  der nächste Holocaust vorprogrammiert sei. Wie dies, wo doch der Iran in seiner langen Geschichte noch nie ein anderes Land angegriffen hat  ? Nach Bibis irrer  Zeitrechnung  freilich ist Iran seit 30 Jahren nur zwei Jahre von der Atombombe entfernt , Israel also schon gut ein Dutzend mal knapp an der Auslöschung vorbeigeschrammt weil die Iraner das verdammte Ding einfach nicht abwerfen…

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“Ohne Merkel gäbe es keine Russlandsanktionen”, sagt George Soros und fordert Deutschkand und die EU auf, für die Ukraine 50 Milliarden beretzustellen, damit sie für Investoren (wie ihn) attraktiv wird. “Ich stehe bereit. Es gibt konkrete Investitionsideen, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei Infrastrukturprojekten. Ich würde eine Milliarde Dollar hineinstecken.” Wie in den Jahrhunderten zuvor hat es der Westen vor allem auf die äußerst fruchtbare Schwarzerde abgesehen; Konzerne Monsanto sehen in der Ukraine das Einfallstor für ihr in der EU verpöntes gentechnisch verändertes Saatgut.

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Ob solches Saatgut angebaut werden darf oder nicht, sollen – wenn T-TIP kommt – nicht mehr die Bürger eines Landes entscheiden, sondern internationale Schiedsgerichte. Wie das im Detail aussehen soll  wird – aus gutem Grund – im Geheimen verhandelt, denn mit Demokratie, mit parlamentarischer und rechtsstaalicher Souveränitätet hat das Ganze nichts mehr zu tun. Unterdessen hat Wikileaks das geheime “Kapitel über Investitionen” zur Trans-Pacific-Partnership TTP veröffentlicht, das “Investoren” nicht nur Kompensationen für direkte oder indirekte Enteignungen einräumt, sondern auch “für vorgebliche Verluste von Unternehmen durch soziale Konflikte, Änderungen von Steuergesetzgebungen, Umweltschutz- oder Gesundheitsvorschriften, durch die Investoren ihre Handelsmöglichkeiten und Gewinnaussichten betroffen sehen.”

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Und wie hält man dieses ganze Elend aus ? Musik, Musik, Musik, Musik! Sie wirkt, hat die Wissenschaft jetzt entdeckt, sogar auf unsere Gene. In diesem Sinne: Frohe Rest-Ostern!

 

 

3
Apr, 2015

Vor 50 Jahren: „How does ist feel…?“

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Vor zehn Jahren schrieb ich über ein Musikstück, das um ein Haar gar nicht erschienen  wäre und 40 Jahre später zum besten Rocksong aller Zeiten gewählt wurde:  Bob Dylans „Like a rolling stone”.

Im Studio A im Obergeschoß des Columbia-Buildings in New Yorks Seventh Avenue  nahmen die Top-Stars von Columbia Records ihre Platten auf.  Frank Sinatra hatte hier „New York, New York“ und Dutzende weitere Klassiker eingespielt und jüngere Künstler wie  Barbara Streisand oder  Andy Williams  („Moon River“) gerade ihre ersten Hits produziert. Die Musiker, die sich am 15. Juni 1965  dort mit Bob Dylan versammelt hatten, entsprachen nicht dieser amerikanischen Mainstream-Musik, die Columbia groß gemacht hatte. Nach vier Folk-Alben mit Balladen wie „Blowin’ in the wind“ und „The times they are a’changin“ hatte Dylan im April 1965 seinen ersten Rocksong „Subterrean Homesick Blues“ aufgenommen, doch war dieser unterirdische Heimwehblues – eine Litanei,die heute von Historikern als Ur-Musikvideo und Vorgänger des Rap gefeiert wird  – nicht im Enferntesten in die Chartränge vorgestoßen, die die Hits dieses Frühjahrs belegten: die Beatles mit „Eight days a week“ und die Rolling Stones mit „Play with fire“. Die britischen Bands hatten dem ur-amerikanischen Rhythm & Blues neues Lebens eingehaucht, doch an den „Majors“ wie der CBS-Tochter Columbia-Records war dieser Trend vorbeigerauscht. Schon 1955 hatte man dem Rock’n Roller Elvis Presley keinen Vertrag gegeben und  1963 auch das erste Beatles-Album abgelehnt. Und dass Bob Dylan an diesem Junitag 1965 mit „Like a rolling stone“ gerade den besten Rocksong aller Zeiten eingespielte, wollten die Plattenbosse nicht hören – jedenfalls nicht sofort.

