Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 20


(Hinweis: Facebook hat das obenstehende Foto gelöscht, da “unabhängige Faktenprüfer” es als Fake entlarvt hätten. Ich kann die Echtheit nicht beurteilen, würde russischen Militär-Truckern auch nicht jeden Humor absprechen.)

Hatte Russland bei seiner “Operation Z” – mittelerweile wg. Buchstabenverboten im Westen praktischerweise auf  A-Z umgetauft – in der Ukraine auf die Zerstörung von ziviler Infrastruktur bisher weitegehend verzichtet, sind seit dem vergangenen Wochenende wichtige Eisenbahn-Knotenpunkte  und Umspannwerke zum Ziel von Raketenangriffen geworden. Der bisher noch über Bahnlinien noch mögliche Nachschub der im Osten konzentrierten Truppen wird dadurch weiter erschwert und was an “schweren” NATO-Waffen im Westen ankommt, staut sich dort in Depots – die, wenn sich nicht von russischen Präzisionsraketen zerstört werden, wie schon mehrfach geschehen, dem schwarzen Loch des ukranischen Waffenhandels anheimfallen und irgendwo in Afrika, im Nahen Osten oder anderswo wieder auftauchen, wo für Stinger, Javelin & Co. gutes Geld gezahlt wird. Auch für die ausrangierten Leopard 1 und den Flak-Panzer Gepard, die Deutschland jetzt  der Ukraine verkaufen will, besteht anderswo Bedarf wenn sie an der Front nicht ankommen.
Dass in NATOstan nach wie vor große Kriegseuphorie herrscht und “Experten” und Ex-Generäle in Funk und Fernsehen versichern, dass ein paar Panzer und Haubitzen mehr “den Krieg entscheiden” könnten, hat mit der Realität am Boden eher wenig zu tun, und sehr viel mehr mit dem hier schon oft zitierten Diktum von Karl Kraus zum 1. Weltkrieg: “Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen”.
Und so holt der britische Verteidigungsminister Wallace mal eben 15.000 russische Gefallene und 500 Panzer aus dem Hut, die bis dato keinem Menschen aufgefallen sind, sonst wären sie auf den Social Media längst viral gegangen. Es wird einfach gelogen wie gedruckt. Und zwar von denselben,  die uns die “Massenvernichtungswaffen” im Irak, das “Giftgas” in Syrien, die “Befreiung” Libyens  und den 20 Jahre anhaltenden “Sieg” in Afghanistan angedreht haben… aber dieses Mal – großes Indianer:innen-Ehrenwort  – geht alles mit rechten Dingen zu. Und  es ist ja wohl offensichtlich, dass unsere Freiheit statt “am Hindukusch” jetzt am Donbass bis zum letzten Ukrainer verteidigt werden muss, weil bei uns sonst Saddam Husseins Raketen “in 45 Minuten”…ääh… Bin Laden und sein Al Qaida Terror…ääh, natürlich Putin und seine brutalen Russenhorden… unsere Fußgängerzonen in die Luft jagen und Babys vergewaltigen. Da kann man nicht mehr wegschauen und untätig bleiben… Panzer, Raketen, Bomben…Hauptsache irgendwas…
So ungefähr liest und hört es sich derzeit an, was einem aus dem westlichen Medienwald entgegendröhnt. „Die Ukraine glaubt eindeutig daran, dass sie gewinnen kann, und alle hier glauben das auch“, betonte der US-Verteidigungsminister beim heutigen NATOstan-Treffen in Rammstein. Woher die Gemeinschaft der Gläubigen ihre Zuversicht holt ist unklar, historisch bekannt hingegen ist, dass  Niederlagen nicht mehr weit sind, wenn unbedingtes “Glauben an den Endsieg” beschworen wird. Dass Deutschland ukrainische Truppen an den neuen Gerätschaften ausbilden will bevor sie an die Front verlegt werden, dies aber keinesfalls als Kriegsbeteiligung verstanden wissen will, zeugt ebenfalls von hoher Glaubensfestigkeit, dass die Russen schon nicht  den Gashahn abdrehen werden, wenns ihnen zuviel wird mit der Safari deutscher Leoparden und Geparden vor ihrer Haustür. Wobei: die aktuelle Abschussliste steht am 26.4. bei  “2,576 tanks and other armored combat vehicles”, hundert Panzer mehr sind da nicht spielentscheidend. Allerdings hat Außenminister Lavrov angekündigt, dass man  auch den Transport schweren Geräts in die Ukraine als feindlichen Akt betrachtet. “Wenn die Nato über einen Stellvertreter de facto in einen Krieg mit Russland tritt und diesen Stellvertreter bewaffnet, dann tut man im Krieg, was man im Krieg tun muss.”
Es sollte sich also niemand wundern, wenn dann alsbald ein Bahnhof in Polen oder einem anderen Ukraine-Anrainer unfreundlichen Besuch von Kinzhal bekommt, was natürlich den Bündnisfall bedeuten würde und NATOstan zeigen müsste, was es militärisch drauf hat um diese “Regionalmacht mit Tankstelle” (Barack Obama) in die Schranken zu weisen. Niemand kann sich das wünschen, weil damit ein nukleares Armageddon droht, aber dann sollte auch niemand weiter an der Eskalationsschraube drehen, um es dazu kommen zu lassen. Wenn in den Regierungen und Komissionen Europas noch irgendwelche Erwachsenen eingreifen können, sollten sie das dringend tun.
Und das nicht nur was Waffen, sondern auch was den Wirtschaftskrieg betrifft, mit dem die deutsche Außenministerin “Russland ruinieren” will –  eine Idee, auf die nur kommen kann, wer wie unsere Völkerballexpertin in Erdkunde offenbar nicht richtig aufgepasst hat:

Wie das ZDF berichtet, muss “Deutschland bis 2030 für russisches Erdgas selbst dann bezahlen, wenn das Gas nicht mehr importiert wird. Grund dafür sind sogenannte Langfristverträge mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren, die deutsche Unternehmen mit dem russischen Konzern GAZPROM abgeschlossen haben. Das zeigen frontal-Recherchen. Insgesamt geht es um mehr als 140 Milliarden Euro.”

