22
Jul, 2016

9/11: Limited Hangout

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Wie schon zuletzt hier, hier, hier und hier beschrieben, ist die Veröffentlichung der bisher geheim gehaltenen 28 Seiten des 9/11-Kongressreports keine wirkliche Enthüllung, sondern ein “Limited Hangout” – die Veröffentlichung von ohnehin bekannten und daher nicht mehr wirklich “geheimen” Informationen.

Paul Craig Roberts sieht das ähnlich, das Fragezeichen hinter dem Titel seines jüngsten Artikels ist eher rhetorischer Art: Ist Geschichte um Finanzierung von 9/11 durch die Saudis Teil der Täuschung?

18
Jul, 2016

Deterriorialisierter und territorialer Terror

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Kaum ist man übers Wochenende mal nicht auf der Brücke, schlägts ringsum ein: Terror-Lkw fährt Amok in Nizza,  ein blutiger Putsch in der Türkei und zwischendurch veröffentlicht die US-Regierung die ominösen 28-Seiten der Senats-Untersuchung von 9/11. Wie soll man da noch hinterherkommen ? Deshalb nur ein Kurzbulletin:

-wenn der Täter in Nizza Verbindungen zum “islamischen Staat” hat, bedeutet das eine neue Drehung in der endlosen Spirale des “war on terror” – die Deterritorialisierung. Das Kalifat braucht kein Territorium mehr – es kann überall zuschlagen, wo Lastwagen verwendet werden.

– als mich auf einer ganz anderen Baustelle die Kurzmeldung “Putsch in der Türkei” erreichte, war mein erster Gedanke: Prima, Erdogan ist weg. Das kemalistisch säkular eingestellte türkische Militär hatte in der Vergangenheit ja schon öfter dafür gesorgt, dass die Türkei nicht ins osmanische Mittelalter zurückfällt. Aber diesmal waren es nur fünf Panzer und zwei Flugzeuge, mit denen die Putschisten die Macht ergreifen wollten und der ganze Spuk war nach ein paar Stunden vorüber. Als “mastermind” wurde der Luftwaffenchef benannt und verhaftet, obwohl Erdogan während des Putsches fröhlich in seinem Privatjet unterwegs war – aus der Luft also offenbar nichts zu befürchten hatte. Mir riecht das ganze weniger nach Inszenierung (MIHOP), als nach LIHOP (Let It Happen On Purpose):  einige unzufriedene höhere Offiziere planen einen Putsch, Erdogan-Ergebene Kollegen kriegen Wind davon, beenden die Sache aber nicht, sondern unterstützen die Verschwörung zum Schein, um die Putschisten dann hängen zu lassen und einen nützlichen Event zu produzieren, der Sultan Erdogan endgültig unantastbar machen wird.

– die “28 Pages” habe ich jetzt einmal überflogen – und finde mit einigen zusätzlichen Details alles bestätigt, was ich in drei Büchern und zuletzt hier, hier, hier und hier schon über die “Saudi-Connection” geschrieben habe. Erwartungsgemäß keine Hinweise fand ich zu der Frage, wie und warum es saudischen Agenten mit engsten Verbindungen zum Königshaus und zur Botschaft in Washington ohne Wissen der CIA möglich gewesen sein soll, die späteren “Hijacker” nach Strich und Faden zu pampern. Und wie es kommen konnte, bzw. wieviel es gekostet hat, dass diese Informationen 13 Jahre lang geheim gehalten wurden bzw. nur durch “Verschwörungstheoretiker” wie yours truly an die Öffentlichkeit sickerten. Aber – clever gelauncht am Freitagnachmittag – zwischen Nizza, Türkei und den anstehenden Groß-Konvents der Parteien, waren die 28 pages dann auch nur 10 Minuten lang Breaking News…

UPDATE: “LIHOP” scheint sich zu bestätigen: der türkische Geheimdienst informierte Top-Generäle Stunden vor dem Putsch

