Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 23

Ich werde in den nächsten Tagen eine kleine Reise machen um mal nach dem Rechten zu sehen, in Russland, wo ich mich im Rahmen der “citizen diplomacy” auch bei möglichst vielen Russen für die rassistische Hetze und den Hass entschuldigen werde, der ihnen aus dem Westen derzeit so massiv entgegenschlägt. Weniger von Seiten der Bevölkerung, als von den Medien, die die Politiker vor sich hertreiben und ein sehr einseitiges Bild der “Militäroperation” in der Ukraine zeigen. Dass Deutschland zuerst nur Helme und jetzt den alten Flak-Panzer Gepard liefern will – ein kompliziertes Gerät auf dem man ein Jahr Training braucht, um irgendwas zu treffen – werde ich als kleinen Bonus-Punkt dafür anführen, dass Olaf Scholz bei diesem Krieg nur nolens volens mitmacht. Auch wenn es unverzeihlich ist, dass er acht Jahre Bombardement des Donbass  und 13.000 Tote als “lächerlich” bezeichnet hat. Auf die Frage, wie die deutsche Außenministerin eigentlich “Russland ruinieren” will, werde ich darauf verweisen, dass unsere Völkerballexpertin neu im Amt ist und sich als Young Leader was Rohstoffe und Geographie betrifft noch ein wenig einarbeiten muss. Auf die Frage, warum sich die EU mit ihrem Ölembargo selbst ins Knie schießt, fällt mir allerdings nichts mehr ein. Außer dem Hinweis, dass man dann wahrscheinlich auf “Lettisch Blend” (nur zu 49,99 % russisch) zurückgreifen wird, wie jetzt schon die USA.
Nur recht vorsichtig werde ich Begriffe wie “Völkerrechtsbruch” und “Angriffskrieg” verwenden, auch wenn sie auf die russische “Special Military Operation” durchaus zutreffen, doch weil ich mich bzw. den Westen im Gegenzug  für Dutzende von  illegalen “Interventionen” (zuletzt Jugoslawien, Irak, Libyen. Syrien) verteidigen müßte und dann sicher sofort die Sprache auf Doppelstandards und Scheinheiligkeit kommt, umschiffe ich diesen Themenkomplex besser mal….

Beim Zeitpunkt-Apero  Anfang dieser Woche  in Solothurn wurde nach der Diskussion mehrfach gefragt, warum wir das WEF und den Great Reset nicht angesprochen hätten, was vor allem damit zu tun hatte, dass das Thema die Neutralität der Schweiz, die von der Eigenossenschaft aufgegegben wurde, weil sich die Regierung ohne Debatte sofort den Sanktionsmaßnahmen anschloss. Zudem hat sich auch das “neutrale” World Economic Forum mittlerweile der anti-russischen Inquisition angeschlossen, und will statt Russen jetzt lieber Wladimir Zelenski einladen. Der ist ja in der Tat ein Young Global Leader wie er im Bucht steht und tut nur das, was His Masters Voice befiehlt. Seit Boris Johnson kürzlich bei ihm war, sind Friedensverhandlungen oder gar ein Gespräch mit Putin definitiv verboten und die Truppen in der Ostukraine  verdammt, im Bombenhagel als Kanonfutter weiter die Stellung zu halten.

Der Großverschwörungstheorie, dass  die Davos-Elite um Klaus Schwab, seine Young Leaders und der Great Reset  mit Putin, China und Russland unter einer Decke stecken und gemeinsam an der neuen Weltregierung arbeiten, kann ich nicht viel abgewinnen. Denn wenn dem so wäre, wie lassen sich dann sechs Jahre “Russiagate” erklären – das auf allen westlichen Kanälen verbreitete Narrativ, dass Trump von Putin ins Weisse Haus gehievt wurde, Russland die Wahlen manipuliert und die “Demokratie” unterwandert. Dass diese von Tag eins an als Fake durchschaubare Story von sämtlichen ( Ex-)CIAlern und Großmedien jahrelang gepusht wurde, scheint  (ähnlich wie der vom britischen MI-6 inszenierte Novichok-Skripal-Zirkus) eher der Vorbereitung auf den anti-russischen Furor gedient zu haben, den wir derzeit erleben. Die russische “Intervention” (wie solche Kriege auf NATOstanisch heißen) in der Ukraine durch verschärfte Bombardements des Donbass ab Anfang Februar geradezu herauszufordern, läßt ebenfalls nicht auf eine verdeckte Zusammenarbeit der westlichen Eliten mit Russland schließen. Und was sich mit dem Gas-Rubel-Yuan andeutet – ein neues internationales Finanz,-und Handelsystem als Alternative zu dem von London und New York  gesteuerten Casino mit seinem FIAT-Spielgeld – kann ebenfalls nicht im Sinne des WEF und seiner neoliberalen One-World-Ideologie sein.

