König Donalds Stellvertreter, der JD Vance heißt und auch “Hillbilly” genannt wird, hat die europäischen Eliten auf der (Un-)Sicherheitskonferenz in München, die schon zuvor von Kriegsminister Hegseths Schlägen in Schnappatmung versetzt worden waren, jetzt mit einem im Königreich als “body slam” bezeichneten Wurf aufs Kreuz gelegt. Hui – mit einer solchen Rede war noch nie ein Regierender des exzeptionalistischen Königreichs in den Ring gestiegen, um den Eurokraten die Leviten zu lesen.
“Hillbilly” heißt so etwas “Hinterwäldler” und in seinem gleichnamigen Buch hatte der Vize-König vor einigen Jahren von seiner eigenen Herkunft aus ärmsten Verhältnissen und seinen Weg von ganz unten zum Soldaten, Studenten, Rechtsanwalt, Investmentbanker und Senator erzählt – so ehrlich und ergreifend, dass es zum meistverkauften Buch wurde. Und zumindest einen Funken Hoffnung verbreitete, dass die zutiefst ungerechten Verhältnisse im Königreich den “amerikanischen Traum” noch nicht vollends zerstört haben.
Dass sogenannte Hinterwälder im Ernstfall nicht nur kräftig zuschlagen können, sondern es auch faustdick hinter den Ohren haben, bewies Vizekönig Hillbilly mit dem Vorwurf mangelnder Demokratie in Europa, wo gerade im Königreich Rumänien Wahlen für ungültig erklärt wurden, weil der Gewinner den EU-Bürokraten nicht gefällt. Mit ihrem Drängen, den Wahlsieger Georgescou nicht anzuerkennen, waren die Eurokraten allerdings nur brav dem Vorbild aus Washington gefolgt, wo man eine “russische Einflussnahme” auf das Wahlergebnis moniert hatten.
Für ihren braven Vasallengehorsam zwei Monate später derart frech abgewatscht zu werden, hinterließ die versammelte Euro-Prominenz sprachlos. “Unzumutbar”, vor allem “unter Freunden” konterte Olaf der Dumme, der wie der Rest der Versammelten noch nicht verstanden hat, dass das exzeptionalistische Königreich noch nie ein wirklicher Freund seines Landes war, das nie mehr als ein nützliches Bollwerk in seinem Kampf gegen das “Ultraböse” im Osten und für die globale “Full Spectrum Dominance” gewesen ist.
Ein echter Freund hätte die Frontlinie des Kalten Kriegs, die sich mitten durch Deutschland zog, schon nach kurzer Zeit beseitigt, als König Joe, den man “Stalin” nannte, anno 1953 bekanntlich angeboten hatte, seine Besatzungstruppen zurück zu ziehen, wenn sich die Exzeptionalisten ihrerseits zurück ziehen und sich das wiedervereinigte Land sodann als militärisch blockfrei und neutral erklärt. Hätte man die in dem geteilten Reich lebenden Menschen gefragt, wären sie sofort dafür gewesen, doch aus Washington erging die Maßgabe, dass dem ultrabösen Stalin nicht zu trauen und die Frontlinie zu halten sei.
So wie bis vor zwei Monaten befohlen war, den Stellvertreter-Krieg in der Ukraine zu befeuern, was die Europäer auch eifrig taten und jetzt zurückgepfiffen wurden, und gar nicht wissen wie ihnen geschieht, sich aber daran gewöhnen sollten, denn, so der Hillbilly-König : “Es ist ein neuer Sheriff in der Stadt!”. Und der mag es nicht, wenn Meinungsfreiheit unterdrückt, soziale Medien zensiert und unerwünschte Wahlergebnisse einfach annuliert werden: “Auch wenn wir nicht einer Meinung sind, wir wollen dafür sorgen, dass ihr Eure Meinung sagen dürft…. “Wir sollten keine Angst vor unseren Bürgern haben, selbst wenn sie Ansichten äußern, die nicht mit ihrer Führung übereinstimmen.” Da saßen sie wie versteinert da.