Dass BASF, der größte Chemie-Standort Europas, langfristige Verträge macht um günstige Energie für seine Produktion zu sichern, macht zwar betriebswirtschaftlich absolut Sinn, läuft aber unter der ZDF-Headline “Die Gier nach russischen Gas”, was ebenfalls von Erdkundeschwäche zeugt, denn ohne russisches Gas kann BASF den Laden dicht machen. Während Robert Habeck in  seiner “dienenden Führungsrolle” gegenüber den USA verkündet, “in wenigen Tagen” zu einem Ölembargo bereit zu sein,  sieht sich Brandenburgs Ministerpräsident noch eher als Diener seiner eigenen Bevölkerung und warnt: “Wenn gelegentlich von drei Millionen zusätzlichen Arbeitslosen geschrieben wird, falls kein Gas und Erdöl mehr aus Russland geliefert wird, so halte ich das für eine Untertreibung. Wir müssen davon ausgehen, dass ein Lieferstopp sofort Auswirkungen auf jeden einzelnen Haushalt in Deutschland hätte.”

Polen und Bulgarien kommen seit heute als erste in den Genuss einer “russenreinen” Energieversorgung, nachdem Gazprom die Lieferungen durch die Jamal-Pipeline gestoppt hat. Sie werden damit zu den ersten Experimentierfeldern, auf denen Europa sich ohne Energie aus dem Osten künftig durchschlagen will und können einen kleinen Vorgeschmack darauf liefern, wenn “Nordstream-1” und damit Deutschland ebenfalls abgeklemmt werden. Aber, “keine Panik”,  verkündet die FAZ,  weil so ” kommt Deutschland schneller damit voran, sich von russischen Rohstofflieferungen unabhängig zu machen.” Sorgen über  einen “veheerenden Schaden” der Volkswirtschaft müssen wir uns keine machen, denn “Ökonomen schätzen”, dass nur  “bis zu 6 Prozent der Wirtschaftsleistung verloren gehen.” Na dann ist ja alles halb so wild… und diese Top-Ökonomen haben den Nobelpreis schon sicher: ihr Konzept einer Industriegesellschaft, die trotz Ausbleiben von 40% der Energie (die Europa aus Russland bezieht)  mit 94% wirtschaftlicher Leistungskraft weiter brummt, dürfte weltweit gefragt sein.

Unterdessen wird gemeldet, dass Deutschland nun doch kein Leos, sondern nur Flugabwehrpanzer “Gepard” lieferen will, weil die, so Verteidigungsminsterin Lambrecht, “genau das sind was die Ukraine jetzt braucht um den Luftraum zu sichern.” Dafür holte sie sich in Rammstein von ihrem US-Kollegen brav ein  Lob ab und brachte ihren Kanzler aus der Schußlinie, der sich jetzt nicht mehr nachsagen lassen muss, dass er keine schweren Waffen liefern will. Wenn es Olaf Scholz ist, der in der Ampelregierung in Sachen Waffenlieferungen auf der Bremse steht, wie mir ein Mitarbeiter unlängst versicherte, dann hat er mit diesem Coup seine kriegsgeilen Koalitionären ein cleveres Schnippchen geschlagen. So sieht es auch Bernhard vom Blog “MoonOfAlabama”, der den Oldtimer noch aus seiner Bundeswehrzeit kennt :

“Dass Scholz sich entschlossen hat, diese anzubieten, statt echter Panzer oder Schützenpanzer, wie es die USA und die camouflage-grüne Partei forderten, ist ein schöner Ausweg. Er garantiert, dass die Ukrainer sie nicht vor Kriegsende einsetzen können. Das Gepard-System mit seinen zwei 35-mm-Kanonen ist mehr als 50 Jahre alt, wurde aber zwei- oder dreimal aufgerüstet. Die Bundeswehr hat ihr letztes Exemplar im Jahr 2010 ausgemustert. Seitdem sind sie eingelagert. Ich kenne sie noch gut aus meiner Zeit bei der Bundeswehr. Während ich in erster Linie als Richtschütze auf einem echten Panzer, dem Leopard 1A3, ausgebildet wurde, wurden zwei Leute, die ich kannte, als Richtschützen für den Gepard ausgebildet. Es gab jedoch einen großen Unterschied. Man brauchte 6 Monate Ausbildung, um ein einigermaßen guter Panzerschütze zu werden. Um Schütze auf einem Gepard zu werden, brauchte man 12 Monate, einschließlich Hunderter von Stunden in einem Simulator. Für die Rolle des Kommandanten war sogar noch mehr Ausbildung erforderlich. (…)
In der heutigen Bundeswehr gibt es wahrscheinlich weniger als zehn Personen, die noch wissen, wie man einen Gepard bedient und wartet. Die Chancen, deutsche Besatzungen für sie zu finden, sind also gering. Wenn die Ukrainer diese veralteten Systeme wirklich einsetzen wollen, müssen sie mindestens ein Jahr lang neue Besatzungen ausbilden. Andernfalls werden diese Geschütze ineffektiv und von geringem Nutzen sein.Ich vermute jedoch, dass keines dieser Geschütze jemals ausgeliefert werden wird. Dafür haben die Schweizer gesorgt, die die Kanonen und deren Munition hergestellt haben:
“Die neutrale Schweiz hat ein Veto gegen die Wiederausfuhr von in der Schweiz hergestellter Munition für die Gepard-Flugabwehrpanzer eingelegt, die Deutschland an die Ukraine liefert, wie die Regierung am Dienstag mitteilte.(…)Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) bestätigte einen Bericht des Senders SRF, wonach es Deutschland daran gehindert habe, Munition für den Gepard-Panzer in die Ukraine zu liefern.”
Bundeskanzler Scholz dürfte das alles gewusst haben. Das Angebot der Gepards ist ein sicheres Mittel, um den auf ihn ausgeübten Druck, Waffen in die Ukraine zu liefern, zu mindern. Es ist ein Angebot für ein System, das innerhalb des Zeitrahmens des Krieges nicht eingesetzt werden kann und für daser die notwendige Spezialmunition nicht liefern kann.”

(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -19 (27.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -18 (25.4.22)
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Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

 

 

32 Comments

  1. Was lernen Schüler heute ?

    „Hitler war Bahnwärter. Sein Hund hieß Blondie. Sein Co2-Ausstoß im Russlandfeldzug war nicht von schlechten Eltern. 1945 gründete Hitler zusammen mit Konrad Adenauer die KPD. Seine Gegner nannte er Nazis und ließ sie einsperren. Zum Schluß nahm er den Namen seiner Frau an: “Braun”

    Es bedurfte des Royal-Air-Force Piloten Andreas Baader ( RAF) der Ausdruckstänzerin Gudrun Ensslin und der Handarbeitslehrerin Ulrike Meinhof ( Ex-Röhl ) um das gestrandete Schiff „Demokratie“ in Deutschland wieder flott zu kriegen “

    Fast identisch :
    Das ABC zum Russland-Ukraine-Krieg
    https://correctiv.org/aktuelles/russland-ukraine-2/2022/04/11/das-abc-zum-russland-ukraine-krieg/

    cheers

    1. Als Propaganda-Seite ist “Correctiv.org” schon recht geschickt aufgemacht. Viele Bunte Bildchen mit lachenden oder “symphatisch nachdenklichen” jungen Frauen. Man tut so, als wolle man differenziert informieren, bringt aber nur Halbwahrheiten, die immer das ganz entscheidende Detail weglassen aber oberflächlich durchaus “stimmig” wirken.