Und  schon gar nicht im Sinne Europas und Deutschlands, dem der Ökonom Michael Hudson unlängst eine düstere Zukunft als US-Kolonie wie Puerto Rico ohne eigene Währung vorhersagte, wenn sich der  eiserne Vorhang zu Russland und Eurasien schließt. Da der Euro dramatisch abschmiert, und nicht nur gegenüber dem Rubel (- 27%) und dem US-Dollar (-13%) sondern auch gegenüber fast allen anderen Währungen deutlich an Wert verliert, bahnt sich hier schon an, wer die großen Verlierer im  Wirtschaftskrieg gegen Russland sein werden. Pssst: es sind nicht die USA und auch nicht die Russen, aber behalten Sie es für sich, sonst  Sie als Putinist gleich unten durch und quasi der “Wehrkraftzersetzung” schuldig.
Unterdessen wundert man sich im erlauchtesten Think-Tank des Imperiums, dem “Council of Foreign Relations”, darüber, wie die US-Außenpolitik “in Rekordzeit” eine multipolare Welt geschaffen hat: “Das Vertrauen in die von den USA geführte wirtschaftliche und geopolitische Ordnung schwindet. Der russische Einmarsch in der Ukraine und die Reaktion der USA darauf könnten – unabhängig von ihren Vorzügen – der letzte Strohhalm für das globale Monopol des Dollar-Reservesystems sein.”   Der aber, so der Ökonom James K. Galbraith in einem weiteren Essay, mit einem einschneidenden politischen Umbruch einhergehen muss:

“Können die Vereinigten Staaten den Aufstieg einer multipolaren Welt überleben? Die Frage ist absurd: Natürlich können sie das. Aber nicht ohne einen politischen Umbruch, der kurzfristig durch Inflation, Rezession und einen fallenden Aktienmarkt und schließlich durch die Forderung nach einer realistischen Strategie im Einklang mit dem tatsächlichen globalen Kräfteverhältnis ausgelöst wird. Die eigentliche Bedrohung liegt nicht so sehr in den Lebensmöglichkeiten des Landes, sondern in seinen politischen Eliten, die sich auf globale Finanzrenten und inländische Rüstungsaufträge stützen. Eine Welt, die sich von der ausschließlichen Abhängigkeit vom Dollar löst, wird dem US-Finanzwesen die Flügel stutzen. Eine multipolare Welt erfordert multilaterale Sicherheitsvereinbarungen, die mit dem derzeitigen Ausmaß der militärischen Machtprojektion der USA unvereinbar sind; mehr Geld für eine dysfunktionale Streitkräftestruktur wird das Land nicht sicherer machen und die Inflation verschlimmern. Andererseits würde ein niedrigerer Dollar dazu beitragen, die Selbstversorgung des Landes mit wichtigen Gütern wiederzubeleben, eine Industriestrategie kann den notwendigen Wiederaufbauprozess einleiten, während Investitionen in die Infrastruktur und neue Technologien die Auswirkungen der höheren Energiekosten ausgleichen können. Letztere sind auf jeden Fall notwendig, um den Klimawandel zu bekämpfen, so dass das, was für die kurzfristige Anpassung notwendig ist, ausnahmsweise mit dem übereinstimmt, was für das spätere Überleben notwendig ist. Multipolarität könnte also schlecht für die Oligarchie, aber gut für die Demokratie, die Nachhaltigkeit und den öffentlichen Zweck sein. Unter diesen Gesichtspunkten käme sie keinen Augenblick zu früh.”

