
Dass es bei dem Konflikt in der Ukraine im Kern um einen globalen Wirtschaftskrieg geht, den mehr als 100-jährigen Kampf der anglo-amerikanischen Mächte, Handel und Wandel zwischen Europa und Asien im Allgemeinen und Deutschland und Russland im Besonderen zu verhindern, hatten wir hier schon mehrfach herausgestellt. Über diese US-Strategie, Europa zu schwächen, schrieb Michael Hudson, Professor der Ökonomie an der Universität Kansas, Anfang April:
“Es ist nun klar, dass der Neue Kalte Krieg vor über einem Jahr geplant wurde, mit einer ernsthaften Strategie, die mit der von den USA angestrebten Blockade von Nord Stream 2 verbunden ist, um Westeuropa (“NATO”) daran zu hindern, durch gemeinsamen Handel und Investitionen mit China und Russland Wohlstand zu erlangen. (…)Vor dem Krieg zur Schaffung von Sanktionen versprachen europäischer Handel und Investitionen einen steigenden gegenseitigen Wohlstand zwischen Deutschland, Frankreich und anderen NATO-Ländern gegenüber Russland und China. Russland lieferte reichlich Energie zu einem wettbewerbsfähigen Preis, und diese Energieversorgung sollte mit Nord Stream 2 einen Quantensprung machen. Europa sollte die Devisen für diesen steigenden Importhandel durch eine Kombination aus Exporten von Industrieerzeugnissen nach Russland und Kapitalinvestitionen in den Wiederaufbau der russischen Wirtschaft erwirtschaften, z. B. durch deutsche Automobilunternehmen, Flugzeuge und Finanzinvestitionen. Dieser bilaterale Handel und diese Investitionen sind nun gestoppt – für viele, viele Jahre, da die NATO die in Euro und britischem Pfund gehaltenen russischen Währungsreserven beschlagnahmt hat…”
Dass sich dieser Diebstahl wie auch die gesamten Sanktionen für Europa nicht als Schuss in den Ofen und auch nicht ins Knie, sondern als ein suizidaler in die Schläfe erweisen könnte, wurde jetzt auf einem Treffen zur Entwicklung der Ölindustrie festeghalten:
“Man hat den Eindruck, dass westliche Politiker und Ökonomen grundlegende ökonomische Gesetze einfach vergessen oder einfach ignorieren wollen. (…)
Ein Nein zu russischer Energie bedeutet, dass Europa systematisch und langfristig die teuerste Region der Welt für Energieressourcen wird. Ja, die Preise werden steigen, und es werden Mittel eingesetzt, um diesen Preissteigerungen entgegenzuwirken, aber das wird die Situation nicht wesentlich ändern. Einige Analysten sind der Meinung, dass dies die Wettbewerbsfähigkeit eines erheblichen Teils der europäischen Industrie, die bereits gegenüber Unternehmen aus anderen Teilen der Welt an Boden verliert, ernsthaft oder sogar unwiderruflich untergraben wird. Nun, diese Prozesse werden sich sicherlich beschleunigen. Es liegt auf der Hand, dass die Möglichkeiten für wirtschaftliche Aktivitäten Europa in Richtung anderer Regionen verlassen werden, zusammen mit den Energieressourcen Russlands. Dieser wirtschaftliche Selbstmord ist natürlich die innere Angelegenheit der europäischen Länder.
Nun haben die unberechenbaren Handlungen unserer Partner – und das sind sie – dazu geführt, dass die Einnahmen im russischen Öl- und Gassektor de facto gestiegen sind, zusätzlich zum Schaden für die europäische Wirtschaft.”
Im letzten Satz haben Sie vielleicht erkannt, wer hier spricht, denn niemand nennt seine ärgsten Feinde notorisch und permanent “Partner”, außer Wladimir Putin. Dem es angesichts des trottelhaften Verhaltens vor allem der Partner aus Dummdeutschland aber immer schwerer fallen dürfte, ein mitleidiges Grinsen zu verbergen. Nicht nur über eine Außenpolitik unter Leitung von Annalena “Russland ruinieren” Baerbock, sondern auch über einen Wirtschaftsminister Habeck, der sein Land in “dienender Führungsrolle” (gegenüber den USA) ökonomisch an die Wand fährt – zur Freude seiner Oberherren in Washington, die sich so jeder europäischen Konkurrenz auf viele, viele Jahre elegant entledigen. Willkommen in der de-industrialisierten Bundesrepublik, deren Autos, Maschinen und Chemieprodukte seit 2022 nicht mehr zu konkurrenzfähigen Preisen hergestellt werden konnten; beim einstigen Export-Weltmeister, der sich selbst strangulierte und mangels preisgünstiger Ressourcen wettbewerbsunfähig wurde. Wenn Sie das nicht glauben, rücken sie vor bis zur nächsten Tankstelle oder studieren Sie ihre Heizkostenabrechnung und bedenken: wir sind hier nicht am Ende der Preisspirale, sondern erst am Anfang. Der “Bär” seine mächtigste Pranke, die Energiewaffe, noch nicht einmal eingesetzt, und dennoch hat Russland, dank der trottelhaften Politik der “Partner” mit ihrem Raub der Währungsreserven und über 6000 Sanktionen, mehr Geld an Erdgas und Öl verdient als zuvor. Der Rubel, den man ruinieren wollte, steigt weiter, und ein Ende des Euro,-und Dollar-Verfalls ist nicht in Sicht, zumal der deutsche Energieriese RWE und auch die Versorger aller anderer EU-Länder haben ihr Konto in Moskau eröffnet, um in Rubel zu zahlen. Von der inkarnierten EU-Inkompetenz von der Leyen vor ein paar Wochen noch streng verboten, aber absehbar unausweichlich und jetzt mit nachträglichem OK versehen.