Und schon gar nicht konnten sie sich vorstellen, dass es im November 2004 in einem führenden Fachblatt heißen würde: „Kein anderer Popsong hat die kommerziellen Gesetze und künstlerischen Konventionen der Zeit  so herausgefordert hat, für alle Zeiten“. So kommentierte die Musikzeitschrift  „Rolling Stone“  das Ergebnis einer Wahl,  bei der Redakteure, Musiker und Kritiker   Bob Dylans „Like a rolling stone“  zum besten Song aller Zeiten gewählt hatten.  Vor „Satisfaction“ von den „Rolling Stones“, John Lennons  „Imagine“  und 497 weiteren Popklassikern. „Es ist eine Schande, dass der politische Liberalismus den Rock’n Roll in Beschlag genommen hat“, kritisierte der rechts-konservative  „American Spectator“ die Wahl, zudem sei Dylan musikalisch nicht einmal gut genug „einem Elvis Presley die Gitarre zu stimmen.“ Für Empörung sorgte die Auszeichnung freilich nur in Kreisen,  für die Bob Dylan,  die Beatles und die Rolling Stones schon damals ein rotes Tuch waren – Exponenten der Gegenkultur, die den 60er Jahren ihren Stempel aufgedrückten: Bürgerrechtsbewegungen,  Studentenproteste, Woodstock-Festival.  Bob Dylan stand dabei für eine neue Generation von Künstlern, die anders als Elvis, der 1958 noch mit viel staatstragender PR und „Muß I denn zum Städele hinaus…“ zur Armee gegangen war,  Militär und Krieg ablehnten. Wegen der massiven Bombardments in Vietnam war es Anfang 1965 zu den ersten Großdemonstrationen in Washington gekommen, die beginnende Rekrutierung von Bodentruppen  drohte vielen jungen Männern  mit Einziehung, im Süden der USA reagierten weiße Kapuzenmänner auf die offiziell aufgehobene Rassentrennung mit Terroranschlägen auf Schwarze  – nach  der Ermordung John F.Kennedys zwei Jahre zuvor schien der Aufbruch in ein besseres, gerechteres Amerika in ein Rollback umzuschlagen. Aber die Jugendkultur hatte ein neues Medium entdeckt und nutzte es zum Widerstand: Verstärker, elektrische Gitarren, Schallplatten, Radio.

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31
Mar, 2015

Bitte bitte – heiter weiter!

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Eine meiner Lieblingsblogs - Fefe -  hat heute Geburtstag – und da war natürlich eine kleine Laudatio fällig:

Zehn Jahre sind das jetzt schon, dass ich fast jeden Tag bei Fefe vorbei schaue? Kinder wie die Zeit vergeht. Dabei kommts mir wie letzte Woche vor, dass ich 1981 in der Kulturredaktion der taz hockte und einen Kollegen fragte, was denn da nebenan im Plenumsraum für eine Versammlung losginge: “Irgendwelche Computerfreaks die einen Verein gründen.” Als ich mich später dazu setzte, sprach ein Typ mit blauer Latzhose, der nicht nur aussah wie ein Ökogärtner, sondern auch so sprach, doch es ging nicht um Blumen oder Salat, sondern um Daten, Files, Modems und viele andere Dinge die ich nicht verstand. Dafür verstand ich mich auf Anhieb mit dem Redner, Wau Holland, und bezog von Stund an die Vereinsnachrichten des CCC, die “Datenschleuder”. Auch da verstand ich nur die Hälfte, der Ton und die Haltung aber gefielen mir umso besser – und bald darauf unterwanderte ich das Post-Monopol, schraubte die Telefondose auf und klemmte ein sagenhaftes 1200 kb-Modem an.

Und wie gerade erst vorgestern mutet an, dass mein Verleger mich aufforderte, im Vorwort zu dem Buch über 9/11, das aus der telepolis-Serie “WTC-Conspiracy” entstanden war, zu erklären, was “Google” und eine “Suchmaschine” ist. Das war 2002, und es handelte sich um ein Buch für Erwachsene. Um die Fragen und himmelschreienden Unstimmigkeiten der offiziellen 9/11-Version des Buchs zu diskreditieren tönten zahlreiche Kritiker damals, das alles stamme “ja nur aus dem Internet” und sei schon deshalb nicht ernst zu nehmen – wie alle “Verschwörungstheorien”.

