Dass Russen, auch wenn sie so aussehen, “keine Europäer” sind und irgendwie grausam und unmenschlich, weil “sie einen anderen Bezug zu Gewalt haben, einen anderen Bezug zu Tod haben” ….- wo ein nahtlos zum “Russismus” transformierter Rassismus in deutschen Talkshows von einer Vize-Direktorin des “EU-Instituts für Sicherheitsstudien”, Florence Gaub, unwidersprochen propagiert wird, muss man sich nicht mehr wundern. Weder über gnadenlos gehirngewaschene TV-Konsumenten, noch über die gefährliche Ahnungslosigkeit der Think-Tanker in NATOstan. Dass die Dame zwecks Schadensbegrenzung auf Twitter noch ihre Geografiekenntnisse hinterherschob: “77 Prozent von Russland liegen in Asien, nicht in Europa. Manche Leute scheinen das nicht zu wissen.” – also offenbar nur die nicht europäisch aussehenden ehemaligen “Untermenschen” meinte ? (siehe Info-Broschüre des SS-Schulungsamts, 1942) – macht die Sache kaum besser.
Nicht nur scheint sich in der Ukraine die Tragödie “Operation Barbarossa” als Farce zu wiederholen, bei der der Westen diesesmal aber nur “bis zum letzten Ukrainer” um Lebensraum 2.0 (“Demokratie”/”Werte”/”Freiheit”) gegen die “slawischen Barbaren” kämpfen lässt; auch an der “Heimatfront” hat der Mobilisierungsgrad der Medien eine anti-russische Hysterie geschaffen, die einen Joseph Goebbels entzückt hätte. Nicht nur weil ähnlich wie 1933 ff. eine jüdische Oma in der aktuellen Cancel Cultur jetzt die Abstammung von Mütterchen Russland für Jobs und Karriere problematisch ist; sondern auch – und vor dieser Meisterleistung von Brainwashington Inc. würde Hinkefuß Goebbels knien – in einer “Werte”-Kultur, die sich “Diversity” , “Toleranz”, “LBTG” , “Wokeness” und “Anti-Rassismus” auf ihre Fahnen geschrieben hat. Und deren Vertreter jetzt reihenweise gestehen müssen, dass sie versagt haben, weil sie Russen als ganz normale Menschen einschätzten, ihren Präsidenten als vergleichsweise seriösen und kompetenten Staatschef, und in dieser selbstverschuldeten Verblendung nicht erkannt haben, dass hinter dieser Fassade der ewig brutale Russe lauert:
In diesen Wochen erleben wir in Deutschland eine wundersame Bewegung der inneren Einkehr, Selbstreflexion und Bußfertigkeit. Seit 1945 hat man kein solches Maß an Betroffenheit vom eigenen Irrtum erlebt. Nach WK II wurde die Erkenntnis, der gute Glaube habe versagt, durch die Gewissheit gemildert, aus purer Gutmütigkeit zum Opfer von Wahnsinnigen in Reichskanzlei und Reichspropagandaministerium geworden zu sein. Das klappt angesichts Ukraine II nicht ohne Weiteres.
Gnadenlos das neue Erforschen des Versagt-Habens: Reihenweise Politiker-, Industriellen-, Dichter- und Publizistenleben sinken im Rückblick in den Staub. Generationen von Ingenieuren, Geigern, Abgeordneten und Puschkin-Lesern bekennen unter Tränen, seit 60, 40 oder 20 Jahren geirrt zu haben. Zum Glück kennen die meisten der ehedem Gutgläubigen genügend Dritte, die noch mehr versagt haben als sie selbst. So hilft man sich gegenseitig beim Erinnern.