13
Jul, 2016

Wer nicht kucken will, kann hören

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Das Interview zum Buch auf Ken FM erfreut sich im Netz großer Beliebtheit – in den ersten zehn Tagen über 60.000 Views auf youtube und eine lebhafte Diskussion mit mittlerweile über 400 Kommentaren. Dass Ken Jebsen und sein kleines Team den derzeit erfolgreichsten, crowdfinanzierten politischen TV-Kanal im Internet machen, hat sich mittlerweile ja schon herumgesprochen. Weniger bekannt ist, dass auch Nicht-Internet-TV-Kucker in den Genuss der Sendungen kommen können – alle Gespräche stellt Ken FM auch als kostenlosen MP-3-Download zum Hören zur Verfügung. Das ganze Gespräch über die ganze Wahrheit – 2 Std. 4 Minuten, für die nächste längere Zug,- oder Autofahrt – gibt’s hier.

12
Jul, 2016

Alles unter Kontrolle

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816UV-zrvQL Heute war sie im Briefkasten, in den nächsten Tagen wird sie im Buchhandel erhältlich sein: die Neuauflage von Robert Anton Wilsons “Lexikon der Verschwörungstheorien”. Erstmals auf deutsch im Jahr 2000 erschienen, übersetzt von Gerhard Seyfried, herausgegeben von yours truely, ist das Werk mittlerweile ein Klassiker der Verschwörungsliteratur und erscheint unverändert. Schon allein deshalb, weil jede Aktualisierung den Rahmen massiv gesprengt hätte.  Hier ein Auszug aus dem Vorwort für die Neuausgabe:

“Mit „Illuminatus“ schrieb Robert Anton Wilson (mit Robert Shea) 1975 den Klassiker der Verschwörungsliteratur schlechthin. Er verschaffte damit nicht nur einem Professor in Ingolstadt, dem Aufklärer Adam Weishaupt, der 1776 den schon nach wenigen Jahren von der Staatsregierung wieder verbotenen Orden der Illuminaten gegründet hatte, neue Aufmerksamkeit, sondern auch vielen anderen vergessenen Gestalten und Organisationen der Weltgeschichte. Einer Geschichte, die sich in dieser psychedelisch überdrehten Romantrilogie in einer Klarheit und logischen Einfachheit zeigt, wie sie in der komplexen und verwirrenden Realität der wirklichen Welt nie zu finden ist. Nimmt man freilich an, dass im Untergrund mächtige und seit Jahrtausenden geheim agierende Strippenzieher, die „Illuminaten“, am Werke sind, dann machen die absurdesten Zufälle und die verrücktesten Zusammenhänge plötzlich Sinn. Und wenn sie einmal keinen machen, dann waren eben die großen untergründigen Gegenspieler der Illuminaten, die „Diskordianer“ am Werk – und schon ist wieder alles klar. Und alles unter Kontrolle. read more…

11
Jul, 2016

Hu!

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Die Deutsche Bank findet, dass mal wieder 150 Milliarden zur Bankenrettung gebraucht werden und der Economist warnt schon mal vor, dass die maroden italienischen Banken demnächst ganz übel einknicken.  Mir fällt als Island-Fan dazu nur noch “Hu!” ein. Mit diesem Schlachtruf haben es die Inselbewohner in ihrem gallischen Dorf ja geschafft, ihre Groß-Banker zur Verantwortung zu ziehen und in den Knast zu bringen, statt sie für ihre Untaten mit Steuergeldern zu “retten”.  Nicht nur im Fußball sind die isländischen Fighter vorbildliche Europäer!

Ein derartiger Aufstand, wie ihn die Isländer erfolgreich gegen die Banker durchzogen, ist auch auf militärischem Feld überfällig. Nur mal vorsichtig das “Säbelrasseln” der NATO-Aufrüstung an der russischen Grenze zu kritisieren, wie es der Minister unseres Äußeren getan hat ist nun längst nicht das Äußerste, was man gegen eine Kriegtreiberei und Russen-Paranoia tun muss, die nicht nur Gorbatschow als  hochgefährlichen Übergang in einen “heißen Krieg” sieht . read more…