      Kein Wunder, das die naiven Deutschen auf so was reinfallen.

  2. Gute Analyse. Wohl ein guter Schachzug von Scholz nun die Lieferung diese nutzlosen Panzer anzubieten.
    Jetzt heisst es, dass Deutschland angeblich Katar um Munition für Gepard-Panzer bittet [1], während der deutsche Produzent KMW derzeit nur 23.000 Schuss Munition zur Verfügung stellen kann. Lachhaft, denn die beiden Hauptwaffen des Gepards benötigen rund 1100 Schuss – pro Minute … Und zudem ist es dann eine langwierige Ausbilung und es findet sich auch wohl kaum jemand um die Ausbilung durchzuführen (von Problemen der Sprachbarriere bei solch einer Ausbildung ganz zu schweigen).
    Die Frage ist nun: wie reagieren die Kriegstreiber in der Regierung und in den USA auf Scholzens Schachzug wenn man ihn durchschaut?
    Es bleibt spannend & gefährlich.

    [1] https://www.berliner-zeitung.de/news/lambrecht-bittet-katar-angeblich-um-munition-fuer-gepard-panzer-li.224480

  3. “Es sollte sich niemand wundern, wenn dann alsbald ein Bahnhof in Polen oder einem anderen Ukraine-Anrainer unfreundlichen Besuch von Kinzhal bekommt. (…) Niemand sollte weiter an der Eskalationsschraube drehen.” Mathias Bröckers, Ihre bisherigen Artikel über den Krieg sind nichts anderes als Eskalationsschrauben! Schuld bei Russland? Nö, die verorten Sie ausschließlich bei “NATOstan”. Bisschen sehr einseitig.

    1. @karlheinz: Dass unser Blogchef “einseitig” ist und Perspektiven und Links präsentiert, die nicht der ausgewogenen und objektiven (??) Berichterstattung des Mainstreams entsprechen, finde ich sehr wichtig und richtig.
      Wenn Russland warnt, dass es Waffentransporte als kriegerischen Akt sieht und darauf reagieren wird und die NATO das wie alle russischen Ansagen ignoriert – dann muss sich wirklich niemand wundern, wenn es kracht.
      Nichts anderes behauptet Mathias, und das ist nicht eskalierend, sondern logisch.

    2. Ach ja ? Dann seien Sie doch so freundlich die Bröckersche Eskalationsschraube zurückzudrehen und mal was konkretes Zwei – oder Mehrseitiges zum aktuellen Stand der Dinge beizutragen, wie wärs mal mit der einen oder anderen Tatsache die u.A. die “Schuld” bei Rußlands zweifelfrei verortet. Aber vermutlich hat alles mit dem russ. Einmarsch begonnen, stimmts ?

      MfG

      1. herr “dildoldi”, ich komme mal zum kern. putin behauptete mal, wenn die nato in der ukraine einen stützpunkt hätte, könnten raketen, kampfjets udgl. innerhalb von sieben bis zehn minuten moskau erreichen. diese angst vor der nato ist nur vorgeschoben. es geht putin nicht um die nato, sondern um die entstehung einer florierenden demokratie an der grenze zu russland. davor hat putin viel mehr angst. im übrigen: wenn putin so viel angst vor nazis an der spitze der ukraine hat, dann müsste er sich für eine eu- und nato-mitgliedschaft der ukraine einsetzen, denn diese mitgliedschaften würden das ukrainische wahlvolk dahingehend disziplinieren, dass es keine nazis in füherende ämter und funktionen wählt. am beispiel österreich (haider) kann man die reaktionen brüssels studieren. fördergelder würden eingefroren. darauf hätte niemand bock in der ukraine. ergo würde vernüntig gewählt.

        1. “es geht putin nicht um die nato, sondern um die entstehung einer florierenden demokratie an der grenze zu russland. ”

          Oh je, die hatten sie doch seit 2014 (und schon in den Jahren davor: schon mal was von timoschenko gehört?)

          Nee, nee, unter der “florienden” Demokratie wurde die Ukraine von einem halbwegs wohlhabdenen Staat zum korruptesten und ärmsten Land Europas, in dem heute außer der Regierungspartei alle anderen verboten sind und auch in Kiew Oppositionelle (keine Russlandversteher!) entführt und gefoltert werden.
          Na so was!

        2. @karlheinz kaempfert

          Eine “florierende Demokratie” in der jegliche Oppositionspartei verboten ist und aus Oppositionsführern vom SBU (Ukro-Geheimdienst) lt eigenen Worten “Aussagen heraus geprügelt werden” Also wird er “Demokratisch” gefoltert?
          OK wir haben uns ja schon an einen Folterstaat mit Todesstrafe im Westen (USA), die eigentlich ein Polizeistaat ist, sich aber trotzdem als “Demokratie” mehr schlecht als recht tarnt (alles nachprüfbare Tatsachen).

          Genau wie die in diesem Link die Angaben alle von Zeugen belegt sind:
          https://www.anti-spiegel.ru/2022/ukraine-journalisten-werden-erschossen-oder-verschwinden-opposition-wurde-verboten/

          Dann können sie weiter in ihrem Parallel-Universum von einer “Florierenden Demokratie in der Ukraine” träumen. In diesem Universum ist die Ukraine eine knallharte Nazi-Diktatur – mehr nicht.

          1. ob irgendwo demokratie herrscht oder nicht, ist doch putin völlig egal, siehe seine engagements für minsk, moskau, damaskus und almaty. wir erinnern uns: per führererlass hat weiland hitler das protektorat (sic) böhmen und mähren ins großdeutsche reich geholt. man vergleiche putins vorgehen auf der krim, in luhansk und donezk. “dort, wo serben leben, ist serbien” bedeutete auch das ende von milosevic. wenn die ukraine keine demokratie ist, dann ist russland genauso wenig eine. eure kritik an der ukraine und ihrem politischen personal wäre glaubwürdiger, wenn ihr wenigestens EIN MAL ein kritisches wort über die zustände in russland verlieren würdet, wo der gemeine bürger das wort “krieg”, für das, was in der ukraine gerade abgeht, unter strafandrohung nicht öffentlich sagen darf, lawrow aber neulich das wort dreimal verwendete.