Das sehen die Biden-Regierung und die US-Oligarchen derzeit aber noch anders und haben dazu mit einem Verteidigungsminister aus dem Aufsichtsrat des größten Raketenhersteller Raytheon den richtigen Mann auf Posten, um den lukrativen Ukraine-Krieg weiter in die Länge zu ziehen. Da Russland jetzt angekündigt hat, weitere Waffentransporte in die Ukraine als legitimes Angriffsziel zu betrachten, dürften die vor allem in Polen angelieferten NATO-Waffen die 600 – 800 Kilometer an die Front kaum heil überstehen und wenn doch nicht zu einer Wende, sondern nur zu der gewünschten Verlängerung des ungleichen Kampfs “bis zum letzten Ukrainer” beitragen.

Unterdessen wurde in  Russland am 3.Mai mit einer Executiv Order des Präsdidenten ein Beschluss gefaßt, der hierzulande bisher nur eine Kurznachricht im Deutschlandfunk wert war, obwohl sie das Land in den Ruin stürzen könnte.  Ab sofort wird der Handel mit Rohstoffen an “unfreundliche Nationen” untersagt, für die ähnlich wie für Öl und Gas auch mittelfristig kaum preisgünstige Alternativen aufzutreiben sein werden. Innerhalb von 10 Tagen sollen nun die Institutionen und Personen benannt werden, die von den Sanktionen betroffen sind und es wäre ein Wunder, wenn deutsche Unternehmen verschont bleiben. Bye bye “heiligs Blechle” kann man der einst stolzen und konkurrenzfähigen Autoindustrie dann nur hinterherrufen, wenn ihr Nickel, Titan und Eisen fehlen, und wenn das Neongas für die Chips ausgeht, sind auch fast alle anderen Branchen betroffen.

Dass die Therapie nicht mehr Schaden anrichten darf als die Krankheit – diese im Kampf gegen das “Killervirus” schwer mißachtete Gesetz muß auch bei diesem Kampf gegen nunmehr “Killerrussen” in Erinnerung gerufen werden. So wie Covid nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine schwere Grippewelle war und ist, so ist auch der russische “Befall” der Ukraine nichts anderes als eine der seit je kursierenden saisonalen Krankheiten der imperialen Mächte. Dass diese Infektion jetzt erstmals nicht von dem seit Jahrzehnten notorischen und tödlichen US-Erreger und seinen NATO-Varianten ausgelöst wurde, hat viele derart überrascht, dass sie ähnlich wie bei dem “neuartigen” Erreger Covid-19 zu völlig überzogenen, irrsinnigen Maßnahmen greifen. Wie dem versuchten ökonmischen Lockdown Russlands, der hier viel mehr Schaden anrichtet als dort. Und wie Waffenlieferungen in einen ungewinnbaren Krieg…

(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 22 (04.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -21(1.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 20 (27.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -19 (25.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -18 (23.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 17 (20.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 16 (17.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15 (14.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14 (11.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 13 (8.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -12 (6.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -11(4.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -10 (31.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 9  (28.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 7 (24.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 6 (22.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 4 (18.03,22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 3 (16.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

33 Comments

  1. Dass die Politiker und MSMedien so leidenschaftlich über die Lieferung von schweren, leichten oder mittelschweren Waffen diskutieren zeigt nur den desolaten intellektuellen Zustand dieser Personen. Sie könnten das Geld für diese Waffen gleich im Klo runterspülen, da dieses Material auf dem Schrottplatz landet und keinen Effekt für den Ausgang des Krieges haben wird. Das ist reine Symbolpolitik, die hoffentlich den olivgrünen Kriegstreibern auf die Füße fallen wird, wenn hier die Lichter ausgehen. Die Liebesaffaire der deutschen Mittelschicht mit der sozialkonstruktivistischen Illusion wird die bittere Realität beenden, wenn sie auf Hartz IV Niveau landen.

  2. Bitte grüßen Sie von Herzen alle RussInnen, denen Sie auf Ihrer Reise begegnen und sagen, dass viele, viele Menschen der deutschen Zivilgesellschaft Gründe für den russischen Angriff auf die Ukraine nachvollziehen können und das Hauptproblem für eine Wende der Menschheit zu Heilung und Weltfrieden bei den USA/NATO/EU sehen.