8
Jul, 2016

Die ganze Wahrheit

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Während sich die Rezensenten und Kritiker der Medien mit der Rezension unseres quasi-enzyklopädischen Werks”Die ganze Wahrheit über alles” noch schwer tun, erreicht uns von Seiten der Leser*innen eminenter Zuspruch. So schreibt etwa Kollege Paul Schreyer:

“Nicht kleckern sondern klotzen ist erkennbar das Motto der beiden nimmermüden Vielschreiber Sven Böttcher und Mathias Bröckers, die nun mit “Die ganze Wahrheit über alles” ein 330-seitiges Kompendium vorlegen, das dem eigenen Anspruch kaum weniger gerecht wird, als der enthaltenen Ironie. Das Autorenduo hat sich ein heeres Ziel gesetzt: den unter 25-jährigen die heutige Welt nicht nur – mal eben – zu erklären, und das gründlich und systematisch von A wie Arbeit über B wie Banken bis hin zu Z wie Zuwanderer, sondern der nachwachsenden Generation auch noch lohnende und machbare Alternativen anzubieten. Das Motto steckt schon im Untertitel des Buches: “Wie wir unsere Zukunft doch noch retten können”. Böttcher und Bröckers haben gründlich recherchiert, wofür eine zehnseitige (spannende) Literaturliste ebenso bürgt wie die 50 Seiten kleingedruckter Fußnoten am Buchende. Trotzdem ist das Werk kein schwer verdaulicher Stoff – alles andere hätte Kenner der Werke der beiden Autoren auch gewundert -, sondern liest sich flott weg, im Stil changierend zwischen engagiert, empört und launig. read more…

6
Jul, 2016

Geht nicht ? Gibts nicht! Oder es gibt Krieg.

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13613507_10154245066681678_346768096599780908_oMit der Demokratie und dem Wahlvolk ist es ja so eine Sache: wenn das Ergebnis paßt, ist alles dufte, aber wehe wenn nicht. Da stimmten zum Beispiel über 90 % der Bewohner der Republik Krim für einen Exit aus der Ukraine, nachdem dort eine neue Regierung mit  fragwürdigen Methoden an die Macht gekommen war. Weil die neue Regierung dem Westen paßte, war freilich die Abwahl der alten  – mit Maschinenpistolen beim Mißtrauensvotum im Parlament – demokratietechnisch kein großes Problem. Anders als das eindeutige Referendum der Krimbewohner, denn ein “Ukrexit” war unerwünscht und mußte deshalb als eine von kleinen grünen Männchen – bösen Russen ! –  irgendwie gewaltsam herbeigeführte “Annexion” dargestellt werden. Dass dann wenig später die Niederländer mit deutlicher Mehrheit (60%) den Assoziierungsvertrag mit der Ukraine ablehnten, paßte den EU-Oberen in Brüssel nicht – die Mehrheit der Holländer nun aber als Opfer perfider Putin-Propaganda hinzustellen hätte den Bogen der Russen-Paranoia dann doch überspannt. Jetzt sollen sie  neu abstimmen, bis das Ergebnis paßt und eine am Rande zum failed state und ökonomischen Bankrott stehende Nation nach Europa geholt werden kann. read more…

1
Jul, 2016

Live auf KenFM

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​”KenFM im Gespräch mit: Mathias Bröckers (“Die ganze Wahrheit über alles”) Die Zeiten, in denen der Mensch am Ast der eigenen Existenz gesägt hat, sind lange vorbei. Mittlerweile ist er dazu übergegangen, den ganzen Wald um sich herum abzufackeln. Der Mensch übertreibt. Auf allen Gebieten. Ihm ist vor allem die Erkenntnis abhanden gekommen, dass er als Teil der Natur nicht ohne eben diese überleben kann. Die Krone der Schöpfung ist eine hohle Nuss, vor allem wenn es darauf ankommt.

