Notizen vom Ende der unipolaren Welt -27

NATOstans Ultra-“Philantrop”, der Oligarch George Soros (91), hat beim “World Economic Forum” (WEF)  in Davos die Parole ausgegeben, dass Putin so schnell wie möglich besiegt werden muss, um die  “Zivilisation zu bewahren” :


“Während der Krieg tobt, muss der Kampf gegen den Klimawandel an zweiter Stelle stehen. Doch die Experten sagen uns, dass wir bereits weit zurückgefallen sind und der Klimawandel kurz davor steht, unumkehrbar zu werden. Das könnte das Ende unserer Zivilisation bedeuten, und deshalb müssen wir alle unsere Ressourcen mobilisieren, um den Krieg frühzeitig zu beenden. Der beste und vielleicht einzige Weg, unsere Zivilisation zu bewahren, besteht darin, Putin so schnell wie möglich zu besiegen. Das ist die Quintessenz.”

Also nicht wundern, wenn  die Kids demnächst ihre Demos  um ein Feature erweitern und nunmehr “Fridays gegen Putin for Future” ausrufen, weil die Flyer der Soros-NGOs und der olivgrünen Heinrich-Böll-Stiftung das wunderbar zusammenrühren. Und solidarisches Doppelfrieren – für die Freiheit und für das Klima – empfehlen: Klimarettung und”Russland ruinieren”(A.Baerbock) auf einen Streich.
Dass das mit dem “ruinieren” nicht funktioniert , weil Europa sich vorher selbst stranguliert,  ist mittlerweile auch zur EU-Inkompetenz-Kommisarin von der Leyen durchgedrungen, die einmal mehr eine ihrer Stupiditäten zurückziehen musste. Nachdem ihr Superplan, dass man Öl und Gas keinesfalls in Rubel bezahlen würde, von den europäischen Versorgern ohnehin hintergangen wurde, die alle ein Konto in Moskau eröffnet haben, mußte Uschi nunmehr auch bei ihrem vor drei Wochen groß angekündigte Öl-Embargo  zurückrudern und ankündigen, dass es einen EU-Beschluß dazu so bald nicht geben wird. Die bizarre Mentalgymnastik, mit der sie das alles begründet, ist derart gaga, dass sich die russischen Medien diese intelektuelle Tiefflugshow des EU-Spitzenpersonals natürlich nicht entgehen lassen. O-Ton von der Leyen:

“Wir müssen weiterhin russisches Öl kaufen, um Europa vor Putin zu retten. Denn wenn wir es nicht tun, wird Putin es woanders verkaufen und mehr von den hohen Preisen profitieren, also kaufen wir besser russisches Öl und lassen ihn nicht profitieren.”

Wir hatten ja schon angemerkt, dass sich die Ukraine-Berichterstattung im Westen derzeit auf dem Niveau von Marvel-Comics bewegt, mit einem Ultrabösen, gegen den sich die anderen Superhelden zusammentun, um die “Zivilisation zu bewahren”. Und sich bei ihrem Treffen hinter den sieben Bergen in Davos von der zum “Topstar des WEF” (Tagesanzeiger)  aufgestiegenen ehemaligen “Panzer-Uschi”  den raffinierten Plan erklären lassen: “Wir kaufen weiter sein Öl, damit er es nicht woanders verkauft und davon profitiert!” Um diese ausgefuchste Strategie den anwesenden “Global Leaders” noch näher zu bringen, hatte die EU-Kommisarin ihren Aufenthalt in Davos sogar spontan verlängert – und konnte dann erleben, wie nach dem Orakelspruch des Yedi-Meisters Soros, den Ultrabösen “so schnell wie möglich zu besiegen” ein weiterer steinalter Großmeister in den Ring stieg, der in seinem langen Leben in Diensten des Ultra-Oligarchen Rockefeller zahlreiche Schüler in der Anwendung der Macht ausgebildet hatte: “Bloody Henry” Kissinger (99). Als ausgewiesener Kriegsverbrecher und Friedensnobelpreisträger, dem zwar kein Massenmord zu blutig ist, der aber auch checkt, wenn ein solcher nicht weiterhilft, hat Kissinger die Lage im Ukrainekrieg geprüft und festgestellt, dass militärisch hier nichts zu gewinnen ist. Und dem Regime in Kiew deshalb empfohlen, Gebiete abzutreten und sofort Friedensverhandlungen zu beginnen. 
Natürlich nicht weil er Russlandfreund oder Putinversteher wäre, sondern Realist und Realpolitiker – anders als sein Geronto-Kollege Soros, der als Ideologe einer grenzenlosen “Offenen Gesellschaft” bis zum letzten Ukrainer um die Grenzen des Donbass kämpfen lassen will. Kissinger hingegen hat die Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens verstanden und schlägt statt weiterer, unnötiger Gemetzel eine Teilung des Landes vor, bevor die ukrainische Armee völlig zerschlagen wird und außer dem Osten und Süden noch weitere Gebiete  unter russische Kontrolle fallen. Also: zu retten was zu retten ist, von dem Fiasko der Maidan-Putschs,  acht Jahren Krieg gegen die “Volksrepubliken” im Donbass und einer US-kontrollierten Ukraine.
Tatsächlich könnte so die Vernichtung der 15-20.000 Mann starken  ukrainischen Truppe vermieden  werden, die an der Donbass-Front mittlerweile täglich Hunderte Kämpfer verliert, weil sie getötet und  verwundet werden, oder in  großer Zahl aufgeben und sich ergeben. Indes dürfte es nicht so ganz leicht werden, das seit Monaten mit FakeNews und Propaganda auf  “Sieg durch Waffenlieferungen” heiß gemachte und eingeschworene Publikum auf ein neues, realistischeres Narrativ umzustellen, weshalb das schreckliche Schlachten in der Ostukraine wohl noch einige Zeit weiter gehen wird. Aus dem “Führerbunker” in Kiew schallte den Vorschlägen, Friedensverhandlungen zu führen, nur ein unflätiges “Go F**k Yourself” entgegen. Dass Kissinger kein Verräter ist, sondern ihnen den Arsch retten will, haben Zelenski und seine Berater  offenbar noch nicht kapiert, genausowenig wie die Tatsache, dass ihre Zukunft an einem seidenden Faden  hängt (oder gar sie selbst an einem Strick), wenn ihre Armee im Donbass zermahlen wird. Was sich nur mit einer Weißen Fahne noch verhindern läßt.

Dass die Russen weiter langsam und gleichsam im “Schongang” operieren, ohne ihre strategischen Bomber und wirklich schweres Gerät einzusetzen, unterscheidet diese “Special Military Operation” vom American Style der Kriegsführung. Dass sie weniger zivile Opfer und Kollateralsschäden verursacht und Putin nicht nach zwei Wochen Bombardement und hundertausenden Toten “Mission Accomplished” verkündet hat, wurde im Westen als Zeichen militärischer Schwäche dargestellt und als Grundlage der Erzählung genommen, dass mit mehr Sanktionen und mehr Waffen ein “Sieg in der Ukraine”  zu erringen sei. Nach drei Monaten dämmert es den “Leitmedien” in den USA aber langsam, dass es keinen Sinn mehr macht, der eigenen Propaganda auf den Leim zu gehen. Nach den vom Editorial Board der New York Times geforderten Verhandlungen  (siehe #26) ruft nun auch die “Washington Post”, zu einer echten Debatte über den Ukrainekrieg auf – und veröffentlicht herzzerreissende Artikel über die elende Lage ukrainischer Truppen., die man bis vor kurzem noch auf der Siegerstraße bejubelte und mit weiteren Haubitzen zum Endsieg über die Russkies pushen wollte. Doch kaum waren die ersten Exemplare der von den USA gelieferten M777 an der Front aufgetaucht, waren sie auch schon wieder weg: das russische EW- (Electronic Warfare) System hatte die Satelliten-Steuerung der Raketen nach dem ersten Schuss geortet und blockiert –  und die Stellung dann innerhalb  von wenigen Minuten durch eine Rakete vernichtet. Wie vermutlich auch die  in Deutschland im Kurztraining an der US-Haubitze ausgebildeten ukrainischen Artillerie-Schützen.
Anders als die Kapitulation der ukrainischen Eliteeinheiten und Nazi-Kämpfer in Asovstal, die von den pravdaesken Westmedien noch als erfolgreiche “Evakuierung” verkauft werden konnte, läßt sich die Niederlage an der Donbass-Front nicht mehr lange schönreden. Nach den Angaben in verschiedenen Blogs und Social Media Kanälen verliert die Ukraine jeden Tag 3 – 500 Mann, über 8.000 sind bereits in Gefangenschaft.  Da kein bei Verstand gebliebener Armeechef eine derart tragische Eliminierung seiner Truppen lange hinnehmen kann,  im Führerbunker in Kiew aber jeder Hinweis auf Rückzug und Verhandlungen als “Verrat” mit dem Mittelfinger quittiert wird, könnte es bald – so vermutet der in Charkow stationiert Videoblogger Gonzalo Lira – zu einem Putsch der militärischen Führung gegen den zunehmend größenwahnsinnigen Führer Zelenski geben. Valeriy Zaluzhnyi, der Generalstabschef, soll kein großer Freund der Asow-Bataillone und Rechts-Radikalen sein und auf jeden Fall geeigneter, Verhandlungen über ein Kriegsende und die neue Landkarte der Ukraine zu führen:
Die gelbe Linie zeigt den derzeitigen Frontverlauf, die violette Linie markiert ziemlich genau die Grenze, hinter der bei den ukrainischen Wahlen seit 2004 mehrheitlich die pro-russischen Kandidaten gewählt wurden (auf den kleinen Karten links) – und ich denke, dass diese Regionen das Minimum sind was  Russsland mit dieser Operation unter Kontrolle bringen wird. Weil weitere Waffen aus dem Westen das nur verzögern aber nicht mehr verhindern können, kostet jeder Kriegstag mehr nur unnötige Opfer
Wo sich der als Freiheitsheld der westlichen Welt gehypte Mini-Diktator Zelenski  damit nicht anfreunden und lieber noch Zigtausende Leben opfern will, bevor er sich dem Unausweichlichen fügt,  und wo auch die von einem hysterisierenden und emotionalisierenden Propaganda-Tsunami heimgesuchten Medienkosumenten es nicht fassen können,  dass der Ultraböse einfach  gewinnt – da tut sich ein tiefer Graben kognitiver Dissonanz auf. Wie die moderaten Vorschläge Henry Kissingers dieseits und jenseits des Atlantiks erregt weggebellt wurden, zeigt mehr als nur Betroffenheit an,  für die vom Ukraine-Kult Geblendeten stürzen Weltbilder ein. Zelenski hat Kissinger denn auch sofort auf die Liste der “Feinde der Ukraine” gesetzt. Was ihm aber auch nicht mehr helfen wird, wenn er sich schon bald an  Bloody Henrys berühmtes Diktum erinnern muss:  “Ein Feind der Vereinigten Staaten zu sein ist gefährlich, aber ihr Freund zu sein ist fatal.”

