Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 20


(Hinweis: Facebook hat das obenstehende Foto gelöscht, da “unabhängige Faktenprüfer” es als Fake entlarvt hätten. Ich kann die Echtheit nicht beurteilen, würde russischen Militär-Truckern auch nicht jeden Humor absprechen.)

Hatte Russland bei seiner “Operation Z” – mittelerweile wg. Buchstabenverboten im Westen praktischerweise auf  A-Z umgetauft – in der Ukraine auf die Zerstörung von ziviler Infrastruktur bisher weitegehend verzichtet, sind seit dem vergangenen Wochenende wichtige Eisenbahn-Knotenpunkte  und Umspannwerke zum Ziel von Raketenangriffen geworden. Der bisher noch über Bahnlinien noch mögliche Nachschub der im Osten konzentrierten Truppen wird dadurch weiter erschwert und was an “schweren” NATO-Waffen im Westen ankommt, staut sich dort in Depots – die, wenn sich nicht von russischen Präzisionsraketen zerstört werden, wie schon mehrfach geschehen, dem schwarzen Loch des ukranischen Waffenhandels anheimfallen und irgendwo in Afrika, im Nahen Osten oder anderswo wieder auftauchen, wo für Stinger, Javelin & Co. gutes Geld gezahlt wird. Auch für die ausrangierten Leopard 1 und den Flak-Panzer Gepard, die Deutschland jetzt  der Ukraine verkaufen will, besteht anderswo Bedarf wenn sie an der Front nicht ankommen.
Dass in NATOstan nach wie vor große Kriegseuphorie herrscht und “Experten” und Ex-Generäle in Funk und Fernsehen versichern, dass ein paar Panzer und Haubitzen mehr “den Krieg entscheiden” könnten, hat mit der Realität am Boden eher wenig zu tun, und sehr viel mehr mit dem hier schon oft zitierten Diktum von Karl Kraus zum 1. Weltkrieg: “Wie wird die Welt regiert und in den Krieg geführt? Diplomaten belügen Journalisten und glauben es, wenn sie’s lesen”.
Und so holt der britische Verteidigungsminister Wallace mal eben 15.000 russische Gefallene und 500 Panzer aus dem Hut, die bis dato keinem Menschen aufgefallen sind, sonst wären sie auf den Social Media längst viral gegangen. Es wird einfach gelogen wie gedruckt. Und zwar von denselben,  die uns die “Massenvernichtungswaffen” im Irak, das “Giftgas” in Syrien, die “Befreiung” Libyens  und den 20 Jahre anhaltenden “Sieg” in Afghanistan angedreht haben… aber dieses Mal – großes Indianer:innen-Ehrenwort  – geht alles mit rechten Dingen zu. Und  es ist ja wohl offensichtlich, dass unsere Freiheit statt “am Hindukusch” jetzt am Donbass bis zum letzten Ukrainer verteidigt werden muss, weil bei uns sonst Saddam Husseins Raketen “in 45 Minuten”…ääh… Bin Laden und sein Al Qaida Terror…ääh, natürlich Putin und seine brutalen Russenhorden… unsere Fußgängerzonen in die Luft jagen und Babys vergewaltigen. Da kann man nicht mehr wegschauen und untätig bleiben… Panzer, Raketen, Bomben…Hauptsache irgendwas…
So ungefähr liest und hört es sich derzeit an, was einem aus dem westlichen Medienwald entgegendröhnt. „Die Ukraine glaubt eindeutig daran, dass sie gewinnen kann, und alle hier glauben das auch“, betonte der US-Verteidigungsminister beim heutigen NATOstan-Treffen in Rammstein. Woher die Gemeinschaft der Gläubigen ihre Zuversicht holt ist unklar, historisch bekannt hingegen ist, dass  Niederlagen nicht mehr weit sind, wenn unbedingtes “Glauben an den Endsieg” beschworen wird. Dass Deutschland ukrainische Truppen an den neuen Gerätschaften ausbilden will bevor sie an die Front verlegt werden, dies aber keinesfalls als Kriegsbeteiligung verstanden wissen will, zeugt ebenfalls von hoher Glaubensfestigkeit, dass die Russen schon nicht  den Gashahn abdrehen werden, wenns ihnen zuviel wird mit der Safari deutscher Leoparden und Geparden vor ihrer Haustür. Wobei: die aktuelle Abschussliste steht am 26.4. bei  “2,576 tanks and other armored combat vehicles”, hundert Panzer mehr sind da nicht spielentscheidend. Allerdings hat Außenminister Lavrov angekündigt, dass man  auch den Transport schweren Geräts in die Ukraine als feindlichen Akt betrachtet. “Wenn die Nato über einen Stellvertreter de facto in einen Krieg mit Russland tritt und diesen Stellvertreter bewaffnet, dann tut man im Krieg, was man im Krieg tun muss.”
Es sollte sich also niemand wundern, wenn dann alsbald ein Bahnhof in Polen oder einem anderen Ukraine-Anrainer unfreundlichen Besuch von Kinzhal bekommt, was natürlich den Bündnisfall bedeuten würde und NATOstan zeigen müsste, was es militärisch drauf hat um diese “Regionalmacht mit Tankstelle” (Barack Obama) in die Schranken zu weisen. Niemand kann sich das wünschen, weil damit ein nukleares Armageddon droht, aber dann sollte auch niemand weiter an der Eskalationsschraube drehen, um es dazu kommen zu lassen. Wenn in den Regierungen und Komissionen Europas noch irgendwelche Erwachsenen eingreifen können, sollten sie das dringend tun.
Und das nicht nur was Waffen, sondern auch was den Wirtschaftskrieg betrifft, mit dem die deutsche Außenministerin “Russland ruinieren” will –  eine Idee, auf die nur kommen kann, wer wie unsere Völkerballexpertin in Erdkunde offenbar nicht richtig aufgepasst hat:

Wie das ZDF berichtet, muss “Deutschland bis 2030 für russisches Erdgas selbst dann bezahlen, wenn das Gas nicht mehr importiert wird. Grund dafür sind sogenannte Langfristverträge mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren, die deutsche Unternehmen mit dem russischen Konzern GAZPROM abgeschlossen haben. Das zeigen frontal-Recherchen. Insgesamt geht es um mehr als 140 Milliarden Euro.”

Dass BASF, der größte Chemie-Standort Europas, langfristige Verträge macht um günstige Energie für seine Produktion zu sichern, macht zwar betriebswirtschaftlich absolut Sinn, läuft aber unter der ZDF-Headline “Die Gier nach russischen Gas”, was ebenfalls von Erdkundeschwäche zeugt, denn ohne russisches Gas kann BASF den Laden dicht machen. Während Robert Habeck in  seiner “dienenden Führungsrolle” gegenüber den USA verkündet, “in wenigen Tagen” zu einem Ölembargo bereit zu sein,  sieht sich Brandenburgs Ministerpräsident noch eher als Diener seiner eigenen Bevölkerung und warnt: “Wenn gelegentlich von drei Millionen zusätzlichen Arbeitslosen geschrieben wird, falls kein Gas und Erdöl mehr aus Russland geliefert wird, so halte ich das für eine Untertreibung. Wir müssen davon ausgehen, dass ein Lieferstopp sofort Auswirkungen auf jeden einzelnen Haushalt in Deutschland hätte.”

Polen und Bulgarien kommen seit heute als erste in den Genuss einer “russenreinen” Energieversorgung, nachdem Gazprom die Lieferungen durch die Jamal-Pipeline gestoppt hat. Sie werden damit zu den ersten Experimentierfeldern, auf denen Europa sich ohne Energie aus dem Osten künftig durchschlagen will und können einen kleinen Vorgeschmack darauf liefern, wenn “Nordstream-1” und damit Deutschland ebenfalls abgeklemmt werden. Aber, “keine Panik”,  verkündet die FAZ,  weil so ” kommt Deutschland schneller damit voran, sich von russischen Rohstofflieferungen unabhängig zu machen.” Sorgen über  einen “veheerenden Schaden” der Volkswirtschaft müssen wir uns keine machen, denn “Ökonomen schätzen”, dass nur  “bis zu 6 Prozent der Wirtschaftsleistung verloren gehen.” Na dann ist ja alles halb so wild… und diese Top-Ökonomen haben den Nobelpreis schon sicher: ihr Konzept einer Industriegesellschaft, die trotz Ausbleiben von 40% der Energie (die Europa aus Russland bezieht)  mit 94% wirtschaftlicher Leistungskraft weiter brummt, dürfte weltweit gefragt sein.

Unterdessen wird gemeldet, dass Deutschland nun doch kein Leos, sondern nur Flugabwehrpanzer “Gepard” lieferen will, weil die, so Verteidigungsminsterin Lambrecht, “genau das sind was die Ukraine jetzt braucht um den Luftraum zu sichern.” Dafür holte sie sich in Rammstein von ihrem US-Kollegen brav ein  Lob ab und brachte ihren Kanzler aus der Schußlinie, der sich jetzt nicht mehr nachsagen lassen muss, dass er keine schweren Waffen liefern will. Wenn es Olaf Scholz ist, der in der Ampelregierung in Sachen Waffenlieferungen auf der Bremse steht, wie mir ein Mitarbeiter unlängst versicherte, dann hat er mit diesem Coup seine kriegsgeilen Koalitionären ein cleveres Schnippchen geschlagen. So sieht es auch Bernhard vom Blog “MoonOfAlabama”, der den Oldtimer noch aus seiner Bundeswehrzeit kennt :

“Dass Scholz sich entschlossen hat, diese anzubieten, statt echter Panzer oder Schützenpanzer, wie es die USA und die camouflage-grüne Partei forderten, ist ein schöner Ausweg. Er garantiert, dass die Ukrainer sie nicht vor Kriegsende einsetzen können. Das Gepard-System mit seinen zwei 35-mm-Kanonen ist mehr als 50 Jahre alt, wurde aber zwei- oder dreimal aufgerüstet. Die Bundeswehr hat ihr letztes Exemplar im Jahr 2010 ausgemustert. Seitdem sind sie eingelagert. Ich kenne sie noch gut aus meiner Zeit bei der Bundeswehr. Während ich in erster Linie als Richtschütze auf einem echten Panzer, dem Leopard 1A3, ausgebildet wurde, wurden zwei Leute, die ich kannte, als Richtschützen für den Gepard ausgebildet. Es gab jedoch einen großen Unterschied. Man brauchte 6 Monate Ausbildung, um ein einigermaßen guter Panzerschütze zu werden. Um Schütze auf einem Gepard zu werden, brauchte man 12 Monate, einschließlich Hunderter von Stunden in einem Simulator. Für die Rolle des Kommandanten war sogar noch mehr Ausbildung erforderlich. (…)
In der heutigen Bundeswehr gibt es wahrscheinlich weniger als zehn Personen, die noch wissen, wie man einen Gepard bedient und wartet. Die Chancen, deutsche Besatzungen für sie zu finden, sind also gering. Wenn die Ukrainer diese veralteten Systeme wirklich einsetzen wollen, müssen sie mindestens ein Jahr lang neue Besatzungen ausbilden. Andernfalls werden diese Geschütze ineffektiv und von geringem Nutzen sein.Ich vermute jedoch, dass keines dieser Geschütze jemals ausgeliefert werden wird. Dafür haben die Schweizer gesorgt, die die Kanonen und deren Munition hergestellt haben:
“Die neutrale Schweiz hat ein Veto gegen die Wiederausfuhr von in der Schweiz hergestellter Munition für die Gepard-Flugabwehrpanzer eingelegt, die Deutschland an die Ukraine liefert, wie die Regierung am Dienstag mitteilte.(…)Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) bestätigte einen Bericht des Senders SRF, wonach es Deutschland daran gehindert habe, Munition für den Gepard-Panzer in die Ukraine zu liefern.”
Bundeskanzler Scholz dürfte das alles gewusst haben. Das Angebot der Gepards ist ein sicheres Mittel, um den auf ihn ausgeübten Druck, Waffen in die Ukraine zu liefern, zu mindern. Es ist ein Angebot für ein System, das innerhalb des Zeitrahmens des Krieges nicht eingesetzt werden kann und für daser die notwendige Spezialmunition nicht liefern kann.”

(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -19 (27.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -18 (25.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 17 (20.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 16 (17.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15 (14.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14 (11.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 13 (8.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -12 (6.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -11(4.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -10 (31.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 9  (28.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 7 (24.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 6 (22.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 4 (18.03,22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 3 (16.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -19

Dank der hervorragenden und vorauschauenden Führung der Europäischen Union und ihres kompetenten Spitzenpersonals haben die Energiepreise in Europa mittlerweile zwar schon schwindelerregnde Höhen erreicht (55% Preissteigerung im März, 591% im Jahresvergleich) doch da die EU-Bürokraten ebenso wie NATOstan nicht davon ablassen wollen, die “Freiheit des Westens” in der korrupten Oligarchenrepublik Ukraine zu verteidigen, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Was das für Deutschland – die einstige “Lokomotive” der europäischen Industrie und schon jetzt mit den höchsten Strompreisen in der EU belastet – bedeutet, kann sich jeder mit einem IQ über Bordsteinkante ausrechnen: die wichtigsten, energieaufwendigen  Exportgüter – Autos, Maschinen und Chemieerzeugnisse – werden teurer und weniger konkurrenzfähig, die Wirtschaft und mit ihr das Land gehen den Bach runter. Willkommen in der verarmten Kolonie des US-Imperiums, die sich in einen idiotischen Krieg mit Russland hineinziehen lies und sich selbst ihre Energieadern kappte.