Menschen leben seit Langem in immer abstrakteren Welten. In Großstädten, mit Gesetzen, Verhalten, Politischen Ideen. Das alles sind keine natürlich vorkommenden Produkte, sondern wurden vom Menschen für den Menschen erdacht und umgesetzt. Dahinter steckte im Kern immer die Idee, sich die Erde untertan zu machen. Gefügig zu machen. Was über Jahrtausende relativ erfolgreich funktionierte, hat spätestens im 21. Jahrhundert seinen Zenit überschritten. Der Mensch neigt dazu, übers Ziel hinauszuschießen. Die Dosis macht das Gift.

Egal wie gut ein gesellschaftliches Konzept, eine Idee, eine Technologie auch sein mag, ab Punkt X kommt es zur Überdosis und damit zu einem toxischen Effekt. Hier hilft nur, die Notbremse zu ziehen, eine echte Analyse zu wagen und dann an den Punkt zurück zu rudern, an dem alle aus dem Ruder lief.

Älteren Menschen fällt das besonders schwer. Sie kennen nur die Welt, die sie selber geschaffen haben und wollen sich keine andere vorstellen. Also müssen die jüngeren ran. Sie müssen, um es salopp auszurücken, die Karre aus dem Dreck ziehen, denn ihr Überleben hängt davon ab. Alles, was die Alten jetzt noch tun können, ist ihr grandioses Scheitern auf den allermeisten Gebieten einzuräumen. Gut gemeint war schon immer das Gegenteil von gut. Seht euch um.

Mathias Bröckers und Sven Böttcher sehen den Status Quo der Spezies Mensch dennoch mit Humor und haben einen extrem kurzweiligen Ratgeber für die nächste Generationen geschrieben. „Die ganze Wahrheit über alles – Wie wir unsere Zukunft doch noch retten können“ KenFM traf sich mit Mathias Bröckers, um mit ihm über den Ratgeber zum Überleben unser eigenen Spezies zu sprechen. Es wurde viel gelacht. Fazit: Wir haben kaum eine Chance, aber nutzen wir sie.”

23
Jun, 2016

Endspiel in Europa

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27.06.13-2139-Bildschirmkopie-300x152Bevor auf diesem Blog für zwei Wochen Sommerpause ist, hier noch ein paar Prognosen und Hinweise:

– der Brexit wird heute knapp abgewählt, die Briten bleiben drin, was dann zum allgemeinen Aufatmen und fröhlichen “Weiter so!” in der EU führen wird. Aber nicht zu irgendeiner Lösung oder einem Stop der europäischen Disintegration.

– es wird auch weiterhin nichts Schlimmes geben, hinter dem nicht Putin steckt. Jetzt hat das ehemalige Nachrichtenmagazin “enthüllt”, dass auch die Hacker des IS “Cyber Kalifats” eigentlich Russen sind. Das Online-Magazin “Sputnik” hat mich  zu dieser neuen Volte im  kindergarten-artigen Russland-Bashing befragt. read more…

19
Jun, 2016

Barbarossa 2.0

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Vor 75 Jahren, am 22. Juni 1941, begann mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion der brutalste Vernichtungskrieg der Weltgeschichte. 27 Millionen sowjetische Männer, Frauen und Kinder fielen ihm innerhalb von vier Jahren zum Opfer, die wenigsten davon im Kampf, die meisten vom ihnen willkürlich ermordet oder dem Hunger, -und Kältetod preisgegeben. “Es kann keinen Zweifel geben, dass Leningrad verhungern muss” lautete ein Dekret der deutschen Generalität im November 1941 für die belagerte Stadt, was die Wehrmacht in den folgenden Wintern planmäßig erfüllte: 470.000 Menschen starben an Hunger.