(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -26 (25.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 25 (21.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 24 (18.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 23 (6.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 22 (04.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -21(1.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 20 (27.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -19 (25.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -18 (23.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 17 (20.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 16 (17.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15 (14.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14 (11.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 13 (8.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -12 (6.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -11(4.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -10 (31.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 9  (28.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 7 (24.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 6 (22.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 4 (18.03,22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 3 (16.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

3. JT #78: Planet der Affenpocken

Die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird, ist ein Affe. Wieso brechen die Affenpocken eigentlich gerade jetzt aus? Und was ist mit den Biolaboren in der Ukraine? Wir haben neue Hintergründe. Außerdem: Der politische Krieg wird auf allen Kanälen und Ebenen geführt. Und für das Öl-Embargo bezahlen wir, aber nicht die Russen. Wo soll das alles enden? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in der 78. Ausgabe des 3. Jahrtausends!

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -26

Ich bin ja hier schon seit Monaten “on the record”, dass nicht die Russen, sondern die EU-Länder den Preis für den Sanktionsirrsinn bezahlen, den ihre Regierungen veranstalten. Mit verdoppelten Kosten für Heizung und Benzin innerhalb eines halben Jahres sind die Verbraucher jetzt schon die Dummen  – nicht wegen des Kriegs, oder wegen “Putin”, sondern wegen der Sanktionen. Wenn aber Olaf “Russland darf nicht gewinnen” Scholz und Robert “In dienender Führungsrolle” Habeck an ihrem aberwitzigen Embargo-Plan festhalten, in sechs Monaten komplett auf russisches Öl zu verzichten, kommt es richtig dicke. Willkommen in der Raffinerie Schwedt nahe der polnischen Grenze, die Berlin samt Flughafen und das Bundesland Brandenburg mit Kraftstoff versorgt – und seit den 1950er Jahren über die Pipeline “Druschba”(Freundschaft) mit “Ural Blend” beliefert wird. Dieser Zufluss, der seit Jahrzehnten täglich 24 Stunden läuft, soll über eine stillgelegte und renovierungsbedürftige DDR-Pipeline aus Rostock ersetzt werden, wo die Entladungs, -und Lagermöglichkeiten für Tanker aber noch ausgebaut werden müssen. Weil auch dann die Kapazität nicht ausreicht, soll der Rest über die Häfen von Wilhelmshaven und Danzig nach Schwedt gekarrt werden. So weit haben unsere Embargoisten offenbar gedacht und stolz ihren Sanktionsplan verkündeten, nur scheinen sie völlig vergessen zu haben, dass Öl nicht gleich Öl ist und eine Raffinerie kein Bollerofen, in den man einfach irgendwas reinwerfen kann. Vielmehr muss die Anlage a) exakt auf die Zusammensetzung und den Gehalt des angelieferten Rohstoffs eingestellt sein, der b) dauerhaft und in homogener Qualität  fliessen muss. In Schwedt sind das 250.000 Barrel (á 159 Liter) – pro Tag – die auf Umwegen dann teuer herangeschafft werden müssten und von denen zudem noch völlig unklar ist, wo sie in diesen Mengen und gleichbleibender Qualität  genau herkommen sollen. Zwar ist “Ural Blend” nicht einzigartig und kann theoretisch ersetzt werden,  aber fast alle europäischen Raffinerien laufen damit und können nur mit großem technischen Aufwand auf andere oder gar ständig wechselnde Ölsorten umgestellt werden – was jedenVerzicht auf russisches Öl kurzfristig  praktisch unmöglich macht. Und mittelfristig nichts anders bedeutet als ökonomischen Selbstmord.  Und was geschieht, wenn Russland auf ein Öl-Embargo im Gegenzug die Gaslieferungen stoppt ? Dann kommt die Perle der deutschen Industrie, die Autoproduktion, abrupt zum  zum Stillstand ,  gut  20 % des BIP gehen den Bach runter. OK, wer braucht schon noch Autos wenn der Liter Sprit 5 Euro kostet. Aber gibts schon einen Morgenthau-Plan 2.0, wie man Deutschland in einen Agrarstaat umwandelt ? Wenn nicht, sollte die Regierung ihn bei ihren Overlords in Washington dringend anfordern, denn mit Auto, -Maschinen, – Chemie-Industrie etc. geht dann bald nichts mehr.

Weil Russland ukrainische Häfen blockiert steuert die Welt auf eine Hungerkrise zu, da Mais und Weizen – die wichtigsten Exportgüter der Ukraine – nicht verschifft werden können, tönt es in den letzten Tagen aus den Medien. Tatsächlich hat die Ukraine 75 ausländische Frachtschiffe in Odessa und anderen Städten  seit Wochen festgesetzt und die Häfen  mit 400 Minen blockiert, die sich bei einem Sturm vor zwei Wochen zum Teil losgerissen haben und nun frei herum schwimmen. Es sind also nicht, wie der Guardian meldet, “russische Kriegsschiffe” die Frachttranssporte behindern und das  Schwarze Meer verunsichern, sondern die Marinexperten und ihre NATO-Berater in Kiew. Nachdem die im Hafen von Mariupol festgehaltenen Schiffe befreit wurden, hat Russland nach Angaben der Internationalen Meeresorganisation (IMO) im Asowschen Meer mittlerweile einen drei Seemeilen breiten minenfreien Korridor geschaffen, der wieder sichere Passagen ermöglicht.  Und während eine drohende globale Lebensmittelknappheit von den Medien in das Narrativ vom ultrabösen Russen gepresst wird, meldet Reuters, dass die ukrainischen Weizenexporte im Mai zwar etwas gesunken sind, aber 2022 bisher höher waren als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor. Ja wie denn das, wenn die herzlosen Russkies die Welt verhungern lassen weil sie Häfen blockieren ? Es ist nur ein  Beispiel mehr, wie FakeNews mit  einem kleinen Spin in die passende Propagandaerzählung verwurstet und massenhaft verfüttert werden.

Dass die Siegesmeldungen des ukrainischen Komikers Zelenski mittlerweile  den phantastischen Ansagen des irakischen Informationsministers “Comical Ali” entsprechen, hatten wir in der letzten Folge bereits angemerkt.  Auch seine jüngste Verkündigung, dass die ukrainische Armee auf 700.000 Mann gewachsen sei, scheint aus dieser realitätsfernen Richtung zu kommen, die mit einer Zelenski nachgesagten Leidenschaft zu tun haben könnte: seinem Hang zu kolumbianischem Marschierpulver. Einem Stoff, der nicht nur die physische Ausdauer steigern, sondern auch zu mentalem Größenwahn führen kann und bekanntlich auch in den “Vitaminspritzen” enthalten war, mit denen einst Dr. Morell den Führer zum “Endsieg” pushte. Aber gesetzt den Fall, es gelingt ihm wirklich, auch 12-13-jährige und Frührentner zu rekrutieren – sein Minister spricht sogar von einer Million Soldaten  –  ist solch ein untrainierter “Volkssturm”  nicht viel mehr als Kanonefutter für die professionelle russische Armee. Und auch die 30 Milliarden Dollar, die Joe Biden jetzt den Rüstungsfirmen in den Rachen schmeißen und “moderne” Waffen an die Ukraine (bzw. bis nach Polen) liefern will, können daran nichts ändern. “Money may make the world go around”, schreibt der Ex-Anti-Terrorism-Deputy des US-Statedepartement Larry Johnson, “aber es bringt nicht auf magische Weise ausgebildete, begeisterte Truppen hervor, die bereit und fähig sind, solche Waffen einzusetzen.” Wenn sie denn überhaupt jemals an die Front gelangen und nicht schon in Depots und Lagern von russischen Präzisionsraketen massenhaft in die Luft gejagt werden.

Unterdessen dürfte Präsident Zelenski ziemlich ins Schwitzen gekommen sein, als er am 19. Mai His Masters Voice, den Leitartikel der “New York Times” zur Kenntnis nahm, in dem das Editorial Board die Absetzung seiner Propagandashow androhte und “harte Entdscheidungen” forderte:

“Im März argumentierte dieses Board, dass die Botschaft der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten an die Ukrainer und Russen gleichermaßen lauten muss: Egal, wie lange es dauert, die Ukraine wird frei sein. … (…) Dieses Ziel kann sich nicht verschieben, aber letztendlich ist es immer noch nicht in Amerikas bestem Interesse, sich in einen totalen Krieg mit Russland zu stürzen, auch wenn ein Verhandlungsfrieden der Ukraine einige harte Entscheidungen abverlangen könnte .”

“Ein entscheidender militärischer Sieg der Ukraine über Russland, bei dem die Ukraine das gesamte Territorium, das Russland seit 2014 erobert hat, zurückerhält, ist kein realistisches Ziel. … Russland bleibt zu stark…”

“… Herr Biden sollte Präsident Wolodymyr Zelenskij und seinen Leuten auch klar machen, dass es eine Grenze dafür gibt, wie weit die Vereinigten Staaten und die NATO gehen werden, um Russland zu konfrontieren, und Grenzen für die Waffen, das Geld und die politische Unterstützung, die sie aufbringen können. Die Entscheidungen der ukrainischen Regierung müssen unbedingt auf einer realistischen Einschätzung ihrer Mittel und der Frage beruhen, wie viel Zerstörung die Ukraine noch verkraften kann.”

So ähnlich wie mit dem alten sowjetischen Witz – “Hätte Napoleon nur die Pravda gelesen, hätte er nie von Waterloo erfahren” – erging es ja dem westlichen Medienpublikum mit der pravadesken Mainstream-Berichterstattung, dem zuletzt die Gefangennahme der 2000-köpfigen  ukrainischen Asow-Eliteeinheit als erfolgreiche “Evakuierung” und Nazis als Randerscheinung verkauft wurden. Die Herausgebergeschaft des US-Leitmeidums hat aber nach zwei Monaten offenbar verstanden, dass der Krieg nicht zu gewinnen sein wird, weil “Russland zu stark” ist – und fordert die Politik zurück an den Verhandlungstisch:

“Die Vereinigten Staaten und die NATO sind bereits militärisch und wirtschaftlich stark involviert. Unrealistische Erwartungen könnten sie immer tiefer in einen kostspieligen, langwierigen Krieg hineinziehen…Die jüngsten kriegerischen Äußerungen aus Washington – Präsident Bidens Behauptung, dass Putin “nicht an der Macht bleiben kann”, die Bemerkung von Verteidigungsminister Lloyd Austin, dass Russland “geschwächt” werden müsse, und die Zusage der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, dass die Vereinigten Staaten die Ukraine unterstützen würden, “bis der Sieg errungen ist” – mögen mitreißende Unterstützungsbekundungen sein, aber sie bringen die Verhandlungen nicht weiter.”