    Außerdem bedanke ich mich sehr für Ihre Bücher und aufbauenden Blogs mit
    unzähligen Infos und wichtigen Aspekten. In den Briefen und Stellungnahmen unserer Friedensinitiative “Netz Wirtschaften für das Leben” geben wir vieles davon weiter.

  3. Der Ukraine Krieg zeigt auch wieder, warum das Sprichwort “Hochmut kommt vor dem Fall” so wahr ist.

    Die USA ein Ausbund an Hochmut, der der Arroganz der Nazis im 3. Reich in keinem Punkt nachsteht (einschließlich Herrenrassen-Ideologie a la “Gods own Country”) haben die Wirtschafts -und Militärmacht Russlands sträflichst unterschätzt. Die Ukrainische Armee ist faktisch besiegt und die Asow-Schlächter sind umzingelt und wären längst alle tot, wenn sie sich nicht hinter Zivilisten verstecken würden (sehr seltsamer Ehrbegriff, den doch gerade diese Leute immer himmelhoch halten).

    Im Grunde sind sie schon tot, sie wollen es nur nicht wahrhaben. Niemand wird diesen barbarischen Horden die Flucht erlauben, dazu sind sie einfach zu gefährlich. Die Russen wissen, wenn sie die ziehen lassen, machen die hinter den Linien weiter mit dem Abschlachten russischer Zivilisten.

    Die USA haben ihren Stellvertreter Krieg und damit die Ukraine endgültig verloren. Die Traumtänzer – Pläne von Rüstungslobbyist Blinken “den Russen ihr eigenes Vietnam zu bereiten”, waren von Anfang an zum Scheitern verurteilt, weil Russland – im Gegensatz zu den USA- sehr intelligente Militärstrategen haben, die nicht auf Material und Menschen mordenden Abnutzungskriegen, sondern auf optimalen Material-Einsatz basiert, bei möglichst weitgehender Schonung der zivilen Infrastruktur.

    Das kennen die Amis mit ihren “Hau-drauf-und-Schluß”-Strategien nicht. Genau so wenig – wie Mathias schon schrieb – wird die Sanktionsstrategie aufgehen, weil man (was ich eigentlich nicht verstehe) die Wirtschaftsmacht Russlands -und Chinas weit unterschätzt hat. Zumindest ihre Rohstoffabhängigkeit müsste den Europäern doch bewusst sein. Man weiß doch, wo man sein Zeug kauft? Es sei denn, man fährt die Wirtschaft jetzt mit voller Absicht frontal an die Wand, weil man glaubt, das ein “Great Resett” danach alles wieder gut macht.

    Nur halte ich das für die Selbe haltlose Traumtänzerei. Die Abhängigkeiten bleiben die Selben, wie vor der Zerstörung der Wirtschaft. Die Notwendigkeiten bleiben die Selben oder man strebt eine post-mittelalterliche Gesellschaft inklusive Feudal-Diktatur an. Aber auch die brauchen Rohstoffe und Energie.

  4. Was passiert im Süden der Ukraine?
    Das kiewer Regime bombardiert jetzt die eigene Zivilbevölkerung in z. B. Städten wie Kherson. Dies, weil davon auszugehen ist, daß Rußland diese Städte/Gebiete in das eigenen Land oder in einen Vasallenstaat ‘Russisch-Ukraine’ integrieren wird. Das reicht dem Diktator von Kiew, um Bürger, die doch von jeder Entscheidung ausgeschlossen sind, zu töten.
    Auf welches Recht beruft ich der Diktator von Kiew?!

    Dies und mehr zur milit. Operation in der Ukraine:

  5. Dann Willkommen bei uns im schönen Russland!!
    Wir Ausländer lieben unsere Wahlheimat Russland und stehen hinter unserem Präsidenten hier!

