Dass man einem neuen Imperator Reverenz erweisen sollte, wenn man für seinen Vasallenstaat günstige Verhältnisse schaffen will, wird zwar seit den Zeiten des römischen Kaisers Augustus an sämtlichen Diplomatenschulen gelehrt, scheint aber in den Provinzen von NATOstan weitgehend vergessen. So hatte ja schon die deutsche Königin Angela nach der ersten Wahl Donalds versäumt, dem künftigen Kaiser, der die Kosten für den NATO-Zirkus und die Auslandseinsätze seiner Truppen herunterfahren wollte, die Wünsche aus den Augen abzulesen und einen Win-Win-Deal vorzuschlagen: du schließt die Drohnenmord-Zentrale Ramstein und wir übernehmen die Kosten, dort einen riesigen Vergnügungspark der globalen Völkerfreundschaft zu errichten, “Donald-Land”, natürlich größer als “Disney-Land”! König Donald hätte nicht Nein sagen können, schließlich stammen seine Vorfahren aus dem lauschigen Kallstadt an der Weinstraße. Und wäre sein Großvater nicht durch den damaligen König des Landes verwiesen worden – weil er statt Wehrdienst zu leisten in der Neuen Welt im Vergnügungsgewerbe Geld verdient hatte, mit dem er in die Pfalz zurückgekehrt war um sich niederzulassen – dann würden in Kallstadt heute vielleicht mehr Türme stehen als in Manhattan.
Wie auch immer, solche Deals muss man dem Dealer Donald anbieten, der als klassischer Flip-Flopper ja gleichzeitig sowohl “Bombastus Maximus” als auch “Kumpeltyp mit Herz” ist – für die Heimat, die Geschichte und auch die Deutschen. Deren aktuelle Vertreter freilich – Olaf der Stumme und seine Auslandschefin, die auf dem diplomatischen Parkett wegen notorischer Desorientiertheit “360-Grad-Annalena” genannt wird – konnten bei Donald 2.0 rein gar nichts in dieser Richtung auf den Weg bringen, waren als ZIPs (Zero Important Persons) nicht zu den Krönungsfeierlichkeiten geladen und werden jetzt wie alle anderen europäischen Kolonien von Donalds 5 %-NATOStan-Peitsche in den Ruin getrieben. Auch Olafs voraussichtlicher Nachfolger Friedrich, der in Deutschland “Fotzenfritz” genannt wird und Ende Februar gekrönt werden will, wird daran nichts ändern, zumal er als ehemaliger Angestellter eines Oligarchen-Fonds namens “Blackrock” ohnehin gewohnt ist, dass seine Agenda aus dem exzeptionalistischen Königreich diktiert wird.
Es sieht also nicht gut aus für die Kolonien, wo NATOstan-Generalsekretär Rutte schon die Rute ausgepackt und verkündet hat, dass ab sofort “Opfer gebracht werden müssen”. Und wo noch kaum einer zu ahnen scheint, dass Regierungswechsel im exzeptionalistischen Königreich schon lange nichts mehr anderes bedeutet als Machtwechsel der Räuberbarone; und dass das Kriegsziel des Imperiums nicht in der Ukraine liegt und auch nicht in einem militärisch ohnehin unmöglichen Sieg über das ultrastarke Russland, sondern in der Schwächung und Balkanisierung Europas.
Und so schaufeln die EU-Vasallen mit ihren Sanktionen und hysterischer Aufrüstung zur “Kriegstüchtigkeit” ihre eigenen Gräber und merken es nicht einmal, sodass Imperator Donald beim Antritt seiner zweiten Amtszeit durchaus zufrieden sein kann mit der Lage und der Stimmung in den Kolonien. Außer mit dem üblichen Jammer über Tribute ist nicht mit Protesten oder gar Aufständen zu rechnen.
Dass sich die Deutschen widerstandslos ihre Energieader abklemmen ließen und jetzt freiwillig ultrateures “Frackinggas” aus dem exzeptionalistischen Königreich kaufen, hat ein Exempel statuiert, das allen kleineren Kolonien als Mahnung dient. Weiteren Plünderungen steht also wenig im Wege. Selbst von den Dänen kommt kaum Widerspruch, obwohl Donald ihnen die größte Insel der Welt wegnehmen will, und auch die anderen NATOstan-Länder haben gegen die Invasionspläne nichts einzuwenden oder gar den Schutz ihres Bündnispartners Dänemark angekündigt.
Wenn König Donald morgen dekretiert, dass er zwecks “Sicherheit” im Mittelmeer auch noch Sizilien benötigt und Kreta annektiert werden muss, hätten Griechen und Italiener das hinzunehmen. So wie auch alle anderen Provinzen den Plünderungen eines Imperiums auf Steroiden hilflos ausgesetzt wären. Denn den einzigen, der so einen Durchmarsch der Vampire stoppen kann, können sie nicht um Hilfe rufen, weil das ist bekanntlich der”Ultraböse”, vor dessen Landnahmen, Annexionen, Eroberungen etc.pp. sie sich im Auftrag des Imperiums zu fürchten haben und Schutzgeld zahlen sollen.