Dass eine solche Zukunft sehr schnell eintreten könnte, wenn kein russisches Gas mehr kommt, dämmert mittlerweile auch  den Executives in Brüssel, weshalb sie an die EU-Mitgliedsstaaten einen Handzettel mit Leitlinien verschickt haben, wie man in Russland weiter Hydrocarbone gegen Rubel einkaufen kann, ohne gegen die Sanktionen zu verstossen. Zwar stellt sich der Sprecher der EU-Kommission noch auf die Hinterbeine und sagte, “dass Unternehmen der russischen Forderung nicht nachgeben sollten”, doch zeigt der Eiertanz sehr klar, dass sich EU  und G-7, die vor vier Wochen die Rubelforderung Russlands noch als unanehmbar ablehnten, der neuen Realität anpassen müssen. Die Versprechen, Ende des Jahres “unabhängig” von russischem Gas zu werden, entsprechen dem BlaBla eines Junkies, der Weihnachten garantiert clean sein will  bis dahin aber weiter seinen täglichen Schuß braucht. Auch in den exzeptionalistischen Vereinigten Staaten wurde mittlerweile registriert, das man sich mit dem Energie-Embargo eher  ins eigene Knie schießt, als Russland wirklich schadet, das durch den Boykott mengenmäßig vielleicht weniger verkauft doch dank der Windfallprofits hoher Öl,-und Gaspreise geldmäßig mehr einnimmt. Dumm gelaufen.

Wir hatten hier schon öfter angemerkt, dass Amerika mit seinen traditionellen Monopoly-Methoden nicht mehr weiterkommt, weil Russland Schach spielt, was sowohl für das militärische  Schlachtfeld in der Ukraine gilt wie auch für den globalen Wirtschaftskrieg gilt. Dass die Zentrakbanken in New York und London 400 Milliarden Dollar russischer Währungsreserven  vor zwei Monaten “eingefroren” (= gestohlen) haben, um damit den Rubel in die Knie zu zwingen, hat Russland mit dem Zug “Gas nur noch gegen Rubel (oder Gold)” gekontert, mit dem Ergebnis, dass der Rubel heute besser dasteht als vor einem Jahr – Tendenz: weiter steigend. Schon meldet die russische Zentralbank, dass auch der Rauswurf aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT für den Westen nach hinten loszugehen droht: an die Alternative SFPS sind mittlerweile schon 300 Unternehmen aus 12 Ländern angeschlossen. Unterdessen sagen die  Wall Street Gurus für den Westen jetzt  zweistellige Inflationsraten auf Dauer voraus und die Finanz-Analysten von Goldman Sachs dem Dollar als dominierende Währung im Welthandel einen änlichen Niedergang wie dem Britischen Pfund zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Willkommen am Ende des amerikanischen Imperiums, das nach zwei Weltkriegen in Europa durch den Dollar das Pfund als “Weltwährung” ablösen konnt, aber mit dem Niedergang des Petro-Dollars und dem Aufstieg des Gas-Rubels sein globales Finanzmonopol verlor.

Sich als globaler Rüstungsriese (NATOstan) mit dem Rohstoffriesen (Russland) und dem Produktionsriesen (China) der Erde anzulegen, zumal wenn man militärisch jederzeit tödlich tödlich verwundbar ist, ist eine gefährliche Idiotie. Vorallem wenn man – wie aktuell in der Ukraine zu sehen –  keinen Plan B hat, wenn der Plan A  nicht aufgeht, weil sich Russland mit Sanktionen nicht in die Knie zwingen läßt. Und auch nicht mit weiteren Waffenlieferungen, die ohnehin, wie vorgestern wieder ein großes  Depot bei Odessa, zerstört werden bevor sie zum Einsatz kommen. Dass eine  Verdopplung der EU-Militärhilfe dazu führen wird, den Krieg in der Ukraine “siegreich” enden zu lassen, wie EU-Ratspräsident Charles Michel tönte, ist ein weiterer Beleg für die bellizistische Idiotie, dem auch der Großteil der Journaille anheimgefallen ist. Und die derselben Ignoranz und Hybris des Westens geschuldet scheint, wie im Kalten Krieg 1.0  als das Potential Russlands (bzw. der UdSSR) permanent überschätzt wurde, bis die Sowjetunion völlig überraschend einfach zusammenbrach; im aktuell schon köchelnden Kalten Krieg 2.0 indessen wird das ökonomische und militärische Potential Russlands maßlos unterschätzt. Und aus diesem ignoranten Unwissen speist sich nicht nur die derzeitige Kriegsrhetorik und das infantile Narrativ, mit “schweren Waffen” einen “Sieg” über die größte Nuklearmacht der Welt feiern zu können, sondern auch das absehbare Scheitern des Plans, Russland ökonomisch zu isolieren und niederzuringen. Larry Johnson – CIA und State Department “Counter-Terrorism”-Veteran –  meint dazu:
“Statt staatsmännisch und diplomatisch zu handeln, verhalten sich die Vereinigten Staaten, Kanada und Europa wie verwöhnte Kinder, die sich darüber ärgern, dass sie von Russland nicht bekommen, was sie wollen. Anstatt die Realität zu akzeptieren, dass Russland besser als alle anderen Länder der so genannten Ersten Welt in der Lage ist, eine sich selbst tragende Wirtschaft zu betreiben, die Lebensmittel und Technologie produzieren kann, hält der Westen an seiner Illusion fest, dass er Russland an den Rand des Zusammenbruchs treibt. Psychiater haben einen Begriff für diesen mentalen Zustand – er heißt PROJEKTION. Schlagen Sie ihn nach.”


Die Aussicht, dass weder Sanktionen noch militärische Lösungen funktionieren, müsste jeden Realpolitiker und Vernunftmenschen zu der Frage führen,  ob es Sinn macht, den Krieg weiter zu führen, wenn die ursprünglichen Kriegsziele nicht erreichbar sind und wie ein realistischer Plan C  für die (ehemalige) Ukraine aussehen kann. Dass wie im Jugoslawien-Krieg – der völkerechtswidrigen, kriegsverbrecherischen “Ursünde” NATOstans in Europa – auch die Ukraine nicht um eine Teilung oder Zerstückelung herumkommt, war schon vor Beginn der russischen Operation absehbar, mittlerweile zeichnet sich ab, wie das ausschauen könnte. Mit einer Föderation pro-russischer ukrainischer Volksrepubliken (weiß, lila, rot) im Osten und Süden, einer blau-gelben Ukraine in der Mitte, und ein Ex-Galizien im Westen. Der (pro-)russische Militär-Blogger Nightvision schreibt zu obiger Karte:


“Es sieht immer wahrscheinlicher aus, dass eine Version der Karte das Minimum dessen ist, was als Ergebnis der “Special Military Operation” zustande kommen wird. Ich sage Minimum, weil es keinerlei Anzeichen dafür gibt, dass Phase 2 die “Endphase” ist, sondern nur, dass dies in etwa die Ziele von Phase 2 sind. Es kann sehr wohl weitere Phasen geben, um den Rest der Ukraine zu erobern, obwohl Russland, selbst wenn es diese Gebiete erobert, sie sich höchstwahrscheinlich nicht einverleiben wird, sondern eher einen Regimewechsel und eine gründliche Entmilitarisierung /Entnazifizierung des verbleibenden Rumpfstaates Ukraine durchführen wird, um sicherzustellen, dass er nie wieder eine Bedrohung darstellen kann.”

In diese Richtung wird es laufen, auch wenn “uns” im  Westen das nicht gefällt, doch die Chance einer friedliche Wiedervereinigung wurde acht Jahre lang mit der Sabotage der Minsk-Gespräche vertan und stattdessen das Donbass bombardiert. Der Versuch die Ukraine mitsamt der Krim militärisch zurückzuerobern  ist ausssichtslos und auch weitere  Fake-News und Horror-Propaganda  – Eva Bartlett war vor Ort und hat die nicht vorhandenen Massengräber bei Mariupol besichtigt, die gerade als jüngste Kriegsverbrechersau durchs globale Mediendorf getrieben werden  – können daran nichts ändern.  Diese “schreckliche Wahrheit” dämmert langsam auch den ersten “Experten” im Westen, wie gestern dem Vize-Herausgeber des “Guardian” Simon Tisdall: “Seien wir realistisch. Bei allem Heldentum und allen Opfern könnte die Ukraine diesen Kampf verlieren. So schrecklich es auch klingt: Putin könnte gewinnen. Wenn der Westen seine Prinzipien und Werte so weit aufgibt, dass er das zulässt, wird der Preis dafür langfristig für alle eine ganz neue Welt des Schmerzes sein.”
Es wird dem Westen nichts anderes übrig bleiben, denn Putin hat schon gewonnen. Die Ukraine in ihrer bisherigen Form gibt es nicht mehr und es wird sie nicht mehr geben. Und wenn die ukrainische Armee im Osten geschlagen und das russische Operationsziel “De-Militarisierung” abgeschlossen ist, sind die “Werte” des Westens erneut gefragt: nicht in Form von sinnlosen Waffenlieferungen, sondern bei den Friedensverhandlungen.
Wenn einer Sache nicht zu helfen ist, so ist es eine Schande, sich mit ihr abzugeben”, schrieb Iwan Turgenjew in seinem Roman “Väter und Söhne”. Das gilt auch für einen aussichtslosen, nur um den Preis eines Nuklearschlags gewinnbaren Krieg, der nicht mit mehr Waffen beendet wird, sondern nur mit mehr Diplomaten und Verhandlungen. Also von Erwachsenen. Nicht von kriegsgeilen Schreckschrauben  und pubertären Laptop-Rambos aus dem  russophoben Kindergarten.  Als von dort jetzt gemeldet wurde, dass ein von Turgenjew vor 198 Jahren gepflanzter Baum  vom europäischen “Baum des Jahres”-Wettbewerb disqualifiziert wurde, fiel mir eine Anekdote über Otto von Bismarck wieder ein, die seine Tochter überliefert hat. Wenn der Reichskanzler aufgeregt war und vor Entscheidungen stand, ging er von seinem Gut zum nahen Waldrand und umarmte dort minutenlang einen Baum – um sich abzuregen und auf bessere Gedanken zu kommen. Unseren hysterisierten und denkunfähigen Staatsmännern und Regierunsgfrauen wäre dieser Bismarck-Trick ebenfalls dringend anzuraten…
(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -18 (25.4.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -18


Die Grafik des amerikanischen Satiremagazins “Puck” aus dem Jahr 1901 spielt mit dem Titel “Die neueste chinesische Mauer” auf den Bruch der Acht-Staaten-Koalition an, die ein Jahr zuvor in China gemeinsam den “Boxeraufstand” niedergeschlagen hatte. Japan, England, USA, Deutschland, Frankreich, Italien und Östereich stellten sich dann dagegen, als Russland Gebietsansprüche auf die Mandschurei geltend machen wollte. Weil die meisten  Koalitonäre ihrerseits aber ebenfalls im Reich der Mitte Fuß fassen und Kolonien eröffnen wollten, brach das Bündnis bald wieder auseinander.  Auch wenn dass von der NATO aktuell noch nicht zu befürchten ist – man ist sich ja einiger als “je zuvor” – stehen sich aber 121 Jahre später nunmehr an der Westseite Russlands exakt die gleichen Nationen gegenüber. Zwei entscheidende Unterschiede: der Chinese im Hintergrund ist nicht nur mehr lachender Dritter, sondern  Freund der Russen und ebenfalls bewaffnet. Und der Bär steht nicht mehr mit dem archaischen Säbel gegen die Feuerwaffen der NATO da, sondern ist ihnen (nicht nur) mit seinen hypersonischen Raketen militärisch überlegen. Weil das bei den schurnalistischen Sofa-Generälen und politischen Laptop-Bombern im Westen noch nicht wirklich angekommen ist, die weiter und mehr “schwere Waffen” fordern, hat Wladimir Putin diesen Stammtischstrategen gestern ein wenig Gedankenfutter  serviert, mit dem erfolgreichen Test von “Sarmat”. Das 200-Tonnen-Monster hat eine Reichweite von 11.000 Kilometern, kann mit bis zu 15 separat steuerbaren Raketen (ggf. auch nuklear) ausgerüstet sein und  wegen seiner Geschwindigkeit von über 10.000 km/h und einer unvorhersagbaren Trajektorie von keinem Luft-Abwehrsystem abgefangen werden. Willkommen am Ende der unipolaren “Full Spectrum Dominance” des US-Imperiums und dem Anfang einer multipolaren globalen Sicherheitsarchitektur.