Ganz ähnlich klingt jetzt US-Verteidigungsminister Austin, der gemerkt hat, dass das “Russland schwächen” an allen Fronten nach hinten los geht, und antwortet auf die Frage, ob er das von der britischen Aussenministerin genannte Ziel verfolge, Russland aus dem Donbass und der Krim zu vertreiben, dass es allein in der Hand der ukrainischen Regierung liege,  die Grenzen zu definieren und den Krieg zu beenden.  Und auch “Bloody Henry” Kissinger sieht keinen anderen Ausweg für die Ukraine,  als Gebiete abzutreten und den Krieg zu beenden. Olaf “Russland darf nicht gewinnen” Scholz hatte zwar unlängst einen “Diktatfrieden” noch kategorisch ausgeschlossen, kann sich unter Berufung auf die NYT derlei bellizistische Textbausteine jetzt aber wieder sparen – aus Washington wird aktuell Zurückrudern angesagt…

(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 25 (21.5.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 25


Dass es bei dem Konflikt in der Ukraine im Kern um einen globalen Wirtschaftskrieg geht, den mehr als 100-jährigen Kampf der anglo-amerikanischen Mächte, Handel und Wandel zwischen  Europa und Asien im Allgemeinen und Deutschland und Russland im Besonderen zu verhindern, hatten wir hier schon mehrfach herausgestellt.  Über diese US-Strategie, Europa zu schwächen, schrieb Michael Hudson, Professor der Ökonomie an der Universität Kansas,  Anfang April:

“Es ist nun klar, dass der Neue Kalte Krieg vor über einem Jahr geplant wurde, mit einer ernsthaften Strategie, die mit der von den USA angestrebten Blockade von Nord Stream 2 verbunden ist, um Westeuropa (“NATO”) daran zu hindern, durch gemeinsamen Handel und Investitionen mit China und Russland Wohlstand zu erlangen. (…)Vor dem Krieg zur Schaffung von Sanktionen versprachen europäischer Handel und Investitionen einen steigenden gegenseitigen Wohlstand zwischen Deutschland, Frankreich und anderen NATO-Ländern gegenüber Russland und China. Russland lieferte reichlich Energie zu einem wettbewerbsfähigen Preis, und diese Energieversorgung sollte mit Nord Stream 2 einen Quantensprung machen. Europa sollte die Devisen für diesen steigenden Importhandel durch eine Kombination aus Exporten von Industrieerzeugnissen nach Russland und Kapitalinvestitionen in den Wiederaufbau der russischen Wirtschaft erwirtschaften, z. B. durch deutsche Automobilunternehmen, Flugzeuge und Finanzinvestitionen. Dieser bilaterale Handel und diese Investitionen sind nun gestoppt – für viele, viele Jahre, da die NATO die in Euro und britischem Pfund gehaltenen russischen Währungsreserven beschlagnahmt hat…”

Dass sich dieser Diebstahl wie auch die gesamten Sanktionen für Europa nicht als Schuss in den Ofen und auch nicht ins Knie, sondern als ein suizidaler in die Schläfe erweisen könnte, wurde jetzt auf einem Treffen zur Entwicklung der Ölindustrie festeghalten:


“Man hat den Eindruck, dass westliche Politiker und Ökonomen grundlegende ökonomische Gesetze einfach vergessen oder einfach ignorieren wollen. (…)
Ein Nein zu russischer Energie bedeutet, dass Europa systematisch und langfristig die teuerste Region der Welt für Energieressourcen wird. Ja, die Preise werden steigen, und es werden Mittel eingesetzt, um diesen Preissteigerungen entgegenzuwirken, aber das wird die Situation nicht wesentlich ändern. Einige Analysten sind der Meinung, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit eines erheblichen Teils der europäischen Industrie, die bereits gegenüber Unternehmen aus anderen Teilen der Welt an Boden verliert, ernsthaft oder sogar unwiderruflich untergraben wird. Nun, diese Prozesse werden sich sicherlich beschleunigen. Es liegt auf der Hand, dass die Möglichkeiten für wirtschaftliche Aktivitäten Europa in Richtung anderer Regionen verlassen werden, zusammen mit den Energieressourcen Russlands. Dieser wirtschaftliche Selbstmord ist natürlich die innere Angelegenheit der europäischen Länder.
Nun haben die unberechenbaren Handlungen unserer Partner – und das sind sie – dazu geführt, dass die Einnahmen im russischen Öl- und Gassektor de facto gestiegen sind, zusätzlich zum Schaden für die europäische Wirtschaft.”

Im letzten Satz haben Sie vielleicht erkannt, wer hier spricht, denn niemand nennt seine ärgsten Feinde notorisch und permanent “Partner”, außer Wladimir Putin. Dem es angesichts des trottelhaften Verhaltens vor allem der Partner aus Dummdeutschland aber immer schwerer fallen dürfte, ein mitleidiges Grinsen zu verbergen. Nicht nur über eine Außenpolitik unter Leitung von Annalena “Russland ruinieren” Baerbock, sondern auch über einen Wirtschaftsminister Habeck, der sein  Land in “dienender Führungsrolle” (gegenüber den USA) ökonomisch an die Wand fährt – zur Freude seiner Oberherren in Washington, die sich so jeder europäischen Konkurrenz auf viele, viele Jahre elegant entledigen. Willkommen in der de-industrialisierten Bundesrepublik, deren Autos, Maschinen und Chemieprodukte seit 2022 nicht mehr zu konkurrenzfähigen Preisen hergestellt werden konnten;  beim einstigen Export-Weltmeister, der sich selbst strangulierte und mangels preisgünstiger Ressourcen wettbewerbsunfähig wurde. Wenn Sie das nicht glauben, rücken sie vor bis zur nächsten Tankstelle oder studieren Sie ihre Heizkostenabrechnung und bedenken:  wir sind hier nicht am Ende der Preisspirale, sondern erst  am Anfang. Der “Bär” seine mächtigste Pranke, die Energiewaffe, noch nicht einmal eingesetzt, und dennoch hat Russland, dank der trottelhaften Politik der “Partner” mit ihrem Raub der Währungsreserven und  über 6000 Sanktionen, mehr Geld an Erdgas und Öl verdient als zuvor. Der Rubel, den man ruinieren wollte, steigt weiter, und  ein Ende des Euro,-und Dollar-Verfalls ist nicht in Sicht, zumal der deutsche Energieriese RWE und auch die Versorger aller anderer EU-Länder haben ihr Konto in Moskau eröffnet, um in Rubel zu zahlen. Von der inkarnierten EU-Inkompetenz von der Leyen vor ein paar Wochen noch streng verboten, aber absehbar unausweichlich und jetzt mit nachträglichem OK versehen.