Mit “autoritären Systemen” verglichen zu werden, sei “unakzeptabel”, meinte Minister Pistolius und sein Chef Olaf setzte hinzu: “Wir werden auch nicht zulassen, dass irgendwer vereinbart, dass die Ukraine demilitarisiert wird. Sie braucht umgekehrt eine sehr starke Armee, damit sie nicht wieder überfallen wird, wenn ein Friedensschluss zustande kommt.”…. was zeigte, dass er tatsächlich nicht mehr durchblickt.
Als ob er – ohnehin nur noch eine Woche im Amt – oder sein Nachfolger verhindern könnten, dass Donald und Wladimir Vereinbarungen über die Ukraine treffen; als ob die Kapitulation und Demilitarisierung nicht die Grundvoraussetzung wäre, ohne die der Krieg gar nicht beendet werden kann und als ob Russland künftig eine “sehr starke Armee” vor seiner Haustür akzeptieren würde – wo es doch gerade die stärkste seit dem letzten Weltkrieg aufgestellte Armee, ausgerüstet mit den besten NATOstan-Wunderwaffen, nahezu eliminiert hat. Olaf und die anderen europäischen Vasallen haben noch nicht kapiert, dass es nach einem Friedensschluss nur eine Armee geben wird, die garantiert, dass die Ukraine “nicht wieder überfallen wird” und das ist die russische.
Irgendwie scheinen die Eurokraten, die jetzt in Paris beraten wollen, noch von einer Art Kater oder Kriegsentzugserscheinungen geplagt und völlig unfähig, die neue Lage zu erkennen. Statt Donalds Friedensgespräche zu begrüßen wollen sie jetzt ihre europäischen Truppen formieren um weiter Krieg zu führen. Statt ihrerseits einen neuen europäischen Friedensplan von Lissabon bis Wladiwostok anzugehen, wollen sie lieber aufrüsten und den Ultrabösen weiter dämonisieren. Statt Donalds großen Vorschlag – mit Russland und China über eine Halbierung der Nuklearbewaffnung zu verhandeln und Truppen aus Europa und Deutschland abzuziehen – zu bejubeln und zu befördern, bedröppelte Katerstimmung und Genöle von “Verrat”. Statt König Donald, der die Kosten für den NATOstan-Zirkus und die Auslandskasernen seiner Truppen herunterfahren will, sofort einen Win-Win-Deal vorzuschlagen – du schließt die Drohnenmord-Zentrale Ramstein und wir übernehmen die Kosten, dort einen riesigen “König Donald Bombastus Maximus Vergnügungspark der globalen Völkerfreundschaft” (oder so ähnlich) zu errichten; statt also die Chance beim Schopfe zu ergreifen, eine neue multipolare Weltordnung voran zu bringen – mit einem militärisch neutralen blockfreien Deutschland in der Mitte Europas – setzen sie weiter auf Konfrontation und Krieg.
Dieser Rückfall in dumpfe Aufrüstung und Militarismus wurde von Olaf und seiner kriegsbesoffenen Koalition bekanntlich “Zeitenwende” getauft, was sein Herausforderer und möglicher Nachfolger Friedrich, der “Fotzen-Fritz” genannt wurde, sogar noch mit ultraschnellen Taurus-Raketen unterstreichen wollte. Dass derart schief gewendete oder gewickelte Gestalten schwer erkennen können, dass JETZT die eigentliche Zeitenwende stattfindet, mag nachvollziehbar sein, doch wenn sie diese Blindheit und die Scheuklappen nicht umgehend ablegen, haben sie ausgedient. Das “Kommission” genannte ungewählte Politbüro der EU, ebenso wie das Sekretariat von NATOstan und die Regierungen der europäischen Länder, für die mehr “Sicherheit” nur mit mehr Waffen und mehr Krieg und nicht mit mehr Diplomatie, Verhandlungen und Verträgen erreichbar ist. Und die deshalb bei den Friedensgesprächen ausgeschlossen werden und beleidigt sind, wozu König Wladimir freilich meinte, dass sich das schnell legen wird und sie bald wieder mit dem Schwanz wedeln.