Als ehemaliger Bundesrichter und Strafrechtler ist Thomas Fischer gewissermaßen Experte in der Beurteilung von Geständnissen, weshalb ich seine Analyse der voll geständigen Russlandversager zur Lektüre empfehle. Dass nur wenige Schurnalisten darunter sind, überrascht nicht denn die interessiert ihr Geschwätz von gestern bekanntlich noch weniger als Politiker. Was mein eigenes “Geschwätz” als selbsternannter Putinversteher betrifft habe ich mir im frühzeitigen Russen-Durchschauen indes keinen Vorwurf zu machen und for the record bereits am 14.März 2014 (mit Ausrufezeichen in der Überschrift) geschrieben: Vladimir Putin ist kein Anti-Imperialist! Klingt auf der derzeit nach oben offenen Russenhass-Skala vielleicht ein wenig zurückhaltend, ist aber wohl deutlich genug. Zumal in demselben Artikel schon darauf hingewiesen wurde, worum es im Untergrund des Donbass-Konflikts geht: den wegen der Separation geplatzen 10-Milliarden schweren Fracking-Gas-Deal mit Chevron.
Autonomie in einer wiedervereinigten Ukraine, wie sie nach den Minsk-Abkommen vorgesehen war, konnte man den “Volksrepubliken” in der Folge schon deshalb nicht gewähren, weil sie dann selbst über ihre Bodenschätze verfügt hätten. Derlei “Nationalisierungen” werden vom anglo-amerikanischen Imperium traditionell als feindlicher Akt und Anlass zu militärischem Eingreifen gesehen und so wurde Kiew acht Jahre lang auf Rückeroberung der abgefallenen Regionen getrimmt und gerüstet. Seitdem – und nicht erst seit dem russischen Einmarsch – herrscht dort Krieg, der aber auf westlichen Bildschirmen nicht vorkam. Weshalb auch niemand auf die Idee kam, das Regime in Kiew für seine mörderischen Angriffe auf die eignenen Bürger zu verurteilen, oder es gar, wegen tausender ziviler Opfer, dafür zu sanktionieren. Der Krieg in der Ukraine war ja genauso wie die Förderung des “Rechten Sektors” und die Aufrüstung der Asov-Brigaden als Sturmtruppen (“moderate Terroristen”) der NATO, weitgehend unsichtbar, zum medienwirksamen Ereignis wurde der Konflikt erst, als Ende Februar die Russen einmarschierten. Jeder Hinweis auf eine Vorgeschichte des Kriegs mit Tausenden von Toten aber gilt mittlerweile als Blindheit vor der unstillbaren russischen Mordlust und somit als Russland-Versagen auf ganzer Linie…
Als ich unlängst auf einer Party meinen Unmut über die Performance des “Kriegskanzlers” Scholz äußerte und zufällig ein Regierungsmitarbeiter anwesend war, nahm der mich auf der Terasse beiseite: “Du liegst falsch mit deiner Kritik an Olaf. Scholz steht auf der Bremse. Nicht die SPD, die Grünen sind die scharfen Kriegstreiber in der Regierung.” Das ist keine Überschaschung, die “dienende Führungsrolle” (Habeck) dem US-Imperium beim “Russland ruinieren” (Baerbock) zu helfen, haben die führenden Camouflage-Grünen ja auch persönlich bekundet und wollen der Ukraine unbedingt mehr “schwere Waffen” liefern.
Dem Drängen kann Kanzler Scholz nun noch halbwegs entspannt nachkommen, weil Rheinmetall im Keller gerade noch ein paar alte Leopard 1-Panzer entdeckt hat, die jetzt auf die Reise über Polen in die West-Ukraine gehen sollen. Da es von dort noch gut 500 Kilometer an die Donbass-Front sind landen sie zuerst in Depots – und von dort dann schnell im Briefing der russischen Armee:
“Am Morgen des 18. April schlugen hochpräzise luftgestützte Raketen der russischen Luft- und Raumfahrtkräfte in der Nähe von Lemberg in das 124. gemeinsame Unterstützungszentrum des Logistikkommandos der ukrainischen Streitkräfte ein. Das Logistikzentrum und die großen Lieferungen ausländischer Waffen, die in den letzten sechs Tagen aus den USA und europäischen Ländern in der Ukraine eingetroffen sind, wurden zerstört.”
Auch wenn die Tagesberichte des russischen Verteidiungsministeriums nicht überprüfbar sind, scheinen sie mir realistischer als die Siegesmeldungen der ukrainischen Seite, die sich mangels “physikalischer” Erfolgsmeldungen mittlerweile ohnehin meist auf psychologische Kriegsführung mit dubiosen Horrorgeschichten verlegt hat. Unter Zugrundelegung der russischen Zahlen kommt die abegbildete Hochrechnung zu dem Ergebnis, dass die “Demilitarisierung” der Ukraine rein statistisch am 23. Mai beendet sein müsste, weil der Armee dann außer Kleinwaffen keinerlei Gerätschaften und Fahrzeuge mehr zur Verfügung stehen.