Dass unterdessen die russischen und amerikanischen Top-Generäle wieder miteinander  telefoniert haben, ist ein gutes Zeichen und dass das Gespräch auf Anfrage der USA stattfand deutet an, dass die “Blechköpfe” (JFK) im Pentagon anders als Politiker und Medien die Problematik der militärischen Lage realistisch einschätzen, nachdem sich im Asovstal-Werk mit  2000 Asov-Brigadisten die Elitetruppe der ukrainschen Streitkräfte ergeben hat.  Bzw. “evakuiert” wurden, wie Kiew und Brainwashington im neo-orwellianischem Neusprech diese bedingungslose Kapitulation meldeten. Worum es bei dem Gespräch von Valery Gerasimov, dem russischen Generalstabschef, und dem US Joint Chief of Staff Mark Milley ging, ist nicht bekannt, dass der Amerikaner dem russischen Kollegen zu seiner erfolgreichen “Denazifizierungs”-Operation gratulierte eher unwahrscheinlich. Doch nichts anderes haben die Einsatzgruppen der russischen Armee und der Volksrepubliken demonstriert. Anders als wir mit dem “Father Of All Bombs” in Folge #15 noch befürchtet hatten und gleichsam im “Schongang” was die Menschenopfer der eigenen wie auch der gegnerischen Seite betrifft. Als Lehrstück für alle anderen ukrainischen Truppen, die den Anweisungen ihrer NATO-Berater folgen und sich hinter zivilen Geiseln einbunkern: ihr werdet nicht entkommen, außer mit erhobenen Händen.
Da sich in den Katakomben von Azovstal noch weitere Kämpfer befinden sollen, konnten die Gerüchte über hohes NATO-Personal und diskrete Bio-Labore in dieser Festung noch nicht überprüft werden. Um wen es sich aber bei den von Präsident Zelenski als “Helden der Ukraine” gepriesenen Kämpfern handelt, die von NATOstan mit Waffen und Munition ausgestattet werden, zeigt ein Rundgang durch ihr Hauptquartier in Mariupol. Neonazi-“Hurensöhne” vom Übelsten, aber, mit den Worten von George Bush dem Älteren zu sprechen, “unsere Hurensöhne” – und sie werden von den geschichts-und verantwortungslosen Enkeln der  deutschen Nazi-Armee unterstützt und gefördert. Willkommen in der Generation “Happy Hitler”, woke, vegan  und 150% gender-neutral, aber stramm für Waffenlieferungen an rassistische Faschisten.
Ja aber das ist doch nur eine kleine Minderheit der ukrainischen Armee, die vom Kreml propagandistisch ausgeschlachtet wird! Das zum Stichwort Asow immer wieder bemühte Argument ist in etwa so stichhaltig wie die Aussage, dass die SS – in der West-Ukraine wird deren 1. Galizische Division bis heute gefeiert  – ja auch nur eine unbedeutende Minderheit in Hitlers Armee gewesen wäre und nicht die trainierten, ideologischen Kommisare, Antreiber und Schlächter schlechthin.
Wie viele westliche Beobachter hatte ich  Ende Februar wegen der großen Überlegenheit der russischen Armee mit einer Art Blitzkrieg gerechnet und der Plan A Russlands sah vielleicht auch so aus, dass Kiew nach dem ersten Vorstoss auf breiter Front die Angriffe auf die Donbass-Republiken einstellen und verhandlungsbereit würde. Was unter einer “Special Military Operation” (SMO) zur De-Militarisierung und De-Nazifzierung, wie sie Putin angkündigt hatte, zu verstehen ist, konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Als dann nach wenigen Tagen nahezu die gesamten Luft,-und Seestreitkräfte sowie die Luftabwehr der Ukraine außer Gefecht gesetzt waren, wurde klar, dass die “De-Militarisierung” weitgehend mit Raketen durchgeführt werden soll und bis heute Tag und Nacht so fortgesetzt wird. Wie weit der erste Gepard-Panzer kommt, dessen Lieferung das ehemalige Nachrichtenmagazin per Eilmeldung für Juli ankündigt, erwarten wir gespannt.
Was die “De-Nazifizierung” betrifft hat die geduldige Belagerung der Asovstal-Festung jetzt ein Beispiel geliefert, wie man solche im Geiste Hitlers und Banderas fanatisierten  und von NATOstan ausgerüsteten “Elite”-Truppen besiegt, wenn sie sich hinter dem Schutzschild ziviler Geiseln verbergen: sie werden zermürbt und ausgehungert. Bis sie sich ergeben und in den bereitsstehenden Bus steigen, der sie in ein nahegelegnes Kriegsgefangenlager bringt, oder – sofern bereits an ihren Tatoos als Nazis zu erkennen – in ein Gefängnis und vor das Kriegsgericht.  Da in den Volksrepubliken, anders als in Russland, die Todesstrafe möglich ist können sie nur hoffen, nicht vor Ort für das Verbrechen verantwortlich gemacht zu werden, acht Jahre lang auf ihrer russischsprachigen Landsleute geschossen und über 13.000 ermordet zu haben. Dass Nullitäten wie der deutsche Bundeskanzler diese Morde als “lächerlich” bezeichnet haben, wird ihnen vor Gericht wenig helfen.
Genausowenig wie NATOstan die Ausreden, wenn Russland die am 13.Mai vor der UN angekündigten Dokumente über die illegalen Biowaffen-Experimente in der Ukraine vorlegt.
“Eine vollständige vollständige Aufdeckung der Biowaffenaffenkriminalität des Pentagons ist zu  erwarten”, meint Pepe Escobar,  “und zwar auf Hochtouren. (…) Moskau ist sich voll und ganz bewusst, dass das Bekanntwerden der illegalen Arbeit an verbotenen biologischen Waffen eine existenzielle Bedrohung für den tiefen Staat der USA darstellt. Vor allem, wenn die von den Russen beschlagnahmten Dokumente zeigen, dass Big Pharma – über Pfizer, Moderna, Merck und Gilead – an mehreren “Experimenten” beteiligt war.” Erleben wir gerade nicht nur ein  Re-Enactment von Nazis gegen Russen in der Ost-Ukraine, sondern auch Experimente mit Frankenstein-Viren auf den Spuren von Dr.Mengele? Sie werden es erfahren, wenn nicht in der “Tagesschau”, dann hier.
Dort war man sich selbstverständlich auch nicht zu blöd, die massenhafte Kapitulation als erfolgreiche “Evakuierung” unter der Leitung Kiews zu verkaufen – wie ja die Großmedien insgesamt nicht ablassen können, das faktenfreie Narrativ der militärischen  Schwäche Russlands und seiner bevorstehenden Niederlage weiter auszumalen. Nach der verlorenen Schlacht in Mariupol klingt die  Rhetorik aus Kiew langsam stark wie seinerzeit Baghdad Bob im Irak – mit dem Unterschied, dass die Ansagen von “Comical Ali”, wie der Informationsminister Saddam Husseins genannt wurde, von niemandem ernst genommen wurde, während die  phantastische Propaganda des Komikers Zelenski  1:1 auf allen westlichen Kanälen kolportiert wird.
Realitätsnäher als derlei illusionäres Siegesgeheul scheint da ein Blick auf die ethno-linguistische Landkarte der Ukraine, anhand der sich der bis dato unbekannte Plan des russischen Generalstabs und das finale Ziel der Operation  möglicherweise deuten läßt. Dass das Verteidigungsministerium in dieser Woche eine große Multimedia-Dokumentation zur historischen  “Schlacht um den Dnjepr” online gestellt hat,  könnte Zufall sein, aber auch die nächsten Schritte der “Operation Z” anzeigen – und das Ziel, die merhheitlich russischsprachigen Regionen der Ukraine zu einer Föderation von Volksrepubliken zu vereinen. Dass die Falle, die das US-Imperium Russland mit  dem Ukraine-Konflikt stellen will – die Verwicklung in einen endlosen, zähen Guerillakrieg a la Afghanistan – in diesen russland-freundlichen Gebieten nicht wirklich funktionieren wird, ist anzunehmen. Dass es zuvor aber um die wunderbare Stadt Odessa zu einem langen, zerstörerischen Kampf wie in Mariupol kommen wird, das kann und will ich mir nicht vorstellen und nur hoffen, dass es schon vorher zu Friedensverhandlungen kommt. Vielleicht, fiel mir heute Nacht ein, wäre es eine Lösung, dass diese Perle am Schwarzen Meer zu einer (zoll-)freien Enklave und Hafenstadt wird, zu der auch die künftige Rumpf-Ukraine Zugang erhält. Ich weiß nicht, ob solch ein Status, etwa wie früher Hongkong, verhandelbar ist, doch um Odessa vor der Belagerung und Raketen zu retten, sollte für Ukrainer und Russen kein Kompromiss zu schlecht sein….
(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 24 (18.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 23 (6.5.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 20 (27.4.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 9  (28.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 7 (24.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 6 (22.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 4 (18.03,22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 3 (16.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 24

Am 9.Mai bin ich mit dem “Unsterblichen Regiment” durch Moskau gelaufen – zusammen mit 800.000 Menschen, von denen jede/r das Bild eines Familienmitglieds oder einer Person trug, die im Kampf gegen den Faschismus ums Leben gekommenist. Ich habe ein Porträt meines alten Lieblings Erich Mühsam getragen, auf das ich öfter angesprochen wurde und erklären mußte, dass es sich nicht um einen Verwandten, sondern um einen  revolutionären Publizisten und Anarchisten handelt, der 1934 von den Nazis im KZ ermordet wurde. Dieser Marsch am “Tag des Sieges” war nicht nur die größte Demonstration an der ich je teilgenommen habe, sondern auch die beeindruckendste, denn alles, aus dem ganzen russischen Riesenreich, lief da mit:  vom uralten Mütterchen im Kopftuch bis zu Teenies und Kids mit bunten Haaren, sämtliche Ethnien Russlands und der ehemaligen Sowjetrepubliken samt ihren Fahnen waren vertreten, Ex-Offiziere in Pracht-Uniformen, Familien mit Kind & Kegel. Keine Banner, keine Parolen, keine politischen Forderungen oder Kundegebungen, nur die Portäts der “Unsterblichen”, die ihr Leben gelassen haben – und ab und zu der Ruf aus hundertausenden Kehlen: “Russ-i-a, Russ-i-a – Urra” (wie im  Französischen fällt im Russischen das H weg) Am Roten Platz, wo Präsident Putin am Morgen gesprochen und die übliche Militärparade abgenommen hatte, endete der Marsch. Wie auch einige andere ausländische Teilnehmer – aus Deutschland waren die Kollegen Tom Wellbrock (Neulandrebellen) und Thomas Stimmel (Frische Sicht) dabei –  wurden wir  von einem TV-Team über den Grund unseres Kommens befragt, worauf ich meinen Respekt vor den Opfern der Roten Armee bei der Befreiung von Auschwitz und Deutschlands von den Nazis bekundete und auch noch kurz die Geschichte meines Vaters ansprach. Und dass ich mich freue, mit den Russen ihren Sieg vor 77 Jahren hier und heute feiern zu können.
Welche unermeßlichen Opfer das Land dafür gebracht hat, hatten wir im Museum des 2. Weltkriegs gesehen, und auch, welches Selbstbewußtsein und welche Kraft Russland aus dieser Geschichte zieht – was verstehen läßt, dass es sich von den seit Jahren näher rückenden NATO-Truppen und ihrer mit Wolfsangeln und Schwarzer Sonne ausgestattten Speerspitze der Asow-Brigaden zurückversetzt fühlt in den großen vaterländischen Krieg vor 80 Jahren.
Den haben auch die erst vor 25 Jahren geborenen Studierenden im Gedächtnis, mit denen wir in den folgenden Tagen 600 Kilometer südlich von Moskau an der Uni von  Woronesch sprachen, der Landeshauptstadt, die von der deutschen Wehrmacht bei ihrem Rückzug dem Erdboden gleich gemacht worden war. Dass McDonalds und Starbucks, mit denen sie groß geworden sind, jetzt wegen der Sanktionen geschlossen haben, bedauern zwar einige, aber Burger King, KFC und andere FastFood-Ketten haben weiterhin geöffnet (wie übrigens auch die allermeisten Shops westlicher Labels im Moskauer Edel-Kaufhaus “Gum”). Die jungen Leute sind klug, belesen und offen für alles Westliche, doch von den USA regiert werden wollen sie nicht, einige mit Verwandeten oder Beziehungen in der Ukraine sind sehr unglücklich über den Krieg, verstehen aber die Gründe dafür und dass die Aufrüstung dort gegen Russland gerichtet ist. “Wir haben nichts gegen das Land und die Menschen, aber die rechtsradikale, anti-russische Regierung muß verschwinden”, meinte einer – und diese Haltung scheint mit der des “offiziellen” Moskau zu korrespondieren, wo das berühmte “Hotel Ukraine” in der Nacht noch immer gelb und hellblau schimmert.
Dass die Regierung den “Tag des Sieges”  und auch den aus einer  Bürgerinitiative hervorgegangen Marsch des “Unsterblichen Regiments”, der in zahlreichen Städten stattfindet,  für die Militäroperation in Ukraine “instrumentalisiert”, wie es die westlichen Medien behaupten, ist zwar nicht falsch. Aber die Ukraine und das “Z” – ein Fan-T-Shirt mit dem illegalen Buchstaben habe ich erfolgreich am deutschen Zoll vorbeigeschmuggelt (-;  – blieben auf diesem Marsch durch Moskau dezent im Hintergrund. Die Bevölkerung muss nicht mehr agitiert werden, sondern hat verstanden, dass Russland das eigentliche Ziel des NATO-Aufmarschs in der Ukraine ist. In einem Hotel in Woronesch sprachen sprachen wir mit Flüchtlingen, die aus umkämpften Städten im Donbass evakuiert und dort untergebracht wurden. Ein Geschäftsfrau aus Mariupol erzählte, wie sich die Lage dort entwickelte, nachdem in einem Kindergarten neben ihrem Mode-Atelier ein Stützpunkt der Asow-Brigade eingerichtet wurde, wie ihre Freundin, eine Tierärztin, die sich für die Separation der Volksrepublik eingesetzt hatte, bedroht wurde und dann einfach verschwunden ist. Ein Mann aus der Gegend von Kharkow berichtete, wie er beim Hundespaziergang nicht von den Russen, sondern von der ukrainischen Armee beschossen wurde. Er verneinte, wie auch einige andere, die Frage, ob es einen Unterschied zwischen der regulären Armee und den Nazi-Bataillonen gäbe. Alle können sich auch vorstellen, bald wieder in die Ukraine zurückzukehren: “Wir können alle zusammenleben, auch mit der West-Ukraine, nicht wir, die Politik verhindert das.”