Es ist deshalb mehr als ein symbolischer Akt, wenn Bundespräsident Gauck am Donnerstag nach St. Petersburg reist, um dieser Hungertoten auf dem Friedhof zu gedenken, die deutsche Schuld zu bekennen und den Nachkommen dieser Generation mit einem “Nie wieder!” die Hand zu reichen. Auch Angela Merkel zeigt Souveränität, indem sie sich vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dessen älterer Bruder den “Hungerwinter” in Leningrad nicht überlebte, verneigt und sich für die Verbrechen Deutschlands beim russischen Volk entschuldigt.  Wie ernst es mit dieser Versöhungsgeste gemeint ist, zeigen die Historikerzunft und die Museen des Landes, die mit zahlreichen Ausstellungen und Konferenzen den Vernichtungskrieg gegen die “slawischen Untermenschen”  thematisieren.  So wie die christlichen Kirchen der im Namen des Herrn und des Führers  abgeschlachteten Russen gedenken und auch die jüdischen Gemeinden den Mitopfern dieses rassistischen Massenmords, dessen blanke Zahlen den Schrecken des Holocaust fast verblassen lassen. read more…

18
Jun, 2016

Battle of Brexit

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Queen Brexit

Dass man den Briten nicht nachweinen muss, wenn sie die EU verlassen, weil sie mit ihren ewigen Extrawürsten eh nur genervt haben, hatten wir vor einiger Zeit schon angemerkt ( hier und hier ). Europa kommt künftig auch ohne die verregnete Insel klar, die sich in Vergangenheit eher als Hemmschuh, denn als Förderer europäischer Kooperation erwiesen hat und dem Kontinent wirtschaftlich außer dubiosen “Finanzprodukten” nicht viel zu bieten hat. Außenpolitisch agiert England  ohnehin zuerst als Pudel bzw. Pittbull des großen Cousins in Washington und weniger im Interesse der europäischen Nachbarn und ist auch auf diesem Feld verzichtbar. read more…

13
Jun, 2016

Aus dem Innenleben unseres Finanzsystems

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Über Volker Handons Buch “Die Psycho-Trader – Aus dem Innenleben unseres kranken Finanzsystems” schrieb ich im letzen Jahr:

“Dass es auf den „internationalen Finanzmärkten“ um nichts anderes als ums Zocken und Wetten geht und das Ganze mit der Realwirtschaft nichts mehr zu tun hat zeigt schon eine Zahl: 700 Billionen Euro. Das ist der Wert aller Derivate, auf die weltweit an den Börsen Wetten laufen. Das Bruttosozialprodukt von USA und EU zusammen liegt bei etwa 30 Billionen; säßen also diese beiden als einzelne Zocker am Tisch, ginge es bei diesem Spiel um mehr als das 20-fache ihres Jahreseinkommens. Man muss kein Kenner von Poker oder Black Jack sein um zu erkennen, dass es in diesem Casino nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

Was, wie und warum es nicht mit rechten Dingen zugeht, darüber habe ich viel in einem neuen Buch gelernt, das ich  mit wachsender Begeisterung gelesen habe: “Die Psycho-Trader – Aus dem Innenleben unseres kranken Finanzsystems” (Westend Verlag). Volker Handon, seit Jahrzehnten selbstständiger Börsenhändler in Frankfurt, plaudert hier – ebenso authentisch und informativ wie unterhaltsam und spannend – aus dem Nähkästchen des Systems, in dem er als kleines Rädchen Tag für Tag operiert. Er wartetet nicht wie in viele andere Börsenbücher mit großen, spektakulären Enthüllungen á la “Wie ich an einem Tag 30 Milliarden versenkte” auf.  Vielmehr beschert er dem Leser mit Einblicken in das Seelenleben und Alltagsgeschäft eines Traders viele kleine, profane Erleuchtungen, die zusammen ein beeindruckendes Bild des Gesamtsystems ergeben.  Und ein Verständnis dafür, dass man es sich zuleicht macht, wenn man einfach nur die “bösen Banker” verabscheut. Sie sind nicht böser als die meisten anderen Menschen auch: Sie sind Spieler, die im Rahmen der vorgegebenen Regeln spielen und diese Regeln zu ihrem Vorteil ausznutzen und auch übertreten. Solange die Vorgaben nicht geändert werden, und wirksame Kontrollen und scharfe Sanktionen für “Fouls” unterbleiben, solange muss sich niemand wundern,  dass sie weiterzocken. (Die ganze Rezension hier )