  6. Es gibt keine „ Guten Player” auf dem Globus
    immer nur dero Simulation..wobei keiner der Beteilgten subjektiv glaubt
    ” Böse”-oder ” Schlecht” zu sein. Ein völliges Unding für die Selbsteinschäzung
    von z.B. Hitler-Mao-Stalin-Pol Pot etc…. those days

    Ollen Joel sorgt für eine leider Gottes zutreffend düstere perspektivische
    Sinnstiftung der ganzen globalen Kalamitäten-Chose:
    Covid-19 / Ukraine…so isses halt…Live with it

    Joel Skousen | Sitzung 100: Endstation: Gerechtigkeit /
    April 15th. 2022
    https://odysee.com/@Corona-Ausschuss:3/Sitzung-100-Joel-Skousen-:d

      1. Ein wirklich ganz ausgezeichnetes interview!
        SACHLICH ist dem Vortrag von Frau Witt-Stahl überhaupt nichts hinzuzufügen!
        Von ihrer POLITISCHEN POSITION her – als linke Marxistin – kann ich Frau Witt-Stahls Verzweiflung über das völlige Versagen der heutigen Linken absolut nachvollziehen.
        Ich selbst bin kein Marxist, und halte von Karl Marx – genauso wie übrigens von Immanuel Kant – wenig und halte beide für geistig eher sehr kleine ‘Leuchten’.
        Meine POSITION ist die eines ‘klassischen’ und insbesondere merkantilistischen Demokraten. Aber da ist die Lage genauso zum Verzweifeln! Wo bleibt der Widerspruch der Bürger z. B. gegen die unerträgliche Zensur heutzutage?!
        Wo bleibt der Widerspruch meiner Mitbürger gegen die Zerstörung und Aushöhlung des Staates z. B. durch diese neoliberale “Privatisierung” von allem Was “Staat” ist?! Von meinem Jura-Repetitor erinnere ich noch sein Zitat (von wem dies stammte, weiß ich nicht mehr); “Der Staat ist die höchste Organisationsform der Bürger“.
        Bei Themen wie Corona, Ukraine, Klima-“Wandel” wird der Absturz der ‘klassischen Demokratie’ (wie ihn unsere Verfassung eigentlich vorschreibt) in einen “NANNY-STATE” (“Kindermädchen-Staat” oder “Gouvernanten-Staat”) unübersehbar.
        Unsere Vorfahren stürzten Könige und Fürsten, weil sie “sich selbst regieren” wollten. Meine heutigen Mitbürger wollen sich aber nur noch um ihr Privatleben und ihre “Meinungen” kümmern und das Regieren einer “Nanny” (eine gruselige globale Herrschafts-Kaste) überlassen!

        1. Das wird heute auch wieder passieren. Sie lassen die Dummköpfe ja immer eine ganze Weile gewähren, bevor sie sich wehren (das kriegen wir im Geschichtsunterricht nur als abstrakte Jahreszahlen wieder – 10 Jahre Diktatur sind im Geschichtsunterricht fast gar nichts!).

          “Der Staat ist die höchste Organisationsform der Bürger“.

          Einer der grundsätzlichsten Irrtümer überhaupt. Dem würde ich entgegnen “Der Staat ist der Beginn jeder Diktatur”

          Das alte Problem, was nur die Libertären vernünftig gelöst haben, es lautet: Wer kontrolliert die Kontrolleure? (also angeblich demokratisch eingestellte “Volksvertreter”)

  7. Diesen Blog lese ich immer zuerst, weil er so gut ist, und ich außer dem seinen Schreibstil schätze. Weisheit, Humor und umfassende Informationen. Danke, Matthias!

  8. 1.) Wie immer man über die Militäroperation in der Ukraine denkt – daß eine Importsperre für russisches Öl und Gas Einfluß auf das dortige Vorgehen hat, kann man ausschließen. Denn undenkbar ist es, daß Moskau durch die Sanktionen in eine solche Pleite getrieben wird, daß es aus Geldmangel alle Aktionen in der Ukraine wird einstellen müssen.
    Die Befürwortern der Sanktionen kann es also nicht um die militärische Lage in der Ukraine, das Regime in Kiew und noch weniger um die Bürger der Ukraine gehen.
    2.) Auch ein etwaiges Ziel “Rußland zu bestrafen” kann man ausschließen. Denn “Bestrafung” hat etwas didaktisches – auf die Zukunft gerichtetes. Wenn dem Kind, das sich schlecht bei Tisch benommen hat, gesagt wird: “Zur Strafe bekommst du jetzt keinen Nachtisch”, dann soll das das zukünftige Verhalten des Kindes steuern.
    Da es aber Moskau nur um den Schutz der Russischsprachigen in der Ost- und Südukraine geht, ist ein vergleichbarer Einmarsch in Finnland, Schweden oder der BRD usw. aus diesem Grund nicht denkbar. Eine “Bestrafung” ist also völlig sinnlos.
    3.) Soweit es Moskau bei der Ukraine-Aktion auch darum geht, in der Ukraine Nato-Angriffsraketen nicht direkt an der Grenze zu haben (wegen der zu kurzen Vorwarnzeit), würde Moskau einen Nato-Beitritt Finnlands auch als Bedrohung empfinden. Wenn jetzt also die ‘Nato-Versteher’ und Sanktionsbetreiber Finnland auffordern, der Nato beizutreten, dann geht es ihnen also nicht darum, weitere Militäraktionen Rußlands (diesmal gegen Finnland) auszuschließen – sondern geradezu solche hervorzurufen bzw. Moskau zu solchen zu veranlassen. Den Befürwortern der Sanktionen gegen Rußland und des Nato-Beitritts Finnlands (und Schweden) geht es also nicht um mehr Frieden – sondern um MEHR KRIEG!