          2. @karlheinz kaempfert
            Zu ihrer Antwort unten:
            Sie wiederholen nur – völlig ungeprüft – die Unwahrheiten der “Tagesschau” und der sonstigen System-Medien, die im Auftrag der USA (und zwar nur der USA!) unterwegs sind.
            Zu Hitler:
            Adolf Hitler ließ die Sowjetunion angreifen und hat dabei mit seiner Wehrmacht ca 27 Millionen Russen (größtenteils wieder Zivilisten, wie seine Schergen in der Ukraine) ermorden lassen.

            in der Ukraine haben die NS-Kollaborateure, deren Anführer ein gewisser “Stephan Banderas” war, den Nazis fleißig dabei geholfen Ukrainer zu massakrieren. Und genau die (bzw deren Nachfahren) sind heute in der Ukraine an der Macht und ermorden seit 2014(!) russische Zivilisten im Osten der Ukraine (ca 14.000 bis jetzt). Der Ukrainische Botschafter in Deutschland ist genauso ein bekennender Banderas – Verehrer (also ein Nazi!), wie früher Jazenjuk (in der vorherigen Poroschenko Regierung) und das gesamte Asow-Bataillon. Die gesamte Ukraine wird heute von waschechten Nazis (Hitler und Banderas Verehrer) regiert. Das ist eine unbestreitbare Tatsache.

            Heute sind wieder Granaten der Ukrainischen Armee in Donezk. eingeschlagen und haben 10 Menschen das Leben gekostet (darunter auch 3 Kinder). Wieso sollten die Russen genau das Gebiet, dessen Unabhängigkeit sie anerkannt haben jetzt bomardieren und ihre eigenen Leute (da wohnen fast nur Russen) massakrieren? (Logik?)

            Das war genauso wenig die russische Armee, wie in Butscha, weil die nicht ihre eigenen Leute retten um sie danach abzuschlachten (macht irgendwie wenig Sinn oder?).

            Genauso wenig wie die Krim eine russische Annexion war. Die Krim wurde lange vorher von der Ukraine (völkerrechtswidrig!) annektiert und zwar im doppelten Sinne: Mitte der 50er hat der UKRAINER und ZK-Mitglied Nikita Chruschtschow die Ukraine ohne die Krimrussen zu befragen einfach der Ukraine zugeteilt (sie war noch nie vorher Ukrainisches Gebiet!).

            Als Kompromiss hat man der Krim Halbinsel einen quasi selbstständigen Status per Pacht-Vertrag mit Selbstverwaltung zugestanden (wohl weil auch in Sewastopol russische Truppen stationiert waren). Diesen Vertrag hat die Ukraine einseitig nach dem Maidan-Putsch gebrochen bzw für “nichtig” erklärt (keine Annexion?).
            Wegen diesem eindeutigen Vertragsbruch haben sich die Krimrussen in einem demokratischen Referendum dann für Russland zugehörig erklärt. Wo ist hier eine “Annexion”?

            Niemand ist an einen Vertrag gebunden, den die andere Seite bricht Punkt! Die “Russische Annexion der Krim” ist also – wie das meiste andere, was heute in der Westpresse verkündet wird, VOLLSTÄNDIG FREI ERFUNDEN.

        3. @karlheinz kaempfert:

          Ich zitiere sie zweimal (aus zwei verschiedenen Kommentaren):

          1: “es geht putin nicht um die nato, sondern um die entstehung einer florierenden
          demokratie an der grenze zu russland. davor hat putin viel mehr angst.”

          2: “ob irgendwo demokratie herrscht oder nicht, ist doch putin völlig egal”

          Nehmen Sie sich doch dieses Wochende mal die Zeit, genauer zu analysieren, was Sie da behauptet haben … ich ermutige Sie hiermit, zwischen den beiden Aussagen einen Widerspruch zu finden.

          Wenn es länger dauert als das Wochenende ist auch nicht so schlimm, bleiben Sie hartnäckig.

          Sie schaffen das!

    3. @karlheinz kaempfert (“Stranger in the night?”)
      Schuld bei Russland? Nö, die verorten Sie ausschließlich bei “NATOstan”. Bisschen sehr einseitig
      Genau! Herr Bröckers ist – anders als die Systemmedien – völlig “einseitig“!!!!
      Nie findet er Schuld bei Rußland!!! Dann wird Ihnen, karlheinz kaempfert, Paul Craig Roberts gefallen:
      “THE REAL THREAT IN THE UKRAINE CONFLICT: CROSSING THE “RED LINE” TOWARDS NUCLEAR WAR? “THE RUSSIANS HAVE NEVER READ MACHIAVELLI””
      https://counterinformation.wordpress.com/2022/04/27/the-real-threat-in-the-ukraine-conflict-crossing-the-red-line-towards-nuclear-war-the-russians-have-never-read-machiavelli/

    4. Wenn man so einen Krieg immer nur von dem her beurteilt, was ganz am Ende passiert ist, kann man zu so einem Post kommen.

      Hat Russland 8 Jahre lang Krieg gegen die Donbass Republiken geführt und dabei 14.000 Zivilisten (meist KInder) oft grausamst massakriert?
      Hätte Russland so lange warten sollen, bis der völlig verrückte Selenskij Atomraketen an der Grenze zu Russland aufstellt (wie er ankündigte)?

      Hat Russland den Maidan-Putsch – mit dem alles anfing – mit vielen Milliarden finanziert oder die USA? Also ganz objektiv betrachtet liegt die Schuld an diesem Krieg zu 100% bei den USA, die mit Brezinskij schon vor vielen Jahren ihre Strategische Absicht bekundet haben die Ukraine von Russland bündnismäßig abzutrennen.