Ein Professor und Wirtschaftsweiser, der als Michael Hudson bekannt ist, sieht Europa deshalb auf einer “Straße zum Chaos”:
“In den 1940er Jahren gab es eine Reihe von Filmen mit Bing Crosby und Bob Hope, beginnend mit “Road to Singapore” im Jahr 1940. Die Handlung war immer ähnlich. Bing und Bob, zwei redegewandte Hochstapler oder Gesangs- und Tanzpartner, geraten in irgendeinem Land in Schwierigkeiten, aus denen sich Bing befreit, indem er Bob als Sklaven verkauft (1942 in Marokko, wo Bing verspricht, ihn zurückzukaufen) oder ihn in einer heidnischen Zeremonie opfert und so weiter. Bob lässt sich immer auf den Plan ein, und es gibt immer ein Happy End in Hollywood, bei dem sie gemeinsam fliehen – wobei Bing stets das Mädchen bekommt.
In den letzten Jahren haben wir eine Reihe ähnlicher diplomatischer Inszenierungen mit den Vereinigten Staaten und Deutschland (stellvertretend für ganz Europa) erlebt. Man könnte es die “Straße zum Chaos” nennen. Die Vereinigten Staaten haben Deutschland durch die Zerstörung von Nord Stream verraten, wobei der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (die unglückliche Bob-Hope-Figur) mitmachte und die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen die Rolle der Dorothy Lamour (das Mädchen, das Bings Preis in den Hollywood-Filmen ist) spielte, die von ganz Europa eine Erhöhung der NATO-Militärausgaben forderte, und zwar von Bidens Forderung nach 2 % bis zu Trumps Eskalation auf 5 %. Zu allem Überfluss soll Europa auch noch Sanktionen gegen den Handel mit Russland und China verhängen und diese dazu zwingen, ihre führenden Industrien in die Vereinigten Staaten zu verlagern.
Anders als in den Filmen wird dies also nicht damit enden, dass die Vereinigten Staaten dem leichtgläubigen Deutschland zu Hilfe eilen. Stattdessen werden Deutschland und Europa als Ganzes zu Opfergaben in unserem verzweifelten, aber vergeblichen Bemühen, das US-Imperium zu retten. Auch wenn Deutschland nicht sofort mit einer auswandernden und schrumpfenden Bevölkerung wie die Ukraine enden wird, ist seine industrielle Zerstörung bereits in vollem Gange.
Trump sagte auf dem Davoser Wirtschaftsforum am 23. Januar: „Meine Botschaft an alle Unternehmen der Welt ist ganz einfach: Kommen Sie und stellen Sie Ihr Produkt in Amerika her, und wir werden Ihnen die niedrigsten Steuern aller Nationen der Welt zahlen.“ Andernfalls, wenn sie weiterhin versuchen, zu Hause oder in anderen Ländern zu produzieren, werden ihre Produkte mit Zöllen in Höhe der von Trump angedrohten 20 % belastet.
Für Deutschland bedeutet das (meine Paraphrase):
„Sorry, eure Energiepreise haben sich vervierfacht. Kommt nach Amerika und holt sie euch zu einem Preis, der fast so niedrig ist wie der, den ihr Russland gezahlt habt, bevor eure gewählten Politiker uns erlaubt haben, Nord Stream abzuschalten.“
Die große Frage ist, wie viele andere Länder sich so ruhig verhalten werden wie Deutschland, wenn Trump die Spielregeln ändert – Amerikas regelbasierte Ordnung. An welchem Punkt wird eine kritische Masse erreicht, die die Weltordnung als Ganzes verändert?”
Die Deutschen, die traditionsgemäß vor jedem Aufstand eine Bahnsteigkarte lösen, werden wohl die Letzten sein, die sich gegen das exzeptionalistische Königreich auflehnen, obwohl sie es sind, die als ehemalige “Wirtschaftslokomotive” der Kolonien am meisten zu verlieren haben. Doch nicht einmal in der Opposition gibt es dort jemanden, der gegen die Fortsetzung des Kriegswahnsinns ist, außer der aufrechten Sarah, deren Gatte Oskar – einst Vize unter König Gerhard, der “Currywurst” oder “Hol mal`n Bier” genannt wurde – den Bestseller mit der freundlichen Bitte “Ami, it`s time to go!” veröffentlicht hatte. Wohingegen die andere oppositionelle Thronanwärterin Alice,von der Partei “Alternative für Deutschland”, gar keine Alternative darstellt. Auch sie findet 5% Schutzgeld an NATOstan angemessen und die Ideen des Ultrareichen Elon – die Ultrareichen noch reicher machen!- nicht zufällig prima, denn sie wurde von einem ihrer Finanzhaie ausgebildet, der als “Goldman Sachs” bekannt (und berüchtigt) ist. Auch der mimosenhafte Möchtegern-Monarch Robert – er ist im ganzen Land als “Schwachkopf” bekannt, darf aber nicht so genannt werden, weil dann sofort Hausdurchsungen und Bußen fällig werden – fordert mehr Krieg und posierte schon mit Stahlhelm an der Ukraine-Front, als Russland noch gar nicht einmarschiert war. Er wird also “in dienender Führungsrolle” (R.Habeck) ganz vorne mit dabei sein, wenn das exzeptionalistische Imperium mehr Kohle für mehr Krieg erpresst.