    Hier noch ein kleines Video von The Duran: “Inflation continues to rise, as EU Greens & Neocons want more sanctions”

    1. Ja, solange Finland und Schweden sich aus dem Konflikt (und der NATO) raus halten, haben sie nichts zu befürchten….

      Scott Ritter; Ukraine, Finland and Nato, a Warning to the People of Finland

      1. Danke für den Hinweis: Wirklich ein ganz ausgezeichter kleiner Vortrag von Scott Ritter.
        Wer abkürzen will – hier die Einsprungstelle (29:30) für den Votrags-Teil zum Nato-Beitritt Finnlands:
        *https://youtu.be/ciUNBIKNxMw?t=1729

  9. Synchron zum Rumgeheule wegen der Ukraine macht die NATO ihre gelebte Doppelmoral an den Kriegsschauplätzen Irak und Syrien sichtbar:
    Wo “wertebasierte und feministische Außenpolitik” aufhört,
    https://www.heise.de/tp/features/Kriegsschauplatz-Irak-Wo-wertebasierte-und-feministische-Aussenpolitik-aufhoert-7078022.html

    Die Medien schauen meist weg (Ausnahme: ARD-Monitor) und die “Bundesregierung stellt sich hinter Erdogans völkerrechtswidrige Politik”. Wiederholte kriegerische Angriffe der Türkei auf Wohngebiete der Kurden in den Nachbarländern werden als “Operationen” und “Offensiven” verharmlost.

    “Nach wie vor bleiben die Menschenrechtsverbrechen der türkischen Autokratie unter Recep Tayyip Erdogan weitgehend unbeachtet.
    Vielmehr wird Erdogan wahlweise als Verbündeter der westlichen Staaten oder als Friedensvermittler hofiert. Das zeigte sich noch Anfang März bei einem Treffen der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) mit ihrem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu, von dem Baerbock demonstrativ Fotos auf Twitter veröffentlichte.”

    Während Putin (entgegen allen Unterstellungen) das Nachbarvolk nicht beseitigen will, sondern als sein von NATO-Nazis und US-Opiats-Junkies zu befreiendes Brudervolk betrachtet, hat die türkische Politik in den letzten 100 Jahren durchaus einen praktizierten Vernichtungswillen gegenüber den Kurden im eigenen Land gezeigt, jedenfalls gegenüber ihrer Kultur und ihren Autonomiebestrebungen.
    Seit Erdogan wird diese kriegerische Übergriffigkeit regelmäßig über die Staatsgrenzen in die (von den USA geschwächten) Nachbarländer hineingetragen.

    Die Doppelmoral zeigt sich auch im Umgang mit den Opfern:
    “Während die Grenzen für ukrainische Geflüchtete – zu Recht – geöffnet sind, stecken fliehende Kurd:innen entweder an den Grenzen von Belarus und Polen fest, ertrinken im Mittelmeer oder sie bekommen in Deutschland kein Asyl und werden wieder abgeschoben. (…)”

    1. Ja genau! Ich nehme das dankbar auf für ein feministisches Manifest zum Ukraine-Krieg, an dem wir mit unserer Friedensinitiative gerade arbeiten.