    5. Nichts für ungut, aber wo waren sie all die letzten Jahre, Herr Kaempfert?
      Eskaliert hat nur einer in der Ukraine und das war der Westen resp. die USA.Warum?
      Das konnte man schon bei Breszinski nachlesen, der das Drehbuch zu diesem Plot vor Jahren schrieb. „The Grand Chessboard“ hieß das Buch, und darin empfahl Breszinski explizit die Herauslösung der Ukraine aus der russischen Einflusssphäre, um die Kontrolle über den eurasischen Kontinent zu erhalten. Breszinski war der Berater mehrerer Präsidenten und ein ausgewiesener Russenhasser. Übernommen hat er seine Strategie von Halford Mckinder welcher sie „Heartlandtheorie“ nannte und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts formulierte. Damals ging es um das „Britische Empire“, dessen Vormachtstellung Mckinder – durch Deutschlands aufholen in der Technologie und der Angst davor, dass diese sich mit russischen Rohstoffen verbünden könnte – gefährdet sah. Die USA als Nachfolger des Empires übernahmen diese Theorie, da sie in ihren Plan passte, Russland in mehrere kleine Staaten aufzuteilen, welche man besser unter Kontrolle halten kann.
      Es läuft alles nach dem angloamerikanischen Slogan von Lord Ismay, welcher anlässlich der Aufnahme der Deutschen in die NATO darüber philosophierte, dass der Zweck dieses Bündnis’ darin bestehe: „Die Amerikaner drinnen (in Westeuropa), die Russen draußen und die Deutschen unten zu halten“.
      Wenn in der deutschen Politik nicht bald die Alarmglocken klingeln und einige unserer eifrigen, in den USA geschulten Polithasardeure wach werden, könnte sich ihr infantiles „Beifallerhaschen“ durch blinden Gehorsam gegenüber Uncle Sam, zu einem Albtraum für Deutschland, Europa und den gesamten Rest dieses Planeten auswachsen.

  4. EILMELDUNG: Briten wollen Russland vollständig aus der Ukraine zurückdrängen — SPIEGEL.de

    Die britische Außenministerin Liz Truss hat das Ziel formuliert, russische Truppen vollständig aus der Ukraine vertreiben zu wollen. »Wir werden schneller handeln und weiter gehen, um Russland aus der gesamten Ukraine zu verdrängen«, sagte Truss am Mittwochabend in London in einer Rede zur Sicherheitspolitik. Damit wären Kommentatoren zufolge nicht nur die seit Ende Februar angegriffenen Regionen gemeint, sondern auch die bereits 2014 von Moskau annektierte Halbinsel Krim und Teile der schon lange umkämpften Donbass-Region. Truss rief Londons westliche Verbündete dazu auf, ihre Anstrengungen zu verstärken und sprach sich deutlich für die weitere Lieferung schwerer Waffen – darunter auch Flugzeuge – aus. Ein Sieg der Ukraine in diesem Krieg sei nun ein »strategischer Imperativ« für den Westen. »Wir haben Russland gezeigt, was wir bereit sind zu tun, wenn internationale Regeln missachtet werden«, sagte die konservative Politikerin. Man müsse sich nun – etwa mit Blick auf China – auch bereits vor weiteren Aggressionen in der Zukunft schützen.

    großartig, ich liebe die frau!

  5. Gut, dass Bundeskanzler Scholz bremst und sich (derzeit) wohl durchsetzt.

    Der Bröckers-Blog hat nicht die Reichweite, um zu irgendeiner Art von Eskalation beizutragen – aber die NATO-Bellizisten schaffen das schon selber, jedenfalls verbal:
    Medien wie Politiker überbieten sich gegenseitig mit den Rufen nach noch mehr und noch schwereren Waffen, so dass sogar schon unser vom US-Finanzkonzern Blackrock ausgeliehener Oppositionsführer Friedrich Merz sich beklagt, die Überbietungsspirale müsse enden. Es ist allerdings noch nicht bekannt, ob Merz sich um die Verhinderung des 3. Weltkriegs sorgt oder nur darum, dass im Meer der lauten Kriegsrufe sein eigenes Oppositionsführer-Stimmchen untergeht…

    Wer keine Eskalation will, sollte mal das Wort “Verständigungsfrieden” in die öffentliche Diskussion einbringen – davon wollen die medial vorherrschenden NATO-Bellizisten aber nichts hören: Sie schreien “Siegfrieden” – bzw. umschreiben es wegen historischer Vorbelastung (1914-18) mit den genauso deutlichen Worten: “Putin muss verlieren”.

    Wenn diese unerbittliche (mehrheitliche) Schwadronier-Position zur offiziellen Staats-Position wird, dann sind wir bereits Kriegspartei und der Übertritt schwerer Waffen über die Grenze ins Kriegsland Ukraine ist dann eine Kriegshandlung. Lawrow hat also nicht mit irgendwas gedroht, sondern nur die vor Kriegslüsternheit geifernden Maulhelden an eine Binsenweisheit erinnert: Wer anfängt, sich aktiv wie ein Kriegsteilnehmer zu verhalten, der ist auch einer und wird behandelt wie einer.

    Es ist geradezu putzig, wie Militärs, Politiker und Hofberichterstatter sich in Talkshows und Interviews um diese Binsenweisheit herummogeln wollen: Das Völkerrecht verbiete die “Hilfslieferungen” nicht. – Richtig: Es verbietet nämlich nur bestimmte Arten von Angriffskriegen, verschiedenste Arten von “Kriegseintritt” verbietet es dagegen nicht.

    Vor allem steht nirgendwo, was (noch) als “niedrigschwelliger Kriegseintritt” anzusehen sei – und schon gar nicht, dass ein solcher zugunsten des Eintretenden gewertet werden müsse wie ein “Nicht-Kriegseintritt”. Eine entsprechende NATO-Deutung kann Putin also weder kennen noch im geringsten binden – und wer nicht mit ihm reden wird, erfährt seine Deutungs-Version eben nicht oder halt erst auf dem Schlachtfeld.

    Davon abgesehen, haben die Amis inzwischen schon eine langjährige Tradition darin, ihre eigenen faktischen Angriffskriege umzulügen in Verteidigungs- bzw. Präventivkriege. Zur Abwürgung des Protest dagegen missbrauchen sie gewohnheitsmäßig ihr Vetorecht im UN-Sicherheitsrat – um sich jetzt heuchlerisch zu empören über Putin, der quasi “Ersttäter” ist (und den sie zudem bewusst und gewollt in die Ecke gedrängt hatten, aus der heraus er nur noch alternativlos den Angriff – NATO-Deutsch: die “Vorwärts-Verteidigung” – sah).