Die rasante Karriere, die dieser Begriff seither gemacht hat, ist wenig überraschend – als Kampfbegriff wurde er erstmals 1967 von der Abteilung für psychologische Kriegsführung der CIA lanciert um die laut gewordenden Zweifel an der offiziellen Theorie des Kennedy-Mords zu kontern. Wer nicht an die magische Kugel glaubte, die JFK getötet und dem vor ihm sitzenden Gouverneur fünf verschiedene Wunden beibrachte, war böswillig oder staatsfeindlich oder verrückt oder alles zusammen und keinesfalls tauglich für den öffentlichen Diskurs. Und eben so verhält es sich knapp ein halbes Jahrhundert später mit all jenen, die Zweifel an dem Märchen von Osama und den 19 Teppichmessern äußerten, die ohne weitere Hilfe zwei Hochhäuser trafen und drei Hochhäuser pulverisierten. Zweifel an diesem Wunder sind heute so wenig gestattet wie im Mittelalter Zweifel an der Jungfrauengeburt oder im IS-Kalifat Zweifel am Koran.

Immerhin: die hiesige Inquisition macht die Ungläubigen nicht gleich einen Kopf kürzer, sondern läßt sie noch frei rumbloggen. Logisch, dass ich mir da sofort ein Lesezeichen setzte, als ich Fefes Blog mit “Verschwörungslinks” entdeckte. Dass das jetzt schon zehn Jahre her ist will mir kaum in den Kopf, was vielleicht damit zu tun hat, dass die Fefe-Lektüre eines meiner digitalen Grundnahrungsmittel ist, also so selbstverständlich wie Brötchen und Kaffee zum Frühstück. Dass ich von dem kryptischen Hacker-Zeug, über das er manchmal schreibt, immer noch kaum mehr verstehe als damals bei Wau, macht gar nichts – der Ton und die Haltung gefallen mir immer noch. Und natürlich die widerborstigen Fakten, mit denen hier regelmäßig und lustvoll Sand in das schmierige Getriebe des Mainstreamnarrativs geworfen wird. Als unverzichtbares Gegengift zur unvermeidlichen Gehirnwäsche aus Brainwashington, als Immunisierung gegen die Zumutungen des Pre$$titutionsgewerbes, als stets aktueller Bullshit-Detektor und Inspiration zum Selberdenken.

Besser als mit einer puristischen Seite, ein paar Links und einem knackigen, oft witzigen Kommentar kann man das nicht machen. Und der Erfolg spricht Bände: wer von Fefe verlinkt wird bekommt abertausende Besucher. Als das auf meinem Blog mal passierte dachte ich zuerst, der Zähler sei kaputt. Aber nein, es ist die riesige Gemeinde der Fefe-Fans, die sich hier ihre täglichen SNAFU-Rationen abholen. Zu dieser fröhlichen Herde noch lange zählen zu dürfen wünschen sich mit Sicherheit alle, weshalb die Parole für den Meister, der uns so großzügig die Tränke füllt, für mindestens die nächsten zehn Jahr nur lauten kann: Bitte bitte – heiter weiter! Danke!

30
Mar, 2015

Kooperative Existenz

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Vor einigen Tagen hat Egon Bahr, einer der Architekten der deutschen Entspannungs-und Ostpolitik, im Deutsch-Russischen Forum eine Rede gehalten. Als ich Anfang März mit ihm sprach  – er hatte unser Buch “Wir sind die Guten” gelesen und es, zu meiner großen Freude, für gut befunden – war er sich noch nicht sicher, ob er diese Rede halten würde, falls sich die Lage in der Ukraine weiter zuspitzt. “Auf dem Trümmerhaufen der Ostpolitik will ich nicht mehr reden”, meinte er. Doch “Minsk II” hat zumindest halbwegs gehalten – und Egon Bahr geht davon aus, “dass ein unberechenbarer Gewaltausbruch vermieden werden kann”. Er hat deshalb seine Rede gehalten – über die Verantwortungspartnerschaft mit Moskau und Washington. (pdf).

