Astrid Lindgrens “Karlsson vom Dach”, der mit Propellerantrieb gesegnete “grundgescheite Mann in den besten Jahren” ist auch in Russland sehr populär und eine klassische Zeichentrickfigur – die gerade überall wieder in den Blogs auftaucht, weil der Journalist Tucker Carlson aus Washington eingeflogen ist, um Präsident Putin zu interviewen. “Das stört keinen großen Geist”, würde Karlsson dazu sagen, schließlich ist es normal, dass Journalisten Politiker interviewen und sehr bekannte Journalisten eben auch sehr bekannte Politiker – aber die Medien und Politik springen im Dreieck. Bis hin zur Forderung eines Wiedereinreiseverbots für den “Verräter” und Zensur seines Kanals auf “X”. Ähnlich war es vor sieben Jahren auch dem Regisseur Oliver Stone mit seinen Putin-Interviews ergangen, was wie hier im Blog schon gewürdigt hatten:
Der amerikanische Partner
Im folgenden Beitrag am 21.6.2017 hieß es dann:
“Dass selbst ökologisch und ökonomisch aberwitzige Projekte wie die Fracking-Gas-Verschiffung ernsthaft diskutiert werden, zeigt wie wichtig die Sache für die “einzige Weltmacht” ist: es kann und darf zwischen Europa und Asien, zwischen Deutschland und Russland, keinen friedlichen Handel und “Wandel durch Annäherung” (Willy Brandt) geben, weil dieses kontinentale Zusammenwachsen im ost-mitteleuropäischen “Herzland” – wie es einst der britische Geo-Stratege Mackinder nannte und sein jetzt verstorbener Schüler Zbig Brzeziński fortschrieb – die unipolare Vormachtstellung der Vereinigten Staaten verhindert.
Um die und um nichts anderes gehts auch bei dem Streit um “Nord Stream 2”, sowie bei der gesamten grotesken Legende von russischen Aggressionen, Hackern, Wahlbeeinflussungen und der “Bedrohung” unserer “Demokratie” durch Putin – ein Spektakel, das nur dazu dient, eine gefährliche militärische Aufrüstung voranzutreiben. Dass sich schon die Kaiser Napoleon und Wilhelm sowie Herr Hitler äußerst blutige Nasen geholt haben als sie sich mit Mütterchen Russland anlegten scheint dem Westen als historische Lektion offenbar nicht genug, er ist gerade dabei – siehe dazu die lesenswerte Analyse von Dmitry Orlov – schlafwandelnd in einen nuklearen Konflikt zu geraten, den er ebenfalls niemals gewinnen kann. Die “Titanic” hatte das mit ihrem Titel im Mai 2017 schon sehr schön erfasst…”
Aber weder auf die “Titanic”, noch ihren Ex-Chefredakteur (siehe unten) noch gar auf mich hört ja irgendein Schwein. Und so lesen wir in der “Frankfurter Rundschau” unter Berufung auf das “Forbes Magazin”:
“Deutschland bereitet riesige Waffen-Lieferungen für die Ukraine vor” , denn: Die Ukraine baut sich eine „deutsche“ Panzer-Brigade. Jetzt aber! Mit 105 Leopard-Panzern und 90 Marder-Schützenpanzern, die die Ampel-Regierung anrollen lassen will – meist Oldtimer aus den 1980ern, die von Rheinmetall derzeit fahrtüchtig gemacht werden – soll der Endsieg gegen den Iwan jetzt klar gemacht werden. Von den im letzten Jahr schon geliefert 30 Leos sind die meisten mittlerweile hinüber oder in Reparatur in Litauen, der gehypte und heiß diskutierte “game changer” waren sie genauso wenig wie die anderen westlichen Waffensysteme. Auch der nächsten Lieferung wird es nicht anders ergehen. Wer es nicht glaubt, hier für Erwachsene 30 Minuten military porn, was Lancet und Zala mit Leos, Mardern und ihren Freunden anrichten. Dass sie für “Putins Killerdrohne” (stern) schon viele Kilometer hinter der Frontlinie ein gefundenes Fressen sind, ist allgemein bekannt, dass man sie trotzdem anrollen lässt kann also nur damit zu tun haben, dass die Lager geräumt werden sollen und nachbestellt werden muss.
Wie haushoch wir diesmal verlieren ist noch unklar. Als größter Nettozahler neben dem Veranstalter USA führt Deutschland in “dienender Führungsrolle” (R.Habeck) die Tabelle der Verlierer des Ukraine-Spektakels jedenfalls schon mit großem Abstand an. Und muss natürlich weiter in Aufrüstung und “Sicherheit” investieren, weil sonst die Russen kommen. Und da hilft nur schießen. Denn mit denen kann man nicht reden, schon gar nicht mit ihrem ultrabösen Boss Putin – nur Schoßhunde der Diktatoren tun das. Die schurnalistischen Schoßhunde NATOstans dagegen dürfen nur für illusionären Endsieg kläffen, und jaulen, wenn ein Carlson vom Fach (des Journalismus) am Ende zeigen könnte, dass es sich bei diesem Gottseibeiuns Putin um einen “grundgescheiten Mann in den besten Jahren” handelt. Mit dem man reden kann. Das geht ja nun gar nicht.
Das Interview von Tucker Carlson soll heute 8. Februar 6:00 pm Ostküstenzeit (Geisterstunde 24:00) auf seinem X-Kanal gesendet werden
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Neben Clare Daly (Irland) ist Martin Sonneborn (Deutschland) für mich das einzige Mitglied des Spesenritter-Parlaments in Brüssel, das dem Prädikat “Volksvertreter” noch irgendwie gerecht wird – okay, ne Handvoll andere mag ich vergessen haben, aber dass Sonneborn bei der kommenden Europawahl seinen Platz behält ist unbedingt wünschenswert, wichtig, entscheidend. Denn sonst haben wir gar keinen mehr, der diesem Moloch und seiner korrupten Chefkommissarin auf die Finger guckt und Klartext redet. Also: Herr Sonneborn bleibt Brüssel!
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Beim Bachmann-Literaturwettbewerb habe ich Marcel Reich-Ranicki als Chefjuror und Wortwart am Wörthersee in den 1980er Jahren oft erlebt – er konnte sich wunderbar erregen und los labern, positiv oder negativ, aber nie dazwischen, nie lau…und am Ende kam immer Thomas Mann. Und genau so wie in diesem Fake würde er auf den Gaga-Wokismus unserer Tage abgehen (PS: ein Rant des ex-polnischen Russophobikers und Dostojewski-Tolstoj-Liebhabers MRR über Putin/Biden/Nordstream etc. könnte ebenfalls lustig werden.) :
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Mathias Bröckers : Vom Ende der unipolaren Welt, Fifty-Fifty (Oktober 2022), 288 Seiten, 20 Euro














“In diese Richtung wird es laufen, auch wenn “uns” im Westen das nicht gefällt”, schrieb ich damals dazu. Mittlerweile ist es an der Zeit, sich mit Landkarten und Verhandlungen in dieser Richtung anzufreunden – bevor Zelensky mit dem Volkssturm aus 16 und 60-jährigen, den er jetzt einberufen will, weitere sinnlose Menschenopfer auf dem Altar des Imperiums darbringt.