    Dennoch: Die Mischung aus Zündeln und Herumeiern, die von Amis und ihren Vassallen in Politik und Medien Deutschlands abgeliefert wird, ist nicht einfach nur ein verspottenswertes Bellen von Hunden, die zu feige und zu unfähig sind, ordenlich zuzubeißen.
    “Ukraine-Gipfel in Ramstein: US-Minister überrascht und schließt Nato-Beitritt von Kiew nicht mehr aus”,
    https://www.merkur.de/politik/ramstein-news-ukraine-krise-us-verteidigungsminister-40-staaten-gipfel-deutschland-91501345.html

    Solche Nachrichten werden den Krieg mehr in die Länge ziehen als lahme deutsche Leoparden – denn es ist die unverhohlene Aufforderung an Putin: Nimm die ganze Ukraine, sonst steht die Nato demnächst vor dem Donbass.
    Offiziell will Austin die Ukraine natürlich nicht so einfach an Putin “verschenken”.
    Seine heimlichen Hintergedanken werden gerade die geschmeichelten Ukrainer aber am hartnäckigsten übersehen: Austin will einen lange dauernden, aber auf niedriger Flamme köchelnden Konflkt. Von einem solchen profitieren die USA mehrfach:
    – Schwächung (West-)Europas und Russlands (BEIDE sind Konkurrenten)
    – Unterwürfigkeit (West-)Europas (inkl. Schweden, Finnland)
    – fette Gewinne für den militärisch-industriellen Komplex
    – Gewinne für die Fracking-Industrie, Stützung des Petrodollars
    – Zementierung des Grabens zu Russland, was dessen angestrebte “Entkopplung” (Isolierung) erleichtert, so dass man sich baldmöglichst der “Entkopplung” Chinas zuwenden kann.

  6. Ich hätte nicht gedacht das ich das mal sagen würde, aber Scholz scheint einer der ganz Wenigen im politischen Deutschland zu sein der noch über Restverstand verfügt. Ich hoffe Putin bleibt der Schachspieler der er ist, dann ist ganz schnell Schluß mit der Kabale… .

  7. Da nimmt man sich eine mehrwöchige mediale Auszeit, um den Kopf von all der Kakofonie frei und Ruhe in die Synapsen zu bekommen, und als man beim Blogchef Bröckers rein schaut, die freudige Überraschung, dass dieser zu alter Stärke, mit journalistischer Finesse und der richtigen Prise Ironie zurückgefunden hat. Die nun schon auf 19 Folgen angestiegenen „Notizen vom Ende der unipolaren Welt“ erinnern mich an die Zeit von Nine Eleven und „The WTC Conspiracy“ welche ich damals genauso staunend – ob der Verflechtungen und all dem Filz, welchen Bröckers aufdeckte – verfolgt habe. Wenn die Hohlköpfe des Wertewestens – welche uns leider vorstehen – weiter so dilettantisch rumwerkeln, kann dies genug Stoff für ein gutes Buch hergeben.

    Momentan sieht es danach aus, als ob den leitenden Herren im Hintergrund (Deep State) langsam die Optionen wegbrechen. Was kann man noch machen, ohne das Gesicht endgültig zu verlieren? Medial geht nicht viel, dass Repertoire an Konjunktiven, Verleumdungen, Lügen gegenüber Russland ist aufgebraucht. Jetzt verkehrt man den Sachverhalt in puncto „Keine Lieferungen mehr von Erdöl und -gas an Polen und Bulgarien“, da diese nicht bereit sind, in Rubel zu bezahlen. Endlich hat unsere Vorzeigedame in der EU Frau van der Leyen etwas in der Hand, womit sie die Unterstellung der US-Amerikaner „Die Russen machen uns über die Lieferung von Energie abhängig und zum Spielball ihrer Politik” untermauern kann. Dass dies nur eine Reaktion der Russen auf den vom Westen durchgeführten Ausschluss Russlands vom internationalen Zahlungsverkehr ist, lässt man wieder einmal vor. So wie man den gesamten Plot zum Thema Ukraine aus westlicher Sicht verkürzt und mit großen Lücken an den geneigten Leser und Hörer der Mainstream Medien weiter gibt. Da ist es doch eine Wonne, die produktiven Zeilen zu lesen, welche die grauen Zellen und die spitze Feder von Mathias Bröckers hier abliefern. Es gibt ihn noch zum Glück, den wahren Journalisten!

    1. “… Endlich hat unsere Vorzeigedame in der EU Frau van der Leyen etwas in der Hand, womit sie die Unterstellung der US-Amerikaner „Die Russen machen uns über die Lieferung von Energie abhängig und zum Spielball ihrer Politik” untermauern kann. Dass dies nur eine Reaktion der Russen auf den vom Westen durchgeführten Ausschluss Russlands vom internationalen Zahlungsverkehr ist, lässt man wieder einmal vor. …”

      Es war ja nicht nur der Rauswurf aus SWIFT von russischen Banken, sondern vor allem, das man Russland 300 Milliarden Devisen im Ausland einfach gestohlen hat (vornehm verschleiert mit dem Wort “Einfrieren”). Das waren auch Einnahmen aus den ÖL/Gas Lieferungen, die man einfach kalt enteignet hat. Das Geld aus den Einnahmen bleibt ja erst einmal eine Weile in Europa, bevor man es an Gazprom überweist.

      Putin hatte einfach keine Lust mehr Gas/Öl “für umsonst” zu liefern, indem die Einnahmen durch “Einfrieren” faktisch Russland gestohlen werden. Deshalb ist auch der Vorwurf des Vertragsbruches an Lächerlichkeit kaum zu überbieten.

      Der Westen hat den Vertrag durch das Einfrieren der Einnahmen gebrochen und es steht in jedem BGB das, wenn eine Seite sich nicht an einen geschlossenen Vertrag hält, die andere Seite auch nicht mehr an ihn gebunden ist.

      Was mich nur etwas wundert ist, das Putin nicht die Option “Ihr könnt weiter wie bisher zahlen, wenn ihr uns unser Eigentum (also die 300 Milliarden €) zurück gebt” angeboten hat.