Ich kann diese wichtige Rede nur allen zur Lektüre empfehlen  – wem die neun Seiten zuviel sind: auf  Telepolis gibt es eine gute Zusammenfassung - und man kann nur wünschen, dass diese Weitsicht und realpolitische Klugheit in vielen Gehirnen amtierender Politiker ankommt und umgesetzt wird. Auch und gerade wo Deutschland auf den Jahrestag der Befreiung vom Faschismus zu geht, die Moskau und Washington vor 70 Jahren mit vereinten Kräften erreichten. Nicht nur den Amerikanern, auch den Russen, gebührt dafür unser Dank – und eine besondere Verantwortung sowohl den USA als auch Russland gegenüber. ”Die Realität verbietet Antiamerikanismus. Er ist dumm”, sagt Egon Bahr. Doch er sagt auch: “Wie können Russland nicht aufgeben weil es Amerika nicht gefällt.” Und steht mit seiner Forderung zu einer “kooperativen Existenz” durchaus in der Tradition eines anderen großen deutschen Staatsmanns.

bismarck

27
Mar, 2015

“Mangelnde Kenntnisse” oder unbequeme Fakten?

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Ganz in der Tradition der Verrisse unseres Buches von FAZ und Tomasz Konicz hat sich nun ein weiterer polnischer Autor zu Wort gemeldet. Thomas Dudek geht es in seiner kürzlich erschienenen Kritik mit der Überschrift “Ihr seid nicht besser!” vor allem darum, vermeintlich “mangelnde Kenntnisse” der Buchautoren aufs Korn zu nehmen. Wir hätten einfach von ukrainischer Geschichte keine Ahnung und würden daher zu ganz falschen Schlussfolgerungen kommen. Zwischen den Zeilen wird deutlich, dass dem Kritiker vor allem die amerikakritische Stoßrichtung des Buches nicht gefällt. Er möchte stattdessen viel eher die Sowjetunion bzw. Russland kritisiert sehen. Diese Sichtweise ist natürlich legitim – der kritische Blick vieler Polen auf Russland erscheint historisch gesehen mehr als verständlich. Unangenehm am erwähnten Verriss ist allerdings, dass er stark auf Unterstellungen und, mehr noch, auf verfälschendes Zitieren aus unserem Buch setzt.

Darüber hinaus fällt Thomas Dudek, wie vor ihm schon Tomasz Konicz, in seiner Rezeption unseres ersten Buchkapitels durch einen ausgeschalteten Ironiedetektor auf. Er nimmt die satirisch überspitzte “Putinverehrung” auf der ersten Seite für den eigentlichen Kern des Buches. Dazu hatten wir bereits Herrn Konicz erwidert, dass die Ironie am Anfang unseres Buches natürlich eine Provokation der “Putin-Basher” ist, in dem sie genau das artikuliert, was diese nicht hören wollen und zugleich ihren Gegnern unterstellen: eine hemmungslos unkritische Putin-Verehrung.

Dass wir dieser aber eben gerade nicht anhängen, zeigen unter anderem mehrere Passagen der Einleitung, die sämtliche polnischen (und anderen) Kritiker bislang konsequent überlesen. So benennen wir den Kult um Putin in russischen Medien als eine “selbstreferentielle Herrscherinszenierung” (S. 11), erwähnen auch, dass er “den demokratischen Pluralismus einschränkte” und “das Parlament entmündigte” (S. 13), die “Demokratie in eine ‘Demokratur’ verbog”, “dass er Meinungs- und Pressefreiheit einschränkte”, und “nicht nur das Parlament, sondern auch die Justiz durch eine Machtvertikale von oben” lenkt (ebenfalls S. 13).

An dieser Stelle dürften die Grenzen unserer “Verehrung” oder unseres “Schwärmens” eigentlich hinreichend klar geworden sein. Befragt zu seiner Kritik teilt Dudek uns nun jedoch mit, dass wir zwar tatsächlich einige Defizite des heutigen Russlands erwähnten, doch, so der Autor:

“dies ist meiner Meinung nach nichts anderes als ein Kunstgriff, eine publizistische Schutzmauer, um sich vor Kritik der Putinbegeisterung zu schützen”.