      1. Eine kopfschüttelnde Lobrede auf den “Panzerfeminismus” hält Ulrike Baureithel,
        https://keinzustand.at/ulrike-baureithel/toll-dieser-panzerfeminismus/

        Da finden sich Deutschlands wichtigste neuerweckte Bellizistinnen, von der grimmig schauenden Marie-Agnes Strack-Zimmermann über die pathetische Marieluise Beck bis zur Politikwissenschaftlerin Florence Gaub, die sich auf Twitter als “Florence of Arabia” feiert.

        Gaub bei Lanz: “Ich glaube, wir dürfen nicht vergessen, dass auch wenn Russen europäisch aussehen, dass es keine Europäer sind – im kulturellen Sinne.”
        Damit zieht sie sich die rassistischen Schuhe eines Ernst Nolte an, der 1986 den Historikerstreit vom Zaun brach, indem er den Holocaust als Hitlers “asiatische Tat” deutete, die der arme Adolf aus reiner Notwehr habe begehen müssen – quasi vorbeugend, weil “Asiat” Stalin mit Archipel Gulag und anderen Grausamkeiten (eben “asiatischen Taten”) bereits gezeigt habe, was er mit dem restlichen Europa vorhabe.

        Nolte galt in den 1960er Jahren aufgrund seiner Studien zum europäischen Faschismus als kluger Kopf, aber dass seine Hass-Arien ab 1986 nicht nur unmoralisch sind, sondern auch bescheuert, erkennt jeder Laie: Tötest du deine Juden (Intellektuellen, kritischen Geister), dann bin ich leider gezwungen, meine Juden (Intellektuellen, kritischen Geister) zu töten – dümmer geht’s nimmer.
        Aber zur Pflege des aktuell angesagten Anti-Putin- und Anti-Russen-Hasses wird auch Noltes kalte braune Suppe gerne wieder aufgewärmt.

        1. DANKE!!
          Wir machen unsere Brief-Einschreibe- mit-Rückschein-Großaktion nächste Woche an 33 ausgesuchte Mitglieder von Regierung und Parlament doch nicht als Feministisches Manifest, sondern als 2.Stellungnahme (Offener Brief) unseres Netzes: Geschlossene Kerngruppe, deren Namen ausschließlich ich kenne, ohne mich (Nr0) 21 Personen, davon sieben Männer. Mein Ehemann Nr.14 hat den Tarn-Namen “Teddy” und unser Scanner ist “Adlerauge”. Die Nr.Zwei (im feministischen Tarot Die Priesterin) heißt “Skorpion”, Nr17 Aquarius usw was der CIA kann können wir schon lange…..

    2. @Bekir
      Die Nato ist ein Nazi-Verein, geführt von einem Nazi-Polizeistaat (USA), da gehört Doppelmoral mit zum Politik-Prinzip, schließlich sind die Herrenmenschen aus dem Osten mehr wert als Kurden, denn ab einem gewissen Pigmentierungsgrad der Haut war man auch bei den Hitler-Nazis automatisch Untermensch (zuviel Bräune galt damals als “vulgär”).

      Notorisches Lügen + Doppelzüngigkeit gehörte aber auch schon bei den Hitler-Nazis zum Politik-Prinzip. Man muss heute erschüttert feststellen, das deutsche Volk hat nichts gelernt.

  10. Ich hoffe, die Reise in das Operationsgebiet ist gut und ohne Feindkontakt verlaufen.
    Wir haben es gestern durch die Blume gehoert, und es deutete sich die letzten Tage auch durch vielerlei (auch nicht oeffentliche) Hinweise an: Wladimir Putin wird den Konflikt herunterfahren und die weitere Befreiung Osteuropas vorerst auf Eis legen, bis ein paar grundlegende Reformen – vor allem das Militaerische betreffend – durchgefuehrt sind. Es war ein grosser Fehler dem Druck aus gewissen Kreisen nachzugeben und Schoigu zum Verteidigungsminister zu ernennen. In diesem Kontext wird nun sicher einigen der Schierlingsbecher gereicht werden. Dank der guten Gesundheit Wladimir Wladimirowitsch Putins wird er die notwendigen Reformen die naechsten Jahre begleiten koennen und Gott weiss, hoffentlich noch seinen Nachfolger aus Kreisen der eigenen Familie hoechstlebendig inaugurieren koennen. Bei dieser Gelegenheit moechte ich direkt auch zur Zeugung seines hoffentlich dritten Sohnes gratulieren. Wenn nur jeder Russe so viele Kinder in die Welt setzen wuerde gaebe es weniger Probleme auf der Welt!