Das ist seit 2014 unbestreitbar, doch mittlerweile ist auch klar, dass es einen Staat Ukraine in der seit 1991 existierenden Form nicht mehr geben wird. Dass die verrückten NATOstan-Akteure und ihre Medien behaupten und fordern, diesen Krieg militärisch “zu gewinnen” – also die Ost-Ukraine und die Krim wieder erobern wollen – zeigt nur, dass sie ihre Rechnung völlig ohne die Russen machen und ihr Russlandbild aus den alten James-Bond-Filmen für die Realtiät halten. Weshalb man im Westen auch der völligen Fehleinschätzung aufgesessen ist, dieses Land mit Sanktionen und einer rassistischen Inquisition alles Russischen in die Knie zwingen zu können. Letzeres – die barbarische “Cancel-Kultur” russischer Künstler, Literatur, Musik usw. – ruft bei den Deutsch und Englisch Studierenden in Woronesch verständnisloses Kopfschütteln hervor. Dieses Gebaren des aufgeklärten, “freien” Westens, dessen Sprachen und Kultur sie studieren, trifft sie viel härter als die Wirtschaftssanktionen, die sie kaum spüren – anders als wir.

Am 8.Mai hatten wir an der Wechselstube noch 77 Rubel für einen Euro bekommen – eine Woche später waren es nur noch 65, was unseren Begleiterinnen (auf dem Foto von Thomas Stimmel oben von links: Natscha, Tonja, Natascha, Irina, Jana) ein Grinsen entlockt. Welches mir verging, als am selben Tag meine Berliner Gasrechnung mitteilt, dass statt 4,36 für die Kilowattstunde Heizung künftig 7,67 fällig werden. Willkommen in der abgehängten US-Kolonie Europa und dem Ex-Industriestaat Deutschland. Bei einem kleinen Vortrag an der Uni hatte ich als Strategie empfohlen, “Nordstream 1” für einige Wochen abzustellen  und auch kein Öl mehr nach Westen zu liefern, um die anti-russische Hysterie ein wenig abzukühlen.  Ehe  “Frieren für die Freiheit” auf der Schleimspur von Pastor Gauck zum Volkssport geworden ist, bricht dann im Westen eine Revolution aus. Anders als mit solchen Daumenschrauben läßt sich NATOstan nur noch mit Raketen zu Räson bringen.

Dass im Rahmen der “Special Military Operation” in der Ukraine nur ein kleiner Teil der russischen Streitkräfte eingesetzt wird, ist im Land nicht unumstritten, doch ebenso wird akzeptiert, dass  man gegen die ukrainischen Nachbarn und “Brüder” nicht im US-Stil mit massiven Bombardments und Zerstörungen Krieg führt. Über Propagandaschwachsinn, wie ihn Spiegel und BILD (“Putin gehen die Truppen aus”) hierzulande produzieren, können die Russen nur lachen. Dass aber ausgerechnet Deutschland eine Eskalation nach der anderen iniitiert, für diese Schande fallen mir angesichts der 27 Millionen russischer Opfer im 2. Weltkrieg keine Entschuldigungen ein – außer dem Hinweis, dass die Bundesrepublik als Vasall der USA eben nicht anders darf, als mit NATOstan den Krieg voranzutreiben. Und ihre Regierung nicht zum Wohl des Landes und seiner Bevölkerung agiert, sondern sich der geopolitischen  Agenda des US-Imperiums  unterordnet – selbst um den Preis des ökonomischen Selbstmords.

Ich bin für die Einladungen der Initiative “Unsterbliches Regiment” und der Universität Woronesch sehr dankbar, denn gerade in derart angespannten Zeiten sind direkte Gespräche, Begegnungen und Eindrücke wichtiger denn je. Wie auch die Erfahrung, dass es nicht die Menschen sind, die die Welt manichäisch in Gut und Böse aufteilen, sondern die Politik, und dass Russland und Deutschland wunderbar miteinander könnten, wenn diese nicht wäre. Als auf dem monumentalen Roten Platz der monumentale, nicht enden wollende Marsch der “Unsterblichen” an uns vorbeizog meinte Tom Wellbrock: “Das hier ist die wahre Antifa.” Die Sonne hatte den Wind und Nieselregen des Tages gerade ein wenig vertrieben, was die positive emphatische Stimmung, den unglaublichen Teamspirit dieses Marschs noch spürbarer machte. Und mir schoß der Gedanke durch den Kopf, wieviel Irrsinn, Unkenntnis und Größenwahn es geschuldet sein muss, gegen dieses starke Team und sein riesiges Lande Krieg zu führen und gewinnen zu wollen. Wer glaubt,  dass NATOstan nach den großen Erfolgen in Irak, Syrien und Afghanistan jetzt gelingt, was Napoleon und Hitler versagt blieb, ist nicht mehr zu retten. Allen anderen, die dem schrecklichen Krieg ein Ende setzen wollen, kann ich nur zur weißen Fahne raten….

UPDATE: Hier der Reisebericht von Thomas Stimmel mit vielen Fotos
From Russia With Laugh – Videopodcast über  die Reise
(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 23(6.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 22 (04.5.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 3 (16.03.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 23

Ich werde in den nächsten Tagen eine kleine Reise machen um mal nach dem Rechten zu sehen, in Russland, wo ich mich im Rahmen der “citizen diplomacy” auch bei möglichst vielen Russen für die rassistische Hetze und den Hass entschuldigen werde, der ihnen aus dem Westen derzeit so massiv entgegenschlägt. Weniger von Seiten der Bevölkerung, als von den Medien, die die Politiker vor sich hertreiben und ein sehr einseitiges Bild der “Militäroperation” in der Ukraine zeigen. Dass Deutschland zuerst nur Helme und jetzt den alten Flak-Panzer Gepard liefern will – ein kompliziertes Gerät auf dem man ein Jahr Training braucht, um irgendwas zu treffen – werde ich als kleinen Bonus-Punkt dafür anführen, dass Olaf Scholz bei diesem Krieg nur nolens volens mitmacht. Auch wenn es unverzeihlich ist, dass er acht Jahre Bombardement des Donbass  und 13.000 Tote als “lächerlich” bezeichnet hat. Auf die Frage, wie die deutsche Außenministerin eigentlich “Russland ruinieren” will, werde ich darauf verweisen, dass unsere Völkerballexpertin neu im Amt ist und sich als Young Leader was Rohstoffe und Geographie betrifft noch ein wenig einarbeiten muss. Auf die Frage, warum sich die EU mit ihrem Ölembargo selbst ins Knie schießt, fällt mir allerdings nichts mehr ein. Außer dem Hinweis, dass man dann wahrscheinlich auf “Lettisch Blend” (nur zu 49,99 % russisch) zurückgreifen wird, wie jetzt schon die USA.
Nur recht vorsichtig werde ich Begriffe wie “Völkerrechtsbruch” und “Angriffskrieg” verwenden, auch wenn sie auf die russische “Special Military Operation” durchaus zutreffen, doch weil ich mich bzw. den Westen im Gegenzug  für Dutzende von  illegalen “Interventionen” (zuletzt Jugoslawien, Irak, Libyen. Syrien) verteidigen müßte und dann sicher sofort die Sprache auf Doppelstandards und Scheinheiligkeit kommt, umschiffe ich diesen Themenkomplex besser mal….

Beim Zeitpunkt-Apero  Anfang dieser Woche  in Solothurn wurde nach der Diskussion mehrfach gefragt, warum wir das WEF und den Great Reset nicht angesprochen hätten, was vor allem damit zu tun hatte, dass das Thema die Neutralität der Schweiz, die von der Eigenossenschaft aufgegegben wurde, weil sich die Regierung ohne Debatte sofort den Sanktionsmaßnahmen anschloss. Zudem hat sich auch das “neutrale” World Economic Forum mittlerweile der anti-russischen Inquisition angeschlossen, und will statt Russen jetzt lieber Wladimir Zelenski einladen. Der ist ja in der Tat ein Young Global Leader wie er im Bucht steht und tut nur das, was His Masters Voice befiehlt. Seit Boris Johnson kürzlich bei ihm war, sind Friedensverhandlungen oder gar ein Gespräch mit Putin definitiv verboten und die Truppen in der Ostukraine  verdammt, im Bombenhagel als Kanonfutter weiter die Stellung zu halten.

Der Großverschwörungstheorie, dass  die Davos-Elite um Klaus Schwab, seine Young Leaders und der Great Reset  mit Putin, China und Russland unter einer Decke stecken und gemeinsam an der neuen Weltregierung arbeiten, kann ich nicht viel abgewinnen. Denn wenn dem so wäre, wie lassen sich dann sechs Jahre “Russiagate” erklären – das auf allen westlichen Kanälen verbreitete Narrativ, dass Trump von Putin ins Weisse Haus gehievt wurde, Russland die Wahlen manipuliert und die “Demokratie” unterwandert. Dass diese von Tag eins an als Fake durchschaubare Story von sämtlichen ( Ex-)CIAlern und Großmedien jahrelang gepusht wurde, scheint  (ähnlich wie der vom britischen MI-6 inszenierte Novichok-Skripal-Zirkus) eher der Vorbereitung auf den anti-russischen Furor gedient zu haben, den wir derzeit erleben. Die russische “Intervention” (wie solche Kriege auf NATOstanisch heißen) in der Ukraine durch verschärfte Bombardements des Donbass ab Anfang Februar geradezu herauszufordern, läßt ebenfalls nicht auf eine verdeckte Zusammenarbeit der westlichen Eliten mit Russland schließen. Und was sich mit dem Gas-Rubel-Yuan andeutet – ein neues internationales Finanz,-und Handelsystem als Alternative zu dem von London und New York  gesteuerten Casino mit seinem FIAT-Spielgeld – kann ebenfalls nicht im Sinne des WEF und seiner neoliberalen One-World-Ideologie sein.