Auch wenn einige der aufgelisteten Panzer, Raketenwerfer oder Fahrzeuge nicht zerstört, sondern noch reparabel sein mögen – einem verantwortungsvoller Oberbefehlshaber, dem nach sechs Wochen Krieg eine solche Verlustliste vorgelegt wird und der von ausreichendem Nachschub abgeschnitten ist, bleibt eigentlich nur eine Option: die weiße Fahne der Kapitulation. Eben dies soll aber – laut russischen Angaben nach abgehörten Telefonate – den in den Katakomben des Stahlwerks Azovstal Eingeschlossenen von Offiziellen aus Kiew verboten worden sein, um die russischen Streikräfte weiter in Mariupol zu binden.
Warum das Regime in Kiew und seine US-Berater tatsächlich gewillt scheinen, nicht nur den Rest ihres Arsenals zu opfern, sondern auch den Großteil ihrer im Osten versammelten Armee, ist rätselhaft. Kann es sein, dass sie ihrer eigenen Propaganda zum Opfer gefallen sind und wirklich glauben, gegen die russische Übermacht an Materialnachschub und Manpower irgendeine Chance zu haben ? Sind sie den hohlen Versprechen der Überlegenheit westlicher Strategie und NATO-Waffen aufgesessen, sie “im Ernstfall” nicht im Stich zu lassen ? Hoffen sie etwa immer noch, die NATO – frisch von einer Barfußarmee aus Kabul vertrieben – mit der Inszenierung russischer Kriegsverbrechen für die Kamera in die große Schlacht im Donbass zu locken ?
Das kann nicht gelingen, weil schon dem Versuch eine No-Fly-Zone über der Ukraine zu errichten ganze Heerscharen von “Eurofightern”, “F-16”, “F-35” den russischen S 400-Batterien wie Tontauben zum Opfer fallen würden. Und ohne Kontrolle des Luftraums sind größere Aufmärsche genauso unmöglich wie der Transport schwerer Waffen. Es wird also keine nennenswerte Hilfe mehr kommen. Wenn ihnen ihr Leben lieb ist, sollten die ukrainischen Esel sofort aufhören, den Karren für ihre Kriegsherren zu ziehen.
(wird fortgesetzt)
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Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)
Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)




Es war das Zündnadelgewehr, das den “Deutschen Krieg” zwischen Preußen und Östereich entschied. Kurz zuvor hatten die beiden Mächte noch gemeinsam Dänemark besiegt, doch sich beim Streit um Schleswig und Holstein dann derart überworfen, dass es 1866 zur Schlacht in Königgrätz in Böhmen kam. Dass bei den etwa gleichstarken Truppen (jeweils etwa 200.000 Mann) die Östereicher schnell unterlagen und ein Vielfaches an Verlusten und Verletzten erleiden mussten, verdankten die Preußen der technischen Innovation dieses Gewehrs, mit dessen Entwicklung für die preußische Armee der Büchsenmacher Nikolaus von Dreyse 1840 begonnen hatte. Nachdem er sich bei der Arbeit an einem Vorderlader mit seinen neuartigen Patronen die Hand verletzt hatte, hatte er einen Hinterlader entwickelt. Er ermöglichte nicht nur eine 3-mal schnellere Schussfolge als traditionelle Vorderlader, sondern konnte vor allem auch im Liegen nachgeladen werden, sodass die Schützen länger in Deckung bleiben konnten. Nachdem Preußen dank dieser militär-technischen Innovation seine Macht in Deutschland zementiert hatte, setzte vor allem in Frankreich ein Rennen um die Herstellung solcher “Schnellfeuerwaffen” ein, die dann auch bald, mit dem “Chassepotgewehr” im folgenden deutsch-französischen Krieg, zum Einsatz kamen.



Professor Dugin, hierzulande gern als rasputin-artiger Einflüsterer Putins porträtiert, kommt in seinem 