Ob diese Geburt eines neuen Zeitalters sehr blutig und schmerzhaft – in diesem Fall mit zigausend Toten in der Ostukraine – vonstatten geht, oder halbwegs glatt, wenn die die Ukrainer die Waffen niederlegen, liegt jetzt allein an ihren Kriegsherrn in Kiew und Washington. (Kapitulieren wir bei 5.000 Gefallenen oder erst bei 50.000 ?) “On the ground” jedenfalls  haben die gegen Luftangriffe schutzlosen Truppen keine Chance, außer sich mit den letzten verbliebenen Artillerie-Geschützen hinter der Zivilbevölkerung zu verschanzen und viele Unbeteiligte mit in ihren “Märtyertod” zu ziehen. Etwas anderes bleibt ihnen nicht, denn NATOstan kann und wird ihnen nicht helfen. “NATO isn`t ready for war with Russia” hat gerade ein britischer General bekundet und allen ahnungslos suizidalen  Bellizisten klar gemacht warum: “Ich glaube nicht, dass viele Menschen in Großbritannien über die Folgen russischer Marschflugkörper in London nachgedacht haben … es gibt sie, und wir haben einfach nicht die Mittel, um mit ihnen fertig zu werden.”

Dass die im Asovstal-Werk eingeschlossenen Kämpfer jetzt von den Völkern der Welt fordern, sie zu befreien und eine sichere Passage in ein Drittland zu gewähren, scheint darauf hinzudeuten, dass sich dort unten mehr verbirgt als reguläre ukrainische Truppen und  faschistische Asov-Brigadisten. “Sichere Passage” ist keine Forderung in militärischen Konflikten, sondern eher beim Bankraub mit Geiselnahme oder ähnlichen kriminellen Aktionen üblich, was die Gerüchte über Bio-Labore und höheres NATO-Personal in den Katakomben weiter nähren dürfte.
Am 21. April hat Präsident Putin angeordnet, die unterirdische Festung nicht zu zerstören oder zu stürmen, sondern “zu blockieren, dass keine Fliege rauskommt” und jedem der kapituliert “das Leben und anständige Behandlung nach internationalen Regeln” zu garantieren. In der Stadt Mariupol konnten unterdessen die Fahne der Volksrepublik Donezk  hochgezogen  und die russischen Truppenkontigente abgezogen werden, was den Kessel weiter verengt, den die Russen um den  Kern der ukrainischen Armee, der auf 50.000 Mann geschätzt wird, gezogen haben. Und der chancenlos ist, wenn Russland außer dem Kontingent der “Operation Z” das wirkliche Potential seiner Luft-und Bodenstreitkräfte einsetzt, das bisher zurückgehalten wird, wie es auch der Schweizer Militärexperte und Ex-Offizier Ralph Bossard in seinem aktuellen Lagebericht einschätzt.
Und auch andere echte Fachleute des Kriegs wie der hier schon zitierte UN-Waffeninspekteur  Jacques Baud oder sein erfahrener Kollege, der Ex-Marine Scott Ritter, der einst die “Massenvernichtungswaffen” des Iraks als Fake entarnte, sehen das so, wie auch der langjährige Ausbilder von US-Spezialeinheiten, Larry Johnson, der den aktuellen westlichen Propagnada-Bullshit über Mariupol zerpflückt.  Und was der deutsche Brigadegeneral a.D. Erich Vad über den Irrsinn sagt, diesen Krieg militärisch gewinnen zu wollen,  sollte jedem Sofa-Strategen und Laptop-General vom Kaliber Hofreiter, die “mehr Waffen” für einen “schnellen Sieg” fordern, ernsthaft zu denken geben. Falls von Denkfähighkeit bei Leuten überhaupt noch geredet werden kann, die mehr Waffen fordern “um den 3. Weltkrieg zu verhindern” oder  wie Annalena “Russland ruinieren” Baerbock “kein Tabu” mehr bei Waffenlieferungen kennen, weil Kanzler Scholz – in bester Trappatoni-Manier – “nicht erlauben” will, “dass Russland den Krieg gewinnt.”

Kleine Rückblende ins “Game of Thrones”, Neue Staffel:
“Wird Vlad der Schreckliche seine bärenstarke Armee mit den berühmten tschetschenischen “Kampfschweinen” zurückziehen, nachdem Olaf der Dumme dieses Verbot ausgesprochen hat? Können mehr Waffen für die Ukrainer und ihre Hakenkreuz-Orks am Ausgang der großen Schlacht noch etwas ändern? Und: Wie wird der beliebte Präsidentendarsteller  Zelenski enden: als großer Freiheitsheld oder als korrupter Kriegstreiber? Außerdem: was haben die von Sleepy Joe angeordneten Blockaden wirklich gebracht und wer sitzt im Wirtschaftskrieg der Königreiche am längeren Hebel?”


Was Letzteres betrifft bringt die nebenstehende Karrikatur den Stand der Dinge gut auf den Punkt. Nachdem die Energieagentur der EU schon im April chice Flyer zum Kaltduschen gegen Putin veröffentlicht hat, könnten ab Herbst dann wieder Wintersammlungen für die Front anstehen. Doch soeben wird aus Brüssel gemeldet, dass EU-Unternehmen Gas und Öl in Rubel zahlen können, ohne gegen die Sanktionen zu verstossen.  Das wird aber nicht mehr helfen, wenn die Vorhersagen des dunklen Finanz-Propheten Martin Armstrong zutreffen, der den Westen  auf einen großen Krieg zusteuern sieht:

“Der Westen braucht den Dritten Weltkrieg. Sie brauchen ihn einfach. Das eigentliche Problem ist, dass sie 2014 in Europa zu negativen Zinssätzen übergegangen sind. Sie waren nicht in der Lage, die Wirtschaft anzukurbeln, und die keynesianische Wirtschaftspolitik hat völlig versagt. . . . Ich würde sagen, das ist Missmanagement der Regierung auf globaler Ebene. Das Problem ist, dass die Zentralbanken keine Kontrolle über die Wirtschaft haben. Hinzu kommt, dass sich diese Art von Inflation wesentlich von einem Spekulationsboom unterscheidet. Diese Inflation basiert auf Knappheit. Diese Idioten mit Covid . . mit Abriegelungen, haben am Ende die Lieferketten zerstört. . . . Dinge, die da sind, kaufe ich extra, weil sie beim nächsten Mal weg sein könnten. Also hortet jeder mehr davon. . . . In Europa haben wir es mit Negativzinsen zu tun, die alle Pensionsfonds ausradiert haben. Sie brauchen 8 %, um kostendeckend zu arbeiten, keine Negativzinsen. Es gibt keinen einzigen Pensionsfonds in Europa, der in diesem Stadium des Spiels noch zahlungsfähig ist. . . . Die europäischen Regierungen brechen zusammen. Wenn es zu einem Zahlungsausfall kommt, werden Millionen von Menschen mit Mistgabeln das Parlament stürmen. Um das zu vermeiden, brauchen sie also Krieg. . . . Die Biden-Regierung hat die Weltwirtschaft absichtlich zerstört. (…) Sie wollen, dass Russland etwas tut… . . Diese Sache mit Russland ist immer wieder das Gleiche. Leider steuern wir auf einen Krieg zu.”

Man kann nur hoffen, dass die Schlafwandler in Europa noch rechtzeitig checken, dass sie die eigentlichen Verlierer sind, nicht nur eines bewaffneten Kriegs, sondern auch des Wirtschaftskriegs. Das US-Imperium verdankte seinen Aufstieg zur ökonomischen und militärischen Großmacht zwei zerstörerischen Weltkriegen auf europäischem Boden; doch anders als 1945,  als die Vereinigten Staaten 75% aller globalen Industriegüter lieferten, werden mittlerweile dort kaum noch konkurrenzfähige Produkte hergestellt, außer im Bereich der Rüstungsindustrie, die mit dem Ukraine-Krieg gerade einen neuen Goldrausch erlebt. Ansonsten ist das hochverschuldete Imperium weitgehend de-industrialiert und hat mit seiner FIRE-Ökonomie (Finance/Insurance/RealEstate) kaum real-wirtschaftliche Güter zu bieten, die auf den Weltmärkten konkurrenzfähig sind. Da die Konkurrenz gegeneiander zu hetzten und ihnen dazu die Waffen zu liefern, war schon 1936 ein probates Rezept, als General Motors in Brandenburg die modernste LKW-Fabrik Europas eröffnete, aus der nie ein ziviles Fahrzeug, sondern nur der Opel “Blitz” für Hitlers  “Blitzkrieg”  rollte – und die als US-Besitz bis August 1944 vor allierten Luftangriffen verschont lieb. An einer Demobilisierung der Wehrmacht bestand offensichtlich kein besonderes Interesse, genauso wenig wie an Frieden. Das sich auch jetzt Deutschland und Europa wieder gegen Russen hetzen lassen -wobei vorerst noch die Ukrainer als Kanonenfutter genutzt werden sollen -scheint diesem Geschäftsmodell sehr zu ähneln.
(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 17 (20.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 16 (17.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15 (14.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14 (11.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 13 (8.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -12 (6.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -11(4.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -10 (31.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 9  (28.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 7 (24.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 6 (22.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 4 (18.03,22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 3 (16.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -17

Dass Russen, auch wenn sie so aussehen,  “keine Europäer” sind und irgendwie grausam  und unmenschlich, weil “sie einen anderen Bezug zu Gewalt haben, einen anderen Bezug zu Tod haben” ….- wo ein nahtlos zum “Russismus” transformierter Rassismus in deutschen Talkshows von einer Vize-Direktorin des “EU-Instituts für Sicherheitsstudien”, Florence Gaub,  unwidersprochen propagiert wird, muss man sich nicht mehr wundern. Weder über gnadenlos gehirngewaschene TV-Konsumenten, noch über die gefährliche Ahnungslosigkeit der Think-Tanker in NATOstan. Dass die Dame zwecks Schadensbegrenzung auf Twitter noch ihre Geografiekenntnisse  hinterherschob: “77 Prozent von Russland liegen in Asien, nicht in Europa. Manche Leute scheinen das nicht zu wissen.” – also offenbar nur  die nicht europäisch aussehenden ehemaligen “Untermenschen” meinte ? (siehe Info-Broschüre des SS-Schulungsamts, 1942)  – macht die Sache kaum besser.

Nicht nur scheint sich in der Ukraine die Tragödie “Operation Barbarossa” als Farce zu wiederholen, bei der der Westen diesesmal aber nur “bis zum letzten Ukrainer” um Lebensraum 2.0 (“Demokratie”/”Werte”/”Freiheit”) gegen die “slawischen Barbaren” kämpfen lässt; auch an der “Heimatfront” hat der Mobilisierungsgrad der Medien eine anti-russische Hysterie geschaffen, die einen Joseph Goebbels entzückt hätte. Nicht nur weil ähnlich wie 1933 ff. eine jüdische Oma  in der aktuellen Cancel Cultur jetzt die Abstammung von Mütterchen Russland für Jobs und Karriere problematisch ist;  sondern auch – und vor dieser Meisterleistung von Brainwashington Inc. würde Hinkefuß Goebbels knien – in einer “Werte”-Kultur, die sich “Diversity” , “Toleranz”, “LBTG” , “Wokeness” und “Anti-Rassismus” auf ihre Fahnen geschrieben hat. Und deren Vertreter  jetzt reihenweise gestehen müssen, dass sie versagt haben, weil sie Russen als ganz normale Menschen einschätzten, ihren Präsidenten als vergleichsweise seriösen und kompetenten Staatschef, und in dieser selbstverschuldeten Verblendung nicht erkannt haben, dass hinter dieser Fassade der ewig brutale Russe lauert:

In diesen Wochen erleben wir in Deutschland eine wundersame Bewegung der inneren Einkehr, Selbstreflexion und Bußfertigkeit. Seit 1945 hat man kein solches Maß an Betroffenheit vom eigenen Irrtum erlebt. Nach WK II wurde die Erkenntnis, der gute Glaube habe versagt, durch die Gewissheit gemildert, aus purer Gutmütigkeit zum Opfer von Wahnsinnigen in Reichskanzlei und Reichspropagandaministerium geworden zu sein. Das klappt angesichts Ukraine II nicht ohne Weiteres.
Gnadenlos das neue Erforschen des Versagt-Habens: Reihenweise Politiker-, Industriellen-, Dichter- und Publizistenleben sinken im Rückblick in den Staub. Generationen von Ingenieuren, Geigern, Abgeordneten und Puschkin-Lesern bekennen unter Tränen, seit 60, 40 oder 20 Jahren geirrt zu haben. Zum Glück kennen die meisten der ehedem Gutgläubigen genügend Dritte, die noch mehr versagt haben als sie selbst. So hilft man sich gegenseitig beim Erinnern.