So etwas nennt man dann wohl ein hermetisch abgeschlossenes Feindbild. Alles was bei der Argumentation des Gegners nicht in die eigene Sichtweise passt, kann nur als dessen cleverer “Kunstgriff” zur Verwirrung der Anderen gewertet werden … Dass Autoren eines Buches zu einem komplexen politischen Thema womöglich einfach zu differenzierendem Denken in der Lage sind, und demzufolge auch an der Politik Putins Positives UND Negatives entdecken können – für wahr, welch Überraschung!
Weiter gehts auf unserer Website zum Buch putinversteher.info

27
Mar, 2015

SSRI ?

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Noch ist nichts  Genaueres über den Absturz des German Wings Airbus  bekannt. Wenn sich die bisherige Darstellung bestätigt, dass der Co-Pilot sich und 149 Passagiere absichtlich in den Tod riß, scheint diese Wahnsinnstat aber in ein Muster zu passen. Nämlich die starke Korrelation der ebenso wahnsinnigen und unerklärlichen Amok-Läufe an Schulen, wie sie immer wieder vorallem die USA erschüttern, mit der Einnahme bestimmter Psychopharmaka. Fast alle der jungen, männlichen Täter bei diesen “school shootings” waren zuvor mit  SSRI (“Selective Serotonin Reuptake Inhibitors” – Serotonin-Wiederaufnahmehemmern) – behandelt worden – Antidpressiva,  die die Serotonin-Konzentration im Gehirn erhöhen und zu einer verzerrten Realitätswahrnehmung und Selbstmord,-und Gewaltphantasien führen können. Tausende von Geschichten, die auf SSRI.org gesammelt sind, belegen diese offensichtliche Nebenwirkung der SSRI-Therapie.

Wenn der sympathische, zurückhaltende junge Mann, als der der vermeintliche Todespilot porträtiert wird, ebenfalls mit solchen Pharmaka behandelt wurde, wäre dies möglicherweise eine Erklärung für seine Motive.  Und für den unbegreiflichen Empathieverlust, ein Flugzeug mit 150 schreienden Passagieren gegen einen Berg zu rammen. Eine solche “Zombiefizierung” wird als Nebenwirkung der SSRI-Therapie durchaus beschrieben, hat aber dem weiter wachsenden milliardenschweren Markt keinen Abbruch getan. Wenn sich diese Erklärung bestätigt, sollten derlei Medikamente nicht nur für Piloten “off limits” sein, sondern für junge Menschen überhaupt. Nach dem Highschool-Shooting  in Newton 2012 schrieb ich hier, dass solche Massaker  “erst  “erfunden” wurden, nachdem die SSRI-”Medikamente” auf den Markt kamen. Schnellfeuerwaffen gab es schon viel länger, aber erst seit Mitte der 80er dieser Stoff auf den Markt kam ,werden sie auch an Schulen eingesetzt…”

22
Mar, 2015

Verantwortung ohne Willensfreiheit ?

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dissIch gehe zwar nicht davon aus, dass sich die Leser/innen dieses Blogs ein wissenschaftliches Grundlagenwerk zulegen werden, das zu einem Preis von 99 Euro in einem Fachverlag erschienen ist, anzeigen möchte ich das Erscheinen hier aber trotzdem. Denn ich freue mich darüber mehr, als wenn Bücher aus meiner eigenen Feder  und nach oft langer und anstrengender Arbeit endlich erscheinen. Denn dieses Mal ist es die Arbeit meines Sohns Boris Bröckers, deren Abschluss wir im Oktober gefeiert haben und die jetzt schwarz auf weiß und für lange Lebensdauer fest gebunden erschienen ist. In der Reihe “FUNDAMENTA JURIDICA – Beiträge zur  rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung” des Nomos-Verlags, unter dem Titel “Strafrechtliche Verantwortung ohne Willensfreiheit”.