Dass unterdessen die russischen und amerikanischen Top-Generäle wieder miteinander telefoniert haben, ist ein gutes Zeichen und dass das Gespräch auf Anfrage der USA stattfand deutet an, dass die “Blechköpfe” (JFK) im Pentagon anders als Politiker und Medien die Problematik der militärischen Lage realistisch einschätzen, nachdem sich im Asovstal-Werk mit 2000 Asov-Brigadisten die Elitetruppe der ukrainschen Streitkräfte ergeben hat. Bzw. “evakuiert” wurden, wie Kiew und Brainwashington im neo-orwellianischem Neusprech diese bedingungslose Kapitulation meldeten. Worum es bei dem Gespräch von Valery Gerasimov, dem russischen Generalstabschef, und dem US Joint Chief of Staff Mark Milley ging, ist nicht bekannt, dass der Amerikaner dem russischen Kollegen zu seiner erfolgreichen “Denazifizierungs”-Operation gratulierte eher unwahrscheinlich. Doch nichts anderes haben die Einsatzgruppen der russischen Armee und der Volksrepubliken demonstriert. Anders als wir mit dem “Father Of All Bombs” in Folge #15 noch befürchtet hatten und gleichsam im “Schongang” was die Menschenopfer der eigenen wie auch der gegnerischen Seite betrifft. Als Lehrstück für alle anderen ukrainischen Truppen, die den Anweisungen ihrer NATO-Berater folgen und sich hinter zivilen Geiseln einbunkern: ihr werdet nicht entkommen, außer mit erhobenen Händen.
Da sich in den Katakomben von Azovstal noch weitere Kämpfer befinden sollen, konnten die Gerüchte über hohes NATO-Personal und diskrete Bio-Labore in dieser Festung noch nicht überprüft werden. Um wen es sich aber bei den von Präsident Zelenski als “Helden der Ukraine” gepriesenen Kämpfern handelt, die von NATOstan mit Waffen und Munition ausgestattet werden, zeigt ein Rundgang durch ihr Hauptquartier in Mariupol. Neonazi-“Hurensöhne” vom Übelsten, aber, mit den Worten von George Bush dem Älteren zu sprechen, “unsere Hurensöhne” – und sie werden von den geschichts-und verantwortungslosen Enkeln der deutschen Nazi-Armee unterstützt und gefördert. Willkommen in der Generation “Happy Hitler”, woke, vegan und 150% gender-neutral, aber stramm für Waffenlieferungen an rassistische Faschisten.
Ja aber das ist doch nur eine kleine Minderheit der ukrainischen Armee, die vom Kreml propagandistisch ausgeschlachtet wird! Das zum Stichwort Asow immer wieder bemühte Argument ist in etwa so stichhaltig wie die Aussage, dass die SS – in der West-Ukraine wird deren 1. Galizische Division bis heute gefeiert – ja auch nur eine unbedeutende Minderheit in Hitlers Armee gewesen wäre und nicht die trainierten, ideologischen Kommisare, Antreiber und Schlächter schlechthin.
Wie viele westliche Beobachter hatte ich Ende Februar wegen der großen Überlegenheit der russischen Armee mit einer Art Blitzkrieg gerechnet und der Plan A Russlands sah vielleicht auch so aus, dass Kiew nach dem ersten Vorstoss auf breiter Front die Angriffe auf die Donbass-Republiken einstellen und verhandlungsbereit würde. Was unter einer “Special Military Operation” (SMO) zur De-Militarisierung und De-Nazifzierung, wie sie Putin angkündigt hatte, zu verstehen ist, konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Als dann nach wenigen Tagen nahezu die gesamten Luft,-und Seestreitkräfte sowie die Luftabwehr der Ukraine außer Gefecht gesetzt waren, wurde klar, dass die “De-Militarisierung” weitgehend mit Raketen durchgeführt werden soll und bis heute Tag und Nacht so fortgesetzt wird. Wie weit der erste Gepard-Panzer kommt, dessen Lieferung das ehemalige Nachrichtenmagazin per Eilmeldung für Juli ankündigt, erwarten wir gespannt.