Als ehemaliger Bundesrichter und Strafrechtler ist Thomas Fischer gewissermaßen Experte in der Beurteilung von Geständnissen, weshalb ich seine Analyse der voll geständigen Russlandversager zur Lektüre empfehle. Dass nur wenige Schurnalisten darunter sind, überrascht nicht denn die interessiert ihr Geschwätz von gestern bekanntlich noch weniger als Politiker. Was mein eigenes “Geschwätz” als selbsternannter Putinversteher betrifft habe ich mir im frühzeitigen Russen-Durchschauen indes keinen Vorwurf zu machen und  for the record bereits am 14.März 2014 (mit Ausrufezeichen in der Überschrift) geschrieben: Vladimir Putin ist kein Anti-Imperialist!  Klingt auf der derzeit  nach oben offenen Russenhass-Skala vielleicht  ein wenig zurückhaltend, ist aber wohl deutlich genug. Zumal in demselben Artikel schon darauf hingewiesen wurde, worum es im Untergrund des Donbass-Konflikts geht: den wegen der Separation geplatzen 10-Milliarden schweren Fracking-Gas-Deal mit Chevron.
Autonomie in einer wiedervereinigten Ukraine, wie sie nach den Minsk-Abkommen vorgesehen war, konnte man den “Volksrepubliken” in der Folge schon deshalb nicht gewähren, weil sie dann selbst über ihre Bodenschätze verfügt hätten. Derlei “Nationalisierungen” werden vom anglo-amerikanischen Imperium traditionell als feindlicher Akt und Anlass zu militärischem Eingreifen gesehen und so wurde Kiew acht Jahre lang auf Rückeroberung der abgefallenen Regionen getrimmt und gerüstet. Seitdem – und nicht erst seit dem russischen Einmarsch – herrscht dort Krieg,  der aber auf westlichen Bildschirmen nicht vorkam. Weshalb auch niemand auf die Idee kam, das Regime in Kiew für seine mörderischen Angriffe auf die eignenen Bürger zu verurteilen, oder es gar, wegen tausender ziviler Opfer, dafür zu sanktionieren. Der Krieg in der Ukraine war ja genauso wie die Förderung des “Rechten Sektors” und die Aufrüstung der Asov-Brigaden als Sturmtruppen (“moderate Terroristen”) der NATO, weitgehend unsichtbar, zum medienwirksamen Ereignis wurde der Konflikt erst, als Ende Februar die Russen einmarschierten. Jeder Hinweis auf eine Vorgeschichte des Kriegs mit Tausenden von Toten aber gilt mittlerweile als Blindheit vor der unstillbaren russischen Mordlust und somit als Russland-Versagen auf ganzer Linie…

Als ich unlängst auf einer Party meinen Unmut über die Performance des “Kriegskanzlers” Scholz äußerte und zufällig ein Regierungsmitarbeiter anwesend war, nahm der mich auf der Terasse beiseite: “Du liegst falsch mit deiner Kritik an Olaf. Scholz steht auf der Bremse. Nicht die SPD, die Grünen  sind die scharfen Kriegstreiber in der Regierung.” Das ist keine Überschaschung, die “dienende Führungsrolle” (Habeck) dem US-Imperium beim “Russland ruinieren” (Baerbock) zu helfen, haben die führenden Camouflage-Grünen ja auch persönlich bekundet und wollen der Ukraine unbedingt mehr “schwere Waffen” liefern.
Dem Drängen kann Kanzler Scholz nun noch halbwegs entspannt nachkommen, weil Rheinmetall im Keller gerade noch ein paar alte Leopard 1-Panzer entdeckt hat, die jetzt auf die Reise über Polen in die West-Ukraine gehen sollen. Da es von dort noch gut 500 Kilometer an die Donbass-Front sind landen sie zuerst in Depots – und von dort dann schnell im Briefing der russischen Armee:
“Am Morgen des 18. April schlugen hochpräzise luftgestützte Raketen der russischen Luft- und Raumfahrtkräfte in der Nähe von Lemberg in das 124. gemeinsame Unterstützungszentrum des Logistikkommandos der ukrainischen Streitkräfte ein. Das Logistikzentrum und die großen Lieferungen ausländischer Waffen, die in den letzten sechs Tagen aus den USA und europäischen Ländern in der Ukraine eingetroffen sind, wurden zerstört.”

Auch wenn die Tagesberichte des russischen Verteidiungsministeriums nicht überprüfbar sind, scheinen sie mir realistischer als die Siegesmeldungen der ukrainischen Seite, die sich mangels “physikalischer” Erfolgsmeldungen mittlerweile ohnehin meist auf psychologische Kriegsführung mit dubiosen Horrorgeschichten verlegt hat. Unter Zugrundelegung der russischen Zahlen kommt die abegbildete   Hochrechnung zu dem Ergebnis, dass die “Demilitarisierung” der Ukraine rein statistisch am 23. Mai beendet sein müsste, weil der Armee dann außer Kleinwaffen keinerlei Gerätschaften und Fahrzeuge mehr zur Verfügung stehen.
Auch wenn einige der aufgelisteten Panzer, Raketenwerfer oder Fahrzeuge nicht  zerstört, sondern noch reparabel sein mögen – einem verantwortungsvoller Oberbefehlshaber, dem nach sechs Wochen Krieg eine solche Verlustliste vorgelegt wird und der von ausreichendem  Nachschub abgeschnitten  ist, bleibt eigentlich nur eine  Option: die weiße Fahne der Kapitulation. Eben dies soll aber  – laut russischen Angaben nach abgehörten Telefonate – den  in den Katakomben  des Stahlwerks Azovstal Eingeschlossenen von Offiziellen aus Kiew verboten worden sein, um die russischen Streikräfte weiter in Mariupol zu binden.

Warum das Regime in Kiew und seine US-Berater tatsächlich gewillt scheinen, nicht nur den Rest ihres Arsenals zu opfern, sondern auch den Großteil ihrer im Osten versammelten Armee, ist rätselhaft. Kann es sein, dass sie ihrer eigenen Propaganda zum Opfer gefallen sind und wirklich glauben, gegen die russische Übermacht an Materialnachschub und Manpower irgendeine Chance zu haben ? Sind sie den hohlen Versprechen der Überlegenheit westlicher Strategie und NATO-Waffen aufgesessen, sie “im Ernstfall” nicht im Stich zu lassen ? Hoffen sie etwa immer noch,  die  NATO – frisch von einer Barfußarmee aus Kabul vertrieben – mit der Inszenierung russischer Kriegsverbrechen für die Kamera in die große Schlacht im Donbass zu locken ?
Das kann nicht gelingen, weil schon dem Versuch eine No-Fly-Zone über der Ukraine zu errichten ganze Heerscharen von “Eurofightern”, “F-16”, “F-35”  den russischen S 400-Batterien wie Tontauben zum Opfer fallen würden.  Und ohne Kontrolle des Luftraums sind größere Aufmärsche genauso unmöglich wie der Transport schwerer Waffen. Es wird also keine nennenswerte Hilfe mehr kommen. Wenn ihnen ihr Leben lieb ist, sollten die ukrainischen Esel sofort aufhören, den Karren für ihre Kriegsherren zu ziehen.
(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 16 (14.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15 (14.4.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 7 (24.03.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -16


Nach dem kleinen Ausflug mit James Bond in den Katakomben von Azovstal bekam ich Post mit der Aufforderung, doch in diesem Doku-Fiction-Stil weiter zu schreiben, weil das “wahrscheinlich näher an der Wahrheit als die Tagessschau” und “so spannend und toll zu lesen” sei. Mal schauen, vielleicht muss ich ja mit Sven Boettcher  den Bestsellerautor John S.Cooper wiederbeleben, der wie nach 9/11  aus den  in der Tagesschau “vergessenen” Fakten einen Thriller bastelt. Bis dahin ist aber noch das Sammeln solcher Realitätspartikel angesagt und eines, besser gesagt Billionen davon, zeigt diese Karte: Es sind Billonen Kubikmeter Gas im Dnjeper-Donetzk-Becken, ein weiteres, kleines Feld liegt im Westen des Landes. Um diese Schätze durch Fracking abzubauen, hatten Shell und Exxon lange an Verträgen mit der Regierung in Kiew gearbeitet, doch zogen sich nach der Abspaltung der östlichen Republiken 2015 aus diesen Deals zurück.
Es ist also kein Zufall, dass die Frontlinie des aktuellen Kriegs fast identisch ist mit der Lage dieser Bodenschätze und es hatte einen wörtlich zu nehmenden tieferen Grund, warum seitens der USA und ihrer Euro-Vasallen eine friedliche Wiedervereinigung der Ukraine entsprechend der Minsk-Verträge verhindert wurde und der als Friedenspräsident angetretene und gewählte Präsident Zelenski zum Kriegstreiber mutiert ist.
Willkommen in Pipelinestan, beim Kampf um die Lebensadern, die Energie, der Industriestaaten, der schon bei den vergangenen Kriegen in Afghanistan, Irak, Syrien und Libyen im Hintergrund eine ebenso entscheidende Rolle spielt. Wären die Taliban mit den Mini-Transitgebühren für die geplante UNOCAL-Pipeline zufrieden gewesen, hätten sie 2001 an der Regierung bleiben können, hätte Assad seine Zusage einer Pipeline von Katar ans Mittelmeer nicht zurückgezogen, wäre Syrien nicht mit Krieg überzogen worden, dasselbe gilt für Irak und Libyen, die gewagt hatten,  ihr schwarzes Gold gegen Landeswährungen zu verkaufen und den Petro-Dollar zu unterlaufen. Und auch im aktuellen Krieg geht es einmal mehr um Rohstoffe und ihre Kontrolle – und um Flüssiggas für Europa nicht aus den USA, wo es ohnehin den Peak schon überschritten hat, sondern aus einer US-Kolonie Ukraine: nicht über den ganzen Atlantik, sondern mit einem Katzensprung übers Schwarze Meer nach Europa! Wo die Nachfrage nach dem Schiefergas trotz seiner ökologischen und ökonomischen Fragwürdigkeit ja gegeben ist, nachdem Nordstream 2 erfolgreich abgeklemmt wurde und NS1 dem Wirtschaftskrieg alsbald ebenfalls zum Opfer fallen könnte.

Derlei geo-ökonomische Kalkulationen dürfte auch der  globale Schachspieler des Imperiums, Zbigniew Brzezinski, im Hinterkopf gehabt haben, der als ehemaliger Ziehvater Osama bin Ladens grundsätzlich nichts dagegen hatte, in der Ukraine faschistische Sturmtruppen zu bewaffnen und  schon Anfang Mai 2014  die Obama-Regierung aufforderte, die US-Bevölkerung endlich zum Krieg zu mobilisieren und die »Freiheitskämpfer« in Kiew mit Waffen zur Rückeroberung der abgefallenen Ost-Provinzen auszurüsten:

»Die Ukrainer werden nur kämpfen, wenn sie denken, dann auch Hilfe vom Westen zu bekommen, besonders bei der Versorgung mit Waffen, um einen erfolgreichen Städtekampf zu führen. Sie können die Russen nicht auf offenem Feld schlagen, wenn Tausende Panzer einrollen. Sie können sie nur durch andauernden Widerstand in den Städten schlagen. Dann würden die ökonomischen Kosten des Kriegs für die Russen dramatisch ansteigen, und er würde politisch sinnlos. Um aber eine Stadt zu verteidigen, braucht man tragbare Antipanzergeschütze, tragbare Raketen und etwas Organisation.«

Das liest sich acht Jahre später wie eine Liste des Arsenals, mit dem NATOstan diesen Krieg aktuell versorgt und bis zum letzten Ukrainer führen lassen will. Weil aber auch die Russen nicht nur mit dieser US-Strategie vertraut sind, sondern auch ziemlich genau mitbekommen, was derzeit an Waffen in die Ukraine hineinkommt, werden sie sich auf die gewünschten Städtekriege wohl nicht einlassen. Wie sieht die russische Strategie aus ? Dazu zitiert John Helmer – Veteran der US-Korrespondenten in Moskau – einen kandaischen Militärvetranen:

“Ein kanadischer Militärveteran mit Erfahrung in der Kriegsführung der NATO analysiert die operative Karte folgendermaßen: “Ich glaube, dass die Stavka (der Generalstab) die Ukrainer in ihren Bann zieht, indem sie die Ost-West-Korridore offen lässt, so dass sie sich, ob zu Recht oder zu Unrecht, keine allzu großen Sorgen über die Lieferungen aus dem Westen machen. Die Ukrainer werden in den Kessel östlich des Dnjepr hineingezogen; diese Bewegung wird auch durch ihren tiefen Glauben an ihre eigene Propaganda genährt – ‘wir haben sie aus Kiew verjagt’, ‘wir haben sie in Charkow und im Donbass gestoppt’, ‘Mariupol leistet immer noch Widerstand’. Sie glauben auch, was ihre US-Ausbilder und -Berater ihnen über die Wirksamkeit der NATO-Waffen und anderer Unterstützung erzählt haben. Der ständige Unsinn über die russische Schwäche, der von den Medien und den Politikern in den sicheren Häfen hierzulande verbreitet wird, hilft ihnen auch nicht weiter. Diese Haltung scheint den Russen ganz recht zu sein.
Eines ist sicher – die Stavka ruft erhebliche Reserven ab, während die Ukrainer im In- und Ausland den Boden des Fasses ausschöpfen, um ihre Reihen zu verstärken. Jetzt bahnt sich sicherlich ein großer Kampf an. Wird es einen konzertierten Angriff auf die ukrainische Logistik in Verbindung mit der Offensive im Osten geben? Das ist gut möglich.(…)
Was passiert, wenn die Stavka “Go!” sagt und all diese Ukrainer, ausländischen weißen Rassisten und Söldner trotz der Waffenlieferungen eingekesselt und vernichtet werden? Was passiert, wenn die Haupttaktik der USA für diesen Krieg – die Aufstellung einer Stellvertreterarmee unter der Flagge der SS und anderer Faschisten – in diesem relativ kurzen Zeitraum offen und gründlich besiegt wird(…) Was ich sehe, sind Russen, die die zivile Autorität rehabilitieren, das heißt die russische Autorität von Cherson im Süden bis Sumy im Norden. Ich glaube nicht, dass die Galizier am Ende Odesssa oder Charkow und Sumy haben werden. Wenn die östliche Armee vernichtet wird, könnte Zelenskys Regime in internen Kämpfen zusammenbrechen. Er könnte gelyncht oder verschleppt werden, bevor die Russen eintreffen.”