Wenn, wie die moderne Neurowissenschaft behauptet, unser Gehirn schon entschieden hat welche Handlung wir begehen – bevor wir glauben, diese Entscheidung selbst zu treffen, wenn also der freie Wille nur eine Illusion ist und unser Handeln quasi ab ovo determiniert ist: dürfen wir dann jemanden für sein Handeln bestrafen ? Diese Frage hat Boris viele Jahre lang erforscht und das Ergebnis, auf 422 Seiten zusammengefasst, liegt jetzt vor. Im Klappentext heißt es dazu:

Gibt es „Strafrechtliche Verantwortung in einer determinierten Welt“? Viele Hirnforscher verneinen dies und plädieren für ein reines Schutzstrafrecht. Doch seit der Antike gibt es Philosophen, die „Kompatibilisten“, die für eine Vereinbarkeit von Determinismus und Verantwortung plädieren und zu belegen versuchen, dass wir auch in einer vollständig determinierten Welt für unsere Entscheidungen und unser Handeln verantwortlich sind. Dagegen bestreiten die „Inkompatibilisten“, dass moralische Verantwortung und Determinismus miteinander kompatibel sind.
Dieses strafrechtsphilosophische Werk wertet die umfangreiche philosophische Literatur zu dem Streit aus und macht sie anschlussfähig für eine rechtswissenschaftliche Diskussion. Die Untersuchung weist damit zugleich die Hirnforschung in ihre Schranken: Ein hirnkompatibles Recht gibt es nicht. Aber es gibt ein Recht, dass begründeten ethischen Grundsätzen und Prinzipien Rechnung trägt und mit der These des Determinismus kompatibel ist.

Für Interessierte sei hinzugefügt: Der Preis eines Buchs wird vom Verlag festegelegt, weder der Autor noch gar sein Vater haben Einfluss darauf. Das Werk wird aber sicher alsbald in den Universitätsbibliotheken zur Ausleihe zur Verfügung stehen.

20
Mar, 2015

Sonnenfinsternis in der Turnhalle

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16
Mar, 2015

Onkel Kerry bringt den Kleinen Ballspielen bei!

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Onkel KerryKaum ist man mal ein paar Tage offline, herrscht allenthalben Durcheinander. Eine geschlagene Woche war der Gottseibeiuns weg, Wladimir der Schreckliche einfach wie vom Erdboden verschluckt, kein Auftritt, keine Ansagen, keine aktuellen TV-Bilder – die Westmedien schoben Panik. Wenn Frau Merkel mal eine Woche nicht im Fernsehn auftaucht würde das schon deshalb kaum auffallen, weil jeder ihrer aktuellen Auftritte ohnehin wie aus der Retorte wirkt. Kaum aber vergehen ein paar Tage ohne dass der Ultraböse sein diabolisches Lächeln zeigt, schiebt die Nachrichtenbörse volles Rohr Turkey. Und muß, weil so ein radikaler Putinentzug kaum auszuhalten ist, Fragezeichen- Geschichten erfinden. Haben seine Generäle ihn festgesetzt ? Wohnte er der Entbindung einer heimlichen Geliebten in der Schweiz bei ? In einer von Berlusconi empfohlenen Klinik ? Oder ist er selbst krank ? Vielleicht sogar schwer ? Etwa Krebs?  “Mer waas es net, mer munkelt nur”,  sagt der Hesse – und so wurde, von den Qualitätsmedien abwärts eine Woche lang gemunkelt was das Zeug hält. So sehr, dass selbst die auf Höchsttoleranz justierten Bullshit-Detektoren in den Boulevard-Redaktionen permanent im roten Bereich liefen. Lange wäre das nicht mehr gut gegangen und so hört man geradezu das Aufatmen in den Großraumbüros, wenn Spül-Online heute vermelden kann: “Putin ist wieder da”.

Was wäre, wenn er wirklich weg wäre, malen sich die Pentagon-Strategen ja nicht nur in ihren Träumen aus, sondern arbeiten auch daran. Dass jemand wie George Friedman -  Chef des als “Schatten-CIA”  bezeichneten Thinktanks “Stratfor” – unverblümten Klartext über die geopolitischen Ziele der USA spricht, ist selten genug, weshalb ich das folgende Video zur Ansicht empfehle. Wer in unserem Buch “Wir sind die Guten” die Kapitel  zur Geopolitik – von Mackinder über Brzezinski zur “Full Spectrum Dominance”-Doktrin – gelesen hat, kann die  Ausführungen Friedmans als aktuelle Fortsetzung sehen; wer sich mit der Außenpolitik des US-Imperiums noch nicht näher beschäftigt hat, kann hier zusammengefasst erfahren, um was es dabei wirklich geht – und dass der Cartoon von Gerhard Seyfried keine satirische Übertreibung darstellt, sondern die grausame Realität:

 

Eine bessere Übersetzung sowie ein Link zu dem kompletten Vortrag von Friedman hier

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