    2. > “…erinnern mich an die Zeit von Nine Eleven und „The WTC Conspiracy“ welche ich damals genauso staunend – ob der Verflechtungen und all dem Filz, welchen Bröckers aufdeckte – verfolgt habe. Wenn die Hohlköpfe des Wertewestens – welche uns leider vorstehen – weiter so dilettantisch rumwerkeln, kann dies genug Stoff für ein gutes Buch hergeben…”

      VOLLE ZUSTIMMUNG

  8. Grossmaulheldentum von militaerischen Laien ist leider ein sehr verbreitetes Phaenomen vor allem in verweichlichten, degenerierten Laendern wie Deutschland. Mit Spruechen ist aber noch kein Krieg gewonnen worden. Hoert einfach gestandenen Soldaten wie Igor Strelkov zu, der seine Meriten schon verdient hat. Hier seine Einschaetzung der Lage:

    One of my comrades, who had returned from the front for reorganization, asked me briefly and clearly (without getting into the jungle of military science) to summarize and state my thoughts that were expressed in a conversation with him and concerning the reasons for my “pessimism” regarding the success of the “second (“concrete”) stage of the NWO”. – He thinks it might be useful to someone. I think that no one (of those who make decisions) will pay attention, but I promised and, therefore, I keep my promise.
    So, let’s briefly assess the operational situation:
    1. On our part: after the “successful completion of the first stage of the operation” (which ended in a large-scale RETREAT from the territory of the Kiev, Chernihiv and Sumy regions) – there is a redeployment and concentration of forces in the Donetsk sector of the front. Apparently (and according to the statements of the political leadership of the Russian Federation), it is here that it is planned to carry out the “second stage” and solve the problem of completely clearing the territory of the LDNR from enemy groups.
    Obviously, the calculation is being made on the creation of two or three strike groups sufficient in number, which – with the concentrated support of all aviation forces and most of the artillery – will “grind” the opposing Ukrainian forces (which are still estimated for some reason not highly) and defeat them in one big battle.
    2. On the part of the Armed Forces of Ukraine: the plans of the command of the RF Armed Forces are well known to the enemy, and he – the enemy – does not at all consider the defeat of his grouping inevitable. On the contrary, the Armed Forces of Ukraine intend to defend themselves on their heavily fortified positions, relying on previously and newly created (the command of the RF Armed Forces provided them with enough time) fortified nodes in the alleged directions of the strike of the Russian troops (and they are obvious – it’s enough to look at the map).
    We ask ourselves the question: does the superiority of the RF Armed Forces in aviation and heavy weapons guarantee victory over an enemy (for whom offensive plans are obvious) prepared for defense, with high morale? My answer is NO, not guaranteed.
    Why? – I answer:
    The “superiority” of the RF Armed Forces in aviation and artillery is very relative. Since the enemy has a well-equipped and numerous military air defense, which seriously limits the actions of tactical aviation, which is capable of supporting its troops on the battlefield. The enemy has an ADVANTAGE in the means of field and artillery reconnaissance (unmanned aerial vehicles of various classes are already almost at the platoon level). And its artillery has good weapons and well-trained personnel. And against the numerous Russian armored vehicles – the Armed Forces of Ukraine (in defense conditions) are quite capable due to the really huge amount of anti-tank weapons in the hands of the infantry (ATGM).
    In conditions when Russian troops will have to storm one urban agglomeration after another, the amount of manpower comes to the fore. But in it, the Armed Forces of the Russian Federation and the Armed Forces of the LDNR, alas, do not have a serious advantage.
    Suppose, having overcome the first line of defense of the Armed Forces of Ukraine south of Izyum and in the Gulyai-Pole area, our troops begin to advance in converging directions.

    Can they quickly unite in the deep rear of the Ukrainian grouping, creating (“according to the classics”) two encirclement rings (external and internal)? With a guarantee that the enemy will not immediately break through them and create their own “cauldrons” for the attackers? (The Germans did this repeatedly in 1942 with our troops).
    I express doubt. Why? – I answer: because this requires a LOT of units and formations, designed not only to break through, but also to firmly secure the territory. As well as a large number of supply units. If the enemy had few forces, the protection of communications could be partially ignored. But the Armed Forces of Ukraine (thanks to mobilizations) already have enough forces – comparable to the number of our troops in the theater. In addition, the enemy has the ability to shorten the front line and transfer the released forces to threatened areas – the Russian Federation does not have complete air supremacy simply because of the insufficient number of strike aircraft and the negligible number of strike drones. At the same time, the main The enemy can hold the front line near Donetsk with relatively small forces due to the excellent engineering equipment that has been produced for many years, while our brilliant politicians “chewed Minsk snot.”
    In this regard, I assume that the general lack of forces will not allow the Russian command to carry out “deep coverage in the area of ​​​​the Dnieper (Ekaterinoslav). – There simply will not be enough forces for this. Therefore, the offensive will be carried out “along the shortest directions” – from the north – to Slavyansk-Kramatorsk (maximum – on Barvenkovo), from the south – on the Ugledar-Kurakhovo line. Both of these lines of operation inevitably lead our troops to “sticking” into heavily fortified and occupied by large, pre-prepared for defense garrisons continuous urban agglomerations. the enemy is completely left with roads along which he will be able to supply his troops.
    Thus, after some time in these areas, the situation will repeat itself, which already exists in the areas of Rubizhnoye-Severodonetsk, Popasnaya, Avdeevka and Marinka, where the Allied forces are moving forward very slowly and with very heavy losses (especially in the infantry). Or they don’t advance at all (Avdeevka).
    The enemy is “more than completely” satisfied with this method of warfare. Why? – Because the Armed Forces of Ukraine need another one and a half to two (maximum – three) months to prepare large reserves – not in the form of constant replenishment to the active troops (they continuously do this, maintaining the number of units directly involved in the battles at a fairly high level), but in the form of new units and formations that can be deployed in other strategic directions, while Russian forces “bleed”, storming the fortified cities of Donbass.
    In the worst case scenario, we may repeat a situation similar to the one that developed for the Wehrmacht during Operation Citadel (Kursk Bulge). While the Germans, slowly gnawing through the defense in depth of the Soviet troops, were losing time and wasting their accumulated reserves, the Soviet command concentrated to the north (in the region of Belgorod and Orel) a large grouping of its own troops, not involved in the battle. And when she went on the offensive, it “suddenly became clear” that Germany did not have the strength to simultaneously continue Operation Citadel and repel the counteroffensive of Soviet troops. I had to curtail the operation and return the battered troops to their original positions. And then, in general, more or less organized (which the Germans did not succeed in everywhere) – to roll back beyond the Dnieper.
    In this regard, I remind you that the so-called. “Ukraine” is finishing the THIRD STAGE OF GENERAL MOBILIZATION.