John Helmer zitiert einen weitere interessante Prognose:

“Eine gut informierte Moskauer Quelle mit engen Kontakten zur Donbass-Führung geht davon aus, dass die künftige Landkarte der Ukraine klar wird, sobald die nächsten beiden großen Schlachten abgeschlossen sind – die erste um Kramatorsk, die zweite um Charkow.
Der russische Plan, so die Donbass-Führung, sieht vor, die Ukraine in “eine lose Konföderation umzuwandeln, in der die östlichen russischsprachigen, orthodoxen Regionen Charkow, Lugansk, Donezk, Saporoschje, Cherson, Nikolajew, Mariupol und Odessa die Kontrolle haben werden. Sie werden von neu eingesetzten Verwaltungen und lokal rekrutierten Sicherheitskräften verwaltet, die beide von Russland kontrolliert werden. Dniepropetrowsk, Poltawa und Krementschuk werden wahrscheinlich Teil dieses föderalen Bündnisses sein, das stark genug sein wird, um die nächsten ukrainischen Präsidentschaftswahlen zu gewinnen und Wladimir Zelenski abzulösen.” Zelenskys Amtszeit endet voraussichtlich im März 2024. Wahrscheinlich wird sie aber schon früher enden.

Die Zukunft Kiews in diesem neuen föderalen Gemeinwesen ist noch ungewiss, wie die Quellen einräumen. Nach Ansicht der Donbass-Führung wird die Zukunft Galiziens im Westen “eine Mini-Föderation konkurrierender ethnischer Nationalgruppen – katholische Ukrainer, Ungarn, Slowaken, Polen, Rumänen und andere. Eingesperrt, ohne exportierbare Ressourcen außer Flüchtlingen, Söldnern und Mädchen, blockiert von Weißrussland im Norden und Russland im Osten, wird die galizische Waffenplattform, die die USA und Kanada um Lemberg herum geschaffen haben, ihrer politischen Macht in Kiew beraubt werden. Nach der Zerstörung ihrer schweren Waffen, ihrer Treibstoffvorräte und ihrer Kommandozentralen werden sie motiviert sein, ihre Ideologien und ihre persönlichen Waffen gegeneinander zu richten. Zwischen ihnen und dem Osten wird der russische Plan zur Entmilitarisierung des Landes die Rückkehr von Massenbedrohungen und NATO-Stützpunkten östlich des Dnjepr verhindern.
Den Quellen zufolge handelt es sich weder um einen Plan zur Auflösung der alten Ukraine noch um einen Plan für den Beitritt Noworusslands. Es ist ein Plan, “um die Ukraine gebrochen zu halten”, bei dem die großen Bruchlinien nach Westen verlagert werden – und dort bleiben.”

Das scheint ein realistischer Plan für eine militiärisch neutrale Ukraine, der nach der Niederlage der ukrainischen Armee im Osten umgesetzt werden könnte. Dass diese Niederlage unausweichlich ist, wenn Russland nicht mehr nur die schlanke Eingreiftruppe dieser “Special Military Operation” (SMO) einsetzt, sondern die  gesamte Armee mit ihrer Feuerkraft zum Einsatz kommen, hatte ich hier unter Berufung auf Militärexperten wie Scott Ritter und andere, schon öfter ausgeführt. Dass die “Moskva”, das alte Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte am 14.4. gesunken ist – ob aufgrund von Raketen- Beschuss, wie die Ukraine reklamiert, einer Seemine oder einem Sabotageakt ist z.Zt. noch unklar – wird daran nichts ändern. Dass die Russen nun die SMO-Handschuhe abstreifen und einen “amtlichen” Krieg beginnen, deutet sich jetzt an der Asovstal-Festung in Mariupol an. Während wir in der letzten Folge noch halb-fiktional mutmaßten, dass Putin die einstige Industrie-Perle der Sowjetunion nicht zerstören will, haben strategische Bomber der russischen Luftwaffe vorgestern Nacht zugeschlagen und auf das  angeblich von Zivilisten geräumte Gelände Dutzende großkalibrige FAB-500 und mehrere FAB-3000 bunkerbrechende “Mega-Bomben” abgeworfen. Danach dürfte aus den Katakomben kaum noch einer der Asov-Brigadisten und ihrer Kombattanten heil entkommen. Auch nicht aus den Biowaffen-Laboren, die dort angeblich betrieben wurden – wie auch an dutzenden anderen Standorten in der Ukraine, wie aus den Russland in die Hände gefallenen Dokumenten zweifelfrei hervorgeht. Auch unter Beteiligung des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr und des Fritz Löffler Instituts Greifswald, wie jetzt die Sprecherin des russischen Aussenminsteriums noch einmal herausgestellt hat.:


“Seit 2016 gilt als der größte ukrainische Partner des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr nach seinen eigenen Angaben das Institut für experimentelle und klinische Tiermedizin in Charkow. Das Zusammenwirken erfolgt im Rahmen des Projekts “Ukrainisch-deutsche Biosicherheitsinitiative für ein Zoonosen-Risikomanagement nahe der EU–Außengrenze”. Da sein offizielles Ziel die “Verbesserung der Biosicherheitslage” in der Ukraine und “insbesondere im Osten des Landes” lautet, stellt sich eine rhetorische Frage, welche Grenze die deutschen militärische Biologen als Außengrenze für die Zone ihrer Berufsinteressen betrachten. Die russisch-ukrainische Grenze?”

Während die Ostseezeitung nach Hinweisen auf diese fragwürdige Forschung das ehrenwerte Löffler-Institut als Opfer russischer Propaganda sieht, scheinen sich die Russen 80 Jahre zurück versetzt zu fühlen, als dieses Institut waffenfähige Biokampfstoffe entwickelte:
“Ab 1942 entwickelte die Anstalt gemeinsam mit dem Heereswaffenamt einen Erreger, der Maul-und-Klauenseuche bei Rindern hervorrief. Dieser wurde auf einer Insel im Peipussee im Sommer 1943 erfolgreich getestet. Wenig später standen ein Flüssigpräparat und Trockenmaterial zur Verfügung. Dieses war bei einer Verdünnung von 1:10000 noch immer tödlich, wie Versuche an Rindern bewiesen. Großflächige Versuchsreihen waren 1944 vorgesehen, das Testgelände wurde jedoch von der Roten Armee kurz vorher eingenommen.”
Auch jetzt scheinen russische Streitkräfte gerade noch rechtzeitig gekommen zu sein, den deutschen militärischen Biologen das Handwerk zu legen. Die selbstverständlich nur in Sachen “Biosicherheit” und keinesfalls in “Biowaffen” unterwegs sind und nur sicherheitshalber in diskreten Einrichtungen an der russischen “EU-Außengrenze” operieren….
(wird fortgesetzt)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15 (14.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14 (11.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 13 (8.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -12 (6.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -11(4.4.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt -10 (31.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 9  (28.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 8 (26.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 7 (24.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 6 (22.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  5 (19.3.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 4 (18.03,22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 3 (16.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
Die Geduld des Bären ist zu Ende(23.02.22)
Wir sind schon wieder die Guten (17.02.22)
Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
Frisch aus dem Archiv: Ansichten eines Putinverstehers (18.02.22)
Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

 

 

 

 

 

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -15

“Zur Vorbereitung auf ihre Mission, Mr. Bond, hat eine unsere geheimen Drohnen diesen kleinen Film des nächsten Einsatzorts gesendet. Es ist – oder war mal – das größte Stahlwerk Europas, direkt am Hafen von Mariupol am Asovschen Meer. Ein riesiges Industrieviertel, in dem nicht nur zwei gigantische Stahlöfen betrieben werden, sondern auch 8 Stockwerke tiefe unterirdische Einrichtungen, die durch kilometerlange Gänge verbunden sind. “Azovstal” ist nicht nur ein Stahlwerk, sondern auch eine Festung, ein Bunker…”
“Nicht mehr lange, wenn man den Bildern trauen kann…”
“Korrekt. Und das ist das Problem. Denn einige unserer wichtigen Mitarbeiter, zusammen mit einem Dutzend weiteren Kollegen unserer NATO-Verbündeten, mussten sich dahin zurückziehen, nachdem die russische Armee das Werk umstellt hat und bombardiert…”
“Ich verstehe. Aber warum kommen sie nicht einfach mit erhobenen Händen raus und ergeben sich? Soweit ich weiß sind die Russen nicht im Krieg mit der NATO und haben uns das Betreten der Ukraine nicht verboten…”
“Korrekt. Und das ist das nächste Problem. Offiziell sind die Kollegen gar nicht nicht da, ihre Aufgaben sind geheim. Sie trainieren und kommandieren unter anderem die Spezialtruppen der Asov-Brigaden. Außerdem sind dort unten einige militärische Labors höchster Sicherheitsstufe, in denen streng geheim an  Biowaffen-Verteidigung geforscht wird.”
“Was kaum geheim bleiben wird, wenn das ganze Werk schon umstellt ist. Deshalb könnten sie doch aus diesen Höhlen einfach herauskommen, mit einer weißen Fahne… und wenn sie wirklich wichtig sind tauschen wir sie aus gegen ein paar russische Agenten, die wir geschnappt haben. So machen wir es doch dauernd…”
“Korrekt. Und das ist das eigentliche Problem. Die Asov-Brigaden halten sie als Geiseln fest. Und deshalb brauchen wir Sie, 007.”

Ich weiß nicht, inwieweit in Hollywood die Skriptrwriter schon an den Schlachtgemälden für Netflixserien und Kinos sitzen, doch der aktuelle “Situation Report” aus Mariupol taugt ohne Frage für das Einstiegsszenario eines neuen Bond-Films. Offiziell wurde von Seiten des russischen Verteidigungsministeriums bisher nur bestätigt, dass man aus der Asovstal-Festung Handyanrufe in einigen europäischen Sprachen aufgezeichnet hat und  fünf Hubschrauber, die offenbar für nächtliche Rettungsmissionen zu dem Gelände unterwegs waren, abgeschossen wurden. Auch ein Landungversuch mit einem Zivilschiff wurde gestoppt. In verschiedenen Blogs und Foren ist von  200 NATO-Angehörigen in den unterirdischen Anlagen die Rede, die von  3000 Asov-Brigadisten bewacht werden. Viele Einwohner von Mariupol sollen in den Bio-Laboren als Versuchskannichen gedient haben, die von der Metabiota-Stiftung finanziert wurde, welche bekanntnlich unter der Leitung von Hunter Biden steht…

Aber das wird schon zuviel für einen Bond-Film, da brauchts  ne Serie, in der “horizontal”  die Verflechtung des “kleinen” Kriegs in der Ukraine mit dem “großen”  von USA & NATOstan gegen Russland & China erzählt wird, wie sie ja hier mit dem mißratenen Präsidentensohn im tiefen Sumpf des “regionalen” Kriegs und seinem semi-debilen Vater als obersten Kriegsherrn des globalen “Great Game” sehr persönlich zu Tage tritt. Auch der hektisch mit Russland telefonierende französische Präsident sollte vorkommen, der seine Leute aus dem Azovstal-Bunker herausholen will und schon seinen Geheimdienstchef wegen dieser Mega-Panne – mitten im Wahlkampf! –  entlassen musste; im harten Schnitt zu Pontius Pilatus Putin, der seine Hände in Unschuld waschen kann:
“Pardon, Emanuel, ich kann leider nichts für dich tun. Es sind eure eigenen Züchtungen, die Asov-Nazis, die deine Leute als Geiseln genommen haben. Mit denen musst du reden. Meine Generäle wollen diese Höhlen von Mordor und alle ihre Insassen mit Väterchen FOAB ( Father of all Bombs) ein für alle Mal vernichten, ich kann  sie nicht mehr lange zurückhalten. Deshalb: beeil dich. Und sei vorsichtig. Der deutsche BND hat schon letzte Woche Vermittler geschickt, die sofort auch als Geiseln genommen wurden.”
Letzteres ist noch nicht bestätigt, aber als unterbelichtete CIA-Cousins dürfen die Flachpfeifen des Bundesnachrichtendiensts –  schon aus dem  Irak-Krieg (Curveball!!!) in tragischer Trottel-Rolle bekannt  – eigentlich nicht fehlen.