12
Jun, 2016

Neues von der Ostküste

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Zum Thema”Querfront” –  den mit den “Montagsmahnwachen” aufgekommenen Vorwurf, dass sich hier “Linke” mit “Rechten”, alte Hippies mit neuen Nazis, kremlgesteuerte Putin-Trolle mit irren “Reichsdeutschen” und friedensbewegte Pazifisten mit rechtsradikalen Pegidisten verbünden und dieses angebliche “Netzwerk”  zusammengehalten wird von “Verschwörungstheorien”, “Anti-Amerikanismus” und “Antisemitismus” – über dieses Phantom hatte ich in den letzten beiden Jahren schon öfter etwas geschrieben (  hier , hier und hier). Jetzt hat sich der Wirtschaftsjournalist und “Handelsblatt”-Autor Norbert Häring des Themas noch einmal angenommen, nachdem er in die Fänge derer geraten war, die das “Querfront”-Gespenst an die Wände malen. Der Grund: Häring hatte in einem Sachbuch über die Abschaffung des Bargelds des Wort “Ostküste” gebraucht – und sich damit als tendenziell rechtsextrem, völkisch, rassistisch geoutet. Wie das ?…  fragt der Fachmann und der Laie wundert sich. read more…

10
Jun, 2016

9/11: Die Saudi-Connection ist nicht alles

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!!atta-Auch die Veröffentlichung von 28 geschwärzten Seiten des US-Kongressberichts zu 9/11 wird die Verbrechen nicht aufklären. Der Puzzlestein macht aber einmal mehr deutlich, dass von Grund auf neu ermittelt werden muss.

Dazu heute mein Gastbeitrag auf rt

9
Jun, 2016

Bernie or Bust ?

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Für ein endgültiges “Bye Bye Bernie” ist es zwar noch zu früh, Senator Sanders wird auf dem Parteitag der Demokraten noch einmal eine Rede halten, und versuchen, die Partei  von seinem Kurs zu überzeugen, doch die Kandidatur wird er Hillary Clinton nach ihrem Sieg in Kalifornien nicht mehr nehmen können. Als einst ein Bekannter dem alten Joe Kennedy zur Wahl seines Sohns beglückwünschte, antwortete JFK’s Vater:  “Mit dem Geld hätte auch mein Chauffeur die Wahl gewonnen.” –  was mit Sicherheit auch für die von Corporate America gestopfte Clinton bzw. ihre Friseurin gilt. Auch Bernie Sanders konnte sich über Millionen Dollar Wahlkampfspenden freuen, doch die kamen nicht von Goldman Sachs und der Rüstungs,-und Ölindustrie, sondern tatsächlich von seinen Wählern. So wie ja auch Donald Trump von seinen eigenen Millionen im Wahlkampf angeblich gar nichts einsetzen mußte, weil auch seine Show weitgehend von seinen Anhängern finanziert wurde  – und die Medien dem Springteufel reichlich Sendezeit spendierten. Sanders vs. Trump wäre also ohne Frage das Präsidenten-Duell der Herzen gewesen – und laut den Umfragen würde Bernie es deutlicher gewinnen als Hillary – doch jetzt wird es Clinton vs. Trump, was längst nicht so sicher ist. Weshalb sich nun auch Obama eingeschaltet und Sanders beschwört, jetzt Hillary zu unterstützen und seine Anhänger dazu aufzufordern, das ebenfalls zu tun. Ohne diesen Support, das ahnen die Parteioberen der Demokraten, hat Clinton keine Chance auf das Weisse Haus – und als Vizepräsident unter Hillary ist Bernie schwer vorstellbar, denn sie steht für das 1% Plutokraten, deren absolute Herrschaft Sanders beenden will. Weshalb seine Hardcore-Unterstützer der Partei auch die Parole “Bernie or Bust!” ins Stammbuch geschrieben haben und die Demokraten eher  verlieren lassen als sich hinter Clinton zu scharen. Ich gebe zu, dass auch ich die Dame auch niemals wählen könnte, auch nicht um die “Inkompetenz” und “Unberechenbarkeit” eines Trump zu verhindern. Denn Clintons Kompetenz und Berechenbarkeit sind nicht weniger furchterregend.

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