Und  schon gar nicht im Sinne Europas und Deutschlands, dem der Ökonom Michael Hudson unlängst eine düstere Zukunft als US-Kolonie wie Puerto Rico ohne eigene Währung vorhersagte, wenn sich der  eiserne Vorhang zu Russland und Eurasien schließt. Da der Euro dramatisch abschmiert, und nicht nur gegenüber dem Rubel (- 27%) und dem US-Dollar (-13%) sondern auch gegenüber fast allen anderen Währungen deutlich an Wert verliert, bahnt sich hier schon an, wer die großen Verlierer im  Wirtschaftskrieg gegen Russland sein werden. Pssst: es sind nicht die USA und auch nicht die Russen, aber behalten Sie es für sich, sonst  Sie als Putinist gleich unten durch und quasi der “Wehrkraftzersetzung” schuldig.
Unterdessen wundert man sich im erlauchtesten Think-Tank des Imperiums, dem “Council of Foreign Relations”, darüber, wie die US-Außenpolitik “in Rekordzeit” eine multipolare Welt geschaffen hat: “Das Vertrauen in die von den USA geführte wirtschaftliche und geopolitische Ordnung schwindet. Der russische Einmarsch in der Ukraine und die Reaktion der USA darauf könnten – unabhängig von ihren Vorzügen – der letzte Strohhalm für das globale Monopol des Dollar-Reservesystems sein.”   Der aber, so der Ökonom James K. Galbraith in einem weiteren Essay, mit einem einschneidenden politischen Umbruch einhergehen muss:

“Können die Vereinigten Staaten den Aufstieg einer multipolaren Welt überleben? Die Frage ist absurd: Natürlich können sie das. Aber nicht ohne einen politischen Umbruch, der kurzfristig durch Inflation, Rezession und einen fallenden Aktienmarkt und schließlich durch die Forderung nach einer realistischen Strategie im Einklang mit dem tatsächlichen globalen Kräfteverhältnis ausgelöst wird. Die eigentliche Bedrohung liegt nicht so sehr in den Lebensmöglichkeiten des Landes, sondern in seinen politischen Eliten, die sich auf globale Finanzrenten und inländische Rüstungsaufträge stützen. Eine Welt, die sich von der ausschließlichen Abhängigkeit vom Dollar löst, wird dem US-Finanzwesen die Flügel stutzen. Eine multipolare Welt erfordert multilaterale Sicherheitsvereinbarungen, die mit dem derzeitigen Ausmaß der militärischen Machtprojektion der USA unvereinbar sind; mehr Geld für eine dysfunktionale Streitkräftestruktur wird das Land nicht sicherer machen und die Inflation verschlimmern. Andererseits würde ein niedrigerer Dollar dazu beitragen, die Selbstversorgung des Landes mit wichtigen Gütern wiederzubeleben, eine Industriestrategie kann den notwendigen Wiederaufbauprozess einleiten, während Investitionen in die Infrastruktur und neue Technologien die Auswirkungen der höheren Energiekosten ausgleichen können. Letztere sind auf jeden Fall notwendig, um den Klimawandel zu bekämpfen, so dass das, was für die kurzfristige Anpassung notwendig ist, ausnahmsweise mit dem übereinstimmt, was für das spätere Überleben notwendig ist. Multipolarität könnte also schlecht für die Oligarchie, aber gut für die Demokratie, die Nachhaltigkeit und den öffentlichen Zweck sein. Unter diesen Gesichtspunkten käme sie keinen Augenblick zu früh.”

Das sehen die Biden-Regierung und die US-Oligarchen derzeit aber noch anders und haben dazu mit einem Verteidigungsminister aus dem Aufsichtsrat des größten Raketenhersteller Raytheon den richtigen Mann auf Posten, um den lukrativen Ukraine-Krieg weiter in die Länge zu ziehen. Da Russland jetzt angekündigt hat, weitere Waffentransporte in die Ukraine als legitimes Angriffsziel zu betrachten, dürften die vor allem in Polen angelieferten NATO-Waffen die 600 – 800 Kilometer an die Front kaum heil überstehen und wenn doch nicht zu einer Wende, sondern nur zu der gewünschten Verlängerung des ungleichen Kampfs “bis zum letzten Ukrainer” beitragen.

Unterdessen wurde in  Russland am 3.Mai mit einer Executiv Order des Präsdidenten ein Beschluss gefaßt, der hierzulande bisher nur eine Kurznachricht im Deutschlandfunk wert war, obwohl sie das Land in den Ruin stürzen könnte.  Ab sofort wird der Handel mit Rohstoffen an “unfreundliche Nationen” untersagt, für die ähnlich wie für Öl und Gas auch mittelfristig kaum preisgünstige Alternativen aufzutreiben sein werden. Innerhalb von 10 Tagen sollen nun die Institutionen und Personen benannt werden, die von den Sanktionen betroffen sind und es wäre ein Wunder, wenn deutsche Unternehmen verschont bleiben. Bye bye “heiligs Blechle” kann man der einst stolzen und konkurrenzfähigen Autoindustrie dann nur hinterherrufen, wenn ihr Nickel, Titan und Eisen fehlen, und wenn das Neongas für die Chips ausgeht, sind auch fast alle anderen Branchen betroffen.

Dass die Therapie nicht mehr Schaden anrichten darf als die Krankheit – diese im Kampf gegen das “Killervirus” schwer mißachtete Gesetz muß auch bei diesem Kampf gegen nunmehr “Killerrussen” in Erinnerung gerufen werden. So wie Covid nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine schwere Grippewelle war und ist, so ist auch der russische “Befall” der Ukraine nichts anderes als eine der seit je kursierenden saisonalen Krankheiten der imperialen Mächte. Dass diese Infektion jetzt erstmals nicht von dem seit Jahrzehnten notorischen und tödlichen US-Erreger und seinen NATO-Varianten ausgelöst wurde, hat viele derart überrascht, dass sie ähnlich wie bei dem “neuartigen” Erreger Covid-19 zu völlig überzogenen, irrsinnigen Maßnahmen greifen. Wie dem versuchten ökonmischen Lockdown Russlands, der hier viel mehr Schaden anrichtet als dort. Und wie Waffenlieferungen in einen ungewinnbaren Krieg…

(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 22 (04.5.22)
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Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 22

Wir leben in einer bizzaren Welt, wenn die vernünftigste Rede zu den Waffenlieferungen im deutschen Bundestag vom Rechtsaußen Alexander Gauland (AfD) kommt, wenn die ehemals linke Friedenspartei der Grünen zur hemmungslosen Kriegstreiberin mutiert  und ein Vize-Chef der einst moderaten “Zeit” gegen den Russen auch einen Atomkrieg in Erwägung zieht. So kommt es dann auch,  dass das progressive Urgestein der USA, Noam Chomsky, die intellektuelle No-Fly-Zone durchbricht und zu der Ansicht kommen kann, dass es derzeit “nur einen westlichen Staatsmann von Statur” gibt, der eine diplomatische Lösung des Ukrainekriegs voranbringt, anstatt ihn anzuheizen und zu verlängern: “His name is Donald J.Trump”.
Was ist passiert, dass  die gefährlichen Irren von gestern sich heute in staatsmännische Vernunftmenschen verwandeln und vernünftige Liberale in schießwütige Irre ? Allein die etwa 5000  Zivilisten, die laut UN-Menschenrechtskommission in den ersten zwei Monaten der Ukraine-Invasion ums Leben gekommen sind, können es eigentlich nicht sein, wo das US-Bombardement der Irak-Invasion  schon in den ersten zwei Tagen 10.000 zivile Opfer hinterlassen hat, ohne dass sich hier irgendwer groß darüber empörte. Auch acht Jahre Beschuß der Ostukraine durch die Regierung in Kiew mit 13.000 zivilen Opfern hat hier niemanden aufgeregt. Und ein Wolodomyr Zelinskyi wollte diesen Krieg gegen alles Russische dringend beenden – “weil Ukrainer und Russen Brüder sind und sich verstehen, auch wenn sie eine andere Sprache sprechen” – bevor er sich als Präsidentendarsteller kaufen lies und ihn für NATOstan anheizte:

https://twitter.com/i/status/1520884255227744257

In der aktuellen Bizzarowelt, wo ein voll sympathischer Zeklinsky, der mit dem Porträt des Kriegsdienstverweigeres Muhamad “No Viet Cong ever called me nigger” Ali auf dem Hemd um Verständnis und brüderliche Völkerfreundschaft wirbt, plötzlich im olivgrünen T-Shirt aus dem Führerbunker Waffen anfordert und zum Krieg treibt –  da kann man es einem alten Mütterchen in der Ostukraine nicht verdenken, wenn sie die Militärfahrzeuge vor ihrem Haus, die Lebensmittel ausliefern, verwechselt. Sie kommt mit der alten sowjetischen Siegesfahne aus dem Haus und dankt Präsident Putin. Der ukrainische Soldat gibt ihr dennoch die Lebensmitteltüte, nimmt aber die Fahne und tritt darauf herum, was der Babuschka aber nicht gefällt – sie will die Fahne wieder, für die ihre Eltern gekämpft haben, und gibt die Lebensmittel zurück. Das Video und das Bild dieser Frau sind in Russland mittlerweile zur Ikone geworden ( Video auf yt über Einstellungen (unten rechts) mit deutschen Untertiteln ):

Dass nicht nur alte Mütterchen, sondern viele Russen ein Rollback in den großen vaterländischen Krieg empfinden ist weniger ein Produkt geschickter Propaganda, sondern hat mit der einhelligen Front zu tun, mit der es der Westen einmal mehr wirtschaftlich und militärisch auf Russland abgesehen hat. Da präemptiv dafür zu sorgen, dass in der Ukraine keine NATO-Waffen platziert werden, ist in den Augen einer großen Mehrheit angemessen.
Für die Russen ist dieser Krieg eine existenzielle Angelegenheit, für die Amerikaner nur einer Kriege und Regierungsstürze, die ihre Regierungen fern der Heimat in Permanenz führen. Oder wie im Fall der Ukraine von ihren Vasallen und Söldnern führen lassen. Jetzt auch – Adi lässt grüßen! – mit 88 Leopard-Panzern, was andeutet, dass nicht nur russische Babuschkas symbolisch in historischen Re-Enactments agieren, sondern auch die Wehrmacht entsprechend anrollt – und da die Bundeswehr für die Ausbildung der Leopard-Schützen sorgen will, dürften auch Hakenkreuz und Wolfsangel, die bevorzugten Tatoos der Asov-Brigaden, wieder mit am Start sein.  Ist hier – nach dem brühmten Satz von George Santayana “Wer die Geschichte nicht kennt ist verurteilt sie zu wiederholen”  – irgendwie ein “Stalingrad 2.0” in der Mache, diesmal mit einer Kesselschlacht am Donbass ?
Aus der Schulklasse meines Vaters, “Stalingrad-Jahrgang” 1922, haben nur 10 Prozent den Krieg überlebt und es ist ein krimineller Wahnsinn, so etwas jetzt mit Zehntausenden jungen Ukrainern zu wiederholen, denen aus dem Führerbunker in Washington befohlen wird,weiter zu kämpfen und in aussischtsloser Lage auszuharren. Ein Frontbericht von AFP über die Reste der 81. urkainischen Brigade, die 12 Kilometer zu Fuss flüchten mussten, weil sie keine Fahrzeuge mehr hatten, macht nicht nur den traurigen Zustand der Truppe sehr deutlich, sondern auch, dass mehr Waffen aus dem Westen hier so wenig helfen können wie vor 80 Jahren die “Operation Wintergewitter” den Eingeschlossenen in Stalingrad. Denn mit ukrainischen Siegesparolen auf Twittter können vielleicht Wahrnehmungs-Schlachten gewonnen werden, aber keine Kriege am Boden.
“Bislang haben die russischen Streitkräfte bei der Operation Z nur 12 % ihrer Soldaten, 10 % ihrer Kampfjets, 7 % ihrer Panzer, 5 % ihrer Raketen und 4 % ihrer Artillerie eingesetzt”, zitierte Pepe Escobar eine Twitter-Meldung ohne weitere Quellenangaben – was bei den im Nebel des Kriegs stets zweifelhaften Zahlenangaben angesichts der gesamten russischen Firepower als Schätzung aber durchaus realistisch sein könnte. Sicher ist auf jeden Fall, dass die russischen Streitkräfte keine Nachschubprobleme haben und bei Weitem nicht die Verluste, wie sie ukrainisches Material und Manpower Tag und Nacht erleiden, weil sie sich gegen die ständigen Raktenschläge nicht verteidigen können. Beim Lesen des oben zitierten AFP-Berichts über die erschöpfte und überforderte Truppe kam mir “Komm und sieh” von Elem Klimov(1985)  in den Sinn, der vielleicht erschütterndste, brutalste und wahrste Anti-Kriegsfilm überhaupt,  der morgen anstelle von “Brennpunkt Waffenlieferungen” zur besten Sendezeit in ARD und ZDF laufen müsste. Danach würden es definitiv keine 70 Prozent der Bevölkerung mehr für eine gute Idee halten,  ausgerechnet aus Deutschland schwere Waffen gegen Russland zu schicken – aber eben deswegen läuft so etwas dort selbstverständlich nicht. Mit starken Nerven (und englischen Untertiteln) können Sie den Film auf YouTube anschauen.