Von einem Cineasten, dem ich gestern von diesem Plot erzählte, kam der Hinweis, dass im Zuge der allgemeinen Gender-Verordnungen als Nachfolger von 007 sicher eine “Jane Bond” zum Einsatz kommt, was aber an der verdammt schwierigen Mission nichts ändert: “Wir können Sie reinbringen in diese Hölle, 007 – aber wie Sie rauskommen und unsere Leute retten ist allein Ihre Sache.” Vielleicht muss Jane, die als Ärztin reingeschmuggelt wird, in Umkehrung des Bond-Klischees einen der Asov-Nazis verführen und aus seinen Tätowierungen einen Code ablesen, mit dem sie dann das Lager der Brigade verschliessen und fluten kann.
Wie auch immer, auch wenn derzeit noch nicht zu erkennen ist, wieviel an den Indizien über das Treiben in der unterirdischen “Azovstal”-Festung wirklich dran ist, dass sie uns nach einer gewissen Schamfrist als Doku-Fiktion auf dem Bildschirm erzählt wird, ist schon absehbar. Nicht nur weil die zerschossene Location schon jetzt nach “Mad Max 5” aussieht. Falls aber irgendein Dr.No im Dienst von NATOstan dort in den Tiefen tatsächlich Bio-Waffen und Frankenstein-Viren züchtet, würde Hollywood als Finanzier wohl definitiv ausfallen. Denn der wäre dann ja der Endgegner von Jane, die noch die Dokumente und Beweise über seine teuflische Tätigkeit sicherstellt, bevor der FOAB für das Bond-typische Schlußfeuerwerk sorgt. Vielleicht müsste Jane dann doch eher Russin oder Chinesin sein… aber genug jetzt mit unserem Ausflug ins Doku-Fiktionale….
Seit gestern haben russische Truppen den gesamten Hafen von Mariupol unter Kontrolle, ein komplette Brigade der ukrainischen Armee, über 1000 Mann, hat sich ergeben. Man kann nur beten, dass ihre Kollegen an der Donbass-Front es ihnen nachtun, denn sonst werden sie dort zu Zehntausenden ihr Leben lassen. Russland kann und wird diese Schlacht nicht verlieren und weitere Waffenlieferungen werden daran nichts ändern: sie kommen dort kaum noch an und  können gegen die Übermacht schwerer Waffen der russischen Seite ohnehin nichts ausrichten. Die Ukrainer als Kanonenfutter bis zur letzten Patrone in diese Schlacht zu treiben ist mörderischer Wahnsinn.
(wird fortgesetzt)

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Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14

Es war das Zündnadelgewehr, das den “Deutschen Krieg” zwischen Preußen und Östereich entschied. Kurz zuvor hatten die beiden  Mächte noch gemeinsam Dänemark besiegt, doch sich beim Streit um Schleswig und Holstein dann derart überworfen, dass es 1866 zur Schlacht in Königgrätz in Böhmen kam. Dass bei den etwa gleichstarken Truppen (jeweils etwa 200.000 Mann) die Östereicher  schnell unterlagen und ein Vielfaches an Verlusten und Verletzten erleiden mussten, verdankten die Preußen der technischen Innovation dieses Gewehrs, mit dessen Entwicklung  für die preußische Armee der Büchsenmacher Nikolaus von Dreyse 1840 begonnen hatte. Nachdem er sich  bei der Arbeit an einem Vorderlader mit seinen neuartigen Patronen die Hand verletzt hatte,  hatte er einen Hinterlader entwickelt. Er ermöglichte nicht nur eine 3-mal schnellere Schussfolge als traditionelle Vorderlader, sondern konnte vor allem auch im Liegen nachgeladen werden, sodass die Schützen länger in Deckung bleiben konnten.  Nachdem Preußen dank dieser militär-technischen Innovation seine Macht in Deutschland zementiert hatte, setzte vor allem in Frankreich ein Rennen um die Herstellung solcher “Schnellfeuerwaffen” ein, die dann auch bald, mit dem  “Chassepotgewehr” im folgenden deutsch-französischen Krieg, zum Einsatz kamen.


Mir fiel diese historische Etappe der Rüstungsspirale jetzt im Zusammenhang mit den hypersonischen Raketen wieder ein, die einen ähnlichen Vorsprung durch Technik markieren wie einst das erste “Schnellfeuergewehr” – und das US-Imperium samt NATOStan so verwundbar machen, dass das kleine Russland , eine “Regionalmacht  mit Tankstelle”(Barack Obama),  es wagen kann, ihnen die Stirn zu bieten. Gegen einen Einschlag von Kinzhal, Zircon & Co. kann sich derzeit niemand verteidigen und es wird Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis Abwehrmöglichkeiten gegen die wortwörtlichen Blitzeinschläge dieser Präzisionsraketen entwickelt worden sind. Russland hatte die “unbesiegbare” Waffe in den vergangenen Wochen zwei Mal eingesetzt, um große Munitionsdepots der Ukraine zu zerstören, und diese Demonstration führte dann zu einer gewissen Hektik in Washington. Wo sogleich  die “bisher geheimgehaltene” Arbeit an einer hypersonic missile gelüftet und von einem ersten Test berichtet wurde, der allerdings so ausfiel, dass die USA – so Bloomberg News – “weiter hinter Russland und China zurückfallen”. Es wird also noch etwas dauern, das “Gleichgewicht des Schreckens” wieder herzustellen, weshalb ich schon 2018, als der militärtechnische game changer erstmals vorgestellt wurde, die außen,-und verteidigungspolitische Parole  “Don’t mess around with Ivan!” ausgegeben und 2019 ein Bekenntnis abgelegt hatte, wie ich lernte, die Bombe zu lieben:

Was wir hier haben – schon einsatzbereit im Arsenal der russischen Armee oder getestet und aktuell in Produktion – ist für das amerikanische Imperium mehr als nur eine Ansage, es ist seine Niederlage. Mit der 2002 von George W.Bush vollzogenen einseitigen Kündigung des ABM-Vertrags, der den Bau von anti-ballistischen Raketen verhinderte – in dem Glauben, dass das von Yelzin herunter gewirtschaftete Russland ohnehin nichts auf die Beine stellen kann – haben sich die USA fatal ins Knie geschossen. Ganz nach der geopolitischen Regel “Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach” haben die schlauen Russen mit weniger als einem Zehntel des US-Rüstungsetats Verteidigungssysteme entwickelt, die unbesiegbar sind. Natürlich können USA und Nato mit ihrem Vielfachen an Material in Russland immensen Schaden anrichten – aber nur um den Preis, umgehend komplett in Schutt und nukleare Asche zu versinken, oder in per “Poseidon” nuklear ausgelösten gigantischen Tsunamis.

Immensen Schaden konnte vor 200 Jahren auch schon Napoleon anrichten und sogar Moskau in Brand stecken, was seine finale Niederlage aber nicht verhinderte.  Wenn das transatlantische Imperium in vergleichbarer Hybris heute zum gewaltsamen  “regime change” in Moskau wirklich antreten würde, müsste es ein ähnliches Schicksal befürchten – und das ist der Grund, warum es nur Ukrainer (und Europäer) in einen aussichtslosen Kampf treibt, selbst aber “keinen Krieg mit Russland” (Außenminister Blinken) will. Ich hatte hier schon vor dem Einmarsch geschrieben, dass die Russen mit ihrem Arsenal in der Lage wären, die Ukraine in drei Tagen in Schutt und Asche zu bombardieren und “Mission accomplished!” das Land zu besetzen, aber seit dem 24. Februar scheint klar, dass die “Operation Z” nicht als Bombenkrieg im US-Stil geführt wird, sondern systematisch ihrem angegebenen Ziel “De-Militarisierung” folgt und Miliätreinrichtungen zerstört. Es geht Russland nicht um Besatzung, sondern um eine Sicherheitszone vor seiner Haustür, die es bedroht sieht, wenn dort faschistoide anti-russische Neo-Nazis über NATO-Raketen verfügen. Dieses Sicherheitsinteresse haben die Russen acht Jahre lang artikuliert und vergeblich eine Einigung in Minsk gefordert, jetzt versuchen sie, es mit Gewalt durchzusetzen, wobei die neuen Superwaffen nur als Abschreckung im Hintergrund eine Rolle spielen. Aber ohne diesen hypersonischen Vorsprung, denke ich, hätte Putin diesen Angriff nicht gewagt, und wenn er 2014 zur Verfügung gestanden hätte, wohl schon beim Maidan-Putsch eingegriffen.
On the ground läuft unterdessen die Operation nach der stoischen Auskunft des russischen Verteidigungsministeriums “wie geplant” weiter – langsam aber sicher, wenn man dem täglichen Briefing  und der Liste des Gesamtschadens bis zum 11.4. glauben darf:

“In total, 129 aircfaft and 99 helicopters, 243 anti-aircraft missile systems S-300, Buk-M1, Osa AKM, 441 unmanned aerial vehicles, 2,079 tanks and other armored combat vehicles, 239 multiple launch rocket systems, 909 field artillery and mortars, as well as 2,003 units of special military vehicles of the Armed Forces of Ukraine were destroyed during the operation.”

Dass Kriegskanzler Scholz mit der Ausfuhrgenehmigung für 56 gute alte DDR-Panzer dieses Schützenfest noch bereichert, wird am Ausgang des Kriegs nichts ändern, gilt aber als Goodwill für seine Verlängerung. Und anti-russischer Goodwill ist auch für das EU-Parlament das Gebot der Stunde, selbst um den Preis des ökonomischen Suizids:  Eine Mehrheit der Abgeordneten im EU-Parlament hat einen sofortigen Lieferstopp von Öl, Kohle und Gas aus Russland gefordert und verlangt außerdem, dass NordStream 1 und NordStream 2 vollständig aufgegeben werden. Auch wenn das EU-Parlament zum größten Teil aus Parteisoldaten besteht, die sich zu Hause als untauglich erwiesen haben, muss man diese inkompetenten Gestalten doch fragen, oder besser:  anbrüllen, ob sie völlig wahnsinnig geworden sind und  Europa, seine Bürger und Industrie sehenden Auges vor die Wand fahren wollen ? Michael Hudson empfiehlt halb im Scherz, doch auch gleich noch den Euro aufzugeben und wie “eine etwas größere Version von Puerto Rico” weiterzumachen:  “Wo man so ziemlich aufgehört hat, als politisch unabhängiger Staat zu agieren sieht  es eher schon wie Panama oder Liberia aus – ‘Billigflaggen’-Offshore-Bankenzentren, die keine wirklichen ‘Staaten’ sind, weil sie keine eigene Währung ausgeben, sondern den US-Dollar verwenden.”
Willkommen in den verarmten Kolonien des  US-Imperiums, die vom Zufluß günstiger Energie und vom Handel und Wandel mit Eurasien abgeschnitten werden konnten, weil sie sich in einen Stellvertreterkrieg für eine korrupte Oligarchenrepublik locken liesen. Begrüssen wir die neuen Patienten am Tropf von US-Flüssiggas, das knapp und teuer ist, aber gerade genug, um sie soweit am Leben zu halten, dass sie Waffen und Weizen bei uns kaufen können.

Aber pssssttt….Wirtschaftsminister Habeck, mal kurz herhören. Bevor das Licht ausgeht, der Sprit versiegt und die Hälfte aller Betriebe dicht machen muß obwohl alle Deutschen stramm gegen Putin nur noch sonntags warm duschen ….wir hätten da was anzubieten. Ganz legal, ohne gegen Russen-Inquisition und Sanktions-Gebote zu verstossen. Nennt sich “Lettisch Blend”, läuft auch in den USA schon super und fällt nicht unter die Prohibition. Weil es nur zu 49,99 % aus russischem Öl besteht!  Der Rest kommt garantiert aus anderen Quellen. Ist ne sichere Sache, lief auch schon mit dem Stoff aus dem Iran prima. Wird bißchen teurer, aber hey, die Freiheit der Ukraine ist es wert… und voll legal. Alles klar? Call your local dealer….

