Am 14. August halluzinierte ich hier den “Deal”, den Donald Trump und Wladimir Putin bei ihrem geheimen Gesprächs in Alaska vereinbaren würden (Pax TRUMPUTIN), wenn sie das Wohl ihrer Länder im Auge haben:
(….)
Wladimir: Unsere Schiffe brauchten damals von Petersburg nach Alaska mehr als ein halbes Jahr, deshalb wollte Zar Alexander die Kolonie ja auch loswerden. Dass man mit einem Tunnel Asien und Amerika, Russland und die USA, verbinden könnte, kam damals niemandem in den Sinn.
Donald: Aber wir können dass jetzt machen. Tunnel und Pipeline sind überhaupt kein Problem.Und eure nuklearen Eisbrecher können die Strecke das ganze Jahr über schiffbar halten. Die geschäftliche Aktivierung unserer Nachbarschaft hier oben wäre eine Win-Win-Situation. Unsere Rohstoffe kommen direkt auf die asiatischen Märkte, eure direkt zu uns.
Wladimir: Was unter deinem Zoll,-und Sanktionsregime aber nicht geht…
Donald: Doch. Wir erklären fürs Erste unsere Grenze auf der Bering-Straße zur zoll,-und sanktionsfreien “Sonderentwicklungszone”, für den Joint-Venture-Deal zur Rohstoffgewinnung in der Arktis. Wenn Russland und Amerika vor 150 Jahren gute Geschäfte miteinander gemacht haben, warum soll das heute nicht wieder gehen…
Wladimir: Damals hattet ihr euch gerade von der Kolonialherrschaft der Briten befreit, die uns daraufhin im Krimkrieg zusetzten. Amerika und Russland waren quasi natürliche Verbündete gegen die Hegemonialmacht der Briten. Sie waren schon damals scharf auf die Krim und die Kontrolle des Schwarzen Meers und sind es immer noch. Und du bist auf ihrer Seite…
Donald: Nein. Hör zu, Wlad, Ukraine ist der Krieg von Obama und Biden, nicht meiner. Ich kam nicht raus da in meiner ersten Amtszeit, aber jetzt ist Schluss, kein Dollar mehr nach Kiew. Nur die Europäer und das perfide Britannien…
Wladimir: Was hör` ich da über euren wichtigsten Verbündeten…
Donald: Bleibt unter uns…aber Du weißt doch, wer sich den ganzen Russiagate-Schwindel und den jahrelangen Fake-News-Tsunami gegen mich ausgedacht hat, das war nicht unsere CIA, es kam aus London, vom MI-6, und Hillary bezahlte sie dafür.
Wladimir: Ohne eure Hilfe, ohne Starlink und US-Satelliten, können Briten und EU den Krieg nicht weiter führen.
Donald: Sie wollen bei uns große Mengen Waffen kaufen, das kann ich schwer verhindern, weil es unserer Wirtschaft hilft. Aber du hast sicher die Lieferzeiten gesehen, 6-7 Jahre für die nächsten “Patriot”-Systeme, die ihr in der Ukraine schon reihenweise zerstört habt…
Wladimir: Du meinst, wir sollen die Spezielle Militäroperation weiter fortsetzen, bis zum wirklich allerletzten Rentner oder Jugendlichen in der ukrainischen Armee?
Donald: Nein, nein, das sinnlose Morden muss aufhören.
Wladimir: Dann sorge dafür, das sie sich ganz aus den vier ohnehin schon Russland assoziierten Regionen zurück ziehen, dass es keinen NATO Beitritt gibt, und die Nazis aus der Regierung verschwinden. Für die Sicherheit der künftigen Ukraine garantieren dann die Russische Föderation und die Vereinigten Staaten. Die Europäer brauchen wir dazu nicht. (…)
Wie es jetzt scheint, könnte sich meine abrupt unterbrochene imaginäre Mitschrift – “Träum weiter!” – wenn nicht als wahre Halluzination dann doch realitätsnahe Intuition herausstellen, denn wie das “Wall Street Journal” meldete gab es schon im Vorfeld “geheime Gespräche” zwischen den Energieriesen Exxon und Rosneft, bei dem laut Reuters auch über den Kauf nuklearbetriebener russischer Eisbrecher verhandelt wurde. Bingo!
Einem zügigen russisch-amerikanischen Joint Venture und Win-Win in der Arktis steht indes noch der Ukraine-Krieg im Wege, wo sich die potentiellen Geschäftspartner noch heftige Gefechte liefern, bei denen Donald offenbar bis zum wirklich letzten Ukrainer kämpfen lassen will. Und auch nichts dagegen hat, wenn im Anschluss die Europäer als Kanonenfutter nachrücken, solange sie die Waffen bei ihm kaufen. Geschäft ist Geschäft, und für ihn auch relativ risikolos, denn wenn Wladimir der Kragen platzt, schlagen die Oreschniks und Kinzhals in London, Paris oder Berlin ein und nicht bei ihm. Für die US-Wirtschaft war Krieg in Europa historisch schließlich schon immer eine Segen.