Nachdem am 3. Mai ein wahrer Regen von Präzisionsraketen auf Depots und Militäreinrichtungen in der gesamten Ukraine niederging, werden dazu in unseren Medien garantiert wieder “Experten” melden, dass Russland jetzt aber sicher die Rakten ausgehen – Meldungen, die nur dazu beitragen, den aussichtslosen Krieg zu verlängern mitsamt der Schlachtbank, auf der die armen Schweine in den Schützengräben geschlachtet werden, statt ihre Leben zu retten – mit einer weißen Fahne. Es ist ein mörderisches Verbrechen, den Präsidenten Zelenski weiter Sieges,-und Durchhalteparolen verbreiten zu lassen, die er selbst nicht glaubt, und die westlichen Medienkonsumenten weiter mit  faktenfreier Propaganda über eine bevorstehende russische Niederlage zu  füttern. Denn die wird nicht kommen, genausowenig wie der ökonomische Zusammenbruch Russlands. Auch wenn dem exzeptionalistischen Amerika und seinen europäischen Vasallen das Eingeständnis schwer fallen wird: ihre Strategien im Wirtschaftskrieg sind gescheitert, militärisch können sie die Ukraine nicht zurückgewinnen und von ihrem eigentlichen Kriegsziel – regime change in Moskau – sind sie weiter entfernt als je. Die spanische Zeitung El Manifesto hat gerade die neuesten Umfragedaten veröffentlicht:

Die folgenden Daten stammen vom Levada Center, einer unabhängigen russischen Organisation, die alles andere als “Putinistisch” ist. Sie ist so wenig “Putinistisch”, dass sie sogar in die von Freedom House veröffentlichte Liste der unabhängigen Analysezentren in Europa aufgenommen wurde.
Die Daten dieser Umfragen sind eine weitere Bestätigung dafür, dass die politische und militärische Strategie des Westens gegen Russland (eine Strategie, die sogar russische Schriftsteller, Künstler und Sportler bestraft) nicht nur zu einer Barbarisierung des politischen und sozialen Lebens des Westens selbst führt, sondern auch als eine Art schrecklicher politischer und wirtschaftlicher Bumerang wirkt – sie bewirkt das Gegenteil von dem, was von den Befürwortern einer solchen Strategie gewünscht wird.

Dies sind die Ergebnisse der Levada-Center-Umfragen vom März 2022:

 – Im Vergleich zum Februar stieg die Zustimmung für den Präsidenten von 71 % auf 83 %. Die Zustimmung zu seiner Regierung stieg von 55 % auf 70 %. Die Zustimmung für den Premierminister stieg von 60 % auf 71 %. Die Zustimmung zu “Einiges Russland” [Putins politische Partei] stieg von 39 % auf 54 %.

– 69 % der Russen (52 % im Februar) sind der Meinung, dass sich das Land in die richtige Richtung bewegt, während die Zahl derer, die anderer Meinung sind, von 38 % auf 22 % gesunken ist.

– Nach Putin (44 % Vertrauen) sind die beliebtesten Politiker (mit 15 %) Sergej Schoigu, Wladimir Schirinowski, Michail Mischustin und Sergej Lawrow.

– 64 % der Russen (43 % der jungen Menschen) verfolgen den Ukraine-Konflikt mit Interesse.
81 % (71 % der Jugendlichen) unterstützen die Militäroperation, 14 % sind gegen sie.
Konkret sind 89 % derjenigen, die Putins Politik gutheißen, für die Militäroperation, während 32 % von ihnen sie ablehnen.

– Die Verurteilung des Krieges durch andere Länder wird mit Gehorsam gegenüber den Vereinigten Staaten (36 %), Fehlinformationen in den westlichen Medien (29 %), Vorurteilen gegenüber Russland (27 %), Verletzung des Völkerrechts durch Russland (16 %), Angst vor einer russischen Invasion (15 %) und Empörung über das russische Vorgehen (12 %) begründet. Unter jungen Menschen überwiegen die letzten drei Optionen.

 – 53 % der Russen (40 % der Moskauer) machen sich keine Sorgen wegen der Sanktionen.
69 % verspüren keine Probleme wegen der Sanktionen.”

Der Plan, den Russen 400 Milliarden Währungsreserven zu stehlen um den Rubel zu entwerten, den Oligarchen ihre Yachten, Villen und Konten in den Steueroasen zu sperren und zu hoffen, dass diese dann samt der verarmten Bevölkerung Putin vertreiben, war im besten Fall naiv. Außer NATOstan (i.e. ca 15% der Welt) macht bei dem Sanktionszirkus gegen Russland niemand richtig mit und der Energie-Bumerang ist schon auf dem Rückflug nach Europa, wo nur Traumtänzer noch in der Illusion schwelgen, von heute auf morgen auf die Hälfte ihres Energiebedarfs verzichten zu können ohne ins prä-industrielle Mittelalter zurückzufallen. Wir hatten hier schon vor der Invasion die Frage gestellt, wer ein Ende der russischen Energieliegerungen wohl länger aushält: “die russische Außenhandelsbilanz oder Industrie und Haushalte im Westen?” Um die mittlerweile gallopierende Inflation zu kontern würde ich gerne ein paar Wettgewinne einstreichen, wenn jemand einen Broker weiß, wo man auf diese “Pferde” setzen kann, wäre ich für einen Tipp dankbar….

(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -21(1.5.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 20 (27.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -19 (25.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -18 (23.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 17 (20.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 16 (17.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15 (14.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14 (11.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 13 (8.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -12 (6.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -11(4.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -10 (31.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 9  (28.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -21

Während die Grand Dame europäischer Inkompetenz noch davor warnte, russisches Gas in Rubel zu bezahlen und ein sechstes Paket von EU-Sanktionen ankündigte, hat Italiens größter Energiekonzern Eni angekündigt, ein Konto in Russland zu eröffnen, um seinen Zahlungspflichten weiter nachkommen zu können. Auch weitere europäische Länder sind der Aufforderung Russlands schon gefolgt und zahlen den Rechnungsbetrag bei der Gazprom-Bank in Russland ein, die ihre Euro in Rubel wechselt und an Gazprom weiterreicht. Eigentlich sehr simpel, völlig transparent und überhaupt kein Problem. Dass es jetzt aber eines ist und Ursula von der Leyen von “Erpressung” spricht, hat wenig mit russischer Boshaftigkeit, sondern vor allem mit europäischer Inkompetenz und Dummheit zu tun. Um deren abgrundtiefe Bodenlosigkeit zu ermessen, müssen wir uns die phantastische Erfindung anschauen, mit der sie Russland in den Ruin treiben wollten: den Schrödinger-Euro.

“Schrödingers Katze” hat als Metapher für die Paradoxa der Quantenpartikel große Berühmtheit erlangt. Der Quantenzustand kann entweder als Teilchen oder als Welle betimmt werden, was sie “eigentlich” sind, entscheidet sich erst im Moment der Beobachtung, So verhält es sich auch mit dem Zustand einer Katze, die Erwin Schrödinger sinnbildlich in eine Kiste sperrte, in der ein zerfallender Atomkern und ein Geigerzähler ein Giftgas auslösen. Weil wir nicht genau sagen können, wie schnell der Zerfall läuft und sich Teilchen und Wellen-Zustand überlagern und sich erst im Beobachtungsmoment ein bestimmter Zustand manifestiert, befände sich auch die Katze in einem Zustand zwischen tot und lebendig, wäre  sowohl tot wie gleichzeitig lebendig, bis wir mit dem Öffnen der Kiste durch die Beobachtung eine Entscheidung herbeiführen. https://dxczjjuegupb.cloudfront.net/wp-content/uploads/2022/04/pbs-space-time-or-does-quantum-immortality-save-sch.jpeg
Weil ein solcher Zwischenzustand in der makroskopischen Welt unmöglich ist, sind die Gesetze der Quantenwelt nicht auf die materielle, dingliche Welt übertragbar bzw. nur um den Preis unmöglicher, unwirklicher Paradoxa. Diese aus der Katzengeschichte des Nobelpreisträgers Schrödinger  abzuleitende Regel hat unterdessen die Sanktions-Heroen der EU nicht abgehalten, ein solches Paradoxon zu schaffen und auf seiner realen Existenz bestehen. Sie haben 400 Milliarden russsicher Währunsgreserven “eingefroren” (vulgo: beschlagnahmt, gestohlen), die russischen Banken aus dem internationalen Zahlungsverkehr verbannt und wollen gleichzeitige ihre dringend benötigten Rohstoffe aus Russland mit Euros zahlen – die allerdings nichts mehr anderes sind als Schrödinger-Euros. Weder tot, noch lebendig oder beides gleichzeitig, doch in jedem Fall unbrauchbar für den Zahlungsempfänger, den man die Kiste nicht öffnen läßt. Jorge Vilches hat in seiner Kolumne erklärt wie das funktioniert:

 