(wird fortgesetzt)

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Drei Riesen und die “neue Ära der Multipolarität” (12.02.22)
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Return of the Kremlmonster: Kuba-Krise reloaded (18.01.22)

Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)

Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 13

Zwar verlautet aus den ukrainisch-russischen Verhandlungen, dass es Moskau nicht um einen Regierungswechsel in Kiew und einen Austausch des Präsidentendarstellers geht, doch was  Herr “X”elenski  gerade der israelischen Zeitung “Haaretz” über seine Pläne für die Nachkriegs-Ukraine erzählt hat, die er zu einem hochgerüsteten “Groß-Israel” machen will, scheint den Chancen auf die Fortsetzung seiner Amtszeit eher nicht förderlich:

“Die Ukraine wird definitiv nicht so sein, wie wir sie uns von Anfang an vorgestellt haben. Das ist unmöglich. Absolut liberal, europäisch – so wird sie nicht sein. Sie [die Ukraine] wird definitiv aus der Kraft eines jeden Hauses, eines jeden Gebäudes, einer jeden Person entstehen”, sagte Zelensky. “Wir werden ein ‘Groß-Israel’ mit eigenem Gesicht werden.” Der ukrainische Führer sagte, er erwarte eine starke Militarisierung der Gesellschaft. “Wir werden nicht überrascht sein, wenn wir Vertreter der Streitkräfte oder der Nationalgarde in Kinos, Supermärkten und Menschen mit Waffen sehen. Ich bin zuversichtlich, dass die Frage der Sicherheit in den nächsten 10 Jahren das Thema Nummer eins sein wird.”

Was das “eigene Gesicht” betrifft, meint er hoffentlich nicht die Nazihorden, die er seit Jahren auf die Bürger des Donbass feuern läßt und die vor dem Februar 2022 auch noch für westliche Medien ein Thema waren. Mit dem Geld des Oligarchen Ihor Kolomoisky, der auch Zelenskis Wahl finanzierte, und mit US-Unterstützung wurden diese Milizen seit 2013 aufgebaut und  dann in die offizielle Nationalgarde integriert. Ihre Ideologie läßt sich mit mit einem einzigen Wort beschreiben: “anti-russsich”.
In “Wir sind die Guten” (2015/19) hatte ich das Dilemma des Nationalgefühls der Ukraine kurz umrissen, die abgesehen von einigen Monaten nach dem Ersten Weltkrieg als unabhängiger Staat erst seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 existiert. Als Helmut Schmidt im Zusammenhang mit dem Maidan-Putsch 2014 sagte, die Ukraine sei “kein Nationalstaat” und es ein Irrtum sei anzunehmen, “dass es ein Volk der Ukrainer gäbe, eine nationale Identiät”, prasselten auf den Altbundeskanzler zwar reichlich Beschimpfungen (“russische Propaganda”, “Putinversteher”) nieder, historisch war das provokante Resümee Schmidts aber durchaus korrekt. Auch wenn ukrainische Schulbüchern seit 20 Jahren eine legendäre, bis auf das Königreich der Skythen im 1. Jahrtausend v.Chr. zurückgehende Nationalgeschichte konstruieren, driften ernsthafte Historiker bei der Suche nach origniär russischen beziehungsweise ukrainischen Wurzeln weit auseinander.

“…..und dies nicht erst, seit der Zar 1876 die ukrainische Sprache in der Öffentlichkeit verbot und statt der ethnischen Bezeichnung »Ukrainer« den Begriff »Kleinrusse« dekretierte. Auch in der Nationalgeschichte des Königreichs Polen, das lange über große Teile der heutigen Ukraine herrschte, waren die dortigen Einwohner »Kleinpolen«, und für Kaiser Franz-Joseph in Wien, dessen k. u. k. Monarchie sich bis nach Galizien erstreckte, die »Tiroler des Ostens«. Nicht mehr als kaisertreue brave Bauern, aber auch nicht weniger – weshalb die vergleichsweise liberale Vielvölkermonarchie Österreich-Ungarn im Gegensatz zur Herrschaft der russischen Zaren und des polnischen Adels als Imperialmacht noch am ehesten gelitten war. In Lemberg (Lviv) gab es um die vorletzte Jahrhundertwende jedenfalls mehr Franz-Joseph-Denkmäler als in Wien.(…)
Dass sich ukrainische Patrioten, die gegen die Herrschaft der Polen in der Westukraine kämpften, der Hitler-Armee anschlossen und sich auch an deren Massakern zur Ausrottung der Juden beteiligten, ist für die ukrainischen Patrioten, die mit der Roten Armee die Ostukraine gegen den Ansturm der Deutschen verteidigte, ebenso untragbar wie umgekehrt die Tatsache, dass im Osten der Sieg über den Faschismus im »Großen Vaterländischen Krieg« – und damit auch Stalin – historisch identitätsstiftend sind.”  (…)
Eine nationale Identität, unter der sich ein Teil der Bevölkerung als Opfer (des sowjetischen Kommunismus) fühlt und ein anderer als Sieger (über den Faschismus), ist schlechterdings nicht vorstellbar. Und so konnte es auch seit der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 nicht gelingen, eine solche Quadratur des Kreises herzustellen – auch nicht im Rückgriff auf die kurze Existenz einer Ukrainischen Volksrepublik am Ende des Ersten Weltkriegs. (“Wir sind die Guten”, S. 32 ff.)

Ein solcher Rückgriff wurde seitens des Westens allerdings schon im Vorfeld des Maidan  mit der ideologischen und militärischen Aufrüstung des “Rechten Sektors” unternommen, was die kaum mehr als zwei Jahrzehnte existierende und um ein nationales Narrativ ringende Ukraine noch weiter auseinanderriß. Und prompt erließ das mit dem Putsch installierte Regime als erstes Verdikt ein Verbot der russischen Sprache – die über ein Drittel der Bevölkerung zu Hause spricht –  und praktizierte damit ein Rollback in das Jahr 1918, in dem Kiew von drei verschiedenen Mächten beherrscht wurde.

Der in Kiew aufgewachsene Arzt und Schriftsteller Michail Bulgakow beschrieb diese schreckensreichen Jahre in seinem autobiografisch geprägten Roman “Die weiße Garde”, in dem er aus seiner tiefen Abneigung gegen die roten Revolutionäre keinen Hehl macht, den entstehenden ukrainischen Nationalismus aber noch viel furchtbarer findet, vor allem weil er »die russische Bevölkerung terrorisiert mit einer scheußlichen Sprache, die es gar nicht gibt«. In dieser Neuerfindung liegt für Bulgakow die Wurzel des Nationalismus, und schon in seinem ersten Roman erweist sich der spätere Autor von “Der Meister und Margerita” als der satirische Großmeister der Weltliteratur, wenn er die neue Sprachverwirrung mit beißendem Spott beschreibt:

»Vorgestern fragte ich diese Kanaille Doktor Kurizki, der kann seit November vorigen Jahrs plötzlich kein Russisch mehr. Früher Kurizki, jetzt ukrainisch Kuryzky. Ich frage ihn also, wie Kater (russisch Kot) auf Ukrainisch heißt, das wußte er noch (Kit), aber als ich ihn fragte, wie der Wal (russisch Kit) heißt, glotzt er mich an und schweigt.«

Die Etablierung des Ukrainischen, das nichts anderes als Russisch mit ein paar abgeleiteten Vokalen ist und als Bauernsprache keine Worte für die Tiere hat, die nicht auf Feld und Flur leben, die Einführung dieses Dialekts als Nationalsprache war für den Wortkünstler Bulgakow nicht ein neuer, patriotischer Anfang, sondern ein Rückschritt in einen beschränkten, bornierten Nationalismus.” (“Wir sind die Guten”, S. 36 f.)

Die Erwähnung dieses Sprachenstreits  brachte mir 2015 in der FAZ  mit dem Vorwurf “rassistische Esoterik” und  “Volksverhetzung”  zwar eine Top-Platzierung auf der nach oben offenen Diffamierungs-Skala ein. Doch die war unverdient, denn die ehemalige “Qualitätszeitung” unterschlug einfach,  dass ich mir den Hinweis auf den bornierten ukrainischen Nationalismus und  “die scheußlichen Sprache, die es gar nicht gibt” nicht selbst ausgedacht, sondern  Michail Bulgakow zitiert hatte, einen der größten Schriftsteller des Landes. Ich selbst verstehe zu wenig Russisch oder Ukrainisch um zu beurteilen, ob Bulgakows Einschätzung tatsächlich richtig ist, aber genug von Linguistik und Dialektverschiebungen um ihr zustimmen zu können. In Zürich, wo ich in letzter Zeit meist bin, wird zum Beispiel mein Berliner “Hochdeutsch” mit hessischem Einschlag überall einwandfrei verstanden, umgekehrt verstehe ich aber nur etwa 80% wenn die Zürcher reden und kaum noch die Hälfte, wenn Bündner oder Appenzeller unter sich sind – dass aber alle Schwiizerdütsch sprechen, welches sich aus dem Deutschen ableitet, würde kein vernünftiger Mensch bestreiten. Gerade die Eidgenossenschaft, wo auch noch Französisch, Italienisch und Räto-Romanisch gesprochen wird, ist ja das beste Beispiel dafür, wie wenig eine “Nationalsprache” mit einer stabilen staatlichen Gemeinschaft und einem nationalen Narrativ zu tun haben muss. Die Ukraine aber hat außer ihrem Dialekt keinen wirklich identitätsstiftenden “Unique Selling Point”, kein nationales Narrativ, das sich groß von der russsischen Nationalgeschichte unterscheidet. Weshalb die anti-russische Sprachpolitik der Nationalisten dort an der übergroßen Glocke hängt –  neben den übergroßen Denkmälern ihres Nationalhelden und SS-Kollaborateurs Stepan Bandera, der mit Hitlers Armee russische (und jüdische) “Untermenschen” liquidierte.
Dieser Mangel an brauchbaren historischen und kulturellen Identifikationsmöglichkeiten scheint mir der Grund zu sein für die irrsinnige Überhöhung sowohl der ukrainischen Russophobie als auch  der Originalität ihres Russischdialekts . Denn darüber hinaus hätten  die wehrhaften “Tiroler des Ostens” (Kaiser Franz Joseph) im ent-militarisierten Neu-“Groß-Israel” eines Präsidenten Zelinski (??) tatsächlich nicht allzuviel zu bieten. Und könnten eigentlich nur froh sein,  wenn ihnen ihre rassistischen Hakenkreuzler und Ekel-Nazis von der “Operation Z” vom Hals geschafft worden sind – und sie ihren rassistischen Nationalismus in patriotische Folklore verwandeln können. Im Idealfall in eine militärisch neutrale Eidgenossenschaft mit mehreren Amtssprachen, großer Autonomie der Kantone und – notfalls –  einem Reservat für Unverbesserliche in dem gilt:  folkloristische Fackelmärsche zum Führergeburtstag nur noch unbewaffnet, ohne Hassreden und unter Polizeiaufsicht!


In einem Forum las ich gestern einen schönen Witz: Treffen sich zwei Sowjet-Soldaten im Mai 1945 vor dem Berliner Reichstag. “Was schaust du so geknickt, Genosse?” – “Na ja, wir haben den Informationskrieg gegen Goebbels verloren.”  Das droht den Russen auch jetzt wieder, wobei man mittlerweile allerdings auf NBC schon dazu sagt, dass es im “Informationskrieg” nicht mehr darauf ankommt, ob eine Geschichte wahr ist, sondern nur darauf dass sie “rüberkommt”. Da Filmteams des ukrainischen Geheimdiensts an verschiedenen Orten bei ihren Drehs beobachtet wurden, hat das russische Verteidigungsministerium unterdessen schon die Locations gemeldet, von denen die nächsten Massaker-Videos zu erwarten sind. Nach den Giftgas-Inszenierungen der “White Helmets” in Syrien scheint hier einmal mehr ein starkes Odeur des britischen MI-6 in der Luft zu liegen. Wenn “on the ground”  militärisch nichts mehr zu richten und keine “Erfolge” von der Front zu melden sind,  sind Horrorvideos über die barbarische Bestialität des Feinds die letzte Waffe der Mobilmachung. Willkommen im Propaganda-Imperium der Lügen.

Zwei Lichtblicke der Wahrheit will ich aber nicht vorenthalten: zum einen das kurze Porträt eines korrupten, zum Präsidenten aufgestiegenen Komikers, der zur Zeit weltweit auf Video-Tour in den Parlamenten Waffen für den 3.Weltkrieg einfordert -… was der gute alte Fritz natürlich nicht in der ARD, aber (noch) im Küppersbusch TV auf Youtube zeigen kann. Sowie einige kurze Videoausschnitte aus der  Tucker Carlson Show (ab Min 3:00), die einen alten Herrn zeigen, der auf einer Party in seinem eigenen Haus konfus herumläuft und mit dem niemand reden will.  Was komisch sein könnte, wenn es sich dabei nicht um den Commander In Chief des Weltkriegs handeln würde, für den der korrupte Komiker gerade Reklame macht. Sich solchem Führungspersonal im Frieden anzuvertrauen, scheint eine abenteuerliche Idee, unter ihnen und für sie in den Krieg zu ziehen, ist selbstmörderischer Wahnsinn. In den sich Politik und Medien derzeit aber regelrecht hineinsteigern. , in Deutschland und der ganzen EU: “Sit back and watch Europe commit suicide”, empfiehlt Pepe Escobar und fragt: “Wenn es das Ziel der USA ist, Russlands Wirtschaft durch Sanktionen und Isolation zu zerstören, warum befindet sich dann Europa im freien Fall?”