Was die “De-Nazifizierung” betrifft hat die geduldige Belagerung der Asovstal-Festung jetzt ein Beispiel geliefert, wie man solche im Geiste Hitlers und Banderas fanatisierten und von NATOstan ausgerüsteten “Elite”-Truppen besiegt, wenn sie sich hinter dem Schutzschild ziviler Geiseln verbergen: sie werden zermürbt und ausgehungert. Bis sie sich ergeben und in den bereitsstehenden Bus steigen, der sie in ein nahegelegnes Kriegsgefangenlager bringt, oder – sofern bereits an ihren Tatoos als Nazis zu erkennen – in ein Gefängnis und vor das Kriegsgericht. Da in den Volksrepubliken, anders als in Russland, die Todesstrafe möglich ist können sie nur hoffen, nicht vor Ort für das Verbrechen verantwortlich gemacht zu werden, acht Jahre lang auf ihrer russischsprachigen Landsleute geschossen und über 13.000 ermordet zu haben. Dass Nullitäten wie der deutsche Bundeskanzler diese Morde als “lächerlich” bezeichnet haben, wird ihnen vor Gericht wenig helfen.
Genausowenig wie NATOstan die Ausreden, wenn Russland die am 13.Mai vor der UN angekündigten Dokumente über die illegalen Biowaffen-Experimente in der Ukraine vorlegt.
“Eine vollständige vollständige Aufdeckung der Biowaffenaffenkriminalität des Pentagons ist zu erwarten”, meint Pepe Escobar, “und zwar auf Hochtouren. (…) Moskau ist sich voll und ganz bewusst, dass das Bekanntwerden der illegalen Arbeit an verbotenen biologischen Waffen eine existenzielle Bedrohung für den tiefen Staat der USA darstellt. Vor allem, wenn die von den Russen beschlagnahmten Dokumente zeigen, dass Big Pharma – über Pfizer, Moderna, Merck und Gilead – an mehreren “Experimenten” beteiligt war.” Erleben wir gerade nicht nur ein Re-Enactment von Nazis gegen Russen in der Ost-Ukraine, sondern auch Experimente mit Frankenstein-Viren auf den Spuren von Dr.Mengele? Sie werden es erfahren, wenn nicht in der “Tagesschau”, dann hier.
Dort war man sich selbstverständlich auch nicht zu blöd, die massenhafte Kapitulation als erfolgreiche “Evakuierung” unter der Leitung Kiews zu verkaufen – wie ja die Großmedien insgesamt nicht ablassen können, das faktenfreie Narrativ der militärischen Schwäche Russlands und seiner bevorstehenden Niederlage weiter auszumalen. Nach der verlorenen Schlacht in Mariupol klingt die Rhetorik aus Kiew langsam stark wie seinerzeit Baghdad Bob im Irak – mit dem Unterschied, dass die Ansagen von “Comical Ali”, wie der Informationsminister Saddam Husseins genannt wurde, von niemandem ernst genommen wurde, während die phantastische Propaganda des Komikers Zelenski 1:1 auf allen westlichen Kanälen kolportiert wird.
Realitätsnäher als derlei illusionäres Siegesgeheul scheint da ein Blick auf die ethno-linguistische Landkarte der Ukraine, anhand der sich der bis dato unbekannte Plan des russischen Generalstabs und das finale Ziel der Operation möglicherweise deuten läßt. Dass das Verteidigungsministerium in dieser Woche eine große Multimedia-Dokumentation zur historischen “Schlacht um den Dnjepr” online gestellt hat, könnte Zufall sein, aber auch die nächsten Schritte der “Operation Z” anzeigen – und das Ziel, die merhheitlich russischsprachigen Regionen der Ukraine zu einer Föderation von Volksrepubliken zu vereinen. Dass die Falle, die das US-Imperium Russland mit dem Ukraine-Konflikt stellen will – die Verwicklung in einen endlosen, zähen Guerillakrieg a la Afghanistan – in diesen russland-freundlichen Gebieten nicht wirklich funktionieren wird, ist anzunehmen. Dass es zuvor aber um die wunderbare Stadt Odessa zu einem langen, zerstörerischen Kampf wie in Mariupol kommen wird, das kann und will ich mir nicht vorstellen und nur hoffen, dass es schon vorher zu Friedensverhandlungen kommt. Vielleicht, fiel mir heute Nacht ein, wäre es eine Lösung, dass diese Perle am Schwarzen Meer zu einer (zoll-)freien Enklave und Hafenstadt wird, zu der auch die künftige Rumpf-Ukraine Zugang erhält. Ich weiß nicht, ob solch ein Status, etwa wie früher Hongkong, verhandelbar ist, doch um Odessa vor der Belagerung und Raketen zu retten, sollte für Ukrainer und Russen kein Kompromiss zu schlecht sein….
(wird fortgesetzt)
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Mathias Bröckers/Paul Schreyer: Wir sind IMMER die Guten – Ansichten eines Putinverstehers oder wie der kalte Krieg neu entfacht wird, Westend Verlag (2019)