Andererseits sind die gigantischen Rohstoffschätze der Arktis, an die er ohne die Russen nicht ran kommt, unverzichtbar für das angekündigte “Goldene Zeitalter” des überschuldeten Amerika. Und insofern eine zukunftstauglichere und einträglichere Strategie als das weitere Ausmelken der überschuldeten Euro-Vasallen. Insofern zielt Trumps erratisches Lavieren – heute “Verhandlungen” und “Friedenspräsident” , morgen “Sanktionen” und Umbenennung des Pentagon in “Departement of War” – auch nicht auf ein Ende des Kriegs und dauerhaften Frieden mit Russland, sondern auf ein Einfrieren des Konflikts, worauf sich die Russen aber nicht einlassen und ihr Projekt Demiliatrisierung der Ukraine ( und der NATO-Arsenale) weiter vorantreiben. Wobei die Euro-Chihuahuas nur kläffend zuschauen können und winseln, dass Topdog Donald weiter mitmachen soll; und ein Dutzend Moped-Drohnen als “Angriff” auf Polen simulieren, um von der Dringlichkeit zu überzeugen. (In der letzte 3.JT – Folge haben wir darüber gesprochen: MAD MAX ALARM) Und was macht Trump? Er schreibt ihnen einen Brief:
A LETTER SENT BY PRESIDENT DONALD J. TRUMP TO ALL NATO NATIONS AND, THE WORLD: “I am ready to do major Sanctions on Russia when all NATO Nations have agreed, and started, to do the same thing, and when all NATO Nations STOP BUYING OIL FROM RUSSIA. As you know, NATO’S commitment to WIN has been far less than 100%, and the purchase of Russian Oil, by some, has been shocking! It greatly weakens your negotiating position, and bargaining power, over Russia. Anyway, I am ready to “go” when you are. Just say when? I believe that this, plus NATO, as a group, placing 50% to 100% TARIFFS ON CHINA, to be fully withdrawn after the WAR with Russia and Ukraine is ended, will also be of great help in ENDING this deadly, but RIDICULOUS, WAR. China has a strong control, and even grip, over Russia, and these powerful Tariffs will break that grip. This is not TRUMP’S WAR (it would never have started if I was President!), it is Biden’s and Zelenskyy’s WAR. I am only here to help stop it, and save thousands of Russian and Ukrainian lives (7,118 lives lost last week, alone. CRAZY!). If NATO does as I say, the WAR will end quickly, and all of those lives will be saved! If not, you are just wasting my time, and the time, energy, and money of the United States. Thank you for your attention to this matter! DONALD J. TRUMP, PRESIDENT OF THE UNITED STATES OF AMERICA.”
Auf deutsch: Wenn ihr weiter an eurer illusionären “Russland ruinieren”- Strategie festhalten wollt, fangt schon mal an! Kein Tropfen Öl mehr aus Russland, 100 % Zoll für China. Wie ? Das könnt ihr nicht? Dann verschwendet bitte nicht meine Zeit!
Diese Woche will eine EU-Delegation in Washington vorsprechen, um Trump umzustimmen, doch nach diesem Brief können sie sich diese Reise sparen. Natürlich weiß Trump, dass die EU weder auf russisches Öl – via Türkei oder Indien – verzichten noch gar solche solche Strafzölle gegen China erlassen kann, ohne ihre ohnehin niedergehende Wirtschaft völlig zu ruinieren. Gleichzeitig hat er verstanden, dass Russland weder mit direkten noch mit indirekten Sanktionen gezwungen werden kann, den Krieg zu beenden. Seine Aufforderung an die “Koalition der Willigen”, es alleine zu versuchen, er würde dann (“versprochen!”) schon mitziehen, ist so sarkastisch, dass sie die Euro-Clowns eigentlich auf den Teppich der Realpolitik zurückbringen müsste, auf dem Exxon-Mobile wie gesagt schon dabei ist über die Rückkehr an die russischen Ölquellen zu verhandeln und Trump angekündigt hat, demnächst nach China zu reisen.
Auch wenn der US-Präsident in den europäischen Medien zumeist als unfähiges, selbstgefälliges Großmaul porträtiert wird, wie er die Euro-Vasallen austrickst und in Zugzwang setzt zeugt durchaus von Meisterschaft in seiner “Art of Deal”: “Alle mir nach – geht schon mal vor!”
Die entscheidenden Geschäfte werden unter den großen Hunden gemacht, Chihuahuas, die das Bein nicht hochkriegen, müssen leider draußen bleiben. Da wollen sie jetzt die in Europa deponierten Milliarden russischen Staatsvermögens stehlen, was im Rahmen ihrer “regelbasierten internationalen Ordnung” aber nicht Diebstahl, sondern “Freigabe an Kiew” genannt werden soll. Tatsächlich ist es der letzte Strohhalm als Kollateral für ihre kollabierenden Haushalte und abstürzenden Regierungen. Ob Imperator Donald den Zugriff erlauben wird oder mit Wladimir in Alaska schon andere Verwendungen vereinbart hat, bleibt eine spannende Frage…
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Erschienen am 10. Juni 2024
Mathias Bröckers: Inspiration – Konspiration – Evolution. Gesammelte Berichte aus dem Überall, Fifty-Fifty (Juni 2024), 464 Seiten, 30 Euro