(wird fortgesetzt)

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Notizen vom Ende der unipolaren Welt –  2 (14.03.22)
Notizen vom Ende der unipolaren Welt – 1 (13.03.22) 
Das Kriegsmotiv (08.03.22)
Was spricht eigentlich gegen eine militärisch neutrale Ukraine? (6.3.22)
Warum ich noch immer Putinversteher bin (25.02.22)
Das Jugoslawien Russlands in der Ukraine – und NATOstan muss wütend zuschauen (24.02.22)
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Notizen vom Ende der unipolaren Welt -12

Während mit fragwürdigen Bildern aus Buschta einmal mehr Schuldzusweisungen vor jeder Sachaufklärung stehen, deutet auch bei diesem Schaustück von  Gräueltaten einiges darauf hin, dass sie alsbald – wie schon die aus Mariupol kolportierten “Massaker” (“Kinderkrankenhaus” /”Theater”) – der Abteilung FN (FakeNews) und FF (FalseFlag) zugeschlagen werden müssen.
“Liefert die Bilder, ich sorge für den Krieg” hatte Medienzar Hearst einst seine Leute in Kuba angewiesen, als der amerikanisch-spanische Krieg um die Insel angezettelt werden sollte und nicht anders halten es die Medienkonzerne bis heute. Gräuelpropaganda über die Bestialität des Feinds gehört seit je zum Standard-Repertoire der Kriegsführung, in neuerer Zeit waren es die falschen Brutkastenbabys im Irak oder das falsche Giftgas in Syrien, mit denen die Feinde des Westens als brutale Tyrannen in die Schublade “Untermenschen” verfrachtet werden sollten. Bringt Auflage, macht Klickzahlen, heizt die Stimmung an und macht klar, dass der Feind schlicht barabarisch ist. Und “wir” somit auf jeden Fall die Guten. Jedenfalls solange der UN-Sicherheitsrat unter Vorsitz Großbritanniens  die Prüfung einer Gegendarstellung Russlands ablehnt   und die Präsidenten ungeprüft reihum das ukrainische Narrativ übernehmen, von dem man  selbst im Pentagon nichts weiß. Willkommen im Nebel des Propagandakriegs und seinen Psychologischen Operationen.

Ich habe in den letzten Tagen von Freunden und Feinden einige Beschwerden erhalten, dass meine Notizen es an Empörung über Russlands Einmarsch und Empathie gegenüber den Opfern fehlen lassen. Das mag so scheinen. Aber ich habe mein Rolle als Journalist und Autor schon immer eher darin gesehen, nicht zu wiederholen, was sowieso schon in jeder Zeitung steht, sondern stattdessen zu schauen, was dort nicht steht und warum. Insofern fehlen in diesen Notizen die regelmäßigen Hinweise auf brutale Russen, sympathische Ukrainer oder die friedliebende NATO. Und da ich kein Opersänger, Sportler oder Bühnenstar bin und keine russischen Eltern habe, laufe ich auch nicht Gefahr “gecancelt” zu werden, weil meine “Distanzierung von Putin” nicht weit genug geht… oder weil ich mir im Kaufland noch kein blau-gelbes Fähnchen mit “solidarischen” SS-Symbolen besorgt habe. (UPDATE: Kein Fake aber mittlerweile aus dem Sortiment entfernt)


Meine persönliche “Politisierung” begann im Alter von 14 oder 15 mit den Bildern des Vietnam-Kriegs und der Verständnisschwierigkeit, dass man Reisbauern in Asien bombardieren muss um die “Freiheit im Westen” zu verteidigen. Das wollte mir irgendwie nicht in den Kopf, obwohl es überall in den Nachrichten verkündet wurde. Genausowenig wie einige Jahre später der erste Putsch, den ich bewusst wahrnahm, als in Chile ein sozialdemokratischer Präsident von faschistischen Militärs ermordet wurde und die Zeitungen von einem begrüßenswerten “Regierungswechsel” schrieben. Dieses frühe Misstrauen in die Berichterstattung über Kriege und Militäroperationen hat sich in den Jahrzehnten danach immer wieder bestätigt und meinen Blick auf die dahinter stehenden geo,- und machtpolitischen Interessen gelenkt. Auf das historische “Great Game”, das die großen imperialen Mächte seit Jahrhunderten spielen, auf dem geopolitischen Schachbrett. Distanziert auf ein “Spiel” zu schauen, das blutiger Ernst ist, kann kalt und emotionslos wirken, ist aber zum Erkennen der Lage notwendig. Wer keinen Schritt zurücktritt um Kontexte und Zusammenhänge zu erfassen, kann aktuelle Vorgänge nicht richtig begreifen, wer sich von Emotionen leiten läßt keine realistischen Einschätzungen treffen, wer nur auf den Schrecken und Auswirkung des Kriegs starrt, seine Ursachen und Logik nicht verstehen. Wer aber Kriege beenden will – und als “Stammhalter” meines vorgestern 100-jährigen Vaters will ich das unbedingt – muss ihre Ursachen verstehen und beseitigen. “Aufhören!” zu schreien hilft nicht. Zumal in einem historischen Moment, der mir als Anfang vom Ende der unipolaren Welt vorkommt, ein Umbruch und Paradigmenwechsel von epochaler Bedeutung und weit mehr als ein blutiger “Nachbarschaftsstreit” ukrainischer und russischer Nationalisten. Alystair Crooke, Ex-Diplomat und Konfliktforscher, hat die aktuelle geopolitische Lage “in der Europa und die USA vereint wie selten sind und paradoxerweise der “Westen” allein wie nie” mit einer Schach-Anekdote beschrieben:


Es kommt sehr oft vor, dass eine einzige Anekdote einen historischen Moment fast vollständig zusammenfasst. Und das ist hier der Fall: Im Jahr 2005 setzte sich Zbig Brzezinski, der Architekt Afghanistans als Sumpf für die Sowjetunion und Autor des Buches The Grand Chessboard (das das Mackinder-Diktum “Wer das asiatische Kernland kontrolliert, kontrolliert die Welt” in die US-Außenpolitik einbettete), in Washington mit Alexander Dugin, dem russischen politischen Philosophen und Verfechter einer kulturellen und geopolitischen Renaissance des “Kernlandes”, zusammen.
Brzezinski hatte bereits in seinem Buch geschrieben, dass Russland ohne die Ukraine nie zur Kernlandmacht werden würde, aber mit ihr kann und würde es das. Das Treffen wurde mit einer Fotoreportage eines Schachbretts zwischen Brzezinski und Dugin inszeniert (um für Brzezinskis Buch zu werben). Dieses Arrangement mit einem Schachbrett veranlasste Dugin zu der Frage, ob Brzezinski Schach als ein Spiel für zwei Personen betrachte: “Nein, Zbig schoss zurück: Es ist ein Spiel für einen. Sobald eine Schachfigur bewegt wird, dreht man das Brett um und bewegt die Schachfiguren der anderen Seite. In diesem Spiel gibt es ‘keinen anderen'”, beharrte Brzezinski.
Natürlich war das einhändige Schachspiel in Mackinders Doktrin implizit enthalten: Das Diktum “Wer das Kernland kontrolliert” war eine Botschaft an die englischen Mächte, niemals ein geeintes Kernland zuzulassen.

20.03.14 09:19-BildschirmkopieProfessor Dugin, hierzulande gern als rasputin-artiger Einflüsterer Putins porträtiert, kommt in seinem aktuellen Vortrag zum Ukraine-Konflikt auf dieses Erlebnis zu sprechen und sagt, dass mit dem russischen Einmarsch jetzt jemand aufgestanden sei und mitspielen würde. Und noch ein Dritter – China – bereitstehe, der es leid ist, immer nur das Brett vorgesetzt zu bekommen auf dem nur einer ziehen darf. Willkommen beim multipolaren 3-D-Schach der künftigen Geopolitik, in der NATOStan mit seinem Monopoly-Spiel nicht weiterkommt. Weil Russland sich weigert, direkt vor seiner Haustür atomare “Hotels” aufstellen zu lassen. Könnte man, mit Blick auf den Spielplan zwar verstehen, tun die Monopolysten aber nicht.
Deshalb jetzt dieser Krieg, bei dem die Historiker dereinst noch streiten werden, wer für den ersten Schuß eigentlich verantwortlich ist: Kiew, das seit 2014 auf seine Bürger im Donbass feuert (und am 14. Februar 2022 eine große Offensive startete, siehe OSCE-Grafik oben),  oder Moskau, das seit dem 24.2. 22 “zurückschießt”….weil Wladimir der Schreckliche sich die alte Sowjetunion wieder einverleiben will…oder weil das Imperium mit seinem greisen Kaiser “Sleepy Joe” zum regime change auf Moskau vorrückt, um China matt zu setzen.

“Auf dem großen Schachbrett des Imperiums ist Russland die Dame, aber China ist der König. So wie es beim Schach hilft, die stärkste Figur des Gegners auszuschalten, um leichter Schachmatt zu setzen, wäre das US-Imperium gut beraten, zu versuchen, Chinas nuklearen Supermacht-Freund zu stürzen….” schreibt Caitlin Johnstone, und zitiert zu den gescheiterten Sanktionsforderungen an China den Tweet:  “Can you help me fight your friend so that I can concentrate on fighting you later?” Dass Russland nicht allein steht sondern  mit China einen mächtigen Partner zur Seite hat – dass Dame und König sich gegenseitig schützen und enger zusammenstehen als je zuvor – war die erste Lektion im multipolaren Schach, die die Monopoly-Strategen lernen mussten. Die zweite war, dass der Angriff auf den Rubel nicht zu seinem Ruin, sondern zum Bumerang des Gasrubels geführt hat, der nach Ansicht von Goldman Sachs jetzt die globale Dominanz des Dollars bedroht. Und die dritte wird sein, dass auch weitere Sanktionen Russland ökonomisch zwar schmerzen, politisch aber nicht davon abbringen werden, das existenziell empfundene Ziel einer militärisch neutralen Ukraine durchzusetzen. Auch die Welle an rassistischem Hass und Diskriminierung, die russischstämmigen Menschen derzeit entgegenschlägt,  wird nicht dazu führen, dass sie sich gegen ihre Regierung wenden (die Zustimmung für Putin liegt derzeit bei 81% !), sondern gegen den Westen, der “woke” und “divers” zu sein behauptet  und sich hemmungslos als Imperium des Hasses geriert. 

Auch wenn mit PsyOps ein Krieg am Boden nicht zu gewinnen ist, ist demnächst noch einiges aus dieser Richtung zu erwarten, da die ukrainische Armee  zu keinen strategischen Manövern mehr fähig ist und nur noch versuchen kann, mit Gräuelpropaganda den Rest der Welt aktiv in diesen Krieg hineinzuziehen. Weil Russland gedroht hat, auf ein Eingreifen der NATO mit seinen hypersonischen Raketen zu reagieren und anders als in der Politik im Pentagon niemand mehr davon ausgeht, dass Putin blufft, wird es dazu wohl aber nicht kommen. Es ist also damit zu rechnen, dass im Westen Emotionen und Hysterie weiter hochgekocht werden, während die “De-Militarisierung” am Boden  systematisch weitergeht. Russland hat die “Operation Z” bisher mit einer kleinen Streitkraft von etwa 150.000 Soldaten durchgeführt, die gegen die etwa dreimal so starken ukrainischen Truppen schon über 40% des Landes  und nahezu sämtlich Luft-und Seestreitkräfte unter ihre Kontrolle gebracht haben. Und sie werden die methodische Zerstörung von Militäreinrichtungen Tag für Tag fortsetzen, bis in Kiew die Weisse Fahne geschwungen wird. Wie schon gesagt, ist dies für die Russen ein existenzieller Krieg, den sie nicht verlieren können ohne unterzugehen. Mit dem Einmarsch in die Ukraine ist Mütterchen Russland “All in” gegangen und wird notfalls sein gesamtes Arsenal an Waffen und Truppen (800.000 Mann) einsetzen, um eine neue jelzin-artige US-Marionette im Kreml und Exxon/BP/Shell-Fähnchen über seinen Öl,-und Gasfeldern zu verhindern. Es wird sich seinen angestammten Platz im “Kernland” von den anglo-amerikanischen Mackinder-Jüngern nicht nehmen lassen.

Ich hatte hier unlängst schon auf das äußerst lesenswerte  Hintergrundgespräch mit Jacques Baud verwiesen, der als Oberst des Schweizer Militärgeheimdiensts als Waffeninspektuer für die UN und die NATO  in der Ukraine und Russland gearbeitet hat. Hier ein weiterer aktueller Text dieses Experten, der im Unterschied zu den ahnungslosen Sessel-Strategen, Laptop-Bombern und unverantwortlichen Kriegshetzern in den Medien weiß, wovon er redet und wie die militärische Situation in der Ukraine realistisch einzuschätzen ist. (UPDATE: Free21 hat den  Text von Jacques Baud übersetzt)

(wird fortgesetzt)

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