Zur Verdeutlichung: Das wäre so, als würden Sie an der Kasse eines beliebigen Geschäfts mit einem Foto einer vollständig versiegelten Schachtel, die angeblich “Geld” enthält und die Sie ungeöffnet zu Hause aufbewahren, so lange Sie wollen, so tun als würden Sie “bezahlen”. Erlauben Sie mir, die EU-Trickserei in Laiensprache zu erklären: In der Vergangenheit wurden russische Importe durch ganz gewöhnliche Überweisungen auf Konten russischer Exporteure bei EU-Banken bezahlt. Jetzt hat die EU-Führung angeordnet, dass solche Überweisungen sofort nach ihrem Eingang eingefroren werden, damit Russland – oder auch jeder andere – diese Euro nicht verwenden kann.
Die Europäische Zentralbank “druckt” nun also Euros mit einer Tastatur zu 100 % kostenlos und überweist diese Euros dann auf die Bankkonten der russischen Exporteure in der EU, obwohl sie nun “eingefroren” sind. Russland kommt also nie in den Genuss solcher Euro – die in Wirklichkeit nie das Licht der Welt erblicken – und dementsprechend sind sie in keiner Weise inflationär, da auch niemand sonst sie verwenden kann. Indem die EU also in keiner Weise in die Wirtschaft eingreift, überlistet sie Himmel und Erde und kann russische Produkte kostenlos importieren.
Leicht zu erkennen? Es  ist ein “Drucken & Hinterlegen + Einfrieren & Verstecken”-Trick, bei dem man erwartet, dass die Russen darauf hereinfallen… als ob sie Kinder wären.
Jetzt höre ich natürlich die verantwortlichen Verrückten argumentieren, dass dies nur “vorübergehend” wäre – natürlich – und dass, sobald Russland unter “akzeptablen” Bedingungen aus der Ukraine herauskommt – natürlich, wieder einmal – alles zum Yankee-Doodle-Normalzustand zurückkehren wird. Hier  kommt der “Schrödinger-Euro” ins Spiel, bei dem das hypothetische “Geld” als gleichzeitig existent und nicht existent betrachtet werden sollte… a-la-EU.
Im heutigen kommerziellen Umfeld würde nur ein Narr eine Schrödinger-Zahlung für irgendetwas akzeptieren – nicht einmal für Kaugummi – und sollte als der kindischste Vorschlag betrachtet werden, der jemals in der Geschichte des Handels gemacht wurde. Er ist sowohl naiv als auch eine sichtbare Beleidigung durch unreife Wunschdenker, die versuchen, dem Gesetz der finanziellen Schwerkraft zu trotzen, indem sie immer tiefer in ihre selbstgeschaffene Schlammgrube sinken.

Wir wissen nicht, wer unsere zur EU-Herrenreiterin aufgestiegene ehemalige “Panzer-Uschi” mittlerweile berät, klar scheint aber, das ihre Berater in Sachen Sanktionen mindestens so unterbelichtet sind wie es ihr üppig dotierter Beraterstab in Sachen Bundeswehr war. Und klar ist auch, dass es sich mit von der Leyens Rede von einer “Erpressung” durch Russland genau umgekehrt verhält, weil die Erpresser und Diebe der russischen Devisenreserven im Westen beheimatet sind – und jetzt mit ihrem Monopoly-Spielgeld auch noch für lau die dringend benötigten Rohstoffe abgreifen wollten.
Dabei geht es nicht um Peanuts, die Belieferung der EU mit russischem Gas und Öl schlägt mit 400 Millionen Euro zu Buche – pro Tag! –  von denen die Gaga-Strategen in Brüssel  scheinbar tatsächlich hofften, sie mit ihren hypothetischen Schrödinger-Euros zu begleichen. Sonst hätte ihnen die Kinnlade nach Putins Schachzug “Gas nur noch gegen Rubel(oder Gold)” nicht so dämlich erstaunt fallen können, dass sie unisono “auf gar keinen Fall” blökten. Und von “Vertragbruch” faselten, wo sie doch selbst mit ihrem Devisendiebstahl  zuerst nicht nur Verträge gebrochen, sondern auch alle Regeln des ökonomischen Anstands für nichtig erklärt und einen totalen Wirtschaftskrieg eröffnet hatten.
Weil aber Europa nicht auf Russland verzichten kann, Russland aber durchaus auf Europa, und Deutschland vor allen anderen auf absehbare Zeit auf russische Hydrocarbone angewiesen ist, werden alsbald alle brav die Rubel rollen lassen,  nachdem diese auf ihrem neuen russischen Konto aus ihren Einzahlungen gewechselt wurden. Dass dieser Umtausch zu einem immer schlechteren Kurs erfolgt, weil der Euro seit Wochen gegenüber dem Rubel fällt und mittlerweile  weniger wert ist als vor zwei Jahren , zeigt schon deutlich den Bumerang-Effekt der Sanktionen, die Europa mehr schaden als Russland – und wer außer der Ukraine der eigentliche Verlierer dieses Kriegs sein wird: nicht die USA und Russland, sondern Deutschland und Europa.

Willkommen im alten anglo-amerikanischen Great Game, ein Zusammenwachsen der “Weltinsel” – Europa und Asien – um jeden Preis zu  verhindern, weshalb ein “Sieg” für die durchgeknallte britische Außenministerin Liz Truss ein “strategischer Imperativ” ist. Sie will tatsächlich  – Operation “Barbierossa” ?   – “Russland aus der ganzen  Ukraine verdrängen” und fordert über ihren Thinktank die Deutschen auf, kein Öl mehr aus Russland zu kaufen:  “Berlin ist der größte Käufer russischer fossiler Brennstoffe”, sagte Bernice Lee, Forschungsdirektorin beim Thinktank Chatham House, dem Guardian. “Die Welt erwartet von Deutschland, dass es Stärke und Entschlossenheit gegenüber Russland demonstriert, aber stattdessen finanziert es den Krieg und blockiert ein europäisches Embargo gegen russisches Öl.” Dass Energieminster Habeck in “dienender Führungsrolle” mittlerweile verkündet hat, ein Ölembargo nicht mehr zu blockieren, löst das Problem allerdings nicht, denn wie beim Rubel sitzen auch beim Öl die Sanktions-Strategen in der Falle: seit der Invasion haben sich Russlands Einnahmen mit fossilen Rohstoffen schon fast verdoppelt. Ein Embargo durch NATOstan würde die Preise weiter steigen lassen und Russland in die Lage versetzen, dem Rest der Welt seine begehrten Rohstoffe zu günstigeren Konditionen zu verkaufen, als der Westen sie für “Petro-Dollar” bieten kann.
Was wir hier sehen, ist das neue, multipolare globale Finanz-und Handeslsystem im Embryonalstadium, mit einer rohstoff,- und goldgedeckten neuen Währung, mit einer Alternative zu SWIFT für den internationalen Zahlungsverkehr und einer hohen Attraktivität für den gesamten globalen Süden, d.h. für über 80 % der Weltbevölkerung. Es ist der Anfang vom Ende der unipolaren Hegemonie der USA, des US-Dollars als Weltreservewährung und der “Globalisierung” wie wir sie kannten – sowie vom Ende der militärischen Supermacht USA und ihrer Doktrin einer “Full Spectrum Dominance” des Planeten.

Letztere ist wegen der hypersonischen Raketen Russlands ohnehin schon beendet und in einer Rede am 27. April hat Wladimir Putin noch einmal deutlich vor weiteren Provokationen gewarnt, die ihren Einsatz herausfordern könnten:  “Ich möchte noch einmal betonen, dass, wenn jemand die Absicht hat, sich von außen in das Geschehen einzumischen und Drohungen strategischer Art ausspricht, die für Russland nicht akzeptabel sind, er wissen sollte, dass unsere Vergeltungsschläge blitzschnell sein werden. Wir haben alle Instrumente dafür. Solche, mit denen sich jetzt niemand rühmen kann. Und wir werden nicht damit prahlen. Wir werden sie einsetzen, wenn es nötig ist. Und ich möchte, dass jeder darüber Bescheid weiß – wir haben alle Entscheidungen in dieser Angelegenheit getroffen.”
Es sollte niemand darauf setzen, dass Russland blufft – zumal wenn er so nackt dasteht wie NATOstan mit seinen 800 US-Stützpunkten rund um die Welt und seinen Regierungsgebäuden und Waffendepots, die nicht verteidigt werden können gegen Kinzhal,- Zirkhon,- und Sarmat-Raketen. Und wir reden hier nicht von Nuklearkrieg, sondern von konventionellen Salven mit bunkerbrechender Sprengkraft: aufs Pentagon, auf die Rammstein-Zentrale und aufs Dach des Ministeriums der kriegsgeilen Liz Truss zum Beispiel. Was wäre los, wenn Russland mit kurzer Vorwarnung zur Zivilisten-Evakuierung solche Anschläge morgen durchführen würde ? Wenn Washington und London nicht mit Nuklear-Raketen auf Russland antworten, weil ihnen im Gegenzug blitzschnell dasselbe droht – was einen schon im Syrienkrieg für “Die Zeit” zum Krieg trommelnden Sesselpupser im Gasgewitter nicht abhält, das Risiko doch ruhig mal einzugehen:

Wie würde NATOstan, wo solche suizidalen  Laptop-Bomber gottseidank nicht das Sagen haben, konventionell auf solche russischen Anschläge reagieren ? Wenn immer mehr Waffen für den Kampf bis zum letzten Ukrainer nicht reichen und alle Sanktionen nach hinten losgehen – schicken wir dann die Bundeswehr an die Front, um die Krim und das Donbass zurückzuerobern ? Also “Stalingrad 2.0” nicht mehr als lokaler Nachbarschaftskrieg, sondern als großes europäisches Massenschlachten ?   Mit Deutschland einmal mehr mittenmang, wie der Pentagon-Sprecher Kirby gestern ankündigte:  “The United States has begun training the Ukrainian armed forces to use key weapons at US military bases in Germany.” Willkommen im Fadenkreuz kann man da nur sagen – und es  im Zusammenhang mit der Warnung vor “blitzschnellen” Antworten mit Pepe Escobar so übersetzen:
“Die ständigen Provokationen können dazu führen, dass Herr Kinzhal, Herr Zircon und Herr Sarmat gezwungen werden, ihre Visitenkarten in ausgewählten westlichen Breitengraden zu präsentieren, auch ohne offizielle Einladung.”
(wird fortgesetzt)

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3 JT 77: Panzer marsch!

Die Eskalationsspirale dreht sich immer weiter. Inzwischen liefert auch Deutschland schwere Waffen.
Und der ukrainische Präsident bedroht Oppositionelle. Russland hat die ersten Gaslieferungen in die EU eingestellt und der Rubel steigt und steigt. Was kommt da auf uns zu? Außerdem: Was gibt es Neues vom Auslieferungsprozess gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange? Über all das und mehr berichten Robert Fleischer, Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers in der 77. Ausgabe des 3. Jahrtausends!