Was sie auch müssen, denn nicht nur das Geschäftsmodell Deutschland – mit billiger Energie aus Russland teure Produkte für die Weltmärkte – ist am Ende, mit ganz Europa geht es ökonomisch bergab, “Weiter so!” ist keine Perspektive, doch außer einer solchen “360-Grad-Wende” hat niemand einen Plan. Außer vielleicht König Victor aus Ungarn – hier in einem auführlichen Gespräch mit Tucker Carlson – der zwar realistische, vernünftige Standpunkte vertritt, aber von den anderen Eurokraten nach wie vor als böser Bube oder gar “Faschist” abgestempelt wird; und der zu dem “Sondergipfel” in Paris nicht angereist ist, weil sich dort, so sein Außenminister, nur die Parteien vereinigen, “die drei Jahre lang Öl ins Feuer des Kriegs” geworfen haben und “einen Friedensbeschluß abwenden wollen.” Und jetzt – so die als “360-Grad-Annalena” bekannte deutsche Außenministerin – noch weitere 700 Milliarden in den verlorenen Krieg und das Schwarze Loch Ukraine stecken wollen. Der Dame ist bekanntlich “egal was die Wähler denken”, denen sie dieses nicht vorhandene Geld aus der Tasche ziehen muss. Was den 13 %, die laut Umfragen ihre Partei am nächsten Sonntag wählen wollen, aber ebenfalls egal zu sein scheint, was sie ohne Frage zu den “Allerdümmsten” macht. Denn wie ein im ganzen Königreich berühmtes Sprichwort sagt: “Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber.”
Dass die feurige Rede des Vizekönigs von den Herrschern der europäischen Reiche so ablehnend aufgenommen wurde, hatte vielleicht auch mit dem noch mangelnden Verständnis zu tun, wen sie mit diesem “Hillbilly” eigentlich vor sich haben. Nämlich nicht nur den potentiellen Nachfolger Donalds und künftigen Imperator des exzeptionalistischen Königreichs, sondern auch einen bekennenden Liebhaber des Schriftstellers und Historikers J.R.R.Tolkien, der in seiner Trilogie “Der Herr der Ringe” die Vor,-und Frühgeschichte der heutigen Königreiche dokumentiert hatte. 
Unter den Mächtigen in “Mittel-Erde”, alle auf der ruchlosen Jagd auf die “Ringe der Macht”, identifiziert sich der Hillbilly mit dem Zauberer Gandalf und trägt dessen Ring “Narya”. Von dem wird gesagt, dass er hilft “dem verderblichen Einfluss des Bösen zu widerstehen, die Welt vor dem Verfall zu bewahren und seinem Träger Kraft zu verleihen”. Im Gegensatz zu den anderen großen Mächten kümmerte sich Gandalf um die Hobbits und andere niedrige Menschen in Mittelerde, weshalb – so die moderne Tolkien-Forschung– es nicht überraschend sei, dass der Hillbilly “sich selbst als eine Art Gandalf sieht, der sich um die vergessenen Menschen seiner Heimatstadt kümmert und ein wachsames Auge auf sie hat, um sie vor den verderblichen Auswirkungen der Welt zu schützen.“
Wo sich jetzt ein paar wild gewordene militärische Zwerge in Europa zusammenrotten und gegen den “Ultrabösen” in eine Schlacht ziehen wollen – was ihren definitiven Untergang bedeuten würde – schienen die Mahnungen des Hillbillys, dass ihnen Gefahren nicht von äußeren Mächten drohen, sondern von Zerwürfnissen im Inneren, der Unterdrückung von “Volkes Stimme”, denn auch durchaus gandalf-gemäß. Dass er auf dem prächtigen Gemälde von Michelle Rohn als Gandalf auch noch das inspirierende Pfeifenkraut der Hobbits raucht treibt die Analogien aber möglicherweise etwas zu weit….
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Erschienen am 10. Juni 2024
Mathias Bröckers: Inspiration – Konspiration – Evolution. Gesammelte Berichte aus dem Überall, Fifty-Fifty (Juni 2024), 464 Seiten, 30 Euro












Auch Donalds Behauptung, dass die russische Ökonomie am Ende sei und er ihr mit Zöllen und Sanktionen die Luft abdrehen kann, basiert auf falschen Zahlen und grandioser Selbstüberschätzung. Mit einem solchen sowohl historisch wie militärisch und wirtschaftlich in Phantasialand irrlichternden Imperator, kann es natürlich zu einem schnellen Ende des