  11. “Ukraine – Military Developments. US intel, Snake Island, by Jacob Dreizin”

  12. Der Blogchef gen Russland ist mir lieber als unsere Völkerballspielerin Baerbock, welche mit ihrer naiv kindlichen Weltsicht bereits genug Schaden angerichtet hat. Frage mich, was die Amis sich dabei dachten, diese Person in den Kreis ihrer „Erlauchten“ Think Tank Teilnehmer aufzunehmen. Haben die etwa angenommen, diese Infantilität wäre gespielt? Da haben ihre Führungsoffiziere mit der Beurteilung aber mehr als daneben gelegen. Was Lawrow wohl im Kopf umgegangen ist, als er dieser „Prinzessin aus Fantasialand“ gegenüber stand? Dachte er, das wäre ein Gag oder er sei auf der falschen Veranstaltung!? Aber leider haben wir mehr von diesem Kaliber zu bieten. R. Habeck, M. L. Beck, R. Lang, U. van der Leyen, die Liste ließe sich noch um einige Peinlichkeiten erweitern. Das sind die Leuchten für die Zukunft dieses Landes! Da kann man nur hoffen, dass von ihnen verursachte Chaos durch komplette Inkompetenz im Amt kommt sehr schnell (Auf, dass diese Lichtgestalten ebenso schnell ausgehen und in der Versenkung verschwinden!), bevor hier und in Europa endgültig die Lichter – durch einen von diesen Personen herbei geführten Krieg gegen Russland – ausgehen werden.
    In diesem Sinne eine gute Reise Mathias und viel Erfolg als Botschafter des (seine Handlungen im Voraus bedenkenden) besseren Deutschlands, welches es zum Glück noch gibt.

  13. Unser Blogchef ist mit seiner Rußlandreise sehr schlau!
    Hier ein Spruch von Georg Christoph Lichtenberg:
    Die Fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf die Klappe selbst

  14. The great Chessboard – Erkenne die Lage!

    Ein Staat gilt als bankrott, wenn er die Zinsen seiner Anleihen nicht mehr bezahlen kann.

    Die USA sind eine Dienstleistungsgesellschaft. Auch die EU will sich ja ganz von den Rohstoffen abkoppeln und setzt vermehrt auf Dienstleistungen. Technisch ist Brüssel ein „Dienstleister“, denn dort wird kein Mehrwert erzeugt. Das ist für die – untersdrückten – Länder, wie wenn man sein Geld von einem Finanzdienstleister verwalten läßt. Der erzeugt nur Kosten! Man kann also sagen, daß der Dollar und die Tilgung mehr an Dienstleistungen gekoppelt ist als an der Produktion von Waren.

    Russland hat keine bedeutsame Wirtschaft – im Vergleich zu den USA oder Europa. Aber das scheint mir eher eine Frage der Definition zu sein, was man als bedeutsam erachtet. Ich würde der landwirtschaftlichen Produktion einen höheren Stellenwert einräumen als einem Finanzdienstleister.

    Der Rubel war nach den Sanktionen und Androhungen zunächst unter Druck geraten. Dann hat sich der Rubel stabilisiert. Der Rubel ist zwar Fiatgeld wie der Dollar und der Euro, aber er hat einen “inneren Wert”, nämlich die Rohstoffe Russlands!
    Der innere Wert des Dollars sind nur Dienstleistungen. Damit kann man sein BIP auch aufblähen.

    Der Westen wollte dasselebe Prinzip wie von der Reagan Administration durchsetzten, der Ölmarkt sollte überschwemmt werden, um Russland von der Einnahmeseite unter Druck zu bringen, aber die OPEC macht nicht mit. Öl ist der Motor der Weltwirtschaft! Wahrscheinlich hat die OPEC geblickt, daß sie damit Verluste macht und der Westen Gewinne!

    Um es auf den Punkt zu bringen, Putins Schachzug, das Öl in Rubel zu handeln, war goldrichtig!

    Mit den Russen sollte man nicht Schach spielen. Schach ist in Russland der Nationalsport!

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