Wen immer also die Deutschen zum nächsten “Kanzler” küren, dass sie sich weiter gegen Russland hetzen lassen, scheint unvermeidlich. Dass sie dabei aber noch eifriger mittun als alle anderen europäischen Vasallen, auch wenn es jeder Vernunft widerspricht sich ins eigene Fleisch zu schneiden, hat bereits zu Vermutungen geführt, dass – wo logisch-rationale Gründe fehlen – nur ein irrationaler Fluch die Ursache sein kann. Eine Art psycho-historischer Wiederholungszwang, der sie 80 Jahre später an den Tatort zurückzieht, an dem ihre Großväter zu den größten Massenmördern der Weltgeschichte wurden und 26 Millionen Russen töteten? Wie auch immer, das russo-phobe, kriegsgeile Super-Vasallentum der Deutschen bleibt rätselhaft.
König Donald hat unterdessen mit Russen und Weltkrieg soviel durcheinander geworfen, dass es zu einem “Deal” so bald nicht kommen wird. Er nennt bombastisch übertriebene “60 Millionen” russische Opfer und behauptet, Russland hätte “uns geholfen den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen”. Tatsächlich war es umgekehrt, denn das exzeptionalistische Königreich griff bekanntlich im Westen erst aktiv in den Krieg ein, nachdem die Russen ihn im ganzen Osten schon gewonnen und 80% der Naziarmee eliminiert hatten. Doch so wie die historische Fakten in Donalds Welt auf dem Kopf gestellt sind – und die Russen als Befreier des Vernichtungslagers Auschwitz zum 80. Jahrestag nicht eingeladen werden – so haben seine Vorstellungen der Lage auf dem Schlachtfeld mit der aktuellen Realität wenig zu tun. Er dichtet den Armeen König Wladimirs bombastische Verluste von einer Million Kriegern an, die aber in Wahrheit auf Seiten des “Grünen T-Shirts” Wolodymyr gefallen sind, weshalb an der Frontlinie beim letzten Austausch gefallener Krieger auf jeden toten Russen 15 tote Ukrainer kamen.
Auch Donalds Behauptung, dass die russische Ökonomie am Ende sei und er ihr mit Zöllen und Sanktionen die Luft abdrehen kann, basiert auf falschen Zahlen und grandioser Selbstüberschätzung. Mit einem solchen sowohl historisch wie militärisch und wirtschaftlich in Phantasialand irrlichternden Imperator, kann es natürlich zu einem schnellen Ende des für NATOstan verlorenen Ukrainekriegs nicht kommen. Ganz im Sinne der Meister aus den Waffenschmieden und dem als MICIMATT bekannten Komplex in den Tiefen des Königreichs, für deren äußerst erfolgreiches Geschäftsmodell – Permanenter Krieg – jede Friedensverhandlung “Alarmstuf Rot” bedeutet. Solange Donald sich ihren Einflüsterungen nicht entzieht, die ihn glauben lassen, dass mehr von dem was schon bisher nicht geholfen hat jetzt helfen wird, solange kann der Imperator mit der Eichhörchenfrisur garantiert nicht erreichen, was er bei seiner Krönung ankündigte und was sich die meisten seiner Untertanen wünschen, ein “Vermächtnis als Mann des Friedens”.
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Erschienen am 10. Juni 2024
Mathias Bröckers: Inspiration – Konspiration – Evolution. Gesammelte Berichte aus dem Überall, Fifty-Fifty (Juni 2024), 464 Seiten, 30 Euro














Statt überall auf der Welt Sheriff spielen, teure Militärniederlassungen zu unterhalten, lieber in die geographische Nachbarschaft expandieren, statt sich mit Wladimir oder dem mächtigen Großkönig Xi im Reich der Mitte anzulegen, lieber die schwachen Nachbarn erledigen, Vasallen wie Dänemark, dem Grönland offiziell gehört, einfach ihre Insel abpressen und und den Mexikanern im Süden ihren Golf. So ungefähr schien der MEGAMAGA-Plan Donalds – Gesundschrumpfen des überdehnten Imperiums bei gleichzeitigem Wachstum – auszusehen und viele im Land fanden das gar nicht so übel. 