    And we have? We are recruiting for various PMCs, recruiting contract soldiers in the military registration and enlistment offices and … that’s all … LDNR (in terms of mobilization) “swept clean” – and those “who else can be caught”, God forbid, will be able to replenish already incurred and future losses.
    Suppose it is possible (at the expense of PMCs) to create another 10 (even 20, which is unlikely) various kinds of detachments and BTGs. What next? The losses incurred in the Donbass (during the assault on the next “fortresses” they will definitely be VERY HIGH) will also need to be compensated somehow.
    In general, HOW will the Russian command be able to “fend off” the concentration of fresh formations of the Armed Forces of Ukraine, for example, on the borders of the Kursk and Belgorod regions in a month or two? And if they go on the offensive, how will they be repelled? Consolidated police detachments, detachments of “Alco-Cossacks” (all real Cossacks are already at the front) or the regional militia? So it – the regional militia – has not even been created yet !!! Nobody stutters…
    Or did our military “agree in advance” with the enemy that he (the enemy) would behave strictly within the framework of the plans of our glorified General Staff? At the “first stage of the NWO” – somehow this did not work out “from the word at all.” With sensitive losses for participants. And I don’t think that at the “second stage” it will be somehow different – the military men are obviously not going to act as “whipping boys”.
    Thus, summing up, I note:
    Without carrying out at least partial mobilization in the Russian Federation – to carry out deep strategic offensive operations on the so-called. “Ukraine” is both impossible and extremely dangerous. We need to prepare for a long and difficult war, which will require all the human resources that are mediocrely squandered now for the sake of “a flag over the next City Council” (how quickly you can “change flags” – Gostomel and Bucha will not let you lie).
    And – yes – I would very much like to be mistaken in my forecasts for the operation that has begun (“second stage”). But the pomp with which the hedonists, who have already pissed themselves many times (in all fields), through and through false talkers and mediocrity, “present” it – does not inspire additional optimism in me. NO CONCLUSIONS have been drawn from the failures of the first two months – strategically.

  9. Es sei das “Recht aller souveränen Staaten, sich einem Bündnis ihrer Wahl anzuschließen. Darauf pochten die USA und die Nato vor dem Ukraine-Krieg in der Antwort auf die russischen Sicherheitsforderungen”,
    https://www.heise.de/tp/features/Quod-licet-Iovi-non-licet-bovi-Ukraine-und-die-Salomonen-7068208.html

    Der Insel-Staat der Salomonen ist Tausende von Kilometern von den USA und Australien entfernt, aber ein Sicherheitsabkommen des Inselstaates mit China gefährde die regionale Sicherheit.
    Das meinen jetzt jedenfalls USA und Australien, für die das oben genannten “Recht aller souveränen Staaten” im Fall der Salomonen nicht so heilig zu sein scheint wie im Fall der Ukraine – sie verzichten daher nicht auf Drohungen. Obwohl gegenüber kleinen schwachen Staaten auch bei vorgehaltenem Revolver selbstverständlich immer die wertebasierte Maxime gilt: “Natürlich respektieren wir die Souveränität der Salomonen”.

    Fast könnte man meinen, da habe jemand von Putins schlechtem Vorbild gelernt – aber es ist natürlich die eigene langjährige schlechte Tradtion:
    Was der oberste Gott Jupiter (=der Westen) darf, dürden andere noch lange nicht.
    Quod licet Jovi non licet bovi.

    Daher gibt es auch Angriffskriege, die von unseren Mainstream-Medien nicht so genannt werden, sondern sportlich-technische Bezeichnungen bekommen; aktuelles Beispiel: „Türkei beginnt neue OFFENSIVE gegen PKK im Nordirak“,
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2022-04/tuerkei-pkk-nordirak-militaereinsatz

    Die FAZ spricht von einer OPERATION der Türken und vermeidet daher gerade noch Putins böse Verharmlosungs-Vokabel “Spezialoperation” (mit und ohne Z) für seine Untaten. Verwandelt sich ein westlicher Angriffskrieg in das Patt eines Stellungs- bzw. Besatzungskrieges (wie ab 2001 für 20 Jahre in Afghanistan) dann benutzt der Westen gemeinhin das aufmunternde Wörtchen FRIEDENSMISSION.

    1. Sie haben Recht, Putin und Erdogan werden verurteilt dafür, dass sie Terroristen an ihren Grenzen bekämpfen aber der Wertewesten darf Terroristen sogar am anderen Ende der Welt bekämpfen!?!?

      Aber wenn Putin oder Erdi bei sich vor der Tür kehren, heißt es, sie greifen ihre Nachbarn an.. peinlicher Westen

      1. Schön, dass Sie mir recht geben, aber die räumliche Entfernung der Angegriffenen ist nicht das einzige und auch nicht das wichtigste der “Ungleichbehandlungs-Probleme”, die ich angesprochen hatte.

        Und ob die Angegriffenen (bzw. verbal Angefeindeten) immer Terroristen bzw. rechtlich / moralisch “angriffswürdige Bösewichter” sind, wäre im Fall der Salomonen schon mal stark zu hinterfragen. China ist für die USA ein wichtiger Handelspartner und zugleich lästiger Konkurrent. “God’s own Land” schätzt fleißige und günstig produzierende Handelspartner sehr – zumindest so lange, wie sie subalterne Werkbank und manipulierbare Zulieferer des großen Hegemon bleiben.

        Wird ein Partner zu mächtig (und sei es noch so friedlich, nämlich durch die sonst so gelobten Kräfte von Freihandel und Marktwirtschaft), dann wird der Hegemon schnell ungemütlich, egal ob es um NATO-Partner wie Deutschland geht (oder das ebenfalls eng verbundene Japan in den 1980ern) oder eben um Angst einflößende, “kulturell fernstehende” Länder wie Russland und China.

        Sagt aktuell nicht nur der aufmüpfige Professor Michael Hudson, sondern bereits 2015 George Friedman vom regierungsnahen US-Think-Tank STRATFOR.

    2. “..Es sei das “Recht aller souveränen Staaten, sich einem Bündnis ihrer Wahl anzuschließen. Darauf pochten die USA und die Nato vor dem Ukraine-Krieg in der Antwort auf die russischen Sicherheitsforderungen”,…”

      Diese Argumentation der USA und der Nato war von Anfang an verlogener Unsinn. Alle Souveränen Staaten haben natürlich das Recht einen Antrag zu stellen, richtig. Aber zur Aufnahme in ein Bündnis gehören immer 2. Die Nato ist nicht verpflichtet jedem Antragsteller statt zu geben (das “vergessen” sie immer dazu zu sagen, weil die Nato als Kriegsbündnis im Dienst der USA, das seinen Einfluss vergrößern/ausweiten will, jeden aufnehmen WILL aber eben nicht MUSS).

  10. Wow! Ein toller Blog. Es ist sehr erfreulich, positives über Russland und Putin zu lesen.

    Vielen Dank Herr Bröckers, dass sie versuchen unsere Stimmung zu heben. Man hat sogar das Gefühl, dass sie tatsächlich dran glauben. Das macht etwas Hoffnung. Die stirbt bekanntlich spät.

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